Archiv für den Monat: Juni 2015

Kleine Messer

19.06. Der niedliche, junge und schüchterne Sozialgerichtsrichter, Samt und eine gewisse Lebensuntauglichkeit bilden eine charmante Mischung. Wir kommen richtig zu Wort und es ist alles in allem eine erfreuliche Sitzung, auch wenn wir in der Sache keinen Erfolg haben und nur einen Vergleich rausschlagen können.

Herr Ihme war entlassen und ist wieder drin, hat mir aber keiner gesagt.

Nach dem Sport kaufe ich 2 Paar Schuhe im Anne Behne Outlet. Jetzt müssen mindestens 2 weg. Die alten von einer ehemaligen Strickfreundin und die gelben Cowboy Schuhe, die Andrea in lila hat. Sie will sie sogar, hat aber Größe 41. Die fallen groß aus, sonst Partnerlook mit einer Freundin. Auch andere Stücke, die sich auflösen (selbstgekaufte Tasche, neu, Wien Wollzeile und Geschenke früherer Freundinnen) kommen mal weg.

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Wetter schlecht, wir wollten draußen sitzen bei Frau Hoppe und schön einen Radausflug dort hin machen und was soll ich sagen, das Ihmezentrum reißen sie hinten ab. Der Radweg hindurch ist leicht verändert und es liegt ein Knäuel aus Metallstreben, wie Draht zusammengeknüllt da. Stephan bestellt wie wild, hat Hunger, 3 Weinflaschen. Ich finde das dreist, weil sie uns einladen, aber sie werden es überleben. Die Mango-Chili-Risotto mit Garnelen schmeckt mir am besten. Ich bekomme vor dem Nachtisch noch mal eine Extraportion aus der Küche. Auch der Nachtisch ist super. Das Creme Brulee schmeckt richtig frisch und Kirsch-Topfen-Knödel gibt es auch.

Die Kollegen mit der Kakteensammlung (wann wollen sie eigentlich Eintritt dafür nehmen?) führen ein ganz anderes Leben. Viele Prozesse. Thema: die Fehlurteile, Amtsgericht Richterin, die sich Hund vorführen lässt und dann vorne vom Pult aus sagt: Ja, vor dem hätte sie auch Angst. Alter Bullterrier mit Hautproblemen, Michael hatte ihm Tasche vor den Kopf gehauen und er reagierte nicht. Familie mit 4 oder 5 kleinen Kindern, die Hundebesitzer, sollen ausziehen und PKH gibt es auch nicht so nach dem Motto: Mieter + Ausländer = schlecht; Vermieter + Deutscher: gut. Micha kennt die Radwege zurück durch herrliche Baumalleen, schön. Wiebke will wieder mal mit uns essen gehen (sagt sie) oder Kultur.

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Ich ärgere mich so, dass die Fotos aus der Ausstellung weg sind. Ich in meinem Vernissageoutfit mit Koralle vor den Filmen von Pipi. Im Treppenhaus war Stephan die Kamera herunter gefallen und der Speicherchip war nicht drin, was er im Dunkeln nicht bemerkt hat. Muss das alles noch mal nachgestellt werden? Wie lästig und dann bin ich nicht in Stimmung. Das nervt mich ohne Ende. Wann kommt man umsonst rein ins Museum? Am Freitag? Andererseits Stephan ärgert sich schon genug und es ist ihm noch nie passiert, also muss ich auch nicht zetern ohne Ende und darauf herum reiten.

20.06. Lange geschlafen bis 10 Uhr und so herrlich geträumt. Irgendwie war Claudia darin. Nachmittags bekomme ich ihn nicht mehr zusammen. Sie hat Kokosmilch gekauft als Drink, dickflüssig und sahnig, sehr lecker. Er stand in der Kühlschranktür. Ich selber schaue zu wenig ins Kühlregal bei ausländischen Supermärkten denke ich mir da und später zeigt sie mir fetthaltige Stifte, damit malt sie auf einem Metallicballon, ein Auge auf das Tier mit Wimpern und das hält prima, ist sehr abdeckend und sehr ergiebig, weil man ihn auch verwischen kann, wie ein Kajal und Glitzer ist auch drin. Warum hat Claudia die entdeckt? Die muss ich mir auch besorgen.

Geschenk für die Fünfzigjährige, die am Tag des Fünfzigsten ihre Ausbildung beendet. Sternerestaurant auf Sylt. Der Freund, der das organisiert ruft zurück. Müller heißt der Koch dort. Ja, ich gebe das Ja für uns. Habe dazu noch schöne Straßburg-Devotionalien aus dem Museumsshop. Die grandiose Tasche mit den Lebensmitteln. Sie liebt immer die Tate: The Bigger Picture. Und sie liebt Porzellan und daher das schöne Buch mit Terrinen mit krassen Tiermotiven. DDR Porzellan habe ich auch noch. Mein Streichholzkleid soll zu Binie. Die trägt Kleider, sie stehen ihr super und das Kleid ist einfach für eine viel kleinere Frau gemacht. Ich glaube, es wird Hammer an ihr aussehen und ist irgendwie ein Struwwelpeter-Lehrerinnen-Motiv in meiner Phantasie. Ich schreibe ihr, sie wird gerade Oma.

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Selbstgemachte Postkarten für alle Pipi, die Mutter und den Vorwerktypen. Was soll der Geiz? Meine Ideen gehen nicht aus.

Wasserkefir, hat mir Michi am Donnerstag gemacht, getrocknete Feigen und Rosinen machen das Aquarium perfekt. Google erst mal, wie der gewickelt werden muss. Stephan bringt mir Zitrone mit und Himbeeren und ein großes Paket Spargel.

Ich habe gestern auf den Plakatwänden entdeckt, dass die Theaterformen vom 02. bis 12. gehen. Da wir am 3. auf dem 50zigsten sind und ab dem 4. bis 14. in Neapel and beyond, kommt nur der 2. in Frage, wenn die Festival nicht ganz an uns vorbei soll. Treibe Stephan rein, Karten zu kaufen. 5. Reihe außen oder so. Prima. Die Theatertruppe kommt sogar aus Italien.

Postkarte für Pipi und ihre Mutter mit Mutter-Kind Fotos dazu. Linzer Torte mit dem unbekannten Fruchtaufstrich (vermutlich aus Dänemark).

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Bei der Gelegenheit mache ich ausnahmsweise noch 2 Postkarten extra. Habe ja gemerkt, dass das sonst nur auf Reisen zu gehen scheint.

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Spargel mit Harald und Tobsi (die Hollandaise wird noch viel besser als letztes Mal, ich schlage solange bis der Arm weh tut und dann ist sie richtig fest und schmeckt auch opti. Nach dem Essen in die Nordstadt zum Kino mit dem englischen Popcorn. Ich will unbedingt und trage schon 3 Fledermäuse (wegen Vampir). Harald fährt auf einem Schrottrad, so was habe ich noch nie gesehen. Metallfelgen mit Riesenacht, die so schlackern, dass einem schlecht wird, der Sattel ist auch aus Metall und es sieht alles in allem aus wie eine Zirkusnummer. Er soll nächstes Mal aus Draht was bauen, einfach Drahtschlaufen als Räder, aber gerade biegen und ohne Acht.

Kurz vor der Grammophon-Fabrik, der Typ aus dem Ex-Atelier von Andrea, den ich süß finde. Er arbeitet in den Raschplatzkinos und hat etwas Angst vor mir, so kommt es mir zumindest vor. Ich rufe laut: „Hey, da ist der Kartenabreißer, der weiß wo es lang geht, alle hinterher“. Er dreht sich ängstlich um um zu schauen, wer die Irre ist und sagt: heute nicht. Als Vorfilm eine Werbung für die Grammophon-Fabrik, wenn ich es richtig verstehe. Hätten lieber mal Tierheim TV auf großer Leinwand zeigen sollen mit „der charmanten Silke“, die dreckig lacht und Gärtnerklamotten an hat. Der ist lokaler Trash pur und den würde ich gerne mal in so einem Rahmen gewürdigt sehen, aber das sind wohl nur meine Phantasien. Schwarz-weiß, wie Jim Jarmusch, der Erzählstil und die Bilder der Stadt. Ölfelder, Ölpumpen, die Katze, die perfekt spielt. Die Lektion persisch neulich von Elisabeth hat geholfen. Auch durch die Untertitel erkenne ich die Worte, Dochthar und Pessar, die mehrfach vorkommen. Der junge Vampir (eine Frau), Ringel-T-Shirt auf dem Skateboard, die Burka flattert und es sieht aus wie eine Fledermaus. Was für ein herrliches Bild? Er geht als Dracula zur Kostümparty. Sie hat böse Sachen gemacht und mag keine Hamburger. Harald geht, weil ihm der Film nicht gefällt. Stephan ist geschockt. Wollte er lieber den neuen Schwarzenegger schauen? Wir dachten, er sei Cineast. Er war bei Onkel Ollies. Meine Knie sind kalt. Regelblutung als Aderlass. Gilt das? Was sagt Anja? Das Atelier darüber, wo die Klos sind, ist super schön. Die beiden Filmdarsteller, wie Zwillinge, die aber in dem Film nicht vorkamen, aber hätten vorkommen können, tragen die Essensreste ab. Käseplatte und Salatreste, sieht opulent aus und lecker. Alles ist so schön geschmackvoll eingerichtet, ganz nach meinem Geschmack mit viel selbstgebastelt und Hammerzimmerpflanzen im Bad. Ich mag Hannover und die Locations.

Gebe mein Streichholzkleid bei Binie ab, wecke die Männer, sie lagen irgendwo und schrecken hoch, aber es brannte Licht. es ist ein Junge. Nicht ins Lux.

Wir fallen über die Schweizer Buchserli her. Schokolade können sie, die Schweizer und wie.

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21.06. Telefonat mit meinen Eltern, die Briefe, die ich meiner Mutter geschickt habe als sie krank war. Ja, die Liebe kam nur zurück. Packen für den Urlaub. Freue mich auf die Wärme. Neue Hütchen, eines mit einer Katze und einer Kinderschuheinlage kariert (der Film hat mich inspiriert) und die stinkige Käsekiste mit einer Koralle. Der Deckel aus Straßburg, der nicht von den Hunden gefressen wurde (riechen tut es immer noch) sowie eine Fliegenpilzkoralle. Claudia ist auf dem Hurricane. Binie passt das Kleid wie angegossen, sie schickt mir Foto. Freu mich, dass ich da so richtig gelegen habe. Wie lange werde ich noch bluten? Wenigstens tut es nicht weh (auch mal was Neues). Dann tut es später doch weh (habe ich es herbeigeschrieben?). Wolldecke muss her, die richtig warme.

22.06. Traum von Claudia und Elena. Elena putzt richtig viel. Wienert die Spüle und es quietscht. Sie ist getrennt, soll aber ruhig noch ein Baby machen, weil die so süß werden. Sie trägt ein 50er Jahre Kostüm, aber neu gekauft und ein Freund ist zu Besuch und holt sie ab. Sie hat einen gelben Wasserkocher. Eine Freundin, die ich auch kennen soll, war fies zu ihr. Ich tue so als wäre ich japanische Reiki-Meisterin. Bekomme einen Stab und weiß nicht, was ich damit machen soll. Mache ein paar Gesten, laufe wie mit einer Wünschelrute durch den Raum. Die Patienten sitzen mir gegenüber. Der Typ zahlt 200,-. 4 Fünfziger und ein Fünfer, den ich ihm wieder gebe. Ich weiß gar nicht, was ich machen soll, überzeuge aber trotzdem.

Stephan schlägt Theaterpremierenabo vor und legt mir das Programmheft raus. Warum nicht. Opernpremierenabo hatten wir schon und warum nicht mal das. Interessiert mich mehr und kann man mal machen. Irgendwie brauchen wir Unterhaltung.

Habe kleine Salami-Brezeln aus Bayreuth, Metzgerei meines Vertrauens, dabei. Eigentlich für das ganze Büro, schenke sie aber dem Kollegen. Dem stehe ich doch am nächsten und weiß, dass er es zu schätzen weiß. Morgens loslegen und meine Fristen abarbeiten. Es geht oft um ein Telefonat, dann Gericht. Vorher Jobcenter, diesmal mit der Frau aus Srilanka, der Bruder will einen Gewürzladen eröffnen und sie soll aus dem Leistungsbezug rausgeholt werden. Noch ein Geschäft mit ausländischen Lebensmitteln? Davon gibt es viele. Ein richtig leckeres indisch/pakistanisches Restaurant nach Londoner Vorbild, das fehlt, aber ob das funktionieren würde in Hannover weiß ich auch nicht. Erst mal hat sie einen Putzjob im Kirchenamt. Dann zu Gericht an Gaues vorbei. Verlängerung Frau SMS, wir zicken uns an, aber irgendwie will sie auch keinen Wechsel. Herr Borderline Klein und die Richterin, die wieder genesen ist. Ihr Chef, der Amtsgerichtsdirektor schaut zu. Den kannte ich vom Sehen, habe ihn für einen Strafverteidiger, der gerne trinkt, gehalten. Sie siezt mich auf einmal. Das finde ich voll verklemmt. Brief an Bayreuth, noch eine Häkelbrosche für meine Schwester, Post-Its aus Hamburg mit Seehund. Leberwurstbrot aus Bayreuth auf Gaues-Vollkorn. Sport den ersten Kurs ausfallen lassen wegen Eilantrag, bringe ich noch vorbei beim Gericht. Hatte Freitag Sport gemacht um dann essen zu gehen und war am Wochenende faul.

Abends Brad Pitt im Zombiefilm. Wenn man eine schwere Krankheit hat, dann ignorieren einen die Zombies, weil sie das riechen und nur einen gesunden Wirt wollen. Das ist mal beruhigend. Granny Squares dazu häkeln.

23.06. Kann nicht mehr schlafen. Zugewinnausgleich, das Motorrad des Mandanten, diese Dinge gehen mir durch den Kopf. Um 7:23:

„Lieber Paps,

wir wünschen Dir alles, alles Gute zu Deinem Geburtstag, einen schönen Tag mit Mama (trotz des kühlen und nassen Wetters) und ein gutes Jahr soll dem heutigen Tag folgen. Du feierst ja nach am Wochenende und das wird bestimmt prima. Da haben wir ja Einblicke dadurch, dass wir schon ein paar Mal dabei waren in Deiner echt netten Runde von Gästen. Besonders liebe Grüße an Werner Reichstein. Ich habe Dich wahnsinnig gerne als Vater und könnte mir keinen besseren vorstellen. Ich finde auch, dass Du Dich veränderst und tatsächlich weise wirst. Du bist so schön offen und ehrlich und das gehört meines Erachtens zu Deinen größten Stärken, dass Du auch unangenehme Dinge, wie das älter werden offen ansprichst. Du machst mir Mut! Es gibt Dinge, die wir nicht ändern können. Wir können nur entscheiden, wie wir damit umgehen und das ist aber vielleicht oft entscheidend. Hier bist Du schon immer ein Vorbild für mich gewesen. Außerdem mag ich Deine Neugier und Begeisterungsfähigkeit und freue mich auch, dass diese Eigenschaften nicht mit 30 weg gehen.

Dein umgerüsteter Fisch erfreut mich täglich und so bin ich dieses Jahr die Beschenkte!

Deine Franny und Stephan“

Wickele den Wasserkefir, spüle, Aquarium leeren und neu einrichten. Der schmeckt auch krass. Glaube nicht, dass das neue Haustier lange leben wird.

Frau Architektin, die Mutter des Betreuten auf dem AB. Sie beginnt jedes Gespräch stereotyp mit dem Satz, dass ich keine Zeit haben werde. Den Text auf der Bandmaschine mit: wir müssen uns nicht sprechen, sie wollte mir nur sagen, dass ihr Sohn mich nicht sehen wolle. Ich muss natürlich trotzdem hin kommen zu der Hilfeplanung zuhause. Was will die Alte von mir?

Die Frage nach geordneten wirtschaftlichen Verhältnisse bei Privatinsolvenz und Einstellung in den Staatsdienst (Referendariat). Telefonate mit Rechtspfleger und Insolvenzbüro. Irgendwann habe ich eine Meinung gebildet.

Bestatter ist im Urlaub. So haben wir nicht gewettet. Er wollte zu Frau Bettlägerig, weil er sie von früher kennt und nicht irgendwer aus seinem Büro, ich sage den Termin ab und er soll sich melden, wenn er wieder da ist. Warum soll ich zur Betreuungsanhörung heute Nachmittag wegen der Neueinrichtung der Betreuung und ein zweites Mal in die Stadt fahren? Am Ende kommt der Typ nicht und ist fahre umsonst und hocke bei der Richterin wie unterbeschäftigt. Ein bisschen weiß ich doch, wie der Hase lang läuft. Mache ich nicht und so kommt es auch, er erscheint nicht. Der will Betreuerwechsel und muss selber dafür sorgen, dass ich bestellt werde. Vorher nehme ich keine Termine war. Richterin ist ewig nicht zu erreichen, während der Anhörungszeit dann schon und das sage ich ihr. Ich bin da mittlerweile recht selbstbewusst.

Taz Artikel über Spuckschutzmasken bei der Polizei. Ich habe eine Betreute, die vermutlich mutmaßlich zur Entwicklung beigetragen hat. Hat gespuckt und eine zartbesaitete Polizistin, die nicht wusste, wie Aids übertragen wird oder Hepatitis oder was meine Betreuten überhaupt hat, war seit dem Vorfall stark traumatisiert und dienstunfähig.

Termin von Herrn Esoterik. Die junge Richterin will unbedingt, dass ich anerkenne, sonst wird es noch teurer. Der Zahnarzt aus Linden sieht aus wie ein alter Mann und ist 48, wie ich in einem Monat. Er ist sympathisch und die Zahnarzthelferin auch. Man habe zuerst gedacht das läuft über einen Heil- und Kostenplan, wie normal, aber die Kasse habe abgelehnt. Er war großkotzig und wollte sich auch nach Kostenvoranschlägen für Implantate erkundigen. Ja, das passt zu ihm. Ich stelle Fragen und die Richterin schreibt nur mit und macht kein Protokoll, weil der Streitwert so gering ist, das sie machen kann was sie will. Die Zahnärzte nehmen keine Zeugenentschädigung und die Zahnarzthelferin hat sogar Urlaub. Der Einschüchterungsversuch war umsonst. Ich will jetzt vielleicht anerkennen, mich aber erst besprechen. Sie will gleich Urteil machen am Schluss der Sitzung. Das kostet dann auch mehr, aber wenn sie so gierig darauf ist, zu schreiben und ich hatte meinem im Vorfeld gesagt, dass es wohl darauf hinausläuft und er hat die Anerkennung nicht freigegeben, dann muss er die schriftliche Begründung halt zahlen, bevor ich die Böse bin und sie hat mehr Arbeit, die blöde Kuh denke ich und wünsche allen noch einen schönen Tag beim Gehen. Ich lasse meinen Mitgliedsantrag Kunstverein liegen, dabei wollte ich den persönlich vorbei bringen und fragen, ab wann ich dann rein kann (zu Pipi).

Entlassungsbericht Ihme vom 28.05. geht heute ein. Ich soll keinen Beschluss mehr beantragen. Das bringt doch nichts. Sie entlassen ihn und ich weiß nicht Bescheid, sondern erst wenn er wieder da ist. Er hat sich vom Krankenwagen zurück fahren lassen nach Wunstorf und die haben eine große Welle gemacht dabei zahlt das seine Krankenkasse und ich bin böse, weil ich den Beschluss gemacht habe, aber er ist doch zurück, sonst wäre er jetzt Zuhause. Argumentieren mit ihm ist schwierig, sagt auch der Bewährungshelfer.

Bernd feiert im ehemaligen Ping Pong Club und wir sind leider in Italien. Freue mich, ihn zu sehen. Kriegt was von meinem Franzbrötchen ab. Habe ganzen Wallnußciabatta gekauft, nach dem halben Sesamciabatta von gestern. War auch nicht richtig. Jetzt haben wir zu viel Brot. Gabi hat eine tolle Pferdekopfbrosche aus pinkfarbenen Plastik, was geschliffen ist und glänzt und sehr edel ausschaut und empfiehlt Rotterdam, ihre Lieblingsstadt. Die Kunstmesse, die im Januar immer ist findet nächstes Mal in der Van Nelle Fabrik statt mit alten Shuttlebusen ohne Gurte. Klingt irgendwie gut. Sie sagt nur einmal Wien und dafür dort hin. Sie hat einen Vintageladen in Hannover. Nähe Lister Meile. Ich will sie da mal besuchen.

Frau Stimmen hat am selben Tag Geburtstag wie mein Papa. Hat sich ein neues Handy bestellt und nimmt 100,- mit um mit den Frauen um Wohnheim zu feiern.

Elisabeth war im VPE und die Usedomfreizeit war voll und jetzt fahren sie nach Berlin in eine Jugendherberge. Jetzt will sie englisch sprechen. „Usedom, the island was full“ und ihr fallen die schlechte Erfahrungen in Krelingen from letzten Mal ein:„At the buffet, there was chicken wings, not wings, chicken Mc nuggets und she makes so (haut sich auf die Hand) and asks me, why I don’t wait“. „Why should I wait, I am now hungry“. Es geht um die verschiedenen Beteiligten, die die Freizeit ausrichten, wohl auch ein Ehepaar. „She is not a social worker or somethng, just a house wife und she wants to be the leader and he cannot rescue himself from her“. „ I was frozen. They were driving with their baby cars. I think now myself how can this be, they are younger than I am“. „They talk about me, you can’t shave your eye browns!“ (Anm.: und sie hat die zweite Woche in Folge abrasierte Augenbrauen, die eye brows und nicht browns auf Englisch heißen, aber immerhin ihr Wortschatz ist beachtlich). Jetzt will sie mit dem VPE (Verein psychisch Kranker) nach Berlin oder Hamburg. Ich rate ihr dazu, das ist günstiger und die können sie eher aushalten. „You sleep in a youth hall, Jugendherberge and all in inside, the food“. Finde einen neuen Quittungsblock nicht. Habe ein ganzes Paket davon. Werde hektisch. Sie will erst Kondome und dann doch die Pille, damit sie nicht wieder ihre Regel bekommt und ich kann die Quittung damit zerreißen, die auf 70,- € ausgestellt war. Das gibt Ärger Zuhause. Hey, das mit der Regel nicht mehr wollen, verstehe ich. Brauche Penaten-Creme. Der Vorteil bei Elisabeth: ich kann gleich mitschreiben und sie stört sich nicht daran.

Hausärztin vom straffälligen Türken. Betreuer nennen sich Viele. Da muss man vorsichtig sein. Er ist nicht schwer herzkrank und sie will uns aber helfen mit Bestätigung für die Ausländerstelle.

Karte an Claudia aus dem Altpapier von Thomas.

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Herr Esoterik macht sich Sorgen, dass ich zu viel für ihn arbeite mit Eilverfahren und Beweisaufnahme und fragt, wie er das kompensieren kann. Süß.

Sport auf dem Trampolin. Eine Teilnehmerin meinte, die Nordstadt sei voll, auch ihre Straße, die sonst immer beschaulich sei. Ein Ausbruch der Zombies ist ihre Theorie. Der schenke ich immer Plastikblume fürs Fahrrad. Habe jetzt sogar eine auf Vorrat gekauft. Das schützt bestimmt dagegen. Die Trainerin kommt zu spät und macht kürzer. Sie geht im Juli und hat irgendwie keinen Bock mehr.

Ich häkele ein buntes Kondom mit Reservoir aus Granny Squares, eher zufällig. Brauche Hörspiel, aber diese deutsche Musikelite ist ein Witz. Der Verschwörungstheoretiker mit der Sonnenbrille. Musikalisch klingt alles gleich und geht gar nicht. Nicht auszuhalten. Wir sind ja auch mal für die Prinzen gehalten worden! Damals in Leipzig bei Carmina Burana im Backstage Zelt. Da wurden wir, d.h. Stephan und ich angesprochen, ob wir die Prinzen seien, Mitte der 90ziger und sie waren gerade auf der Höhe.

24.06. Traum: erst mein amerikanischer Cousin, dem ich sage, dass ich ihn als Kind heiraten will. Fragt nach den Konsequenzen, weil wir beide verheiratet sind, keine. Ich dachte, es sei positiv und wollte, dass er es weiß. Er heult daraufhin. Mein Ex-Kollege und seine Frau, er steht auf mich und streicht immer über seinen dicken Bauch. Wenn ich die Nachteile wüsste, die er für mich in Kauf nimmt, würde ich ihn toll finden. Schwanger wird man vom Sex sage ich ihm und das soll lustig sein. (Gestern hatte ich mit der neuen Kollegin meines Ex-Kollegen gesprochen und deswegen der Traum). Schwarze in Hameln, statt Spätzle gibt es Nudeln mit wässriger Soße, mein Ex-Bürokollege, Herr F. ist Kellner und kommt mit seinem privaten, benutzten Stofftaschentuch auf den Teller und ich beschwere mich, so was muss man doch sagen, wenn einer eine regionale Spezialität bestellt und es gibt nur Nudeln aus der Packung und das für 14,- €. Ich finde es frech. In der Pflanzentischdeko Holzschnitzfigur, Mann, der geht, soll wohl Dildo sein. Für zierliche Frau sagen die Männer. Ich lass sie mir zeigen und überlege, wie das gehen soll, der Kopf und das eine Bein, was dicker wird zur Hüfte hin. Ich will zurück. Steilküste und gegenüber Felsen mit Hütte und Ziege, ich muss mich setzen. Panikanfall. Meine Handtasche ist weg, Stephan muss zurück. Ich hatte sie von oben an den Strand fallen lassen, direkt vor Herrn Fs Füße.

Motorrad war schon verkauft bei der Scheidung. Sie bekommen Bestätigungsschreiben von der Versicherung.

Meine Nebenfrau redet mit Stephan, wenn ich vermeintlich nicht da bin. Ja, die Spitzen waren kaputt und mussten nachgeschnitten werden. Und was ist das? Ich: „mein Wasserkefir“ und wofür soll das gut sein. „Unsterblichkeit“ und Stephan: „und macht die Spitzen wieder heile“.

Im Büro sitzt ein überalterter Referendar, so sieht es zumindest aus, wie er im Besprechungszimmer an einem kleinen Tisch geparkt ist und die roten Gesetzestexte stehen vor ihm. Lustige Vorstellung, aber vermutlich Steuerprüfung. Ich grüße und schaue ihm tief und fest in die Augen, wenn wir uns im Flur begegnen.

Mein kurdischer Betreuter kommt mit lauter Geschenken vorbei. Seine Frau hat mir das Kreuz gekauft und den Brieföffner auf dem Flohmarkt hat er gefunden, sieht so schön antik aus und da musste er an mich denken und das kleine Messer schützt gegen böse Blicke oder was in der Art. Ich bedanke mich. Kekse, Flohmarktsachen, immer hat er was dabei und kommt auch ohne Termin nur um mich zu beschenken.

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Meine Tante ist in der Kurzzeitpflege. Ist nachts über eine Glasflasche gestolpert und hat sich den rechten Arm gebrochen und saß in den Glassplittern, aber es darf niemand wissen. Herrliche Familie. Wir sind sonst nicht so. ich will sie auch anrufen, scheiß auf diese Geheimnisse. Ich bin die Patentochter Herrgott noch mal und nicht jeder muss sich von den spinnerten Vorgaben tyrannisieren lassen. Ich bin nicht „jeder“. Stephan bestärkt mich, aber wir wissen das Pflegeheim nicht.

Neue Betreuungssache, der straffällige Iraner aus Ricklingen. Ich nenne ihn Pessar. Gestern mit dem Bewährungshelfer telefoniert, weil sein Schützling, der den Wechsel wollte, nicht aufgetaucht ist. Der Pessar ist wieder unten durch und muss in die Klinik gebracht werden. Die Familie hält sich zurück. Ich sage zu nachzufragen. Dort ist nichts im Rechner und die Betreuungsanregung ist am 26.05. von mir beim Gericht eingeworfen worden. Ich faxe noch mal und telefoniere mit dem Richter. Dann Herr Ihme als gemeinsamer Fall. Den hat der Richter neulich in der Straßenbahn getroffen. Erst will er mir sagen, der Stationsarzt mit dem ich nicht mehr sprechen will, sei nicht so schlimm, aber das Herr Ihme entlassen wurde bei laufendem Beschluss wurde ihm auch nicht mitgeteilt, er „weiß es offiziell nicht“. Muss ich noch mehr sagen, ich rede mit denen nicht mehr, sie können meinem Schützling nicht helfen und die Ameisen, die sich durch sein Gehirn fressen gehen nicht weg und ich rege mich sonst so über die Arbeitsweise auf, dass ich selber in der Klapse lande. Die Oberärztin ist diese Woche krank.

Alles ist angeblich klar mit der Aufnahme meines Betreuten in der dritten und letzten Therapieeinrichtung , immer biete ich meine Hilfe an wie eine Gestörte und gestern die Suchtberaterin aus der JVA Sehnde auf meinem AB, dass es nicht klappt und der Aufnahmetermin nicht gehalten werden kann. Mein Ehrgeiz ist geweckt. Gestern Nachmittag schon durchgefragt, heute Morgen Staatsanwaltschaft. Die Frau hat Zurückstellung der Strafen befürwortet, aber das Gericht muss noch entscheiden. Wir haben fast noch eine Woche. Die Akten müssen erst rüber gebracht werden und das dauert. Sitzt sie nicht im Volgersweg, frage ich. Doch, aber die Richter holen sich die nicht. Ich kann mit dem Fahrrad vorbei kommen und sie hin bringen. Sie mag meinen Ehrgeiz nicht, will mir nicht sagen, wer zuständig ist, auch keine Nummer von einer Geschäftsstelle/Serviceeinheit nennen. Aber ich bin Terrier, Büro Klawitter, 10 Minuten später habe ich sogar die Durchwahl die Richterin, die vorher nicht bekannt war. Mit dem Betreuten habe ich um 10 Uhr Telefontermin. Er vertraut nur mir. Ich weiß aber nicht, ob ich es hinbekomme, weil es nicht nur von mir abhängt. Später lässt sich die Richterin, die ausschaut wie eine Putzfrau, nur bedingt animieren. Am Telefon findet sie nicht gut und ohne Akte geht sowieso nicht. Letzte Station, die Einrichtung anschreiben, dass sie die Aufnahme nicht um Monate bis zum Sankt Nimmerleinstag aufschieben. Sie haben auch immer gesagt, alles klar und ich brauche nichts machen, quasi Mitverantwortung. Ich spreche später mit ihm in der JVA Sehnde und er vertraut nur mir.

Frau Altpapier kommt vorbei mit Mieterhöhung. Sie verlässt die Wohnung. Es geht ihr offenbar besser und ich freue mich. Fettige Haare, Hut, irgendwie passen meine Betreuten zu mir. Grundreinigung, für die ich gekämpft habe, macht sie jetzt mit dem Erzieher in Eigenregie. Die Pflegestufe soll abgelehnt werden. Da soll der Mann vom Pflegedienst sich mal was einfallen lassen.

Frau Huma aus der Beratungsstelle. Die Haz-Weihnachtshilfe ist leer und Frau Anstrengend bekommt das Bett jetzt vom Amt gezahlt (und zwar ohne Darlehen als Beihilfe), sie hat Kontakte. Ich bin beeindruckt. Gestern hatte sie gefragt, warum ich noch mit Starmoney arbeiten würde, weil da gibt es was für umsonst und genauso gut.

Frau Stimmen wurde der Arbeitsvertrag gekündigt zum 10.07. und sie ist frei gestellt. Die Grabstelle der Bettlägerigen ist schon gemacht. Rechnung kommt. Wohl doch nicht nur gegen Vorkasse. Ich will mal hin und Fotos machen. Stadtfriedhof Lahe.

Die Frau vom VPE ruft an. Berlin kostet knapp über 50,- € und da ist Übernachtung, Verpflegung und Rahmenprogramm mit drin. Nur Taschengeld geht extra. Es wird bezuschusst. Ich hoffe halt, dass Berlin Elisabeth aushalten kann.

Heute gibt es wieder Chips und kleine Hanuta, die von der Veranstaltung des Kollegen übrig geblieben sind. Das gesunde Büroessen und das Pipi-Wasser von dem Pilz muss man runter würgen. Die Kur wird wohl kurz, d.h. ich lege ihn dann erst mal still nach der nächsten Ernte.

Meine Mutter kann keine Dropbox. Sie sagt, sie sei zu alt und ich sage ihr, dass ich auch computerbehindert sei und denke an die Werbung: „wenn Sie bei externer Festplatte an so was denken“ und man sieht Pärchen beim Italiener am Meer an einem Zweiertisch und der Kellner bringt eine Serviceplatte vollgeladen mit Hummer oben drauf und „bei Blue Tooth an so was“ und man sieht ein Teenagermädchen die lächelt um blaue Zähne frei zu geben und ja, tatsächlich so auf dem Niveau bin ich. Fragen von Holger, wer ist mein Provider? Server? Viel Leerlauf im Kopf. Deprimierend.

Jobcenter, eine Nette von Frau Yoga. Ich fülle den ärztlichen Fragebogen aus und meine Betreute, die alles nicht einsieht hat sogar eingewilligt, dass die Betreuungsakte eingesehen werden kann. Die nette Frau soll sich im Gegenzug an die Leistungsabteilung bei sich im Haus wenden und ihr Glück versuchen. Die Kinder sind die ganzen Sommerferien über bei der Mutter und sie braucht Geld. Sie kann nicht mal zu mir kommen, weil die Tageskarte zu teuer ist. Ihre Kollegen sind wieder so doof, dass sie statt jedes Wochenende nur jedes zweite berechnen (dabei ist es so einfach) und ich muss dann wieder ganz viel mit Frau Yoga telefonieren und beim SMS scheiben vertippe ich mich immer und sie kann auch was für mich tun bzw. ist mein Notnagel, sonst kann ich nicht in den Urlaub fahren und die Frau hängt mir immer im Nacken.

Das P-Monster sagt den Termin ab. Muss zum Kieferchirurg und kommt Freitag. Freitag fahre ich nach Vahrenheide zur Hilfeplanung und hoffe, meine Betreute ist in Stimmung und macht Mocca.

Einkaufszettel für mich selber. Honig ins Büro wegen des neuen leckeren Vollkornbrotes von Gaues (Quark, Kürbiskern) mit Schwarztee und Tampons, warum stehen die auf dem Zettel? Weiß nicht mehr warum.

Eine junge Teilnehmerin beim Yoga fragt mich mit Namen, ob sie eine Matte für mich auslegen soll. Woher kennt die meinen Namen? Kaya hat den letztes Mal Unterricht und macht fließenden Wechsel, Mitte im Kurs, die Übergabe des Stabes quasi und um die Nachfolgerin zu etablieren, anders geht es nicht? In Savansana denke ich, dass ich langsam es wert finde älter zu werden für die Gegenleistung die man bekommt. Die Erfahrungen als Unterfütterung lassen einen höher steigen, man sieht alles aus einer anderen Perspektive und ja, ich will alt, faltig und weise werden. Das ist es wert und dann wird es vollendet sein und das geht nicht in jung. Basta. Verstanden.

Frösche, die eingefroren werden und Esel, die aus dem Hubschrauber abgeschossen werden. Der Mensch ist irre, das ist nicht Fehler wieder gut machen, sondern weitere begehen. Dann noch die ZIB 2 Nachrichten mit den Asylsuchern und ihrer Verteilung. Ein Ort, der so ähnlich heißt wie Puppenstube, Puchenstube oder so? hat am meisten und der Bürgermeister ist im Studio und meint zu Recht, Boot nicht voll. Da hatte Österreich schon mehr Asylsucher zu anderen Zeiten. Recht hat er. Früh zu Bett.

25.06. Traum: Abszess meiner Mutter in der Kniekehle, wird ausgedrückt und wir sitzen mit ihm Behandlungszimmer. Arzt will Schwerbehindertenausweis ausstellen, damit sie besser mit dem Auto ranfahren und parken kann. Sie protestiert kurz, sie duzen sich. Wie kann er das einfach so. Will er mal zwischen ihren Beinen riechen, da sei was komisch. Ich bin peinlich berührt. Zugfahrt mit Claudia durch die Schweiz, wir nehmen einfach den nächsten Zug, der eingefahren ist. Das Ziel kommt uns vom Namen bekannt vor und ist empfohlen worden. Große, gelbe Villen. Ich mache Fotos. Ein Papierladen, ein Bücherbriefumschlag mit einer runden Seite, passt perfekt, viel besser als bei uns. So was habe ich noch nie gesehen und es ist so naheliegend (nach dem wach werden frage ich mich, was abgerundet an einem Buch sein soll). Die Eule als Wahrzeichen ist hier in allen Varianten zu haben, Tasse, Kissen.

Mann (42) nach Behördenmarathon gestorben, Herzinfarkt. Haha, sagt Stephan, Behördenmarathon ist das was ich machen, möglichst viele Ämter an einem Tag abhaken.

Es geht wieder durch etwas Eilenriede zum ersten Termin. Ich fahre auf Trampelpfaden durch den Wald als hätte ich ein Mountainbike. Irgendwann werden Suki und ich neben alten Tempos und leeren Flaschen noch auf eine Leiche stoßen.

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Hund muss draußen bleiben, weil er Angst hat vor Hunden. Binde ihn im Treppenhaus des Einfamilienhauses an. Die Ärztin von der Beratungsstelle war ängstlich als ich ihn vor der Tür lassen wollte, aber hinter einem Zaun quasi neben dem Haus im Vorgarten und ich hatte ihn schon einmal verlegt, jetzt meint Frau Doust, die Wohnbetreuung ich soll ihn in den Garten machen, aber mir reicht der Heckmeck. Herr Minus in Unterhose, die kaputten Möbel, Küchentisch auch kaputt, Teller mit Schokocornflakes darunter. Die Wohnung sieht krass aus und jetzt wollen sie kein ambulant betreutes Wohnen bewilligen, sondern er soll geschlossen untergebracht werden. Ich bin geschockt. „Ungutes Gefühl in der Wohnung“, „der fixiert einen so“. Latente Fremdgefährdung, muss man warten bis was passiert? Ja, prophylaktisch die Leute wegsperren. So was gibt es nicht. Der junge Kollege, der die Ärztin begleitet ist ganz unerfahren und hat Angst, dass sie dann haften und man ihnen was anhängen kann, wenn sie die Maßnahme befürworten und es passiert was. Das ist Deutschdenke und ich rege mich auf. Ich kenne ihn schon seit Jahren und der ist harmlos (hat Angst vor dem Hund!!). Er war heute sogar gut drauf und hat sich zu uns gesetzt und gefragt, wann der Mauerfall war. Sonst kann er dem Gespräch keinen Satz lang folgen und haut sofort ab zum Rauchen. Heute sagt die Ärztin, er könne gehen, wenn es ihm zu viel werden würde! Die Hundedecke, was ein Kamelhaarmantel meiner Oma war in Zerschnitten (Rückenteil) irgendwo unterwegs verloren, wollte ihn eh los werden, aber so weiß ich nicht, wie es passiert ist.

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Dann zu Frau Klumpfuß. Die hat eine Horror-Baby-Katze. Suki ist wie eingefroren, erst ignorieren und dann rettet er sich mit letzter Kraft auf meinen Schoß. Das Monster greift alles an, meinen Schuh und hat Nadelscharfe Klauen. Viel zu jung. Da wird Psycho dabei heraus kommen, die muss doch mit anderen Tieren sozialisiert werden und nicht bei einer alten Frau alleine eingesperrt werden. Etwas vom Feuchtfutter fressen beim Gehen ist das Mindeste als Entschädigung. Das Altersheim liebt Suki besonders.

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Die Sportmannschaft im Maschpark, die Männer die in Mannschaftskleidung in zweier Paaren sich an den Schulter fassen und die Hüften kreisen lassen. Die Trainer sind von Suki begeistert und rufen ihn abwechselnd zu sich. Dem Ruf folgt er gerne und unterhält die ganze Mannschaft, wollen ihn bestimmt bald als Maskottchen. Wieder Bewunderung, wie lässig wir sind und was für ein eingespieltes Team. Im Fairkaufhaus Linden jagt er Fliegen, was auch lustig ausschaut, fangen wäre noch besser. Kleine Stofftiere zum Basteln, Hühnerpaar und eine Gans. Außerdem eine pinke Kinderhasentasche, die oben offen ist wie für Trick or Treat, vermutlich um Ostereier darin zu sammeln. 50 Cent. Perfekt für Neapel, wo alle vor dem Taschendiebstahl warnen, da gehe ich gerne in die Offensive. Auch in Mailand auf dem Flohmarkt hatte ich eine Tasche dabei, die ich mir dort second hand gekauft hatte und die bestand aus einem umgedrehten Hut (Wolle, Weinrot) mit Griffen und ging gar nicht zu zumachen. Büro, Telefonieren, Karre aus dem Dreck ziehen bei Herrn Minus. Wo gibt es so was. Ich rufe den Ossi-Mann von der ambulanten psychiatrischen Pflege an, der auch Herrn Ihme versorgt und der hat schon Straftaten begangen, hört definitiv Stimmen und hat mehr Körperspannung als der weiche Herr Minus. Wir lachen, weil wir 5 gemeinsame Fälle haben und überall die Wohnung nicht so lecker aussehen. Ich kann in Ruhe arbeiten, nie bellt der Hund, macht es einfach perfekt. Stephan bringt mir meine vorläufige Mitgliedskarte im Kunstverein, der Gute. Zum Kollege in die Rathauspassage. Auch hier bewundert die Kollegin, die vor der Tür raucht Suki und fragt, ob ich jetzt einen Hund hätte und spricht von ihrem. Mein Betreuter, der Schwerstalkoholiker aus dem Heim in Begleitung seiner Mutter, Suki will grob spielen, dreht immer mehr auf und springt sie an als wir im Wartezimmer warten und quiekt dann, weil er zu fest an den Ohren angefasst wird, er hat aber angefangen. Alle Betreuten gehören bei Suki mit zum Rudel und er dreht sich um, wenn wir uns wieder trennen, als sollten sie dabei bleiben. Das finde ich bemerkenswert. Vorbesprechung, meiner hatte 5 Promille. Da sind andere tot. Ich noch mal mit dem Strafverteidiger in unseren anderen gemeinsamen Fällen was besprechen. Jetzt wo der Bewährungshelfer mich liebt und mir lauter junge Männer, die Stimmen hören und straffällig werden, angedeihen lassen will, ist die Zusammenarbeit gesichert. Mövenpickeis Pistazie am Opernplatz und parallel die Hundescheiße wegmachen am Operndenkmal. Vom Kollegen der Jugendzentrumsnachtlebentratsch. Die Türsteherin ist vermakelt worden (Gesicht kaputt) und nicht krankenversichert. Jetzt kann man wieder in die Glocksee gehen oder was heißt das für mich? Am Küchengarten der Hund, der ausschaut wie ein Eisbär mit einem sehr krummen Bein. Ist noch jung, übt aber heute Blow Job.

Mal nur im Bett liegen, aneinander mit meiner besten Freundin. Die neue Schlafbrille ist richtig gut geworden, aber hier hängt eine lustige Schnur aus dem Auge meines Liebsten.

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26.06. Traum: wieder geht es um meine Orientierungslosigkeit (habe gestern Frau Freund von der Wohnbetreuung auch geschockt, weil ich am Haus von Herrn Minus vorbeigelaufen bin und mich noch gewundert habe, warum der Garten so verwahrlost ausschaut, sie: „wo wollen Sie hin, Frau A?“). Ich bin in Linden, überall liegt Schnee, Stephan trennt sich, ich esse eine Wurst auf dem Markt und finde nicht nach Hause. Schaue von einer Eisenbahnbrücke runter, die Gebäude kommen mir zwar bekannt vor, aber ich weiß nicht, wo ich bin. Muss mit der Straßenbahn fahren. Auch hier finde ich die Abfahrtstelle der 9 nicht. Bin so verzweifelt, dass mich ein Straßenbahnfahrer mit der Straßenbahn dorthin bringt, dann klappt es nicht mit dem Fahrkartenkauf und eine Frau hilft mir das Geld einzuwerfen, ich habe ausländische Währung, das ist kein Euro, sondern britisches Pfund. Am Ende habe ich Glück, weil auf meinem 20 Cent Stück 30 steht und der Automat es auch als 30 akzeptiert.

Die Tochter der Jobcenterfrau kommt wieder früher und ohne Hund. War bei der Caritas angestellt und es geht um Versicherungszeiten in der KV. War auch Pflegeperson der Mutter mit Pflegestufe III. Sie bekommt Anruf und sagt, dass es nicht lange dauert und sie gleich runter kommt. Der Hund? Frage ich.

Die Eltern sind auch gegen eine geschlossene Unterbringung von Herrn Minus.

Der Pflegedienst verteidigt die Jungkatze, wäre 3 Monate alt und die andere erwachsene Katze hätte überall hin gemacht, auch ins Bett und die Betreute sei ohne Katze so traurig gewesen. Ja, Haustiere sind viel Therapieobjekt.

Ich werde Georg wohl nicht sehen. Herrn Bareinzahler haben sie die Wohnung gekündigt als langjährigen Mieter mit 5 kleinen Kindern, weil er im Treppenhaus wiederholt geraucht hat. Der Fall kommt mir vor wie die Fälle von denen die Kollegen berichtet haben.

Herr Brieföffner kommt ohne Termin, entschuldigt sich. Der komplizierte Fall mit der VW Bank, seiner Frau und dem Betrügerautohaus will ich an die Kollegen abgeben, Streit verkünden, alles zu kompliziert für mich. Wird schon, keine Sorge. Er ist heute labil und sagt mir, dass er ohne mich und seine Frau verloren wäre. Ja, aber wir sind ja da und stehen zu ihm und ich benutze seinen Brieföffner und er gefällt mir.

Auf der Fahrt nach Vahrenheide sehe ich meine alte Yogalehrerin und die sieht wirklich aus wie meine Betreute, die unbetreubar ist, aber trotzdem weiter unter Betreuung stehen sollte und nicht einsieht, dass ein Gericht ihr die Kinder weggenommen und dem Vater zugesprochen hat, nachdem sie diese entführt hat und tausende Kilometer mit ihnen durch Italien gefahren ist als Regressionstherapie. Sie hat genau denselben Gesichtsausdruck. Ich weiß schon, warum ich da nicht mehr bin. Als ich 40 wurde, was das noch alles anders. Muss schon lange her sein, denke ich mir dabei. Die türkische Betreute hat Künefe selber gemacht zum Mocca. Ein Traum.

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Leute mit blühenden Orchideen haben sich die gerade aus dem Baumarkt geholt würde ich sonst denken, aber schon meine Mutti belehrt mich eines Besseren. Ich bin gerührt, wie gut es ihr mittlerweile geht und sie erzählt offen, dass sie lange brauchte um ihre Krankheit zu akzeptieren und sie hätte viel nachgedacht und sich gefragt, warum hat sie z.B. was gesagt, was gar nicht zu ihr passt. Ich bin stolz auf sie und sage, da gehört viel Selbsterkenntnis dazu und die Krankheit merkt man ihr jetzt nicht an, wenn wir uns zufällig bei Efendi Bey begegnen würden, würde ich es im Leben nicht ahnen, aber wir wissen, was sie für schlimme und heftige Phasen hatte und es ist eben nicht Diabetes, sondern eine Erkrankung, die den Kopf und damit auch den Charakter beeinflusst. Ich habe das Gefühl, dass die Krankheit und die Beschäftigung damit, die Bewältigung, sie hat wachsen lassen und jetzt strahlt sie richtig. Sie hätte sich früher auch isoliert und hat jetzt viele Kontakte von früher wieder aktiviert u.a. ihren Job, Pakete einscannen von 20 bis 24 Uhr zwei Mal die Woche. Da würde sie jedes Mal hingehen als sei es das erste Mal, so freut sie sich und die Stimmung sei super und sie versteht sich mit den Chefs. Das ist auch eine Erkenntnis, dass man sich in der Krankheit zurück zieht und keine Rückmeldungen durch andere Menschen verträgt. Die erwachsene Tochter ist bald im zweiten Lehrjahr zur Zahnarzthelferin und hat Ehrgeiz nach der Ausbildung weiter zu machen, das Wort Ärztin fällt und da gibt es ja viele Zwischenstufen von Speichel absaugen zur Zahnärztin. Es spricht für sie, dass die erwachsene Tochter noch da lebt und nicht ausgezogen ist, weil die hat ja auch heftige Phasen bei ihrer Mutter mitbekommen als Tochter. Auch hier wurde offen über alles gesprochen. Sie bringt ihren jüngeren Bruder dann zu Bett, wenn Meine arbeiten geht und da muss man ihn erinnern, dass er Zähne putzen soll (da ist sie ja bestimmt die Richtige). Zahnreinigung macht das Zahnfleisch straff, dann ist wenigstens irgendwas straff meint die neue Frau vom auswärtigen Kostenträger (Hameln). Sie ist auch ein Traum. Deutsche Mulattin, jung, rundliche Formen, aber sportlich und sie ist locker und hat guten Humor, außerdem einen Sohn, einen Hund und eine Nähmaschine von Pfaff und ein Handy sowie Navi, was mit ihr redet und von dem sie genervt ist (spricht also auch über Privates). Das war mit ihrem Vorgänger unvorstellbar. Der war wie ein Beamtenarsch und hatte gar keinen Zugang zu den Leuten. Gut, sie kommt aus Celle und steht auf die Stadt, aber es gibt schlimmeres. Dafür hat der Sohn martialisch aussehende Spielwaffen auf dem Bett liegen. Die schwarze Maschinenpistole steht mir aber auch gut.

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Schwimmt er noch und warum geht es nach Seepferdchen nicht mit anderen Meerestieren weiter, Orca zum Beispiel als nächstes Abzeichen. Es ist gerade Ramadan und meine Betreute darf mit essen, weil sie ihre Regel hat. Ich schaue später nach und blute seit dem 19.05. Für mich wäre das zur Zeit auch sehr günstig (mit dem Ramadan und den Essenregeln). Erst Monate lang nicht und dann wieder richtig. Ich gewöhne mich dran und finde es nicht schlimm. Schaue erst nach über einem Monat überhaupt nach, wie lange das schon geht. Das erste Mal ein Monat bluten war krass, jetzt ist es normal. In der Hitze von Italien mit Pool kann ich es nicht gebrauchen, also bitte, lieber Körper, dann doch mal aufhören. Wenn Ramadan gebrochen wird, gibt es ein großes Fest und die jungen bekommen Geld, wenn sie den älteren Respekt zollen und den Handkuss geben, die kleinen 1 oder 2,- €. Ihrer hat richtig abgestaubt letztes Mal. Das kann ich mir vorstellen, zumal er blond und entzückend ist und das sei doch viel Geld in bunte Tüte umgerechnet. Die junge Wohnbetreuung fährt Vespa. Das sieht schick aus, so knall jung und gebräunt. Einfach cool.

Kaufe ein Wollkleid mit Rosen und abstraktem Muster von dem Vintage Laden Lister Meile. Das zweite Mal in meinem Leben gehe ich da rein, werde aber begrüßt wie eine Stammkundin. Leider lauter Mottenlöcher. Die Verkäuferin ist überrascht, seit wann würden Motten an Wolle gehen, fragt sie mich. Was sonst meine Antwort. Sie dachte, nur Mohair. An der Allianz, Lange Laube steht öffentliche Kunst, die mir gefällt, eine Gruppe abstrakter Figuren. Hier sind Muster in den Rasen geschnitten, die nicht gemähten Stellen sehen aus wie ein Blumenteppich mit Kornblumen und Mohn, wunderschön sieht das aus.

Frau Stimmen hat den Mietvertrag für die Wohnung in der Nordstadt bekommen (mal eine gute Nachricht). Gestern hat sie gemeldet, dass sie eine Telefonrechnung von über 100,- € hat. Das geht nicht mit Einwilligungsvorbehalt.

Sage den ersten Sport ab. Nach Tanzen ist mir nicht zu Mute bzw. nach Doppelkurs, muss heute noch im Pavillon tanzen. Im Traum war meine Sporthose durchsichtig. Das haben die Frauen oft so, die vor mir tanzen und man sieht der Hintern und den Tanga. Gar nicht auszumalen, wie das bei mir zur Zeit ausschaut. Das will ich keinem zumuten.

P-Monster kommt, ruft aber vorher an, dass er sich 10 Minuten verspätet. Das interessiert mich nicht, er soll nicht immer meine Zeit stehlen. Er ist der einzige, der meine alten Bonbons isst. Ein Fax ging ein. Die Vermieterin hatte ich im Mai angeschrieben und jetzt nimmt sie sich eine Anwältin und Notarin a.D., die kurze Fristen setzt. Warum a.D., ist die schon so alt?

Jasmin schreibt. Sie fahren Morgen um 6:30 Uhr und wir dann Morgen in einer Woche. Dann sind sie bestimmt schon tiefenentspannt.

Briefe an die Schweizerinnen und der OGV mitteilen, dass Frau Querulantin da jetzt ist, in der Schweiz und ob Termin zur Vermögensauskunft am 07.07. nicht aufgehoben werden kann.

Sport mit Steffi, sie lässt uns krasse Beinübungen machen und sagt im Seitenstütz: „Haltung wie beim Pommes essen.“ Will ihr davon aus dem Schwimmbad ein Musikvideo machen während der Movenyo Sommerpause. Mal sehen ob das klappt. Vermutlich eher nicht, aber wäre lustig.

Der Nachbar steht rauchend vor der Tür mit schlecht gelaunter Tochter, die seit Jahren unverändert ausschaut mit einer Ral-Farben-Palette in der Hand.

Wir haben jetzt Theater-Gold-Karten und brauchen Fotos. Stephan nimmt ein supersüßes von sich aus London von unserem letzten Aufenthalt mit einer Plastiksuppenschale als Hut (hatte ich drapiert). Ich sehe auf allen Fotos aus der Nähe schlimm aus mit dieser Augenentzündung. Ich muss da echt was machen. Nach Italien gehe ich noch mal zum Augenarzt, den der Kollege empfohlen hat und der schneidet gerne.

An der Küchengartenampel 2 Autos mit Tätowierungen oder wie heißt das mit Airbrush Zeugs und dann eines mit Gaffa. Stephan und ich lachen über dieselbe Wahrnehmung.

Marsala. War ich noch nie. Gehen hier nur alte Menschen hin? Auch die Alten vor uns, die mal in derselben Straße gewohnt haben (und mittlerweile erschreckend alt aussehen) und er fährt immer vor, wollen da hin, blicke ich auf halbem Weg. Wohin sonst? Marc arbeitet an der Kasse. Ich gestehe gleich meine subjektive Wahrnehmungsstörung, weil ich die anderen als alt wahrnehme, die mein Alter sind und jünger und mich eher bei denen Ende 20, Anfang 30 einordne. Friedhelm ist in Hannover und im Studio und nimmt Schlager auf, die er schlimme Lieder nennt. Klingt gut. Er ist voller Energie und sucht eine Wohnung hier.

Ich war seit dem Umbau nicht im Pavillon und kenne die neuen Eingänge nicht. Bin einfach nicht Stammkundin hier und im angrenzenden Mezzo. Nicht so meine Welt, früher nicht, heute nicht. Es ist bestuhlt. Das schockt schon. Dann kommt es aber schlimmer. Die Band aus Mexiko. Das hätte ja echt was werden können, war es aber nicht und ich stehe auf Mariachi. Ich hätte mich früher an den Tresen verabschieden sollen. Der penetrante Latino-Jesus, sieht genau aus wie aus Thomas und Yunfengs Collage im Flur, der so groß ist wie sein Saxophone, die Sängerin, die nur Haare schwenken und mit ihren Ohrstöpseln an Bändern kämpfen kann. Viel inszenierte Show, wenig dahinter. Ein bisschen Reggae, Pulp Fiktion Musik anspielen, aber als Medley, anbiedernde politische Botschaften, ein bisschen Genre, ein bisschen gegen Gewalt gegen Frauen, 10 Musiker, dafür ganz wenig Musik, Schlager aus der Werbung mit dadadadadadadadadaa „Tequilla“ nachspielen. Volksfest, schlimm, unterirdisch, regelmäßig die Frage, ob wir müde sind und dann noch ins Publikum und alle zur Polonaise anleiten. Ach ja, das Publikum dazu auch ganz schlimm. Ich stehe wie angewurzelt da und denke, dass Musik ja gar nichts mit mir macht. Warum sitze ich nicht vor dem Fernseher und häkele, was für eine Zeitverschwendung und Quälerei noch dazu. Die Nachbarin das erste Mal ohne Baby (ist in Wuppertal und abgestillt). In der Pause Gin and Tonic und Blueberries n cream von Häagendasz und die Straßenmusiker aus Manchester, ja cool, die Schlagzeugerin ist Hammer und ich muss mich gleich bewegen und zwar mehr als die anderen Zuschauer, also es geht dann doch, wenn die Musik nicht so schlimm ist. Dann Movits. Ich brauche immer eine schlechte Vorband, dann kann ich noch besser abgehen ist mein Fazit. Die sind Hammer, 4 Männer, das schwedisch ist sexy, die sind charmant und machen tolle Live-Musik. Der Saxophon-Spieler ist der Knaller (und die mag ich sonst nicht) und der Turntable/Schlagzeuger/Akustikgitarre/Zweitsänger hat viel mehr Sexappeal als die Scheißtussi aus der Vorband, wenn er das Handtuch über dem Kopf schwenkt. Der Sänger ist natürlich auch spitze und eine Rampensau. Ja, da springe ich das ganze Lied durch, wenn sie das von mir fordern. Wozu üben wir das bei Movenyo? Eine aus dem Studio ist da und ich will es sie fragen, aber sie sieht mich nicht oder will mich nicht sehen.

Wir treffen Bekannte aus der Nordstadt. Er hat Geburtstag in einer Kneipe gefeiert die er angemietet hatte und wir waren noch wieder nicht in Hannover. Ich schlage vor zusammen essen zu gehen. Es hat ein Inder neu eröffnet in der Stadt.

Es gibt Mentholfilter zum Reindrehen, lerne ich vor der Tür von Tanja, die ich anschnorre und bei einem gemeinsamen Toilettengang, dass man sich im Spiegel nicht anschauen darf auf den Clubtoiletten mit greller Beleuchtung, weil das zu grausam sei und Subcancer spielen heute in der Grammophonfabrik.

Das kleine Familienfest und die Parties der Promis

15.06. Traum: Alle haben was an den Beinen, nur ich habe nackte. Mir ist kalt, Stephan hat die Sommerdecken aufgezogen. Das muss ich verarbeitet haben.

Morgens Kaffee und mittags um Türken mit dem Kollegen, etwas den Geburtstag nachfeiern auf ganz kleinem Niveau. Er war Samstag tanzen im Lux. Da hätte man also noch hingehen können. Der Ofenmann bekommt gerade Brennholz angeliefert. Die farbige Nonne kommt vorbei. Sie war gerade auf Tour in 4 Ländern. Ich spreche von Movenyo als „mein Studio“ und das irritiert sie.

Beim Sport turne ich neben eine kleinen, die eine Bärchenfigur hat. Wir sind immer schön synchron. Ich und die beiden jungen Dinger in meiner Reihe.

Mein Schwiegervater steht unten vor unserer Haustür. Haben Sie Dich nicht reingelassen? Diesen Humor musste ich erst lernen in der angeheirateten Familie und es ist mir gelungen, einigermaßen, ähnlich wie Skat. Meine Schwiegermutter sagt, ich sei dünn geworden, meiner Schwägerin geht es gut. Sie wollen nicht bleiben.

16.06. Viertel vor 6 wach, um 7 im Büro. Der Zeitungskiosk hat noch zu und der Markt auch. Gerichtspost. Auch das Amtsgericht hat halb geschlossen. Mein Schritt ist heute besonders federnd. Lieber lange Lügen als kurze Beine, sage ich nur.

Suki holen. Ein Mann aus dem Haus interessiert sich für uns, ob der andere da bleiben muss, ob der Hund in die Tasche kommen usw. Georgenpark. Suki kackt sich aus, was gut ist vor der Reise. Sommerlich gemähte Wiesen und Flächen auf denen man das Gras hat stehen lassen wechseln sich ab. Ein Baum mit Spinnweben?

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Alter Kampfhund, läuft ohne Leine, kackt auf die Wiese und alle laufen weiter. Seine Begleitung 2 Männer, die ich zunächst für Gärtner halte. Suki läuft hin und sie beschnüffeln sich. Suki bewegt sich hektisch, halt normal. Der Hund stürzt sich auf ihn. Ich bin erstarrt. Suki quiekt, kann sich befreien. Der andere Hund kommt auf uns zu. Ich stelle mein Rad dazwischen und spreche ihn an um ihn an der Vorwärtsbewegungen zu hindern. Auf die Besitzer hört er nicht und hat noch nicht mal ein Halsband um. Wir gehen weiter. Suki dreht sich immer wieder ängstlich um, aber der kommt nicht nach. Ich schaue, ob ich was an ihm sehe. Ich bin ganz zitterig, aber bloß nichts anmerken lassen. Ich will Suki nicht traumatisieren und sage: nix passiert. War ein Arschlochhund, die Hundekenntnis reichte offenbar nicht aus, er ist schließlich hingegangen, nix passiert, weiter gehen. Im Büro ist Suki entspannt auf dem Rücken. Ich freu mich so auf die Fahrt. Er blutet leicht in der Leiste. Ein Kratzer. Ob das überhaupt der andere Hund war, ist mir nicht klar. Dafür klein und falsche Stelle. Könnte auch von einem Ast kommen.

Die Frau, die Stimmen hört, hat eine Wohnung in der Nordstadt. Die Vermieterin will ihn den Vertrag zuschicken. Ich freu mich sehr für sie, aber es gilt erst, wenn der Vertrag unterschrieben ist.

Elisabeth hatte einen schwabbeligen Terroristen in der Bahn mit Bart. Sie hat ihm gesagt, dass sie ihm den Unterkiefer wegreißt und er hat Angst gekommen und sein Kinn hat angefangen zu bibbern. Sie hat einen schönen Ring aus Knochen (von Sputnik) und Glitzernagellack für 16,- € gekauft (ich sage, voll teuer und sie: das hat sich aber gelohnt. Sie will weniger Geld mitnehmen und für Krelingen sparen. Da will sie Weihnachten hin. Hat GVH Infobuch umsonst mitbekommen und muss es nicht zurück geben und liest mit daraus vor. Kinder bis 12 und Hunde fahren umsonst. Tagesticket. Die Frage sei, wann fängt so ein Tag an und wann hört er auf. Stephan schaut wegen Krelingen:

Kategorie Freizeiten  (Bibel Feiern)

Thema Gemeinsam an der Krippe

Beschreibung An der Krippe kommt uns Gott entgegen. Dort entdecken wir das Geheimnis seiner Liebe. Zum Fest laden wir Sie herzlich ein. Wer die Weihnachtstage gern in Gemeinschaft erleben möchte, egal ob jung oder alt, alleinstehend oder als Ehepaar, soll eine frohe und besinnliche Woche erleben. Die Bibelarbeiten von Bräumers, die schönen Weihnachtsgottesdienste, die stimmungsvolle Dekoration des Hauses und das festliche Essen werden Ihnen an Leib und Seele gut tun. Füllen Sie die freie Zeit mit Begegnungen, Spaziergängen, Lesen, Spielen, Singen, dem Besuch eines Weihnachtsmarktes oder einfach mit Ausruhen, ganz nach Ihren Bedürfnissen. Diese Freizeit endet am 27.12. nach dem Frühstück.

Gut, letztes Mal ist sie rausgeflogen.

Bevor ich abhaue fällt mir noch was Gutes ein. Die reiche Nachbarin anrufen und ihr Hausaufgaben aufgeben. Sie soll einen Standardmietvertrag besorgen, den wir als Anlage zu dem Mietvorvertrag nehmen. Dann ist 99 % schon geregelt und man muss nur noch Miethöhe und Mietbeginn einfügen. Dann ist das Streitpotential geringer. Sie findet es genial und ich finde es genial, wie ich den Ball zurückgegeben habe. Wenn ich einen schreibe wird es teurer und denen reicht immer ein Mustermietvertrag, also wozu?

Lange war es spannend, ob Stephan mit kommt, meine Familie war am Rande. Meine Zugfahrkarte habe ich schon vor Monaten besorgt und daher Zugbindung und kann nicht mehr switchen, jetzt wo mein Bruder schon nach dem Frühstück aus der Schweiz angefahren kommt und mittags da ist. Stephans Warnung mit Flexibilität die flöten geht, hat sich bewahrheitet. Ich hatte es genau nach seiner Ankunft ausgerichtet. Pech. Mein Bruder freut sich auf das kleine Familienfest, wie er es nennt. Suki ist tiefenentspannt und ich trinke Grüntee aus dem Bordbistro. Es war eine geniale Idee ihm keine eigene Tasche extra mitzunehmen, sondern auf der halb vollen Taschen mit unseren Sachen oben thronen zu lassen wie Prinzessin auf der Erbse, riecht nach Rudel, Hundefutter unten drunter, schön oben drauf und doch geschützt, weil stabile Tasche, fester Rand und ich muss nicht extra irgendwelche Koffer oder Taschen für den Hund schleppen. Perfekt.

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Anruf während der Zugfahrt, ob ich noch rein komme ins Büro. Der Kollege hat sich ausgesperrt. Ich bin genervt vom Bahnfahren. Der Regionalzug hat Verspätung, wird umgeleitet und ist knallvoll und alle glotzen und ich häkele und sie glotzen mehr. Meine Familie, auch mein Bruder holt uns ab. Champagner und fränkische Würste. Paps hat meinen Hornfisch aus London mit LED zur Nachtischlampe umgerüstet und er sieht großartig aus. Noch viel besser als erwartet. Blutung, aber keinen Schmerz. Meine Mutter fragt, ob ich die Regel habe. Das kann man nicht mehr so genau sagen. Doppelkopf und Suki wälzt sich lautstark und kaut auf den Pfoten. Das ist so charmant wie durchgeknallt. Arnhild hatte Läuse im Holunder (so der Stand beim Hamburgtreffen) und die Küche steht voller Uringläser. War die zweite Blüte. Stephan geht abends mit ihm eine feste Runde durch die Siedlung. Deutscher von Geburt und Franke durch Gottes Gnade Flaggen sind gehisst. Das Gästebett ist riesig. Ich werde es nicht in die Stadt schaffen. Die Firmungspaten meiner Schwester sind für 11 Uhr angekündigt. Die Feiern der Promis. Nur Promis können es sich leisten am Mittwoch zu feiern.

16.06. Prachtwetter. Mama hat Granola für mich gemacht und das gibt es mit Pfirsich im Garten, dann einen Spaziergang mit meinem Bruder. Frederik feiert eine Flipperparty und wechselt die Schuhe, soll aber neben Flipper und Computerspiele noch andere Hobbies entwickeln. Wo er es wohl nur her hat. Meine kahlen, unansehnlichen Beine müssen vor Italien ein paar Sonnenstrahlen abbekommen.

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Martha und Sepp kommen mit ihrem schwarzen Dackel-Terrier-Mischling. Es ist Waggi Nr. 6. Die heißen immer gleich. Früher waren es echte Dackel und seit einigen Jahren sind sie aus dem Tierschutz. Den Vorgänger hat Martha überfahren und es wird immer ein Grablicht für ihn angezündet (sie steht immer noch unter Schock und verarbeitet das Ganze katholisch, würde ich sagen). Auf in die Bürgerreuth. Wir fahren mit Hannes in der Familienkutsche. Pegnitz hat 3 Tattoostudios bei 13.000 Einwohnern. So sieht es an der Bushaltestelle aus. Die junge Familie mit Kinderwagen warten auf den Bus, der 3 x die Stunde kommt. Stephan sagt zu Recht, bei der richtigen Ausleuchtung (sie sitzen etwas im Schatten) wäre das ein preisgekröntes Foto geworden. Vor dem Festspielhaus ist ein Wappen aus Blumen gepflanzt und oben beim Italiener hat man einen Blick auf die Stadt. Hier habe ich im Winter Schneebälle für Suki geworfen als wir essen waren.

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Gedichte für meine Schwester und Musik, der Hilfspastor an der Gitarre. Martin ist textsicher. Die Feier ist festlich und ergreifend. Sie ist geliebt und willkommen und welche geistig Behinderte kann sich schon 2 Physikprofessoren leisten, die links und rechts neben ihr sitzen. Sie ist glücklich, die Hunde und vor allem Sepp. Immer wieder sagt sie „mein Sepp“, den sie besonders ins Herz geschlossen hat, was ich verstehen kann. Sepp ist Bergmensch, Gondeln lehnt er kategorisch ab, wenn er nicht zu Fuß hoch kann, dann nicht. Ski fahren geht nicht mehr, dann frieren seine Haxen. Uns verbindet viel, USA, die Unterstützung meiner Schwester. Suki ist wieder Therapiehund par excellence und geht immer zu den am stärksten Beeinträchtigten hin und ist dann ganz sanft, der alte Menschenversteher, gerne Menschen im Rollstuhl. Es ist heiß und wir sitzen als Familie auf der großen Holzschaukel, mein Bruder hat die Rückreise schon angetreten, dann wird Steffi abgeholt von der Gruppenleiterin. Nächstes Mal will ich ins Schustermuseum. Dann der See mit der Plassenburg im Hintergrund als Kulisse. Still, friedlich und der Imbisskiosk „Zur Kieswäsch“ mit denselben Stammgästen, wie meine Eltern wissen. Frikadelle und Kartoffelsalat. Das Bier schmeckt echt gut. Nächstes Mal will ich hier baden. Hunde sind auf den Wiesen verboten, was ich verstehen kann. Ich gehe in die andere Richtung mit Suki, wo die Kanuten sind mit spitzen Holzhäusern mit Dach bis zum Boden und finde einen Tennisball für Hunde zum Werfen. Die Klos haben keine Beleuchtung.

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Von 19 bis 20 Uhr schlafen. Dann der Streit. Von – 22 auf heute + 16 beim Doppelkopf, aber das lässt mich kalt. Stimmung im Arsch, weil ich ehrlich war. Ich habe Bedenken geäußert hinsichtlich einer anstehenden Gruppenreise. Meine Mutter verletze ich damit, was mir leid tut. Sie sollen mit den Enkeln hin und Strandurlaub machen, Insel ist nicht so meine Welt und wir haben 3 x Kalifornien und 4 x Weihnachten Vorsprung. Ich biete den Rücktritt an. Der Abend ist nicht ganz furchtbar. Ganz entzückend balanciert Suki bei meiner Mutter auf dem Schoss und wird durchgestreichelt und genießt es sicherlich und ja, Rücken streicheln kann meine Mutter. Das weiß ich noch zu gut. Sie würden ihn am liebsten da behalten und das wäre kein schlechtes Los für den Hund, kann ich das nicht meiner Freundin irgendwie verkaufen. Ja, aber ich weiß nicht, wie. Morgens – noch vor dem Frühstück -wird immer gefragt, ob der Hund nicht was bekommt und kommentiert wie grausam wir zu dem Hund sind, aber der Chef und ich sind nun mal die Erziehungsberechtigten des Gasthundes auf Zeit. Der würde dort im Schlaraffenland leben und hätte eine therapeutische Aufgabe. Auch ich genieße das mit Hund auf Reisen sein. Es erinnert mich an die glückliche Zeit mit Feininger, als wir komplett waren, eine Familie. An dieser Stelle mal was ganz anderes: die Teneriffa-Postkarte von unserem Freund Markus.

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17.06. 7 Uhr wach. Paps sagt beim Frühstück, das sei unsere Familienkultur, dass wir alles aussprechen, was da oben im Hirnkasten los ist, woanders gibt es ähnliche Gefühle und Stimmungen, aber unausgesprochen. Ich glaube, der hat Recht. Er will ohne uns nicht nach Teneriffa, weil das sonst keinen Reiz für ihn hat. Noch mehr vermittelnde Menschen. Brauchen wir mehr aus der Familie meines Mannes, meine Schwägerin noch als Verstärkung. Meine Mutter will was ganz besonderes und aufregendes, dann sind wir alle so abgelenkt, dass wir uns nicht gegenseitig an die Gurgel gehen können. Galapagos-Inseln, aber für ein Wochenende, das schaffen sie nicht.

Der Waller im Hofgartenkanal, das Beweisfoto. Stephan richtet Dropbox für Oma ein wegen Enkel-Fotos und so. Sie ist begeistert. Mein Vater anti: ist wie Plumpsklo. Es nieselt. Da wo früher der Radweg war und jetzt für die Gartenschau gesperrt ist eine große Autobahnbrücke mit schönen Durchblicken. Meine Mama geht mit mir und Suki. Ich werfe den Ball und muss ihn selber in der ungemähten Wiese suchen. Anschließend sind meine Schuhe verfärbt. Ich freue mich, dass meine Mutter ihre Putzfrau auf 11 Uhr verschoben hat. Ich fühle mich dadurch immer gestört und meine Mutter kennt mich. Sehr rücksichtsvoll.

Mein Kollege hatte um Rückruf gebeten, es sei wichtig. Er hat Psychiatriealarm im Freundeskreis. 50 Einsatzfahrzeuge und schön viel Dramatik. Ich berate ihn.

Bäckerei, Metzgerei. Ich liebe die Verkäuferin in dem Fleischereifachgeschäft. Die ist echt spitze. Ich kenne mich aus mit dem Sortiment. Ich nehme einfach alles was die Expertin vor mir nimmt. Dann kommt Stephan rein und geht wieder. Sie unterbricht und will ihn vorziehen. Das ist echt geschäftstüchtig so nach dem Motto, großer dicker Mann darf nicht so wieder abhauen und einem durch die Lappen gehen, dann muss geschwätzige Frau, deren Sachen schon halb eingetütet sind, warten.

Wieder voll nach Nürnberg, aber der Zug fährt durch und hält nicht in lauter Käffern, die man vorher nicht kannte, wie auf dem Hinweg. Schnabelwaid. Ein Schaffner mit Dauerwellenlocken nervt. Suki muss in die Tasche. Obwohl ich angespannt bin, macht er es anstandslos und sie ist viel voller mit Granola in einer großen Blechdose, Marmelade und Holunderblütensirup in Gläsern, alles kein Problem. Eine Oma im ICE, ob das Hündchen so lange still halten kann, spekuliert sie zu Beginn der Fahrt ihrem Enkel gegenüber. Spielt mit ihm verstecken mit seinem Stofftier. Er macht die Augen zu und zählt und Frido versteckt sich. Das finde ich genial. Nein, hier in der Nähe hat er sich versteckt, nicht irgendwo im Zug, wo es die Leute stört, erklärt sie ihm. Als es kritisch wird, aussteigen, umsteigen (Anschlusszug verpasst, weil wir durchs Leinetal umgeleitet werden) ist der Enkel im Tiefschlaf, Sebastian, Du musst wach werden; ich kann Dich nicht tragen. Jetzt heulen andere.

Mein Bruder lädt im August ein zu seinem Geburtstag, aber ob das sein muss. Wir können Jederzeit kommen außerdem bin ich wieder verknallt in Oberfranken, warum nicht noch mal da treffen, wenn die Kirschen in Nachbars Garten reif sind. Kann ich Suki mitbringen, sie haben das Hundegrundstück vor dem Herrn mit Wasserschutzgebiet gleich angrenzend und die Hundekackbeutelstation ist immer gefüllt (im Alter ziehe ich hier hin und zahle meinem Bruder Miete und halte ein Rudel Hunde) und wir könnten schön in den Biergarten gehen, Klöße essen und bei meinen Eltern chillen. Christoph und Lea müssen wir schreiben, die heiraten kirchlich, wenn wir weg sind und das Geo-lino Abo für Frederik muss schleunigst verlängert werden. Um 15 Uhr bin ich im Büro und schaufele etwas Arbeit weg, alles sichten. Viele Anrufe auf dem AB. Der Typ im Knast zwei Mal. Dann Hund wegbringen. Wir sind so ein eingespieltes Team, dass die Leute anerkennend schmunzeln und dann fragen, wo ist der Hund, wenn ich ohne Suki zurück kehre. Abgegeben. Umziehen, auf zur Kestner. Nan Goldin, die neuen Arbeiten bzw. die Art der Aufbereitung mit Louvre Fotos gefällt mir. Während der Dia-Show ruft der Kollege wieder an wegen seines Psychiatrie-Falles. Pipi sehe ich durch die blaue Glasscheibe. Werde gefragt, ob ich die Künstlerin sei von einer Mutti. Gut, ich habe mich anbiedernd angezogen. Kurzer Plausch mit DJ-Sabine. Dann fragt mich ein Typ, ob mein Outfit Marke Eigenkreation oder Desigual sei. Was für eine Beleidigung. Unser Miteigentümer sind da und auch total geflasht von Pipis Arbeiten.

Auf zur VHV. Wir sind erst beim alten Gebäude. Dann strahlend weiß mit Lichtkunst, Stephan geht durch die Drehtür und fragt den gut aussehenden schwarzen Pförtner, ob wir richtig sind. Der Vorstand begrüßt uns überschwänglich. Es ist offenbar eine regelmäßige Veranstaltung wo die Gönner gegen Sponsorengelder Künstlerberührung bekommen können (Streichelzoo mit Künstler zum Anfassen). In der Rede sagte Mr. VHV: Die Freunde der Künstlerinnen seien heute zahlreich vertreten, was den Altersdurchschnitt senken würde (alte Säcke). Alle dürften umsonst essen und trinken, aber sie seien eine Versicherung und da sei nichts umsonst. Dieses Gebäude wird eines Tages nichts mehr wert sein, nur das Klo, weil sie erwarten, dass die Künstler sich dort verewigen und auf dem Männerklo sei mehr los, da habe Herr Gursky schon gezeichnet. Nan Goldin war auf dem Örtchen, als sie wieder kommt und er es noch mal in Englisch übersetzt schaut sie erst entsetzt und sagt dann, sie habe schon unterschrieben. Es gibt 4 Eddings in blau, rot, grün und schwarz, die mehrfach in die Höhe gehalten und gezeigt werden. Pipi ist supersüß und stellt ihre Gäste vor und wir bekommen ein Buch mit Widmung, ein Leporello zum Aufstellen. Im Nebenraum ist eine lange Tafel, man kann das Ende kaum sehen und es gibt eine Sitzordnung. Stephan ist mit Nachnamen erwähnt und ich bin Frau Franziska, auch ganz geil. Stephan löst später das Rätsel, während ich nur irritiert war, mir aber eine sexistische Diskriminierung kaum vorstellen konnte, ist ihm als Erklärung eingefallen, dass ich meine zwei Vornamen angegeben habe und dadurch der zweite automatisch zum Nachnamen wurde. Das Namensschild ziert nun meinen Arbeitsplatz. Neben mir wird ein Platz abgedeckt, weil die Frau nicht kommt und ich sitze dann zwischen einem Buchhändler und einem Typen von Vorwerk. Gegenüber die Galeristen oder Assistentinnen von Pipi. Ich bin für duzen, ist doch privat. Die meisten sehen es eher als Linkdin- oder wie das heißt, veranstaltung. Der schwule Buchhändler findet meinen bürgerlichen Beruf langweilig, er arbeitet bei Hugendubel. Das ist ja fast so spannend, wie Kik mein Kommentar. Gegenüber die Frauen aus der Schweiz. Die eine ist Italienerin und isst keinen Fisch und nur rohes Fleisch. Essen wenig, Trinken mehr. Der Mann im Blumenpulli am Kopfende des Tisches hat sich verpisst, da stimmte die Chemie nicht, dafür ist der Vorwerk-Typ spitze. Ich sage, meine Schweigermutter hat mir so ein teures Teil zur Hochzeit geschenkt. Staubsauger für 2000 DM und wollte vermutlich den Putztrieb in mir wecken, statt mir was Praktisches zu schenken, wie ein Vibrator. Er schlagfertig: den kann man umrüsten. Er ist für Teppiche zuständig und lustig. Die Staubsauger sind nicht mehr eierschalenweiß und jagdgrün erfahre ist. Das war die alte Generation und er kennt natürlich den Designer der Teppiche im Vier-Jahreszeiten. Außerdem macht Vorwerk großes Geschäft mit einem Küchengerät, was die Hausfrau, die auch Tupper liebt (so meine Interpretation) total abfeiert und mit dem man Kuchen backen und Suppen machen kann. Name vergessen, klingt irgendwie technisch. Schlecht gelauntes VHV-Personal serviert die Speisen, die so groß sind wie ein Amuse Geule. Werden die in Haftpflichtversicherungen bezahlt? Mr. VHV meldet sich später erneut zu Wort, dass sie es noch nie hatten, dass ein Elternteil eines Künstlers anwesend sei und stellt Pipis Mutter vor aus Buchs. Großer Applaus. Pipi sitzt in der Mitte der Tafel und steht auf mit dem Vorschlag, dass jeder seinen Nachbar vorstellt oder ihm eine Postkarte schickt und wir sollen abstimmen und Handzeichen geben. Ich bin für die Postkarte und Herr Teppich stellt sich schon darauf ein, mich vorzustellen. Ich bin dafür, dass wir alle Pipis Mutter eine Postkarte schicken in die Schweiz und verbreite das bei mir in der Ecke. Der Vorwerk-Typ muss zurück nach Hameln, aber ich werde ihm noch eine Postkarte schicken. Ich mochte ihn. Pipis Mutter setzt sich zu uns und sie ist so sympathisch. Wir sprechen über das späte Wahlrecht in der Schweiz, da gingen ihre Kinder schon zur Schule und über Gallus, der Bär, der dem Schweizer geholfen hat, sein Haus zu bauen. Ist das nicht sehr unrealistisch. War einer der Braunbären Statiker? Das Haus müsste man als Kunstprojekt machen, so schief und krumm. Dann geht es auch um meine Liebe zu den Brockenhäusern und pränatale Diagnostik als Thema der jüngsten Volksabstimmung. Irgrendwann greift sie in ihre Tasche und schenkt uns eine wunderschöne Schachtel. Mr. VHV hatte auch eine von ihr bekommen. Ich sage, sie hat es so richtig gemacht mit ihren Kindern. Vielleicht etwas mehr Zeit gelassen und der Drang Geld zu verdienen war nicht ganz so präsent wie bei anderen, ist ihre Erklärung. Es ist 2 Uhr morgens. Wir begleiten Frau Rist zum Taxi. Unter der Pförtner ist noch auf seinem Posten und muss bis 6 Uhr ausharren. Was für ein toller Abend. Stephan schreibt einem gemeinsamen Freund, der uns vorgestellt hat später, dass wir Süßigkeiten von Pipis Mutter bekommen hätten und von Pipi nur ein Buch. Der ganze erlebnisreiche Abend mit echten Promis ohne ein Beweisfoto. So ist es halt manchmal und wenn man sehr im Jetzt ist, dann fällt das Dokumentieren hinten runter.

Ich schreibe Pipi am nächsten Tag:

„Liebe Pipi,

herzlichen Glückwunsch zu Deiner Ausstellung. Die Arbeiten sind wieder sehr eindrucksvoll und wir sind glücklich, dass wir sie in Hannover sehen können. Sie machen glücklich und ersetzen Drogen. Ich werde schnell in den Kunstverein eintreten, dass ich noch ein paar mal rein kann in die Ausstellung. Apropos Drogen. Ich war gestern ziemlich angetrunken, hatte aber einen herrlichen Abend. Der Highlight war Deine Mutter. Wir haben sie um 2 Uhr zum Taxi gebracht. Sie hat uns was aus der Schweiz geschenkt mit einem herrlichen Bildermotiv auf der Schachtel. Wie es schmeckt, kann ich noch nicht sagen, aber bestimmt lecker, geht ja nicht anders. Ich habe ihr im Gegenzug was aus einem Brockenhaus aus Hannover gekauft und werde es ihr schicken (aber nicht verraten). Als ich sie zu den Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen befragt habe, die sie absolviert hat, ging das sicherlich zu weit. Vorweg ging eine Diskussion über die Volksabstimmungen in der Schweiz und die pränatale Diagnostik. Wie dem auch sei, da bin ich etwas über das Ziel hinausgeschossen. Ich mag Deine Mama sehr. Eine tolle Frau. Die Erschafferin, der Erschafferin, quasi die Oberkünstlerin. Grüß sie bitte von mir und der Stefan P. von Vorwerk ist auch ein guter Typ. Dem werde ich auch noch eine Karte schreiben, auf Deine Anregung hin und ganz freiwillig. Komm mal wieder nach Hannover. Unser ganzes Haus ist Fan von Dir. Du kannst Dir ein Gästezimmer aussuchen und auch Deinen Mann, Deinen Sohn und/oder Deine Mutter mitbringen.

Kuss“

Nan Goldin, die alte Krawallschachtel aus Berlin, ehemals NY. Wir lassen derbe vollgeschmierten Klos zurück. Nicht von mir, aber die junge Gruppen um Nan Goldin habe ich im Verdacht, alles ist vollgetagt, auch die Klobrille und es sieht aus wie normale Abortschmierereien, aber Herr VHV hat danach gerufen. Was für ein toller Abend.

Ich bin nicht Fan von vielen Leuten, aber von Pipi bin ich Fan. Die macht so ästhetisch ansprechende und einwandfreie Sachen, von denen ich auch nicht ansatzweise weiß, wie das technisch geht. Ich stehe davor wie ein mittelalterlicher Bauer vor dem Petersdom mit offenem Mund und voller Bewunderung. Die Arbeiten sind schön, sprechen einen emotional an und das bei aller technischer Rafinesse. Außerdem ist Pipi ein total toller Mensch!