Archiv der Kategorie: Der Himmel voller Butter

Reiseberichte

Ein Chihuahua in Wien

Meine Lieblingsdurchsage: „You have connecting trains to Bennemühlen“. Ob hier die Übersetzung jemals schon gebraucht wurde? Wir wollten eigentlich U-Bahn und Bus, aber aus Gewohnheit latschen wir wieder zur S-Bahn und merken es erst bei der Durchsage Langenhagen-Mitte. Günter ist nicht nur verheiratet, sondern auch fast Nichtraucher. Ausversehen zieht er sich den Pullover über als er seine Arbeit für uns unterbricht (alte Gewohnheit). Die Kollegin von Günter, die mal durchgedreht ist weil er unser Gepäck schon eingecheckt hatte, fertigt uns am Businessschalter ab (ich hätte mich da gar nicht angestellt). Sehen wir uns gleichwieder im Flieger will Stephan sie fragen und spielt auf die Szenen letztes Mal an, als sie mit Security in den Flieger gekommen ist um uns ob unseres gelben Koffers (den wir nicht haben) zur Rede zu stellen. Es geht um Stuttgart und günstige Zugtickets. Stephan ist das Gegenteil vom Schnäppchenjäger, aber dafür gibt es kein Wort. Sie rufen schon auf alle Fluggäste gebucht für den Flug nach Wien…. Hektisch gehe ich pinkeln und spüle nicht. Tagebuch hilft die letzten Male zu rekonstruieren, auch wenn man nicht alles lesen kann. Erst Yppenplatz und dann Sunla und Andras und sie sind nach Istanbul gefahren also wir hatten ihre Wohnung als airbnb. Stephan hat Tupper vergessen, wenn das jetzt meine Aufgabe sein soll, dann haben wir wenigstens was dabei. Der Himmel ist so knallrot am Horizont wie ich es noch nie gesehen habe. Blutrot wie der Hades und es wird –verständlicherweise – viel fotografiert, wenn man am Fenster sitzt.

St- Elias, so hieß auch der Steakladen in dem wir zu Andras Geburtstag waren. Chihuahua-Welpe Franzi schwerkrank (Nabelbruch, Knickschwanz) ausgesetzt.

Wien Mitte ist auch Landstraße. Die Plakate für Star Wars im MAK sind gut gemacht.

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Türkenschanzpark wird seitens der Gastgeber empfohlen. Katze haben sie mitgenommen, die ist nachts sehr aktiv und das würde uns stören. Schöne Wohnung mit Instrumenten, Mandoline glaube ich und die Puppen kommen mir bekannt vor. Industrienähmaschine, Stoffe im Regal und Teppiche an den Wänden, alles sehr liebevoll gemacht. Hier würden meine Simituntersetzer reinpassen wie Faust aufs Auge. Die schicke ich ihr noch. Das Aufklappbild Istanbulansichten aus der alten Zeitung wäre auch schön gewesen mit den alten Anzeigen, egal, hat meine Kollegin schon. Ich muss in Hannover bei der Kloaktion mein Kind verloren haben, weil es ist nicht mehr da.

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Der Einstieg ist gleich von null auf hundert, die Kurse in hellbeleuchteten Räumen. Erst Gebäudesanierung, interessierte Männer vor Bildschirmen, eine Schuttrutsche ist zu sehen und vorne hält einer einen Vortrag (ich muss an die Zeitverschwendung beim Yogaseminar ohne Praxis denken und will lieber nächstes Mal diesen Kurs buchen), Gymnastik- oder Tanzkurs im Kolpinghaus, alle stehen im Kreis, vorwiegend Frauen und hüpfen und schwingen die Arme  (wehe wir erwischen Sunla und Andras hier) und die Fantasy-Männer mit Tribal und Spiele haben ihren eigenen Laden (frauenfreie Zone). In der Gaststätte sitzt ein Pärchen. Er sieht aus als wollte er zu seinen Spielerfreunden und muss aber mit der Frau essen gehen. Er ist so traurig, dass er sein Bier nicht mal austrinkt.

Mag Wien zur Winter- und Faschingszeit am meisten. Die Einrichtung mit der trostlosen Faschingsdeko, Ballons und Luftschlangen in verblichene Farben sieht wieder aus wie aus einem Ulrich Seidl Film. Trennwand aus hellem Holz und geschliffenen Glaselementen (schlechte Handyfotos). Im Weinwohnzimmerschrank steht, „Auch Gutscheine zu haben“ und oben drauf haben sie Flasche dekoriert und davor jeweils ein Kochbuch, Suppen, Wild usw. Gastronomie mit Stammtrinkern am Tresen. Einer der 2 Schnaps, die er zum Bier trinkt, ext. Langsam Werner, er muss um 6 raus und ist stramm als das Taxi kommt, der andere isst mit einer Frau, seiner Tochter (?), die nach der Zwiebelsuppe abhaut, er geht Cash holen und will dann Kaffee und 1/8 wenn er wiederkommt, dann zweite Runde Kaffee und Weißwein (muss sehr lecker sein). War an seinem 57igsten so besoffen, dass er vor seinem Bett umgefallen ist und sich nicht mehr ausziehen konnte, „schäm Dich!“ ist die Reaktion, wir trinken, aber gehen noch gerade, die Bedienung muss mitkonsumieren als Animation, es läuft Scorpions, Wind of change, die Musik ihrer Jugend, sie dreht auf). Der Stammgast schaut sich die Einbaukühlschränke hinter Holzverkleidung an, die unterschiedlich schließen. Er schaut auf die Technik und wo es hakt. Da könnte er was machen. Die Kühlschränke sind riesig, skurril und sehen von vorne aus wie Türen, sind in den Tresen eingebaut. Hier könnte man auch Hanna drin kühlen. und einem Wirt, der selber kocht bis hin zu Salzburger Nockerl (hat mir gleich das Rezept gesagt, 5 Eier (!), Schneenockerl kocht man übrigens in Milch und nicht im Wasserbad wie ich vermutet hatte) und Nußschnaps. Nach Vor- und Hauptspeise 3 Palatschinken und die Salzburger Nockerln. Er wundert sich, mein Mann ist ein Tier, Ist tatsächlich eine Portion wie für eine Familie. Die Bedienung muss sich von dem Kunden an den Po fassen lassen. Mit den Männer flirtet sie, die Frauen kriegen ein freundschaftliches Küsschen und hat sich auch sehr um uns bemüht, („wenn’s uns halt gefällt, dann kommt man auch wieder“ auf uns und Wien bezogen) und wenn wir bis Dienstag da sind, dass man sich die Tage vielleicht noch mal sieht…sie haben auch Mittagsangebote. Der Koch freut sich über uns, ich sage mein Mann ist ein Tier als wir die riesigen Nachtischberge mit 3 Palatschinken und den Salzburger Nockerl bestellen. Er probiert auch gerne was Neues. Kamera nicht dabei, Handy wieder leer. Gerne hätte ich das Beef Tartar pikant mit geröstetem Brot und Salatgarnitur, die Rinderbouillon mit dem großen Grießnockerln fotografiert. Teigtaschen mit Spinat und brauner Butter, geschmorten Kirschtomaten und Grana Padano, Backhendltag mit Bio-Huhn. Ausgelöstes Backhendl sind Chicken McNuggets für Piefkes. Das Fleisch fällt von den Knochen und ist saftig. Man kann mit dem Messer arbeiten. Stephan pickt das Fleisch mit der Gabel, wie ein Mädchen kurz vor der vegetarischen Phase. Ich rate ihm nächstes Mal das Schnitzel zu nehmen, da hat er mehr von und kann es besser zum Erdapfel-Vogerl-Salat, der köstlichen Beilage mit einer Salatsoße zum Hinknien, essen. Stephan schlägt das schon vor für meinen 50zigsten. Biergarten haben sie vor der Tür. Ist deutlich leckerer als Prillisauer und Gmoa-Keller. Das Essen ist spitze und die Atmo auch. Der Raucherbereich ist für geschlossene Gesellschaften perfekt. Sabine soll auflegen. Internetpaket ausversehen geklickt.

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Die Metzgerei mit Kaffee und den tollen Fliesen und dann noch Würste aus Wolle, gestickt und Nussschnaps mit handgeschriebenem Etikett. Ich kriege mich nicht mehr ein. Auf dem Rückweg lese ich das Angebot: Frisches Schweinshirn. „Sweet Memories“ macht das Licht aus als wir vorbeigehen und ich reinschaue. Überall die Schnapsflaschen im Schaufenster,

Beerdigungsmuseum, Morgen Führung. Morgen ist auch Ball der Alsergrunder 5ziger mit Bands Square Dance ab 16 Uhr inklusive Wiener Schnitzel für 35,- €. Das wäre ein Ball, der mich noch mal interessieren würde und Romeo und Julia im Burgtheater mit Live Musik und tatsächlich 3 Paare parallel (wie ich es mir um Thalia vorgestellt hatte). Das wäre mal ein Vergleich, aber ich werde Rabe sein. Wenn Stephan krank wird, dann hüte ich mit ihm die Wohnung und mache nur ganz kleine Ausflüge bei denen ich mich nicht verlaufen kann, auch gut.

Statt Schnee liegt weißes Salz auf den Straßen, aber die Luft in Wien wird immer besser.

Dremelset und Yoga bei Lidl. Stephan spricht mit Sunla und ich höre, dass ich schon schlafe. War am Einnicken, bin aber hochgeschreckt.

22.01. Prüfungstraum. Die Prüfungsordnung haben sie geändert. Wir sitzen in Essen oder NRW, alle Sitze sind belegt mit Taschen, wir sind alt und schwerbehindert und setzen uns einfach. Nur noch eine philosophisch-juristische Frage. Der Raum ist so, dass es 2 Hälften gibt, ein Teilnehmer beschwert sich, dass man nicht von einer Stelle aus alles oder die Tafel sehen kann. Wenn man Autobetrug macht, wird das teuer, alles gibt Aufschlag auf den Schaden als Strafe. Zwei Personen spielen in dem Fall, die ich mit S und H abkürze. Sind Autobahnbrücke Fehmarn (oder irgendwas Geographisches in D) der eine 45 ° und der andere 32°. Das ist die Aufgabe? Das sagt mir nichts. Würde Stephan gerne was fragen, wie weit das auseinander ist, was wo liegt, nördlich, südlich, das scheint ja wichtig zu sein, wann die sich treffen, aber wir sitzen auseinander oder Leute dazwischen.

Die Bahn fährt unentwegt, ist doch mitten in der Nacht. Ich denke an das Kalenderblatt meiner Eltern im Januar mit Teneriffaanspielungen, Kalifornien, dem Stuttgarter Museum, aber vor allem dem Teelicht aus der Gaststube Fröhlich, muss Stephan mit dem Finger anmacht (Großaufnahme). Bin ich Hellseherin?

Ich frage mich, warum die Bim alle 5 Minuten fährt mitten in der Nacht. In der Ankerbäckerei ist schon Licht, 5:30, daneben steht: „Überdreht? Wie der Mond unser Leben beeinflusst“. Die neue Serie in der Krone ab 24.01. Die Frauen räumen innen und sitzen dann vor der Tür und rauchen. Nach der Rauchpause stellen sie das Klappschild raus.

Die Versicherung aus Australien meldet sich wegen Krankenhaus dort und Kosten, scheint alles zu laufen. Frau Mittelfeld mit dem Kopftumor will die angebotene Wohnung meldet die Tochter. Chatten mit der Bestatterin aus Stuttgart. Klangschalen an der Beerdigung von Hanna. Wir wollen hier in das Bestattungsmuseum gehen. „Die Wiener und der Tod“. Das soll toll sein schreibt sie. Bringen ihr Prospekt mit. Divan. Mode jenseits von Alter und Geschlecht. Old is the new black. Irgendwie voller Werbung ist so was. Spa-Behandlung im Sacher und Hüttenzauber, Werbung für Hotels in den Bergen. Die neuen Stiefel kenne ich auch alle schon seit Jahrzehnten…Wo ist das Handy frage ich den schlafenden Mann. Wenn das heute nicht aufgeladen ist, habe ich den ganzen Tag wieder Stress. Da sorge ich jetzt für. Drogenberatung und auf dem Bild Joints und ein Aschenbecher. Das ist vorbei an der Realität (siehe gestern). Gemeindebaumord, der Kochlehrlinge wurde von der Witwe (72) aufgefordert nicht im Treppenhaus zu rauchen und der hat ihr mit einem Blumentopf den Kopf eingeschlagen und 19 Mal auf die eingestochen. Er hat sich in einen regelrechten Blutrausch hineingesteigert und soll dem Psychiater vorgeführt werden. Letzter Satz: „es gilt die Unschuldsvermutung“. Sehr schön. 7:30, es wird hell und die Szene vor dem Anker wird geschäftiger. Gegenüber steht auch „Mensa – mitten im Leben“. Im Neubau spiegelt sich der Altbau, vom Hundertwasserdick steigt Rauch auf und die Sonne scheint. Die Wohnung hat auch sehr originelle Ansichten, die Lampen aus Wasserrohren und macht viele Knackgeräusche, wohl die Heizung. Hier hängt auch eine Bleistiftzeichnung, die total an Andreas Oehlert erinnert mit einem 3-dimensionalen Muster. Strickstulpen und Rabenkopf. Noch nie habe ich so gut in eine angemietete Wohnung gepasst.

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Ich reiße einen der Dreads raus beim Bürsten, aber schmerzfrei und dann waren es nur noch 3. Draußen im Treppenhaus klingelt einer überall im Haus und wirbt für Fensterputzen.

Fotos der Umgebung, der Computertyp kommt raus als wir ein gestelltes Foto machen und will uns aufs Maul geben. Der erste Second Hand Laden ist spurlos nicht da, der zweite wegen Krankheit geschlossen. Günters Rückensalbe, die es in Deutschland nicht gibt. Ich kaufe Eibischkissen oder so was. Streetbody ist der neue Backshop. In jedem Block, warum ständig trainieren, wenn 20 Minuten reichen. Beim nächsten reichen 15. Da könnte man zu dem ersten und fragen, warum 20 Minuten trainieren, wenn 15 reichen. Beim Metzger mit den Strickwürsten und den tollen Fliesen gibt es auch Nußschnaps mit handgeschriebenem Etikett. Die Kaffeemaschine ist leider kaputt. Er hat viel Hundefutter zwischen den menschlichen Wurst- und Fleischwaren, getrocknete Ohren und so was, das läuft bestimmt super, weil für die Hunde tun die Wiener alles. Alles sehr sauber und super dekoriert.

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So teuer wird der Opernball, Mineralwasser um die 7,- € heißt das hier und „alle unsere normalen Pizzen um die 6,50 €“ ist zu lesen. Ich habe Kaffeedurst. Inder, Mittagstisch, Chai Tea? Irgendwas. Gegenüber ein Eckkaffee. Trockene Backwaren, das einzige schlechte Essen in Wien, aber dafür weniger als 8,- € und zwei große Braune mit dabei. Inhaber aus Srilanka, Rentner trinkt das Dosenbier in großen Dosen, was im Sonderangebot ist und 0,69 kostet und Schnaps. Fragt den erwachsenen Sohn, ob er zum Bahnhof fährt, seinen Lottoschein abgeben für über 13,- €. Das erinnert an das sinnlose Internetpaket, aber Lotto spielen fange ich trotzdem nicht an. Der dritte Second Hand sieht gut aus, aber es hängt ein Schild, dass die Verkäuferin kurz weg ist und um 11:45 Uhr wiederkommt. Ich warte hier nicht in der Kälte, das wirkt verzweifelt und sie kommt nicht und ich hab eh genug. Dann 48er Tandler, die haben ihre eigene Band, wie die Berliner Verkehrsbetriebe. Die Tochter ruft ihren Papa an um zu sagen, dass sie fleißig lernt. Aussteigen, weil Stephan den Zettel nicht dabei hat. Was ist das für ein Sternbild was ausschaut wie eine Hähnchenkeule. Ach so, das sind die Umrisse unseres Gastgeberlandes. Tolle Station, sieht aus wie Fasching, d.h. Konfetti. Wenn man nach dem Weg fragt sind alle abweisend. Wir finden es trotzdem, sehr sauber, kein Trödler, gehen wieder. Belevedere. Was wollen wir hier. Die Lichtkunst war doch woanders. Hier auch. Ich muss pinkeln. Hier nur ein Objekt und Eintritt 14. Zahle lieber 0,50 fürs Klo, sehr sauber, ich zahle mit 5,- €, weil Vorkasse und sie wirft ein 50 Cent Stück in die Tür und hält sie mir auf und wärme die Hände mit warmem Wasser und Fön. So nach dem Reinfall wieder ich. Will in den englischen Chariteshop bei der britischen Botschaft. Wie letztes Mal unterhalten sich die Frauen auf Englisch und sortieren dabei die Sachen. Hier ganz in der Nähe war ein echter Trödelladen mit alten Schuhen. Frage und wir landen wieder beim Lusterladen. Ja, der unfreundliche Kerl ist ihr Schwiegervater in spe. Das hat sie uns letztes Mal schon erzählt, wird Zeit, dass sie mal unter die Haube kommt. Man siezt sich. Sie hat tolle Taschen und Hüte, aber nicht meine Preislage, dann wenigstens Foto. Sie gibt uns Tipps, neuer Second Hand beim Sperl und Café Jelinek mit dem englischen Ofen al Tipp. Swarowsky hat sie und ihren Freund zum Opernball eingeladen. Sie macht den Laden offenbar als Hobby und wird von ihrem Freund ausgehalten und zahlt in dem Laden keine Miete. Faschingsfeier, ihre Freunde seien Muffel, gerne mal verkleiden mit Latexschwert, aber Fasching da wollen se nicht. Fahrräder werden geklaut wird hier wieder behauptet. Das halte ich für ein Gerücht, weil offensichtlich keiner eins will in Wien oder alle sind so arm, z.B. die Studentin (Tochter von Beruf) aus der Bim, dass sie sich keines leisten können. Wir lachen jetzt immer, wenn ein Fahrradparkplatz knall leer ist mit keinem einzigen Rad und sagen: alle geklaut.

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Lichtausstellung ist ganz toll mit vielen Prismen und Spiegeleffekten. Im Treppenhaus ist alles schwarz-weiß und das Gold ist Silber und sieht aus wie Bleigießen an Silvester. Stephan sagt, wir sehen aus wie Tote, lässt sich aber nicht fotografieren, der Effekt. Durch Spiegel verdoppeln sich Räume und auch einem Halbkreis wird ein ganzer und man sieht sich selber durch den Metalltunnel gehen wie in eine Arena, Stephan will nach Hause wegen Hemd und umziehen, ich bin dagegen. Wir verärgern den Kellner im Frauenhuber und verstehen ihn nicht, nur so viel, dass er mich scheiße findet. So wird das bei Hader. Nusspalatschinken mit Schlagobers. Da gibt es keine Verständigungsprobleme. Madelaines bei Meinl. Tochter 65 und Mutter 85 und hat Haarsprayfrisur, Kamelhaarmantel mit Pelzkragen und zahlt ganz langsam. Die Geldbündel werden von Geldklammern gehalten. Ganz freundliche schöne Kassiererin mit goldenem Haar. Ich verstehe, wir sind ein interessantes Paar, Stephan sagt, er habe eine interessante Partnerin, haben sie strahlend festgestellt.

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Zu früh bei der Führung. Alle sammeln sich vor der Tür, aber keiner wird vorzeitig reingelassen. Liechtensteinpalais mit italienischen Bauherren, Luster wiegt 1,5 Tonnen. Thonet hat die Fußböden gemacht. Das Muster in Laminat liegt zum Schutz darüber. Kann man mieten. 10 Stunden kosten 6.500 € aber ohne Bestuhlung und Verpflegung, reine Raumkosten. Schnäppchen im Vergleich zu Versailles. Dann ein Engländer, der Neorokoko reingemacht hat mit Pastelltönen zu dem ganzen Stuck und Gold, Seidenbespannung an Wände und Möbeln, passende Vorhänge, Rosen, Marmorimitat. Die Figuren aus Stuck schimmern durch Fischschuppen. Gemäldesammlung. Lerne über Biedermeier. Rückzug ins Private, weil man ausspioniert wurde aus Angst, dass die Französische Revolution nach Österreich überschwappen könnte. Der erste Stil der bürgerlich geprägt war. Motive aus dem Leben. Bauern, Straßenszenen. Halt sehr kitschig, bei den Möbeln hat man das Holz wirken lassen und einfacher gearbeitet, dass es sich jeder leisten konnte, pressen statt schnitzen und Goldfarbe statt Blattgold. Der eine Fürst war streng religiös und hat alle Nackten verkauft aus der Sammlung u.a. Rubens Samson und Delia, was jetzt im Ryksmuseum hängt (ja, war mehr Kunst als der Biedermeierkram, den er behalten hat) oder Lendenschurz rübergemalt. Die Führerin nennt das bigott, meint aber was anderes. Sonst waren die Fürsten immer so klug in geschäftlichen Entscheidung z.B. reich heiraten konnten sie gut oder das Eigentum von vertriebenen Protestanten, die nicht konvertieren wollten, sich einverleiben, aber das war geschäftlich gesehen ein Griff ins Klo würde ich meinen. Die Töchter hat sie alle strategisch gut verheiratet, eine nach Neapel, der Typ war fies und hat ihr auch noch 18 Kinder gemacht. Sie sagt, wenn wir wieder rausgehen ins Treppenhaus wird eine Last abfallen von unseren Augen. Das sieht der Schweizer in der Gruppe auch so, der mich anspricht. Trägt die Schweizer Uniform, Freitagtasche.

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Nachhause und dann zu Pramel & der Wolf, 4 Stationen mit der Bim. Praline mit Fettglasur und flüssiger Sellerie als Gruß aus der Küche. Er spricht mich auf mein Hütchen an und ich greife die gebogene Pinzette, die bei ihm vorne drin in der Tasche steckt. Hat die Form eines Reihers. Die braucht er um die Kollegen zu piksen, wenn sie nicht schnell genug arbeiten. Ich finde es äußerst lecker und viel besser als das Tian, was überteuert und doof war. Die schlichte Einrichtung Zimmerpflanzen, die verkehrt herum hängen und dem abstrakten Wolf finde ich super. Schaffell auf den Bänken. Viel mit Gemüse, aber tolle Fleischsaucen, Leber, Hirschfond, Schwein, ungewöhnliche Weine. Teile mit Sunla die Weinreise. Sie schmeckt den Trüffel nicht moniert das mehrfach, was einem den Spaß am Essen halt etwas kaputt machen kann. Am besten ignorieren. Sie war mit Rückenschmerzen lahm gelegt tagsüber und konnte nicht so lange sitzen. Wir tauschen dann die Plätze. Erzählt sehr süß, dass ihr Papa beim Skypen der Bildschirm abfotografiert und sie dann sein Foto und wir jetzt ihres. Der Tresen mit Kursivschriftzug (erinnert mich an Wurlitzer oder wie sie heißen) und holzverkleideten Kühlschränken wie gestern ist alt, aber abgeschliffen. Ich finde ihn toll.

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Ich finde das Baby wieder. Hier ist nicht Uni. Das war mal. Sunla zieht die BM-Strumpfhose mit dem braun-grauen Eiskristallmuster unter.

23.01. Hatte das falsche Hütchen auf, wollte Tony Hohlfeld-Krebsschere tragen. Wäre viel besser gewesen. Jetzt muss mal besser geplant werden! Das schwarze Kleid hätte ich heute zum Beerdigungsmuseum anziehen können, habe es aber gestern Sunla und Andras mitgegeben. Ich verbocke die Klamottenplanung. Gut, das Bestattungsmuseum hat Samstag und Sonntag zu.

Im Haus hat einer seinen Christbaum entsorgt und die Tannennadel und –zweigespur würde unzweifelhaft den Täter überführen. Wir hatten gestern das Thema, dass das reglementiert wurde. Hier ist ein Trafik frei, die Typografie ist meine große Liebe in Wien neben den Wandbildern und -plastiken, aber mehr noch die verschiedenen Typos. Hier Gentlemen Club, Collage aus unterirdischen Dildo-, Blase- Barfotos. keine Mitgliedschaft, unverbindlicher Flirt, sollte Stephan mal reingehen, vielleicht verpasst er was und hätte anschließend was zu erzählen, wie trockener Alkoholiker in eine Bar, erlebt man was. Wenn die ihm zu nahe kommen, auf die Werbung verweisen und sagen, er sei noch nicht so weit und unverbindlicher Flirt. Alles in Wien ist ein Puff, auch wenn Kindergarten dran steht. Nur skurril, Apotheke Auge Gottes, Würstelstand und heiße Maroni daneben. Dann wieder eine Bar, die mit Kaffee wirbt und voller Alkoholiker ist, hinten an der Wand eine Dartscheibe, die vormittags in Benutzung ist und daneben ein ACDC Flipper. Ich schaue interessiert rein und habe Angst, dass ich wieder einen Typen provoziere und rauslocke (und meine damit keinen arabischen Asylwerber). Es schneit. Kutschkermarkt, Trüffelgouda und Chilikäse (will was heute Abend mitnehmen). Diese Mohnklumpen sind der Hammer. Schoppenhauer, guter Kaffee und das Müsli, Stephan hat Eier im Glas von freilaufenden Hühnern, der Kellner ist dickfällig und braucht ewig um Milch zum Kaffee zu bringen und die Semmel zum Ei (muss man extra bestellen, aber er hätte auch fragen können, zwei Eier ohne Brot, diese Art der Trennkost wird wohl selten gegessen denke ich mir). Da wäre ich 5 x selber gelaufen und alles wird kalt, aber das ist gefährlich. Im Frauenhuber hat Stephan selber die Karte gegriffen und der Kellner ist fast ausgerastet. Ich sagte, das ist als ob Mandanten Rechtsschreibfehler in meinen Schriftsätzen finden und sie verbessern, als würde einer sagen, der macht seinen Job nicht richtig, aber wozu habe ich dem heute 2,- € Trinkgeld gegeben. Es läuft ein Film der kommentiert wird in den Pausen. Stephan: erklärt einer die Witze? Die Zuschauer lachen nicht, die Lacher kommen alle vom Band. Es gibt noch Schach für Frauen. Ein großer Weimaraner liegt auf einer Decke und total im Weg. Hunde können auf dem Boden liegen, manchmal legen sie sich freiwillig neben die Decke, aber man sieht wieder das Bedürfnis von Frauchen, was dahinter steckt. Ich liebe den Laden, er ist herrlich gemütlich und immer so schön unaufgeregt und leer. Die Kuchen sehen toll aus, Schokoladentarte usw. aber der Mohnstein liegt schwer im Magen.

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Kaufe 2 Humana leer. Der erste schließt gerade und ich habe einen Gürtel von einem der gekauften Kleider (tolles Blättermuster) im Laden vergessen oder es wurde nicht eingepackt. Hätte aussteigen sollen aus dem Bus, als ich es gemerkt habe, aber denke, die lässt mich eh nicht mehr rein, so wie die drauf war und dann flippe ich noch mehr, beschäftigt mich den ganzen Tag und ich mache Piefkealarm im zweiten Laden. Da arbeitet ein Heteromann, gut, die können das nicht verstehen. Mit dem Bus zum Sperl. Teuerladen Frau Kleidsam mit echt alten, auch historischen Klamotten. Glaube nicht an die Ansage mit Paris, dass sie das Teil aus Paris mitgebracht hat, aber klingt wohl besser. Ein toller Mantel aus grün eingefärbtem Persianer. So was habe ich noch nie gesehen, gottseidank passt er mir nicht. Die Frau mit fast keinen Zähnen mehr bessert die Sachen aus, aber sie siezen sich. Sie kriegt einen Kaffee gemacht. Sperl ist zu voll, d.h. mit langer Schlange und wir gehen ins Phil. Da ist es auch voll und echt nette eingerichtet zwischen Büchern. Es gibt Matchalatte und Speisekarte auf Englisch. Die hängen mit dem Gartenbaukino zusammen „Gartenbaukino forever“ und die Lesung mit Sedaris ist ausverkauft. Flyer von Hatefull eight, aufs Klo und wieder raus. Sie müssen hier den Bon aushändigen wie in Italien, erklärt der Typ beim Bücherverkauf einer Kundin. Ein leicht behinderter Kavalier an der Haltestelle, sehr süß, bitte, will, dass ich vergehe, warnt wegen Rutschgefahr. Zuhause im Bett aufwärmen. Heute nicht viel geschafft, halt 12 neue Klamotten. War wohl anstrengend, einen tollen gemusterten weinroten Mantel, ein grünes Kostüm, leicht trachtig, einen englischen Modellhut mit Feder um die 12,- €. Ich habe echt gute Sachen gefunden. Mail an Humana.at wegen des Gürtels bringt auch nichts, mache ich trotzdem.

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Zu Sunla und Andras. Der Schriftzug „Fernwärme Wien“ sieht toll aus. Mit dem Schneeräumen nehmen sie es hier echt ernst und vor der Haustür arbeitet der Hausbesorger und am Kolpinghaus auch einer und Spittelau sind lauter Räumfahrzeuge unterwegs. Ich bin mit Sandaletten unterwegs wie die reinste Engländerin. Stephan sagt, sie lassen sich das hier nicht bieten und wissen damit umzugehen, sind außerdem Bergvolk und wollen zeigen, dass sie es im Griff haben. Machen sich lustig über die vielen Glatteisunfälle in Deutschland. Am Reumannplatz sagen wir, dass wir in 3 Minuten da sind. Es gibt tolle Chicken Wings von Andras und Rosésekt, den Käse habe ich vergessen. Sunla will eine türkischen Kaffee machen, aber die Zeit reicht nur zum Haare machen und Make Up. Gela erzählt von den Abstürzen in Kitzbühel und, dass es das gefährlichste Rennen ist und ich frage, warum sie das machen bzw. nicht verbieten. Es sei halt eine Mutprobe. Außerdem sind 4 ° plus die ideale Schneetemperatur weißt die Frau vom Alpenverein. Sunla erzählt (als ich die Überschriften und Zeitungsgeschichten referiere), dass die Wiener es mit dem Tod echt drauf hätten, erst sich selber und dann die Frau erschossen wäre neulich die Überschrift gewesen. Ja, die können’s, die Wiener. Treffen Freunde von ihnen in der Bahn. Wieder Orientierungslosigkeit an der Mariahilfer. Nur bei Stephan nicht.

Die Gäste sind wieder so was von phantasievoll, Gastgeberin Rakete, die nette Juristin und Theaterexpertin ist Rauchfangkehrer (die wenig Freunde unter den Juristenkollegen beklagt, was ich bestätige, aber auch glaube dass das viel besser bei mir in Hannover ist), der DJ ist Rocky, Rucksacktourist mit kurzen Hosen und Flip Flops, Reklamheft, R-Kelly, Rambo, Raben gibt es außer mir mindestens 3, am besten gefällt mir die Schwangere mit rotem Band und Plastikfolie um den Bauch als Raffaelo mit passendem Haarreif. Als sie geht darf Stephan die Schokolade aus ihrem Haar essen. Freue mich Julia zu sehen, die wohnt am neuen Bahnhof in einem Neubau, ist eine Genossenschaft und alle Mieter, die bewusst gemischt werden für eine gewisse Ausgeglichenheit, sind an einem Tag im Dezember eingezogen und man kann mit dem Fahrstuhl direkt in den Interspar fahren. Die Wände sind zu hart für Nägel meint Sunla, aber sie bohrt auch gerne. Unsere Gastgeber sind recycelter Rollrasen und der Rhabarabarbarabarbarbarenbartbabier, was ich erst kurz vor Ende kapiere. Julia empfiehlt eine Führung im Hundertwasserkraftwerk. Anhand der Fotos sehe ich, dass später noch Rennfahrer und eine erstklassige Ratte dazugestoßen sind, aber wir hauen früh ab.

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Kurz vor der Albertina kann ich es sagen: Rhabarabarbarabarbarbarenbartbabier. Waldviertler doppelt geräuchert ist die beste Wurst, Käsekrainer, er verzieht das Gesicht, päh, isst er nie.

Überall sind die Hausbesorger und die 48er unermüdlich im Einsatz, auch nachts. Ich bin beeindruckt. Später entdecke ich die intensive Werbung (stecken auch die 48er dahinter) und weiß warum die Personal ohne Ende haben.

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Der Grandlerakademiker, erst ein lächeln, dann ein Gespräch über das Wetter, weil es bei den Bahnen zu Verspätungen kommt wegen Glatteis, aber in Wirklichkeit hat Stephan Vorhersage gestimmt und der Schnee ist fast wieder weg bzw. Schneematsch. Es steht seit 10 Minuten 2 Minuten dran für die Linie D mit dem Hinweis auf Witterungsverhältnisse, der nicht nachvollzogen werden kann, eben, kein Glatteis und Schnee am Tauen. Er lästert über die Regierung (ihrer ist der kleiner Bruder von der Merkel) und über die Vizebürgermeisterin, die aus Griechenland stammt, den dicken Bürgermeister, den er mal erwischt hat wie er betrunken über eine rote Ampel gegangen sei und die reichen Grünen, die alle außerhalb im Grünen wohnen und als Normalsterblicher wohnt man in der Stadt und muss halt die Heizung aufdrehen. Dann wird es persönlich/politisch und er erzählt von seiner Lage mit zwei Ex-Frauen, für die er zahlt, für eine etwas weniger. Die Söhne sind nichts geworden, dem einen hat er 10 Jahre lang das Studium gezahlt, der andere hat nicht mal die Matura geschafft und bekommt vielleicht Grundabsicherung, so viel wie ein Syrer auch, aber das sei auch Kaisern und Königen schon passiert, dass die Söhne nichts geworden sind. Er war als Offizier im Nahen Osten und kennt das alles dort viel besser als die Politiker und selber die Christen in Syrien haben mehrere Frauen. Wenn die erste ihnen keinen Sohn schenkt z.B. Aber er habe ja auch zwei Frauen, halt nacheinander und Ex und warum hat er eine zweite genommen nach dem ersten Sohn will ich dann wissen. Jetzt kommen die ganzen jungen Wehrdienstleistenden her, hoffentlich finden sie eine und vergewaltigen keine.

Bei der ersten Reise bzw. Erzählung davon von meinen Eltern fand ich ihre Geschichte von dem Stadtführer, den sie am Trafik kennen gelernt haben beim Kauf eines Spiegels und der dann eine Stadtführung mit ihnen gemacht hat bis er nach Hause musste zur Insulinspritze, erstaunlich und bemerkenswert. Mittlerweile denke ich, vor denen kann man sich nicht retten. Der Grandler hatte vor uns ein Paar aus Lichtenstein am Wickel als die Bim stehen geblieben ist. Die machen nichts anderes als sich Touristen aufzudrängen (siehe damals Zentralfriedhof, der Typ dessen Frau an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben war und der täglich dort unterwegs war auf der Suche nach Opfern/Zeitvertreib mit seinem Fersensporn und sonst nach Istanbul zum Röntgen gemusst hätte, gemeint war der 10. Bezirk und er weigerte sich Andras seinen Namen zu sagen, das tue nichts zur Sache, Strange ohne Ende).

24.01. Träume von kleiner Bildunterschrift: „Mit der Bestatterin unterwegs“ und will die ins Wientagebuch kleben als Erinnerung an diese Zeit. Werde wach davon. Dann soll ich wohl basteln.

Chaitee von Leyla und Zucker vom Frauenhuber, den ich mitgenommen habe. So beginnt der Tag gut.

Hannes musste ich zwei Mal die Abfahrt verbieten, auf Kitzbühel bezogen, wird meine einzige Postkarte dieses Urlaubes. Die Polizei verteilt Taschenalarmgeräte am Praterstern, Sexmob, Autolenker konnte helfen. Anita Z. wurde Opfer und ist von hinten abgebildet und verängstigt mit Mops Lima, den sie aus dem Tierheim geholt hat. Stephan hatte sich über die Ausgabe schon beschwert mit Dieben aus Ungarn auf Beutezug, die Kettensägen im Burgenland geklaut haben. Genau der rassistische Quatsch, den der Typ gestern offenbar eins zu eins nachgeplappert hat. Krebs im zunehmendem Mond. Heute keine Haare waschen und Körperhaare entfernen (hatte ich eh nicht vor, aber wäre auch ungünstig laut Aberglaube) und einen Salat- und Fastentag einlegen. Der hat ja nachts am Würstelstand begonnen und das Kameel steht heute an, so dass sich das nicht ausgeht, würde ich meinen.

Wien ist die Stadt der verzogenen Hunde und der Schwerstalkoholiker und die in den Mittelmeerländern können gar nicht so viele Straßenhunde produzieren, wie die hier retten wollen. Ein Welpe will Tauben jagen und springt in die Leine. Hier immer gewähren lassen, das macht einen freien Charakter, denken diese Hundefreunde. Ich kann es mir kaum anschauen. In Wien vergeht mir die Lust auf Hundehaltung. Dann doch lieber wieder den Blick in die Umsonstzeitung werfen: Wirt lässt Politiker nicht rein, kein Essen wegen Rauchverbot und Kassa.

Endhaltestellensightseeing mit der Bim. Ist viel besser als Bus, kann man auch besser rausschauen, zumal die Busfenster sehr dreckig sind. Uli sollte hierher ziehen. Die können immer Tierärzte gebrauchen, an jeder Ecke ist einer neben einem Hundefriseur und wenn man noch Dr. ist bekommt man bestimmt Freikarten für irgendwas. Schlumberger Sekt. Plachuta Nußdorf, der Tafelspitz war lecker, aber ein bisschen Moral habe ich schon beim Essen. Ein Vietnamese in einem alten gelben Wirtshaus löst einen Streit aus. Ein Typ mit einem spitzenmäßigen Mischling (breiter Rücken, wie Stephan meint) steigt ein. Er ist brav, aber der Bub soll sich nicht in den Gang legen. Ist ein Malakow, was klingt wie eine Nachspeise oder Torte soll ein belgischer Schäferhund sein, zumindest vom Charakter her. Sie weiß genau, wo sie aussteigen müssen. In einem Einkaufscenter ist ein Mann auf einen Hund getreten und der ist Tod. War es Absicht? Er behauptet Gleichgewicht verloren, soll aber gesagt haben: „Was, Sie sind traurig, ich kaufe ihnen einen neuen Hund“. In der Zeitung die Blutspritzer wie aus dem reinsten Splatterfilm. Das muss auch ein sehr kleiner gewesen sein, der wie ein Insekt zertreten wurde. In den nächsten Tagen ist zu lesen, dass das Einkaufscenter ein generelles Hundeverbot erwägt. Dazu hat der Wiener Tierschutz wieder eine Meinung. Diese Chihuahuas sind irrsinnig beliebt und denen dann Klamotten anziehen und sie viel auf dem Arm tragen oder in Taschen. Es wurde in einem langen Artikel vor den Gefahren des Schneefressens durch Hunde gewarnt. Das kann zu Rachenentzündungen führen, hallo es sind Hunde und die brauchen keine Jäckchen und Deckchen!!?! Aber wer warnt die anderen Tiere, dass das gefährlich sein kann? An der Endhaltestelle kontrolliert der Fahrer ob die Kasten mit den Bremssteinen voll sind und stempelt Fahrkarten ab um zu kontrollieren, ob die Stempler alle in Takt sind. Es gibt Mohnsteine während der Fahrt. Für die könnte ich sterben und töten.

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Ein Brunnenhäuschen für Waschungen im Türkenschanzpark. Schöne türkische Kacheln. Wenn Du Dich nicht selber kennst, was nützen Dir die Bücher.

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Alter Kasten, Uni für Bodenkultur oder so ähnlich. Ein Ausflugslokal und ich gehe vermeintlich durch den Raucher, aber wie wir bald darauf merken ist alles offen in dem kleinen Achteck aus Holz und es wird gequarzt was das Zeug hält, was mir meinen Joghurt mit Früchten etwas verdirbt. Selbst die Oma, die Suppe und Schnittlauchbrot isst und schwer nach Reformhaus ausschaut steckt sich danach gleich eine Filterkippe an. Innen sitzt ein vom Leben und Alkohol gezeichnetes Pärchen und sie trinken Aperol und die Frau ist verheult, darüber Luftschlangen und mehreren Bahnen zur Mitte hin und da hängt ein Luftballon. Es sieht wieder schwer nach Ulrich Seidel aus. Dazu passt natürlich eine Zigarette. Meine Augen brennen. Draußen baut ein Junge einen Schneemann, Oma und Mutter sehen gleichalt aus und der Schneemann bekommt einen Becher von McDonalds als Hut, den Strohhalm in den Kopf gesteckt. Bus fahren. Hier sind Villen und es wohnen die Leute darin, für die Meinl am Graben der Rewe ist. Schlickplatz.

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Seit wann heißt Forum Austria Freyung, hat Piefke-Sunla ihm das neue Wort beigebracht und es ist ihre Geheimsprache. Der Platz heißt so und er bezweifelt, dass die Leute das Forum Austria kennen. Da könnte er auch Recht haben. Bildungsdagmar. Sie schreibt später warum es Freyung heißt. Schotten waren von der Gerichtsbarkeit befreit oder von Friedhof, auch Marktplatz. Rambo (der sagte Puff, nur einen am Gürtel…) ist seit 14 Jahren mit Rohschachtest zusammen. Russische Avantgarde. Rot, Petrol und schwarz sind als Farben Hammer zusammen. Es geht um Künstlerpaare und das eine erinnert mich stark an Heike und Georg aus Berlin. Die eine Frau hat den ersten weiblichen Akt gemalt als Frau und kann alle Stile. Sie hatte echt mehr Talent als ihr Mann. Ihr Selbstporträt ist naiv gemalt mit einem Augenzwinkern und macht uns gute Laune. Das wollen wir eher haben als den abstrakten Kram. Der Typ bei der Garderobe hilft mir über den Tresen in den Mantel. Das hatte ich auch noch nie. Kavaliere gibt es hier viele.

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Im Schwarzen Kameel gibt es tollen trüben Birnensaft, der ganz weich und nach Fruchtfleisch schmeckt und saisonale Schnittchen, Kohl mit Geselchtem, schmeckt Hammer und wird deswegen auch nie langweilig, weil immer neue Sorten und dann die Klassiker. Sunla will solche Brotaufstriche zuhause machen. Brot backen sie ja auch selber. Es ist schön, wenn man alles besser kann und zuhause nachbaut. Diese Gabe ist uns nicht gegeben bzw. mir fehlt da auch der Ehrgeiz. Ich esse es gerne bei den Brötchenexperten (so heißen die Brote hier, die schmecken wir Gerster). „Home fucking is killing prostitution“. Wir kennen keine Bedienung im ganzen Laden. Generationenwechsel? Schwarz-weiß im Treppenhaus ist philosophisches Experiment. Es ist dasselbe Objekt, aber durch den Verlust der Farbe wirkt es anders. Da hatte Dagmar schon recht, die feststellte man schaut den Stuckmännern auf den Penis, was sonst nicht so ihre Art ist, aber die Oberflächen und Formen sind viel intensiver. Dagmar gibt mir den Klotipp, unten hinter dem Bookshop. Der ist Gold wert. Ich sage immer, wir gehen in die Oper, auch wenn es Theater ist. Halt Banausentum. Das Bühnenbild ist reduziert und sehr kraftvoll. Mir laufen die Tränen. Es ist auf die Fresse Theater und davon brauchen die hier, wir alle ganz viel als Gegengewicht. Burgtheater wie eine Kirche. Das ist mir zu viel. Wir hatten beim Reinkommen den Geheimaufgang benutzt mit niedriger Decke.

Sperl schließt. Im Phil gibt es leckere heiße Schokolade und wir setzen uns dazu. „Die Herrschaften wollen auch bestellen“ versucht die junge Frau gegenüber den Druck auf den Kellner zu erhöhen. Sunla denkt an Tupper für uns und bringt sie mit zum Essen. Mama Luis Sons. Die waren auf jeden Fall im Hakasan und haben sich von der Einrichtung inspirieren lassen. Hausgemachte Limonaden, Dim Sum, Hot Pot. Sunla und Andras folgen Dagmars Empfehlung und wählen den besseren mit Kokosmilch und Thaigewürzen, unserer ist sehr scharf. Der Hot Pot ist wie Fondue Chinoise und man macht sich eine leckere Suppe.

Wien ist eine Frühaufsteherstadt. Sperl schließt um 19:30 und Humana macht schon um 9 auf. Alleine hinfahren bevor Stephan wach wird? Ich will eigentlich mit ihm zusammen was machen, dann lieber auf den Gürtel verzichten.

26.01. 5 ist mir heute zu früh, schlafe noch mal und träume komisch. Ich bin im Nachthemd im Büro. Mein Betreuter hat geheiratet und die Frau will sein Haus teilen. Ich frage, wann er geheiratet hat und sage, dass ich die Scheidung gleich einreiche. Kurze Ehedauer, da wird nicht geteilt. Sie heult. Ich hake mich bei ihm ein um ihn zu stärken (Körpersprache, die Macht der zufälligen Berührung ein Psychologiemagazin hat eine Frau auf dem Flug gelesen und ich sagte zu Stephan, das weiß doch jeder und ich setze anfassen bewusst ein um Betreute zu stärken, das wirkt mehr als 1000 Worte). Sie können trotzdem zusammen sein von mir aus. Sie kennt sich mit den medizinischen Begriffen aus und erinnert ihn an seine Medikamente und unterstützt ihn dort und entlastet auch mich, soll aber nicht so geldgierig sein. So bestärkte ich jetzt sie. Ich verwechsele die Frauen. Die eine hat was mit Steuern zu tun. Sie putzen mein Büro, vorher hatte ich 2 eklig große Fliegen drin (die liegt bestimmt an den grotesken Perleninsekten in dem Laden im ersten, Ameisen und ein riesiger Hase aus Zuchtperlen, wir haben sie angeschaut beim Window shopping Dagmar und ich. Nebenan hatte ich nach Ohrringen für meine Mama gefragt (sie wünscht sich weiße zum Geburtstag), man musste klingeln und die winzigen Blumen aus 4 Zuchtperlen sollten 180 € kosten, voll überteuert und als ich „zu winzig“ sagte, verstand die Frau zu günstig, ja, die sind mir günstig (?), die anderen „kosten eh 1.000“ sagte sie dann. Im ersten wird man voll über den Tisch gezogen bzw. kostet alles das Doppelte und dreifache habe ich Stephan erklärt, alleine wegen der Mieten. Das ist für Wienanfänger, er gibt auch gute Trödler am Yppenplatz) und suchte eine Fliegenklatsche um sie zu töten. Sie waren dabei den Vorhang aufzufressen. Die eine, die ich fand in der Küche auf dem Schrank war defekt und zu schwach. Gleich weg damit. Monika hat auch eine und freut sich, wenn es hier weniger wird. Jetzt ist das Bad blitzblank und nass oder war es meine Schwiegermutter. Die sind auch da. Dieter lässt einen Dackel auf sich hochspringen. Er sitzt dabei auf der Couch. Sie sollen sich einen Hund anschaffen. Da freut sich auch Kathrin. Dann Fernsehbericht über meine Arbeit als Betreuerin. Alle Lobhudeln, sie haben jetzt Kinder und er geht ihnen gut. Was ich für eine tolle Unterstützung war und das sagen auch die Frauen der Betreuten. Der eine ist szenig und ich kann mich gar nicht an ihn erinnern. Der hat jetzt auch 2 Kinder und sie sind im Fernsehbericht im Kettenkarussell zu sehen. Ich kann mich gar nicht an den Filmbericht erinnern und werde aber auch interviewt und hatte an dem Tag sogar den Termin vergessen und war im Nachthemd (erzähle ich im Traum quasi den Traum). Wegen putzen und aufräumen stehen alle Tassen und Porzellansachen jetzt eng im Schrank. Vorne eine Kindertasse mit Untertasse und Teller. Sehr schön, mit Tierfiguren, aber brauche ich nicht. Verschenke sie indem ich frage, wer hat denn ein Mädchen und kann das gebrauchen, aber nicht gleich kaputt machen, vorsichtig behandeln, habe ich selber geschenkt bekommen. Ist vielleicht wertvoll, doch nicht teuer, die Preiszettel sind dran. Kathrin hilft mir die Sachen zu verteilen. Man kann mehreren was schenken davon, das ist gerechter. Ein Mädchen findet mein englisches Porzellanset (grün mit Jagdszenen gut, aber das will ich noch behalten). Eine Jazzband spielt und der szenige spielt mit und ich soll die Visitenkarten in den Korb legen (Namensseite oben) und verteile sie auch an interessierte Fans. Werde wach und denke wieder an die Anziehoptionen, aber jetzt ist es 8. Das passt. Ich denke an Apfelstrudel zum Frühstück. Stephan fühlt sich beleidigt und das war beim Einschlafen schon so und hält noch an. Wechselseitige Beleidigungen.

Sonnentortees gibt es bei uns auch. Die Janoschmarke muss ich mir merken, kaufe lose Nana Minze von Bergkräutertee.

Der Gürtel war ihr schon aufgefallen, doch die Tasche und eine 80er Discoleggings mit Grundfarbe schwarz für Steffi um die 3% zu kriegen. Lohnt sich null, nur aus Prinzip.

Wasser zum Kaffee heißt Mineral. Für 18,- € Kaffee aus einer WMF und sie haben auch asiatische Speisen. Das Westend ist für mich gestorben. Bei dem Inder mit dem Turban neue Fahrtkarte kaufen. Die Wien an der Donau Tasse mit Goldrand für Alex? Er hat schönen Schmuck um. Es sei alles was er hat und kein Safe und kein Zuhause, so dass er ihn tragen muss. Kindergarten „Zam, Zam“ und die Fickey-Station (phonetisch: Ficki). Hier will ja auch keiner wohnen scherze ich, wie Claudias Mutter wegen der geklebten und betagten Metalleingangstür bei Elena, Marcel schämt sich vor seiner Mutter bzw. deswegen kommt die aus Erlangen nicht zu Besuch. Die Bim durch den zehnten kenne ich. Eine Frau mit Kopftuch (um die 70) steckt sich den kleinen Finger in den Mund und dann ganz tief in die Nase bis zum Fingeransatz. Ich bin noch mehr beeindruckt als sie ihn rauszieht und ich sehe, dass er einen sehr langen spitzen Nagel hat. Das Gehirn kratzen und nichts anderes.

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Es gibt einen Hip Hop Ball. Das wäre doch vielleicht was. „Bitte seien Sie achtsam, andere brauchen ihren Sitzplatz vielleicht notwendiger“ wird mein neuer AB Spruch. Warum immer diese sinnlosen Bandansagen in leeren Bussen, wer drückt den Knopf und sie weisen einen auf die Baustelle hin und die Einschränkungen, auch dann wenn man da gar nicht lang fährt!?

Museum ist auf den Gelände des Zentralfriedhofs. Toller Shop: „Der letzte Wagen ist immer ein Combi“. Falco Bestattung, die Fernsehübertragung, tolle Trauermode, Klingeln aus dem Sarg, d.h. die Strippe um die Glocke zu ziehen reicht bis dort hinein, ein Messer für einen Herzstich um das lebendig begraben zu verhindern, quasi sicherheitshalber vorher umbringen. Holzsärge mit Klappe, die nach unten öffnet und eine futuristischer Sarg, weinrot in Pillen-, Bobform. Der gefällt mir und schützt besser vor den Maden. Keine Rose schenkt man mir so viel bedacht wie die letzte. Ein besticktes Grabtuch mit dem Spruch: „Hier lieg ich und muss verwesen, was ihr seid, bin ich gewesen“….Schilder mit zu viel Text haben Tradition. Wir machen uns lustig über „Bitte sich festzuhalten“ in der Bim, weil Bitte festhalten auch reicht und 6 Buchstaben zu viel, wie Stephan meint. Ich kaufe eine Postkarte von der Leichenwagenstraßenbahn und hätte mehr kaufen sollen (die haben hinten so tolle Aufkleber). Die kriegt jetzt Frau Rolf und ein kleines Glas Honig aus den Naturgärten vom Zentralfriedhof für Michi, weil die haben hier auch Bienenstöcke und viele Tiere in den Anlagen, Dachs am Grab und Eichhörnchen streitet mit Krähen um Futter.

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Eine Frau hinter mir sagt: Gips binden? Und ich denke Gipsbinden, aber es war eine Frage und ihrer Begleitung antwortet sie: Ja, hamse. Auf dem Rückweg Meixners, was wir erst nicht finden vom Gellertplatz aus. Da vorne das gelbe Eckhaus. Nein, ist anders Café. Ein Typ mit Plauze und Handwerkerkäppi ist laut-wienerisch am Telefonieren auf der Straße. Auf seinem T-Shirt steht: „Chill to the Max“. Weltklasse. Im Nichtraucherstüberl hängt ein Breugel aus dem KHM. Es ist echt gut gefüllt für einen Montag. Vielleicht machen die absichtlich am Wochenende zu, weil das auch so ausreicht. Stephan sagt, es hängt mit den Steuern und Löhnen zusammen, aber da ist doch Hauptkampfzeit in der Gastronomie und die Umsätze doppelt und dreifach und jetzt denke ich, so frei haben am Wochenende ist doch auch nicht schlecht, wenn man es sich leisten kann. Über die Motive bzw. kaufmännische Entscheidung wird spekuliert von unserer Seite her. Toll, man muss sich gar nicht zwischen saftig und fettig entscheiden. Ich denke zuerst, Beschwerde, wir haben kein Schnitzel bestellt, weil ich immer wieder darauf hereinfallen und denke gebacken ist im Ofen und nicht frittiert. Halt noch ein Depp und doch kein Wien-Profi. Die Panade ist perfekt und man kann beim Schneiden die Senfschicht sehen mit der es eingestrichen wurde und innen der Rostbraten. Wahnsinn, das können die echt. Mit der Beilage haben sie sich auch was gedacht. Zwiebelrostbraten (nicht gebacken) Bratkartoffel und Altwiener Backfleisch, Kartoffel-Endivien-Salat. Balance, Feng Shui der Wiener Küche. Grammelknödel auf Speckkraut (das können sie in keinem Gourmetladen der Welt besser) und die Kartoffelsuppe mit den Stückchen drin ist urköstlich. B’soffener Kapuziner, weniger besoffen als die Schneenockerl, die mit Schnaps serviert werden, Eierlikör und Stephan hat Recht, Granatapfelkernen, man hört das Knacken am Nachbartisch.

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Die andere Gaststätte ist direkt ans Schwimmbad „rangepickt“, es geht um das Parken. Was nimmt sie Tafelspitz (hoffentlich ist der zart), bestimmt meint die andere. Trotzdem gebackene Leber, das macht sie sich so selten. Viel Sauce bei der gebackenen Leber, sie machen viel Gulasch und nutzen anderen Bratensaft, das ist nicht alles Lebersaft. Eine ist vom Pferd gefallen und hat einen Bandscheibenvorfall. Ein Typ geht mit 60 in Rente und was macht er dann. Er hat seine Modelleisenbahn (wie mein neuer Betreuter im Frederikenstift, scheint beliebtes Hobby bei Männern zu sein). Die Frau, die keine Freundin ist, eher wie eine Nachbarin ruft sie jetzt immer an um zu sagen „Ihr geht es gut, ihr geht es eh gut“.

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Libro ein Notizbuch, damit ich das Handy nicht nutzen muss dafür. Jetzt habe ich auch eines, wie dieser Typ, der die ganze Zeit einzelne Buchstaben oder Zahlen und viele Querstiche dazwischen in ein Notizbuch schreibt beim Busfahren, was mir Rätsel aufgibt. Stephan sagt, er führt Buch, wie oft eine Frau guckt und die Striche sind Nieten, also nicht geguckt. Dann zu Sunla und das Handy in die Steckdose und ihr nacheinander das Klo vollscheißen. Ich spüle sofort, damit es nicht so stinkt, aber die Wurst liegt unbeeindruckt oben und hatte nur eine Dusche und der Spülkasten ist leer. Sie schenkt mir Thymian-Tee aus Istanbul und wir machen ein kleines Urlaubsexperiment und krachen dann bei ihr auf der Couch zusammen. Stephan fragt auf das Klavier bezogen: „und darauf sollen wir schlafen?“ Ich bicke an Stephan ran und rede und kichere viel und springe immer wieder auf. Irgendeine Fotoausrüstung wird nicht nach Österreich geliefert. Inklusion und Teilhabe hat mehr mit den Blicken der Mitösterreicher (und anderen Bewohnern) zu tun als mit einem pdf Foto was schlecht beschrieben wird. Das sehe ich später beim Umsteigen am Karlsplatz, ein Körperbehinderter im Rollstuhl versucht sich rückwärts aus dem Fahrstuhl rauszumanövrieren und die angeekelten Blicke der anderen Fahrgäste, keiner hilft.

Häkeln in schwarz-weiß. Man sieht das Muster viel besser. Ich schreibe auch viel sorgfältiger in mein Heft. Zwei junge Mädels machen eine Fotosession. Auch mein Blättergürtel ist die Farben verloren gegangen. Ich könnte ewig hier sitzen. Ein Leben in schwarz-weiß. Ein Raum mit heller Beleuchtung zum Nähen und wenn es auf Farben ankommt und hier häkeln und abhängen. Wiener Werkstätten nach Ohrringe für Mama. Hier ist die Qualität geprüft und man wird nicht übers Ohr gezogen. Wir haben keine Zottertrinkschokolade und waren so nah. Im Billa Corso (ich gehe wegen der Tüten hier her) hatten sie eine riesige Auswahl der ganzen Produkte, aber keine Grammel und Stephan meinte, die gibt es am Naschmarkt und das haben wir nicht mehr geschafft. Hätten wir lieber schon mal das andere einkaufen sollen und wer weiß, vielleicht gerade nicht verfügbar und da hätte es sie auch nicht gegeben. Ich denke, das Geld kann ich nicht mitnehmen und bin innerlich bereit 400,- € für eine schräge Perlenameise zu zahlen, aber die kosten eher 4.000 und der Hase hat ein Ohr voll mit Diamanten. Gut, das ist mir dann doch zu krass und ich würde das gleich verlieren und dann durchdrehen.

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Ur kann man nicht nur an lieb ranhängen zur Verstärkung. Er war alleine in der Wohnung und urbrav. Es geht wohl um einen Hund. Stephan sagt, die brauchen schon die ganzen Flüchtlinge um die ganzen verunfallten Skifahrer zu versorgen in den Spitälern (laut Umsonstzeitung 400 am Tag). Erst zum H& M Home auf der Mariahilfer (ich hatte die Gastgeberin nach den tollen gemusterten Spültüchern gefragt und dachte die sind nur Klamotten. Ich kaufe eins zu wenig, weil ich das mit dem grafischen Muster, was an orientalische Fliesen erinnert Larissa schenken will. „I’m a survivor“ und „Grow up“ Blumenübertöpfe für Hippster, metallic und Schrift, aber gefällt mir. „Es hat aufgehört zum Regnen“. Man ich rede schon wienerisch. Der Regen hat aufgehört korrigiere ich mich selber. Dann kaufen wir die beiden letzten Topfenstrudelstücke im Sperl auf (Apfelstrudel vom Sperl hatten wir diesmal gar nicht, das ist hart, wie hart weiß ich erst seit heute und dem Café Westend) und lernen das Jelinek kennen. Fragen nach der Richtung und eine junge Frau weiß, da ist ein Spar an der Ecke. Sehr schön abgenutzt und der Ofen bollert. Andras, wenn Sunla angeblich zuhause arbeitet, bestellt sie den ganzen Tag Sachen im Internet petze ich. Der Gespritzte schmeckt mir besser das Champagner gestern in der Burg, erfrischend und wenig Alkohol. Speiseauswahl klein, aber Käsebrötchen liebevoll. Der Rocker von der Party (auch sehr nette Frau) vertritt Julia. Wir kennen das Hader-Programm, aber ich genieße es trotzdem. Alles Grau, die Häuser, die Gesichter, er hat heute einen Leichenwagen gesehen und gute Laune bekommen, weil der wenigstens schwarz war. Ein Lied: In 70 Jahren wird keiner mehr wissen, wer Du warst und Deine Magnetsammlung am Kühlschrank und unsere Liebe…. Er sagt, die Altersgereiztheit im letzten Drittel sei toll. Man sagt im Interview, keine Ahnung, weiß ich nicht und bringt das Gegenüber aus dem Konzept. Das Stadthaus ist nicht einfach eine Stadthalle, sondern wieder superschön und urgemütlich mit einer tollen 50er Jahre Lampensammlung und gemusterter Tapete mit Autogrammbildern (Transen in schwarz-weiß). Abschied ist traurig. Ich könnte noch in der Bar verweilen und ein Hühnerlebercrostini mit Preiselbeeren essen oder ein vegetarisches Toast mit indischen Linsen und Tofu, aber ich traue mich nicht vor der Gruppe weiter zu fressen. Wir müssen unseren Hedonismus und das unentwegte hemmungslose Fressen etwas verbergen. Was soll ich machen. Kann es Sunla nur so erklären, ich bin wie ein Pornostar beim Essen, ich kann immer. Wir sagen baba und erledigen stattdessen das Kapitel Waldviertler. Ist gut besucht. Der Profi vor mir nimmt eine Pfefferoni dazu, aber die Silberzwiebeln schmecken auch super. Leberkäse (Chili und Käseleberkäse) haben wir noch vor uns.

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27.01. Irgendwas geträumt, weiß ich aber nicht mehr. Es ging um einen Schatz auf einer Insel und Jahre ackern wir dafür (6 und immer pärchenweise aneinander gebunden zum Arbeiten, Feldarbeit und so was (und wollen ihn dann aufteilen und es ist kaum noch was da. Vom Gold nur Krümel statt ganze Barren und von den Diamanten auch viel weniger. Das gibt Streit, weil einer hat ihn vielleicht vorher an sich genommen. Das Polizeiboot ist an der Insel gelandet und ich bin zur Stelle und begrüße die Ordnungskräfte. Die Heizung knackt nicht nur, sie spielt ganze Stücke. Viertel vor 7. Michi schreibt aus Lissabon, wo die Reliquien ihn weiter verfolgen und es ganze Schränke davon gibt. „Und im Landesmuseum hätte ich mir fast eine Schabe-Madonna gekauft. Die war aber nicht wirksam, da nicht gesegnet. Eine Schabe-Madonna ist gepresster Lehm mit Knochenmehl oder anderen eingerührten Körperteilen. Der Lehm wird dann in Madonnenformen gepresst. Bei Bedarf kann man den Kranken oder Bedürftigen von der Madonna was ins Essen „schaben“. Auch eine super Erfindung.“

Zotter und Marillenmarmelade vielleicht am Flughafen? Sonst nächstes Mal. Im Treppenhaus Baugeräusche. Da wird eine Wohnung hergerichtet. Ich denke an Tafelspitz, aber mit frischem Kren. Das sind so meine Tagträume.

Nach einem Billa fragen (und nein kein Interspar, das nutzt mir nichts wenn ich eine Billa-Hausmarke will und suche). Sportstudio mit Tanz. Trinkflaschen und ein Kruzifix an der Wand. Der Cocker mit dem Beißkorb quietscht vor der Tür. Frauchen ist englisch-sprachig. Billa kennt keiner einer, aber ich, wenn ein Bipa da ist, ist der Billa nicht weit. Das sagt die Erfahrung. Hatte ich doch gesehen, gut, der ist etwas versteckt und verkleidet außen. „Sweet Memories“ als letzte Station. Raucherbar, sie putzt mit Glasreiniger und macht uns nebenbei einen kleinen Braunen. Gute Kraft. Aus dem Radio kommt „urpeinlich“ und ich übe schon mal: ich war urpünktlich werde ich sagen und das als Verstärker überall ranhängen. Die Frau hat Bezüge nach Hannover (die Freundin des Chefs wohnt da mit ihren Kindern). Sie gibt Tipps, Hundertwasser und im Carmen gibt es die besten Kartoffelpuffer. Da kommen sie von überall her wie für die Martinigans von Retzineck (oder wie der heißt, spreche es falsch aus und sie verbessert). Und der Billa wo wir waren schließt eh, weil ein Hofer daneben aufgemacht hat und der nur klein war und hatte immer die Hälfte nicht von dem was man braucht und ein großer Interspar auch ums Eck.

Nehmen Paket an in fremder Wohnung für den Nachbarn und halten am Gourmetspar an der Seestraße, direkt an der Station und ich kaufe Trinkschokolade. Eine Frau im Kamelhaarmantel mit blau-grauem Farbverkauf. Superschön. Hammer. Der wird vielleicht auch mal bei Humana hängen, aber dann für eine andere. Rebhuhn in der Schlickgasse, der Eingang mit Weinfass, sieht sehr speziell aus. Urlustig. Nächstes Mal? Einer der rechten Politiker zeigt sich mit seinem 26-jährigen Austromodell auf dem Jägerball. Die Tennisbälle von ihr sind gut platziert. Terrorwarnung für den Opernball. Lottozettel mitgewaschen und das lustigste ist: Neuer Planet entdeckt und die bange Frage: Sind jetzt alle Horoskope falsch? Oh mein Gott.

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Ist so leer im Meixners, dass ich mal Tacheles reden kann. Ich steh auf den Laden und sie sind endgeil, also urgut und ich habe mir frischen Kren zum Nachwürzen überlegt. Sunla brachte mich darauf, weil sie das beim Asiaten macht mit scharf und Chili, weil der Tafelspitz ist mir zu lasch so wie er hier gegessen wird mit Apfelmus, nein, nichts weglassen. Ich mag das alles auch total gerne, halt noch was zum Nachwürzen. Ja, kein Problem. Ich mag die ältere Frau, die reinkommt, schwer atmet und genau weiß was sie will und bestellt bevor sie sich hingesetzt hat. Ein Soda-Citron, aber nicht zu kalt. Gebackene Leber und dann wird wegen der Beilagen diskutiert. Das ist so gut beobachtet in dem Mein Kampf-Stück von Tabori, immer geht es beim Essen um die Beilage und sie fragen sich gegenseitig: „und welche Beilage? Kein Salat?“ Die Anzugträger hat er gefressen. Tisch reserviert und wollen sich umsetzen. Ich denke komisch, zu viel Zugluft, sind doch Männer und höre wie der Inhaber zu ihm sagt: „wir sind hier im Wirtshaus und nicht im Büro“ und augenrollend zu mir: „Geheimnisträger“. Ich spreche sie auf die Deko an. Das machen Cheeef und Cheefin. Er hat von einer guten gelernt, die für den Berufsverband Tourismus oder so die Deko gemacht hat und vor 2 Jahren viel zu früh verstorben ist. Thema Winter. Holz und rote Beeren. Der Scheißfasching mit den Luftschlangen geht ihm am Nerv. Kunstschnee im Rexglas wird auf den Kaffee gestreut. „Die Leut fressen alles zam“. Die Leut sind so deppert, Nüsse aus der Deko fressense auf, hams geschmeckt, Antwort: ja, er dann: waren aber 12 Jahre alt. Amalienbad. Rambo ist hier mal doof angemacht worden in der Sauna, aber mir gegenüber so tun als gäbe es nur einen Puff am Gürtel und er weiß nicht, was ich meine. Männersauna, hallo? Er hat es doch auch gewollt. Wolken mit Granatapfelregen. So, das wird umbenannt, die Schneenockerln. Trauerrede nicht geschrieben, aber viele Anregungen dafür und die Zugfahrt nach Stuttgart wird reichen. Ich kann gut denken bei vorbeifahrender Landschaft und habe auch schon 10 Seiten gleich geschrieben. Es geht darum eine Struktur zu machen und die Essenz herauszuarbeiten, aber das wird mir gut gelingen. Keine einzige Postkarte getuscht, nur das Material gesammelt. 2 gelbe Federn für Sunla zum Abschied.

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Zam, zam, zam um seine Sportflasche auszutrinken. Da denkt man, wenn man Richtung Heimat fliegt, sprechen die wieder astrein hochdeutsch, aber die Frau im Flieger lispelt derbe und kann kein Englisch und redet wie Mini Mouse Sextelefon. Sympathisch ist, dass sie bei ihren Durchsagen selber total lachen muss als hätte sie was inhaliert was breit macht und eine komische Stimme. Der Pilot erinnert an Hader mit dem „small word treasure“ and „third teeth probleme“. Er sagt tatsächlich: „That is all from my side“. Wie lustig ist das denn? Landen kann er gut.

Ich kenne mich (und nicht die Bücher) und weiß, dass ich nach einer Reise nicht zum Sport gehe, deswegen habe ich mich auch gleich abgemeldet. Noch kurz ins Büro, das muss sein.

Schwarzfahren in Hannover. Fahrkartenkauf hat nicht geklappt. Bahn fährt aber los und nur alle halbe Stunde. Stephan rät mir auf die Kontrolletti zuzugehen (ich wäre klammheimlich ausgestiegen) und die hat auch ein Gerät in der Hand, verkauft aber angeblich keine Fahrkarten und spricht mit süddeutschem Dialekt und will meinen Ausweis sehen. Der Zug hält noch an der Station und dann schnell raus hier (fliehen vor der Kontrolle) in Langenhagen Pferdemarkt oder was das ist und auf den Bus warten. Und ja, kostet 3,40 € und die Automaten wäre nicht einfach manchmal und Kontrolleure wären grausam weiß die Fahrerin zu berichten. Protec sind unsere Hausbesorger. In Wien heißen sie Attensam und Dimi. Wir tuckeln nach Hause und treffen Karin im Hauptbahnhof. Georg war eine Woche in Italien und was meinen wir, wie sie übereinander hergefallen sind als er wieder kam. Ja, wir waren in Wien und New York will auch geplant werden.

Zuhause im Büro 31 auf dem AB (und noch ca. 10 Nummern ohne Ansage).

Gut, dass ich nicht einen halben Koffer bunter Häkelwolle mitgeschleppt habe. In schwarz-weiß da in dem Treppenhaus wäre sich das eh nicht ausgegangen. Ich bin wieder neu verliebt. Ich will hier nicht wohnen, aber so oft wie möglich her kommen.

Keine einzige Karte getuscht.

Blick von Stambul

29.12. Wieder 7 wach. Auspacken, Wientipps an Movenyo. Sollte alternativen Reiseführer schreiben meint die Empfängerin, aber mir fehlt die Ambition. Meine Mama liegt krank im Bett, ich fahre zu Edeka und kaufe Spitzkohl (feinere Version, wie Susann empfohlen hat und Soja). Herr Ihme steht vor der Tür, er „warte auf sein Geld“ und „60 die Woche würde gut klingen“. Da gehe ich gleich drauf ein. Meine Finger sind kalt, ich rufe zuhause an, auf seinem Konto sind 8 Cent und ich gehe in Vorleistung. Der Vatikan und die Kirche sind hinter ihm her. Um Problemen zu entgehen, weil er mal psychisch krank war und Leute das ausgenutzt haben, hat er den Namen vom Briefkasten entfernt. Frau Mittelfeld wurde von ihrer Tochter, die mir auf den AB gesprochen hat ins Krankenhaus gebracht. Der Lungenkrebs hat gestreut und sie hat einen großen Tumor im Kopf. Es sieht nicht gut aus, sagt die Tochter, die sich erst mal frei genommen hat und jeden Tag zu ihr fährt. Sie hatte Krämpfe. Ich sage, wir brauchen Beratung und müssen überlegen, bloß keine Quälerei, die sich nicht lohnt. Die NY Wallet Maps in Scheckkartenformat hänge ich an die Wand und eine weitere Karte vom Schauspielaus. Frau Stimmen will die Handykarte heute mitnehmen, hatten wir letztes Mal einfach vergessen. In der Schublade sind Schlüssel, die ich nicht zuordnen kann und viele Bankarten und Patientenvollmachten von Freunden und Bekannten. Ein Umschlag ist entsprechend beschriftet „Handykarte Frau Stimmen“ und ich denke erst, der ist leer, aber die Karte ist wohl so klein. Die Istanbulansicht von 1877 schenke ich der Kollegin, ihr Hund bellt und knurrt mich derweil an und sie schimpft und beruhigt ihn. Das ist so eine Farce, aber ich bin weiser und sehe ein, dass ich mich daran gewöhnen werden muss. Die Werbung auf der Rückseite gefällt ihr fast besser. Frau Dackelmischling wundert sich über die Vermisstensendung, die sie bekommen hat. Ein Schreiben der MHH, die ab 21.12. Vollstreckung androhen, an mich. War Briefmarke drauf. Weihe sie nicht ein, dass ich das war. Habe auch einen dicken Umschlag mit der von mir verbaselten Post bekommen. Sie wünscht mir einen guten Rutsch und kommt nächsten Dienstag wegen des Insolvenzantrages. Meine Schwägerin kommt mit einer untypischen Tasche und ich mache den dummen Spruch, ob das Freitag für Arme sei. Da steht was mit „beure“ drauf und die ist für mich. Das wird die perfekte Hundetasche und der längliche Körper von Suki wird perfekt hinein passen. Sie hat 40 Liter Schweizer Milch für mich getrunken, mehr noch, im Müll gewühlt, abgetaucht wie Mr. Tuttle und Coupons ausgeschnitten. Das ist viel mehr wert als 200 Franke hinblättern. Der koschere Stand ist nicht da, Marktcafé voll bis zum Anschlag (wir treffen unsere Ersatzmannschaft für Silvester in Hagenburg), Mr. Thang zu, dann nebenan zum Afghanen. Teller im Trödel gegenüber aussuchen, die Dieter bohren soll. Trachtenmotive und dazwischen Rosen. Der Ex fliegt mir nach Zürich für Silvester. Finde ich gut. Vergesse es zwar immer wieder und frage, ob sie Silvester in Frankfurt feiert, wie die Jahre davor.

Elisabeth erzählt von ihren Tanten, die nicht zurück geflogen sind in den Iran, sondern einfach heimlich hier geblieben sind und die sie hier beim Ka-Punkt trifft, die andere betreibt einen Kiosk. Meine Tante Isabelle und meine Tante Renate. Ich muss an die Sendung mit der Maus denken. Außerdem könnte sie ein Jahr lang nur Weihnachten und Heilig Abend und dann ein Tag Pause und dann wieder 24., 1. Weihnachtsfeiertag und den 2. Wieder 1 Tag normal usw. ein Jahr lang. Interessante Überlegung. Das Krankenhaus schwach besetzt. Die Tochter schreibt mir, dass sie Mama Silvester zu sich nehmen und am 5. wird sie im Nordstadtkrankenhaus operiert. Der Kopf wird aufgesägt und nicht nur ein Loch. Das ist eine schwere OP. Rollator und Pflegebett müssen beantragt werden. Ich rufe sie an und bedanke mich im Namen meiner Betreuten für den Einsatz und wünsche trotz der schwierigen Umstände ein schönes Silvester und wir bleiben in Kontakt. Der aus der Verwandtschaft mit dem Imbiss meldet sich und will was. Steuernummer eintragen, unterschreiben und schnell hinfaxen. Das war ein Trick und ja, da war ein Adler drauf, aber lesen hilft. Ich will das nicht machen. Gebe ihm Tipps, wie er es selber machen kann, sonst Kollegen bezahlen.

Der Besuch aus St. Pölten. Er raucht, Stephan kocht. Die Lebensphasen bei Säugetieren, Menschen dauern nach seinen Erkenntnissen immer 4-5 Jahre und er hatte 2. Bei uns reihen sie sich eben lebenslang aneinander, aber das ist nicht immer so. Seine Zeit verschwenden in einer Beziehung, das müsse aber auch nicht sein. Er bekommt meine Yogatasche von Pegbag und die Fellmatte dazu. Er braucht jetzt was Warmes und auf Militärrucksäcke hat er schon immer gestanden. Das Erzählen vom Schreiben. Das macht man statt davon zu reden. Das ist wie das Erzählen, dass man die wichtigen Kochbücher alle gelesen hat um zu schauen was die anderen machen und die Zutaten kann man auch besorgen und das seit Jahren. Derjenige der es will und das Zeug dazu hat legt los, alle anderen sind Theoretiker, die das Fußballspiel auch am besten vom Sofa aus beurteilen. Es geht um Trennungskultur und er erzählt als wäre es die Pressekonferenz eines börsennotierten Unternehmens. Ich erzähle die Geschichte des heimlichen Abschiedes aus dem Leben aus Bayreuth. Eine Wegbegleiterin seit ich 18 bin, eine 10 Jahre ältere Freundin bei der ich zum ersten Mal dachte, ich bin in der Welt der Erwachsenen angekommen. Die mich behandelt hat wie auf Augenhöhe und die mir Meredith Monk und Frieda Kahlo vorgestellt hat und es gab Meerrettichfrischkäse von der Käsetheke mit frischen Tomaten. Ich erzähle die Geschichte meiner Schwägerin, die eine Todesanzeige einer reinen Brieffreundin bekommen hat. Da müssen die Verwandten auf Spurensuche gegangen sein und sie ausfindig gemacht haben und sie weiß jetzt, warum sie von der keine Urlaubspostkarten mehr bekommt. Tyrak und Stephan helfen beim Sortieren der Dreiecke. Ich nehme einen ganzen Koffer von Handarbeitssachen mit nach Hamburg.

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30.12. Habe durchgeschlafen und immer wieder geht es um schwule Männer, die mein Leben retten, mir Kunst schenken, für mich auflegen und eine Extrawurst braten, obwohl wir uns nicht kennen. es ist spontane Sympathie. Ich bin mit Steffi unterwegs und wir schauen Kunst in verschiedenen Ateliers. Am Anfang bin ich in der Kochstraße in unserem ehemaligen Haus und eine Erdgeschosswohnung wird entkernt und umgebaut von den Leuten selber offenbar. Ich bin neugierig und gehe rein und die Wände werden neu gezogen und die Wände sind mit Platzhaltern angedeutet (Sandsäcke, die von der Decke an Schnüren hängen). Ich finde das spannend, wenn man die Raumaufteilung selber entscheiden kann und schlage vor, wie bei Klimt und mit 18 Zimmern und weiß aber nicht, was daran lustig sein sollte. Dann erzähle ich von den Schwierigkeiten bei uns mit keinem Gäste-WC und zack sitze ich auf einem im offenen Raum in der fremden Wohnung und komme von dort an den Tisch und sage, das sei auch praktisch. Dann die Ateliers, der DJ, der noch mal für mich auflegt bzw. sein Kollege. Steffi hat auf mich gewartet und wäscht die Farbe aus langen Rundrollen in den Pfützen eines Parkplatzes. Die waren bestimmt teuer, so lang wie die sind und ich kann es verstehen, dass sie ihre Pinsel pflegt, aber die Leute gucken komisch, weil die quasi die Straße anmalt und die ganze Farbe einfach so mit Regenwasser auszuwaschen ist vielleicht auch aus Umweltgesichtspunkten schwierig. Wir wollen noch zu dem einen Pavillon aus Milchglas in der Mitte, Da ist ein Typ, der auf mein Hütchen abfährt. So was tolles hat er noch nie gesehen, er will sich mir als Jünger anschließen, seine Kunst spielt keine Rolle mehr und um die sollte es ja eigentlich gehen. Selber hat er eine kleine Dachgeschosskemenate und da würde die Produktion eines Wochenendes bei mir reinpassen stelle ich fest. Irgendwas mit einer Kosmetikerin, die geschockt ist von meiner Haut und Haaren an den Beinen. Dann fahren wir, d.h. ich und die schwulen Männer auf einem Speedboot. Ich falle ins Wasser und die Wellen überschlagen sich über mir. Es ist der Canale Grande irgendwie. Ich rufe um Hilfe und strecke eine Hand nach oben und gehe dann unter. Einer der Männer vom Boot springt in die Fluten und rettet mich auf die Yacht und da sitzen wir dann wieder vereint und klönen und ich trockne mich und bedanke mich bei meinen Lebensrettern.

Es ist halb 7. Ich bin ausgeschlafen.

Habe Andrea eine Zalando Anwaltsmahnung geschickt und in meinem Namen einen Buchstaben vergessen. Kapiere den Witz erst nicht. Die Mutter von Herrn Minus. Sie sind gut angekommen in Linden und oft im Marktcafé. Suchen noch ein Fitnessstudio. Das dort ist zwar sauber, aber es riecht nicht so gut.

Treffe Michi an der kleinen Ampel und im Gericht ist die Putzkolonne im Eingangsbereich unterwegs. Gerichtsmarkenstelle hat seit einer Stunde schon zu, aber die mögen mich. Der Mitarbeiter und ich wünschen uns ein frohes Silvester und versprechen uns, uns gesund 2016 wieder zu sehen. Auch der aus dem Anwaltszimmer trifft mich zwei Mal, einmal noch im Hauptbahnhof. Dort habe ich Jackpot und bekomme 4,- € in zwanzig Centstücken als Wechselgeld der Fahrtkarte. 3,50 € werden gleich in eine Strickmütze umgesetzt. Dem Kollegen kann ich es auch nicht als Wechselgeld andrehen. Der hat Youtube als social media entdeckt. Wie hieß das noch mal, wo früher die waren, die Musik gemacht haben. Ach ja, My Space. Gibt es auch nicht mehr. Ich phantasiere den Hund der Kollegin aus dem Fenster zu werfen, weiß nur nicht ob er tot unten ankommt. Er könne jetzt beurteilen auf welcher Eskalationsstufe ich mich befinde. Der Kollege sagt auch, das Experiment, dass er sich gewöhnt sei aus seiner Sicht gescheitert und sie bekommt das nicht hin es müsse sich 2016 was ändern, aber wie mit ihr ins Gespräch kommen. Es gibt kaum ein heikleres Thema. Der Sommer in Tüten zu Hause auf dem Küchentisch. Die Ernte eher, Beeren getrocknet, dann Äpfel und Pilze. Alles mit bunten Schleifen. Ein Gruß aus Bayreuther Gärten. Schön sieht das aus.

Der Gast hat seinen neuen Militärrucksack, meine Fellyogamatte mit Rucksack, vergessen, dabei hatte ich ihn an die Tür gestellt. In der Yogawerkstatt gibt es einen neuen Kurs, irgendwas mit Yoga und asiatischer Kampfkunst. Bei allem schaut mein Schatz ins Internet, aber nicht, ob Züge fahren. 15:20 hat 40 Minuten Verspätung. 15:36 ist voll bis zum Anschlag. Ich mache den Fehler und gehe durch, aber es wird nur noch schlimmer. Sitze auf dem Boden auf meinem Beautycase ganz dicht neben einem Mann, dem ich seine Jacke freigeben muss um ans Portemonnaie zu kommen als die Kontrolle ist. Der Zugführer sollte Ausgangssperre verhängen für die mit Sitzplatz, aber hunderte müssen aufs Klo und durch und überhaupt. Hysterische Weiber sind nicht meine Sache. Eine kleine Uschi hat den Kerl abgerichtet auf ihren Koffer aufzupassen. Sie dreht sich immer um und kann es auch nicht leider, wenn Stephan seine Lederjacke noch oben rauf macht. Ich sitze ab Harburg neben ihr und sage, Gepäck gibt es genug, aber sie versteht das nicht und behauptet, manche würden mit dem falschen Koffer aussteigen. Das hat ihre Mutter ihr erzählt. Edeka in der Wandelhalle. Lasse Stephan warten und holen noch Orangen. Lächele den Typen hinter mir an und irritiere ihn. Er will gleich mehr. Das hat er falsch verstanden. Nicht ficken, nur freundlich sein. Die Bahn mag ich in Hamburg. Die haben so gemütliche Stehsitze mit Teppich bezogen und Stangen, die aus 4 Teilen bestehen und an denen man sich prima festhalten kann. Ein Typ bringt Gerichtspost weg, die er offen in der Hand hält und es seinem Telefonpartner meldet, aber er weiß offenbar nicht, wo er aussteigen muss bzw. der Eingang zum Gericht ist (?). Schlump. Muss daran denken, wie die Putztrupps an meiner Lähmungsampel die Mülleimer von Aufkleber befreit haben mit scharfen Reinigungsmittel und Teppichmessern. Die Mühe macht sich bei uns keiner und das gehört sich auch nicht in einer Großstadt. Die Jungs haben die Wohnung aufgeräumt und alles ist feierlich und gemütlich dekoriert mit Kerzen und leckeren Mokka-Biskotten und Ingwer-Orangen-Plätzchen. Nein, zu Jerwitz will ich jetzt nicht, auch wenn die bis 20 Uhr heute auf haben. So wichtig ist mir das nicht und bei den Bergen von Häkeldeckel trägt ein Briefumschlag nicht auf. Stephan hat die Lumix-Eintrittskarten von Steffi ausversehen dabei, weil er dachte, das sei von Onkel Jerwitz. Es gibt Sekt und sehr leckere, selbstgebackene Mocca-Biscotti. Thomas hat Baumkuchen für Claudi. Stimmt, ich wollte einen von Kreipe mitbringen. VERGESSSEN. Alle müssen das Kika Video von der Grille mit der Geige gucken, die den ganzen Sommer über gegeigt hat und keine Wintervorräte hat, weil sie es vergessen hat. An der Stelle wird sie unterbrochen von dem Hirschkäfer und der Maus: „vergessen, das kennen wir, den ganzen Sommer fiedeln und nicht arbeiten und dann auf anderer Leute Kosten leben wollen, nein, nein, daraus wird nichts“. Das Happy End gibt es mit dem blinden Maulwurf, der ihr Spiel mag und der Ofen bollert und die Suppe steht auf dem Herd und der Winter vergeht wie ein Tag. Wir erzählen etwas und spielen dann Mahjong. Ich gewinne hoch, selbstgezogen, dann gibt es Würstchen aus Bayreuth und den Kartoffelsalat von Thomas. Foto- und andere Wandkalender haben die mindestens 15 Stück. In der Küche sieht es nach Seeelefanten aus, aber es sind deutsche Gewässer. Die Schweizer Schokolade schmeckt richtig lecker. Das mit der lächerlich aufwendigen Verpackung, was die Geschäftsmänner zu Weihnachten bekommen haben ist Lakritze mit Schokolade, was nervt ist das Bügelgefäß aus Metall und der Metallicstaub auf den Kugeln. Tierheim Hamburg hat Pinschermischlinge, die lernfreudig sind und oft wegen Überforderung abgegeben wurden. Da helfen nur zwei Erziehungsberechtigte. Thomas stört sich nicht an meinen Häkelbergen, die jetzt in ihrer Wohnung liegen. Wer nimmt hier das ganze Vomex A? Danach war meine eine Betreute süchtig. Ich kacke früh ab, schaue mir noch die Prospekte des Germanischen Nationalmuseums an, oben fällt ein Schrank um, schlafe schon als Stephan noch mal rein kommt und werde dann wieder wach als es fast schon wieder hell wird und bei Thomas brennt noch Licht. Man lebt hier in Schichten. Ich denke daran, dass ich für mein Silvesteroutfit die Strumpfhose vergessen habe, VERGESSEN. Das merkt außer mir keiner, aber ich ärgere mich. Gut, dass ich eh zwei Outfits zur Auswahl habe. Ich träume irgendwas von einem Promi wie Kayne West, der sehr talentiert ist und auch malen und schreiben kann und gottseidank ist er nicht tot und ich bin dann eine Vertrauensperson.

31.12. Liege mit Stephan in Bett und wir lassen gemeinsame Erlebnisse vorbeiziehen. Er spricht von der partiellen Sonnenfinsternis. Ich mache einen Ingwertee und telefoniere mit Claudi. Ausgehen an Silvester will ich nicht, auch wenn es eigentlich nett klingt und mal wieder tanzen wäre auch was, aber dann so voll und überhaupt. Ich würde am liebsten in geschlossenen Räume bleiben bis zum ersten, wenn alles vorbei ist und hatte auch vorgeschlagen mir der Feuerwerk der Jungs im Park von der Wohnung der Nachbarin aus anzuschauen. Ich weiß, dass draußen herum laufen an Silvester und auch das Ausgehen in Clubs und Bars ist nicht meine Sache, dann lieber Privatparty am 01. Wir treffen uns später bei Elena, der Eingang ist neben der Metalltür. Die neue Yogaform bei der Werkstatt sieht mir wieder so gekünstelt und förmlich aus. Eher nicht. Yoga Nidra wäre was für mich gewesen weiß Claudia. Das ist dieser Halbschlaf, aber die Klasse hat schon begonnen. Dann eben nicht. Wir treffen uns bei Elena. Hätten wir doch mehr Lebkuchen mitbringen sollen? Ich hätte definitiv diese Stelle am Hafen mit dem angespülten Plastikmüll mir von Normann erklären lassen. Sein Wissen ist mit ihm begraben und ich kann die Jungs nicht dorthin zu einem Neujahrspaziergang locken, obwohl ich das so gerne täte.

Ich schneide wieder aus dem Eimsbüttler Umsonstzeitung was aus, die vor mir auf dem Tisch liegt. Ist die Osterausgabe aus April 2015. Nach der letzten Beschneidung hat Thomas sie wohl behalten als Unterlage und ich sehe die Schneise vom letzten Mal, so dass ich sie jetzt ein zweites Mal durchforsten kann um wieder fündig zu werden. Thomas soll mal richtig sauer werden und mich schlagen. Stephan sagt, es gibt noch genügend Altpapier. Ich hätte Stephan angemacht als er den Rechner laden wollte. Ich bin unschuldig, mein Mann hat auch manchmal Wechseljahre. Ich weiß mich zu beschäftigen, vor 14 Uhr tut sich hier nichts, dann müssen wir schon wieder los. Stephan und Yunfeng gehen einkaufen und ich lege die Garderobe auf den Boden mit zweierlei Accessoires, linke und rechte Seite und will abstimmen lassen. 5 als goldener Ohrring wäre richtig passend gewesen zumal mir das als Zahl besser gefällt als diese 2016 was uns bevorsteht, aber der Schmuck, den ich zusammen mit Yunfeng als Kooperationspartnerschaft gemacht habe während des Goldschmiedekurses in Hamburg („Von Hamburg bis Shanghai Arbeiter aller Länder vereinigt Euch“ auf Gefrierbeutelklemmen) gewinnt. Ich vernähe ein Deckendreieck zum Tuch fürs Theater und das sieht in der Kombi richtig gut aus. Yunfeng macht ein Beweisfoto und baut einen Turm aus Feuerwerkkörpern. Die kommen alle aus China, aber Aldi hat die besten. Mit dem Handy kann man auf einen Code rauf gehen und sich ein Video anschauen, wie die Rakete dann ausschaut, wenn sie gezündet wird. Brunch, dann der Aufstieg zu Elena. Was Red Bull in Österreich ist Club Mate in Hamburg. Vorglühenpflichtprogramm. Hilda ist in Höchstform und wir wollen am 02. zum Italiener, weil sie einen Hochsitz am Esstisch und eine große Gruppe zu schätzen weiß. Elena hat viele Kammern und sogar noch Collagen von mir in ihrem Nest über dem Pferdemarkt, mittendrin und abgeschieden zugleich so weit über dem Trubel des Stadtteils und sehr gemütlich. Gut, der Aufstieg mit 9-Kilo Kind dürfte durchaus beschwerlich sein. Essig hilft gegen Weichspülergerüche. Hilda kann jetzt schon laufen, was sie vor weniger als 2 Monaten bei der Taufe noch nicht konnte und ist motorisch sehr geschickt. Sie klettert in die Zwischenablage des Couchtisches und darunter und stößt sich bei keiner Aktion den Kopf. Vorsichtig fasst sie meine Ohrringe an. Der Tipp von Olive Kittridge kam vom Elena, die die letzte Folge noch nicht geguckt hat. Wie schafft man das? Der Bus zum Thalia ist dezent mit Luftschlangen mit einiger Mustervielfalt dekoriert. Im Theater in Hamburg sehen mehr Menschen super aus als die Rentner in Hannover, aber was heißt das schon. Das Theatergebäude gefällt mir und schöne Weihnachtsbeleuchtung haben sie, die Hamburger und auch schöne U-Bahnen mit schönen Sitzmustern. Auch die Taschen mit der altmodischen Serifenschrift mit „Freiheit, Großzügigkeit, Bleiberecht“. Die freien Plätze werden kurz vor Beginn blitzartig mit Flüchtlingen aufgefüllt. Romeo und Julia hat eine tolle Lightshow und die Musik ist auch gut, aber es ist langwierig und anstrengend und es gibt – wie immer – nur 1 Liebespaar, die anderen sind Clique. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Der Dicke, der stirbt, verpisst sich vor dem Applaus. Der hatte eine Silvesterverabredung. Schnelles Tschüss und zu den Jungs flüchten. Das Tierheim liegt auf ihrer Linie, nur weiter bis Hagenbecks Tierpark (wie passend). Eine Gruppe Punker steigt Messehallen aus. Was wollen die da? Im Böllern vereint. Das durchzieht alle Schichten und am Schlump kommen mir die ersten mit selbstgebastelten Raketenwerfern entgegen. Wird Zeit, dass ich die sichere Wohnung erreiche. Es wird gegenüber geschossen und die Männer schauen sich das Feuerwerk noch nicht mal an sondern zünden sofort die nächste Rakete. Das scheint der schönste Teil daran zu sein. Ein kurzer Wohnzimmertanz und Anstoßen, dann etwas knutschen nachdem wir gerade die Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit des Lebens und der Liebe vor Augen geführt bekommen haben. Als sie kurz zum Böllern in den Park gehen verpisse ich mich ins Reich der Träume. Das Haus auf Teneriffa, was reserviert war, ist weg. Ein schwerer Schlag und eine airbnb Lektion. Wer zuerst zahlt, malt zuerst. Alles andere kann man vergessen. Auf das Haus mit dem Blick hatte ich mich am meisten gefreut. Die erste Niederlage des neuen Jahres. Mit so was wird man umgehen lernen. Paps reagiert gelassen, wie ich am nächsten Morgen zu meiner Beruhigung lese. Ich schaue im alten email Ordner und schreibe Eleonore, dass ich die Kombi von Silber und bunten Plastikverschlüssen anhatte und so gerne an diesen privaten Goldschmiedekurs denke, den ich bei ihr mal gemacht habe.

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01.01.16 Ich bin lange alleine auf Deck, dann kommt mein Mann dazu. Ein Spaziergang durch den Schanzenpark, wo Frauchen mehrfach laut seinen Namen rufend den Berg hoch ihrem Jagdhund hinterher läuft und sich zum Deppen macht, den das einen Dreck schert bzw. der Wichtigeres vor hat und ich könnte stundenlag zuschauen, aber wir schauen uns den Wasserturm von innen an und stärken uns. Hier gibt es Stufen aus Beton mit Kissen drauf wie in der Sauna und viel Wassergeräusche. Die offene Koffeinszene legt heute eine Pause ein. Romeo und Julia, das ist für mich keine Liebesgeschichte, sondern eine über 2 psychisch instabile Jugendliche. Das Mädchen ist 13 und sie haben sich ein paar Mal gesehen, wären sie nicht gestorben, hätten sie sich wenige Monate danach wieder getrennt. Die Jungs gehen spazieren, dann fällt Mahjong spielen heute aus. Stephan legt sich jederzeit aufs Bett und schläft ein. Ich gehe zum Yin Yoga und gottseidank zurück für 1,- € Leihgebühr für eine Matte. Es findet gänzlich im Liegen statt und die Eieruhr klingelt alle 3 Minuten. Bei der Endentspannung plätschert Wasser, was ich auch gefährlich finde. Lena und Claudi holen uns ab und Claudi spielt total lustig alkoholkrank nach einer Weinprobe, weil ich mit dem Pantomime angefangen hätte. Sie waren mit Thomas im Jellyfish und sie konnte nur gebückt gehen und musste sich alle 3 Schritte auf den Küchenfußboden setzen. Nach einer Keksprobe gehen wir zu Fieti auf die Feier. Er wohnt in dem malerischen Gang, gesäumt mit Laternen und ausgestattet mit viel Gartengestaltung, den ich mal touristisch fotografiert habe. Er ist jung, sympathisch und aus LA (Lübeck, Altstadt). Er fragt, ob mein Outfit unter einem Motto steht. Die ganzen Yogalehrer sind versammelt in seiner Wohnung und auf 12 Lehrer kommt eine Schülerin. Da wird das Schneeballsystem auch deutlich und ein paar junge Kifferfreunde von ihm, die filmreif sind, mischen sich dazu. In der Küche sitzt wohl die Clique aus Lübeck, aber soweit komme ich nicht. Die 72-Jährige von unten, die als Prostituierte gearbeitet hat und gerne ihre Dildo-Sammlung zeigt oder sich zu fortgeschrittener Stunde die Brust anfassen lässt kommt nicht hoch, was auch so gewollt ist, weil sie ist anstrengend, aber der freundliche Gastgeber, der uns auch Essen oder Getränke zum Mitnehmen anbietet als wir gehen, wollte höflich sein. Die Yogapärchen passen gut zu Claudi (und sie sind durchaus ansprechend, wenn man die Sekte außer Acht lässt) und man spricht sich ab, in welche Klasse man Morgen gehen wird, also ist das soziale Gefüge auch gegeben. Nur der Mann von Kim, der durchaus sehr sportlich ausschaut und vom Typ zu Claudi passen würde (wie ich meine), macht kein Yoga, was er auch mehrfach betont. Wir teilen uns eine Falaffelrolle um sie zu testen. Der Typ ist total breit, aber sie schmeckt prima. Zuhause bei den Jungs gehe ich mit Wärmflasche, die ich mal genäht habe ins Bett. Konnte mich an die nicht mehr erinnern, erst als ich sie gesehen habe mit dem Waschlappen der Expo. Es ist überall kalt und wenn geraucht wird, dann müssen die Fenster auf sein. Der Bezug und Reißverschluss sind zu eng und man muss die Gummiflasche reinquetschen. Pfusch halt, wie Stephan zu Recht meint. Geht auch schon kaputt, aber für die paar Male, wo sie benutzt wird reicht es.

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02.01. Ich nähe zwei Dreiecke zusammen und ziehe dann los. Erst zu Jerwitz mit meinem Gutschein über 19,51 €, der noch gar nicht angebrochen sei (?) und lege fast noch mal so viel drauf für das was ich im Einkaufskorb habe. Die sind echt gut sortiert. Der hätte doch dann über 19,67 € sein müssen. In der Weidenallee gibt es einen hippen Wollladen mit ganz teurer und edler Wolle (Leinen und so) und einem angeschlossenen Café. Im Zeitungskiosk kauft die Hamburgerin 11 x 8 Cent zur Aufstockung der Briefmarken und der Inhaber hat sich verrechnet. Das könne nicht sein, weil 11 x 8 seien 88 und dann noch das Magazin. Sie kann auch im neuen Jahr noch Zahlen zusammen ziehen und der Bruder hält sich ganz raus, irgendwann zeigt er dann doch den Kassenbon und es war ein Brief mit 20 Marken. Das war des Rätsels Lösung. Ein Unterrock kostet 99 €. Hamburg halt. Szeneviertel. Knoblauchbrot bei Denns kennen sie nicht (ich hatte Stephan eine Freude machen wollen), dafür Franzbrötchen mit Macadamianüssen und Kürbiskernen dick belegt und die zerknitterte Taz kostet 3,20 €. So ist es in 2016. Zuhause ist noch tote Hose und das Herumschleichen mit dem deutlichen Gefühl, dass man stört, das nervt mich und ich flüchte nach draußen, Stephan muss mit. Dieser unterschiedliche Rhythmus macht es schwierig im Zusammenleben. Bei einer Übernachtung wird das nicht so deutlich wie bei 3. Ich könnte mir ein Bett mit Thomas teilen im Sinne von Schichtwechsel. Wenn ich morgens aufs Klo gehe, brennt bei ihm noch Licht. Das macht auch gemeinsame Reisen schwierig, weil ich auf Dauer nicht damit klar komme, wenn die Mitbewohner erst nachmittags ansprechbar sind. Ich werfe meine Postkarten (2 x Hannover, 1 x Treviso) genau um 13:45 zur Leerungszeit in den Briefkasten am Schlump und wir nehmen den Bus nach Altona (sight seeing). Claudia ist nicht zuhause und der Wind weht eisig und kalt. Wir setzen uns zum Portugiesen und ich vernähe Fäden. Die Frau, die dort arbeitet putzt ohne Unterlass. Claudi holt uns ab und hat eine Stecknadel in der „Dove“ und wir gehen ins Il Lokale und treffen uns noch mal in großer Runde. Paps hat bei ihr schon angerufen, weil meine Eltern wegen der Ferienwohnung stressen (was ich verstehen kann und dann doch wieder nicht) und mein Handy im Flugmodus war. Lena kommt wieder dazu. Die Pizza mit weniger gekochten Kartoffeln und Trüffelpaste ist fettig und mächtig und die Playlist fragwürdig. Ich finde eine Kiwi Gold als wir auf den Bus warten, die ich für einen Metallicluftballon mit Restluft darin halte und das mit dem Fuß anteste. Zuhause wird weiter vernäht und dann noch eine Runde gespielt und Thomas macht noch einen Sekt auf, der gut gekühlt ist aber mir auch nicht weiter hilft. Das letzte Spiel hat Stephan selbstgezogen und die Dreifachwertung geht zu meinen Lasten. Bed time, nicht wegen der Niederlage, aber meine Augen jucken schon seit einiger Zeit und es wird nicht besser und ich bin echt müde. In den Vomex A Packungen sind Büroklammern. Da bin ich ja beruhigt und das ist sehr lustig. Kann die Vorzüge der Nacht nicht nachvollziehen. Die Dunkelheit ist zum Schlafen da und die Felder werden morgens bestellt.

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03.01. 8:30 Uhr ist lang genug. Ferienwohnungen gucken, packen, schreiben und taktieren, wann ich Stephan wecken darf. Um 10 Uhr so denke ich. Ich lasse ihn sogar bis 10:30 Ihr schlafen und räume die Mahjongsteine in die Verpackung zurück und mache Kaffee und will dann los. Es kommt wieder das Zombiegefühl auf. Schreibe mir mit meiner Schwägerin und bedanke mich für die Schweizer Schoggi. Die Sorten mit weißer Schokolade und fruchtigen pop rocks schmecken mir am besten. Sie will 2016 eine gemeinsame Reise machen. Vielleicht nach HH, weil Claudias Bikramfreunde sind nett, so dass ich fast bedauere, dass es nicht mein Yoga ist und ich außen vor bleiben muss, aber für sie wäre es was. Ich kann hier keinen grüßen außer ihren Bruder. Die anderen sind noch in der Unterwelt. Ich bin es gewohnt, dass alle Rücksicht auf mich nehmen und bei Thomas soll man warten bis er soweit ist und das verträgt sich nicht. Ich habe eine Spinne im Koffer und sie wird übersiedeln nach Hannover. Die neue Gelassenheit 2016? Lästereien über Hauptbahnhof Nord und Süd. Die geben immer an, die Hamburger und machen gerne einen auf Weltstadt und geben sich größer als sie sind, als hätten sie 2 Bahnhöfe, was aber nur einer ist (Grand Central Station, gelle?) und sie schaffen es nicht mal an den Deichtorhallen eine Station zu bauen, sondern man muss laufen, o.k. das stimmt nicht. Die sollen sich doch freuen, dass nicht noch mehr aus der niedersächsischen Provinz so große Fans sind, dass sie zu ihnen ziehen und ihnen den teuren Wohnraum streitig machen. Die mittelalte Frau im Zug mit dem runden Gesicht und den neon nails weckt mütterliche Gefühle. Sie telefoniert mit Mama um zu fragen, wie viele schwarze Fledermauskleider sie bei TK Maxx gekauft haben, den Schaffner fragt sie, ob die Fahrkarte auch für den Rückweg gilt und sie braucht unsere Hilfe und Tipps, wie man ohne Reservierung an einen Sitzplatz kommt, weil das Abteil ist gleich besetzt. Die ältere Frau fragt, ob ich das selber gemacht hätte und bewundert meine Arbeit, dafür braucht man Geduld meint sie. Würde ich sonst Fäden vernähen, wenn es nicht selbst gemacht wäre? In Hannover liegt etwas Schnee, aber rodeln auf Rasen sieht trotzdem erbärmlich aus. Post von Sunla und aus Kalifornien mit richtig viel handgeschriebenem Brief dazu. Ja, die fehlen mir auch und die Kinder sind groß und übernehmen die Bildfläche und die Eltern sind nur noch Fußnoten. Das ist wohl das Rad der Zeit. Es fühlt sich komisch an, so als sei heute der erste Tag des neuen Jahres. Statt nur Franzbrötchen hätte ich auch ein Brot kaufen sollen beim Schanzenbäcker, jetzt sitze ich nur mit einem Haufen Wurst da. Es gibt schlimmeres. Apropos Wurst. Leberwurst für die Kinder, Gothe schließt zum Jahreswechsel. Die Überschrift klingt als würden sie das den Kindern füttern statt Wurstscheiben. Das stelle selbst ich mir schwierig vor.

Ich sitze 10 Stunden vor dem Fernseher und häkele, die ersten 4 mit Mütze und dann ist fast ein Dreieckstuch fertig. Mir ist kalt, ist fühle mich nicht. Stephan fährt todesmutig ins Büro und stellt den Stempel auf 2016 um. Die Kontoauszüge werden mir zugeschickt. Zum Ziehen war es zu spät. Der Kollege war bei uns im Haus im Erdgeschoss zum Kindergeburtstag und dann über uns Kaffee trinken. Bei der Etage mit den meisten Namen an der Klingel wohnen die Wenigsten. St. Gallen calling. Erst schweres Telefonat mit der 10-jährigen Nichte. Von mir kann man Telefonsex nicht lernen, kann ganz schlecht privat telefonieren. Soll sie meine Freundinnen fragen. Neues Restaurant im Einstein mit deutschem Koch und Sommelier, der Schweizer Weine ausschenkt. Klingt gut. Sie duzen sich. Lädt Stephan zum Männerwochenende ein mein Bruder mit trinken und flippern. Ich kann auch mit kommen, wenn ich will. Handy im Flugmodus. Meine Eltern kann ich erst wieder an mich ranlassen, wenn Stephan die Unterkunft auf Teneriffa gebucht hat.

Weihnachten 2015

23.12. ICE nach Nürnberg. Hin mit Demenz und zurück mit Rote Laterne und Tinker Bell. Hinter uns die Frau um die 60 mit Mutter, die hat Bahncard vergessen, dann hat sie keine Geschenke. Doch die Umschläge mit dem Geld und die Tochter hat schönes Briefpapier dabei. Ein Brief für alle, nein, jeder bekommt einen. Ist heute schon Heiligabend? Nach Fulda stellt sie fest: „hoffentlich sind wir nicht an Göttingen vorbei gefahren“ (sie wollen nach Wien). Es sei schlimm geworden mit ihr, stellt die Mutter fest und Vitamin B 12 soll helfen. Die werben dafür im Radio, nee Fernsehen. Die Tochter ist sehr einfühlsam und sagt, das sei Stress und das Mittel hieße Vitasprint. Sie machen dann zusammen ein Kreuzworträstel und immer wenn die Mutter was sagt, kommentiert das die Tochter mit: gute Idee. Wir sitzen auf reservierten Plätzen und müssen ab Würzburg frei machen. Es sind welche im Zwischenraum (neuer ICE-Typ) beim Gepäck frei mit ganz viel Platz, Beinfreiheit. Mein Mann taktiert und die sind dann weg und ich flippe. Die Wolle gerät außer Kontrolle und die Wollknäule kugeln durchs Abteil. Wichtig ist, dass der Hund selber in die Tasche springt. Pferde müssen auch rückwärts einparken in das Wagengeschirr (ganz wichtig). Bratwursthäusel, man kann draußen sitzen (8 mit Kartoffelsalat und 8 mit Kraut) und die Blasmusiker verdrehen sich den Kopf nach meinem Hütchen. Wenn einem Lebkuchen umsonst verabreicht und angepriesen werden, bin ich misstrauisch. Die kosten 9,50 € und die Verkäufer stehen wortlos dahinter, dann sind es die echten Elisenlebkuchen und der Hund ist wieder wie auf Droge, bekommt den irren Blick und nagt jede Fuge aus auf dem Christkindlesmarkt.

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Treffen im GNM. Ausstellung über Mode im Mittelalter und Renaissance. Den Hund binde ich innen an, so dass die Aufpasserin ihn sehen kann. Macht eine gute Figur. Andere Museumshunde warten stundenlang am Eingang. So schöne Kleider für das Grab. Das macht keinen Sinn. Da kann man mich in Zewa einpacken. Oben gibt es Cranach und Schmuck wie von den Bildern, Goldketten mit großen Gliedern. Von den Jungs bekommen wir Lebkuchen für die Sammlung, zu Küchenlösch mit der cooles 70er Jahre Treppenhauslampe aller Zeiten auf der Suche nach Salatbesteck und dann durch den Park mit dem Hund. Im Essigbrätlein haben wir die Promiplätze und essen sehr gut. Jasper kommt aus der Küche (schüchtern, wird rausgezwungen). Wir sind schon betrunken. Er erkundet nicht Franken, weil er den Timmendorfer Strand lieber mochte. Das macht mir ein Fragezeichen in den Kopf.

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Zugfahrt in Bayreuth. Ich bin todmüde. Das letzte Taxi ist weg. Besoffene Jugendliche nehmen uns mit. Vorne der Typ sagt immer: ist liebe sie noch und fällt dann wieder ins Koma. Die wollen zu Mc Donalds bzw, der Taxifahrer schmeißt sie da raus. Meine Eltern sind ganz aufgekratzt als wie ankommen und Tee in warm und kalt steht bereit sowie die Decke für Suki und Wasser in einer Schale. So lieb. Es ist schon wie zuhause ankommen für uns alle drei.

24.12. Aufs Herrenfahrrad und zur Walkmühle eine Runde. Es ist der Traum, gleich los in die Natur. Sonnenschein. Fahrt nach Burgkunstadt. Es ist so nett da, die Mitarbeiterinnen, die Gruppe und meine Schwester „well behaved“ bis wir kommen, dann dreht sie auf und nervt alle. Zuhause gibt es Auberginenlasagne. Ich schaue das Altpapier durch und finde in der Ausgabe vom 22.12. die Todesanzeige unserer Freundin vom Arbeitgeber. Es ist so schlimm, dass ich erst nicht drüber sprechen kann. Ich hatte mich immer gefragt, ob ich es mitbekommen würde und wie.

„Das ist mein Hund“ gibt sie an, meine Schwester bei einem kleinen Spaziergang durchs Wasserschutzgebiet. Suki ist unerschrocken und geht immer wieder zu ihr, auch wenn sie grob ist, minionartig sucht er einen bösen Herrscher, dem er dienen kann. „Schnell wie Kruppstahl und hart wie Windhunde“. Das „Mein Kampf“-Zitat von Weihnachten, meines zumindest und ich sage es beliebig oft. Der Himmel ist so schön. Nachbarin lästert über meine Eltern, mein Vater hätte abgebaut und kann nicht mehr richtig Autofahren und meine Mutter sei schwierig und rast durch die Siedlung und alle haben Angst vor ihr (da mag was Wahres dran sein, aber trotzdem ungeschickt, der Akustiker kennt meine Eltern seit 30 Jahren und gibt alles brühwarm weiter bzw. warnt sie).

Die anderen, neuen Nachbarn bringen 16 Fotos (2 Klappkarten zum Aufstellen) der 2-jährigen Tochter vorbei. Auch eines auf dem man den Schritt und die Unterhose sieht. Es ist echt unproportional, dass die Prinzessin so in den Vordergrund gestellt wird, das arme Kind. Sie hat ein Geweih auf dem Kopf und ist mäkelig und unsicher. Der Nachbar dahinter mit dem Kirschbaum ist Hühnermessie und hat zu viele Hähne. Die Hennen werden ständig vergewaltigt und sehen ganz gerupft aus. Brechen aus, kommen zu uns in den Garten. Manche sehen auch schön aus, dann muss ich an Mitzi denken, wieder aus „Mein Kampf“. Suki ist kein normaler Hund und reagiert null auf das Geflatter und die Beutetiere. Ist das überhaupt ein Hund?

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Weihnachtsfotos (gestellt und ich kann mich nicht entscheiden):

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Es gibt totleckere Wirsingrouladen, vegetarisch, Rezept von Pflaums Posthotel, was es nicht mehr gibt. Bewunderung für meine Mutter, ich kriege meine Schwester nicht bewegt im Bett. Ein nacktes Kleinkind im Körper einer erwachsenen Frau. Viel Meister Eder. Da hat Ralf Zacher mitgespielt in der Folge mit dem falschen Gas-Mann. Sesamstraße aus den 80ern mit jungem Manfred Krug und Liselotte Pulver und Würstchen kosten 2 Mark. Samson hat einen Wecker geschluckt und dann doch nur ein Brötchen. Sauerkraut von Omma. Die Geschenke der Tanten, eine tolle Liedgeschichte und das Kind bekommt Obst und Instrumente geschenkt von den diversen Tanten und die deren Namen auf nichts reimt hat sein Schaukelpferd geleimt.

Derbe Tonware, aber originell und die Schenkerin ist 10 Jahre alt und ein graziles Schnapsgläser mit Tänzerin von meinem Bruder. Gefällt mir auch, macht schöne Schatten auf der weißen Tischdecke und wir spielen Doppelkopf.

25.12. Traum: In Italien, erst suche ich eine Glaslampe, die haben auch Klamotten, Männergeschäft. Stephan soll sich einen Anzug kaufen und beraten lassen oder wenigstens eine Hose. Eine rote mit Blumen. Er würde so elegant ausschauen lügt der Verkäufer. Ich habe ihn immer falsch beraten. War noch was Wettbewerb am Strand, wie surfen, weiß es nicht mehr.

Werde vor 7 wach, hier ist keiner, waren doch keine Schritte. Fahre gerne zu der Mühle, der Bach schlängelt sich, sieht so schon natürlich aus, Wasser ist klar und plätschert. Frau darf Suki nicht streicheln, sonst wird ihr Hund eifersüchtig.

Gans, das Schmalz ist gelb und das leckerste seit Jahren. Große Flasche Sauternes und alle machen Mittagschlaf.

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26.12. Bringen Steffi wieder weg, Sonne ist so warm, das man keinen Mantel anbehalten kann im Auto. Wieder supernett in der Gruppe. Wirtshaus mit köstlichem Essen. Konsequent keine Vorspeisen, nur 2 Suppen, fränkischen Sekt, Selleriesalat zum Mitnehmen in einer Aluschale wie für Lasagne (ich frage danach) und hat nichts gekostet, dekoriert mit Granatapfelkernen. Zuhause Mittagsschlaf trotz Espresso.

Der Besuch wird gelöchert mit Fragen. Erst die alten Zeitschriften von 18 Hundert und seine Kunst- und Krempelexpertise. Mein Kunsterzieher ist an einem geplatzten Aneurysma im Schlaf innerlich verblutet. Wusste, dass es passieren kann. Wird im Jahresrückblick vom Kurier erwähnt. Das Posthotel, wo der Gast als Kofferträger 3 Monate gearbeitet hat und eine Kochausbildung machen wollte und die Schmidtbank, der Typ war gut und hat seine Hand über die Leute gehalten, was dann vorbei war als es aus war. Gans soll man 3 Tage abhängen. Von Arbeit ist noch keiner reich geworden. Gartenstuhlaktion bei der Landesgartenschau. Meine Eltern haben Dauerkarte. Stühle kann man frei bewegen. Man kann einen tauschen, die werden markiert. Das ist das Souvenir wenn man will. Roland mag meine Häkeldecke. Das macht mich stolz und ich weiß, ich bin auf dem richtigen Dampfer, meine Mutter hat es nicht verstanden, was ich da mache. Als er geht spielen wir noch lange wegen des späten Mittagsschlafs.

27.12. Posaunengottesdienst in Laineck. Ich weiß nicht mehr, wie die Kirche dort ausschaut, auch wenn ich früher hier einen Kinderbastelkreis geleitet habe. Paps erinnert sie an die Kirche in den USA, wäre auch so eine Bruchbude und tatsächlich sieht sie aus wie eine holzvertäfelte Turnhalle. Der Pastor begrüßt uns sehr freundlich und weist auf die Garderobe, bei ihnen sei es warm. Er ist ungläubig und mehrfach erklärt ihm meine Mutter, dass ich ihre Tochter sei und die von meinem Vater, der aber einen Parkplatz sucht. Unter dem Holzturm parkt ein Rollator. Eine kleine dicke Frau muss, nachdem der Gottesdienst angefangen hat, eine Ziffer auf der Tafel auswechseln und kommt nur mit Mühe ran (Sesamstraße wie Paps meint). Der Pastor ist keine Leuchte und verwechselt Engel und Hirten. Engel überbringen uns keine eigenen Botschaften, sondern welche von Gott und sind ganz normale Menschen. Engel kann man nicht rufen, sie kommen von sich aus. Das weiß ich seit Venedig. Manchmal erscheinen sie einem auch im Traum. Das muss aber nicht immer ein Engel gewesen sein, der einem da was sagt und müsse im Einzelfall mit der Bibel abgeglichen werden, warnt der Gelehrte. „Kommt herbei ihr Gläubigen“ ist „Come all ye Faithfull“. So lerne ich was Neues und versuche Paps auch was Neues beizubringen und zeige ihm, dass man das Gesangsbuch in die Lücke des Stuhles vor sich tun kann, statt es in der Stille von oben auf den Boden knallen zu lassen. Der Kirchenvorsteher geht zu dem hölzernen Pult und macht das Licht an und richtet das Mikro, mehrfach um Stellen aus der Bibel vorzulesen. Zum Schluss macht er organisatorische Mitteilungen, dass Morgen um 18 Uhr Bilder und Film ihrer Pragreise gezeigt werden würden mit einem Imbiss zu dem alle Interessierten eingeladen sind, nicht nur die Teilnehmer und wie hoch die Kollekte war und wofür sie verwendet wird und eine Brille und Handy wurden abgegeben. Zurück durch Laineck. Alte Häuschen, hier muss Manuelas Mutter irgendwo leben.

Zu Rainer. Nette Einladung von Christine zum Raclette. Sollten wir mal machen. Sie mag mich wohl und gibt mir eine Portion Hundefutter mit. Luis wird Nachwuchs zeugen. Rainer hat ein neues Projekt und macht Bauleiter. Er geht täglich  zu Metallbilsheim und schaut, was die Flut gebracht hat. Da werden Werte rausgeschmissen, da tränen ihm die Augen. Alles in die riesige Schottpresse. Würde mal gerne mit, ist bei meinen Eltern um die Ecke im Industriegebiet, braucht man eine Warnweste. Mache ich nächstes Mal, er kann mir bestimmt eine leihen. In der Stadt treffen wir einen Mops-Beagle Mischling (sehr gelungen) und später einen gestromten Frops. Ist aber die falsche Hunderasse für mich. Der Charakter passt nicht zu mir. Luis geht seiner Wege und kommt nicht wenn er gerufen wird. Mit Mühe und Not kriegen wir ihn wieder angeleint. Stur und unsportlich. Ich glaube auch, er hat mich angeknurrt als ich ihn von meinem Mantel herunter geworfen habe und er springt unaufgefordert auf meinen Schoss. Ich sehe erzieherische Probleme, weil er alles darf und der kleine Prinz ist, aber auch so wäre Laufen am Fahrrad nicht seine Sache. Bilder an der Krippe. Ins Rossi will ich nicht. Sehe die Gruppen mit Bayerischem Hüten da sitzen und denke, das muss ich mir nicht antun.

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„Jesus im Dempel“. Ich muss an die Predigt und den oberfränkischen Dialekt denken und lache Tränen beim Kartenspielen. Wir schauen alte Dias. Die heimliche Verlobungsreise meiner Eltern 1966 nach Venedig. Mein Vater mit Fliege und Buntfaltenhose, meine Mutter im Kostüm. Dann die echte Hochzeitsreise, wie ein Godart Film Pierot Le Fou. Sie ernährten sich vom Fischfang und von der Jagd. Paps mit nackten Storchenbeinen beim Angeln. Meine Mutter in Boston, eine Kindfrau, sieht aus wie Briget Bardot, schmucklos im Laborkittel und im 60er Jahre Zimmer mit ihrem Bruder im Anzug beim Frühstück. Meine Mutter hat wirklich eine Wandlung vollzogen in ihrem Leben. Natürlich war sie schön, aber ohne Lebenserfahrung und ordentlich und dann USA und behindertes Kind. Sie ist nicht einfach älter geworden, sondern es ist eine Metamorphose. Paps sieht ein, dass er früher cool war und jetzt eine stänkernder alter Mann. Auf dem einen Dia ist unerwartet mein Opa von oben, der gestorben ist bevor meine Mutter aufgetaucht ist, wie er in Bergemann den Rasen sprengt. Dann die Kochbuchtante mit 50er Jahre gemusterten Kostüm in Brauntönen und ihre Schwester in Diakonisse-Tracht. Da waren reichlich Gartenstühle dabei für die Gartenschau zum Tauschen.

28.12. Hole mit Stephan und Hund Brötchen und schmeiße Postkarten ein. BM-Modefotos vor den Altglascontainern. Den Schleichweg direkt zum Hintereingang der Bäckerei finden wir nicht auf Anhieb. Auf dem Rückweg kläfft Suki die ganze Landschaft zusammen und läuft kläffend auf einen Hund zu, der von unserem Grundstücke kommt wie der reinste Berseker. So ist es, wenn man King ist. Stephan sagt, er denkt, der hat seinen Futternapf leer gefressen. Reagiere nicht richtig. Hätte ihn zurück rufen sollen, war eine Zumutung und die wussten nicht, dass ich ihn unter Kontrolle habe.

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BM Bertha Münz steht für Buttermusch. Wir machen einen Abschiedsspaziergang. Hier wurde ein neuer Radweg asphaltiert und meine Eltern wollten einen Bank spenden, auf ihr Haus gerichtet. Sie nennen es Knoblauchwäldchen und meine Mutter hat hier vor einiger Zeit einen Biber gesehen. Wir kennen jetzt das Schlüsselversteck und es ist echt raffiniert. Die neue Außenuhr gefällt mir sehr gut, die kleine, die geht. Paps erklärt Stephan wie eine Sonnenuhr funktioniert. Der Gnubbel zeigt die Jahreszeit, Suki muss vor dem Spielplatz warten und ich schaukele eine Runde. Das wäre meine Übung mit ihm, wenn ich hier wohnen würde.

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10 kg Wurst und Fleisch (die beste Verkäuferin der Welt). Sie weiß, dass ich alles eingeschweißt will und macht aktiv Vorschläge. Pflaumenpastete, „das kann ich Ihnen fei auch einschweißen“. Gute Idee! Es gibt nur noch einen Schnapskrapfen, mit Sahne und Kirschwasser gefüllt. Dann nehme ich noch 2 Berliner als Trost. Es war so schön und harmonisch und familiär bei meinen Eltern. Ich habe es in vollen Zügen genossen und hoffe, es war auch für meine bessere Hälfte akzeptabel.

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In Nürnberg haben wir Anschlusszug verpasst und gehen ins Literaturcafé. Nebelwand im Zug wie ich sie noch nie gesehen habe. Ich sitze neben einem kleinwüchsigen Pärchen. sie fragt nach meiner Handarbeit, dann gehen sie Tee trinken und ich bewache die Plätze. Die schwierigen Menschen erkennt man daran, dass sie ihr eigenes Kissen dabei haben und ihr Gepäck neben sich stellen um den Platz zu blockieren und dann Decke über die Beine, die auf dem Nebensitz liegen, Stöpsel in die Ohren und „bloß nicht ansprechen“, Eine Transe mit Chihuaua telefoniert die ganze Zeit und man hört auch die Gesprächspartner. „Ich schicke Dir gleich die Telefonnummer der Roten Laterne“. 100 € reichen nicht zum Feiern in München und es gab keine schönen Männer in München und das Portemonnaie wurde geklaut und er (sie) musste Mama anhauen und hat der aber gesagt, dass sie es bei Lidl verloren hat, sonst hätte die ihr kein Geld gegeben. Die Diebe waren so doof, dass sie ihr iPhone 5 nicht mitgenommen haben. „Lippen haben nicht funktioniert“. Ich überlege lange um welche Sexualpraktik es gehen könnte, aber er/sie wollte sie aufspritzen lassen, nur Nägel haben geklappt. Nie wieder München. Er/Sie fährt nach Altona und muss heute Abend arbeiten und bei Fitness First gibt es die geilsten Boys, da findet er/sie was zum ficken. Deniz hat ein Kind gekriegt. „Hat man da überhaupt noch Lust auf Sex nach so einer Schwangerschaft?“… „Das Kind soll behindert sein“. ich wundere mich über die Coolness im vollen Abteil, dass keiner ausflippt. Stephan, der auch meint so was sonst gut ignorieren zu können, droht an der Mutter zu sagen, dass sie ihr kein Geld mehr geben soll (man hat die Geschichten dann mehrfach gehört, weil sie das ganze Telefonbuch durchtelefoniert). Immerhin bringt er mich so zum Lachen. Als Höhepunkt zieht er/sie sich einen Katzenhandschuh an um mit Tinkerbell, dem Hund, der auf seiner/ihrer Brust wohnt zu spielen und ihn zu animieren, d.h. Angriff zu simulieren, was aber wohl nur unzureichend klappt. Hoffentlich kann er das in der Roten Laterne besser….

In Hannover angekommen kann ich gar nicht mehr aufhören zu grinsen. Ich bin hier echt zuhause. Gastronomisch wäre Oberfranken schon mein Ding, aber ich würde sonst die Krise kriegen und wenn man übers Land fährt kriege ich Depressionen. Meine Eltern verstehen nicht warum. Zuviel bayerischer Nadelwald ist mein Erklärungsversuch. Treffen Typen vom abW, beta, der Frau Hanebuth betreut, sein Name fällt mir nicht ein. Statt vorzustellen sage ich, das ist mein Mann. Hat einen Welpen, Bernersennen, wie der letzte Hund, der 18 Paar Socken und 2 Jogginghosen schon zerstört hat und alles vollpinkelt, im Gehen. Glückwunsch. Schenke Steffi eine Marmelade von meiner Mutter, Sauerkirsche als Dankeschön für Suki. Schaue mir noch mal die Geschichte von der Grille mit der Geige und dem Maulwurf an von Janosch und die Gäste müssen das auch schauen. Front National, warum, CSU ist genauso schlimm-Diskussionen mit Marc. Partywürstchen und Gelbwurst für die Kinder. Ich halte durch und bin dann echt müde und freue mich aufs eigene Bett.

21 Jahre

30.11. Komplizierte Träume mit vielen Details und menschlicher Interaktion um die Anni Leibowitz Gedächtnisbibliothek, die mich gleich zum Weinen bringt und lauter Menschen, die ich in dem Zusammenhang neu kennenlerne, überwiegend Frauen nur ein Typ, den ich von früher kenne, der politische Arbeit macht, auch für Critical Mass die Internetseite und Plakate gemacht hat und so eine schöne Schrift hat als er die Adresse auf den Umschlag schreibt. Das Video wo sie von oben im Bett zu sehen ist und sehr intim erzählt, die Stiftungsfrau um die 60. Der Innenausbau. So modern. Wasserbecher, die sich automatisch füllen wie beim Zahnarzt. Ich will mit die Zähne putzen, habe aber keine Bürste, mache es mit dem Finger. Mutter und Tochter, die Filme machen und mich mal besuchen wollen und die ältere Frau, die ich gut kenne lerne. Wir warten an der Bushaltestelle auf ihren Mann. Zu aufwendig für eine morgendliche Rekonstruktion.

Ich denke an Charlie Sheen, der von einer Prostituierten erpresst wurde wegen seiner Medis. Auf dem AB u.a. die Klinik wegen Fixierung von Frau Srilanka, die das Stationszimmer gestürmt und Besucher angepöbelt hat, Elisabeth, die mir mitteilt, dass sie jetzt „irgendwie ist“ und Frau Lustigsprech mit einem ewig langen Monolog, Verbrechersozialarbeiter, Krachnachbarn und mir noch einen schönen Advent wünscht. Ich rufe in der Klinik an und es ist nur die Psychologin da, mir sind wiederholte kurze Fixierungen lieber als eine Dauerfixierung über Tage, wo man sie dann in der Fixierung vergisst.

Meine Mutter gratuliert zum Hochzeitstag und fragt wie der Fisch war. Weiß die nicht mehr, wann wir geheiratet haben?

Eine Haufe Pferdscheiße mit Reste einer Herrenhäuser Bierflasche darin, wie Mettigel der anderen Art. Auch schönes Bild.

Von der Leinstraße Plakate der Madonna-Ausstellung im Landesmuseum mit einer modernen Madonna, nur sieht die nicht aus wie eine. Elena bei der Taufe sah madonnenhaft aus. Der Typ von der Ausländerstelle mit dem ich verabredet bin, arbeitet im Nebentrakt, d.h. weniger Laufkundschaft mehr Entscheidungen vom Schreibtisch aus. Ich habe vergessen was im Vorfeld zu schreiben, so wie ich es angekündigt hatte. Er macht Kopien u.a. vom Betreuungsgutachten und hat das hässlichste Amateurgemälde aller Zeiten an der Wand. Ein Vulkan oder rote Berge mit einer aufgehenden Sonne. Sein Kollege trainiert viel und die gepackte Sporttasche liegt schon bereits auf der Ablage.

David Sedaris steht nicht vorne im Bücherschrank, mit einem anderen Buch von Torberg will ich den öffentlichen Bücherschrank füttern. Da kommt man nicht ran wegen Weihnachtsmarkt, dann stecke ich es beim Fairkaufhaus dazwischen. Einen neuen, sehr süßen schwulen Mitarbeiter wird gerade das Haus gezeigt, er lächelt mir schüchtern zu.

Wo der Zirkus stand Grasen jetzt Vögel, Krähen, Möwen, Tauben. Scheint es nahrhafte Hinterlassenschaften zu geben. Am Schwarzen Bär hat sich die Gruppe der Drogenabhängigen vor der Commerzbank verfestigt. Am süchtigsten ist der Jack Russel, der aktiv und penetrant zum Ball werfen auffordert. Der Mann, der fixiert wird schaut aber auf sein Bier.

Herr Auge kommt und den hatte ich vergessen und habe nicht genug Geld da. Muss Morgen noch mal kommen. Er wird nächsten Dienstag in Trier operiert und fährt vom Sonntagabend um 22 Uhr los und nach 4-mal umsteigen (mit Wartezeiten bis 3 Stunden) morgens um 9 in Trier zu sein zur Voruntersuchung. Bei der Verbindung zahlt er nichts mit seinem Behindertenausweis und wenn er morgens los fährt schafft er es nicht um 11 Uhr da zu sein. Postbank Rückruf. Ich muss Antrag bei Gericht stellen auf Freigabe oberhalb der Pfändungsfreigrenze sonst bleibt die Überzahlung der Vergangenheit gesperrt. Frau Dackelmischling will Erstausstattung und hat gehört, dass der Betreuer 50,- € Geburtstagsgeld beim Amt beantragen kann. Träum weiter.

Apropos Schrottwichteln, morgen bekommt die Kollegin die Kunst aus Istanbul zurück. Die Drucke, die ewig bei mir rumliegen.

Es klingelt und ich weiß schon wieder nicht, was mich erwartet. Der ambulante psychiatrische Pfleger von Herrn Ihme hört Ende des Jahres auf und kommt zur Zeit nicht an ihn ran. Katastrophe für mich, für meinen Betreuten. Er macht dann Pflegeberatung für eine private Krankenversicherung. Das wird langweilig sage ich ihm und sein aufregendes Leben mit Herrn Ihme wird vorbei sei, da geht es immer um Duschhocker und so was. Er braucht noch 2 Unterschriften von mir.

Herr Ihme erscheint ohne Termin, hat jetzt Bandwürmer, Fuchsbandwurm im Kopf und kein Arzt will ihm was dagegen verschreiben, die schieben das alle auf die Psyche. Ob er Geschäfte machen darf, hat PC gekauft für 250 und wurde derbe verarscht und der Typ will ihn nicht zurück nehmen, weil er ihn wohl in Zahlung genommen hat. Schon beim Zahlen hat er gedacht, er macht einen Fehler (wie ich neulich bei der Bluse). Ich frage nach Quittung und die hat er auch nicht. Was soll ich da machen? Entweder man ist entmündigt und auch geschützt oder man kann alles alleine, er will immer alles alleine machen und man soll sein Geld nicht anfassen und er flippt aus beim Thema Geldeinteilung. Was soll ich da machen? Ob ich ihm helfe eine Wohnung zu finden? Wir waren zusammen beim Wohnungsamt, das ist vielleicht ein Jahr her und seit dem kriegt er es nicht hin, die 18,- € für den B-Schein zu zahlen. Dann wird er da auch nicht in die Vermittlung aufgenommen. So ist das. Ich kann das nix machen. Er muss es einsehen und was ändern wollen.

Ich weiß nicht ob und was ich beantragen muss und muss Morgen beim Gericht anrufen.

Der Arzt aus der Königstraße meldet sich bei mir. Ist nächstes Jahr erst wieder im Dienst kümmert sich aber um schwere Fälle und dazu gehört Frau Renovierung. Er muss wieder übersetzen, weil sie nicht direkt bei mir anrufen kann. Ja, Rente und Grusi habe ich neu beantragt.

Gottseidank bietet Stephan seine Hilfe an. Bei Frau Dement ist Kabel Digital zwar storniert, aber die wollen Geräte für fast 400,- € zurück haben. Rufe bei den Nachbarn an, die den digitalen Videorecorder und die Smartcard abgefangen haben und schon sagten, dass meine damit gar nichts anfangen könne und die Sachen bei sich im Keller lagern. Ich weiß nicht, wann ich es schaffe das abzuholen und mache mir Termin nach der „Hochzeitsreise“, dann melde ich, dass ich Morgen meinen Mann vorbei schicke, weil er meinte, das sei ein Botengang für einen Angestellten, der Gute.

Die Post entdecke ich kurz vor Feierabend. Ja, der Mann mit den schmalen Händen und Wasser in der Lunge bekommt jetzt rückwirkend Rente, knapp 120,- € im Monat.

Im Treppenhaus wieder ein gefühlloser Mann, der seinen kleinen Sohn, vielleicht 3 Jahre alt, verfangen in Frust und einem kleinen Trotzanfall selber die Skihose ausziehen lässt und ihm nur Anweisungen gibt (Schuhe muss er vorher ausziehen) als hätte er mit einem Erwachsenen zu tun. Anfassen, helfen, Empathie null. Männer sollten das nicht machen mit der Kleinkinderziehung, zumindest nicht Deutsche. Ich gebe die modernen Handschuhe mit dem Klettverschluss wieder in die Kiste mit den Fundstücken. Klettverschluss und Plastikstoff ist nicht meine Sache da trage ich lieber meine total dreckigen, ja schon schwarzen, Autolederhandschuhe. Yoga, die Frau, die Steffi mehr mag (ich hatte gesagt, ich mag die andere lieber, glaube aber, das liegt daran, dass ich die zuerst kennen gelernt habe und ein Gewohnheitstier bin) bittet uns es ihr direkt zu sagen, wenn uns was nicht gepasst hat und wir uns ärgern bevor wir einen Groll entwickeln. Wir sind nur zu fünft, was ich auf das Scheißwetter zurückführe. Es gab wohl Beschwerden über sie bei der Studioinhaberin, Frau, die sich wie ein Kleinkind behandelt gefühlt hat und beleidigt ist und nicht mehr kommt und behauptet, es ginge vielen so. Frechheit. Ich bestätige ihren Unterricht. Sie lässt total cool und akrobatisch aussehende Partnerübung machen, die aber total simpel ist. Eine im herabschauenden Hund und die andere davor mit Beine 90 ° und auf dem Kreuzbein der Hinterfrau abgestellt. Das spürt man kaum (Mücke auf Elefanten, selbst ich soll total leicht gewesen sein) und es ist ein erhebendes Gefühl. In Shaturanga gibt sie uns eine Nackenmassage, die auch total gut tut und ich bin richtig körperlich verstrahlt von der Berührung, als würde mein Schädel aufgegangen und ein Lichtstrahl eingefallen. Ich weiß mein Nacken ist ganz zierlich und fühlt sich an, wie der einer ganz filigranen Frau. Ich mag sie und will ihr Bestätigung geben, dass der Unterricht fundiert und total gut gemacht ist und gegen das Mobbing aus dem Studio. Sie sagt so süß auf die Nachfrage der Frau, die immer Nachfragen hat, doch, doch ihr Bein sei gestreckt. Das seien die Nachteile eines dicken Oberschenkels.

Stephan kommt von der Demo und erzählt lustig. Ein Dicker, der hinter den Pferden immer laute Geräusche macht oder Bewegungen und dann sagt: „Ich bin behindert, ich darf das“ und ein anderer sagt: „Das stimmt.“.

Die Nachbarin zieht aus, auch so, hatte mich über den Wagen vor der Tür gewundert, der nicht denen von unten gehört und der Typ, der daneben stand, den kannte ich auch nicht. Ein kleines Hütchen von mir, gehäkelter Untergrund ist total zerfressen und die Wolle lässt sich zerkrümeln und ich weiß nicht ob das nicht Spuren der Motten noch zwischen meinen Fingern sind. Das aus der Hütchenschublade. Das macht mir Angst.

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Anruf bei den Jungs, ob wir sie Dienstag schon überfallen sollen und Mahjong spielen. Das kommt nicht so gut an, was ich verstehen kann, ginge mir bestimmt auch so, kurzfristig und dann muss man arbeiten. Hamburg wird nicht olympisch, werde Mittwoch fragen, ob unsere Freunde wählen waren. Wir entwickeln Plan B. Beide denken wir: warum nicht in Lüneburg halten, da waren wir noch nie und es soll schön sein. Dort kaufen wir Stephan in einem speziellen Laden ein neues Portemonnaie, die sitzen da und bei seinem ist seit Jahren der Reißverschluss kaputt (hatte er mal beim Handwerksforum, Weihnachtsausstellung in Hannover vor Jahren gekauft). Die haben sehr schöne Kuhfelltaschen und mal schauen, was der Tag bringt.

Schwierigkeiten einzuschlafen, denke noch an die Dinge die vor der kleinen Reise erledigt werden müssen. Mich erfasst schon die Jahresendzeitpanik/-depression, früher als sonst. Emotional schlechte Zeit zum Verreisen. Wir brauchen doch einen neuen Hochzeitstag.

01.12. Die Schlusssequenzen meines Traums: Familienfeier, riesige weiße Gartenlauben neben dem Haus, wo wir jetzt immer die Feiern veranstalten können. Walzertanz in Dreiergruppen auf dem Wasser. Die Tänzerinnen liegen auf dem Boden und dehnen sich, es sind auch ältere dabei. Ich steige drüber auf dem Weg zum Klo. Ich habe eine Hose an und werde dort von der Gastgeberin für mein Outfit gelobt. Von meinem einen Ohrring fehlt das untere Teil, das habe ich vergessen aufzutischen, weil ich auch Extraohrringe dabei hatte. Freddy ist auch dem Rechner auf einem Video zu sehen, wie er sehr ernst erklärt, warum dieser Veranstaltungsort für die Feier ausgewählt wurde. Es war davor um Krieg gegangen, 2. Weltkrieg, ein Land aus dem keine Juden abtransportiert wurden. sondern nur Bomben fielen und das war angeblich Russland. Dann Restaurantbesuch, ich sitze neben Claudia, wir haben beide dasselbe bestellt, Geschnetzeltes mit Reis. ich habe beim Mischen einen riesigen Soßenfleck auf die Tischdecke gemacht und entferne gerade das Gröbste mit dem Löffel, sie wird vom Kellner gefragt, ob er schmeckt und sagt: geht so und fragt mich, ob sie uns Parmesan aus der Küche holen soll (weil es ist ihr alter Lehrbetrieb). Sie kommt weder mit einem Teller mit allerlei Sachen darauf, u.a. Camenbert in Würfel geschnitten und bietet ihn mir an, dass ich mir was aussuchen darf, ich werde wach.

Ich will Kaffee im Bett servieren trinke aber aus bevor ich mich hinlegen kann. Stephan hat Angst, dass er sich erkältet hat.

Schaue auf das Baumhaus der Kinder im Garten, wurde nie benutzt, war gedacht wie Hundehütte, Kinder sollen woanders wohnen, Rechnung ist nicht aufgegangen.

Am Kiosk treffe ich Nachbarn. Die Mieterin macht wieder Schwierigkeiten. Wieder 3 Monatsmieten nicht gezahlt. Soll wieder was machen. Das normale anwaltliche Geschäft kotzt mich echt an. Später werde ich ihm schreiben, dass ich ihn zu einem Kollegen schicken will. Keine Bock mehr, es macht mir Stress, den ich nicht gebrauchen kann.

Kann die Familienversicherung von einem Elternteil auf den anderen umgestellt werden, wenn Mutter gestorben ist bei meiner Behinderten? Das weiß ich nicht. Dann Fax zur Iranischen Botschaft. Den Kollegen kann ich nicht vorher fragen, ob das so richtig ist, meistens ist es das und es kommen keine neuen Erkenntnisse dabei heraus, sonst muss ich eben nachtragen. Hauptsache was machen und das erledigen. Anruf beim Bundesamt für Migration in meiner Sache Hodscha, Nummer war falsch, aber ich löse das Rätsel, bringt nichts, die Sachbearbeiterin will nicht telefonieren, sondern alles schriftlich haben und Anruf beim Gericht wegen der Kontofreigabe, die ich heute beantragen muss. Ja, muss wohl über das Gericht, werde sehen, was dabei herauskommt. Melde mich beim Therapeuten von Herrn Schwitzehand, der ihn aber noch nicht kennengelernt hat, dass die mich verständigen, wenn der abbrechen will und rufe das Sozialamt an, die Kindergeld erst mal nachzahlen und dann ihn selber, der ganz guter Dinge ist. Die 33,- weniger lag daran, dass die Strom direkt für ihn überweisen und das ist normal. In der Therapie gefällt es ihm, besser als in Wunstorf, die unternehmen wohl viel. Leider kommt meine Post an ihn zurück, weil ich seinen Namen in die oberste Zeile geschrieben habe und darunter „zur Zeit Step“. Das ist ärgerlich, aber ich versuche es nochmal.

Pronova BKK. Pflegegeld für den Sohn muss doch nicht zurückgezahlt werden. Ja, heute wird er in der MHH aufgenommen zum Bein abschneiden und wie schrecklich ist das und wie geht das alles weiter. Wenn erst mal ein Bein ab, sitzt man ja auch nicht besser. Ich muss meine Verzweiflung teilen, nachdem ich raushöre, dass die Sachbearbeiterin offenbar Bescheid weiß.

Stephan kommt mit dem dicken Paket. Der Nachbar ist als Empfänger genannt. Kläre das. Mittagstisch im Marktcafé. Vor uns in der Schlange eine Bekannte, die im Sommer geheiratet hat. Bunte, einfarbige Strumpfhose, langer Rock 7/8 und Turnschuhe. Das schaut nicht sonderlich vorteilhaft aus. Stephan steht bei der Post an und ich bin im Kinderzimmer des Jugendamtes. Die brauchen eine Kantine. Eine Kollegin zeigt ihr Kind und es wird viel gekreischt. Die sind so hysterisch wie ich bei Hunden. Ich kuschele mich an meinen Mann, der kommt als ich schon esse. Wenn Kinder bei einem bleiben ist das keine Kunst. Das ist wie Hund. Das ist keine besondere Auszeichnung. Die haben keine Wahl. Immer mehr Frauen machen einen Jagdschein wegen Bio-Fleisch. Warum fällt mir das ein? Die Bedienung nötigt uns eine Meinung ab zu ihrer neuen Einrichtung. Das Sofa war hin und löcherig und voller Milch, wie Stephan treffend ergänzt.

Betreuungsstelle am Telefon wegen neuer Betreuung. Die Frau hatte mit 20 schweren Autounfall und kann kaum reden. Ihre Eltern haben das Schmerzensgeld i.H.v. 300.000,- € veruntreut und da gibt es irgendein Urteil dazu, ihr 11 jähriger Sohn lebt bei denen. Das klingt wieder spannend. Ich habe da schon zugesagt bei einer Anfrage, Anfang Oktober und weiß davon aber nichts mehr. Lese meine eigenen Mails wie das erste Mal. So was speichere ich offenbar nicht ab und bearbeite das mit irgendeinem Teil der Hirns, was für automatische Abläufe zuständig ist. Keine Ahnung, die von der Betreuungsstelle ist auch irritiert und macht mich wieder auf Grün, d.h. dass ich wieder neue Fälle aufnehmen kann. Will wissen wie viele ich habe und das kann ich auch nicht sagen.

Elisabeth und alle anderen handele ich kurz ab. Bei Elisabeth ist es am schwierigsten und ich muss ihr mit dem ausgestreckten Finger die Tür zeigen. Sie hat 15,- € Kontoführung gezahlt wegen Barabhebungen mit Ausweis. Wenn sie die Bank wechselt, mache ich das nicht mehr. Dazwischen wieder Herr Ihme, der sich vor dem Auszug die Kaution auszahlen lassen will, davon kann er Lebensmittel kaufen und den B-Schein und neue Wohnung finden ist dann ganz einfach. Er wartet im Besprechungszimmer und spielt mit dem Taschenrechner als wäre es eine Playstation. Ich sage ihm, dass ich helfen will, aber irgendeinen Kaufbeleg muss er doch bekommen haben. Ob ich es glaube oder nicht, nein. Ich bin jetzt 2 Tage nicht da, da will ich nicht, dass er vorbeischneit, da ist die Tür hier geschlossen. Oh mein Gott, beide Kollegen rufen mich zurück- Der Iraner ist in Essen und sagt Botschaft kann nichts machen, Ausländerstelle macht das und erst mal Sorgerecht auf den Vater übertragen lassen im Iran und die Entscheidung übersetzen. Ich vergesse ihm zur Heirat zu gratulieren. Der Betreute ruft mich auch noch mal an und ich sage, er soll sich um die Unterlagen für den Deutschkurs kümmern. Für seine Einbürgerung habe ich schon 2011 geschrieben und es hackt immer irgendwie mit der Volkshochschule, „habe ich schon gemacht den Deutschkurs“, aber Nachweis fehlt stecken und an der Stelle ist es steckengeblieben. Ihm ist es angeblich wichtig, er hat Zeit, er soll hingehen und das klären. Der andere Kollege in der Mietrechtssache ruft auch zurück. Mandant will hier um die Ecke gehen, seine Homepage ist scheiße und die Telefonnummer findet man nur unter Impressum. Wie geht es ihm, Kind groß, Frau weg? Und tatsächlich ist es so, er habe sich getrennt. Die Dinge hätten so ihre Halbwertszeit. Nicht bei uns, sage ich ihm. Seit der Butterfahrt vereint. Damals war er immer im Schlepptau mit dem anderen kleinen Jurastudenten und ich habe sie für ein Paar gehalten. Vielleicht hätte er das mal probieren sollen.

Der Mann aus Ghana kommt. Der Termin um die unbefristete Niederlassungserlaubnis muss besser vorbereitet werden von mir. Ich sage ihm zu ihm beizustehen bis zur Einbürgerung auch wenn ich die Betreuung dann aufheben lasse, wenn er was Unbefristetes hat. Das bin ich ihm schuldig und vor der Wegfahrt müssen wir Gerichtspost machen u.a. mein Antrag auf Kontofreigabe, den ich zusammen schustere. Der Bruder von Frau Srilanka hat Post gebracht, alles ist schon geöffnet bis auf den gelben Umschlag. Da haben sie sich wohl nicht rangetraut. Ist ein Vollstreckungsbescheid. Autsch. Sie rief an und wollte wegen Ausgang sprechen, schlussendlich hat sie eingewilligt, dass der Einwilligungsvorbehalt wieder eingerichtet wird. Muss nicht traurig sein, dass Mahjong und Theater nicht geklappt haben. Wäre sich zeitlich auch nicht ausgegangen. Zu viel zu tun, schaffe kaum Sport.

Heute machen die beiden Neuen einen Übungskurs nach dem offiziellen Unterricht. Die hätte ich anhand der Fotos nicht erkannt, d.h. ich kenne sie beide vom Sehen, aber nicht auf den Fotos wieder. Vor 21 Jahren hatte ich noch einen anderen Nachnamen denke ich beim Nachhause fahren. Ich werde die Zeremonie mit den beiden Stofftieren nachstellen Morgen. Ich bin die Ratte, schön weiß, das Brautkleid und Stephan hatte damals auch so eine lustige XXL Mütze auf, da passt der Elch mit dem Schal. Schokolade, die sonst im Flur liegt ist in der Küche. Die Glasscheibe wurde ersetzt. Der Glaser musste wohl noch mal nachschleifen und es hat 50 Euro gekostet. Larissa ruft an und braucht Telefonsupport bei Granny Square. Ich habe sie mit reingezogen, sie hängt jetzt auch an der Nadel. Sie schlägt einen neuen Häkelkreis vor. Ich lese die E-Mail von der Einrichtungsfrau von den Kindern von Frau Borderline. Sie waren beim Vater an der Schweizer Grenze und trauen sich auch alleine da mal hin, aber der Junge hat keinen Ausweis und ich muss eine Unterschrift für die Mutter leisten. Kein Problem, mache ich, aber erst Donnerstagnachmittag oder Freitag, wenn ich wieder im Büro bin. Alex schlägt Mittagstisch bei Ekki vor Weihnachten vor. Das will ich nicht mehr reinzwängen nur den Kalender in der Staatsanwaltschaft vorbei bringen.

Pfannkuchen mit Soja und viel Ei, schmeckt besser als mit Milch und die Salzbutter und Birne statt Apfel. Wir schauen die Fotoalben der Hochzeit und der ersten beiden Italienreisen. Da waren wenig Gäste auf der Hochzeit, viele haben wir erst danach kennen gelernt, wie Susann. Harald mit der damaligen Freundin, die uns nicht mehr grüßt und man weiß nicht warum. Die fährt richtig krass Umwege, damit man auf dem Rad nicht aneinander vorbeifährt. Auch wenn Harald sagt, ich sei so schwierig, sehe ich hier den Grund in der fremden Psyche. Warum waren die Hamburger Jungs nicht da? Das muss ich heute mal erfragen. Stephan hatte komische Klamotten an und hat geraucht, sogar einen schwarz-silbernen Modering am Finger, mein Gott war das Neunziger. Gottseidank ist kein Arschgeweih daraus entstanden, obwohl der Elch dann noch besser passen würde. In dem Romalbum sind Visitenkarten des Restaurants wo wir 3 x waren, der Familienbetrieb mit den Obsttellern mit geschälten und dekorierten Obst kunstvoll mit grobem Zucker verziert, wo Sohnemann uns tagsüber auf der Straße gegrüßt hat und Mutti abends am Nachbartisch Kassensturz gemacht hat und Überschwemmung war mit Feuerwehreinsatz als „am Tisch Unterhaltung“ beim Essen. Er findet den Laden noch und die haben ihn in der Form weitergeführt bis 2012. Kunst und Krempel, Rückschau über 30 Jahre, da sind die Jungen von damals grau. Eine Vogelorgel, die im Wald gefunden wurde macht grauenhafte Geräusche. Eine tragbare Petroleum-Lampe als Nachtlicht. Wir können auch im Dunkeln pinkeln gehen. Heute muss ich im ehelichen Bett schlafen. Wenn ich gar nicht schlafe hat mein Mann auch nichts davon.

02.12. Werde dafür früh wach und gehe wieder ins Schlafzimmer, aber statt zu schlafen überlege ich alles Mögliche, welche Tasche nehme ich mit. Vielleicht wird es unser schönster Hochzeitstag, weil wir es auf einen konzentrieren. 21 geht so gut durch 3. Nach dem ersten Drittel war der Hund tot und wir haben Wien entdeckt, nach dem nächsten sind wir ins Haus gezogen und ich habe Hautprobleme bekommen (Pickel und eine schlechte Gesichtshaut) und jetzt ist heute und da hätte ich eigentlich einen Frauenarzttermin. Komisch, die fühlen sich nicht gleich lang an. Wenn ich heute kurz ins Büro muss wegen dem Ausweis für das Kind ist das sicherlich kein Problem. Das bestätigt Stephan dann auch. Ich dusche zur Feier des Tages in der normalen Glasdusche im Bad statt der Badewanne und Stephan greift meinen Vorschlag auf, dass wir ruhig mit den Fahrrädern in die Stadt fahren und die dort stehen lassen können.

Wir fahren am Innenministerium vorbei (gefühlt Händchen haltend), wo der Radweg besonders breit ist und daneben ein breiter Fußweg und keiner unterwegs. Hinter uns Terrorgebimmel und dann scheißt uns ein Rentner im Radsportdress zusammen. Nebeneinander fahren wäre gegen die Verkehrsregeln. An der Ampel holen wir ihn wieder ein und ich sage, ich habe heute 21. Hochzeitstag und fahre neben meinem Mann und wenn er schechte Laune habe solle er doch frühstücken gehen und oft helfe Kaffee. Er wieder: erst ab 6 dürfte man nebeneinander fahren und verweist wieder auf die vermeintlichen Verkehrsregeln und durch so was habe er seinen Fuß verloren. Scheint der Tag der Bein- und Fußamputationen zu sein an unserem Hochzeitstag.

Wir trennen uns, Stephan kauft die Fahrkarten. In der Staatsanwaltschaft wird das Grafitti im Treppenhaus übermalt und die Wände sind jetzt weiß. Schade wie ich finde, war es ein Imageproblem? Das vermute ich. Nächstes Jahr sollten wir zum Bahnhof und dann spontan entscheiden, wo wir hinfahren auf Hochzeitsreise. Eschede war ich auch noch nicht. Neuer ICE, wie erste Klasse. Wir sitzen alleine und können vorne rausschauen, wie Fahrerkabine. Smogei in China. Maschmeyer hat Flüchtlinge aufgenommen. Irgendein Betreuter hat da einen Job oder hat Markus das erzählt? Ich lese Stephan das Rentengutachten vor aus der Gerichtspost, dass mein ehemals Spielsüchtiger Betreuter durchgehend arbeitsunfähig war und der andere Arzt Diagnosen nicht berücksichtigt hat oder nur sehr wenig Exploration, also Verriss und Erfolg auf ganzer Linie. Latexallergie und nachlassendes sexuelles Interesse ist da zu lesen. Über das Gutachten wird er sich freuen. Später rufe ich ihn an aus Lüneburg, weil er auf der Ergebnis fiebert bzw. sehr angespannt ist deswegen und es ihn beeinträchtigt (siehe Schlafprobleme). Er bedankt sich und kommt Freitag vorbei. Lüneburg hat viele Spielhallen, die freundliche Mitarbeiterinnen suchen, Stephan schlägt vor, dass ich ein Praktikum mache. Wir finden den Weg in die Innenstadt nicht gleich. Es gibt ein Parkhaus für Fahrräder. Gleich nach der Ankunft in der Stadt Anruf der Frauenunterkunft. Frau Ruanda wirft mit Geschirr und pinkelt in den Flur und das ist unzumutbar für die Mitarbeiter. Dann nach dem Mittagessen die Klinik. Monatelang ist nichts und dann immer voll Alarm von null auf hundert. Das scheint nicht anders zu gehen.

Alter dicker, runder Backstein, sehr urig und alter Reichtum, Wohltätigkeitsverein, 14 hundert etwas schon geschlossen. Man merkt die Hanse. Auffallend viele Gehbehinderte bevölkern die Stadt. Ein altes Schulhaus und die Kinder werden abgeholt, einige wenige gehen alleine nach Hause, d.h. ohne Erwachsenenbegleitung. Der kleinste Park der Welt und es gibt rote Kackbeutel. Es ist eine schöne Stadt und eine Mischung aus Lübeck (Backstein, Durchgänge, kleine Läden) und Bamberg, viel Fluss mit Mühle und alten Häusern auf den Brücken. Märchen in Kästen werden auf normal und auf Plattdeutsch vorgelesen, wenn man einen Knopf drückt, die Puppen bewegen sich leicht, der Wolf im Bett der Großmutter atmet schwer. Die Bedienung kommt wohl aus Hamburg denke ich im Deli und betont das ganz krass mit dem Dialekt. Ach, so sprechen die hier alle? Der Sekt ist köstlich. Der süßeste Terrier mit grauer Schnauze wartet total brav vor der Tür. Liegt und geduldet sich. Frauchen war zu Beginn noch mal rausgegangen, kam ohne Leine mit Fahrrad. Sie sind zu dritt und unterhalten sich auf Englisch. So ein süßer Hund, langbeinig, schwarz-grau, Drahthaar, spitze Ohren, lustiges Gesicht. Den würden wir beide sofort nehmen. Überall ist die Gastronomie voll und jeder Platz ist besetzt. Das ist auffällig. Budni gibt es hier auch, so dass ich nicht bis nach Hamburg fahren muss, wie Stephan meint. Neon-Wolle, dicke, reicht nicht für ein paar Socken warnt mich die Verkäuferin, hab eh andere Pläne, aber danke und Zottertrinkschokolade im Dritte Weltladen sowie Plastikteelicht aus der St. Johannis Kirche sind meine Hochzeitstageinkäufe. Die Kirche ist sehr schön mit riesiger Orgel und menschenverspeisende Fischseeungeheuer auf den Säulen. Stephan wartet noch mal 10 Jahre mit dem Portemonnaie-Einkauf. Es sind nur langweilige im Programm. Die Kuhfelltaschen sind schön, aber wir haben keine Verwendung.

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Eine Kirche mit grünen Lichtringen als wir nach Hamburg einfahren. Soll das eine Mentholzigarette darstellen zu Ehren von Helmut Schmidt? Vor uns ein sehr verhaltensauffälliger Pendler, der als Koch arbeitet, der Hase anruft und die Verbindung ist schlecht, einen offenen Hosenstahl auf der Rolltreppe im Bahnhof zumacht, Selbstgespräche führt und lustige Witze und Botschaften mit seinen Kumpels austauscht, die wir mithören. Wir warten vor der Tür des Pennplatzes. Ja, ich plane so schlecht. Stephan schaut Extra-3, dann kommt Thomas. Er leitet Kommunikationsseminare, der Eskalationsprofi vor dem Herrn. Alle Achtung. Die Erdbeermütze hat neue WG. Hat sich doch gelohnt zu kämpfen. Yoga ist abgesagt am Samstag, wie blöd.

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Ein wundervoller Abend im Jellyfish mit einer ausgesprochen kompetenten und sympathischen jungen Weinexpertin, die Mona und Tony kennt. Sie ist Botschafterin des Vinho Verde und halb Französin und halb Portugiesin. Der Spüler sei die wichtigste Kraft nicht umsonst hätte Bocuse den Spüler immer zuerst begrüßt. Nächste Woche sind 3 fränkische Winzer zu Besuch. Da will Thomas mit Claudia als Begleitung hin. Das finde ich prima. Die Weingüter besucht sie oft selber und erzählt sehr lebhaft davon. Der Fisch ist vom Feinsten, es fängt so an, wie ich es wollte, japanisch. Die Fischsuppe ist der Hammer. Die Menüportionen angenehm klein, Fleisch hätte ich gar nicht gebraucht. Die Köche sehen sehr jung und sympathisch aus. Bedenklich schlecht besucht, außer uns nur 4 Gäste. So geht man Pleite.

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03.12. Werde früh wach und sehe die Jungs noch. Thomas legt mir Geld hin, aber ich habe keine Lust auf halbe Sache und es war ein schönes Hochzeitstagsfestmahl in der Gesellschaft alter Freunde und unserer Trauzeugin, die ihre Rolle echt ernst nimmt. Demenz. Marinehof macht erst um 12 Uhr auf und hat kein Frühstück. Fotoausstellung Sarah Moon in den Deichtorhallen um die Zeit zu überbrücken. Die Spinte im Erdgeschoss sind für Gehbehinderte. Im Hinweis geben sind sie ganz groß in Hamburg. Es sind 30 Spinte, aber kein Behinderter in der Ausstellung morgens unter der Woche, aber egal, Hauptsache man hat zurechtgewiesen. Viel Franzosenkram lästere ich. Anruf auf dem Handy, der Arzt, der für den Gerichtsvollziehertermin krankschreiben soll. Es gibt viele Kunstmagazine und Collagematerial zum Mitnehmen. Reich sind sie auch in der Hansestadt. Der Mittagstisch ist köstlich. Wir sitzen bei Claudia, die riesige Pfannen mit Bratkartoffeln schwenkt und parallel viele andere Sachen. Jeder Handgriff sitzt. Es gibt Kürbis mit Orangenaroma und Makadamia-Nüssen aus dem Ofen mit Fenchel-Risotto als Tagesempfehlung für 8,- €. Das ist Hammer Preis-Leistung und ich beneide die vielen Schlipsträger, die hier immer Mittagstisch machen können. Wie kann man einen kleinen Beisalat, liebevoll angerichtet mit einem Büschel Feldsalat nicht essen und auf dem Teller zurück gehen lassen? Es gibt einfach Dinge, die werde ich nie verstehen, weil sie auch nicht zu verstehen sind.

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Stephan wäre zur Bahn gegangen, wir haben aber Fahrräder vor der Tür stehen. Auf dem AB Frau Borderline: Sie will nicht nach Usedom zur Reha, zu weit weg. Ich war so unfreundlich, dass die in der Klinik gesagt haben, sie helfen nicht mehr, das soll die Betreuerin machen. So kann sie ihre Kinder verarschen, ich glaube die Geschichte nicht.

Frau Uganda ist eskaliert und PsychKG Patienten gebissen und mit heißen Wasser angegriffen, ist fixiert.

Das Chimu schließt und der Prof, der zwischen München und Hannover pendelt, ist verzweifelt. Wo kann er hingehen, wenn er alleine was essen will? Unser Hanfmenü bei Dieter ist das originellste Essen was ich je hatte. Nicht einfach Luxuszeug aufkleistern, sondern richtig Ideenreichtum entfalten. Den Rosafarbenen Sekt serviert der Mitarbeiter mit der Bemerkung: frisch gepresster THC-Saft. Die Vorspeise ist geräuchert, was auch gut passt und Dieter bastelt einen Joint aus durchsichtigem Papier mit Filter, perfekte Täuschung, gefüllt mit gerösteten Hanfsamen zum auf den Nachtisch streuen. Schmandkuchen mit Ananas auf Pop-Rocks. Das ist so viel geiler als das übliche Trüffel-Flusskrebs-Edelzeug. Pastinaken als Rohkostsalat mit Pulpo und Mango- köstlich. Der Dieter hätte Carin verdient, die dazu Weine aussucht. Er will keine Schnippelhilfe. Kalender ohne Nummer mit tiefen Fächern von Andorra.

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04.12. Anfrage wegen neuer Betreuung (kaum bin ich auf grün geschaltet). Frau, hat schon Betreuerin, aber Wechsel, ist magersüchtig und hat einen sehr dominanten Freund, der auch unter Betreuung steht. Sage Sport ab und mache mir eine Wärmflasche, beim Notar ist es nett. 4 Minuten nach 12 sind wir schon wieder unten. Mr Thang Fischsuppe und Sushi, ausversehen nicht der Mittagstisch, die fangen mit „M“ an und ich habe „C“ genommen. Die dicken Rollen sind frittiert und warm. Team Wallraff, auch Du scheiße, Theater heute, muss vorher schlafen. P-Monster sagt ab und hat Magen-Darm. Er hat gestern über neue Anwaltskanzlei neue Eigenbedarfskündigung bekommen. Das müssen wir dringend besprechen, kommt Montag.

Will Jogginghose tragen, habe ich beide verschenkt von Lonsdale. Ist auch gut so. Hatte den falschen Mantel an. Der strenge schwarze aus Wien, den hätte ich zum Hochzeitstag tragen sollen, der passte viel besser als der unförmige mit Pelzkragen, ich bin verblendet. Wie unterschiedlich Hemden geschnitten sind verstehe ich nicht. Am Körper zu eng und ganz weiter Halsausschnitt? Wenn passt das? Dünnen Frauen mit Stiernacken. Das mit dem Löwenmuster von Armani ist superweit und hat einen ganz engen Halsausschnitt. Das verstehe ich auch nicht.

Wallraff ist Esser, der in den 80ern Undercover bei Bild gearbeitet hat. Der Stoff hängt mit Hannover zusammen. Der Chefredakteur, der ausschaut wie JR Ewing und laut lacht und einen Hannoveraner Humor hat, ist gut dargestellt. Es gibt keinen Krieg auf Cuba und die Teak Wan Do Schülerin, ist die mal vergewaltigt worden und würde sie dann mit einem tödlichen Schlag töten? Der Beichtstuhl und Wulf. Diese Szenen sind gut, dann: die Kritik unterstützt nur das System und ist Teil davon, unterstützt es quasi als notwendige Komponente und die tun nur so als würden sie in einem Stück von Ibsen spielen wo es um Kapitalismuskritik und Konflikte geht. O.k., das ist sehr abstrakt. Der Theaterhund, alt, wie gemalt liegt er an der Kasse und gehört zum Inventar. Zittert wenn Frauchen weg geht. Die Lichtshow in der Cumberlandschen Galerie, der Bar, hypnotisiert. Beim Gehen hat der langhaarige Einlasstyp, der mir vorher sympathisch war und überambitioniert schon auf Gäste wartet Angst, dass wir uns einen Oberschenkelhalsbruch holen, wir dürfen nicht unter der Plastikkette durchtauchen und er siezt uns penetrant. Warten, warten Sie…..

05.12. 100te von Orca-Walen im Wasser. Muss man sich trauen, reinzuspringen, aber offenbar greifen sie nicht an. Mit amerikanischem Cousin Brock und einem anderen Typen. Die sind die ganze Zeit schon im Wasser und ich rufe sie, sie müssen mir helfen, ich will auch rein. Ganz langsam springe ich rein, Kopfsprung, das Wasser ist nicht tief und man sieht den Grund, strecke die Füße. Die Orca schwimmen vorbei, haben einen festgefrorenen Gesichtsausdruck, ist erhebendes Gefühl. Mein Bruder und Familie sitzt im Café am Wasser, ich schwimme zu ihnen um zu erzählen, wie geil es ist.

Schleifenstirnband für das Patenkind.

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Habe Aschenbecher für die Jungs vergessen. Leere den Fundus der Geschenke, eine große Trader Joe Tasche schon mal und mache einen Haufen für Weihnachten mit allem was ich angesammelt habe. Soll ich graues Lederkostüm verschenken, Steffi kommt heute Abend vorbei. Es ist toll, aber ich trage es nicht. Urwale, Kriechwale waren wie Hunde. Deswegen haben wir angeblich so einen emotionalen Bezug zu den Meeressäugern. Kalender Barbara ist dran. Der ist total schön geworden und ich habe aktuelle Prospekte aus Hamburg von der Sarah Moon Ausstellung, die ich eigentlich nicht so geil fand verbastelt und habe noch prima Material übrig gehalten. Bäume sehen oben wie unten gleich aus. Das sieht man im Winter, Äste, die immer feiner werden, ein Geflecht, wie unten die Wurzeln. Das ist mir noch nie so aufgefallen, wie die Toi Toi Toilette, die seit Monaten wohl vor dem Schuh-Outlet steht. Habe oft Tunnelblick. Diese Jahr keine Fotos der Kalender-Ergebnisse, muss auch nicht sein, nur den für Barbara lasse ich von Stephan dokumentieren. Ich esse ekelhaftes Porridge was ich im Internet bestellt habe und der künstliche Gestank verpestet die ganze Wohnung. Viele gute Zutaten hinzu, damit man es überhaupt herunterbekommt, Quark, Mandeln, Zimt. Stephan tut mir einen Gefallen und schmeißt die letzten 4 Beutel in den Müll. Danke. Er kennt mich gut und weiß, dass ich es sonst reinwürgen würde.

Hochzeitstag von Jasmin, wir haben Theaterkarten und waren jetzt so oft und total befriedigend essen. Der Wunderbrief an Sunl ist jetzt angekommen. Das hat ja Monate gedauert.

Ich habe Vogelaschenbecher für Thomas und Yunfeng vergessen, einfach untergebuddelt im ordentlichen Messyhaushalt.

Graues Wildlederkostüm, roter Wollrock musste entsorgt werden, Erinnerung an Istanbul. Sie nimmt das Dedignbuch mit, bei Turkish Airlines hat man 33 kg. Stephan kann das nicht so perfekt mit den Strecknadeln auf dem Plan. Das was sie da mal gesehen hat mit NY war sein weibliches Pendant, seine Schwester. Stephan fehlt ein Brillenglas und man kann durchfassen. Erst dachte ist, der Rahmen sei gebrochen, dann sehe ich, das Glas fehlt ganz. Schraube hat sich wohl gelöst. Wie konnte das passieren frage ich mich und Stephan: der eine stellt heißen Topf auf Glas und zerstört es, der andere trägt Brille mit Kopfhörern zum Sport….Milchreis wie früher, aber flüssiger und Biss im Reis schmeckt mir besser. Ist auch energieschonender, aufkochen und ziehen lassen. Wo liegt Innsbruck, würde gerne zu der Xenia Hausner Ausstellung. Umsonstkuntsmagazine mitnehmen aus Hamburg war aufschlussreich und jetzt wo ich lese, dass sie in einem Palazzo ausgestellt war, kann ich mir genau das Bild vorstellen, zwei junge Mädchen, eine blonde und eine Asiatin, irgendwas mit Coca Cola im Hintergrund. Der Vater war eher peinlich, aber ihr Stil hat Wiedererkennungswert und gefällt mir, auch die Motivauswahl. Innsbruck ist schön. Da will ich auch mal hin. Mir hat ja Lausanne auch so gut gefallen, das Lichterfest.

06.12. Um 9 steht Stephan auf, das im Bett liegen ist herrlich, aber es zieht mich raus. Toller Kalender für Barbara, die Qualität der Wallnüsse, Kino ist erst abends. Muss mich ranhalten mit dem Stricken. Mache Fächer zwischen dem Schmuck frei für die Kalenderordnung. DDR Kinderetui, weiterschenken, habe keine Haare und keine Kinder, finde es nur so geil, aber die Schrankfächer gehen nicht mehr zu.

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Syrischer Flüchtling, der Tiermedizin studiert hat. Er ist in der Fremde und ganz alleine. Ewig dieses Diskussionen wie schlimm das für uns ist, dass die herkommen??? Sind die Menschen so wenig einfühlsam. Was bedeutet das für die Flüchtlinge, eine Drama und Alptraum ohne Ende, wie kann man das unbeschadet überstehen frage ich mich.

Die Astor-Premiere mit Sabine und Larissa. Ich liebe die plüschige Atmo und die Stimmung mit den Bücherwänden. Man hatte es mir beschrieben, aber so in echt komme ich aus dem Schwärmen nicht raus. Wir genießen es und lassen uns am Platz bedienen. Das war so eine schlaue Idee von dem Flebbe, weniger Sitze, weil ausverkauft war es doch nie und so kann man den Platz besser nutzen als mit freien Stuhlreihen. Es geht um Sternerestaurants. Kenne ich mich besser aus als mit Autorennen. Die kochende Hauptdarstellerin, Sienna Miller nimmt man es ab. Uma Thurmann hat nur einen kurzen Gastauftritt. Die ist m.E, sowieso nur mittelbegabt beim Spieltalent. Daniel Brühl als etwas verklemmte Chefbedienung überzeugt. Der ist echt gut. Es gibt eine Beschwerde. Die Spiegeleier sehen aus wie die Augen eines toten Clowns. Der schwarze Koch, dem er in Paris mal mit Ratten und Gesundheitsamt den Laden hat schließen lassen, zahlt es Bradley Cooper heim, indem er monatelang in seinem Laden arbeitet und dann als die Tester von Guide Michelin da sind das Essen mit Cayenne Pfeffer versaut und so Rache nimmt: „Das war für Paris“. Stephan sagt, das mache ich auch immer so. Das Wetter ist so herrlich mild. Das war eine tolle Idee und er herrlicher Ausklang des Wochenendes.

Malvasia in der sinkenden Stadt

22.10. Fast 21 Jahre ist es her, dass wir geheiratet haben und sind nach Venedig gefahren ins Hotel Rialto, das weinrote direkt an der Brücke und morgens die Holzläden aufgemacht und dem frühmorgendlichen Treiben der Versorger zugesehen, Zement, Baustoffe, Lebensmittel, alles muss per Boot angefahren werden. Hat uns Marc damals zum Flughafen gefahren? Der Boot hing tief im Wasser, gefühlt unter der Wasseroberfläche. Die Palazzi am Fluss und damals war Maskenball und es war wie für einen Film gestellt. Im Flugzeug sieht die Wolkendecke aus wie eine Schneelandschaft. Dann im Sinkflug Berge schroff und spitz mit Nebel dazwischen in ein rosa Licht getaucht, spektakulär, wie ein asiatisches Gemälde. Viel Wasser, dazwischen Inseln, aber unbebaut. Heidekraut bildet ein Teppichmuster, dazwischen schlängeln sich Wasserstraßen wie Schlangen. Stephan erkennt den Lido, langgestreckt. Eine abgesteckte Fahrstecke für Schnellboote. Nein, der sind keine Fischer, die Spalier stehen, der sich Holzpfeiler. Alle wollen mit der blauen Linie fahren, wir warten auf Orange. Der Verkehrsverbund fordert einen auf das schönste Vaporetto-Foto einzusenden für einen Kalender. Das passt doch. Der Mondschein glitzert auf der Wasseroberfläche, das Abbiegen in den Kanale Grande, dieser Blick, am Ufer laufen schwarze Gestalten, der morbide Charme der Stadt hat einen gleich wieder im Griff.

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Antonio trifft uns an der Rialto-Brücke und nimmt uns mit (Stephan kennt der Eingang von Google) und stellt uns seiner Frau vor. Er hat viele Regeln und zeigt uns die Sicherungen und die Gummistiefel unter dem Waschbecken im Bad. Die Stangen, die die Stoffbahnen an den Fenstern beschweren. Er will uns zeigen, wie das funktioniert und hat lange daran getüftelt, aber die Metallstange fällt heraus und zu Boden. O.k., das dann nicht machen stellt Stephan fest und wir müssen alle lachen. Ich würde das gerne zunähen und ihn überraschen. Seine Frau macht sich etwas über ihren Mann mit seinem Vortrag und Regeln lustig. Seit 40 Jahren sind sie ein Paar, die erwachsenen Kinder leben in Mailand, der Sohn ist Architekt und die Tochter Ärztin, in der Wohnung hängen Kinderbilder. Er hatte schönes Haus bei Mailand, aber es zieht sie in die Berge. Cortina? Ich frage erst „is that a cheese“ (in Deutschland Frischkäse no name Konkurrenz zu Philadelphia fällt mir später ein), dann weiß ich es wieder: da war ich schon Skifahren mit Schwoerers in den Dolomiten, damals. Sie wohne an unterschiedlichen Orten. „When does that happen“ will Stephan wissen, so ca. nach 30 Jahren offenbar, dann haben wir noch 3. Irgendwas von einem heiligen Berg, den er brauchte und ich sage: „you’re a mountain guy“ und er muss lachen, er sieht aus wie ein Bergsteiger, lang, hager, zäh und der schwer bepackte Rucksack steht aus dem Sessel im Wohnzimmer. Wir sollen die Tür nicht aufmachen für Fremde gibt es uns noch mit und wenn er es ist, will Stephan wissen.

Wir verlassen zusammen die Wohnung, das Wasser ist nur wenige Meter entfernt, durch seine Bewegung, die nachts durch das Funkeln der Lichter bestimmt wird, lockt es einen. Hier am Platz, umringt von alten Arkaden war mal ein Markt, nebenan ist Wochenmarkt. Es gibt einen eckigen Turm und es sieht aus wie der Markusplatz in Klein. Ich bin gleich verknallt.

Wir bekommen 2 von 13 Plätzen. Die Franzosen am Nachbartisch, zwei Männer eine Frau, wollen noch eine zweite Flasche Rotwein, aber die mit den Schwänen ist alle, in Richtung Bordeaux, teuer und schlecht also. Ich lästere viel. Das Lager ist um die Ecke und von dort holen sie Sachen. Die Inhaber sind ein Pärchen, sie macht eine ernste Miene, es läuft Schweizer Jazz-Radio, überhaupt läuft oft anstrengende und traurige Musik zum Essen. Sie bekommen Streit, den sie draußen vor der Tür austragen. Touristen, ein unscheinbares Paar mit Teenagertochter haben sie um die Zeche geprellt (was man sich nicht so recht vorstellen kann) oder irgendwie hat die Bezahlung nicht geklappt, sie rennt raus nachdem sie in den Umschlag geschaut hat, aber die sind schon vor 10 Minuten gegangen. Sie müssen ganz viel außen abbauen, die Tafeln, die Glaslampen, die vielen Pflanzen, z.T. Hängepflanzen und immer dort zickigen sie sich an, man hört es nicht, sieht es nur. Es gibt Butterkekse, die man in Süßwein dippt in S-Form, d.h. ein recht offenes S mit wenig Kurven nach außen. Es ist die Form des Canale Grande. Noch ein schneller Sprung aufs Vaporetto, wir schlendern zurück durch ein studentischen Stadtteil. So was haben wir damals, als wir selber Studenten waren gesucht und nicht gefunden. Sehr große Kirche, die wir am nächsten Tag für 3,- € besichtigen. So was haben die hier gebaut als Columbus Amerika entdeckt hat stellt Stephan zu Recht bewundernd fest.

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Das Schlafzimmer ist schön dunkel und die Gardinen in den venezianischen Farben, wie ich sie nenne, blau, rot grün. Die Wohnung ist geschmackvoll eingerichtet und es gibt auf ein Schlafzimmer 2 Bäder und einen Bewegungsmelder mit einem dezenten Licht im Flur. Meine Eltern würden es lieben hier. Schöne Details, auch Murano lässt schon grüßen u.a. an den Türgriffen.

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23.10. Morgens stehe ich immer früh auf und mache Collagen. Es ist die schönste Zeit des Tages. Ich koche mir Tee. Die Gastgeberin hat uns Kekse in den Schrank gestellt „con burro“ von einer Mathilde Vincenzi und die nehme ich am Ende der Reise mit nach Hause und genieße sie in Hannover.

Der Platz hinter dem Wohnzimmer ist beliebt für Touristenfotos (wie wohl fast ein jeder Platz der Stadt) und man kann sie beobachten, wie sie sich wechselseitig ablichten und hat eine öffentliche Toilette (die Hinweisschilder führen uns nach Hause), es gibt außerdem einen Laden mit stylischen Lampen sowie einen Blumenladen, der unseren Namen trägt. An der Rialtobrücke ist eine riesige Dieselwerbung, die auch sehr beliebt ist als Fotomotiv.

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Wir suchen das Café auf Stephans Plan, was bei uns um die Ecke ist und schon um 8 Uhr geöffnet hat und gehen in ein Eckcafé als ich die Geduld verliere. Gehen in den ersten Palazzo mit polnischer Kunst. Eine Installation, die aus geschnittenen T-Shirt Fahnen bastelt, mal polnisch und mal deutsch. Dahinter läuft ein Video. Dann der erste Palazzo (Tiepolo Passi) mit Glas. Kissen aus Glas, die man sogar vorsichtig anfassen dürfte. Der Glasstuhl steht auf dem Kissen. Herrliche Räume, der Blick, der Fußboden und de Türen sehen aus wie ausgehängt, aber die sind schräg und im Fußboden befestigt. Leider habe ich das nicht vernünftig fotografiert.

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Der nette Typ mit dem Retroschmuck, der mein gutes Auge lobt. Der Goldring, der nicht aus Gold ist, was auch klar ist beim Preis, muss noch mal rausfinden welches Metall das ist. Lobe wieder den Terrazzoboden. Der sei mit Schweineblut und Sand gemacht, ist das Seemannsgarn frage ich mich. Ich kenne mich aus mit Blut und das verliert die Farbe. Anderseits in Lübeck erzählen sie was von Ochsenblut. Vielleicht ist da was dran. Er betont immer Männerschmuck. Wächst mir dann ein Penis, wenn ich den Ring trage. Er empfiehlt sein Stammcafé an der Ecke. Da ist ein Plan der ganzen Collateriali mit Beschreibung und Öffnungszeiten an der Wand. Den sehen wir nicht, aber gibt es tolle Tramezzini (unsere ersten) und ein Sandwich mit frittierter Zucchini-Blüte, von dem ich die ganze restliche Zeit schwärmen werde. Ein Dandy sitzt am Tresen und trinkt ein Bier, er hat zwei sehr gut frisierte Cocker und die Cocker auf dem Tertazzoboden ist ein Traum (leider ohne Foto, außer in meinem Kopf). Ich glaube wir gehen noch in ein Museum (Ca‘ Rezzonico) und ich denke, Fotos sind verboten und das war aber nur auf den Blitz bezogen und mache keine Bilder von den tollen Intarsien-Tischen mit Tieren, u.a. Hase, Ratte und Schnecke. Es gibt Meißen-Tassen wie Alice im Wunderland und eine alte Frau mit hängender, faltiger Brust in die eine Schlange beißt in Marmor. Auch schön.

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Basilica Santa Maria Gloriasa dei Frai und noch eine Kirche dabei mit sehr perspektivischem Deckengemälde (San Pantalon), unerwartet und „Learn by the Masters“ im Palazzo Bembo, gleich bei uns gegenüber. Große Ausstellung, bekomme Stofftasche geschenkt vor einer Frau, die da arbeitet und mich offenbar sympathisch finde. Sie erzählt, dass sie es einen Teil 2 gibt und erklärt wo der ist und, dass sie eine Stiftung seien, die ich mit den Themen „space, time and existence“ (wenn ich es mir richtig gemerkt habe) auseinander setzen würde und ich: na dann, das ist ja quasi unerschöpflich. Stephan gefällt Eternal Light und sie erzählt, es waren gestern Russen da und der Typ will sich das für zuhause machen lassen. Seine Frau mochte es gar nicht, aber er solle machen. Ins Apartment und den Prosecco töten. Dann essen gehen. Auf dem Weg kaufe ich zweifarbige Schuhe, die hier gefertigt werden. So bequem. Handschuhe habe ich morgens gekauft und neben mir eine Frau, die mit ihrem Freund österreichischen Dialekt spricht. Sie haben die Koffer dabei Ich sage: die Handschuhe hätten Sie auch in Wien kaufen können. Sie versteht den Witz und sagt: sie sei aber nicht aus Wien. Sie ist humorlos, der Freund guckt interessiert.

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Die Suche nach dem Restaurant, wir laufen systematisch die Gegend ab, ich wäre hier verloren. War eine Empfehlung aus Slow Food, aber irgendwie Nepp, sehr schwer zu finden, so dass wir es dann sofort nehmen. Tischsets aus Papier, ein Kellner, der in allen Sprachen schreit und einen Meeresfrüchtesalat bei dem die Tintenfische mit Gehirn serviert werden. Stephan macht auf Hardcore, aber noch nicht mal mir schmeckt es. Der Kellner an der Aufschnittmaschine tut so als würde er vögeln, wenn er Schinken aufschneidet. Der Limoncello ist lecker. Wir kriegen zwei, weil sie die Beilagen nach dem Essen serviert haben.

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Ich habe eine Idee für meinen Biennale-Beitrag. Cocker gegrillt, in der Mitte aufgeschnitten mit Gehirn und die Kellner die servieren haben Cocker-Frisuren.

24.10. Beim Basteln fällt ein Groschen. Vor 25 Jahren habe ich ein Foto gemacht vor einem Plakat: Caputo und Grundig. Das ist eine Elektrofirma in Venedig und die gibt es immer noch.

Das Eckcafé was ab 8 Uhr geöffnet hat serviert keinen Kaffee, nur Wein. Das ist auch gut. Die kleinen Schnittchen sehen toll aus, aber wir gehen weiter. Wir denken bis mittags, dass wir eine Stunde länger hatten, aber die Zeitumstellung ist erst Morgen. Haha. Wir entdecken ein tolles Café mit Croissants Integrali con Miel und hier ist alles lecker und schön im Stehen. Die machen Kaffee für andere Häuser entdecke ich im Laufe der Zeit und haben es echt drauf.

Viele Palazzi, der Palazzo Fortuny ist toll und ich hätte länger ausharren sollen, die Sonnenterrasse und auch der Aquarellfilm auf roten Kinostühlen wie ein animiertes Stillleben, At Night heißt der Film und zeigt Szenen, die einen berühren aber auch die Vergänglichkeit. Fängt an mit brennender Kerze Holzhaus, Lichter gehen an und aus, Boote aus dem Wasser, erleuchtete Brücke, Riesenrad, Sterne, immer wieder Menschen, die die Augen schließen und die Falten werden tiefer und die Entspannung wohl auch, das loslassen, Schlaf, ein Weihnachtsbaum mit Lichtern, am Ende geht die Kerze aus und es gibt Rauch, der auch vergeht. Den hätte ich noch mal schauen sollen. Er war das schönste für mich. Man Raysee ist ein Franzosen, der nur bedingt Sachen machte, die mir gefielen. In dem Pavillon von Aserbeisschan ein Verarschungsvideo, in dem erklärt wird, dass man einen Stoff gefunden hat, der sich um die Holzpfeiler legt und diese versteinern lässt um Venedig zu retten. Ein anderer Tourist hält es für echt. Das ist Kunst und keine Wissenschaft. Eine Katze im Garten entdeckt den Spiegel.

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Glasstress beeindruckt mich schwer. Der 5 Meter hohe Lüster aus schwarzem Glas mit gläsernen Überwachungskameras, auch die Hieronymus Bosch artigen Tiere, das Wurstkreuz vom Erwin Wurm, die gläsernen Krücken, die Spielothek Kirche und die bösen Marionetten. 4 Tramezzini und 4 Cafe für 10,- € im Stehen am Tresen. Überall spielen sie zum Essen traurigen Jazz. Musik, dass man heulen will.

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Um 16 Uhr nach Hause und dann auf die Insel zum Essen. Zuerst noch die Gegend um das Krankenhaus. Flohmarkt macht keinen Sinn, wenn man die Sprache nicht kann. Second Hand ist mir zu teuer, 250 € für alten Wollmantel. Da habe ich besseres und ja auch schon eingekauft. Schönes Pflasterparkett haben sie hier, gut zum Laufen. Die Bootsfahrt ist toll und an kleinen Inseln vorbei auf denen nur Ruinen stehen. Außerdem uns nur 6 andere Gäste. Die Frauen, die hier kochen sollen haben schlechte Laune und Streit mit den männlichen Kollegen. Die Wassergläser sind schön und passen gut in die Hand (nicht rund, sondern angepasst). Mit den Dorfjugendlichen und einem Hütehund fahren wir zurück.

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Zuhause merke ich, ich habe mein Seidentuch verloren, was ich immer auch nachts trage, (und was ich jetzt noch mehr liebe, ist klar). Im Bett fällt mir ein, dass Stephan in der Kirche bei uns um die Ecke war und die kostete Eintritt und das wollte ich nicht und habe auf den Stufen gehäkelt und zu ihm gesagt: Du gibst den falschen Leuten Geld. Mein Hintern wurde kalt und ich hab das Seidentuch untergelegt und er kam raus und fragte, ob ich schon Geld bekommen hätte. Ich springe auf und wir gehen Schokoladenwerkzeug einkaufen für einen Haufen Geld, aber es ist toll gemacht und die Schrauben sind funktionstüchtig, außerdem hoffen wir damit Daheimgebliebenen eine Freude zu machen. Mein Schwiegervater bekommt eine Wasserzange, weil er davon wohl eine Sammlung im Keller hat, laut Stephan. Dabei ist es passiert. Ob es Sinn macht jetzt zu schauen, mitten in der Nacht. Stephan verneint und steht dann halb wütend, weil ich nerve auf, ich springe in eine Leggings und begleite ihn. Das Metallgitter vor der Kirche ist offen, auch wenn sie geschlossen ist, das hatten wir schon mal ausprobiert und mein Tuch liegt auf den Stufen, farblich getarnt. Ich kann mein Glück nicht fassen und Stephan meint, ich soll Morgen eine Kerze anzünden.

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25.10. Bemerkenswert sind Menschen, die alleine in einer Gondel fahren bzw. sich fahren lassen und sich ausschließlich mit dem Selfiestick beschäftigen. Stephan verrät mir als wir schon losgegangen sind, dass ich heute zuständig sein soll. Ungünstig. Dann machen wir erst mal die beiden Palazzi, die ich gestern nicht mehr geschafft habe. Museum Academia, ich denke, dass gefällt ihm. Alte Meister. Wimmelbilder der Renaissance-Zeit. Guggenheim hätte man sich sparen können. Voll mit Touristen und ich wollte rein wegen Jackson Pollock. Das sind 3-4 Bilder. Eine Möwe glotzt dreist zum Fenster rein. Erst hat mein Mann keine Meinung und anschließend dann schon und weiß, dass hätte auch Montag offen gehabt.

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Ich verstehe die Länderpavillons nicht. Scheinen einzelnen Geldgeber zu sein, die einen Kurator sich nehmen oder sich irgendwelche Künstler holen, wie Manchester United. Ich bin vielleicht zu sehr Expo, dass ich denke, es sollte einen Länderbezug geben. Ich hätte auf jeden Fall Harland Miller genommen. „Wake up and smell the coffin“. Die Bilder hätten herrlich in einen Palazzo gepasst, überhaupt sieht hier gut aus, auch Altpapier an die Wand genagelt hätte was Erhabenes. Apropos Altpapier. Ich liebe die Müllabfuhr auf Booten.

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Mit dem Boot fahren wir am Bahnhof vorbei. Schlimm, wir haben Autos gesehen. Krankenwagen, die sammeln die Reste vom Marathon ein. Wir fahren vorbei am jüdischen Stadtteil, Menschen essen Vorspeisen am Kanal. Ich will aussteigen. Restaurant Ganm Gam. Es gibt Hummus mit Fleisch und Pinienkernen, was Larissa und Sabine neulich für mich gekocht haben und totleckeren Tee aus Ingwer, Minze und eine Zimtstange, dazu koschere Kekse. Der iranische Pavillon gefällt mir am besten. Saddam Hussein in Space, die Assemblagen zur Seidenstraße und eine Video mit Filmausschnitten von heulenden Frauen mit Scheibenwischern davor. Das würde Christoph Giradet gut gefallen könnte ich mir vorstellen.

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Boote wie Autos von der Tür parken, große Schlüsselbundanhänger mit einem Außenbootmotor von Honda (wollte ich mir eigentlich kaufen, aber gut, das nicht), die oben schwimmen, wenn man sie ins Wasser fallen lässt, wie mir Stephan erklärt, falls man sie vor der Haustür fallen lässt. Die wirklich vielen Hunde haben keinen Baum zum gegenpinkeln und wenn sie Dominanzscharren ist es zugleich Nagelpflege. Die Hundekacke ist mitunter auf den Brücken verteilt wie Nutella. Manche Häuser haben eine private Brücke aus Stein zu ihrem Haus. Das Geheimnis der Thunfischtramezzinis ist mir jetzt auch klar. Es ist die feine Creme, die sie daraus machen, wahlweise mit Olive oder Perlzwiebeln. Die italienischen Männer erinnern mich langsam an Cocker, gute Frisur, große Nase und Ohren, nahe am Wasser gebaut, also emotional und selbstverliebt. Die Italiener lieben sonst Dackel, die unerzogen alle tyrannisieren. Das macht allerdings die allerbesten Mischlinge. Da sind wir uns einig, mehr kurzbeinig und wenn der Dackel sich durch die Cocker vögelt, tut es beiden Rassen gut. Der Cocker ist nicht mehr so dröge und der Dackel entspannter und verträglicher.

Der riesige Drahtkopf in der Kirche San Gorgio Maggiore und die verzerrten Marmorköpfe nebenan sind sehr toll. Daneben klassisches Glas und man versteht, wie die Fährte gelegt wurde für die Glasstresskunst von heute. Auch in den 50ern hat man hier schräge Sachen aus Glas gemacht. Dann die Fotoausstellung in der Galerie Tre Oci aus der Perspektive von Frauen, auch hier schaue ich im Nachgang gesehen, nicht gründlich genug. Stephan bekommt auch einen tollen Mosaikfußboden.

Verkehrte Welt. Wir drängen uns im Urlaub auf überfüllten Booten und dann denke ich, warum servieren die nicht Chai auf ihren Fähren, wie die Türken. Das ist viel entspannter und besser.

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Langsam schnalle ich auch, wie krass der Kontrast ist: die Menschenmasse, die sich wie aus einer Tube gedrückt durch die Haupttouristraßen drücken und wenn man einmal um die Ecke biegt, ist man alleine. Georgstraße mündet direkt im Dunkelberggang quasi.

Abends gehen wir in eine szenigen Laden (Al Timon) mit leckeren Weinen und Cichetti. Das sind kleine Schnittchen, liebevoll dekoriert, eine Scheibe Weißbrot mit Fischpaste oder Käse und eine Anchovie, die aber nicht fischig, sondern lecker säuerlich schmeckt. Sie kosten alle 1,- € und man sucht sich welche aus am Tresen und wir trinken uns durch die Weine. Sie sind alle gehalten von einem Zahnstocher, was eigentlich praktisch ist, es sei denn man will sie teilen, wie wir. Das jüdische Essen war recht spät und wir sind noch satt. Probieren es trotzdem in einem Restaurant, aber wir bekommen keinen Tisch und Morgen, also Montag, haben die zu. Die einzige Frau, die hier arbeitet mag mich und ignoriert Stephan eher. Es gibt natürlich auch viele Touristen, wie überall und die Studenten gekommen Hauswein in Plastikbechern und setzen sich auf ein angrenzendes Boot. Sehr stimmungsvoll und lecker. Das Trzesniewski von Venedig quasi. Als ich Mirjam in Hannover eine Cichetti-Bar vorschlage sagt sie zu Recht, die Hannoveraner würden lieber für 1,60 € ein Mettbrötchen essen und sie hat Recht. Als wir darauf bei Karin Klemme mittags was essen und die Mettbrötchenauslage sehen müssen wir an sie denken. Wir finden es so toller und der Mond scheint und jeder Teller voll mit den Schnittchen und 2 Gläsern Wein kostet 13,- €.

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26.10. In der Wohnung ist immer ein dezentes Brummen und nach ein paar Tagen schwankt alles. Man steht auf dem Balkon eines Palazzo und schaut aufs Wasser und hat das Gefühl eines Erdbebens, alles schwankt, die Räume schwanken. Das Bett ist ein Ponton und man kracht gegen die Holzstäbe, wie das Vaporetto beim Anlegen. Es fühlt sich an wie Butterfahrt. Morgens gehen wir immer in unseren Stammladen. Es ist einfach lecker dort und wir probieren uns durch die Croissants, die sie hier Brioche nennen. Franzosen verarschen. Gefällt mir. Ich verstehe auch, warum die Italiener hier auch im Tresen Kaffee trinken. Die Profis machen den Espresso so, wie man ihn zuhause nicht hinbekommt. Die Maschine läuft den ganzen Tag und die machen nichts anderes. So kriegt man das nicht hin, wenn man nur einen macht und wozu bei den Preisen und ein Schwätzchen kann man halten und ist dann nach wenigen Minuten erfrischt. Ich mag die bunten Kaffeemaschinen für Zuhause, Tiroler Hut usw.

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Nach dem Frühstück gehe ich in die Bar und da Alkohol noch nicht geht trinke ich fiese Arancina und die Cichetti hier, die noch liebevoller gemacht sind, aber viel mit Fisch, was Stephan morgens zu krass ist. Mit Limo statt Wein kostet dann 12 statt 13,- €. Zweites Frühstück.

Wir fahren nach Murano. Eine Katze in einer Box auf einer Sackkarre muss auch mit über die Holzstege. Warum machen die eine Mauer um die Toten. Die können doch nicht abhauen. Hier gibt es mehr Bäume und tolles Glas, auch in den Geschäften. Ab einer bestimmten Größe sind die Sachen halt cool. Auch die Gläser von neulich Abend, die eine Marke tragen. Hier ist mein Lieblingsrestaurant dieser Reise, Alla Vecchia Pescheria, zufällig gefunden vor der Ausstellung in die wir wollen und die noch nicht geöffnet hat, an einem Platz in der Sonne und ich esse die besten Spagetti Arabiata meines Lebens auf tollem Glas. Auf dem Klo sind winzige Glastiere in den Fußboden eingelassen. Glasstress Teil 2 und ich quengele, so dass wir nicht noch mal Eintritt zahlen müssen und der Typ uns durchwinkt. Ein Video von schimmelnden Erdbeeren und eine „Duck Church“ neben anderen tollen Tieren aus Glas, Hunden, Affen, Mammuts. Am Strand von Murano lauter vom Wasser bearbeitete Glasstücke. Toll. Die schmeißen bestimmt Tonnen von den Glasresten ins Meer.

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Hier habe ich noch nie ein Eis durchgestrichen gesehen an einer Eingangstür zu einem Geschäft. Das kann man hier nicht bringen, so eine Food-Diskriminierung in der Heimat von Speiseeis.

Ein Opa holt eine Enkelin ab. Die fragt: „la Mama?“ „A casa“. Der Opa trägt dann Schulranzen und Instrument und die Enkelin nimmt seinen kleinen Hund.

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Stephan lässt mich einmal für 5 Minuten alleine und ich werde von einem einheimischem Pärchen angesprochen während ich in einer Seitengasse auf den Stufen einer Kirche häkele, ob sie ein Foto machen dürften, weil das so toll aussehen würde, besser als alles was es auf der Biennale zu sehen geben würde. Er kommt aus Sizilien und lebt seit 5 Jahren hier, sie kommt hierher und war nur zum Studieren weg. Ich sehe eine handgeschriebene Liste mit Preisen. Sie verkauft gerade Sachen ihrer Oma um die Wohnung renovieren lassen zu können. Sie sind beide gläubig und es würde so aus mir heraus strahlen. Wir seien das kreative Werk Gottes und daher selber kreativ, aber viele würden es unterdrücken wegen dem was die anderen sagen, die Konventionen, die Eltern und ich würde einfach zeigen, was in mir steckt. Das sei so toll. Ich bekomme auch viele Zweifel, gerade auch von meinen Eltern, die das alles nicht verstehen. Ich empfinde es als himmlische Botschaft zweier Engel, wie der Engel der Verkündung, die mir eben diese Botschaft verkündigen, dass der, der mich erschaffen hat meint, ich mache das richtig so, schließlich hat er mir die Ideen eingepflanzt was man alles auf dem machen kann was einen umgibt.

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Ein Film auf riesiger Leinwand, wie David La Chapelle als Film und wieder mit die Hieronymus Bosch Tiere. Vorne Mops und hinten Tintenfisch oder eine Möwe mit 2 Babyrobben als Köpfe, Fischkopf auf Schwein. Sehr schräg. Dazu Pradamode und Opernmusik. Das reinste Opernvideo, passte wie eine eins. Toller Film. Draußen ist Vollmond über dem Wasser und der Stadt. Stephan sagt, man würde jetzt gerne eine Schulturnhalle oder eine Parkgarage aus feinstem grau3en Beton sehen, damit sich das Auge etwas erholen kann.

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Abends in die Stammkneipe. Wir warten draußen auf einen Platz und wollen auch das Fleisch und die Pasta probieren (beides köstlich, vor allem die Gnocchi und die Nachspeisen). Venedig-Halloweenmaske am Nachbartisch. Hier ist das gruselig und macht hier mehr her als in der List.

Lampion oder so ähnlich wollen wir wissen. Red and lives in the woods ist die Umschreibung. Der Kellner mit Bart und Hitze, seine warm Hand gegen meine kalte, der immer kurzen Hosen und T-Shirt trägt, bringt uns eine Himbeere. Etliche Deutsche, die aber offenbar davon ausgehen, dass sie die einzigen sind. Am Nachbartisch höre ich „Plastikflasche mit Vogel auf dem Kopf“, wie der junge Mann das sagt, nachdem er sich über seine Vorlieben, wie er gerne Fleisch isst, ausgelassen hat. Gestern war eine da, die hatte ein Stück Holz auf dem Kopf mit 3 Korken. Wer kann das gewesen sein? Ich rege mich auf über den Idioten. Gut, dass ich heute die gegenteilige Botschaft auch hatte und wie Stephan meint, immerhin hat er genau hingeschaut.

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27.10. Zum zweiten Mal lasse ich den Prittstift offen und er trocknet ein. So wird man sein Zeug auch los vor der Rückreise. Hat ganz knapp gereicht für die letzten Postkarten.

Morgen ist wieder Geldausgabetag. Ich muss mich wieder da rein denken.

Die haben hier echt leckeren Prosecco. Bei uns ist das immer das allerschlimmste schlecht schmeckende Kopfschmerzzeug was es bei Vernissagen gibt. Würde gerne welchen für Zuhause bestellen, erst karren sie das alles her auf Booten und dann wieder weg zum Ferrovia zu mir.

Man ist am Ende des Tages verwirrt was man alles gesehen hat und kriegt es nicht zusammen, auch die Reihenfolge. Der Schwanz sah noch ganz normal aus und wäre bei der Musterung durchgegangen, aber die Hoden, kreisrund wie zwei Flummies an geraden Bändern aufgehängt. Das war schon auffällig. Wo war das noch mal?

Die letzten Palazzi und 3 Glasringe u.a. der schottischen, in dem die Aquarelltotenköpfe zu den bunten Glaslampen passen und den mit Kunst aus Aserbaischan. Sehr bunt und toll und nach unserem Geschmack und schon 50 -70 Jahre alt. Ich liebe neben der Müllabfuhr die DHL Boote sowie einzelne, luxuriös aussehende Holzboote.

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Stephans T-Shirt von 1994 ist tatsächlich aus dem Palazzo Fortuny. Toll. Er findet den Laden, die Mirjam empfohlen hat, Osteria alle Testiere. Ich würde mich so verlaufen. Die neureichen Russen (älterer Mann mit dunkler Brille, junge, operierte Frau und 12 jähriger Sohn), die eigene Pasta mitbringen, die dem Kellner dunkle Spagetti in die Hand drücken, die sie selber mitgebracht haben. Der Kellner guckt als wäre es Hundescheiße und hält es weit von sich weg. Sie erklärt ihm wiederum, dass sie kein weißes Mehl essen. Wir und die Kellner und die Italiener am Nachbartisch bepissen uns. Der Kellner kommt noch mal raus weil der Koch wissen will wie er das kochen muss. Der Mann bestellt zum Nachtisch den Pistazienkuchen. Noch ein Wein mehr und ich hätte gesagt, „cook at home, bitches“. Neben uns auf der einen Seite Engländer mit den 3 kleinen Kindern, die Tochter isst den Parmesan auf während die Eltern mit den Meeresfrüchten abgelenkt sind. Finde ich mutig mit 3 so kleinen Kindern essen zu gehen, die schnell die Geduld verlieren, Purzelbaum auf der Bank machen und mit denen man nicht verhandeln kann, aber wenn man das irgendwo machen kann, dann hier. Auf der anderen Seite eine italienische Familie mit 2 Töchtern. Es kommt noch eine Freundin mit ihrer Tochter und sie sitzen eng. Ich finde es toll, wenn 7-jährige einen Teller Muscheln als Vorspeise bestellen. Es ist alles totlecker und ich esse was reingeht, sonst muss ich noch in einen Palazzo.

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Mein Resümé: Paris soll die Stadt der Liebe sein? Etwa genauso wie Hamburg oder Barcelona, aber Venedig ist romantisch und dem kann man sich nicht entziehen. Außerdem ist es morbide ohne Ende und der Tod und die Vergänglichkeit sind allgegenwärtig.

Zuhause finde ich den handgeschrieben Empfehlungszettel von Steffi (was ich nach ihren Erzählungen aufgeschrieben habe) und jetzt sagen mir die ganzen Namen von der Liste alle was. Ich sage nur: „The Union of Fire and Water“. Der eine Name, der mir nichts sagt, den haben wir auch nicht gesehen, weil er schon zu war.

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Unsere Hochzeit auf italienisch

Zu Fuß ins Apartment und ich freue mich erst und sammele Müll ein und freue mich über die Madonnenschreine auf der Straße und die hellblaue Schleife, die wohl die Geburt eines Kindes im Haus anzeigt und fluche dann viel, so dass Stephan völlig durchgeschwitzt bei den Gastgebern ankommt mit den Worten: „I made a mistake“. Sie sind entgeistert und bieten uns kaltes Wasser und Caffe an. Wir fragen unterwegs Rentner, die praktisch auf der Straße wohnen. Man blickt direkt in ihr Wohnzimmer, wo sie neben der Schrankwand am Esstisch sitzen, er im Feinripp. Mit Handzeichen zeigt er die Via, die wir suchen und will dann eine Zigarette. So will ich auch enden. Das Apartment ist eine Oase in der heißen und hektischen Stadt, direkt an die Mauer des Domes gebaut mit einem Innenhof und Dachgarten. Die Gastgeber sprechen nur italienisch, sind aber sehr nett und bemüht. Er ist Fotograf und war schon überall auf der Welt. Sie schlafen bei offener Tür. Wir sind eine entspannte WG. Er empfiehlt die Kirche Misericordia (die 7 Wohltaten des Körpers und des Geistes) mit Caravaggio Bildern und gleich treffen wir ihn unten vor der Tür und er gibt bei seinem Kumpel, einem Antiquitätenhändler ein Zitronen-Granité aus, bei dem man ein Stück Zitrone als Löffel verwendet. Heute ist Pride Napoli. Das passt ja wie Arsch auf Eimer. Ich dachte zuerst, es seien Marshmellows auf der Pizza, aber es ist der weiße Käse…. Am Platz Bellini gibt es arabischen Tee und überall häkele ich Darm für Karin. Zum Abendessen folgen wir seiner Empfehlung und essen typisch neapolitanische Küche. Pasta mit Meeresfrüchten und eine Flasche Rotwein. Die Kirche, die ich aus dem Film kenne ist gleich in unserer Nähe und wir sehen sie schon mal von außen. Im Innenhof neben unserem Apartment lebt ein Mädchen, die selbstbewusst auf mich zugekommen ist und eine Frage zu meinem Katzenhütchen hatte. Bis tief in die Nacht hört man sie auf dem Innenhof rufen. Es ist praktisch ihr Kinderzimmer.

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Die Backwaren sind herrlich und Kirchen gibt es so viele, dass manche auch einfach vor sich hin verfallen mit Taubenkot den man als Dünger abbauen könnte. Ich liebe die Bodenmosaike. Bei Caravaggio gibt es Headsets und eine obere Etage voller Kunst und toller Möbel. Ich kaufe eine gehäkelte Schnecke auf Drogen. Es ist ein Projekt zur Unterstützung von Behinderten. Das muss mir keiner groß erklären. Sie eignet sich sehr gut für Fotos aller Art und ich setze sie als Reisemotiv ein. Es gibt neben den Kirchen den ein oder anderen Klostergarten. 3 Ableger nehme ich mit nach Hause. Ich verstehe jetzt den Neapel-Film besser, die Mutter von Don Domenico hat eine Krippe und die Figuren stehen nicht richtig und Filumena muss den Esel woanders hinstellen. Auch Balotelli als Krippenfigur. Da werde ich fast schwach, aber die sehen nur in der Gruppe gut aus. Ein Behinderter verkauft Lose und hat einen dicken blauen Wellensittich, der weiß was er zu tun hat und Fremden auf die Hand springt als Beitrag zum Lebensunterhalt. Als Stephan ihn bei sich auf dem Arm hat, weil er an mich nicht rankam, dreht er sich um und sagt Ciao. Die Hitze verändert den Geist und das Lebensgefühl. Viel Männer mit dickem Bauch und nacktem Oberkörper auf den Balkonen und ich laufe auch ohne Schmuck mit dem langen T-Shirt durch die Wohnung des Gastgebers, quasi nackt. Es gibt Meeresfrüchte auf der Straße. Die Muscheln spitzen Wasser im Strahl wie Männeken Pis. Die Holzdecke in unserem Zimmer ist bemalt und ich sehe überall nur italienische Nachspeisen, Tiramisu und Profiterol. Ich entdecke Lindt Fruchtgelees, die ich nicht für echt halte und Stephan freut sich, dass der Zebrastreifen gepflastert und nicht gemalt ist, was mir nicht aufgefallen wäre.

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Archäologisches Nationalmuseum am Nachmittag. Marmorfiguren 5 Meter hoch. Vorhaut aus Marmor sage ich immer. Pompei hat unglaublich moderne Möbel und Schmuck, alles könnte von 2015 sein, ist aber 2000 Jahre alt, hat aber auch viel mit Penis, auch schlecht gemalt, zu tun. Fliegende Penisse mit Glöckchen. Stephan entdeckt eine Latte aus Marmor. Ich verstehe ihn erst als ich sie sehe. Es ist ein Gewand bei dem der Faltenwurf, der an dieser Stelle eine Ausbeulung zeigt. Die Barbaren aus Marmor, aber auch die Hunde, haben es mir besonders angetan. Außerdem das charmante Müllhäuschen aus Marmor und natürlich die Mosaike. Immer wieder Kaltgetränke. Ein Typ um die 70 mit seinem Vater, um die 100 (die Abstammung ist unverkennbar), der Anzug trägt, alles sehr abgewetzt und Alki ist, ohne Zähne, aber Hemd, Kragen ausgefranst und Weste, Anzughose und braune Lederschuhe Größe 34.

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Second Hand kann man woanders besser, zum Beispiel in Wien. Wir fahren Bus zum Hafen schwarz und landen zufällig beim angesagten Pizzabäcker der Stadt, wo immer eine Schlange vor der Tür ist in der Altstadt, der hier eine Filiale unterhält. Hier gibt es Mozarella satt. 1 kg auf Pizzabrot mit frischen Tomaten für 4 Personen, sehr eindrucksvoll. Es sind Italiener aus NY da. Abends gibt es Baba bei dem Don um die Ecke. Er scharrt die Männer um sich und lässt sie verschiedene Botengänge und Erledigungen für ihn machen, alle vorbei kommenden grüßen ihn unterwürfig und seine dicke 11-jährige Tochter hat das Selbstbewusstsein einer Königin. Sie macht Tanzmoves und drückt die Speckfalte raus, an der Stelle wo bald ein Busen wachsen wird. Er ist dick und hat Speckfalten im Nacken. Alles klar. Stephan isst Baba und Strega. Nachts wieder die Kleine, deren Stimmen uns schon vertraut ist, die mit der Familie auf dem Hof lebt. Die Eltern betreiben bestimmt eine der Gastronomien am Platz. Dann die Müllabfuhr und die randalieren wirklich.

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Morgens kaufe ich Waschlappen und es gibt üppiges Frühstück beim Don an der Ecke. Die Bedienung von nachts arbeitet wieder und erinnert mich an Eileen aus Berlin. Ich hatte das erste Mal dienstlich eine mail zu schreiben. Ein Stadtstreicher wäscht sich am öffentlichen Brunnen und man sieht den nackten Arsch. Das haben schon die anderen alle fotografiert. Der Puppenspieler ist auch köstlich und erinnert mich an Being John Malkowich. Museum für moderne Kunst, heute ohne Eintritt. Ich finde wieder Kunst für das Büro im Müll, ein kaputter Spiegel. Der Gastgeber hat alles nass gespitzt, vor allem die Steinböden wegen Abkühlung und ich rutsche auf dem Boden aus und rette die Wasserflasche und den Verschluss, beides aus Glas. Große Aufregung, aber ich will lieber Eis essen. Mein Knie blitzt und auch der Don schaut. Auf den Weg mit dem Funicolare. Lesben schocken die Italiener, d.h. 2 Frauen die sich küssen. Ich glaube, die halten sich für so unwiderstehlich, dass das nicht ins Weltbild reinpasst. Wir laufen zu Fuß runter. Einige Streuner, ein Hund, der harte Kugeln auskackt und schnell wieder frisst und zurück läuft ins Haus. So sieht Gassi gehen hier aus. Enge Gassen, in die die Sonne nicht vor dringt, Menschen essen an großen Tischen draußen. Überall hängt Wäsche. Abschied von Neapel. Noch mal Platz Bellini zu unserem Lieblingscafe, betrieben von einem Araber, der ausschaut wie der Klischeearaber aus einer Karikatur von Charlie Hebdo. Er ist immer im Dienst und emsig bemüht um das Wohl der Gäste. Daneben gibt es Studenten, die ihn unterstützen. Es gibt leckere Getränke. Stephan entdeckt San Bitter Bianco. An jedem Tisch wird geraucht und auf dem Platz daneben gelimmert. Entgegen der Empfehlungen von Steffi haben wir den Touristenbus zur Orientierung nicht genommen und auch keine U-Bahn benutzt, nur mal eine Station betreten. Es hat irgendwie nicht geklappt und wir waren so zentral, dass Altstadt erkunden für die 2,5 Tage ausreichte. In der U-Bahn sollen große Züge fahren und es gibt viel moderne Kunst und wohl auch Führungen, so dass ein Programm für den nächsten Besuch praktisch schon fest steht.

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Zuhause trinken wir Karins Limoncello mit dem Gastgeber. Er lobt ihn. Seine Katze ist verknallt in mich. Frauen in den Wechseljahren müssen unwiderstehlich riechen für Katzen. Das ist meine Theorie, weil früher war das nicht so extrem. Er hat noch eine schwarze Katze, bellisimo, die er aber vermisst und sucht und nicht finden kann erklärt er uns pantomimisch.

Traum Claudia macht modernes Ballett, Improtanz auf spitzen Zehen wie Balletttänzerin mit weißem Hemd bekleidet und will testen, wie das beim Publikum ankommt. Es ist Paartanz mit einem Typen und die Bühne ist zufällig aufgebaut und so legt sie los. Die Frauen neben mir sagen bewundernd, dass man mal auf die spitzen Zehen achten solle. C erklärt mir, dass sei so herrlich und wirklich ihr Ding.

Wir müssen raus. Es klingt wie kaputtes Spielzeug, schwarze Katze der Gastgeber, die vermisst war, liegt unter unserem Bett, geht kurz raus und dann verschanzt sie sich wieder. Luciano macht Caffe und es gibt Zwieback mit Marmelade. Ohne Butter esse ich das nicht, danke. Gegenüber ist nicht nur das Hotel Caravaggio sondern auch ein Stundenhotel. Das ist ganz eindeutig für mich, was ich hier beobachte. Luciano schenkt mir ein Foto vom Vesuv mit Vögeln und Rauch zum Abschied, küsst meine Hand, begleitet uns nach unten zum Taxi wie ein Freund und winkt. Ich glaube, er mochte uns sehr. Ich schenke ihm ein Erdbeerhandtuch von dem Laden gegenüber. Es waren 3 mit verschiedenen Fruchtmotiven (Blaubeeren und Weintrauben), die sind leider aus Kunststoff und nicht zu gebrauchen, was mir beim Kauf nicht aufgefallen war bzw. habe ich mich von der Optik, kariert, gleich Geschirrhandtuch gleich Baumwolle, lenken lassen. Das Frotteehandtuch mit Pasta für 1,- € können wir aber gebrauchen. Das war für Stephans Sport gedacht. Am Flughafen einen letzten Crema di Caffè und Burro di Buffalo. Jetzt heißt es alles kaufen, was da ist, festhalten. Abschied von Süditalien. Was für ein toller Urlaub! Ich komme wieder. Auch Catania steht jetzt oben auf der Wunschliste. Der Spiegel ist leider im Koffer kaputt gegangen, aber das war meine Schuld. Ich arbeite einen halben Tag und es kommt mir vor wie Jetlag. Ich war ganz weit weg von allem.

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From angry to Angri

04.07. Mein erstes Mal Süditalien. Karin ist in Trauer, trägt schwarz, sieht aber trotzdem sexy aus (ist auch durchsichtig) und hat schönen altmodischen Schmuck um, einen Goldanhänger mit Aquamarin. Im Flieger sitzen wir vorne bei den niedersächsischen Möchtegernpromis. Papa trägt Slipper, schläft eine Runde mit offenem Mund, trinkt dann zum Wachwerden einen Prosecco und will „Bambi“, die weiter hinter sitzt, was anbieten und die kleine Pulle nach hinten durchreichen und gibt den Kindern die Bild zu lesen. Die 2 Familien sehen aus wie Freunde von Bettina und Christian. Der Flug ist ultrakurz und gefüllt nur knapp länger als Wien. Während die Hitze in Deutschland unerträglich ist und mich immer ins Haus treibt, kann man es hier gut draußen aushalten und der Sommer macht gute Laune. Eine 50er Jahre Limo-Werbung auf dem Parkhaus und eine Freiluftbar für die Taxifahrer sowie Laternen in Fliegenpilzoptik begrüßen uns am Flughafen von Neapel und machen mir gleich gute Laune. Wir fahren mit dem Leihwagen und Karin und Georg durch die Büffelmozzarella-Straße, überall Käsereien und kaufen eine Tüte voller Käse, überwiegend Büffelmorzarella, aber auch Caciocavallo dolce, sehr lecker und kräftig im Geschmack. Tomaten und Pfirsiche gibt es – wie in Kalifornien – am Straßenrand zu kaufen. Ich bin verliebt in die Nadelbäume, die ganz exakte, lange Borsten haben, wie frisch vom Friseur. Als wir in Castellabate ankommen sieht die Straßenbeleuchtung nach Weihnachtsmarkt aus, schön kitschig mit Delfinen, aus denen Wasserfontänen kommen und Herzen darüber. Die ganze Familie sitzt vor dem Haus im Dunkeln auf einer Steinbank und wartet auf uns. Von mir aus hätte es auch schon viel früher los gehen können und ich habe mühsam auf den Flieger gewartet und das es endlich los geht mit dem Sommerurlaub. Im Scheinwerferlicht des Fiat erstrahlen sie und die Freude könnte nicht größer sein. Die Villa ist perfekt. An diesem ersten Abend gibt es Caprese und Rotwein auf der Terrasse. Die Therme ist undicht in unserem privaten Bad, sonst ist alles so, dass es besser nicht gehen würde.

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05.07. Unter dem Mosquitonetz ist es stickig, aber gemütlich wie in einer Höhle. Ich sitze ab jetzt jeden Morgen im Garten, gerne auf der Steintreppe und beobachte die vielen verschiedenen Schmetterlinge und die kleinen Greifvögel oder eine Armeisenstraße bei der Arbeit. Wie schlau die kleinen Viecher sind, die Baumstämme transportieren und wenn es nicht weiter geht bzw. hakt, sich umdrehen und das Hindernis rückwärts weiter ziehen. Am ersten Tag lernen wir den Alimentari kennen. Hier gibt es den tollsten Hund der Welt und alles was man braucht, vor allem leckere Wassermelone (Anguri) und Brötchen mit Fußballmuster. Außerdem Nagellack an der Kasse und das bei dem überschaubaren Sortiment. Das finde ich beachtlich und es zeigt, dass man sich auf das Wesentliche konzentriert. Hier wurde ein Film gedreht „Benvenuti al Sud“ und etliche Paare halten an dem Ortsschild bzw. dem Filmplakat und machen ein Selfie bzw. Marc hilft aus mit dem rosa Smartphone. Der Pizzabäcker an der Ecke steht vor seinem Laden und begrüßt die Neuen „amici“ und die „Bambini“. Unten in Santa Maria de la Castellabate ist es wie Travemünde der Italiener. Hier würde ich einen Knall kriegen. Dicht an dicht drängen sich die Gäste in der Bucht, so dass man vor lauter Menschen und menschlichem Zubehör (Liegen und Schirmchen) nichts mehr sieht. Es gibt allerlei für die Kleinen (tollstes Plastik, Pizza in Stücken und den runden Pizzaschneider dazu, was ich mir aber verbiete zu kaufen) und zum Plantschen und auch heiße Fummel (Frauenstrand- und Urlaubsmode) und totleckeres Eis ohne Spießerkugeln. Cassata und Amalfi, ein Zitronencremeeis sind meine Favoriten. Abends fahren wir zum historischen Ortskern und ich kaufe eine geschnitzte Schrotflinte von einem einheimischen Künstler/Rentner. Der Typ hat auch Liebesromane geschrieben und zeigt mir sein Foto hinter auf dem Einband, die auch in Deutsch zu lesen sind, aber daran habe ich kein Interesse. Er schnitzt auch allerlei Vögel und malt sie bunt an, aber ich kann mich nicht entscheiden und hätte sie wenn dann für die Freunde aus Hamburg gekauft und hier war ich mir zu unsicher. Da ist das Gewehr die sicherere Option und hilfreich für Neapel. An der Piazza gibt es Tischfußball und ein Kaltgetränk und dazu kleine Würstchen im Schlafrock und Nüsschen und Chips. Wie in Frankreich wissen die hier was sich gehört und servieren nicht nur so eine Cola mit Glas, sondern mache für den Kneipengast ein Gedeck, wie sich das gehört. Marc trinkt einen Crema di Caffè und der macht sofort süchtig.

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Am nächsten Morgen frühstücken auf der Piazza, weil ich den kleinen Eiskaffee trinken will und dann zum Hafen. Ich bringe einen großen Teller mit kleinen Törtchen mit aus einer Konditorei.

Büffelmozzarellabutter ist weiß. Apropos weiß. Man waren meine Zehennägel sauber beim ganzen Barfuß laufen und Pool. Herrlich. Im Pool spielen wir Ente. Das ist wenn die Jungs und ich auf der Luftmatratze sitzen. Leander ruft dann „Lorca“ und Stephan macht einen Köpper und schwimmt unter Wasser um uns runter zu stürzen.

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Am späten Vormittag fahren wir gerne in den Ort um Eis zu essen oder ein Panini um uns dann wieder zur Villa zurück zu flüchten. Hier ist es am schönsten und der Pool ist ein Traum. Ich tusche Postkarten, mache einen Gästebucheintrag und sticke die Hausordnung. Die Süßigkeiten, die es vor allem in Neapel dann geben wird, Croissants, die knuspriger sind und gerne mit Ricotta gefüllt, der Teig ist geformt wie eine Muschel heißen Sfogliatelle, phonetisch: Sojatelle. Karin fängt auch an zu Häkeln und eine Frau in Santa Maria leiht ihr Häkelgarn und eine Nadel und will kein Geld dafür. Sie soll den Rest wiederbringen, wenn sie fertig ist. Keiner fährt so dicke, neue Autos wie bei uns und die auf 3 Rädern gefallen mir besonders. Leander sieht aus wie eine negativer Vampir mit seinen fehlenden Schneidezähnen. Die Kinder bringen mir Minion-Sprache bei. Babble heißt Apfel. Also sagen wir immer, Babbel?, Banana! Yam Yam!

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Dienstag besichtigen wir den Garten bzw. bekommen eine Führung. Die wichtigste Station sind die Zitronenbäume. Ab jetzt gibt es Soda Zitrone und zwar vom leckersten. Das schmeckt nicht so ätzend wie zuhause, wie Vitamin Industriepulver, sondern weich und süßlich und aromatisch. Ich sehe eine lange schwarze Schlange, wie sie abhaut. Ich mache eine kleine Installation mit meinem Nachthemd, was dann doch tagsüber lüften muss. Wir machen Frauenauto und Männerauto und ich kaufe eine schöne Glasflasche mit Tragehenkel, italienisches Glas und bunte Wäscheklammern mit Blumenmotiv und verteile sie unter den Frauen. Außerdem einen gelben Sparschäler aus Plexiglas und Karin macht Limoncello mit den Kindern. Abends grillt Georg. Steak und Schwertfisch, den er zuvor eingelegt hat. Die Kräuter im Garten sind derart aromatisch, gerade das Basilikum, aber auch Salbei und Rosmarin. Sonnenuntergang a la grande gibt es hier jeden Tag. Das schönste an dem Urlaub ist das Leben ohne Uhr. Handy ist die ganze Zeit im Flugmodus. Ich liebe es!

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Mittwoch fahren wir zu den Grotten und machen eine kleine Bootstour. Am Strand warten wir auf den Kapitän, der über 70 ist und mit Sommersprossen übersät und seine Brille ableckt um sie vom Salz zu reinigen. Am Strand stehen die Machos im Wasser und unterhalten sich. Andere essen Reissalat aus Tupper. Durch den Nationalpark und sehr kurvenreich. Leander kotzt wie ein Vollprofi. In der Mittagshitze sind wir auf dem Wasser und haben abends alle einen Sonnenstich. Dafür haben wir im sehr salzigen Mittelmeer gebadet und historische Ortschaften durchfahren, die romantisch sind ohne Ende. In jedem Ort ist eine Postfiliale und der Mann hinterm Schalter hat eine Fluppe im Mund und kann es kaum abwarten bis zu seiner Pause. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Die Pflanze die so heftig blüht heißt Bogouvilie. Jasmin erzählt wie ihr Onkel einmal schwarz geflogen ist nach Damaskus von Ostberlin aus. Man ging noch direkt aufs Rollfeld und bei all den Kindern haben sie den Überblick verloren und immer wieder durchgezählt.

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Donnerstag hat Georg den leckersten Sugo der Welt gekocht und nach einigen Erfrischungen im Pool geht es nach Ravello. Wir halten in Vietri, dem Keramikort und ich könnte mir ein ganzes Service kaufen, lila-rot kariert in komplett gefällt auch Stephan. Stattdessen ein Mitbringsel für Chico und Barbara, die für mich im Brockenhaus waren. In das kleine Espresso-Set verliebe ich mich spontan. In Ravello gibt es den coolsten Spar der Welt, direkt in Stein gebaut am Hang. Wir haben Hunger, aber es gibt eine große Schale Knabbereien mit frittierten Zucchini und Kartoffeln und einen tollen Blick. Erst lästere ich ab, richtig deutsch: wie die haben keine Küche, da ist doch ein Koch und der frittiert gerade was. Das rieche ich doch. Dann ist das für uns. Die können echt gut Drinks servieren mit Knabbereien dazu, wie sich das gehört. Laurie Anderson hat einen großen Klunker am Finger. Das fällt mir und Jasmin auf. Muss ein echter Diamant sein, so wie der aus der Ferne funkelt. Die Texte sind traurig und die Musik verhalten, aber es gefällt mir. Sie spricht von: „We were in the room my mother had died“. „Why are all the animals on the ceiling?“ „Talking of places she meant to go“.„What are the last words you say, before you turn into dust?“. „Thank you for this family experiment äähh experience and thank you for having me“. Texte von Lou Reed werden eingespielt und Alain Ginsberg, der ein Mantra gegen den Vietnamkrieg auf Band gesprochen hat für Philipp Glass. Das letzte Stück handelt von: „What are days for? To put between the endless nights. And what are night for? To slip through time into another world“. Nach dem Konzert gibt es noch ein Kaltgetränk auf der Piazza. Ob man mein Hütchen erleuchten kann, will die Bedienung wissen. Es ist Mitternacht, aber es sind noch reichlich Kinder unterwegs und fahren Fahrrad und spielen Ball und schieben Kinderwägen mit kleineren Geschwistern als wäre es 12 Uhr mittags bei einer Sonnenfinsternis. Als ich mir ein Kinderfahrrad mit Stützrädern greife und damit ein Foto machen will, kommt der rechtmäßige Besitzer an und nimmt es in Sicherheit (Radklau umgekehrt). Wir kommen todmüde nachts um kurz vor halb drei wieder an. Man muss höllisch aufpassen, weil der Schilderwald ist unübersichtlich und zwischen den verschiedenen Abfahrten und Richtungen hängt Hotel- und Gastronomiewerbung alles übereinander mindestens 10 Schilder auf einmal. Georg meistert das. Die letzte halbe Stunde konnte ich auch nicht mehr reden im Auto.

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Am letzten Tag der Schuhkauf in Santa Maria und abends das Abschiedsessen mit der Hausverwaltung. Monika kommt aus Braunschweig wie Marc und hat in den 60er Jahren Silvio kennen gelernt und der sah früher noch besser aus. Sie hat im Kaufhaus gearbeitet und in der ersten Woche kamen die Italiener alle alleine und dann hatten sie Freundinnen. Lass Dir den Pass zeigen, hatte ihre Mutter geraten und da stand drin: „verheiratet“. Dann wollte sie ihn nicht, aber das war ein Irrtum. Silvio ist zurück nach Italien und hat ihn korrigieren lassen und sie haben dann 3 Kinder bekommen und leben hier auf dem Kamm. Können das Meer von beiden Seiten sehen. Ich bedanke mich bei Silvio, dass er Monika aus Braunschweig raus geholt hat. Es gibt Vorspeisen u.a. rohe eingelegte Kartoffeln. Peinlich, wenn man als Deutsche die Kartoffeln nicht erkennt. Streit (d.h. ich ereifere mich über Marcs Meinung) um den Unterschied zwischen Eidechsen und Geckos und nein, es ist nicht die Farbe, die den Unterschied ausmacht. Katzen gibt es auch in schwarz, weiß und braun. Eidechsen hauen so schnell ab, dass man oft nur den Schatten sieht bzw, die Bewegung der Blätter, wo sie gerade durchgelaufen sind. Geckos hängen nachts an der Wand und haben Saugnäpfe an den Füßen und jagen im Licht der Lampen Insekten (spannender als Fußball, mitfiebern und zählen, wer vorne liegt). 

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Ich werde um 5 Uhr etwas wach, noch bevor die Familie aufstehen muss zum Flieger. Denke erst, die sind weg, aber da stehen noch ein paar Kinderschuhe und Marcs Tasche, dann: sie haben verschlafen. Es ist weder noch, nach weiteren 15 Minuten springt Jasmin das letzte Mal in den Pool. Es war eine großartige Reise und die ganze Familie ist mir wieder ein Stück näher gekommen, aber vor allem auch die Jungs sind mir ans Herz gewachsen und sie werden mir fehlen. Jasmin, die gute Fee, die immer Klarschiff in der Küche gemacht hat ist so lieb und ausgleichend, Marc mochte das Kindertaschentuch der Weltmeisterschaft von 1954 so sehr…Die Jungs, Leander mit seiner Energie, der alle verzaubern kann und Valentin mit seiner Aufmerksamkeit. Welcher 10 jährige schaut sich Konzertmitschnitte von Laurie Anderson an und will über die elektrische Geige sprechen. Nächstes Mal nehme ich ihn mit. Er ist der Große, der immer vernünftig sein muss und dann seinen Flummi aus dem Kinderflipper seinem kleinen Bruder abtritt, wenn der keinen bekommen hat. Leander ist wie Hulk, wenn er Schmerzen spürt oder wütend wird, verliert er die Kontrolle.

Für uns heißt es Markt in Santa Maria. Hier gibt es Lebensmittel, Haushaltswaren und Klamotten, auch mein „Normal People scare me“ Longshirt für die Hälfte. Es ist heiß ohne Ende. Ich kaufe noch 3 Paar Leggings und eine Strumpfhose in Strickoptik für die kalte Jahreszeit, außerdem Marvis, die italienische Zahnpasta, weil mich die Verpackung anspricht. Die gäbe es teuer bei Liebe in Hannover, weiß Georg. Krass pfefferminzig, wie sich dann herausstellt, aber ich werde da durch müssen. Vor dem Einkauf wasche ich mir doch die Haare, die ganz stumpf geworden sind. Hatte mir Shampoo von Jasmin geliehen. Sie meinte, es wirke nicht (macht keinen Schaum). Bahnhof Agropoli. Karin und Georg bringen uns zum Zug. Vorher gebe ich Karin die violette Baumwolle zum Weiterhäkeln. In jeder kleinen Bahnhofsklitsche gibt es leckeren Kaffee. Das Zitronen-Granité ist so reichhaltig und zu süß, so dass ich vier Portionen essen muss. Hier stehen schon szenigere Frauen am Gleis, eine junge mit Basketball Trikot in XXL und blondierten Haaren sowie ganz verrückten crazy nails, spitz gefeilt und jeder anders gemustert. Unser Zug hat Verspätung, wir nehmen den nächsten und setzen uns ins Abteil der Afrikaner mit gefälschter Ware in riesigen Plastiktüten, die Richtung Neapel unterwegs sind neben ein Zigeunerpärchen, die nein gesagt hatte, aber ich hatte es ignoriert und mich einfach zu ihnen gesetzt und denen das zu viel Aufdringlichkeit ist und der Mann flüchtet immer zum Rauchen aus der engen Umklammerung des vierer Abteils. Ich glaube später das waren die Könige der Taschendiebe, die wir in Angst und Schrecken versetzt haben. Ich häkele während der Fahrt. Lustige neue Ortsnamen habe ich kennengelernt. Eboli, Paestum, Positano, Maiori, Angri. Krank kam ich an und erholt fahre ich wieder. Es war toll und Wasser und Sonne und südländische Lebensart haben entspannt und gut getan. Ich würde definitiv meine Hautfarbe ändern, wenn ich hier wohnen würde und ich habe Lust auf Mehr. Jetzt steigt die Spannung, weil wir in Neapel angekommen sind.

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Das kleine Familienfest und die Parties der Promis

15.06. Traum: Alle haben was an den Beinen, nur ich habe nackte. Mir ist kalt, Stephan hat die Sommerdecken aufgezogen. Das muss ich verarbeitet haben.

Morgens Kaffee und mittags um Türken mit dem Kollegen, etwas den Geburtstag nachfeiern auf ganz kleinem Niveau. Er war Samstag tanzen im Lux. Da hätte man also noch hingehen können. Der Ofenmann bekommt gerade Brennholz angeliefert. Die farbige Nonne kommt vorbei. Sie war gerade auf Tour in 4 Ländern. Ich spreche von Movenyo als „mein Studio“ und das irritiert sie.

Beim Sport turne ich neben eine kleinen, die eine Bärchenfigur hat. Wir sind immer schön synchron. Ich und die beiden jungen Dinger in meiner Reihe.

Mein Schwiegervater steht unten vor unserer Haustür. Haben Sie Dich nicht reingelassen? Diesen Humor musste ich erst lernen in der angeheirateten Familie und es ist mir gelungen, einigermaßen, ähnlich wie Skat. Meine Schwiegermutter sagt, ich sei dünn geworden, meiner Schwägerin geht es gut. Sie wollen nicht bleiben.

16.06. Viertel vor 6 wach, um 7 im Büro. Der Zeitungskiosk hat noch zu und der Markt auch. Gerichtspost. Auch das Amtsgericht hat halb geschlossen. Mein Schritt ist heute besonders federnd. Lieber lange Lügen als kurze Beine, sage ich nur.

Suki holen. Ein Mann aus dem Haus interessiert sich für uns, ob der andere da bleiben muss, ob der Hund in die Tasche kommen usw. Georgenpark. Suki kackt sich aus, was gut ist vor der Reise. Sommerlich gemähte Wiesen und Flächen auf denen man das Gras hat stehen lassen wechseln sich ab. Ein Baum mit Spinnweben?

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Alter Kampfhund, läuft ohne Leine, kackt auf die Wiese und alle laufen weiter. Seine Begleitung 2 Männer, die ich zunächst für Gärtner halte. Suki läuft hin und sie beschnüffeln sich. Suki bewegt sich hektisch, halt normal. Der Hund stürzt sich auf ihn. Ich bin erstarrt. Suki quiekt, kann sich befreien. Der andere Hund kommt auf uns zu. Ich stelle mein Rad dazwischen und spreche ihn an um ihn an der Vorwärtsbewegungen zu hindern. Auf die Besitzer hört er nicht und hat noch nicht mal ein Halsband um. Wir gehen weiter. Suki dreht sich immer wieder ängstlich um, aber der kommt nicht nach. Ich schaue, ob ich was an ihm sehe. Ich bin ganz zitterig, aber bloß nichts anmerken lassen. Ich will Suki nicht traumatisieren und sage: nix passiert. War ein Arschlochhund, die Hundekenntnis reichte offenbar nicht aus, er ist schließlich hingegangen, nix passiert, weiter gehen. Im Büro ist Suki entspannt auf dem Rücken. Ich freu mich so auf die Fahrt. Er blutet leicht in der Leiste. Ein Kratzer. Ob das überhaupt der andere Hund war, ist mir nicht klar. Dafür klein und falsche Stelle. Könnte auch von einem Ast kommen.

Die Frau, die Stimmen hört, hat eine Wohnung in der Nordstadt. Die Vermieterin will ihn den Vertrag zuschicken. Ich freu mich sehr für sie, aber es gilt erst, wenn der Vertrag unterschrieben ist.

Elisabeth hatte einen schwabbeligen Terroristen in der Bahn mit Bart. Sie hat ihm gesagt, dass sie ihm den Unterkiefer wegreißt und er hat Angst gekommen und sein Kinn hat angefangen zu bibbern. Sie hat einen schönen Ring aus Knochen (von Sputnik) und Glitzernagellack für 16,- € gekauft (ich sage, voll teuer und sie: das hat sich aber gelohnt. Sie will weniger Geld mitnehmen und für Krelingen sparen. Da will sie Weihnachten hin. Hat GVH Infobuch umsonst mitbekommen und muss es nicht zurück geben und liest mit daraus vor. Kinder bis 12 und Hunde fahren umsonst. Tagesticket. Die Frage sei, wann fängt so ein Tag an und wann hört er auf. Stephan schaut wegen Krelingen:

Kategorie Freizeiten  (Bibel Feiern)

Thema Gemeinsam an der Krippe

Beschreibung An der Krippe kommt uns Gott entgegen. Dort entdecken wir das Geheimnis seiner Liebe. Zum Fest laden wir Sie herzlich ein. Wer die Weihnachtstage gern in Gemeinschaft erleben möchte, egal ob jung oder alt, alleinstehend oder als Ehepaar, soll eine frohe und besinnliche Woche erleben. Die Bibelarbeiten von Bräumers, die schönen Weihnachtsgottesdienste, die stimmungsvolle Dekoration des Hauses und das festliche Essen werden Ihnen an Leib und Seele gut tun. Füllen Sie die freie Zeit mit Begegnungen, Spaziergängen, Lesen, Spielen, Singen, dem Besuch eines Weihnachtsmarktes oder einfach mit Ausruhen, ganz nach Ihren Bedürfnissen. Diese Freizeit endet am 27.12. nach dem Frühstück.

Gut, letztes Mal ist sie rausgeflogen.

Bevor ich abhaue fällt mir noch was Gutes ein. Die reiche Nachbarin anrufen und ihr Hausaufgaben aufgeben. Sie soll einen Standardmietvertrag besorgen, den wir als Anlage zu dem Mietvorvertrag nehmen. Dann ist 99 % schon geregelt und man muss nur noch Miethöhe und Mietbeginn einfügen. Dann ist das Streitpotential geringer. Sie findet es genial und ich finde es genial, wie ich den Ball zurückgegeben habe. Wenn ich einen schreibe wird es teurer und denen reicht immer ein Mustermietvertrag, also wozu?

Lange war es spannend, ob Stephan mit kommt, meine Familie war am Rande. Meine Zugfahrkarte habe ich schon vor Monaten besorgt und daher Zugbindung und kann nicht mehr switchen, jetzt wo mein Bruder schon nach dem Frühstück aus der Schweiz angefahren kommt und mittags da ist. Stephans Warnung mit Flexibilität die flöten geht, hat sich bewahrheitet. Ich hatte es genau nach seiner Ankunft ausgerichtet. Pech. Mein Bruder freut sich auf das kleine Familienfest, wie er es nennt. Suki ist tiefenentspannt und ich trinke Grüntee aus dem Bordbistro. Es war eine geniale Idee ihm keine eigene Tasche extra mitzunehmen, sondern auf der halb vollen Taschen mit unseren Sachen oben thronen zu lassen wie Prinzessin auf der Erbse, riecht nach Rudel, Hundefutter unten drunter, schön oben drauf und doch geschützt, weil stabile Tasche, fester Rand und ich muss nicht extra irgendwelche Koffer oder Taschen für den Hund schleppen. Perfekt.

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Anruf während der Zugfahrt, ob ich noch rein komme ins Büro. Der Kollege hat sich ausgesperrt. Ich bin genervt vom Bahnfahren. Der Regionalzug hat Verspätung, wird umgeleitet und ist knallvoll und alle glotzen und ich häkele und sie glotzen mehr. Meine Familie, auch mein Bruder holt uns ab. Champagner und fränkische Würste. Paps hat meinen Hornfisch aus London mit LED zur Nachtischlampe umgerüstet und er sieht großartig aus. Noch viel besser als erwartet. Blutung, aber keinen Schmerz. Meine Mutter fragt, ob ich die Regel habe. Das kann man nicht mehr so genau sagen. Doppelkopf und Suki wälzt sich lautstark und kaut auf den Pfoten. Das ist so charmant wie durchgeknallt. Arnhild hatte Läuse im Holunder (so der Stand beim Hamburgtreffen) und die Küche steht voller Uringläser. War die zweite Blüte. Stephan geht abends mit ihm eine feste Runde durch die Siedlung. Deutscher von Geburt und Franke durch Gottes Gnade Flaggen sind gehisst. Das Gästebett ist riesig. Ich werde es nicht in die Stadt schaffen. Die Firmungspaten meiner Schwester sind für 11 Uhr angekündigt. Die Feiern der Promis. Nur Promis können es sich leisten am Mittwoch zu feiern.

16.06. Prachtwetter. Mama hat Granola für mich gemacht und das gibt es mit Pfirsich im Garten, dann einen Spaziergang mit meinem Bruder. Frederik feiert eine Flipperparty und wechselt die Schuhe, soll aber neben Flipper und Computerspiele noch andere Hobbies entwickeln. Wo er es wohl nur her hat. Meine kahlen, unansehnlichen Beine müssen vor Italien ein paar Sonnenstrahlen abbekommen.

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Martha und Sepp kommen mit ihrem schwarzen Dackel-Terrier-Mischling. Es ist Waggi Nr. 6. Die heißen immer gleich. Früher waren es echte Dackel und seit einigen Jahren sind sie aus dem Tierschutz. Den Vorgänger hat Martha überfahren und es wird immer ein Grablicht für ihn angezündet (sie steht immer noch unter Schock und verarbeitet das Ganze katholisch, würde ich sagen). Auf in die Bürgerreuth. Wir fahren mit Hannes in der Familienkutsche. Pegnitz hat 3 Tattoostudios bei 13.000 Einwohnern. So sieht es an der Bushaltestelle aus. Die junge Familie mit Kinderwagen warten auf den Bus, der 3 x die Stunde kommt. Stephan sagt zu Recht, bei der richtigen Ausleuchtung (sie sitzen etwas im Schatten) wäre das ein preisgekröntes Foto geworden. Vor dem Festspielhaus ist ein Wappen aus Blumen gepflanzt und oben beim Italiener hat man einen Blick auf die Stadt. Hier habe ich im Winter Schneebälle für Suki geworfen als wir essen waren.

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Gedichte für meine Schwester und Musik, der Hilfspastor an der Gitarre. Martin ist textsicher. Die Feier ist festlich und ergreifend. Sie ist geliebt und willkommen und welche geistig Behinderte kann sich schon 2 Physikprofessoren leisten, die links und rechts neben ihr sitzen. Sie ist glücklich, die Hunde und vor allem Sepp. Immer wieder sagt sie „mein Sepp“, den sie besonders ins Herz geschlossen hat, was ich verstehen kann. Sepp ist Bergmensch, Gondeln lehnt er kategorisch ab, wenn er nicht zu Fuß hoch kann, dann nicht. Ski fahren geht nicht mehr, dann frieren seine Haxen. Uns verbindet viel, USA, die Unterstützung meiner Schwester. Suki ist wieder Therapiehund par excellence und geht immer zu den am stärksten Beeinträchtigten hin und ist dann ganz sanft, der alte Menschenversteher, gerne Menschen im Rollstuhl. Es ist heiß und wir sitzen als Familie auf der großen Holzschaukel, mein Bruder hat die Rückreise schon angetreten, dann wird Steffi abgeholt von der Gruppenleiterin. Nächstes Mal will ich ins Schustermuseum. Dann der See mit der Plassenburg im Hintergrund als Kulisse. Still, friedlich und der Imbisskiosk „Zur Kieswäsch“ mit denselben Stammgästen, wie meine Eltern wissen. Frikadelle und Kartoffelsalat. Das Bier schmeckt echt gut. Nächstes Mal will ich hier baden. Hunde sind auf den Wiesen verboten, was ich verstehen kann. Ich gehe in die andere Richtung mit Suki, wo die Kanuten sind mit spitzen Holzhäusern mit Dach bis zum Boden und finde einen Tennisball für Hunde zum Werfen. Die Klos haben keine Beleuchtung.

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Von 19 bis 20 Uhr schlafen. Dann der Streit. Von – 22 auf heute + 16 beim Doppelkopf, aber das lässt mich kalt. Stimmung im Arsch, weil ich ehrlich war. Ich habe Bedenken geäußert hinsichtlich einer anstehenden Gruppenreise. Meine Mutter verletze ich damit, was mir leid tut. Sie sollen mit den Enkeln hin und Strandurlaub machen, Insel ist nicht so meine Welt und wir haben 3 x Kalifornien und 4 x Weihnachten Vorsprung. Ich biete den Rücktritt an. Der Abend ist nicht ganz furchtbar. Ganz entzückend balanciert Suki bei meiner Mutter auf dem Schoss und wird durchgestreichelt und genießt es sicherlich und ja, Rücken streicheln kann meine Mutter. Das weiß ich noch zu gut. Sie würden ihn am liebsten da behalten und das wäre kein schlechtes Los für den Hund, kann ich das nicht meiner Freundin irgendwie verkaufen. Ja, aber ich weiß nicht, wie. Morgens – noch vor dem Frühstück -wird immer gefragt, ob der Hund nicht was bekommt und kommentiert wie grausam wir zu dem Hund sind, aber der Chef und ich sind nun mal die Erziehungsberechtigten des Gasthundes auf Zeit. Der würde dort im Schlaraffenland leben und hätte eine therapeutische Aufgabe. Auch ich genieße das mit Hund auf Reisen sein. Es erinnert mich an die glückliche Zeit mit Feininger, als wir komplett waren, eine Familie. An dieser Stelle mal was ganz anderes: die Teneriffa-Postkarte von unserem Freund Markus.

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17.06. 7 Uhr wach. Paps sagt beim Frühstück, das sei unsere Familienkultur, dass wir alles aussprechen, was da oben im Hirnkasten los ist, woanders gibt es ähnliche Gefühle und Stimmungen, aber unausgesprochen. Ich glaube, der hat Recht. Er will ohne uns nicht nach Teneriffa, weil das sonst keinen Reiz für ihn hat. Noch mehr vermittelnde Menschen. Brauchen wir mehr aus der Familie meines Mannes, meine Schwägerin noch als Verstärkung. Meine Mutter will was ganz besonderes und aufregendes, dann sind wir alle so abgelenkt, dass wir uns nicht gegenseitig an die Gurgel gehen können. Galapagos-Inseln, aber für ein Wochenende, das schaffen sie nicht.

Der Waller im Hofgartenkanal, das Beweisfoto. Stephan richtet Dropbox für Oma ein wegen Enkel-Fotos und so. Sie ist begeistert. Mein Vater anti: ist wie Plumpsklo. Es nieselt. Da wo früher der Radweg war und jetzt für die Gartenschau gesperrt ist eine große Autobahnbrücke mit schönen Durchblicken. Meine Mama geht mit mir und Suki. Ich werfe den Ball und muss ihn selber in der ungemähten Wiese suchen. Anschließend sind meine Schuhe verfärbt. Ich freue mich, dass meine Mutter ihre Putzfrau auf 11 Uhr verschoben hat. Ich fühle mich dadurch immer gestört und meine Mutter kennt mich. Sehr rücksichtsvoll.

Mein Kollege hatte um Rückruf gebeten, es sei wichtig. Er hat Psychiatriealarm im Freundeskreis. 50 Einsatzfahrzeuge und schön viel Dramatik. Ich berate ihn.

Bäckerei, Metzgerei. Ich liebe die Verkäuferin in dem Fleischereifachgeschäft. Die ist echt spitze. Ich kenne mich aus mit dem Sortiment. Ich nehme einfach alles was die Expertin vor mir nimmt. Dann kommt Stephan rein und geht wieder. Sie unterbricht und will ihn vorziehen. Das ist echt geschäftstüchtig so nach dem Motto, großer dicker Mann darf nicht so wieder abhauen und einem durch die Lappen gehen, dann muss geschwätzige Frau, deren Sachen schon halb eingetütet sind, warten.

Wieder voll nach Nürnberg, aber der Zug fährt durch und hält nicht in lauter Käffern, die man vorher nicht kannte, wie auf dem Hinweg. Schnabelwaid. Ein Schaffner mit Dauerwellenlocken nervt. Suki muss in die Tasche. Obwohl ich angespannt bin, macht er es anstandslos und sie ist viel voller mit Granola in einer großen Blechdose, Marmelade und Holunderblütensirup in Gläsern, alles kein Problem. Eine Oma im ICE, ob das Hündchen so lange still halten kann, spekuliert sie zu Beginn der Fahrt ihrem Enkel gegenüber. Spielt mit ihm verstecken mit seinem Stofftier. Er macht die Augen zu und zählt und Frido versteckt sich. Das finde ich genial. Nein, hier in der Nähe hat er sich versteckt, nicht irgendwo im Zug, wo es die Leute stört, erklärt sie ihm. Als es kritisch wird, aussteigen, umsteigen (Anschlusszug verpasst, weil wir durchs Leinetal umgeleitet werden) ist der Enkel im Tiefschlaf, Sebastian, Du musst wach werden; ich kann Dich nicht tragen. Jetzt heulen andere.

Mein Bruder lädt im August ein zu seinem Geburtstag, aber ob das sein muss. Wir können Jederzeit kommen außerdem bin ich wieder verknallt in Oberfranken, warum nicht noch mal da treffen, wenn die Kirschen in Nachbars Garten reif sind. Kann ich Suki mitbringen, sie haben das Hundegrundstück vor dem Herrn mit Wasserschutzgebiet gleich angrenzend und die Hundekackbeutelstation ist immer gefüllt (im Alter ziehe ich hier hin und zahle meinem Bruder Miete und halte ein Rudel Hunde) und wir könnten schön in den Biergarten gehen, Klöße essen und bei meinen Eltern chillen. Christoph und Lea müssen wir schreiben, die heiraten kirchlich, wenn wir weg sind und das Geo-lino Abo für Frederik muss schleunigst verlängert werden. Um 15 Uhr bin ich im Büro und schaufele etwas Arbeit weg, alles sichten. Viele Anrufe auf dem AB. Der Typ im Knast zwei Mal. Dann Hund wegbringen. Wir sind so ein eingespieltes Team, dass die Leute anerkennend schmunzeln und dann fragen, wo ist der Hund, wenn ich ohne Suki zurück kehre. Abgegeben. Umziehen, auf zur Kestner. Nan Goldin, die neuen Arbeiten bzw. die Art der Aufbereitung mit Louvre Fotos gefällt mir. Während der Dia-Show ruft der Kollege wieder an wegen seines Psychiatrie-Falles. Pipi sehe ich durch die blaue Glasscheibe. Werde gefragt, ob ich die Künstlerin sei von einer Mutti. Gut, ich habe mich anbiedernd angezogen. Kurzer Plausch mit DJ-Sabine. Dann fragt mich ein Typ, ob mein Outfit Marke Eigenkreation oder Desigual sei. Was für eine Beleidigung. Unser Miteigentümer sind da und auch total geflasht von Pipis Arbeiten.

Auf zur VHV. Wir sind erst beim alten Gebäude. Dann strahlend weiß mit Lichtkunst, Stephan geht durch die Drehtür und fragt den gut aussehenden schwarzen Pförtner, ob wir richtig sind. Der Vorstand begrüßt uns überschwänglich. Es ist offenbar eine regelmäßige Veranstaltung wo die Gönner gegen Sponsorengelder Künstlerberührung bekommen können (Streichelzoo mit Künstler zum Anfassen). In der Rede sagte Mr. VHV: Die Freunde der Künstlerinnen seien heute zahlreich vertreten, was den Altersdurchschnitt senken würde (alte Säcke). Alle dürften umsonst essen und trinken, aber sie seien eine Versicherung und da sei nichts umsonst. Dieses Gebäude wird eines Tages nichts mehr wert sein, nur das Klo, weil sie erwarten, dass die Künstler sich dort verewigen und auf dem Männerklo sei mehr los, da habe Herr Gursky schon gezeichnet. Nan Goldin war auf dem Örtchen, als sie wieder kommt und er es noch mal in Englisch übersetzt schaut sie erst entsetzt und sagt dann, sie habe schon unterschrieben. Es gibt 4 Eddings in blau, rot, grün und schwarz, die mehrfach in die Höhe gehalten und gezeigt werden. Pipi ist supersüß und stellt ihre Gäste vor und wir bekommen ein Buch mit Widmung, ein Leporello zum Aufstellen. Im Nebenraum ist eine lange Tafel, man kann das Ende kaum sehen und es gibt eine Sitzordnung. Stephan ist mit Nachnamen erwähnt und ich bin Frau Franziska, auch ganz geil. Stephan löst später das Rätsel, während ich nur irritiert war, mir aber eine sexistische Diskriminierung kaum vorstellen konnte, ist ihm als Erklärung eingefallen, dass ich meine zwei Vornamen angegeben habe und dadurch der zweite automatisch zum Nachnamen wurde. Das Namensschild ziert nun meinen Arbeitsplatz. Neben mir wird ein Platz abgedeckt, weil die Frau nicht kommt und ich sitze dann zwischen einem Buchhändler und einem Typen von Vorwerk. Gegenüber die Galeristen oder Assistentinnen von Pipi. Ich bin für duzen, ist doch privat. Die meisten sehen es eher als Linkdin- oder wie das heißt, veranstaltung. Der schwule Buchhändler findet meinen bürgerlichen Beruf langweilig, er arbeitet bei Hugendubel. Das ist ja fast so spannend, wie Kik mein Kommentar. Gegenüber die Frauen aus der Schweiz. Die eine ist Italienerin und isst keinen Fisch und nur rohes Fleisch. Essen wenig, Trinken mehr. Der Mann im Blumenpulli am Kopfende des Tisches hat sich verpisst, da stimmte die Chemie nicht, dafür ist der Vorwerk-Typ spitze. Ich sage, meine Schweigermutter hat mir so ein teures Teil zur Hochzeit geschenkt. Staubsauger für 2000 DM und wollte vermutlich den Putztrieb in mir wecken, statt mir was Praktisches zu schenken, wie ein Vibrator. Er schlagfertig: den kann man umrüsten. Er ist für Teppiche zuständig und lustig. Die Staubsauger sind nicht mehr eierschalenweiß und jagdgrün erfahre ist. Das war die alte Generation und er kennt natürlich den Designer der Teppiche im Vier-Jahreszeiten. Außerdem macht Vorwerk großes Geschäft mit einem Küchengerät, was die Hausfrau, die auch Tupper liebt (so meine Interpretation) total abfeiert und mit dem man Kuchen backen und Suppen machen kann. Name vergessen, klingt irgendwie technisch. Schlecht gelauntes VHV-Personal serviert die Speisen, die so groß sind wie ein Amuse Geule. Werden die in Haftpflichtversicherungen bezahlt? Mr. VHV meldet sich später erneut zu Wort, dass sie es noch nie hatten, dass ein Elternteil eines Künstlers anwesend sei und stellt Pipis Mutter vor aus Buchs. Großer Applaus. Pipi sitzt in der Mitte der Tafel und steht auf mit dem Vorschlag, dass jeder seinen Nachbar vorstellt oder ihm eine Postkarte schickt und wir sollen abstimmen und Handzeichen geben. Ich bin für die Postkarte und Herr Teppich stellt sich schon darauf ein, mich vorzustellen. Ich bin dafür, dass wir alle Pipis Mutter eine Postkarte schicken in die Schweiz und verbreite das bei mir in der Ecke. Der Vorwerk-Typ muss zurück nach Hameln, aber ich werde ihm noch eine Postkarte schicken. Ich mochte ihn. Pipis Mutter setzt sich zu uns und sie ist so sympathisch. Wir sprechen über das späte Wahlrecht in der Schweiz, da gingen ihre Kinder schon zur Schule und über Gallus, der Bär, der dem Schweizer geholfen hat, sein Haus zu bauen. Ist das nicht sehr unrealistisch. War einer der Braunbären Statiker? Das Haus müsste man als Kunstprojekt machen, so schief und krumm. Dann geht es auch um meine Liebe zu den Brockenhäusern und pränatale Diagnostik als Thema der jüngsten Volksabstimmung. Irgrendwann greift sie in ihre Tasche und schenkt uns eine wunderschöne Schachtel. Mr. VHV hatte auch eine von ihr bekommen. Ich sage, sie hat es so richtig gemacht mit ihren Kindern. Vielleicht etwas mehr Zeit gelassen und der Drang Geld zu verdienen war nicht ganz so präsent wie bei anderen, ist ihre Erklärung. Es ist 2 Uhr morgens. Wir begleiten Frau Rist zum Taxi. Unter der Pförtner ist noch auf seinem Posten und muss bis 6 Uhr ausharren. Was für ein toller Abend. Stephan schreibt einem gemeinsamen Freund, der uns vorgestellt hat später, dass wir Süßigkeiten von Pipis Mutter bekommen hätten und von Pipi nur ein Buch. Der ganze erlebnisreiche Abend mit echten Promis ohne ein Beweisfoto. So ist es halt manchmal und wenn man sehr im Jetzt ist, dann fällt das Dokumentieren hinten runter.

Ich schreibe Pipi am nächsten Tag:

„Liebe Pipi,

herzlichen Glückwunsch zu Deiner Ausstellung. Die Arbeiten sind wieder sehr eindrucksvoll und wir sind glücklich, dass wir sie in Hannover sehen können. Sie machen glücklich und ersetzen Drogen. Ich werde schnell in den Kunstverein eintreten, dass ich noch ein paar mal rein kann in die Ausstellung. Apropos Drogen. Ich war gestern ziemlich angetrunken, hatte aber einen herrlichen Abend. Der Highlight war Deine Mutter. Wir haben sie um 2 Uhr zum Taxi gebracht. Sie hat uns was aus der Schweiz geschenkt mit einem herrlichen Bildermotiv auf der Schachtel. Wie es schmeckt, kann ich noch nicht sagen, aber bestimmt lecker, geht ja nicht anders. Ich habe ihr im Gegenzug was aus einem Brockenhaus aus Hannover gekauft und werde es ihr schicken (aber nicht verraten). Als ich sie zu den Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen befragt habe, die sie absolviert hat, ging das sicherlich zu weit. Vorweg ging eine Diskussion über die Volksabstimmungen in der Schweiz und die pränatale Diagnostik. Wie dem auch sei, da bin ich etwas über das Ziel hinausgeschossen. Ich mag Deine Mama sehr. Eine tolle Frau. Die Erschafferin, der Erschafferin, quasi die Oberkünstlerin. Grüß sie bitte von mir und der Stefan P. von Vorwerk ist auch ein guter Typ. Dem werde ich auch noch eine Karte schreiben, auf Deine Anregung hin und ganz freiwillig. Komm mal wieder nach Hannover. Unser ganzes Haus ist Fan von Dir. Du kannst Dir ein Gästezimmer aussuchen und auch Deinen Mann, Deinen Sohn und/oder Deine Mutter mitbringen.

Kuss“

Nan Goldin, die alte Krawallschachtel aus Berlin, ehemals NY. Wir lassen derbe vollgeschmierten Klos zurück. Nicht von mir, aber die junge Gruppen um Nan Goldin habe ich im Verdacht, alles ist vollgetagt, auch die Klobrille und es sieht aus wie normale Abortschmierereien, aber Herr VHV hat danach gerufen. Was für ein toller Abend.

Ich bin nicht Fan von vielen Leuten, aber von Pipi bin ich Fan. Die macht so ästhetisch ansprechende und einwandfreie Sachen, von denen ich auch nicht ansatzweise weiß, wie das technisch geht. Ich stehe davor wie ein mittelalterlicher Bauer vor dem Petersdom mit offenem Mund und voller Bewunderung. Die Arbeiten sind schön, sprechen einen emotional an und das bei aller technischer Rafinesse. Außerdem ist Pipi ein total toller Mensch!

Die BM-Zwangspause

01.06. Die Bettlägerige. Geld ist eingegangen von der spanischen Immobilie. Hat geklappt. Knapp über 33.000,- €. Ich bin so froh, dass es abgeschlossen ist. Was sie hatte dort eine Wohnung, sie hat ein Konto bei der Volksbank? Fragt sie mich vor der Pflegerin. MHH mit dem Mutter/Sohn-Gespann. Bin doch Rad gefahren und hinten rangefahren und sie haben gewartet vor dem Haupteingang und sind ganz außer Atem. Hatte sie Sonntag angerufen um an den Termin zu erinnern. Der Enkel war dran gegangen und ich hatte gleich losgelegt. Dann Herr Desolat und nicht mehr im Heim, Überraschungsbesuch. Er in schwarzer Unterhose, darf ich mal rein kommen. Masturbiert er gleich? Pflegedienst macht noch gar nicht Pflegestufe 1 und zusätzliche Betreuungsleistungen, sondern nur Medi-Gabe. Das war anders besprochen. Das sieht da aus wie sau. Frau Klumpfuß haben sie die Katze weggenommen und dabei hat sie schon ein Kind verloren und die überambitionierte Beate will sie nicht mehr sehen. Sie soll jetzt auch ambulant betreutes Wohnen bekommen. 2 x Herr Ihme auf den AB. Frechheit, ich bin nicht da und er soll Ausgang bekommen. Ja, habe Betreuerwechsel beantragt und würde ihn auch gerne loswerden wegen anstrengend, glaube aber nicht, dass das Gericht das macht, weil der Grund lautet, dass ich mich geweigert habe den Beschluss aufheben zu lassen, als die Ärzte das auch so sahen. Dann der Arzt, ja, wenn er die Medis intus hat, können sie es mit Ausgang probieren. Natürlich ist es immer ein Risiko, dass er abhaut oder kifft, aber was soll man machen. Herr ADHS kommt nachmittags und hat eine Teilzeitsteller als Gärtner.

Die Yogalehrerin hört auf. Die Vertretung macht es weiter. Sie stammt aus dem selben Stall. Sie fasst einen gut an und ist mir beim Hund auf die Hände getreten (klingt blöd, war aber gut, mit ihren nackten Füßen) und bei einer Rückbeuge auf die Füße (mit ihren) und das hat richtig gut getan, so dass ich es zuhause von Stephan habe nachspielen lassen! (und das soll was heißen). Spargelbrühe nach dem Sport tut gut. Der köstliche Pfefferminztee von Michi und der Spargelsud führen zu eindrucksvollen Pinkelpausen in der Nacht, die mein Mann kommentiert.

02.06. Frau Altstadtboutique wegen der Anlage EKS und dem Drohschreiben an die Boutiquebesitzerin, dann Frau Frauenwohnheim, die Stimmen hört. Mein Hütchen sieht aus wie eine Antenne. Regionsarzt sagt, sie nimmt die Medis, ist aber so verrückt wie immer. Zwischen einer anderen und mir muss er vermitteln. Ich schreibe ihm dazu: „ Sie müssen immer diese P-Mediation machen. Das tut mir leid. Ich bin zu Borderline für die Frau und mal ganz freundschaftlich und bringe ihr Pflanzenableger (und will sie überzeugen, dass die Welt nicht so schlimm ist und man was machen kann) und manchmal zu streng (nicht schwingungsfähig), wenn ich kein Verständnis habe dafür, dass sie einfach sehr hohe Ansprüche stellt, aber weder Hilfe annimmt noch sich in irgendeiner Weise selber rührt (Anruf/email). Ihr neues Bett soll mir wichtiger sein als ihr und das schaffe ich irgendwie nicht. Lande auch noch auf Ihrer Couch….“

Vielleicht mit Chico und Barbara Flußkrebse essen? Da braucht man lustige Tischgesellschaft. Der Braunschweiger Verwandte, der Pferdewirt ist, meldet sich mit süßen Fotos. Es gibt eine Videoaufzeichnung von mir bei einer Familienfeier 2013 oder so. Vorstellung der Gäste über 50 Minuten, freie Rede und so. Es sei genial gewesen. Das ziehen die sich noch rein als Film. Krass, macht mich irgendwie stolz. Ich mag seine Bilder von seinen Rindern, die er mir schickt.

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Abends endlich die Haferkekse, gleich das doppelte Rezept und doch nicht fremde Öfen benutzen. Das ist peinlich. Dann lieber in 3 Tranchen backen. Wir sind zum Künstleressen in der VHV eingeladen, wenn Pipi Lotti kommt. Haben uns schon 3 Jahre darauf gefreut und Stephan hat Recht, sie hat uns nicht vergessen.

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Vorstadtweiber. Die drei Kerle treffen sich. Döner auf dem Porsche essen. Na und? Er kann doch nicht Döner auf dem Maserati essen. Porsche ist doch nur VW. Ja, aber Maserati ist Fiat. Na ja, dann ist seiner (wie Smart) ja noch der Beste, weil der ist von Mercedes.

03.06. Die Frau, die ausschaut wie ein Mann und die Unterlagen stinken derart nach Rauch. Sie ist wie eine Betreute, die keine ist, versteht nicht was das Amt von ihr will. Hat gestern ihre Katze einschläfern lassen müssen.

Arbeite zu lang und schaffe die Gerichtspost nach dem Außentermin nicht. Ich muss dann auch in der Werkstatt anfangen. Ich mag die Typen dort. 3 Tagen Praktikum? Klingt reizvoll, auch für mich. Mein Herr Heinz Ehrhardt trinkt alleine in der Kantine Kaffee. Er freut sich mich zu sehen und ich dito. Warum sitzt er alleine? Was soll das? Hetze los.

Passefire? Eine Band? So hieß doch Schnuller auf Englisch, aber Pacifier geschrieben, der der Frieden stiftet. Ah hah!

Meine Betreute, die richtig verrückt ist, Elisabeth, mit der bin ich so richtig aneinander geraten, weil sie vor mir im Büro war und ich mich abgehetzt habe und selber 2 Minuten vor der Zeit da war (Funkuhr, durchgeschwitzt), aber es nicht ausreichte um sie zu bändigen und sie hat hier das Büro aufgemischt (wollte grade zu der Psychologin reinschneien, ob sie es noch merkt, falte ich sie zusammen). Was das soll. Ich bin pünktlich und wenn sie mal warten muss. Ruhig hinsetzen, Klappe halten, nicht mein Büro aufmischen. Ich bin außer mir und will Schluss machen. Sie hat Tränen in den Augen. Sie eskaliert auch und sieht ein, dass ich Stress bekomme mit den Kollegen wegen ihr und will ihre Bankkarte wieder. Das hat so keinen Sinn merke ich als ich mich abreagiert habe. Um wieder runter zu kommen, gab sie mir eine kleine Lektion in Persisch.

Dochtahr oder Doghthar; Dust-dochtar = Freund-Mädchen (durchgestrichen) Tochter. Dust-pessar (junge/Sohn). Die Plugs sind rausgefallen (ich spreche sie darauf an) und sie fragt sich auch, ob das was mit Jungfernhäutchen zu tun hat.

Der Barzahler. Jobcenter hatte Leistungen gekürzt, nachdem ich Termin für Frau abgesagt habe, weil sie im Ausland waren. Leider war die Abwesenheit nicht genehmigt. Den Aufhebungsbescheid aus November 2014 kenne ich gar nicht. Das wird wieder lustig. Nicht zugestellt. Wiedereinsetzung?

04.06. Einer duscht in der Wohnung als ich rein komme. Die Hunde kläffen wenig. Als ich schon draußen im Treppenhaus bin, merke ich: kein Halsband. Wieder rein, suche im Schlafzimmer, hoffentlich kommt der Duschende nicht gleich rein und steht nackt vor mir. Das von Mikrusch, was soll’s. Ist so dünn. Finde das breite doch noch und dann schnell weg. Treffen wieder Stelli. Hat es neulich schon nicht über die Ampel geschafft. Eckhard war bei rot mit dem Fahrrad los gefahren am Küchengarten und Stella ganz langsam rüber und hat es gerade geschafft als die Autos anfuhren. Sie ließ sich nicht animieren zum Sprint, echt alt. Ich habe die Luft angehalten. Ja, Hunde werden älter und Menschen auch. Damals, war ich dabei, als Steffi Mikrusch kennen gelernt hat.

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Verpasse einen früheren Zug nur knapp. Segafredo im HBH. Eine langhaarige Bedienung (sieht aus wie nasse Dauerwelle aus der Giotto-Werbung) flippt aus vor Begeisterung als er mich sieht. Italienisches Design? Nein, eigenes Design, dann wohl Deutsch. Orangefarben Schuhe?  Junge Frau vor mir soll nachschauen. Ach, Beige. Foto mit mir machen? Er ist viel kleiner als gedacht so neben mir. Seine Kollegin, die gar nicht will, muss ihm verklickern: Speicher voll. Liegt am What’s App, löscht was, klappt trotzdem nicht. Wann komme ich wieder? Es gibt so viele langweilige Menschen, aber das was ich mache, da muss man erst mal drauf kommen. Er lässt sich die Konstruktion genauer zeigen. Er ist Fan und auf eine sympathische Art.

Meine Betreute muss mich abholen vor dem Lehrter Krankenhaus. Patientengarten, Betreten auf eigene Gefahr, viel gepflegt mit Kräutergarten und Namensschilder für die Pflanzen. Das Badezimmer sieht nach deutscher Küste aus, ist entsprechend dekoriert. Sie will zu König der Löwen nach Hamburg. Sie spricht nicht mehr mit dem Bruder, weil er ihrer Cousine ihre Nummer gegeben hat ohne sie zu fragen. Auch die Frau vom ambulant betreuten Wohnen meint, er hätte sie vorher fragen müssen. Jetzt hat sich sogar überlegt sich eine neue Nummer zuzulegen, aber sie sieht ja, wenn die anruft und geht nicht ran. Ja, so komisch sind die Leute. Meine Betreute ist auch bekennender Expo-Fan und war wie ich 40 mal da (wenn das bei uns reicht). Da kann man in Erinnerungen schwelgen. Ja, der Schweizer Pavillon und das große Freiluftkino. Usw. Die Feuerwerkshow war uns zu kitschig. Ein Herz wurde in die Luft geschossen und dann ging ein Pfeil hindurch….Die habe ich mir nie ganz angeschaut, dafür österreichische Küche kennen gelernt, bei diesem Fernsehkoch, der damals noch keiner war, Lafer. Kürbiskerne aus der Steiermark. Schnitzel und Mehlspeisen. Auch leckere Weine. Suki in am Lehrter Stadtbrunnen. Wie eine Giraffe an der Wasserstelle, er beugt sich auf die vorderen Unterschenkel. Sieht zum Schießen aus. Wir holen neue Kackbeutel aus dem Stadtpark in Lehrte. Da gibt es ein Restaurant was gar nicht so schlecht ausschaut. Suki fährt gut im Fahrradkorb mit und entspannt sich in der Bahn. Wichtig ist, dass ich ganz entspannt bin, dann entspannt der Hund automatisch. Das tue ich bewusst und lasse die Landschaft samt Betonwerk an mir vorbei fahren.

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Österreicher auf unseren Radwegen, begegne ihnen mehrfach, beschweren sich über Hund. Die sollen sich freuen über die geilen Radwege, hallo? Neue Betreuungssache. Ich bin zwar gesperrt, aber sie hat sonst keinen, der es machen kann sagt mir die Frau von der Betreuungsstelle. Muss englisch sprechen. Frau aus Kanada in der MHH, Leukämie und muss transplantiert werden. Toller Nachname. Banal, aber Hammer Schreibweise. Telefoniere mit Arzt, sie ist wohl sehr schlau. Ich schaue Morgen mal vorbei. Mit dem Rad nach HH oder nicht? Wir gehen als Belohnung für die Urlaubsvertretung zu Frau Hoppe. Schöner Radausflug. Freu mich schon.

05.06. MHH. Ich bin eine ¾ Stunde zu spät weil ich im Büro mit Arbeit aufgehalten wurde, dann laufe ich auch noch falsch, weil ich denke, die Stationsnummer sind aufsteigend und merke es erst als ich bei St. 41 bin und hinten angekommen und dann viel Umziehaktion bis ich bei der Frau bin. Alleine im Zimmer. Die Transplantation ist Knochenmarkspende. Das läuft über dunkles Blut in den Arm. Unspektakulär. Hatte 2 Spender und hat den Schweden genommen, der besser passte. Sie ist langweilig und allein stehende Lehrerin. Ich hatte mir vorher nicht überlegt, was Pflegestufe auf Englisch heißt. Haltestelle Kröpke war geschlossen wegen Baustelle. Anderer Eingang, H, merken, wie New York. Auf der Rückfahrt finde ich nur E und F und komme Georgstraße raus statt IG von der Linde. Früher Feierabend.

Meine Porzellanblume blüht und die ganze Wohnung duftet danach.

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Zug hat Verspätung. Wie alles an diesem Tag, den Tisch hatten wir auch von 18:30 Uhr auf 20 Uhr nach hinten verschieben müssen. Thomas hat eine Promotion und wir fragen uns ob er Craftbier im Toom vorstellen muss, aber es war nur ein Ärtzeinterview. Sitzen junge Vollpfosten drin, die ihre leeren Taschen auf dem Sitz liegen lassen um ihn zu blockieren. Die Handys wirken infantil, wie sich alle daran festklammern, wie Schnuller, Pacifier halt oder Kuscheldecken. Er steigt in Harburg aus, vermutlich TU. Ich denke an Morgen und das Treffen mit der Familie von dort.

Thomas ist schon zuhause und es gibt Sekt. Ihre Porzellan-Blume, ein Ableger von meiner, blüht auch, das erste Mal. Wir hatten das Essen zeitlich nach hinten verschoben.  Yunfeng darf erst am Wochenende jemanden mitnehmen auf seiner Monatskarte und nicht mehr unter der Woche. Dafür haben sie das Streckenverzeichnis erweitert. Ja, lauter Orte, wo keine hin will, Barnsbek und Harvestehude, Pinneberg und Veddel, lästere ich ab. Stephan kauft eine Fahrkarte und das nachdem ich in Hannover schon schwarz gefahren bin mit meinem Plus-City, nämlich zur MHH und zurück. Vor allem der Hinweg dürfte schwierig zu argumentieren sein (auch für mich). Manchmal habe ich eben Lust auf Abenteuer. Das Haerlin hat sich gehörig gewandelt und das Essen ist sehr lecker. Ein junger Vietnamese bedient uns. Der konnte letztes Mal noch nicht sprechen als wir vor 17 Jahren zuletzt da waren und Jackettzwang herrschte. Jetzt ist es modern mit sehr schönem, ausgefallen Geschirr und sehr leckerem Essen, Jakobsmuschel vom leckersten, Kaisergranat (schon in der Residence ein Burner) und asiatisch angehaucht und die Weinreise ist ihr Geld wert und es gibt Douglasie zum Nachtisch und nicht nur Schoko-Kuchen. Es gibt keinen Chefkellner als Notnagel um reichen, anstrengenden Krackern Paroli bieten zu können. Mutig. Keiner ist über 30. Ich find’s gut. Bin durch mit dem überteuerten Wolfsburg und Residence ist auch nicht mehr das, aber hier war es echt spitze. Sie machen allerdings die kleinen Rezeptkarten vom Steirereck derbe nach, aber das nur am Rande. Der Wein zeigt seine Wirkung und ich pose auf dem Teppich, dessen Muster herrlich abgenutzt ausschaut. Ich kündige mindestens 2 Runden Mahjong an, bleibe sie aber schuldig.

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06.06. Das fremde Handy was am Kopfende des Bettes auflädt bimmelt und nervt. Trotzdem schlafe ich noch 3 mal ein bevor ich um 9:40 aufstehe und dann tusche.

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Mein Paps mag Motelone, erinnert ihn an Japan.

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Marinehof. Der Ehemann ist netter als gedacht. Die Tochter fährt zum internationalen Pfadfindertreffen nach Japan. Die Frau von früher sucht Zeuge für den Missbrauch der an ihr geschah und ich biete mich bereitwillig an und sage ihr gleich, wie ich es erlebt habe und dass sie immer ihren behinderten Bruder aus dem Autositz rausheben und reinsetzen musste, weil ihre Mutter sich vornehm zurück gehalten hat. Klar, bei uns war das anders. Ich finde trotzdem die durch geknallte Schwester klingt interessanter. Sie war früher schon eher mein Fall und jetzt ist sie mit 39 Koffern mit der Lufthansa ausgewandert und hat ihr Geld systematisch durchgeprasst in Luxusabsteigen. Am 15.01.15 wäre sie pleite gewesen und am 10. hat sie einen Job angenommen (auf Vermittlung der Schwester) und verdient 120.000 in der Internetbranche, was aber hinten und vorne nicht reicht. Die Schwester geht auf Distanz, weil sie sich nicht schon wieder für ein Familienmitglied aufopfern will. Die Mutter hat eine bipolare Störung und einen zugenähten Bauchnabel, deswegen haben wir sie nie bauchfrei gesehen, auch nicht damals in Kalifornien. Der Operateur war ein Verwandter. Claudias hat mexikanische Hühnersuppe gemacht mit gebackenen Pilzen und Tomaten, Avocado und Limette. Der Rhabarberkuchen hat zu viel Teig für unseren Geschmack. Es ist windig. Claudias Freunde sitzen vor der Tür. Die sind alt und haben Kleinkinder. Wenn man Leute kennt, ist das Auge gnädiger. Auf den Weg zur Abendveranstaltung entdecke ich echt coole Pflanzen, die praktisch ohne Erde auf einem Vordach wachsen und nehme mir einen Ableger für Zuhause mit.

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Claudia sagt in der Markthalle fangen sie pünktlich an und legt uns die Vorgruppe ans Herz. Da bin ich ihr sehr dankbar. Ich bin verknallt in die beiden Jungs. So jung und so gut. Die machen einen Klangteppich, dass ich zuerst nicht glauben kann, dass sie die ganze Musik nur zu zweit machen. Hammer. Der Sänger und Gitarrist ist gescheitelt und trägt Matte und Lederjacke. Er hat eine tolle Stimme. Der Schlagzeuger hat Afro und müsste nasse Haare haben, aber sie sehen aus wie frisch gefönt. Manchmal steht er auf und spielt Keyboard und setzt sich dann wieder ans Schlagzeug. So unspektakulär wie die Musik machen, als würde ich häkeln und das Ergebnis rockt ohne Ende. Die sind begabt. Dagegen sind die EODM (Eagles of Death Metal) peinlich alte Männer, die ihre Instrumente nicht spielen können. Dafür laut und große Rockposen. Nur die Selbstironie lässt es erträglich sein und dann man es den alten Herren gönnt noch mal abgefeiert zu werden für alte Hits, die sie einigermaßen abrufen können. Gut, wer zuletzt 2008 veröffentlicht hat. Es war abzusehen. Gottseidank habe ich mir kein T-Shirt gekauft. Außerdem kenne ich jetzt Dolormite Minor, also ein toller Abend. Das Publikum ist rockig in der ausverkauften Markthalle. Ein Gruppe sehr körperlicher Männer, aber dabei hetero. Das sieht man an der Neandertalerausstrahlung, wir vermuten, dass sie sich vom Tollen aus der Umkleide kennen und dadurch, dass sie sehr breit gebaut sind und teilweise auch sehr groß ist der Tipp Handballer von Land auf Gruppenausflug in die Stadt. Dann fragt Stephan mich, warum und wann man sich ein Stacheldrahttattoo am Oberarm hat machen lassen. So nach dem Motto, daran erkennt man so ca. das Alter der Trägerin und wirklich, das steht keinem, so ein dünnes draufgemaltes Oberarmband, es verunstaltet jeden Arm, diese dunkle Unterbrechung und peinlich sieht es auch noch aus. Was nicht fehlen darf ist die Turbo Jugend mit ihren Uniformen in kleinen Gruppen unterwegs, alleine eigentlich nie. Das ist fast auf einem Niveau mit Menschen, die Wachturm verteilen, quasi seine Überzeugung vor sich hertragen auf Teufel komm raus. Aber, wie gesagt, die Jungs von Dolormite Minor sind echt meine Helden und ich will sie kennen lernen und ihnen im Hotelzimmer auflauern. Ich will, dass sie berühmt, reich und glücklich werden.

Auf den letzten Drücker zum Asiaten gegenüber und früh zu Bett. Die lauwarmen Reisnudeln sind mit extra viel Gewürzen und sehr lecker und 2 Gerichte kosten unter 13,- €.

07.06. Wieder schön morgens basteln und dann bei Sonnenschein durchs Viertel laufen. Durch begrünte Wohnpassagen mit Retrokoffer aus denen Pflanzen sprießen und ein weißes Porzellanreh sitzt dazwischen. So mit heimelig basteln haben sie es drauf, die Hamburger. Idyllisch und szenig. Meine Eltern waren überteuert und schlecht Fisch essen in einem Sterneladen. Apropos Fisch, ich laufe am Jelly Fish vorbei und will das nächstes Mal hin. Den hatten unsere Hannoveraner Freunde so geliebt und die Untersetzer liegen bei mir im Badezimmer zur Deko. Der Juwelier klingt auch gut. In der Sonne häkeln bis der Kaffee Kontor aufmacht (so viel Auswahl gibt es nicht Sonntag Morgen). Schweizer wundern sich über die Wiener Kaffeespezialitäten und die junge Frau muss nachschauen: der ist mit Schnaps. Ein älterer Hamburger führt Selbstgespräche und flirtet mit der 40 Jahre jüngeren Bedienung, die nicht weg kann und weil man in der Schanze ist, duzt man sich, was die Sache nicht besser macht: „Wünsche Dir noch einen schönen Tag und so“…Ich gehe zum Yoga und man staunt über meine Papierstempelkarte. Nein, ich bin nicht registriert und habe keine Chip-Karte, einfach Kreuz machen, 3 mal habe ich noch.

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Gut gelaunt zurück und dann duschen und packen und zum High Tea. Ich hatte Thomas gestern angeboten mit ihm in die Lüneburger Heide zu fahren um seine Mutter zum High Tea abzuholen und sie dann zwischen Claudia und mich zu platzieren. Er hat abgelehnt, aber ich erbettele erfolgreich eine kleine Gin-Flache mit Whippet (natürlich für eine Fotosession mit Suki). Während die anderen draußen spielen, machen wir auf gediegene Stubenhocker und treffen Claudia und Manu. Manu ist lustig und zieht 2024 oder so zurück nach Laineck ins Haus der Mutter und hat das passende Autokennzeichen mit HH – BT 2024 oder so ähnlich. Nächstes Mal wollen wir mit ihr Gin Tonics trinken in ihrem alten und Claudis neuem Kiez. Die Clotted Cream geht ihnen aus und sie versuchen uns statt dessen eine Vanille Creme anzudrehen. Wir merken das aber. Sie ist aus, weil das Glas herunter gefallen ist. Ich finde es schlechter als letztes Mal, kleinere Teekannen, Refill kostet extra und für so ein paar Brote einfach sehr teuer. Das Savory High Tea im Fortnum würde ich wohl noch mal machen (der war echt raffiniert), aber das hier ging sich Preis-leistungs-mäßig diesmal nicht so für mich aus. Mit unseren Freunden war es trotzdem total nett und wir treten zufrieden die Heimreise an. Zuvor hatte Claudia mich noch gebeten abzuwarten bis der Kellner im Frack gegangen ist bevor ich den Scone in die Serviette packe. Ich wollte den Scone für meinen Mann einstecken und werde doch noch das Essen mitnehmen dürfen, was ich bezahlt habe und was sonst weggeworfen wird und überhaupt ist es mir zu verklemmt und sind es mir zu Benimmschule, so dass ich ausflippe und mich leider nicht mehr einkriege. Die Bilderzensur macht mir ein schlechtes Gewissen und geht mir auf die Schreib-Libido. Sie lässt die Hamburg-Reise insgesamt kurz ausfallen. Claudia, ich hoffe, ich darf Dich in mein Tagebuch aufnehmen…danke trotzdem an die Jungs. Ich hoffe, das alles gefährdet nicht unsere Freundschaft. Auch, dass ich mein Mahjong-Versprechen gebrochen habe, aber so kennt ihr mich ja.

Zuhause angekommen stehen unsere Nachbarn vor ihrem Haus, der Statiker und seine Frau, die aus Hamburg stammt und richtig mit Hamburger Akzent spricht. Wir versuchen gemeinsam herauszufinden, was unsere Miteigentümer an der Fassade verbessert haben, so nach dem Motto: finde den Fehler für Fortgeschrittene. Unsere Nachbarn sind sehr entspannt und ich mag sie gerne. Die sind immer top gebräunt und so schön gelassen. Das kommt bestimmt auch mit dem Alter.

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Die Vertretungskatastrophe

18.05. Frau Afrikanerin hat Anzeige wegen Körperverletzung und ist in der Psychiatrie. Kindergartenstreik. Das Mädchen im Fahrstuhl der Hamburger Allee (Sozialamt) strahlt mich an: „Ich geh zur Arbeit“ verkündet sie stolz. Sie begleitet den Papa und ich treffe sie oben wieder in dem offenen Büro, in dem ich meinen Termin habe. Ich finde, sie kann die Neukunden versorgen, d.h. erst mal aus dem Wartebereich abholen und dann die Anliegen besprechen oder wenn sie kopieren kann, dann kann ich sie gebrauchen. Es waren 3 Gerichtsakten für die Kollegen in der Post.

Ich gebe 2 Schecks im Original ab im Amt.

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Dann komme ich quasi zu spät zur MDK-Begutachtung, d.h. die Frau ist einfach zu früh gekommen. Meine Betreute ruft mich an, dass sie schon da sei. Als ich eintreffe, bleibt sie noch ca. 1 Minute da. Es geht um meinen Widerspruch. Warum habe ich ihn eingelegt, will sie wissen. Sieht sie das nicht?

Zwischendurch bimmelt immer die Rufweiterleitung der Kollegen.

M / S. Der Typ, der den Schlüssel abgeben will, ja, Schreiben ist eingegangen. Es stellt sich heute heraus, ob er an den Schlüssel kommt. Meine Büronummer für Übergabe.

Dann Frau M, die den Brief lobt und mit Herrn S nichts mehr zu tun haben will, der ihr unflätig auf den AB gesprochen haben soll und die mit weiteren Fällen auf Wiebke zukommen will. Kein RR meinerseits.

Nachmittags Herr S, der den Schlüssel in Absprache mit Frau M direkt an die dritte Person geben will (Frau A gibt Frau Möller den Schlüssel direkt). Telefonnummer von Frau M? Hat er nicht, alles gelöscht. Will mit der Frau nichts mehr zu tun haben. Die wollte was von ihm und er wollte nur Rasen mähen.

Herr K, Rückruf durch mich. Wohnung T Str. 33 hat nicht geklappt, aber andere Wohnung und für die hat er schon Umzugsgenehmigung vom Jobcenter, wollte Michael informieren.

Frau wegen Handy bei der Kriminalpolizei, beschlagnahmt wegen unsittlicher Fotos ihrer Tochter. Handy ist kein Herzschrittmacher und wenn sie mir jetzt sagt, dass das ganze seit Januar läuft würde, liefert sie mir noch mehr Argumente, warum das warten kann bis die Kollegen wieder aus dem Urlaub zurück sind. Würde ich sie bitten, sich nach dem Urlaub wieder zu melden.

K., Petra, Nachzahlung 800,- € und P-Konto. Ich rate ihr Konto leer machen bevor Nachzahlung eingeht, wenn was nicht klappt soll sie noch mal anrufen.

Typ wegen Umgang Tochter, wollte dass die Kollegin einen Antrag stellt. Verweise auf nach dem Urlaub.

Typ wegen Vollmacht für einen im Krankenhaus. Verweise an Tickwe, Notar.

Frau, Räumungstermin, Michael hat sich gekümmert, sie soll bei GBH anerkennen, damit es nicht teurer wird. Gericht Morgen, sie soll was unterschreiben. Vermutlich die Mietrückstände anerkennen. Ich versuche den Sachverhalt aufzuklären und als ich sage, dass weiß sie doch nicht erst seit heute um 15 Uhr weiß mit dem Gericht Morgen, stellt sie fest, dass ich keine Ahnung habe und legt auf.

Stephan nachmittags: Herr U, Tel 0163/ ist Fernfahrer, AZ RA 24307-M, neue Adresse …45888 Gelsenkirchen. Hat Schreiben von Michael nur per Zufall bekommen. Frist Unterlagen einzureichen war bis 14.05. gewesen, er hat selber angerufen das er seinen Anwalt nicht erreicht, die haben mündlich Fristverlängerung bis 28.05. gegeben. Er tat so, als ob er nicht genau Wissen würde, welche Unterlagen gemeint sind. Ob Du da noch mal eine weitere Fristverlängerung beantragen könntest.

Ruft Morgen um dieselbe Zeit noch mal an.

Dazwischen Herr Ihme, er holt die Anschrift des neuen Hausarztes. Ich soll aufhören zu essen, er ist ärgerlich und sagt es immer wütender: „hören Sie auf zu essen“, aber hey, ich esse immer noch wann es mir passt und ich habe Hunger, war den ganzen Tag unterwegs. Unterbringung beantragt.

19.05. Ich muss dem Betreuer aus Neustadt (für die religiöse Frau in der MHH bestellt) erklären, was er zu tun hat. Mag ich Neustadt nicht? Spürt man das durchs Telefon hindurch?

Wieder und ständig die fremden Mandanten. Jeder Fall duldet keinen Aufschub und sie wollen sofort „Anwalt sehen, vorbei kommen“. Herr P. wegen Untätigkeitsklage, verweise auf nach dem Urlaub. Dann noch mal, wenn Widerspruchsbescheid kommt, will er ihn zugeschickt bekommen.

S von der Fa. S wg Michael, neue Sache, Rotlichtverstoß, Anhörung. Bußgeldbescheid Frist 2 Wochen, aber so vermutlich nicht so enge Frist Der Typ soll schreiben, dass er sich Anwalt nimmt und der im Urlaub ist und sich nach dem 29.05. meldet. Das müsste so gehen, bedankt sich und meldet sich am 01.06. wieder.

Frau M, ob Michael noch Widerspruchsbegründung in der Sache W schreibt, Az.: RA 27814-JcLL, ihre Nummer: …., Michael meldet sich ab 01.06. bei ihr

Typ wegen Vodafone, Michael hat gekündigt und er hat jetzt Rechnung bekommen, nein, kann er nicht selber, wirft er in Briefkasten und ich schreibe die an.

OLG Celle Geschäftsstelle iS H / A inhaltliche Besprechung wegen Beschwerdeentscheidung, die einging. War PKH-Antrag beim Landgericht.

Bitte Michael bei Herrn H melden in der Sache für seine Frau, Sachstand

Hr R, Tel. ….., R Str. 6, 52249 Eschweiler. H / R. Ich schicke Vollmacht von mir und bekomme Fax von ihm. (Stephan sagt, der Mandant ist High Roller und hat mindestens 20 Akten).

Kido-Optik Michaels linke, harte Linse ist eingetroffen.

Herrn U angerufen, meine Faxnummer, er schickt mir Fax mit Schreiben vom Gericht wg Aktenzeichen.

Ich raste etwas aus, weil jeder der anruft was total Dringendes hat und ich zwei Anrufe parallel habe und meine Telefonate nicht führen kann.

Stephan findet statt Kopierpapier nur Gummibärchen, einzeln verpackt.

20.05. Jeden Tag einen Esslöffel Blut. Nur genug um die Unterhose einzusauen. Stephan reißt das Gummiband der Schlafbrille beim Einschlafen. Wie fies ist das denn? Wird Zeit, dass die Schrägbänder aus Straßburg zum Einsatz kommen. Er hat sich 2 ausgesucht.

Rechtsanwalt Kr in der Sache M. Ob Michael auch die familienrechtliche Sache macht muss warten bis Kollege wieder da ist. Es war keine Frist gesetzt, ich wollte nur nett sein, aber das kann warten.

Anruf Fr B in Sachen U Insolvenzverfahren. Frist verlängert bis 12.06. Mandanten informiert. Er bedankt sich. Der ist nett.

Herr H (016…) Mandant von Wiebke, wohl Rentner, spricht auf den AB (episch lang). Das Wohnungsamt hat ihm eine Wohnung vermittelt und die GBH zugesagt (99,9 %) und jetzt will der Mieter nicht ausziehen und er hätte zig andere Wohnungen mieten können und will Schadensersatz von der GBH oder dem Wohnungsamt und lässt sich nicht verarschen, pennt beim Kumpel und erzählt den Sachverhalt 4 mal. Ich rufe zurück und sage, das sei ärgerlich, aber der Vermieter hätte keine Chance, wenn Mieter die Kündigung zurück nimmt und Schadensersatz würde es m.E. nicht geben, erst verbindlich mit Vertragsunterzeichnung. Ich hätte solche Fälle auch schon gehabt, dass Mieter Kündigung zurück nimmt und Vermieter machtlos und Wohnungsamt hat damit nichts zu tun, weil die nur vermeintliche freie Wohnungen anbieten und wann Wiebke wieder da sei. Er dann noch mal auf den AB, wie scheiße ich sei und er hat sich mit Kumpel besprochen, der nicht Jurist ist, aber trotzdem schlau und auch mündlich sei es ein Vertrag und wirksam, wie im Arbeitsrecht und 99 % usw. ich soll mir was einfallen lassen und mir Mühe geben, ich angebliche Vertretung….

Ich schaffe es wieder nicht in Stephans Geburtstag reinzufeiern. Jeden Tag hilft er mir mit der Post der Kollegen und kopiert Akten, sonst wäre hier Land unter.

21.05. Traum in Kürze und was ich mittags noch weiß: Es war wer Berühmtes gestorben, adelig oder so. Ich will nur sehen, was auf den Plakaten draufsteht und bin nicht schaulustig. Ich wusste gar nicht, um was es geht. Der reiche alte Mann will mir seinen Autoschlüssel geben. Ich fahre aber nur Fahrrad und mich eklen die teuren weißen Luxusschlitten an. Rutsche in einen Teich mit Algen, weil ich Hunde fotografieren wollte. Die Hundebesitzerin ist auch drin, die grünen Algen sind überall auf mir drauf und werden immer schwerer. Stephan muss mir wohl doch raushelfen.

Ich will lieb sein als Geburtstagsgeschenk. Das macht Stephan Angst.

Meine Eltern schreiben ihm rührende emails. Sie merken, dass sie ihn mehr mögen als mich, zumindest ist er lieber. Ich bin der bissige Dackel und er ist der charmante Suki.

Ein paar Unproblematische, die einwilligen sich dann zu melden.

Eine Türkin lässt sich Termin geben. Muss fürs Jobcenter was ausfüllen bis 30.05. Haben ganz lange kein Geld bekommen, Wiebke hat dafür gesorgt, dass sie wieder welches bekommen, gebe Termin für nächste Woche.

Eine Frau mit schwacher Stimme, kann seit Tagen nicht aufstehen und braucht Transportschein. Soll Michael machen. Ich rate ihr in einer Arztpraxis anzurufen, weil der Arzt es ausstellen muss. Sie dachte bei Krankenkasse beantragen.

Frau R, Frist 26.05. wegen Unterlagen für die Friedhofsverwaltung. Erkläre ihr wie sie Fristverlängerung beantragen soll mit Telefonvermerk mit wem sie gesprochen hat usw. Wenn es nicht klappt, meldet sie sich am 26. 05 noch mal.

Mal wieder ein Betreuungsfall von mir dazwischen: Herr Minus zuhause. Er legt auf. Ich rufe noch mal an. Es klingelt. War wohl die Polizei, nee, eher Pflegedienst oder Essen auf Rädern.

100 Telefonate und Schreibtisch leer machen.- Montag war wohl doch ein Gerichtsvollzieher für mich da. Das ist der größte Witz. Ich habe dem Psychologen Leichtgläubigkeit attestiert. Ich dachte, er hätte Menschenkenntnis studiert.

Frau Afrikanerin darf ich bis Juli 2018 unterbringen? Krass. Davon weiß ich gar nichts.

BVG ist scheiße. Warten 30 Minuten auf einem Bus, der schön auf der digitalen Anzeigentafel angekündigt war in ihrem neuen Bahnhof am Ostkreuz. Meine schlechte Laune macht den anderen Wartenden Angst. Der Wohnungstyp lässt uns auch warten und hat dafür alte Blumen dabei von denen er uns eine halb verwelkte in die Vase stellt. Das hätte er sich sparen können und Pünktlichkeit wäre mir lieber gewesen. Blick auf das Ufer gegenüber, alles grün. Unser Radverleih hingegen ist richtig gut. Man findet ihn schlecht im Internet. Das war Absicht, weil das Finanzamt hinter ihm her war und seine zig Läden geschätzt hat, vertraut er uns an. Das Radfahren ist super und schon einiges gesperrt für den Verkaufsmarkt der Hippies. Ohh noch ein Stand mit Löffeln aus Olivenholz. Jüdisches Museum, der Tunnel mit den blauen Blumen. Die Strickgruppe der ersten Stunde. Die Ausstellung Obediance erzählt die Geschichte von Jakob und Isaac.

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Industry Standard, die Nachbarn aus Zehlendorf sitzen nah an unserem Tisch und sie ist sehr darauf bedacht mit mir in Kontakt zu kommen. Bin ich Designerin? Sie kommt aus Kolumbien und ist „Smile Designerin“. Sehr lustig. Macht anderen die Zähne. Sie kommt mir eher vor wie eine Escortdame und er ist zwei Jahre jünger als Stephan. Ich dachte auch 51 und sieht halt älter aus. Die Bedienung kommt aus London, war zu Besuch da und Berlin ist billiger. Dieses Englisch sprechen gibt der europäischen Jugend eine Chance nach Berlin zu ziehen und macht uns wie Amsterdam. Dass nicht so viele in Hamburg hängen bleiben ist auch klar. Sie darf meinen Riesling probieren und bedankt sich. Ist angeblich der Lieblingswein des Personals. Dann die Neue aus London auch mal probieren lassen. Ich füttere die am Nachbartisch mit einer Schweinzunge auf Toast. Der Laden ist echt gut, auch die Nüsse mit Essig und das Tartar mit crispy chicken skin. Alles sehr lecker. Markus hat viele Bauchmuskeln und süße Geschenke, die ersten und einzigen, die mein Mann bekommt. Ich habe ihn vermisst, aber Morgenabend sehen wir ihn noch mal.DSC01295

22.05. Böse email an meine Cousine, die sich tagelang nicht meldet und ich sollte interfamilär für was Juristisches eingespannt werden. Werde um 6 wach und das Dots hat noch 1 Std und 45 Minuten geschlossen. Jetzt hat es schon seit 8 Minuten geöffnet, Stephan schläft, ich habe Balkontisch in die Küche geschafft zum Basteln und sauber gemacht. Krass. Ich verarbeite die Gernsbach-Motive, die ich mitgebracht habe und dort habe ich Straßburg gemacht, praktisch immer eine Reise nachhinken bzw. es vermischt sich. Dann Dots.

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Charlottenburg. Weiß jetzt, warum das Tiergarten heißt. Hat Tiere drin. Ein Typ mit rotem T-Shirt mit HANNOVER drauf kommt uns entgegen. Unterwegs in Berlin. Halte immer an auf dem Rad und telefoniere. Etliche lassen sich vertrösten, auch wegen des kürzeren Zeitraums bis zum Rückkehr. Ich bedanke mich für das Verständnis. Der Akku des Handys lässt nicht nach und übersteht die Berlinreise insgesamt. Hammer. Ich liebe den alten Knochen und würde glatt tauschen.

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Im Haus ein Geigenbauer. Suki kläfft das ganze Haus zusammen. Wir ziehen mit ihm los. Viel Verkehr und er an der Leine am Rad und zieht kräftig. Er kann derart Menschen lesen und manipulieren, das ist unglaublich. 10 Sekunden an der Ampel reichen um einzuschätzen ob er mit kleinen unterdrückten Bettelgeräuschen einen Effekt erzielen kann. Baustelle Markus.

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B und der Mitangeklagte ruft mich an. Michael hat ihn angeschrieben, ob ein Dolmetscher benötigt wird und er kann das machen. Das wurde allerdings früher auch nicht akzeptiert. Schraube bei Hornbach, Verhandlung ist am 01.06. in Neustadt. Ich schlage vor, dass Dolmetscher bestellt werden soll für Albanisch-Deutsch. Versuche das Dienstag zu regeln und er ruft nachmittags an.

Vor dem Berliner Dom auf der Wiese. Richter, Dr. S, erkennt, dass ich unterwegs bin. Ja, die Urlaubsvertretung ist auch im Urlaub. Wollte mit Michael Termin abstimmen in der Strafsache gegen Frau X, Az.: RA 23115? (Anm.: erste Ziffer unsicher). RR unter 347…, ist selber erst am 02.06. wieder da. Ich melde mich spontan bei meinem Cousin Thorsten, der nicht beim Familienfest war und in Berlin lebt und hier in der Nähe arbeitet, aber sie sind Pfingsten weg. Schade. Ausflug zur Familie mit Hund wäre super gewesen. Hasenheide. Ist hinten wie der Dom in Hamburg. Der Radkorb ist zu klein und muss Morgen ausgetauscht werden.

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Ich kaufe geröstete Nüsse und eine Leiche wird auf der Sonnenallee abgeholt. So was haben wir beide noch nicht gesehen, wie eine Liege für Kranke auf Rollen und man kann sie hoch stellen nur, dass der Kranke komplett in einem blauen Sack von der Gerichtsmedizin abgeholt wird. Die haben T-Shirts mit entsprechender Beschriftung und aus den Abdrücken in dem Sack erkennt man die Umrisse eines menschlichen Körpers. Gruselig irgendwie. Abends asiatisch auf der Straße mit Markus. Dr. To oder so? Die Menschen, die an uns vorbei gehen sind alle jünger als 30. Die selbstgemachten Teigtaschen (Dim Sums) sind köstlich und die Cocktails auch. Nach 2 Cocktails positioniere ich mich und ergreife in einem Partnerkonflikt Partei. Diese ganze Neutralität. So wird die Welt doch nicht regiert und bei Star Wars ist man auch auf einer Seite und ich stelle mich hinten den Kollegen und bin auf seiner Seite und das können die ruhig wissen, auch wenn es taktisch unklug sein mag. Suki ist wie ein übermüdetes Kind und rennt kopflos umher und findet uns nicht. So läuft er noch auf die Straße, muss dann mal an die Leine und schlafen.

23.05. Morgens wieder basteln ab 6 Uhr. Ich entspanne total, der Hund entspannt unter dem Tisch und bewegt sich nicht, wenn ich aufstehe und mich wieder setze und ganz nah an ihm dran bin mit meinen Füßen. Da ist einfach Vertrauen da, das ist das organisiert bekomme und er nichts machen muss.

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Nummer meiner Cousine eingeben funktioniert nicht. ich hasse mein i-phone. Neuer Korb ans Fahrrad, muss ihn noch mal justieren lassen, weil ich sonst auf dem Draht sitze und das nicht aushalte (dafür bekommt der Fahrradtyp Baklava). Der türkische Bäcker mag mich und ich sage ihm, dass ich jeden Tag 1 kg von seinem Zeug esse. Das sieht man nicht, ist seine Reaktion. Sehr charmant. 2 x frühstücken. Das neue Café heißt Kathies Blue Cat und während im Dots die jungen Hipster und Eltern arbeiten, arbeitet hier die Belegschaft von Pride. Es gibt butterige englische Backwaren, Shortbread und Pastries mit Cheddar. Hipster kannte Constantin noch gar nicht, die neue Bevölkerung seines Kiezes. Die neue Hipstermännerfrisur ist ein Dutt und darunter die Haare wegrasiert.

Dieffenbachstraße. Der Ort, der daran erinnert, wie ich in meiner zarten Jugend Sterblichkeit gelernt habe. Kottbusser Damm. Neue Leggings, krasse Muster und eine schwarze mit Aufschrift: HOMIES. Der türkische Inhaber will mit mir flirten über meine Umweltbewusstsein und Yoga sprechen und über die türkischen Frauen lästern, die immer zu viel zu essen kaufen und es dann selber essen und davon dick werden. Seine Frau kocht die Eier immer im Topf statt energiesparend mit dem Eierkocher. Was soll ich sagen? Dazu kann man nichts sagen. Dann Kreuzberg. Bergmanntsraße. Der schwerbehinderte Mann setzt sich zu uns auf die Bank und gibt uns Tipps. Zopf und sieht aus wie Hippie, will aber über die Türken lästern, die zu viel grillen und es stinkt. Unsere unfreiwilligen Reiseführer sind immer rassistisch, ob Wien oder Berlin. Karneval der Kulturen. Das hat er einmal geguckt und die Schwarzafrikanerinnen in den weißen Kleidern, das war schon toll, aber jetzt sperrt er die Tür zu. Er hat Freunde zu Besuch und kocht Kaninchen. In Hannover war er in den 50ern in einer Kaserne in Langenhagen. Die Second Hand Läden sind alle scheiße. Nur Verleih oder Kik gibt es in dem ersten, dann eine unkoschere Mischung aus Second hand- und Neuware. In dem Kiloladen finde ich eine rote Frotteetasche mit weißem Plastik gefüttert, original alt, könnte man für nachgebaut halten, gerade die stilisierte Blüte als Verschluss, aber das Etikette beweist das Gegenteil und dann noch halber Preis und eine kariertes Sakko aus Poly (weinrot, beige) aus England?, was mein neues Lieblingsteil wird, also doch. Es gibt sogar einen, der nur 80er Jahre Hipstersachen hat. Alles mit Punkten und dann die alten Sportklamotten und Ghettoblaster natürlich. Die Bedienungen tragen alle Hochwasser, bauchfrei und Brille. Im Malteser Laden kaufe ich schließlich kleine Plastikschildkröten und eine kleine Stoffkatze mit blauen Augen. Man soll an der Kasse sagen für was man spenden will, ob Schulprojekt oder Hundebesuchsdienst. Was, die sind hier so überkandidelt in der Hauptstadt, dass sie für die Hunde noch einen Besuchsdienst vorbei schicken. Verstehe ich falsch, die Hunde sollen besuchen im Altersheim und so. Ach so, das finde ich doch gut. Dann hatte ich schon die Schule gewählt. Auch gut. Nächstes Mal. Ja, wird es nicht geben.

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Betreuungsnotfall kurz bevor wir eigentlich los wollen. Die Freundin ruft mich an, die verprügelt wurde und Angst hat. Unterlassungsverfügung, bin ich die falsche Ansprechperson, weil ich bin für ihn bestellt. Mein Betreuter ist blutverschmiert und haut gerade aus der Klinik ab. Hatte 4,1 Promille. Er mag mich. Ich bin eine tolle Frau und er vertraut mir. Versuche auf ihn einzuwirken, so gut es geht. Dann zu Heike und Georg. Ist nur ein Katzensprung dorthin. Suki (aufgeregt) binde ich ans Keyboard im Wohnzimmer und er legt sich ab und entspannt sich. Heike hat die Oatmehl Cracker nachgebacken aus dem Bericht, zu Tisch in von der schottischen Insel mit Schweineschmalz. Georg hat leckerste Bolognese gemacht und Pasta und es gibt Birnen Carpaccio mit Wallnüssen, griechischem Joghurt und Honig zum Nachtisch. Das wieder von Heike. Kai zeigt eindrucksvolle Bilder von einer Wohnung in Italien (2 Busstunden von Rom entfernt) und dem italienischen Maurer, der kochen kann und es gibt bergeweise gegrilltes Fleisch auf der Feuerstelle im Garten und Meeresfrüchte, eine Männeridylle. Von Balkon aus sieht man die schneebedeckten Berge und im Tal blüht es schon. Georg hat Frust, dass er sich mit seiner Kunst abmüht und da auch noch selber neben der Energie Geld reinbuttert und ich finde es gut, dass er mal etwas Dampf ablässt und kann seinen Frust verstehen, finde ihn mehr als nachvollziehbar. Auf dem Rückweg fährt Suki im Korb und wir essen noch Döner. Der Magen ist schön vorgeweitet.

24.05. Traum: Weigere mich aufzuschließen, Radschloss und die sollen erst mal was zurück nehmen. Sind total wichtige Mandanten von der Kanzlei und es gibt opulentes Mittagsmahl mit Bornemann, der sich Malottke zur Hilfe geholt hat, der seinen besten Anzug anhat. Die Mandanten sind ein reiches, älteres Ehepaar und die konnte jetzt aufgrund meiner Beleidigung/Machtspiel mit einem ihrer Söhne nicht weg und am Strand in dem Sand können sie bestimmt nicht gut laufen. Ich muss sie finden und mich entschuldigen und das wieder gerade biegen und auch den anderen/Mitarbeitern sagen, dass ich Mist gebaut habe. Erst mal wieder Schlemmerfrühstück, aber dann doch kein gegrilltes Hähnchen. Doppelfrühstück Kathies Blue Cat und Dots. Am Flussufer, ein türkischer Vater füttert die Enten mit seinem Sohn und Suki läuft hin und bekommt ein riesiges Stück Fladenbrot. Er schaut schuldig, dann lasse ich ihn gewähren, er trägt es weg. Stephan glaubt, er hat es nicht herunter bekommen. Im Park ein Mann mit 6-8 Papageien auf seinem Fahrrad. Die Attraktion. Die scheißen alles voll und putzen sich und fressen Körner und die Kinder stehen Schlange davor. Später sehen wir in noch mit seinen gefiederten Freunden Rad fahren. Alle haben ihren Platz auf der Stange.

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Heute der Radausflug mit Brigitte, Arnd und Carlchen. Der Italiener nebenan hat Konfirmation. Die Allee aus Zierkirschen, Pankow, Felder, immer weiter raus. Ich kann Suki mit einem Stöckchen so aufputschen, dass er ausversehen ins Wasser springt, mir zuliebe. Carlchen wird von Frauchen immer zu den Tränken geführt und praktisch gezwungen sich abzukühlen und richtig rein zu gehen, kneippen quasi. Ein junger Dackel und andere kreuzen unseres Weg. Carlchen hat immer Stress mit anderen Rüden. Unkastriert halt. Frauchen ist dann sehr angespannt, was kontraproduktiv ist. Überhaupt hat man das Gefühl, dass der Hund beruhigend und therapeutisch auf seine Besitzer einwirkt, wenn er an der Straße extra ruhig und langsam wird und so ihrer Aufregtheit entgegen wirkt. Birkenwälder. Das schönste Licht- und Schattenspiel. Gesprächsthema Arte und Kehl und alte Freundschaften. Holzplanken auf denen man herrliche Fahrradfahren kann, aber es sind viele Menschen unterwegs. Unter uns grünes Wasser, wo sind die Krokodile? Wir fahren über ein Sumpfgebiet mit Schautafeln der Tiere, die es hier gibt, Reiher und Biber und Bisamratten und dann das alte Dorf mit Biergarten und alter Schule. Die Band besteht aus Autisten. Nur eine Kleinigkeit, wir wollen in der Eberswalder was essen. Der Fernsehturm ist eine Stecknadel in der Ferne. Felder, durch die Weizenähren sieht alles unscharf aus. Villenviertel der DDR-Prominenz. Das Feuerwehrfest ist schon vorbei. Der Rückweg viel kürzer und führt durch den botanischen Garten Ost.

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Suki kann nicht mehr, übermüdet. Wie nach einem 4-tägigen Rave. Will auch mit einem anderen Whippet nicht spielen. Nur Fahrradkorb. Der Hund ist kaputt, aber selber Schuld, werde Frauchen erklären, dass ich ihn eine Verzichtserklärung habe unterschreiben lassen, dass ich ihn aufgeklärt habe, dass Berlin groß ist und er seine Kräfte schonen soll (Wege nicht unnötige und doppelt laufen. Dann Vorsicht im Straßenverkehr und gerade an den großen Kreuzungen und beim Gegenverkehr auf den Radwegen. Außerdem keine Kotze essen, die auf dem Boden liegt, könnte Drogen enthalten. Das hat er als volljähriger Hund mit einem Pfotenabdruck unterzeichnet, nachdem ich ihn mündlich belehrt habe…. Wir sitzen beim Franzosen und essen lecker, Navette habe ich aufgeschnappt. Ist das ein Aperitif? Meine Stirn und Händerücken sind braun, unten den Armreifen sind die Arme käseweiß. Die Hunde sind oben in der Wohnung geblieben. Suki hat mehr Rinti bekommen als er fressen konnte und ein Schaffell. Brigitte kommt vom Klo wieder und hat Angst, dass Carlchen Suki mit einem Hasen verwechselt hat. Eine absurde Idee. Das Blut wird unter der Tür hindurch fließen, wenn wir wieder kommen. Suki bellt stattdessen nur. Ich helfe allen sich an ihre Vergangenheit zu erinnern und darf das Altpapier durchwühlen. Zeit Magazin und eine Fliegerzeitschrift.

25.05. Im Berliner Hausflur (Erdgeschoss) kläfft immer ein Hund. Beim Gehen mache ich den Test, auch wenn ich ohne Suki den Müll runter bringe, kläfft er, aber weniger doll. Das Leute sich so was antun. Ein Teebeutel baumelt so verlockend unter der Tonne.

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Auf dem Weg noch zum s/w Passbildautomaten und Familienfotos für die Erinnerung an eine wunderschöne Städtereise mit Hund.

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Ein Berliner sagt: „schöner Anblick“ zu mir und Suki (ich nehme mal an, er war mit gemeint) als wir ihm entgegen kommen.

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Drücke Steffi beim Treffen gleich rein, dass er bei uns nicht bellt und sie schuld sei. Es ist tatsächlich wohl die Führerschaft, die ihn verstummen lässt. Er darf auch nicht im Bett schlafen, hat mehr Regeln und wird auch mal auf seinen Platz geschickt und zwar dauerhaft und konsequent. Kein Verfolgen vor dem Aufbruch und beim Anziehen. Ich glaube ja, dass ihm das auch gut tut, außerdem kann man ihn dann überall mit hinnehmen. Es ist nur eine Frage der Zeit, da würde er das kapieren und automatisch machen. Davon bin ich überzeugt. Nicht aufs Bett war in Berlin eine Herausforderung, weil die Matratze liegt auf der Erde. Sehr süß, wie er davor steht und schaut, ob der Chef sich regt. Anm.: kein Beweisfoto. Hier liegt er auf seinem ihm zugewiesenen Schlafplatz, aber man sieht die Örtlichkeit.

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Noch mal lecker frühstücken. Hundeübergabe. Ob sie das selber backen, fragte eine Frau. Nee, das sind die Backmischungen von Rewe (sagt Stephan zu mir). Viel Englisch, aber manchen tun nur so. Eine Frau, die sich mit englisch sprachigen unterhält höre ich sagen (als sie eine Gala durchblättert): „Jonny Depp has also come into the years“.

Erst Hund weg, dann Rad. Das ist ein Abstieg. Erst war man ein edler Ritter mit Gefolgschaft und jetzt ist man nur noch Bauer mit schwerem Gepäck. Der Bus kann nicht fahren wegen des Karnevals.

Am Bahnhof von Ritter Sport die Werbung: „Liebe Kanzlerin, unsere Schokolade gibt es in 24 unterschiedlichen Sakkofarben“ oder so ähnlich.

Im Zug der Betreute. Ich wollte ihn gestern schon anrufen und habe ein schlechtes Gewissen. Kann sich nicht an das Telefonat von Samstag erinnern. Gut, dass ich es kurz gehalten habe mit dem Handygespräch in meiner Freizeit, hatte wohl Filmriss und ist jetzt in der Klinik. Nach Berlin ist Göttingen besonders schrecklich. In der Bahn Menschen, die in Weichspüler gebadet haben und alles voll stinken und andere, die sich mit einem Vogelton sich anzeigen lassen wenn sie eine What’s App bekommen haben und damit den ganzen Zug unterhalten. Cron und Lanz hat zu. Gott sei Dank habe ich noch ein Stück Kuchen aus Berlin. In der Oper Familien, die aussehen wie Breaking Amisch. Die schlechteste Brezel der Welt, die reinste Körperverletzung das Essen, was sie anbieten. Auch nach dem leckeren Berlin besonders fies. Transgender Oper, metrosexuell, Händel, aber das Publikum ist nicht funky. Countertenor macht Bauchmuskeln. Aggripina sieht aus wie meine Strickfreundin Andrea.

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Im Zug streitet sich ein junges Studentenpaar. Urlaub, sie will Halbpension, weil für 10,- € bekommt man sonst kein Abendessen bzw. würde man auch sonst dafür ausgeben. Er will aber nicht und auch nicht weiter begründen. Dann gratuliert er seiner Schwester am falschen Tag zum Geburtstag. Nein, heute ist nicht der 26zigste.

Michi hat ein Vogelbaby in Hannover mit Katzenfutter gepäppelt und schickt ein Bild und wir schicken ihm ein Bild von unserem Vogelbaby vom Balkon der Berliner Wohnung (Wohnung und Balkon sind leicht verwahrlost, was uns aber nicht stört). Ob er uns Tipps geben kann für unseres.

Arni StephanDSC01349