Archiv der Kategorie: Der Himmel voller Butter

Reiseberichte

Hamburg – unkoordiniert 08. – 11.08.19

Die Elphi ist nur beim ersten Mal so geil. Beim zweiten Mal denke ich an ein spanisches Restaurant auf der Falkenstraße oder in Linden Süd oder Wien mit sehr stark verputzen Wänden.

Morgens gehen wir immer ins Elbgold. Auch superschnell mit dem rad durch den Park. Ich mache mich über die Zeitung aus dem Treppenhaus lustig. Alle Designer und Lichtfans suchen eine Stadtville bis 3 Mio. Das Sylter Ehepaar, was dort sein Haus verkauft hat, kann sich wenigstens einen Straßenzug in Hamburg kaufen. Dazu die Stellenanzeigen für Reinigungskräfte alle 2 Wochen 1-2 Stunden, Pflegekräfte und welche, die auf Selbständigenbasis mit FS einmal die Woche nachts Anlagen putzen sollen und davon kauft man sich dann die Villa und vom Pfandsammeln oder wo wohnen die dann. Das Personal wohl außerhalb. Stephans Auge tränt so doll, dass er es geschlossen halten muss. So kann er auch nicht Radfahren mit Augen zu, weil er beide schließen muss und dann hilfsos ist und auch nicht schieben kann – eigentlich klar. Ich kaufe Second Hand bei Humana und beschimpfe ihn, dass er wie ein Crackjunkie in der Ecke sitzt. Ich null Rücksichtnahme. Ich bin faul und behalte meine Stempelkarte für das Yogastudio. Wollte mich anmelden. Rufe an und sie haben angeblich keine Baustelle vor der Tür. Die sollen mich doch am Arsch lecken.

Astrid und die schwierigen Gäste im Marinehof. Die Frauen essen nur Suppe. Stammgäste und die Bild der Frau Leserin, die Probleme damit hat, wenn sich Leute zu ihr an den Biergartentisch mit dazu setzen. Wahnsinn, dass man so was öffentlich und außerhalb eines Arztwartezimmers liest. Astrid erkennt mich und wir grüßen uns. Claudia wird die Harz-Nudeln auf die Karte setzen. Das finde ich super. Sie hat Swapsfiets entdeckt für nur 17 € im Monat und freut sich ein Loch in den Bauch. Das kann ich nicht verstehen, aber schön, wenn es so ist.

Entenwerder ist herrlich. Das können die. Läßig einrichten als würde gleich ein Inneneinrichtungsmagazin vorbei kommen, ein bisschen Rost, schöne Möbel, schöne Pflanzen. Vogelparadiesinsel. Das wäre ein schöner Ort für ein Schloß und schöner Schrott auf einem flachen Boot gegenüber. Es fährt los, er wird wenden und vorfahren, damit ich mir die Teile einzeln anschauen kann während sie sie mir zeigen. Muss in HH viel an früher denken. Martina und die Blumengarderobe aus Metal. Was ist aus der geworden.

Die Foto-Ausstellung aus der Not geboren, weil ich ganz dringend aufs Klo muss (Notfall quasi) ist echt ergreifend. Die Ähnlichkeiten zwischen Neugeborenen und Greisen, die Falten und die großen Augen. Menschen im Hospiz, vor und nach dem Tod. Nicht, dass ich nicht ohnehin schon genug an Norman denken muss. Den Nachwuchs kann man vergessen außer 2 Arbeiten. Nach Luft schnappende Karpfen auf einem Teppich, der sich bewegt mit einer Bewegung, die das schnappen unterstützt und eine Collage mit einer: „Your solution is somebody elses problem“. Recht haben sie. In Entenwerder ein Beiboot. Thomas i-Punkt. Da ist Martin so drauf abgefahren. Da konnte der Hamburger Aderlass des Geldes machen. Was ablassen, wenn das Konto zu voll war oder die Kasse und ganz langweilige Pullover erwerben, die aber nicht nur das doppelte von C & A gekostet haben sondern das 10 oder 20fache um den Pöbel auf Abstand zu halten und das durch einen dezenten Thomas i-Punkt Pflegehinweis, der innen aufgenäht war. Man konnte zeigen, dass man richtig viel Kohle für ein Kleidungsstück aufgegeben hat, ohne dass man sich dabei extravagant kleiden musste. Perfekt. So eine Marktlücke für den Hamburger. Das Einrichten können sie schon und auf dem Boot mit den rostigen Möbeln muss ich an den Kleiderhacken von Martina denken, die Blüten aus Metall. Habe ich das schon verschenkt oder habe ich es noch?

Finkenwerden und der Radweg dortin wo in einem Betonschacht am Wasser entlang. Dort gibt es leckere Sachen und wir glotzen auf die Elbe. Das ist diesmal unser Bootsausflug meinte ja auch Claudia. So verrostete Möbel, aber mir Stil und alte Ledersachen dazwischen, gute Pflanzen und Blumen als würde gleich ein Inneneinrichtungsmagazin für ein Fotoshooting vorbei kommen – das können sie, die Hamburger. Wo ist der Garderobenhaken mit 2 stilisierten Blumen, den mir Martina mal geschenkt hat? Habe ich den verschenkt und an wen? Der würde echt gut rein passen. Gegenüber ein Schiff was tief im Wasser liegt und mit Schrott beladen ist. Das wäre noch die Krönung, wenn es r+ber kommt und man hält jedes Stück einzeln hochbund ich darf mir was aussuchen. Es fährt los, aber das passiert natürlich nicht.

Martina tut mir heute leid. So in Blankenese bei Selbständigen mit einer Gärtnerei aufwachsen. Ein Kind ist in der Regentonne ertrunken. Sie war geprägt davon. Es ist vor allem wichtig, wie etwas ausschaut. Wenn Du einen teuren Anzug trägst und wie aus dem Ei gepellt ausschaust, bist Du ein guter Anwalt. Bei uns war ja immer: der Kopf zählt und das ist das Gegenteil. Hauptsache Schein, wie etwas ausschauen, es verkörpern und den Eindruck erwecken.

In der Zeitung ist zu lesen: Borkenkäfer verbreitet sich ungehemmt. Fichtenwald stirbt – für uns Menschen eine Katastrophe. Warum eigentlich? Wie stand doch so schln in der Foto Ausstellung zu lesen: Your problem, someone elses solution.

Ramen ist wie eine asiatische Bollo und sehr lecker, halt ziemlich salzig und Drinks können die da echt mit Kräutern und so. Schmecken auch ohne Alk. Beides geht. Leider regnet es in Strömen auf dem Weg. Stephan nimmt nach der Suppe noch eine Vorspeise aus mariniertem Hack, also Tartar und dann einen Nachtisch.

Steffi schreibt, ich soll Erika grüßen und ich verstehe den Witz nicht und denke, wer ist Erika? Ist die wieder bescheuert.

Mein neues Sakko ist schön, aber mir zu eng. So sitze ich bei Thomas Mutter im Garten und es spreizt sich und zeigt meinen weißen Bauch. Der Garten ist der Wahnsinn. Ein Basilikumwald und ein Gewächshaus voller Tomaten und die sind ihr zu süß. Stephan kann Abhilfe leisten. Sie mag dafür mein Baklava aus der Nordstadt. Das ist auch lecker. Apfelgroße Radieschen, die saftig und scharf sind. Die Jungs nehme das Gemüse nicht mit, weil sie Morgen noch mal kommen. Das Wochenende auf der Autobahn. Das wäre mir zu krass, zumal der Fahrer in den Berufsfahrermodus verfällt, was ich anstrengend finde.

Die lila Landschaft mit den Wachholderbäume erinnert an Van Gogh. Wasserbewegungen, die Musik artige Muster auf die Wasseroberfläche zaubern. Das ist serh schön, aber ohne Caro gehe ich nicht ins Wasser. Die Wespen bohren Höhlen und machen die reinsten Sandbilder davor…. Es wird schon dämmerig, aber Thomas will noch. Wir sollten auf das „Durchgang nicht erwünscht“ Grundstück eindringen und ein Blutbad anrichten, weil ich Hippie mäßig ausschaue und der Manson Jahrestag ist. Das finde ich eine sehr lustige Vorstellung von Stephan.

Wenn jetzt alles Celler Kennzeichen hat, will uns Thomas dann nach Hause fahren. Eigentlich wäre das super, aber ich habe mein Rad noch in Hamburg stehen. Wir essen in einem Gasthof, wie im spießigen Niedersachsen und da sind wir auch. Ich esse Heidschnucke als Gulasch und einen dicken Eisbecher. Dr. Sakuth, die Mädels glauben, das sei Yunfeng und denken sich eine Geschichte dazu aus.

Es gibt zwar keine Sternschnuppe oder Perisiden oder wie die Dinger heißen, aber ich streichele nachts ein Pony und füttere welche und das ist irgendwie das schönste an dem Tag.

Der Bücherschrank der Gastgeber: Chinas Osten, Vögel Europas, Richtig investieren, Rote Liste.

Ich finde den Flohmarkt alleine und mit dem Rad merkt man erst wie überschaubar das alles ist. 15 Minuten an den Landungsbrücken, Baumwall und Elbphilharmonie und 10 Minuten und man ist von der Schanze in Altona. Eben doch nicht Berlin. Einkaufen mit der Bahn, uns ein Rätsel. Kaufe ein Möbelbuch aus den 60er, in dem Baden-Württemberger Firmen werben von einer Möbelmesse und ein paar Stoffmuster von einer netten Frau.

Elena sagt, ich habe Kinderwagenhände. So würde man die nennen. Gebräunt vom Schieben des Kinderwagens. Kann sein, aber ich schiebe halt viel Drahtesel oder fahre darauf. Selbst im linken Altona siezen auf dem Flohmarkt.

Hamburg ist hütchenfeindlich. Zu viel Wind. Ich muss sie absetzen, weil es nervt und dann immer wieder aufsetzen. Das ist wie Krönchen.

L’Espresso und die haben viele Außenplätze. Gut besucht . Mittagstisch eben. Ein Ast bricht ab vom Baum, aber eben ein Kleiner und ein Auto ist verdächtig und die Polizei macht eine Kontrolle und sorgt für Unterhaltung. C erzählt auch lustug Late Mariachi und 5 Klicks. 5 Veuve Cliquot oder wie man das schreibt. Die Claudia vom Yoga pflegt ihren amerikanischen Akzent. Funky Rave. Rewe mit silent „e“ sage ich. Lustig. Ich spiele Barbie und wir machen ihr eine Hose aus dem Glittersillypuddy. Gab es früher schon in meiner Kindheit in den USA das Zeug. Spielplatz und Eisdiele. Elena nimmt erst die Sahne und lässt sich die 4 Kugeln oben drauf machen, weil sie angefrorene Sahne mag. Elena kann nicht auf dem Rücken liegen und dann nicht aus eigener Kraft aufstehen. Claudia massiert sie. Marlinas Vater mit dem Hund, dem sie ihm geschenkt hat als das Kind kam, ein Alt-Hippie, dem sie bald den Magen entfernen

Das tarngrüne Klebeband aus dem Museumsshop ohne Muster hätte ich kaufen sollen, aber 2,80 fand ich teuer und es war ein einfarbig, aber jetzt scheint es mir so verlockend….

Haz und der Typ, der das neue Café in dem Kiosk in der Deisterstraße eröffnet hat mit Foto. Der kommt aus Südafrika und plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen: das ist der Freund von der einen Klaus-Schwester. Der ist auch groß, die Familie hat reichliche Gastro-Erfahrungen. Ich dachte immer nur, das sei ein Schwarzer. So kann man sich täuschen.

Ich bin so froh, dass mein Vater nicht immer seine Ruhe brauchte und der hat echt viel gearbeitet. Mit Familie sein war seine Erholung. Er hatte immer Zeit und ein offenes Ohr und Interesse an Kinder. Das war so geil.

Postkarte für die Gastgeber

Der Alkoholikerdoge, der selber putzt – ein paar Worte zu Venedig – 5.6. – 11.6.19

Der nette schwule Lufthansa Mitarbeiter zeigt mir, wie das geht mit dem Gepäckkennzeichnungsklebeband, falls wir mal wieder Self Check In machen müssen. Ich hatte ihn gefragt oder gesagt, dass man eine Schulung bräuchte…. Das wäre kein Hexenwerk. 15,6 kg – wir haben noch Kapazitäten.

In München fahren wir Bus. „Unclean Arrivals“ klingt sehr merkwürdig oder auch beschissen Wir sind Schengen. S verliert seine räudige Mütze und wir sind beide nicht traurig nur darüber, dass er eben keine hat (und ein geschädigtes, lichtempfindliches Auge). Flughafen München bietet Shopping-Möglichkeiten, auch dafür. Dallmeyer (kleiner Rapshonig für die Wohnung, falls ich schwarzen Tee trinken möchte) und Käfer haben sie auch. Spieleladen, auch im Flughafen MUC. Ob ich hier was finde für den Dogen? Kinderrettungsweste? Sonnenschutz, hatte S im Rucksack vergessen und ist durch die Kontrolle gekommen und hier haben wir keine mehr (ich sage nur, Clean Arrival). Steffi lädt zur What’s App Gruppe ein und schlägt eine Biennale App vor. Stephans Cousine schickt Urlaubsfotos mit Bianca aus England. Am Gate: Die holen keine Kinder ab, sondern es geht um einen knappen Anschlussflug nach Los Angeles. Frau Kangal hat keine Schulden bei der Stadt Alfeld. Auch gut.

Man betritt die riesige, dunkle Eingangshalle wie für Pferde und dann diese Räume. Der Doge spricht etwas Französisch und fällt dann sofort wieder ins Italienische und hält Monologe und ich lächele höflich dazu. 80 € Kurtaxe für alle, wollen wir eine Quittung? Die stellt er sehr sorgfältig aus, schöne Handschrift. Wo Chicetti. Hat er eine Empfehlung? Er kommt mit und führt uns in eine schlechte Pinte, in der er den 3,50 € Wein für 1 € bekommt, den er auf den Tresen legt und gleich 0,2 exen kann so nachmittags um 15 Uhr. Wir sollen uns noch rumtreiben, die Russinnen putzen noch. Ich habe die 100 € Wette verloren, weil es sich Durchgangszimmer. Ein riesiges Schlafzimmer, in dem der Flügel unter geht mit Balkon zum Kanal und dann das Badezimmer (nur noch Dusche, die Wanne haben sie entfernt, weil praktischer) und dann ein offener Flur mit Ankleidezimmer (wir schlafen in einem Schrank wie Maja zu Recht später feststellt) und davor eine kleine Kammer (für die Zoffe früher) und das alles nur abgetrennt mit Sichtschutz (also hinter Vorgängen), aber großartig ist es trotzdem und jedes Zimmer hat eine gepolsterte Gebetsbank. Ich drehe durch, weil ich es so geil finde. Der Herd geht nicht und S ruft ihn wieder zu uns. Ich laufe nackt durch die riesigen Räume und flüchte als ich seine Stimme höre. Der Strom war aus. Der erste Früchte-Tee, gekocht in einem Aluminumtopf ohne Deckel mit langem Stil, graue Hühnerbrühe. Ich nehme widerwillig einen Schluck und muss ihn dann wegschütten. Man soll Möbel nicht verrücken und das nehme ich ernst. Richte mir eine Bastelecke ein mit Gesicht gegen eine bemalte Wand. Einfach der Wahnsinn. Riesige Murano-Glaslüster und die Schränke sind voll mit antikem Geschirr und Zeug, aber abgesperrt). Man lernt sehr schnell seine Sachen zusammen zu halten, weil hier was suchen ist wie in mehreren Häusern was suchen und die Wege, die man zurück legen muss, wie zu den Nachbarn laufen.

S ist mit Maja und Christian in Kontakt und wir holen sie von der Vaporetto-Station ab. Fondamente Nove. Das macht Spaß. Sie wohnen nebenan. Das Combo ist großartig, da kann man immer hin zum chillen, auch Pat, den wir oft zurück lassen. Rennen morgens in alle Himmelsrichtungen. Der Innenhof ist toll mit den Zitrusbäumen und die Leuchtstoffröhren in Wellenform unter der Decke im Gang, die Möbel und Türgriffe. Sie haben es drauf, die Italiener.

Ich mag Majas rotes T-Shirt mit „Tourist“, was sie am 2. Tag trägt. Wenn nicht hier, wo dann….Muss an die Titanic denken mit der Serie, wo man statt dessen hinfahren kann. Marx Kopf XXL statt dieser Südseeköpfe und Strommast statt Eifelturm (beides Zone). Muss auch an das andere Titanic-Titelbild denken: Die Queen hat einen Neuen, der als Campino bei einer Band namens Die Toten Hosen spielt und 10 Jahre jünger ist. Blitzhochzeit bei Rock am Ring? Ich hab mich tot gelacht. Mit ihr und Christian werden wir relativ viel Zeit verbringen. Ich schnorre Zigaretten von ihr (die orange färbenden American Spirit) und kaufe sie nach, obwohl sie ihr eigentlich zu schwach sind und sie liest auch was dabei steht (wozu ich meistens zu faul bin) und erklärt mir so die Kunst. Christian lobt meinen Shoppingengagement….

Die Länderpavillons in der Stadt verteilt u.a. Bosnien und der Typ, der seit 20 Jahren Blutwäsche macht. Der Sänger ist besser als italienische Schlager. Die isländische Trollhöhle aus Kunsthaar. Die lieben wir alle. Die drei verschiedenen Farbabschichtungen mit schwarz/bunt – ganz bunt und weiß/bunt . Schottland mit SO08 und der Löwin. Einfach ein ehrliches, persönliches Zeugnis. Gefällt mir. Steffi oft ungeduldig und springt wieder raus und muss weiter.

Den ganzen Tag im Giardini. Das ist toll. Die Schweiz bringt mich zum Heulen, „Moving backwards“ heißt der Tanzfilm und ich weiß nicht, wie sie das gedreht haben, Head Banging und die Haare bewegen sich umgekehrt und gleich politisch mit den Kurdinen, die sich die Schuhe falsch herum angezogen haben als sie im Schnee geflohen sind und so ihr Leben gerettet haben. Russland mit den Bewegungskarousellen aus flämmischer Malerei. Dunkel und rotes Licht in Glasschläuchen. Das gefällt mir. Frankreich ist auch spitze und hat so einen schönen Bezug zu Venedig. Was in der Pariser Vorstadt beginnt und wie sie in der Lagune ankommen. Sie lassen Sachen aus Glas fertigen. Echter Müll und Kabel und Stecker aus Glas, eine Taube und mehr. Das gefällt mir sehr. Auch wenn Steffi kein Glas mehr sehen kann, das ist der Venedig-Bezug. Wie ein großer Sonnenschirm, aber Titten aus Glas. Müssen es immer Titten sein? O.k., es sind Franzosen. Das Licht was sie auf den Boden reflektieren sieht dafür aus wie ein Auge. Die Requisiten aus dem Film sind ausgestellt und ein Fototeppich, der meterlang ist. Sehr eindrucksvoll. Gut, den deutschen Pavillon mache ich kaputt, als ich mich auf einen der Pappmaché-Stein stelle und es knack macht und das wird der Running-Gag, der mich immer wieder einholt. Israel hat ein Krankenhaussetting aufgebaut, wie in einer Notaufnahme und man muss eine Nummer ziehen wie früher beim Arbeitsamt oder Bürgeramt. „You’re a patient, so be patient“ heißt es auf dem Bildschirm. Dann werden die verschiedenen Krankheiten (es gibt 4 an der Zahl) kurz vorgestellt. Wenn die Nummer über die Anzeigentafel aufgerufen wird, kann man sich für eine Krankheit entscheiden, die einen interessiert, häusliche Gewalt, Palästina-Konflikt oder Gewalt gegen Transsexuelle und Transgender. Dann wieder warten vor den Kabinen, in denen man „safe“ ist und nicht beobachtet wird und begleitet schreien. Man kann jederzeit gehen, aber eben auch bleiben. Die eine der drei Kabinen bleibt die ganze Zeit besetzt. Es scheint jemandem gut zu gefallen….Dann kommt man in das oberste Stockwerk und wird auf einer Liege platziert (Rucksack und Sachen an einen Hacken hängt, es sieht schön aufgeräumt aus) wie bei einer Infusionen. Die Schwester kommt und macht einem den richtigen Film an. Nach dem Film kann man noch „second opions“ sich anhören und soll dann so lange liegen bleiben bis die Schwester wieder kommt. Sie schneidet das dünne Plastikbändchen ab und man bekommt ein Festivalbändchen aus Gummi mit A place where everyone can live free in weiß mit dunkelblauer Schrift. Mir gefällt es, aber er erfordert Sitzfleisch und eben Geduld und man muss sich darauf einlassen. Für die eiligen Besucher, die durchhetzen ist es nichts . Griechenland ist so schön bescheiden. Auf Strohhockern sitzt man da und schaut ein Film „Only Men“, der so schön durchschnittlich ist und Männer in einer Unterkunft beim Kochen zeigt. Leider nervt die Schallplatteninstallation mit Tönen und er Film geht 94 Minuten, so dass ich irgendwann aussteige. Das geht mir mit einem anderen Film auch so, eine Mischung aus Computerspiel und Hieronymus Bosch. Den kann man nicht zu Ende sehen, auch wenn man will. Es ist zu viel und irgendwann denkt man auch, vielleicht wäre 1/5 die bessere Wahl, weil so ist es vom Zufall abhängig, wo man rein gegangen ist und in welcher Reihenfolge man die Sachen geschaut hat bis der Punkt erreicht war, dass nichts mehr ging.

Brasilien mit dem Tanzfilm macht richtig gut Laune. das Plakat nehme ich 2 x mit und dekoriere damit die Küche des Dogen. Der Putzalien in dem Glaskäfig, der Blut aufwischt und unberechenbare Dinge macht, ist toll und ich stehe lachend und schmunzelnd davor. Er ist so als würde er auf mich reagieren und ganz oft in meiner Nähe stehen bleiben. Die Installation hätten wir gerne für das Wohnzimmer zuhause. Das nutzen wir eh nicht mehr. Nicole Eisenman, die den Brunnen in Münster gebaut hat, in den ich mich verliebt habe, ich erkenne sie wieder, Ihre Malerei, „Weeks on a Train“ und „Down the river on a US-Jawbone“ osä. Die hat es echt drauf und wenn ich Sammler werden würde, dann von ihr. Der Vergewaltigungsschutz zum Anziehen. Hier hilft es auch, dass ich im Fernsehen einen Bericht gesehen hatte und von dem Hintergrund wusste, sonst hätte ich nur gedacht: gut gebastelt, die Flechtkleider. Ich wusste schon, dass ich die Belgier liebe. Diese Puppen. Ich lache mich tot. Auch die Landschaftsmalerei an den Wänden gefällt mir gut. Ich kaufe den schönen Ring im Museumsshop und liege am Ende des Tages auf einem Fat Boy in der Sonne.

Venedig ohne Auto war klar, aber das mit den Handwerkern habe ich erst dieses Mal kapiert, dass die auch ohne Autos auskommen müssen, die ständig mit langen Leitern irgendwas richten, müssen sich ohne organisieren.

Ich liebe das Ghetto und den Anblick von traditionellen jüdischen Männern und ihre Silouetten auf der Behelfsbrücke. Am Sonntag haben sie die Kinder und die Frauen frei? Wir essen sehr lecker und eine deutsch-italienische Familie sitzt am Nachbartisch. Alle sprechen italinienisch, der Opa mit der Enkeltochter, aber die Schwiegertochter und Kinder auch ganz kurz mal Deutsch. Der Vater schnorrt sich eine Zigarette bei Maja auf Englisch und ich erwische Mutter und Tochter auf dem Klo und sage, wie cool ich das finde mit den Sprachen. Nächstes Mal wll ich genau hier wohnen. Gut, der Wirt hat Rassismus walten lassen und vor uns hatte eine asiatisches Pärchen nach einem Tisch draußen gefragt und die durften aber nur innen sitzen. Zu viele Asiaten vergraulen seine Stammkundschaft, kann ich nur tippen. Mich mag er und wir dürfen draußen sitzen.

Der Abend bei uns an einer langen Tafel ist sehr harmonisch. Mein Seidenkleid. Nicht ausgebügelt von der Freundin montiert Steffi. Ich bin zuständig für Campari-Spitz, mein neues Lieblingsgetränk. Krawall- und Raubmöven. Schreien, wenn man schlafen will und rauben Chicetti von Einheimischen, die laut schimpfend rein kommen und sich einen Ersatz geben lassen. Stephan kommt rein mit einem Handy an einem Ohr und er Kamera an dem anderen und fragt, ob ich einen Apartement-Schlüssel dabei hätte. Ich soll hier auf ihn warten, muss zu einem Notfall, zu Steffi durch die Stadt rennen, die zugezogen hat und Handy und Wohnungsschlüssel waren noch drin. Dann später Flug gestrichen. Eisdiele nach Trip Advisor ist fürn Arsch. Stephan zwingt uns nachts noch hin.

Nicht nur, dass ich bei uns immer wieder den Müll durchwühle (vielleicht man es mir Spaß oder ich will nur vernünftig trennen). Die haben hier ständig Stadtreinigung wie verrückt. Haben ja auch nonstop eine Love Parade in der Stadt. Außerdem hat die Anzahl der Hund stark zugenommen, wie in anderen Städten. Hier wäre ein Labrabor sinnvoll, weil den kann man mit Bällchen ein paar Mal in die Lagune schicken und müde machen, aber was will man in Venedig mit einem Windhund oder noch besser, einem Husky. Die Leute lassen die Kotbeutel auch einfach in den Gassen liegen und auch die müssen wiedereingesammelt werden von irgend einer Müllabfuhr.

Nur 2 dienstliche Anrufe: Herr Ihme wegen Geld und der Ergotherapeut auf dem Weg nach Murano, sonst haben mich alle in Ruhe gelassen. Auf Murano liebe ich den Glasstress wieder sehr auch wenn das beste aus 10 Jahren etwas wie ein Best if Album anmutet, als würde denen nichts mehr einfallen, aber Fat Bus von Erwin Wurm und ein Herz aus lebenechten durchsichtigen Schlagstöcken an der Wand sowie ein lebensechtes gläsernes Baugerüst und vieles mehr sind einfach so toll. In dem Restaurant daneben am Platz essen wir am letzten Tag und ich kaufe Trinkgläser, ein 6er Karton, aber die Farben will ich mir selber aussuchen….Es sind die 6 Farben, die sie machen und die dachten bedingt: man ist die Alte durchgeknallt. Kaufe auch eine blauen Glashasen und werde für meinen Schmuck gelobt. Das Glas habe ich hier gefunden und das ist eine Lagune und nicht: the ocean. Da hat Stephan Recht.

Das Bild mit dem Kaninchen und dem jungen Dogen finden Maja und ich beide so toll. Noch mal alles genau genau durchschauen und Fotos nach Herzenslust machen. Will er es mir vielleicht verkaufen? Davor das dritte Unterhemd und ein paar Söckchen für Zusammen 12,50 €. Schwarze Fußsohlen als wäre man auf der Straße gelaufen. Abstreichen reicht nicht, ich muss sie waschen. Halt als würde man in einer Kirche auf dem Steinboden umher laufen. Das kommt davon, wenn die Wohnung so groß ist wie ein ganzer Platz. Ich habe es sehr geliebt und nach und nach die Bücher entdeckt, wie NJW s, die von einem Juristen gebunden und gesammelt wurden, sind hier Rechnungsberichte des italienischen Staates gebunden in braunen dicken Bänden, die alle gleich aussehen seit 1952…. Der Doge sieht aus wie ein Komiker als Neapel, aber mit herab hängenden Mundwinkeln. Wie heißen diese Clowns mit langen, gebogenen, weißen Nasen, Maske, die den Mund frei lässt, die tanzen und Scherze machen, Harlekins? Im schwarz-weiß Film hat das Exemplar einen Move drauf, mit dem er sich fallen lässt auf den Boden und in einer lässigen Seitenpose mit aufgestütztem Arm landet.

Der Wirt im Hafenlokal mit gezeichneten Matrosen an den Wänden, zeigt mir durch Mimik, dass ich echt grimmig schaue und Stephan, dass er seine Lesebrille auf dem Kopf trägt, was ziemlich dämlich/lustig ausschaut. Wir schauen uns noch die Grafiken und den großen Pferdekopf an.

Der Doge kommt zur Wohnungsabnahme mit ganz unvorteilhaftem Oma-Einkaufstrolly, den er schnaufend die Treppe hoch schleppt (und ja, er ist Raucher und beschwert sich sicher nicht über rauchen am Fenster, das würde er auch tun und in einer echten Nicht-Raucher-Wohnung wären nicht 7 Glasaschenbecher alle über einander gestapelt), hat Sachen für die Wohnung eingekauft. Freut sich über die Weinreste und die Eiswürfel, die ich ihm im Gefrierfach zeige. Ich will ihn fragen, ob er mir das Hasenporträt verkauft. Hat einen total schwachen Händedruck. Kommt wohl mehr nach seiner Mutter, weil Intrige, Macht und regieren sind das Gegenteil von dem was man sich vorstellen kann.

Eine Diskokugel als optische Täuschung. Es ist einer dieser Rückspiegel in rund und das Wasser der Lagune spiegelt sich. Das wird mir im Kopf bleiben.

Verstehe ich warum Christian sich für Maja entschieden hat gegenüber der Vorgängerin. S schaut nach. Geld eingegangen bei Herrn Ihme und er hat es schon gefunden. Neben Biennale noch Collaterali und Personal Structures mit den ganzen Häusern und Künstlern ist sehr viel und man genießt es nicht so als wenn man nur Sache hat auf die man sich konzentriert, aber man will es auch alles sehen…. Das Ehepaar aus Paris, älter als wir. Sie schminkt sich ihre Lippen Chanel vor und nach dem Essen und sie reden kein Wort miteinander. Ich zeige S meine Postkarten im Flughafen im Restaurant und sie fragt, ob ich eine Galerie hätte. Nein, nur privat. Wie uns die Biennale gefallen hätte, ihnen nicht, sie seien traditionell. Dafür mag ich Paris bzw. habe damit abgeschlossen nicht drücke ich ihnen rein. Gerade der französische Pavillon. Da könnten sie sich freuen.

Der Rückflug war blanker Horror. Anschnallzeichen non stop, kein Bordservice. Alles gut, aber MUC – HAJ Blitze wie in der Disko,also durchgehend und im Sekundentakt und dann die Turbulenzen wie beim Rodeo, dass ich mich festkralle in der Armlehne. Das kann mir das Fliegen echt abgewöhnen.

Venedig macht melancholisch. Die früheren Versionen von Stephan sind alle tot, ich kann sie mir nicht mehr vorstellen (auch von mir selber, aber das ist mir mehr egal). Wir haben 1000 Bilder, immer wieder Posen. Wer soll das sortieren?

Wien-Liebe