Archiv der Kategorie: Der Himmel voller Butter

Reiseberichte

Familienfeier, zwischen Ski-Klub Gernsbach und dem brütenden Schwan

15.05. Frühstück in einem superschmalen Haus. Noch mal unser geliebtes Münster bei Regenwetter. Madelaines, elterlicher Streit um die Abfahrt. Als wir ankommen, sind alle auf (auch die heißgeliebten Enkel) dem Baumwipfelpfad und wir können eine Runde in der Einöde des Hotels Stadt Gernsbach abhängen.

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Hotel Stadt Gernsbach. Ein brütender Schwan (so was habe ich noch nie gesehen, sieht aber eigentlich ganz normal aus). Altglas steht draußen und die Gläser sind meistens auch noch gespült. Die Suche nach dem Ski-Verein, vorbei an der alten Tankstelle und bis zum Tennisverein durchgelaufen, weil die 80 Jährige es nicht besser wusste, die mit Rollator ihren Garten versorgt und die wir fragen. Neue Familienkontakte. Ein Verwandter ist Kuhwirt in Braunschweig und hat sowohl Highlandrinder als auch Wasserbüffel im Angebot. Er fährt jeden Tag 80 km mit dem Rad und hat Gästeräder. Da müssen wir mal hin. Ich bleibe den ganzen Abend über auf einem Fleck sitzen. Das belegt wieder das Zeitraffervideo von Julian. Alle laufen herum und Tante Franziska sitzt und häkelt Koralle.

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16.05. Morgens tuschen im Hotel Zimmer und Tee kochen mit dem Wasserkocher. Leider ziehe ich den Stecker zum Kühlschrank und da ist der Käse aus Straßburg drin, aber das bemerken wir erst bei der Abreise. Nach dem Frühstück Unimog-Museum. Ich jubele, weil ich da ohnehin hin wollte (wir waren auf dem Weg aus Straßburg dort vorbei gefahren in Gaggenau). Das ist das Kinderprogramm. Es werden unkaputtbare Fahrzeuge ausgestellt und überwiegend ist anfassen verboten. Zum Glück gibt es eine Go Kart Bahn, aber mit Fahrer. Der ist humorfrei. Er zeigt was die Karre alles kann, stabil bis 38 % Seitenlage usw. steil hoch fahren über eine Treppe ohne Anlauf, Achsen, die getrennt arbeiten und nicht aufsitzen, wenn man über Hindernisse fährt, also ursprünglich als Mondfahrzeug konzipiert (mein Kommentar) und viele Vorteile, aber Parkplatz in der Innenstadt finden, ist schwer oder? Will ich wissen und wie viele Abschlüsse er heute schon gemacht hat und ob wir in Raten zahlen können (kosten 150.000). Schatz, wenn wir die Kinder sicher in den Kindergarten bringen wollen und der SUV nicht ausreicht. Ein Verwandter hat eine ernste Frage, ob die Firma vor oder nach dem Krieg gegründet wurde. Das weiß er nicht, er „fährt nur“. Dann Flohmarkt. Bekomme Deko-Wandteller geschenkt, den ich im Vereinsheim auf der Damentoilette hinterlasse. Die unscheinbare Eisdiele (die auch Tourinepp hätte sein können, da wo sie gelegen ist) ist spitze und es gibt so Sorten wie Erdbeer-Balsamico Eis und Weltklasse Pistazieneis. Uli hat den halben Koffer voller Popcorn und geht dann zu Rossmann und holt Erdnuss Flips und Salzstangen für den Re-Import nach England. Abends Nachtigall. Der Veranstalter hat eine Doppelbelegung (Hochzeit und er ist Trauzeuge) und lässt seine angeheiratete Frau und die Tochter alleine das Hauptprogram durchstehen. Gutes Essen, sehr preiswert, netter Abend. Mein Cousin Volker mit seinen entzückenden Töchtern, der ein Hotel in der Schweiz betreibt, stößt noch dazu. Lerne Moritz kennen, den Sohn meiner Cousine, den ich beim Frühstück beeindruckt habe, weil ich den Fett von seinem Schinken gegessen habe mit der Bemerkung, dass wir eine Koalition eingehen können und er isst das Rote und ich das Weiße und er brachte mir den weißen Teller mit weiß drauf, den ich zuerst für leer hielt. Er liest gerade Winnetou (sein Vater hat alle Bände bis auf 2) und will mir was vorlesen, aber das schaffe ich erst morgen früh nach dem Frühstück, wenn die Batterie wieder aufgeladen ist. Abends Eierlikör aus dem Schweizer Wohnwagen und Frauengespräche. Ich soll morgens Wachteleier aus dem Wohnwagen bekommen.

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17.05. Wachteleier und dann Vorlesestunde. Ihr seid Blutsverwandte und von der selben Sippe und dennoch, immer wenn ihr euch begegnet habt ihr das Messer in der Tasche. Liest er seine Familiengeschichte vor? Nein, das sind ja Indianer um die es geht, anderer Stamm also.  Ein Sohn meines Cousins aus dem Schweizer Wohnwagen ist ein Wizzard in Sachen Reparatur der Apple Lieblinge und bekommt kauft defekte Geräte auf und macht sie zu Geld oder bekommt welche zur Rettung sie zugeschickt. Zeigt uns einen Kandidaten, der vermeintlich einen Spider hat, aber das Glas ist heile. Die App ist ja irre, lautet meine Reaktion. Mit seinen Talenten  kann er gut Geld verdienen und dann will er Wiwi studieren. Es bleibt spannend. Abschied. Halt in Karlsruhe und Maultaschen. War schön und ich habe wieder neu Familie kennen gelernt.

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Gut kalkuliert. So viel Wurst ist übrig geblieben:

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Die anatomische Uhr

11.05. Traum: Erst Besuch bei uns, wir halten bei Steffi um zu sagen, dass wir sie Silvester nicht sehen werden und schon mal alles Gute zu wünschen. Sie liegt im Bett, nach einer Weile taucht hinter ihr ein jugendlicher, italienischer Liebhaber auf. Er arbeitet als Modell. Ich finde es gut. Überall um sie herum zerschlagenes Geschirr. Ich frage mich was das zu bedeuten hat, was für ein Spiel das war, aber ich frage nicht. Die eine Kanne hat so ein schönes Muster. Da den Deckel herausbrechen mit dem Hammer. Ich will ihn haben und zeige ihr wie es geht. In den unteren Teil mit Loch kann sie eine Rankpflanze reinmachen und die wächst das raus. Das sieht gut aus, weil ihre Pflanzen sonst nicht so schön dekoriert sind. Er pflichtet mir bei.

Ich überlege, dass man Suki in die rote Reisetasche von uns rein macht bei der nächsten gemeinsamen Reise. Schön stabiler Boden und ausreichende Höhe, seine Häkeldecke rein und fertig. Die kann man dann fast zu machen und auch so ist der besser drin als in seinem Hundelabberdings.

P-Monster hat tatsächlich wieder eine Eigenbedarfskündigung zu Ende Juli. Er heult, aber es ist auch tatsächlich fies. Der Kollege hat Augenentzündung und war nicht in Prag mit den Jungs, aber mit richtig dicker, gelber Eiterbeule am Auge und geschwollenem Gesicht. Genau an der Stelle wo ich seit Monaten was habe, aber eben nur ein bisschen. Es tut wohl auch weh. Das macht mir Angst. Heute ist viel Hände waschen angesagt.

Anruf, mein Betreute soll zur Auswegberatungsgespräch beim Jobcenter Pyrmont. Was soll das sein? Ob er das Baby behalten will. Sie versteht den Witz nicht, klingt wie katholische Frauenberatung. Ich lasse mir alle Namen geben und schreibe das alles schön auf. Am 01.06. um 11 Uhr. Nein, ich komme nicht, mache das schriftlich und nicht die Berufsberatung.

Herr Ihme lässt sich zur Entgiftung einweisen, hat mir seine Oma auf den AB gesprochen und Tatsache, er wird in Wunstorf aufgenommen. Ich habe langsam keine Lust mehr mit den immer verschiedenen Ärzten zu sprechen und alles immer vor vorne zu erzählen.

Betreuter, Herr Tai Chi antwortet und schreibt:

„jetzt werden Sie bitte nicht sauer, nur weil ich mir auch mal von anderen Leuten Rat hole…

Selbstverständlich findet morgen der Termin statt, ein Kumpel von mir braucht Feuerholz!

Umgemeldet habe ich mich am 8.5..

Eine Kopie lasse ich Ihnen zukommen.

 

Im Übrigen hat Max bei der telefonischen Terminabsprache sein Interesse an Ihnen bekundet:

Er würde Sie gern kennenlernen und ich sollte doch mal anfragen… telefonummer oder ähnliches…

 

witzig, nicht wahr?“.

Später, am 14. schreibt er noch mal:

„Übrigens hat mich Max beim Termin wieder belatschert, ich soll seine Nr. weiterreichen. Hier ist sie: 0175 ….. –

Viel Spass damit!“

 

12.05. Ich träume ganz intensiv, aber früh und schlafe immer wieder. Auch morgens um 7:30 schlafe ich noch mal. Muss es echt nötig gehabt haben. Anja (Freundin aus der Nordstadt) hat einen kleinen abgesperrten Park in dem sie haust, ist mehr wie ein Käfig mit Gras und Pflanzen drin nicht verlassen und das soll geräumt werden. Alle haben Angst vor der Gewalt. Ich gehe rein und sie nimmt meine Hand und lässt sich rausführen. Später bereut sie es. Dann Vortrag für Yunfeng und Thomas und Stephan warum wir die USA so lieben mit vorbereitetem Text und Kinderbüchern. Ich habe ein ganz süßes Kleinkind auf dem Arm, eigentlich war der Vater immer in der Nähe, aber dann gerate ich in eine Phantasiewelt, in der Räume verschwinden und neu entstehen, erst wird ein Film gedreht mit einem Sportler der Bears und Männern in historischen Gewändern, dann grau gedämmte Uniräume und schlimme, teufelartige Kreaturen hinter uns her sind, die ich dann töten muss. Gehirn raus und mit dem Hammer zerstoßen, aber eher wie ein Computerspiel und nur mäßig gruselig.

Stephan hat Lions Brokante in Straßbourg gefunden nur 5 Busstationen von unserer Wohnung entfernt, ob er mich da hinbringen soll? Ist wohl ein Flohmarkt am Donnerstag.

Neue Vermieterin von P-Monster. Man kann sie nicht googeln. Sie macht auch so was wie ich und will nicht, dass die Leute sie googeln können. Was ist das für eine Logik, ist mir auch egal. Telefonnummer wird sie mir ja geben können. Ja, die 60 Jahre alten Leitungen und die Sicherung fliegt raus, wenn man die Mikrowelle an macht (das Problem kenne ich mit den neuesten Leitungen aber auch) und der Sohnemann, der mit der zweiten Ausbildung fertig ist will rein. Es interessiert mich nur wenig. Sie weiß nicht, was man den Leuten abtut, denen man die Wohnung nimmt und es interessiert mich nicht, was sie mir da alles erzählt. Da hat sie sich den falschen rausgesucht für diese Eigenbedarfssache. Ja, Makler nehmen und ihm was suchen wäre schon mal ein erster Schritt. Versuche das Gutachten der Beratungsstelle im Auftrag der Stadt zu bekommen wegen der Umzugsfähigkeit. Die Ärztin muss selber entscheiden und ist Montag wieder da. Mein Kollege hatte Augen-OP. Jetzt kommt Herr Auge und ich nenne ihn auch gleich den Experten, er kennt sich ja mit so Augenproblemen aus. Er hat Vorstellungsgespräch in der Werkstatt für Behinderte am 03.06. Frau Doust hat Urlaub und er kommt ohne Vertretung aus, Stunden ansparen. Frau Doust und ich seien seine Fans und seine Stunde würde noch kommen. Der Roller in der Werkstatt gehört seinem Bruder, zu dem er keinen Kontakt hat. Ich rufe gleich an und will das klären. Der hatte danach auch eine Insolvenz. Er muss noch Autogrammkarten machen sagt er als er geht. Ich verstehe erst nicht aber wegen Fans. Ja so richtig schön Postkartenformat wäre gut. Ich stehe auf die Unvorteilhaften und die Unterdogs. Treffe die Betreute beim Arzt. Ich sehe flott aus. Rücke erst mal die Stühle im Wartezimmer um und will direkt neben ihr sitzen wegen Solidarität. Heißt der Typ aus Stuttgart Willi Baumeister und macht so einen abstrakten Kram? Taz Artikel über den Verfassungsschutz beim Mord in Kassel. Die wird unruhig, weil wir so lange warten müssen. Der Facharzt hat naive Pop-Art, aber die gefällt mir, die Zeichensprache darin. Sie bekommt ein neues Medikament, soll den Antrieb steigern und soll die Schilddrüsenwerte vom Hausarzt überprüfen lassen. Die Mitarbeiterin setzt eine Spritze nach der anderen und dreht aber durch, weil ihr Rock einen Riss hat, obwohl man das gar nicht sieht und ein schwarzer Unterrock darunter ist. Ich rate auf die Seite drehen, aber sie dreht durch. Dann noch eine Betreute, Stippvisite Große Pfahlstraße, die will bald in die Kleiderkammer, weil sie kaum noch Sachen hat und ich würde mitkommen, schicke ihr eine mail dazu mit den Öffnungszeiten. Blumenteller für Martin alias Veronica Persica und rote Wolle mit passendem Namen (meine Schwester wird bald 40). Da kann ich noch was gebrauchen zum Basteln.

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Schlüssel von den Kollegen abholen. Die Kammer ist informiert, dass ich Vertretung mache. Die sind ja braver als die Hartz 4-ler mit dem Jobcenter und den Meldepflichten witzele ich….Es geht doch nach Teneriffa und nicht Nordfrankreich wegen des Wetters. Nach Salzbutter brauche ich also nicht fragen. Ein Handy bekomme ich auch (der größte Horror), aber das nehme ich nicht mit nach Straßburg und zur Familienfeier, sondern hole es Montag ab (Gott sei Dank).

Noch mal Oberärztin Wunstorf wegen Herrn Ihme. Ich bin verzweifelt, habe dem Arzt gestern doch schon alles gesagt. Ja, es sei jetzt geklärt, aber wie lange. Das Landei muss vielleicht doch nicht zur Auswegberatung ins Jobcenter Pyrmont. Er warnt mich vor dem Haus in das er ziehen will. Das sei berüchtigt und auf der schwarzen Liste. Nachmittags alles voller Termine. Elisabeth mag die Wohnbetreuerin nicht. Wir geraten aneinander und dann zurück spulen auf Anfang und ich biete Kaffee an und die Betreute verteilt Kinderringe. Ich nehme meinen mit dem rosa Herzen nicht an, dafür trinkt auch keiner Kaffee. Zum Spritzentermin war sie nicht. Das Beispiel mit den Leggings, eine Tiger, eine Glitzer und eine Schlangenmuster und unsere kosten 40 und sie (die Wohnbetreuerin) soll 60 zahlen, weil die Frau sie nicht mag. Was will sie damit sagen? Der Lernbehinderte und die Freundin, die ich jetzt mitbetreue. Die Betreute deren Kinder in einer Einrichtung leben und die immer öfter lange bei ihrem Freund ist liegt im Krankenhaus in Soest. Er ruft mich das erste Mal an. Sie hatte Bauchbeschwerden und sie haben jetzt einen Tumor entdeckt, der Morgen operiert wird. Bisher war sie eher durch Hypochonder sein aufgefallen. Ich rufe sie an und wünsche alles Gute, melde mich Montag wieder. Sport, Berna hört auf. Wird Mikael jetzt Grace-Trainer? Neue Musik. Wieder mal gute Mischung. Neneh Cherry: „No moneyman can win my love, it’s sweetness that I’m thinkin of“. Lange nicht gehört, so schön. Schaffe alles bis auf einen Scan für Spanien. Muss ich Morgen noch mal ins Büro? Nein, muss ich wohl nicht, da die Käuferin in Spanien auch bis zum 20.05. weg ist. Warum muss ich immer Erste mit allem sein? Großer Streit um das Thema: keine zwei Koffer. Echt heftig. Mitten in der Nacht werde ich wach von 3:30 bis 4:30.

13.05. Traum, sehr realistisch. Familienfeier und die anderen tragen Kostüme und haben eine Tanzchoreo einstudiert und ich bin wohl nicht dabei. Die sind aber synchron, mein lieber Schollie. In der Tasche sind Blätterteigkrümel und Reste mit Spinat dran. Meine Mama hat was Leckeres mitgebracht und das haben die gestern gegessen, als wir noch nicht da waren. Ein Cousin von mir, offenbar eine ausgedachte Person, versucht mit einem Kartenlesegerät Überweisungen zu machen vor allem am Tisch und es geht nicht, auch nicht mit der Karte seiner Frau. Die 257 können nicht überwiesen werden. Sie haben viele Kinder und wohl nur sein Einkommen und sind jetzt wohl pleite, aber ein riesiges Haus. Das passend zur Familienfeier kommt mir inszeniert vor und komisch, sonst wird über Probleme nicht gesprochen. Dann Demos gegen die Feier, weil wir Burschenschaftler in dem Haus beherbergen. Unser Sprecher hat bunte Haare und Punkerklamotten und ich beobachte aus dem Haus, wie der Demozug gegen unserer Feier an dem Haus vorbeigeht und es wird gegröhlt und mit dem Handy fotografiert und was soll ich machen? Auch sagen, dass ich das scheiße finde mit den Verbindungsleuten, aber es ist auch meine Familie. Mit gehangen….

In der U-Bahn Kindernotfallplan. Sie fahren in die Eilenriede und werden dort vermutlich ausgesetzt. Kurz vor der Station Waterloo fällt einer Rädelsführerin das Wort „Mega-Tunnel“ ein, was die anderen dann wiederholen, vor allem ein blonder Junge, der alles zig mal sagt. Wieder die Cola life Werbung. Sie hauen Stevia in ihre Brühe und werben so als hätten sie ein neues Produkt entwickelt. Stephan hat seine Brille vergessen und ich den fremden Büroschlüssel ausversehen mitgenommen. Ich will gerne sein Blindenhund sein, sehe jetzt aber auf einmal selber viel schlechter. Nelson fährt mit seiner Mutter in die Schweiz. Der Alibert steht offen und man sieht die ganze Verkabelung. Ich habe eine große Tüte Wolle dabei und fühle mich immer mehr wie meine Oma, die auch die Farben zusammen gestellt hat und Quadrate gestrickt hat für große Decken, die immer meliert waren dann eine Gesamtharmonie ergeben haben. So eine hat man dann zur Hochzeit oder so geschenkt bekommen. Der Grundton war meistens braun. Ich habe auch eine, aber nicht direkt von ihr bekommen. Schreibe Kerstin eine Dankesmail für die Trauerfeier und denke an Madelaines in dem Laden der irgendwas mit Journée heißt und an der Kathedrale gelegen ist.

Sonderzug nach Lourdes auf Gleis 9. Nein, wie cool.

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Vatertagsgruppe in der Bahn, über 50. Männer mit zwängig gepackten kleinen Taschen und Koffern, mit Hausschuhen in extra Beuteln, die mich groß anschauen. Letztes Jahr waren sie in Dresden. Wenn die Durchsage mit nächster Halt Straßburg kommt im TGV, ist man noch in Deutschland. Kehl heißt das. Lauter französische Schüler und Begleitpersonal, Lehrerinnen im Zug.  Ich habe den eigenen brav dagelassen und den fremden Büroschlüssel dabei und Paranoia. Wo ist er am sicherten? In meiner Tasche? Kann gestohlen werden? Auto meiner Eltern? Kann aufgebrochen werden. Auf dem Weg zum Bistrot Le Dix schon die erste Frage, ob ich aus Schottland komme. Die Polizisten und zwei Rolli-Fahrer. Auch so, die lassen sich von der Polizei Feuer geben (ich dachte, ein Problem). Schön Flammkuchen und Tarte de Jour, eine Wähe wie der Schweizer sagt, Feigen und Ei-Füllung. Parkhaus, wir parken um, Stephan hat das günstige gescheckt. Meine Mutter war bei der Einfahrt in ihr erstes Parkhaus die falsche Richtung gefahren und musste sich ermahnen lassen, dass das sonst 170,- € kosten würde. Wenn sie nicht mehr Auto fahren kann ist das schlimmer als Impotenz bei Mann behauptet mein Vater und dann zu Uniqlo-Straßburg. Unterhosen für meine Schwester und den Rest der weiblichen Direktfamilie. Sie haben eine Keith Haring Sonderedition für Kinder und so komme ich zu einem neuen T-Shirt. Haben neu eröffnet und es gibt auf alles Rabatt. Viel besser als in London. Viel besser. Apartment. Der steile Aufstieg. Der Vermieter hätte gerne mehr Aufmerksamkeit von mir bekommen, aber musste sich mit Stephan begnügen. Dritte-Weltsladen, Teeladen,  Oxfam (Armkette für Steffi) und die Umgebung erkunden. Außerdem zum Käseladen unseres Vertrauens pilgern und Stephan hat Großeinkauf gemacht und Achtung, Claudia: es gibt Geschenkgutscheine! Es gibt außerdem den tollsten Kurzwarenladen mit 100ten von Schrägbändern, die sie selber herstellen und die Muster erinnern an die 50er. Traum. Abendessen und Dietrich bekommt ausversehen Nieren. Wir trinken 2 Flaschen, so dass meine Beine zicken. Der Himmel ist zu schön. Nachts ist es sehr warm, zu warm und stickig im Spitzboden. Fenster auf auch schwer, weil die Jugendlichen am Fluss sitzen.

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14.05. Flohmarkt, mein Vater sagt, noch einen Regenschirm kaufen, noch einen? Ich kaufe einen aus Keramik als Aschenbecher (umgedrehter Schirm mit Metallgriff zum Festhalten, für Draußenraucher, man kann ihn tragen am gebogenen Metallgriff) und eine alte Glühbirne (französischer Bajonett-Verschluss, wie mir Dietrich zeigt) mit altem Schalter und altem Stecker für 50 Cent. Nimmt Paps gleich mit für die Bastelarbeit Hornfisch aus London, die ich in Auftrag gegeben habe. Zusammen mit den Schätze vom Flohmarkt zwischen Gaggenau und Gernsbach.

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Kaffee trinken ist heute schwierig, wir trennen uns und gehen in den Gugelhupfladen. Kleine Gugelhupfformen mit süß- und salzigem Hefeteig. Später die bezahlte Stadtführung. Doris ist nur 3 Jahre jünger und kann meinem Vater Paroli bieten, der gerne Statistiken abfragen will nach Durchschnittseinkommen und Energieverbrauch und so. Gutenbergplatz. Ein Schüler meinte neulich, erzählt uns Doris, dass sei der gewesen der abgeschrieben habe. Unbekannte französische Generäle, die mal aufgestellt und dann von den Deutschen wieder entfernt wurden und das mehrfach. Die Geschichte des Elsaß. Das Münster ist leider später geschlossen wegen Himmelfahrt und auch als wir uns die astronomische Uhr erklären lassen, macht der Organist Soundcheck. Die Uhr ist toll und ich meine nicht das Uhrwerk (die eigentliche Uhr nach den Uhrenkennern), sondern das drum herum mit einem Säugling für ganz bis Viertel nach, einem Krieger und ¾ bis ganz ein Greis. Die Stunde in Viertel unterteilt und die bewegen sich und der Tod spielt Pauke. Die Führerin meinte, jemand habe sie mal als anatomische Uhr bezeichnet. Wir flüchten uns in eine ruhige, unspektakuläre evangelische Kirche (Albert Schweizer und die Familie hat was mit Orgeln zu tun, die Rücklehne der Sitzbänke lässt sich nach hinten klappen und dann sitzt man mit dem Rücken zur Kanzel und schaut auf die Orgel , wenn gespielt wird) und meine Cousine Barbara mit ihren Jungs kommt zufällig dazu. Der Hammer. Sie kommen gerade aus Zürich. Die Endstation ist Petit France und wie kam es zu dem Namen. Da war ein Krankenhaus in dem man die französische Krankheit hat behandeln lassen und das war heikel. Ich entdecke das Karussell des Vortages neu (hatte mir gestern ja schon Lieblingstiere rausgesucht) bzw. habe jetzt Alibi-Kinder dabei. Julian filmt mich in Zeitraffer. Dann draußen was trinken. Ich bestelle glasweise den Cremant, aber Andi weiß wie es geht und bestellt Flaschen. Betrunken planke ich mit meinem Bruder auf dem Spielplatz. Stephan sagt peinlich, aber wir hatten Spaß. Pflücke Pfefferminze für Tee auf dem Platz wo die Kinder spielen. Haben bestimmt viele Hunde rauf gepisst. Katalin will viel fotografiert werden. Das ist ihr wichtig. Das Essen im Fete de Jour ist toll (Fischbällchen mit Mayo, großartiger Fisch mit tollen Beilagen und einen Baiser-Beeren-Nachtisch, trotzdem essen wir noch mal Aufschnitt, der auch zu lecker war) und so großartig, dass Lilli, Andreas und Birgit extra aus dem Bühler Tal gekommen sind um uns zu sehen. Was für ein schöner Tag.

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Straßburg habe ich in die TOP 10 meiner Lieblingsstädte aufgenommen neben SF, London und Wien und so. Ich liebe es dort.

Charlotte, Elisabeth, Diana und Hilda

04.05. Traum: Hotelzimmer. Blutlachen voller Blutschmierstellen. Meine Mutter ist entsetzt, aber die sind unrealistisch überall verteilt, das kann ich auch nicht auswaschen. Ich sehe keine Chance darin und will es so lassen.

Devil in the Detail im Regionshaus.- Die Ausstellung läuft nicht mehr. Schade. Toller Name und auch die Bilder sprechen mich an. Einen Grafiker von früher treffen wir auf dem Markt. Ist jetzt in der Elo. Der Ex von Sunla. Glocksee – da hätte man am 1. Mai auch hingehen können. Bin ich gar nicht auf die Idee gekommen. Ist ja nicht mehr so mein Revier. Ressentiments verschiedener Art. „Ketten und Ketschup“. Der Glockseeimbiss. Pommes aus Süßkartoffeln mit Curry-Soße. Ich sag mal Imbiss und Alkohol, passt sehr gut zusammen. Wir bestimmt ein gutes Geschäft und ist auch eine gute Idee. Der Namensvorschlag stammt von meinem Kollegen. Alter Liedtext, musste er sie drauf bringen. Er war schon auf allen kanarischen Inseln und empfiehlt Teneriffa, die Vulkaninsel, haben sie Planet der Affen gedreht und im Krater fühlt man sich wie auf dem Mond.

Eine Freundin/Bekannte, die beim Arbeitsamt arbeitet will Berufsbetreuerin werden und ich soll ihr Tipps geben. Mein Weg dorthin kann sie aber nicht gehen, weil das mit einem befreundeten Richter zusammenhing und der ist längst Amtsgerichtsdirektor woanders.

Visitenkarte bei der Pasta mit Linsen und Joghurt. Kochschule in der Davenstedter Str. Sehr sympathisch sieht das aus. Französisch-tunesisch. Quiche Menü oder Mezze Vorspeisen. Ich wäre dabei.

Zu viel Sport und ich platze vor Energie. Eine junge Frau muss Kompressionsstrümpfe tragen, aber die langen, auch beim Sport, wegen der Sprünge. Sie hat schwarze an und eine geometrische Frisur, derzeit mit Petrolblau vorne eingefärbt. Ich kann mitfühlen, weil ich die auch etliche Jahre getragen haben vor den OPs. Das fing damals an als Stephan aufgehört hatte zu rauchen und wir mit Gonca nach Stuttgart gefahren sind. Stephan hat an ihren Haaren gerochen, weil die so lecker nach Rauch gerochen haben und sie hatte Erfrischungsstäbchen dabei als Reiseproviant. Ich dachte, ich hätte immer übertrieben mit dem Tragen der Strümpfe beim Sport und am Strand. Bei ihr scheinen die tiefen Venen betroffen zu sein. Ich überschätze mich auch bzw. meinen Hüftbeuger, während ich vielleicht 110 ° oder 120 ° schaffe, kann Suki glatt 180 °.

Den englisches royalen Familienzuwachs beim High Tea feiern. High Tea wollten wir eh machen weil wir Lust auf den Tee-Rausch haben und die Clotted Cream. Ich zumindest, aber so kann man es verkaufen. Charlotte Elisabeth Diana. Ich habe gerade das Handtuch „made in China“ für die Bestellung der englischen Lebensmittel im Internet als Prämie bekommen. Der Kuss von Wilhelm und Kate. Die Baumwolle fühlt sich leider richtig beschissen an, steif und doof. Geht nichts über alte Stoffe.

Hole Pfefferminze aus dem Garten. Email an Mitbewohner, sie bearbeiten die Treppe im Hausflur und wir gehen vorbei und machen Freizeit. Wir sind faul und jedes WE weg bis Herbst. Außerdem habe ich keine Lust, das ganze Treppenhaus in eine Baustelle zu verwandeln und man weiß nicht, wann der Tischler kann. Das sind jetzt schon Stolperfallen in ausreichender Zahl, dass Treppensteigen immer mit „Achtung“ verbunden ist.

Schreibe meinem Kollegen: „Mal sehen, ob Food Lovers morgen wieder da sind. Da bin ich selber gespannt. Danke für den Kanarentipp. Kommen da eigentlich die gelben Vögel her?“. Wer wird Millionär Special. Das hat Susann gedreht.

05.05. Traum, immer wieder einschlafen morgens. Wir sind in der Oper und danach gibt es ein Menü, das ist richtig schlecht, Wiener Kellner, ich sage, dass der Nachtisch verdorben war, habe ihn gegessen, aber es war schlimm. Dann Baustelle. Ich klebe mit Gaffa auf die schicke Duschwand aus Glas. Das geht alles ab, Karton in der Dusche? Tischdecke hat große Löcher aus einem krabbelt eine stachelige schwarz-graue Raupe, die ist jetzt satt und fertigentwickelt. Es sind noch 3 weitere Löcher. Die muss ich wohl doch wegschmeißen und sie sind nicht mehr zu retten. Familienfest. Jasmin und ich liegen uns weinend in den Armen, weil wir uns schon so lange kennen. Es gibt Tanzchoreo und sie und Marc und viele andere tanzen mit, ist so ein Synchronsport, wie langsam auf Skiern den Hang runter fahren, nacheinander. Sie macht noch so eine Art Kampfsporttanz mit tiefen Kniebeugen und aus der Haltung hochspringen und die Seiten wechseln. Es gelingt mir nicht so gut, ich will es auch lernen.

Hamburg mit Übernachtung scheint nur mittelmäßig passend zu sein. Stephan und ich wehren uns beide gegen einen Bus. Suki und Berlin ist auch mit Orga verbunden, aber die hundefreundliche Wohnung der Yogalehererin am Maybachufer ist schon angemietet. Es geht also so oder so Pfingsten nach Berlin. Will mich nach dem Verblieb der Päckchen erkundigen. Schlange mit 30 Leuten vor mir bei der Post, war gerade Monatswechsel? Schuster ist wieder weg bis 11:30 (das übliche), Kioskmann sagt: „habe ich ihm schon mitgegeben“, aber die Food Lovers sind wieder da. Gottseidank. Ich dachte schon, es ist was Schlimmes.

Eintopf schmeckt Tip top. Sie waren krank mit Grippe und Allergie. Möchtegernschriftsteller schleimt am Kaffeestand. Tierärztin kommt vorbei, hat Termin, muss sich aber alle Fotos von Suki anschauen. Salon wird 10, tolles Dackelmotiv, zur Party sind wir wieder in einer anderen Stadt. Der Billig-Bäcker-Backshop am Lichtenbergplatz wird auch 10. Dann können die ja zusammen feiern.

Neue Großkanzlei in der Kröpkepassage. Sie hatten Ärger mit dem Vermieter. Vernissage mit Künstlerin, ich werde eingeladen. Was mir gefällt ist die Zeitungsauslage, Konkret und Asphalt. Hey, wir sind in Hannover und da hat man als linke Kanzlei einen Ruf zu verteidigen. Marc in Essen traut sich selbst in der Mucki-Bude nicht konkret zu lesen. Ich schlug vor, eine Hülle aus einem Playboymagazin zu basteln. Bei dem Strafverteidigerkollegen wurde eingebrochen und das Verfahren wurde am nächsten Tag eingestellt, weil der Täter zu ermitteln war. Ein Tag nach der Anzeige. Findet er auch lustig. Verbrauche 3 Quittungen, weil die Frau nicht hören will, Azubi? Mein Betreuter braucht Fahrtgeld wegen Streik (er wusste gar nicht, dass ich komme, immerhin lasse ich mir die Fahrkarte für den Hinweg zeigen). Ich will selber schreiben, aber sie will Sekretärin spielen. Sie fängt an, Quittung 20,- , mein Name und schreibt Honorar, nein, ist kein Honorar, dann zweites Exemplar mit Kanzleistempel und ihrer Unterschrift. Ich will ihr aber kein Geld geben. „Gib ihr einfach einen Zettel, unausgefüllt“ meinem Kollegen reißt bald der Geduldsfaden. Ich habe nicht an meinen Alkoholiker geglaubt und seinen russischen Entlastungszeugen, der meint, klar war Sommer und es geht im April, aber ich habe den Beweis, dass sein Perso genau zu der Zeit geklaut war in der Akte gefunden. Das gibt Freispruch oder Einstellung. Sehr gut. Bewährung läuft noch bis August 2016.

Frau Architektengattin wird 70 (Mutter meines Betreuten). Nein, sie feiert nicht, ganz ruhig. Warum sagt sie mir es denn, wenn sie keine Aufmerksamkeit will. Nein, ich habe letztes Mal nicht angerufen, war Zufall, dass ihr Sohn am nächsten Tag wieder ins Heim zurück gegangen ist. Sie macht nichts zum Geburtstag und warum sagt sie es mir dann, will doch Aufmerksamkeit. Sie ist Kontrollfreak und denkt, dass die Perserin von der Wohnbetreuung ihre Freundin ist und der Sohn am besten eingesperrt gehört, dass sie immer weiß was los ist.

Oxfam ist in Ungnade gefallen, einkaufen dort macht keinen Spaß. Hätte Ikebana-Vase für meine Tante kaufen können, aber der Geschmack ist mir unberechenbar und wir ersticken in Zeugs, was einer demnächst alles durchforsten muss. Ich glaube, es war vor allem mein Päckchenpech und das ich nicht daran gedacht habe, was das Ganze verhindert hat.

Mein Mann hat Gaues wieder entdeckt und ich esse Ciabata mit geräucherter Leberwurst und Spargelsuppe und koche Rhabarberkompott, voll einfach und ich mag‘s. Kim Kardashian ist mir so was von unsympathisch. Vorstadtweiber und neue Wolle häkeln. Ich weiß, dass es ein Ende nehmen wird, die Haarspange bastel ich seit Jahrzehnten nicht mehr und Ohrringe oder Ketten auch nur noch selten und die Hütchenproduktion lässt auch nach. Das flutschte eine Zeit lang und konnte einem schon Angst machen und jetzt kommen Zweifel und ein „Entwurf“ liegt lang rum. Ich beobachte es und kann es nicht steuern. Das geht langsam zu Ende (was auch eine Erleichterung ist, aber auch ein Rätsel warum das versiegt, gehen die Ideen doch aus?).

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06.05. Ich schleppe weitere Partykleidung für die Kollegin an. Sie sagte Kittelschürze. 3-teilige Uniform, Kleid, Kittelschürze, Strickjacke. Ein schwarz-weiß Kleid verliere ich unterwegs und muss zurück. Der erste Wutanfall des Tages, als es mir noch mal entgleitet muss der Drahtbügel dran glauben. Das mache ich alles nur, weil sie mir mal Fleisch gegeben hat. Hhmmm. Das marinierte Lamm war lecker. Später bei Oxfam doch 2 Ikebana-Teile. Ich finde sie sehr originell und ganz billig sind sie auch nicht. Die Vase ist sauschwer mit Einsatz und doppeltem Boden und Filz darunter. Egal wie schwer, egal wie riskant, ich mache es und Hauptsache immer genau sagen, das mache ich nicht und dann doch- der Kollegin hatte ich auch mehrfach angekündigt, dass sie zu mir muss, wenn sie sich was aussuchen will und jetzt hängt das halbe Büro voll.

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Der Arzt der Region schenkt mir einen Stift. Nein, ich bin nicht ansässig Lindener Markt 101. Wir sind nicht in Shanghai. Während er Hilfeplanung macht, fülle ich den Sozialhilfeantrag aus. Da ist heute Frist und dann ist es nicht ganz so langweilig für mich. Frau Antenne ist 48, beide Eltern tot. Sie hat am 19.05. bei ihm einen Termin um über Medikamente zu sprechen. Vorher Maschstraße. Endlich Fiktionsbescheinigung mit Bild. Ja, ich bin ohne Hund. Keiner vor mir. Das Basteln dauert dann noch und ich warte im Flur. Er wird jetzt doch bald in das neue Haus aufgenommen. Dann kleiner Abstecher beim Arzt, etwas Blut da lassen. Die Lernbehinderte holt auch Geld, hat Stephan 2 Termine. Bin gespannt wie er zurecht kommt, aber er ist gelassen und meint, die kennt er ja. Ich rate ihm morgens bei Elisabeth nicht totes Männli spielen, sondern dann beherzt mit dem Regenschirm oder Wanderstab auf die Nase schlagen, also zum Gegenangriff ausholen und zeigen, dass man sich das nicht bieten lässt, nicht hinlegen oder nachgeben, das kann verheerend ausgehen.

Um 12:10 faxe ich nach Straßburg, 3 Stunden Stadtführung um 12:21 Uhr kommt das Bestätigungsfax. Wir haben Doris. Kostet 206,- € für 3 Stunden.

Vermieterin Herrn Borderline Groß ist eine ganz nette Türkin nachdem ich sie etwas zu Recht gestutzt habe. Nicht meiner ist schwierig, sie hat den Mietvertrag dämlich ausgefüllt und dort wo Garage steht sind die Nebenkosten eingetragen mit einem Pfeil und so was.

Zart, Ergotherapiepraxis- Holzwerkstatt, ein ganzes ausgebautes Untergeschoss. Der Typ ist Sozialpädagoge und Tischler- wie praktisch. Dauerleihgaben von Nigel Packham hängen hier, auf die sie mächtig stolz sind.

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Wohnungsübergabe, flirten mit dem Vermieter. Haufen Müll im Garten. Ja, das wird immer mehr. Meiner hatte kein Katzenklo. Container bestellen mit Mischware schlage ich vor. Die Größe kleiner Babyelefant und dann rein damit. Mein Betreuter kann nicht, aber ich bin fit. Soll ich das mit Max machen, seinem Bauhelfer? Cat, machen die nicht Schuhe? Spießige Männer machen mich leider überhaupt nicht an, auch wenn er jung ist und gut ausschaut und bestimmt auch nicht doof ist, aber die schnöselige Art, rosa Oberhemd und die Budapester Schuhe, da mag ich eher Max.

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Wir vergessen einen Patienten, der sich meldet um 19:15 als ich gehen will, ob der Psychologe auf den er wartet überhaupt noch da sei. Er sitzt da schon über 45 Minuten. Ich hatte ihn vergessen. Er kam einmal raus und ich habe ihn zusammengeschissen, dass er alles im Blick habe vom Besprechungszimmer aus. Zurück ins Körbchen, dann vergessen und dachte immer, was sind das für Geräusche? Große Maus wohl. Peinlich, aber auch irgendwie Opfer/Devot. Das Warten hatte vielleicht einen therapeutischen Nutzen, er kann ihm noch einen Zettel schreiben. Yoga in der Siegfried und Roy- Hose, die ich am 1. Mai der Lehrerin angekündigt hatte, die aber stinkt und leider durch zu kurzes T-Shirt bauchfrei. Auch krass. Balance-Übungen klappen auf einmal gut.

07.05. Kollegin will Betreuungen machen. Stephan hat eine Vision. Warum nicht reinbugsieren und richtig groß werden? Die unfähigen Männer mit Postfach sollen aus dem Geschäft gedrängt werden. Staub. Den Getränkemarkt reißen sie in einem Tag weg. Kanal und Frau Betrunken am Rad. Ich finde alles so wie Stephan es aufgeschrieben hat. Es gibt Hühnchen für Suki, sie isst dann die Brühe. Frauchen hatte nur Reis und ich soll ihm mehr Futter geben stand auf dem Zettel. Das passt ja gut. Suki wird von meinen Betreuten verwöhnt, Woche für Woche. Die Betreute, deren Hund verstorben ist und ich haben einen ähnlichen Hundegeschmack (zeige ihr das Foto von Gismo auf dem Handy, ihrer hieß auch so) und ich nehme ihren Neuen, den sie sich noch anschafft dann wenn sie zur Entgiftung geht.

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Auf dem Rückweg will Suki bei Dietmars abbiegen. Er hat Recht, da haben wir sonst immer einen Zwischenstopp eingelegt in der List. Die Afrikanerin sitzt über der Bibel und will wissen, wann der erste Weltkrieg war. Überrede sie zu einem gemeinsamen Gespräch mit der Sozialarbeiterin. Sie heult vor Erleichterung, dass sie in Deutschland bleiben darf. Wohnung suchen, nein, wenn Gott es mit ihr vor hat, wird sie eine bekommen. Zum Arzt nur wenn man Schmerzen hat. Ich sage hier macht man auch Vorsorge z.B. beim Frauenarzt bevor man Schmerzen hat nachschauen lassen, ob alles am rechten Platz ist und noch normal ausschaut. Sie kennt die Eilenriede nicht. Mag keine gebrauchten Sachen, bezogen auf Fahrrad. Das kann man im Wohlstandeuropa geschenkt bekommen. Das ist nur aus der Not geboren, wenn man kein Geld hat. Ich habe Geld und mag keine neuen Sachen, sondern lieber alte. Ich wäre krank. Sie mag lieber eigene Sachen mit eigener Geschichte. Das haben meine auch, sogar mehr Geschichte noch. Darf denn in der Wohnung vorher einer drin gewohnt haben. Da muss sie lachen. Suki wieder Held im Frauenwohnheim.

Oma von Herrn Ihme, er ist in der MHH. Rufe dort an. Herr Ihme mit der Kopfverletzung, der entlassen werden soll um sich über den Hausarzt um eine Einweisung in der Psychiatrie zu kümmern. Beschluss geht bis Morgen. Unfähige, junge Ärztin, die immer sagt, wenn ich will als Betreuerin oder fordere. Es geht nicht um meinen Willen, sondern um das was notwendig ist für meinen Betreuten und sie soll mir nicht immer mit Eigen- oder Fremdgefährdung kommen. Sie muss die Behandlungsbedürftigkeit beurteilen. Er ist ihnen eh wieder entwischt und nein, dann soll er nicht polizeilich gesucht werden. Ihn da behalten wäre gut gewesen.

11 A und Frau Weißwein, Mädels Abend. Gefällt mir die neue Einrichtung. Gemütlich und schöne Beleuchtung. Suki steht auf den Hinterbeinen und lässt die Schneidemaschine nicht aus den Augen, will hier Girls Day machen. Will ihn zurück bringen um 22:30 Uhr und sagen, dass wir Nachtapotheke finden müssen, er ist schwanger. War ein Königspudel drauf, weil ich ihn so spät zurück bringe. Den Berliner von früher hätte ich nicht wieder erkannt.

08.05. Werde um 6 Uhr wach. Mein Betreuter schreibt, dass seine Zahnärztin ihm gesagt hat, er müsse das Hochbett nicht ausbauen beim Auszug, wenn es nicht im Mietvertrag erwähnt sei. (Ich habe dem Vermieter gesagt, dass das am Dienstag über die Bühne geht). Ich schreibe ihm morgens vor 7 die Antwort:

„Hallo Herr Tai Cai,

Sie haben aber immer eingeräumt, auch vor Zeugen, dass Sie es von einem Vormieter übernommen haben und damit ist es Ihre Sache. Umgekehrt wäre es im Mietvertrag erwähnt, wenn es mitvermietet gewesen wäre. (Name des Vermieters) kann im Zweifel beweisen, dass es vermieterseits nicht gebaut wurde. Sie haben auch bei dem Müll im Garten, wo ich noch meinte, dass ist nicht Ihrer (Stichwort Katzenklo) gesagt, doch das ist meins und aus dem Keller. Dass sie den Kellermüll wiederum auch z.T. übernommen haben ist dann Ihr Problem. Das muss man beim Einzug klären und nicht beim Auszug. Da muss man sagen, dieses Bett und diesen Kellerinhalt will ich nicht haben und der Vermieter muss ihn entsorgen jetzt oder beim Auszug oder was auch immer, aber das fand damals nicht statt, weil Sie wohl schnell in die Wohnung wollten. Ich gehe davon aus, dass der Termin am Dienstag stattfindet, sonst lassen Sie sich doch bitte weiter von der Zahnärztin juristisch beraten, aber ich mache dafür nicht im Gegenzug Ihre Zähne! Ja, ummelden haben Sie eine 2 Wochen Frist. Ich brauche dann eine Kopie davon.“

MHH, Frau soll Zwangsmedikation bekommen. Das ist kein religiöser Wahn. Sie will mitsprechen bei den Medikamenten die sie bekommt und der Blutdruck war normal und als er zu hoch war, hat sie auch was dagegen genommen. Das Risperidon was sie mal genommen hat, macht die Gefühle tot und man ist ein Fleischklumpen und sie mag Poesie und ist viel alleine. Dass man da religiöses Zwiegespräch hält ist normal, kann nur ein junge atheistischer Arzt nicht verstehen. Ihren Mann nennt sie Herr „ihr Nachname“ (man habe sich auseinander gelebt, sie weint). Sie ist oben und kommt die Wendeltreppe nicht runter und er lässt sie einfach in der Wohnung aus der sie nicht raus kann und fährt in den Urlaub. Etagen tauschen geht nicht, weil unten steht der Fernseher, m.a.W. das ist eingerichtet. Auf den Balkon geht sie auch nicht mehr, weil Herr Nachname ihr den Paravent nicht mehr hochbringt und die Nachbarn glotzen aufgrund der dichten Bebauung. Sie saß zwei Tage lang vollgekotet und -gepisst im Sessel und er hat keine Hilfe geholt. Dann hat er ihr schließlich geholfen die Klamotten aufzuschneiden, dass sie sich die nicht über den Kopf ziehen musste. Die Sau. Der ist auch Jurist, ich würde ihn gerne wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigen. Wie Betreuung? Erst nein, dann mich hätte sie genommen als Betreuerin. Auch hier wieder wäre mein Betreuungsbüro ausbaufähig. Gaues hat die Berryman Buden in den U-Bahn Stationen übernommen. Wie geil ist das denn? Die Franzbrötchen sind der Knaller. Lieber 2, sonst Ehestreit, weil ich glaube nicht, dass ich mich nach der Hälfte zügeln kann.

Komme vor dem Richter beim Amtsgericht an, ich habe schon Post und er war aber mit dem Fahrrad unterwegs. Die schönen Treppenstufen mit dem Linoleum mit Muster gefallen mir besser als je zuvor und ich denke an die Baustellenholztreppe zuhause. Der schwule Türke wird geschieden ohne Versorgungsausgleich. Gott sei Dank. Ich hatte so Angst, dass ich es verbockt habe und er 100,- € seiner Rente abgeben muss, aber das ist noch mal gut gegangen. Paket für meinen Schwiegervater. Schön Blaubeerordner und Eichhörnchenkarte.

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Warum heißt Hamburg nicht Alsterdorf? Ich mache mich wieder beliebt. Elena, die junge Mutter, ruht in sich und scheint ihren Platz gefunden zu haben. Die Kleine steckt sich meine Armreife quer in den Mund, nachdem sie alle angesabbert hat und ich einen abmache, aber ich mache leider keine Fotos, ich bin wieder mit häkeln beschäftigt. Süß wie sie alles mit dem Mund erkundet. Sie mag Stephans tiefe Stimme. Standard Factory, die Frau mit dünnen Haaren, die auch gerne isst und nicht singen kann, Bettina, verrät mir wie der Berliner Laden heißt auf der Sonnenallee. Türkei, wie schön es dort ist, aber hier gibt es Türken mit Kopftuch, die tragen das nicht freiwillig. Ich bin da vorsichtig mit solchen Äußerungen. Ich beobachte immer, dass türkische Männer, auch „Konservative“ sehr zärtlich und gefühlbetont sind. Hier ist der Vater gerne eine zweite Mutter und sie sind sehr körperlich mit ihren Kindern, wie man es von deutschen Männern kaum kennt. Eng sitzen sie bei ihnen auf dem Schoss und geduldig üben sie zählen, acht und fünfzig, neun und fünfzig usw. Freundin von Claudia mag ich. Sie sieht gut aus und ist mit sympathisch. Savina, fremd und gleich vertraut. Wie schnell das Leben vorbeieilt, die Alters-WG und der Kirchenchor und ein Almwirt aus St. Pauli. Der Bauer hat ihm 1.000,- € gezahlt und freie Kost- und Logis und das hat ihm gar nichts ausgemacht. So reich sind diese Schweizer. Almabtrieb mit 10.000 Kühen. Ein Kalb wurde am Tag davor geboren und musste am ersten Tag seiner Lebens 10 km gelaufen, zum Schluss auf den Knie, aber die Mutter hat keinen ran gelassen (Bauer wollte das Kalb tragen). Menschlicher Nachwuchs ist hilflos, aber süß.

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Norman konnte gut zeichnen, überall liegen Sachen von ihm aus und man darf Farbkopien mitnehmen, das tue ich auch und er konnte begnadet Dialekte sprechen, z.B. bayrisch auf unseren Anrufbeantworter. Er hat in Kommunen gelebt. Er hat uns einen über zwei Sweatshirts langgestreckten, gezeichneten Dackel  zur Hochzeit geschenkt (quasi Partnerdackel). Kerstin, die Gastgeberin, war so warmherzig und hat einem das Gefühl gegeben, dass es total wichtig war, dass man da war, auch wenn man eigentlich mit dumm herumsitzen und häkeln keinen Beitrag geleistet hat. Goldene Gans. Neue Gaues-Geschichten aus der alten Heimat. Am Nachbartisch fallen offenbar auch Straßennamen aus Hannover. Zuhause Quatschen. Wie sehr die Kindheit das ganze Leben prägt. Noch schlimmer als Schläge scheint eine gewisse Art der Lieblosigkeit für Kinder zu sein. Eltern, die offenbar nichts mit Kindern anfangen können oder diese für kleine Puppen oder Soldaten halten, die alles perfekt machen müssen und sonst keine Liebe, positive Aufmerksamkeit bekommen, sondern nur Unverständnis und Kritik.

09.05. Traum. Festival und wir schauen in eine Halle und das spielt eine total angesagte Band, Claudia kennt die, schnell rein, dann hat sich der Eintritt gelohnt. Draußen fängt es an zu regnen und wir sollen rein gehen zur Bühne, weil gleich ganz viele von draußen kommen. Zugabe, sie spielen ihren Hit. Claudia stürmt auf die Bühne als erste, andere folgen. Man tanzt oben. Ich bleibe unten, weil Claudia einen Mann kennen lernen will und es wichtiger ist, dass sie gesehen wird. Stephan erntet Lob, weil er Klopapier für die WG gekauft hat. Hamburger Wetter, sie glotzen mehr und kommen sich hanseatisch cool vor, sind aber nur unfreundlich. Mikkels, hier gibt es sogar Scores, also quasi High Tea in klein. Erst die Pinneberger, die flüstern. Die Frau findet die kleinen Kuchen so süß- ich habe das Alter hinten mir, wo ich Tee für meine Puppen und Teddybären bereite und kann mich nicht so sehr über Niedlichkeiten freuen. Bei mir darf der Kuchen ruhig normal groß sein und man schneidet Stücke ab und nicht alles auf Puppengröße. Das sage ich auch ruhig so, dass man mich hört (das ist Stephan peinlich). Er gibt Trinkgeld von 30,50 auf 35 und lässt sich dafür einen Bewirtungsbeleg geben für Frühstück. Zweite Besetzung. Hamburger Frau in meinem Alter, Wolltuch mit Muster wie gemalt, gediegen mit einer älteren, die noch gut ausschauen, der man aber die Welt erklären muss. Sie hat Blue Tooth an. Das kostet ganz viel Energie. Sie darauf, alles aus, sie will auch keine Anrufe (gut, dass ist wie ich). Was für einen Kaffee mag sie, warum steht beim Milchkaffee Espresso? Weil das mit Espresso ist und nicht mit Filterkaffee. Sie will meinen, nein, bloß nicht mit Soja, haben sie Süßstoff? Erfolgreich einkaufen bei Oxfam bei den reichen Hamburgern, alte Modeschmuckohrringe 1,- und Armreife und noch billiger. Kleidung, das Teil für 1 €. Kaufe Kordelkette und schwarzen Samtblazer, der zu eng ist, aber geil ausschaut. Hier hinter dem Bahnhof in dem weißen Haus wohnt unser Jugendfreund Filip. Dann noch eine Musterleggings mit bunter grobporiger Schlangenoptik für den Sport und den geilen Grüntee mit Zitrone von Cupper aus London gibt es bei Budni sowie Sendung mit der Maus Servietten für den Vierzigsten meiner Schwester (sie ist großer Fan) für alle Heimbewohner (2 Packungen) und Budni Kokos Body Butter, zu guter letzt bei Koz Urfa eine Spinat Pide für die Fahrt. Der Mann am Tresen hat tollen Haarausfall, einzelne Haare mit Haut dazwischen. aber trotzdem Frisur, sogar Pony und sehr behaarte Arme und ein weißes Hemd. Hätten wir Claudia das englische Geld tauschen sollen was auf dem Küchentisch lag? Ich sage nein und habe es in ihr neues Portemonnaie getan, weil ich was gegen Unordnung hätte. Im Zug hat der Hot Spot an, Martin hat geschrieben und ist in Hamburg und will uns treffen. Schnell Hauptbahnhof wieder raus aus dem Zug. High Tea geht nicht, aber Ausstellung in den Deichtorhallen. Picasso in der Kunst der Gegenwart. Es tut gut, ihn zu sehen. Seine Schwester ist in LA, -doust als Endung heißt Freund. Der eine Künstler hat eine Picassofigur gemacht um damit in New York auf die Straße zu gehen, ich habe Albert Einstein dabei. Die Frau vom Museum, die zuvor versucht hat mich heimlich zu fotografieren und ich drehte mich weg, fragt jetzt und macht auch eines von mir, für was kann sie nicht genau erklären. Ob ich das haben wolle, nein, wir hätten doch gerade selber welche gemacht. Dann noch Wild Rice. Martin bringt uns zum Zug. Ein männlicher Hund pinkelt Jackson Pollak auf die Erde in der Fußgängerzone. Es ist schade, dass wir Norman nicht mehr treffen können unter den vielen Arschlöchern in Hamburg und anderswo war er anders, freundlich, liebenswert, hat die Welt zu einem besseren Ort gemacht. Er fehlt mehr als es andere tun würden. Zuhause gibt es nur Ingwergummis (sehr scharf, Bahrenfelder Straße) und Kekse von Sainsbury. Hier beginnt es erst mal mit der Küche der Gastgeberin. Sieht nach ganz viel Tabletten zur Auswahl aus und der Ofen erinnert irgendwie an den aufgeklebten Werbegag auf dem Radisson Hotel am Dammtor, der aussah wie ein großes schwarzes Loch im Gebäude und der damals im Zusammenhang mit 9/11 für geschmacklos gehalten wurde.

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Das ist das was Du denkst oder ein Ginko-Blatt….

10.05. Verwirrend, wenn man mal Traditionen durchbricht und an einem Samstag zurück kehrt von einer Reise. Standard Factory, finde ich im Internet und muss lesen, dass sie ungeeignet ist für Kinder wegen Alkohol und Lautstärke und Hunde sind verboten wegen der strengen Hygiene und der offenen Küche. Mal ausnahmsweise frühstücken. Gersterbrötchen. Die sind echt lecker. Was ist die Arbeit der Menschen wert und wie sinnvoll ist sie? Diskussionen um Freunde und Familienangehörige. Packen für 2 Reisen. Doch nicht Gim am Goethekreisel, sondern Bratlinge mit Mango-Chutney. Die Kuhkämpfe waren an Muttertag und Fregatte ist Königin, das zweite Jahr in Folge. Nicht nachlassen, das sagt auch Mikael immer. Auch bei Kühen wird der Kampf im Kopf entschieden. Der Blick, sagt, ich mache Hackfleisch aus Dir. Die fast 200 kg schwerere jüngere Kuh, die bestimmt mehr Kraft hatte weicht. Sie ist beeindruckt, dass die andere, Fregatte so entschlossen ist und auch wenn sie weggedrückt wird, nicht nachlässt, sondern sofort wieder da ist und unerschrocken weiter macht. Das ist die Energie. Toll. Ich bin verknallt in die schwarzen Kühe, die ausschauen wie spanischer Stierkampf und will da nächstes Jahr hin. An Muttertag. Ich will das mal erleben, dieses Festival der Kühe. Weiter Korallen häkeln. Was mache ich damit? Ich werde einen Riff um Sukis Körbchen machen. Das schaut bestimmt süß aus, wenn er darin liegt wie Dori und ich kann sie unmöglich alle auf dem Kopf tragen und so habe ich ein Objekt geschaffen, ein Hundemöbel.

Berlin die faulste Hauptstadt der Welt

17.04. Wir können noch nicht in die Wohnung und treiben uns herum. Schon sage ich aus gegebenem Anlass mehrfach: „Berlin, die faulste Hauptstadt der Welt“. Hier haben die Läden entweder keine Öffnungszeiten oder sie gelten nicht. Wir kennen es von Vor-Aufenthalten. Fahrradverleih, macht einfach nicht auf. Der verpennte Typ schließt irgendwann auf und hat hinten im Laden geschlafen und kommt total verpennt zur Tür. Superleckeres arabisches Essen, wie Kantine. Es gibt Lahmacun mit Käse und einen Eintopf mit Kichererbsen und als Beilage auf einem Extrateller, geschnittene Tomate, eingelegtes Gemüse u.a. rosa eingefärbten Rettich, frische Minze, einen großen Strauß und Zwiebeln. Wir entdecken einen Baklava-Laden, Umkalthum auf der Sonnenallee, wo dicke Männer, die ausschauen wie Antje, das Maskottchen vom NDR, in großen Töpfen Süßes rühren, es riecht lecker und Torten verspachteln, wie die Maurer. Stephan und ich sind uns einig, falls es zum Dreier kommt. Wir gehen hier täglich hin und holen Ware.

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Die Familie erwartet uns. Ich bin die schlechteste Freundin der Welt und Heike hatte am Vortag Geburtstag, was ich nicht wusste als ich uns derbe eingeladen habe. Ich schäme mich. Meine Mitbringsel passen ihr nicht oder gefallen ihr nicht. Nächstes Mal gibt es die Schneidemaschine, die ich mir von der Steuernachzahlung bei Boesner gekauft habe im Anflug von Papiermacherkursen und nie benutzt habe. Statt schlechtes Gewissen und sie steht im Keller, bin ich froh, dass ich sie bald los bin und hier wird sie gebraucht und kann was Nützliches ausrichten. Jan ist todmüde um 23 Uhr um zu erfahren, dass sein Nagel bezogen muss wegen der Nagelbettentzündung, aber das sei nicht so schlimm, da bekomme man vorher eine Spritze. Trotzdem heult das übermüdete Kind. Vielleicht doch kein Schwimmbadbesuch? Ich bekomme 2 Kleider von Heike geschenkt. Das eine mit den Blumen, da sehe ich sie noch drin. Beide trage ich gleich in Berlin. Beweisfotos werden in der Wohnung gemacht. Unsere Wohnung ist unbewohnt und ich muss mir Seife und braunen Zucker von Heike mitgeben lassen. Da achte ich zukünftig drauf. Das passiert mir nicht noch mal.

 

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18.04. Sitzauflage für das Hipster-Café wo wir täglich einkehren. Sehr leckere Sachen. Dots heißt der Laden und wir von jungen Menschen mit Tochter betrieben. Ich trage auch jeden Tag was mit Punkten. Viele Hunde, bei manchen hat der Sterbevorgang eingesetzt. Ich fotografiere gerne Hundekacka in Berlin. Es sieht hier streckenweise aus als wäre die Straßenreinigung das letzte Mal kurz nach der Wende da gewesen. Versteinerte Hundekacke. Einmal war ein lustiges Muster aus Flüssigkeit auf dem Trottoir und wir haben beschlossen das war ein Hund mit Inkontinenzproblemen. Dann am letzten Tag war ein Wasserstreifen auf dem Gehweg und der war eindeutig zu lang für Prostata-Ding, aber ganz schmal und der ganze Dreck daneben als wäre sie ganz dezent daran vorbeigefahren mit einer ganz schmalen Spur. Wir sind gleich bei der berühmten Rüttli-Schule, die man aus den Medien kennt. Fahrräder gibt es keine, obwohl Erol’s Bike Shop gleich bei Larissa unten im Haus ist. Sie wohnt bei einer Schneiderin, die gerade in Paris ist. Erol hat aber eh nur noch ein 26er Rad und Larissa ein Auto und Misstrauen gegen die Radwege der Hauptstadt. Tag der Plattenladens. Leider werden wir mit schlechtem Krach gequält, aber das tut dem Shoppingerlebnis keinen Abbruch. Boxi, eine Frau, die mich aus Hannover erkennt und dann hinter mir Sabine sieht, die sie wirklich kennt und hier Flohmarkt macht. Montag will sie zurück und bietet uns Mitfahrgelegenheit an, aber wir haben schon. Sie kommt aus Linden und will Limmern. Ich dachte so reden die Touristen. Tolle Kaffeestände auf dem Markt. Der Indianerkaffee aus Neapel in keinen Plastikespressotassen (mitnehmen Hütchen für Neapel basteln). Ich kaufe herrliche selbstgestrickte Socken mit Lochmuster für 5,- €. Dafür braucht man nicht selber stricken. Sie sehen aus wie Ballettschuhe einer bettlägerigen Frau sagt Stephan. Ich mag sie, weil man die Strumpfhose so schön durchsieht.

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Abends Soupe Populaire mit der Ausstellung von Norbert Bisky, die wir sehen wollten. Das Menü zur Ausstellung, leider schmecken die Cocktails nicht in der schicken Bar. Wir ziehen weiter und treffen Brigitte und Arnd, der mit umgehängter Hundeleine, aber ohne Hund kommt. Wir trinken Gin and Tonics bis die Augen brennen.

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19.04. Sonnenstrahlen im Nacken brennen wie ein Heißlüfter oder Sonnenbrand. Bin so dankbar, dass ich nicht wirklich krank geworden bin, obwohl es zeitweise so aussah und ich Halsschmerzen bekommen habe, aber toi, toi, toi. Dots, es ist sonnig ohne Ende. Park. Zwei Flohmärkte, der eine ist wie in der List und dann Boxi. Larissa sucht ein Tablett. Das finde ich auch bei uns in der Straße auf der Straße, aber leider kaputt. Distanzlose Berlinerinnen, die sich alles anschauen wollen was ich an mir habe, aber so ganz nah und ich schaue weg und sie lassen nicht nach, weil das sieht so interessant aus und wer so ausschaut muss damit rechnen und vielleicht wollen sie das auch mal machen und nicht mehr so langweilig rumlaufen. Ich ignoriere sie, aber sie sind Borderline und merken es nicht. Da schätze ich wieder Hannover. Da sind die Leute cooler. Auf dem Heimweg ist die passende Karikatur in der Taz. Mittagsschlaf für alle außer mich. Ich ruhe nur. Abends Rosa Caleta mit herrlichen Lampen aus Plastikbechern und hier schmecken die Cocktails. Wir laufen zu Fuß zurück durchs nächtliche Berlin. Viel Polizei, aber die die gemeint sind lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Die wissen, wie der Hase läuft und für sie ist es wie die Baustelle einrichten, das was Larissa morgen machen muss, also ihr tägliches Geschäft.

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20.04. Leggings kaufen am Cottbusser Damm. „Restposten aus London“. So heißt ein Laden dort, ohne Spaß, es sind doch nur Türken, die Ware aus aller Welt, dort wo günstig produziert wird, feil bieten. Der Laden in den ich will hat wieder unverbindliche Öffnungszeiten und hätte schon längst offen sein müssen. Was soll man tun? Abwarten und frühstücken. Der türkische Verkäufer schließt mich ein. Wir haben es beide nicht gemerkt, ich war in der Umkleide, Stephan vor der Tür. Sie haben ihm Ware geklaut und Preisverhandlungen sind schwierig. Ich habe dafür die krassesten Leggings Siegfried und Roy treffen Versace. Leopardenmuster im Schritt. Frühstück im Graefekiez und dann noch mal bei Dots getrüffeltes Ei im Glas und Blueberry Pancakes und ein Nata Törtchen. Sie sieht das Kilo Baklava und fragt, ob das nicht reicht. Sie bringt dann das Törtchen nicht und ich gehe rein und frage, ob sie mich auf Diät setzen will. Wenn sie wüsste, dass wir schon im Graefekiez frühstücken waren und das die zweite Runde ist. Da würde sie ganz vom Glauben abfallen. Langsam kennen wir uns 5 mal an 4 Tagen. Sie fragt, wo wir herkommen und ob es geklappt hat mit den Rädern. Die Radwege sind hier nicht so gut, wir kommen aus Hannover. Das überrascht sie. Bis zum nächsten Mal. Wir haben Berlin-Blut geleckt. Es war toll. Wir mögen Sonnenallee. In Friedrichshain sind uns zu wenig Türken. Auf dem Weg zum Bahnhof treffe ich den Tischnachbarn aus dem arabischen Imbiss vom Anfang, den ich nach dem Kichererbseneintopf befragt habe. Small world.

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London – Art and Pastries

Beste London-Sprüche:

1) Do not disturb Schild, chinesische Übersetzung: Tiny Gras is dreaming. So hieß der Cocktail und Halina kannte die Auflösung (diese Haarfarbe ist gerade sehr „in“, Perlgrau mit einem Stich Lila. Wir liebten früher auch Grau).

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Keine Lust zu schreiben, seht selber:

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2) I lost the key to my imagination and now I can’t start my unicorn

3) Fashion is my second favorite F-word

4) I like you and I want to buy you any ice cream

5) Oyster Schmoyster (als card holder aus Leder)

Alles vier Taschen im Top Shop. Wir im V & A bei Alexander Mc Queen:

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6) When I saw your hair I wanted to dye

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Samstag 4.4. Traum: Kooperation zwischen einer Band und Fairtradeschokolade. Haben sie auf die Packungen gedruckt, dass die bald in Berlin spielen. Wir wollen zum Yoga, aber wissen nicht, in welche Klasse (ich mache keinen Kopfstand). So ein Typ soll das beurteilen. Wir bekommen praktisch Privatunterricht wegen der Schokolade, auf einmal ist Stephan dabei. Der Typ massiert uns und dann ist es doch ein Kurs und die Übung mit Bein ganz nach hinten mache ich so gut/krass, dass ich mein ganzes Gewicht verlagere und mich auch dabei dehne. (In Wirklichkeit waren wir nicht beim Yoga). Diesmal kein Triyoga, keine Kim für mich, nur im Traum.

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Alle joggen:

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7) Food once eaten will not be taken back

Dishoom, we fell in love there:

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The dogs:

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Sonntag 5.4. Stephan träumt, dass Gregor Gysi bei uns zuhause zu Besuch war. Er war in Hannover und hat eine App und kann sehen, wo seine Facebook-Freunde leben. Wir hatten einen vierten Gast, der nicht wusste wer er war und Gysi fragt, ob er es ihm sagen solle. Stephan sagte nein und zum Schluss hat der Gast wenigstens „Gregor“ richtig geraten. So habe ich den Traum verstanden und gefragt, ob wir eine Pop-Up kitchen bei uns hatten.

Kathrin hat in ihrem Traum eine Abmahnung bekommen wegen krank feiern und ich soll ihr helfen, falls ich das kann. Sie liest gerade den Brief: „nach den uns vorliegenden Informationen…“

8) The more crepes you eat, the thinner you get (leider nicht fotografiert, zig mal schon zitiert)

9) We bake more cake than east London has hipsters

10) Someone died for your sins, eat chocolate and drink coffee (Karfreitag)

(Klappschilder vor Läden)

The Sketch:

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First Tate and really tired afterwards:

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Bus riding for dinner:

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The Saatchi was very, very impressive. I didn’t expect that much. Wieder einmal sind die Gallerien dieser Stadt geiler als die Museen bzw. noch geiler. Sieht vielleicht nicht so aus, aber die russische Kunst war sehr, sehr toll (aus den 50er, 60ern):

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11) Coffee keeps me busy until it’s time to get drunk

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12) I didn’t text you, Vodka texted you (auf einem Flachmann):

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The rest of the stuff:

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Flat White ist mein neuer Kaffee. Wenn man was mit Macchiato sagt, bekommt man was Kleines. Latte muss man sagen, aber Flat White ist mein neuer Kaffee, nur wie sagt man das auf Deutsch? Ist ein großer Brauner mit warmer Milch. Das gibt Extrawünsche in Wien.

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Mit Claudia mache ich eine Patientenverfügung. Wenn ich ganz doll Krebs habe und keinen mehr sehen will, kommt sie trotzdem vorbei und setzt sich darüber hinweg. Das entspricht meinem Willen.

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Food bowls in which I ate some japanese food at a food market, can be re-used:

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Der Abfall und die Reste:

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Mein neues Haus im Park:

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Noch mal High Tea. Es gibt auch savory and da bekommt man scones mit Blauschimmelkäse und Senfbutter und Portweinmarmelade:

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Der Pub gegenüber verliert Buchstaben:

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Die Trockenshampons, die ich nicht gekauft habe:

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The hand that feeds London and the one that eats there:

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Ein Foto was ich schon immer machen wollte und es passt zu England (Hommage an die Nudistengärtner). Außerdem gibt es den tatsächlichen Zustand meiner schlecht sitzenden Strumpfhose wieder und so sieht es unter der Oberfläche bei mir aus. Hatte es immer in einer Gasse machen wollen, aber es waren überall Menschen. So waren nur die Überwachungskameras da. Smile your on CCTV:

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Ostern ist vorbei. Das Keu ist nicht mehr das was es war, die haben Maggi-Würze auf dem Tisch stehen (das hatten sie allerdings vielleicht schon immer. Trotzdem der erste geile Banh Mi Laden meines Lebens; ein schwerer Trauerprozess setzt ein. Es gab Ostern tolle Fotos aus den USA, von Trudy und Familie (ihr Enkel wächst wie Gras), „is growing like weed“ (not growing weed, wie ich zuerst lese) und von meinem Eltern an Ostersonntag; ein Selfie vor dem Familienstammbaum mit dem Betreff: „The lord has risen“ wegen Ostern und der email von Trudy. Claudia, den griechischen second hand rock habe ich nach eurer Abfahrt für Dich festgehalten. Man, das war Trödel der Laden. Beinahe hätten wir das Bild von dem Typen mit Knarre auf dem Bauch gekauft, aber nicht mal nach dem Preis gefragt wegen Gepäck voll, ihr wisst schon.:

13) Twenty’s Plenty

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Löffel brauche ich um in die neuen Turnschuhe zu kommen. Letzter Pub-Besuch mit Abschieds Gin and Tonic:

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08.04. Geträumt, dass ich mit Claudia und einer weiteren weiblichen Person unterwegs war. Stadtführung durch die Innenstadt von Bayreuth, grds. ist sie interessiert. Schafft man das in einer halben Stunde? Dann Kino, sitzen mit meinen Eltern im Foyer, haben sie neu umgebaut und ist viel besser. Tresen um eine Statue herumgebaut, die dann neben der Barfrau steht. Wir trinken Leitungswasser, es schmeckt komisch, nicht lange genug abfließen lassen ist die Theorie unserer Gruppe. Dietrich kommt an den Hahn und schüttet nach. Auf den Fenstern ist Folie, also entweder man sieht das nächtliche Bayreuth (auf dem Fenster zur Straße) oder in den anderen Fenstern andere Weltstädte wie Tokyo, passt aber super dazu. Es gibt „Der Untergang“ oder einen deutschen Film. Karten für die dritte Reihe. Wir holen und noch Sandwichs dazu, die man reinnehmen kann. Weil der Tresen später geschlossen ist, darf man auch Getränke reinnehmen. Ich bestelle ein Mineralwasser dazu. Die Sandwichs sind warm und in Warmhaltebox. Wir fahren zurück zum Kino, Claudia sitzt am Steuer und es ist Eis auf der Straße. Ich lasse sie gewähren und dann bei der ersten Kurve, wo sie zwischen zwei Autos hindurchkommen müsste und strauchelt, schlage ich vor, dass die Fahrerin (Kathrin?) wieder fährt. Ist man überhaupt Haftpflicht versichert als Fahrer, wenn man kein Auto hat, nur weil man den Führerschein hat? Innen im Kino erkenne ich es wieder, den Club, wo ich in meiner Jugend getanzt habe. Hier mal ein Konzert sehen, so klein und man sieht die Bühne gut. Die Sandwichs sind Käsestücke als ich die Box aufmache und alle fassen rein und nehmen sich eines. Ein Kinoaufpasser mit Bart sagt, wenn der Film gleich los geht ist Rauchverbot, wenn er dann noch einen rauchen sieht, fliegt der raus. Vor uns ist ein Brunnen. Ein Indianer (aus bemaltem Holz), der diverse Löcher im Gesicht hat und da wird Wasser durchgeführt und plätschert auf den Boden in eine Schale und wieder hoch, es ist also ein Brunnen. Das Wasser ist rötlich verfärbt. Haha, ein Indianer kennt keinen Schmerz ist der Spruch dazu. Das ist super und gefällt mir. Ich werde wach. Das war die Zusammenfassung von London. Davon bin ich gleich überzeugt.

Wien Teil 2

12.02. Wir haben zum Glück die Fluggesellschaft gewählt, die heute nicht streikt. Die hatten wir letztes Mal. Ein unangenehmer Versicherungs- und Rentenberechner telefoniert bis zur letzten Minute „am Handy“, ja ich bin schon auf Wien eingestellt und boardet dann die Maschine nach Stuttgart. Die Koffer sind voll, der zerrissene Pelzmantel, der Holzkoffer mit Stempelset und ein großer Philipps-Wecker dienen als Füllmaterial. Wenn der kurze braune Wollmantel mit dem graphischen Muster noch da sein sollte bei Humana in der Josefstädter Straße, dann sehe ich das als Zeichen. Wir fliegen über Wien, wie ich irgendwann eingestehen muss. Viele Fußballplätze sind hell erleuchtet und ich kann die Figuren sehen, wie sie laufen. Dann ein Schloss mit Säulen davon in einem riesigen dunklen Loch. Das ist wohl der Park drum herum. Leider war es da schon dunkel, aber auch davor, ohne Stadt, war der Flug sehr schön.

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Erst kommt nur mein Koffer und gaaanz lange der andere nicht, d.h. 50 Gepäckstücke dazwischen. Ich wäre schon wahnsinnig geworden und überlege schon, was ich von meinen Sachen da drin habe: die Zahnbürste, die Wärmflasche. Sunla und Andras holen uns ab. Ich sehe einen Typen mit roter Michael Schumacher Mütze und denke, das sei Andras und steuere auf den Falschen zu voll verpeilt und weil man dann genau das sieht, an unseren Freunden vorbei. Es ist schön, sie zu sehen und ich fühle mich sehr verwöhnt durch das abgeholt werden. Wir fahren ins Gasthaus Stern. Die Vorspeise Rote Beete Suppe mit Blunzenzucker (ein Blätterteigstange) ist gut, von den Hauptspeisen schmeckt mit Sunlas mit Maronen-Risotto und leckeren Geflügelfleisch am besten und die Cremeschnitte, die Andras zum Nachtisch wählt, ist eindrucksvoll, die reinste Familienportion. Unser Fazit, d.h. von Familie Arnhold ist, das kommt nicht ans Meixners ran und da hilft auch keine Lederkarte, aus der der Stern so schön ausgestanzt ist. Darauf kommt es nicht an, das Essen zählt.

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Ich erzähle von meinem Vorhaben mit der Mensblutung Performances zu machen. Andras nimmt es gelassen in bester Pfadfindermanier (bei ihm hatte ich Bedenken, weil Stephan kennt es und mit Sunla ist es eh Thema) und zeigt mir Fotos auf dem Handy einer Freundin, die einen Blog scheibt und kleine Schnapsgläser aus Gummi statt Tampons verwendet um gegen die Wegwerfprodukte eine Alternative zu setzen. Die verfärben sich mit der Zeit und das ganze interessiert mich. Kommt die auch zum Faschingsparty oder zum Geburtstag?

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Die Bedienung scheint uns zu mögen und will wissen, was hier heute noch vorhaben. Nix. Wir fahren nach Hause. Die Geschenke und Bestellungen werden ausgepackt. Altes Stempelset, 2 x T-Shirts, niedlich 2000, ein altes mit Collage von mir und eines mit einem Kunstwerk hinten drauf aus dem Frieda Burda Museum, vergesse immer wer das ist, ein Hund auf dem Kopf, ist das Baselitz?, 2 Röcke, Tabak und Zahnbürstenköpfe für die Elektrische. Die neue Kette gefällt. Es läuft Opernball und ich übe mich in alternativen Kommentaren. Ich finde leider die farbigen langen Kleider alle schlimm und neige doch zu schwarz. Die, die rot-weiße Schärpen tragen, haben Pommes bestellt und sind gekennzeichnet, damit die Ober sie wieder finden. Ach so, das ist in der Oper stelle ich nach 90 Minuten fest. Leider ist Julia krank und wir können sie nicht zum Essen im Dreieck treffen. Da sage ich dann ab und Sunl fragt an, ob sie auf Krankenbesuch steht. Um kurz nach 12 gehen wir zu Bett. Die Geschenke für Andras soll es Morgen geben (Geburtstagstisch). Ich schwitze doll und schlafe dann ohne was oben und dann im Angoraunterhemd weiter bis 8:30 Uhr.

13.02. „In diesem Haus (re.) wurde Ingrid K. beim Zigarettenrauchen überrascht und getötet“. Sunla macht Kaffee, Andras gefällt der Wecker (ein Glück) und er macht fetten Sound. Nein, ich will die Kosmetik nicht ausprobieren, die Ute vertreibt und will mich damit nicht schminken lassen von meiner Freundin, auch nicht wenn es ein Valentinsspecial gibt. Da bin ich eine Runde zu hart in der Gegenwehr, wie ich an Sunlis Reaktion merke. Am Freitag den 13. passieren weniger Unfälle, weil die Menschen aufmerksamer sind. Ich bin doch eine gute Beraterin in Sachen Beziehung und habe offenbar vor langer Zeit den Tipp gegeben, dass wir nach einem Streit nie im Streit nebeneinander einschlafen, sondern das immer vorher klären. Andras schickt Sunla einen Auslandskrankenschein zu holen und die haben vielleicht nur bis mittags auf. Wir ziehen los und Stephan ist schlecht drauf und hat Ohrenschmerzen- apropos Auslandskrankenschein. Wir gehen in die Gemäldegalerie, wo Adolf Hitler abgelehnt wurde. Ich kenne es nicht, Stephan schon. Er sagt, er versteht das, das Hitler dann den Krieg begonnen hat nach der Ablehnung hier. Beim Reinkommen spreche ich gleich den älteren Typen hinter der Scheibe an. Der hat nichts mit der Austellung zu tun, die Räume sind oben. Das hier ist auch Uni und er Hausmeister, so meine Schlussfolgerung. Bemalte Decken und etwas studentischer Ranz machen eine gelungene Mischung, in der wir uns sofort wohl fühlen. Vereinzelt steht im Vorraum ein Kopierer und man kann lesen, wer hier Dozent ist und wer im Vorzimmer sitzt und es gibt Aushänge, Werbung für Kulturelles und Mehr. Die Ausstellung ist mittelprächtig. Das Triptychon von Bosch ist schon eindrucksvoll und ein paar weitere Bilder auch. Die ständige Ausstellung haut einen nicht vom Hocker. Ich kaufe einen Glasring mit mexikanischem Totenkopf mit Blumen als Augen in Blautönen. Die Frau im Museumsshop zeigt mir ihren hässlichen Ring, der irgendwas mit ägyptischen Gräbern und dem Grundriß zu tun hat und böse Energie abwehrt; das hat eine Heilseherin ihr alles gesagt und aktiviert. Stephan verdreht wohl die Augen und sie sagt: die Männer verstehen das nicht. Aber ich bin in dieser Hinsicht durch und durch Mann und will nur Zahlen. Die Klos sind stylisch und modern. Draußen scheint die Sonne. Es ist herrlichsten Wetter und ich habe meine Wien-Stulpen an. Yuhuu!

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Wir gehen ins Sperl und ich bestelle unschuldig ein Körnerschnitzel, weil ich keinen Kuchen will und denke, das ist ein Grünkernbratling. Abends gibt es ja schon Steak zu Andras Geburtstag. Und was wird geliefert? Ein üppiges Schnitzel mit einer eindrucksvollen Panade, in die erfolgreich Cornflakes und Kürbiskerne eingearbeitet wurden. Dazu ein leckerer Erdäpfel-Vogerl-Salat. Es macht mich glücklich, aber ich lache auch über die kulinarischen Missverständnisse und die Bedienung, die ich daran teilhaben lasse, ist genauso überrascht nur umgekehrt, weil für sie selbstverständlich ist, dass ein Körner-Schnitzel eben ein großes Stück Fleisch ist. In der Apotheke, die mit alten Einrichtungsgegenständen versehen ist und auf Naturkosmetik macht, riecht es gut, aber ich weiß nicht, was ich hier soll.

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Wir nehmen den Bus zu Humana. Beim Umsteigen, dunkle Autos und ein Fotograf, dann erkennt Stephan Bouffier, den hessischen Ministerpräsidenten. Ich sehe nur mehrere Frauen und die großen Taschen mit Hessen-Aufdruck, wie Umsonstware auf einer Messe. Schnell steigen alle in das Fahrzeug mit Schiebetür hinten ein und die Tür wird von dem Helfer/Fotografen von außen zu gemacht und dann geht es mit Blaulicht auf dem Dach, aber leise, los.

Der kurze Mantel oder die Jacke, je nachdem, ist weg, weil gerade Mäntel-„Abverkauf“ ist und es gibt sie ab 7,- €. Den hätte ich kaufen und bei Sunla deponieren sollen. Es sind zwei akademisch wirkende Frauen um die Mitte 50 im Laden, die beide sehr gut aussehen. Die eine schaut immer zu mir rüber und kommt dann auf mich zu und sagt: „Ich finde Sie toll, so mutig und es steht Ihnen auch alles. Ich will so sein wie Sie.“ That kind of makes my day. Ich kaufe – wie immer – einen tollen Morgenmantel mit einem Muster, was an Kunst und Glasfenster erinnert und ein Polyester-Blumenkleid mit tollem Stiefmütterchenmuster, was eine Frau wohl selbstgenäht hat mit Stoff bezogenen Knöpfen. Ich halte mich also zurück und verlasse trotzdem glücklich den Laden. Die Marktleiterin erzählt uns an der Kasse, dass es einen dritten Vintage Humana in der Taborstraße gibt. Das ist im zweiten. Da hin und dann kann man gut mit der U 1 zum Reumannplatz, so der Plan. Mein Mann begleitet mich. Wir fahren mit der Bim vorbei am Hotel Stefanie (ich meine dem ältesten Hotel der Stadt aus dem Buch unnützes Wienwissen). An der Taborstraße hat man einen herrlichen Blick auf einen der Flacktürme. Kurze Orientierung und dann will ich einen Kaffee. Ich steuere ins Café Magistrat. Schöne Raucherkneipe. Die Bedienung sieht aus wie eine Mischung aus polnischer Putzfrau und Puffmutter. Der Kaffee ist 1 a von Illy, die hat sogar eine Pressvorrichtung aus Metall und es gibt eine reiche Auswahl an Schnäpsen und da drunter steht ein Tic Tac Ständer. Erst verstehe ich es nicht, dann doch. Falls Alco-Probe beim Auto-Lenker…..Neben dem Humana ein Sanitätshaus, vor dem mehrere Männer stehen und in die Auslage glotzen, als sei es Beate Uhse. Kissen mit Einkerbungen für die Arme??? Eine Anziehhilfe für Gummistrümpfe. Das will ich später von Andras Partygästen wissen, was das zu bedeuten hat. Immer ein bisschen Uli Seidel sei da mit im Spiel, ist ja meine Theorie.

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Stundenlang probiere ich lauter Sachen durch, viel Nachtwäsche, lange, asiatische Seidenkleider mit Seerosen in rot-orange, ich kaufe ein paar gefütterter Stiefel „Made in Austria“, ein Traum, warm, Kreppsohle, suche ich schon ewig und ein paar helle Halbschuhe mit Metallschnalle sowie ein graues Wollkleid, was einen Couture-Eindruck macht. Die Uhrzeit habe ich gar nicht im Blick und dachte, Stephan warnt mich vor. Es ist schon kurz vor halb 5. Da wollte ich längst in der Wohnung der Gastgeber sein, weil die 5 vor 5 das Haus verlassen wollen mit uns zusammen. Wir rennen und fahren und ich überlege, ob ich jetzt anrufen muss, aber man wird sich in die Arme laufen und so ist es auch. Wir kommen zur Wohnung und sie gehen gerade aus der Tür. Brauchen wir lange? Nein. Sie gehen noch um Bankomaten und ich habe 10 Minuten und dann treffen wir uns am Reumannplatz. Schnell umziehen, das Ananashütchen und den Schmuck rangemacht und die Geschenke für Gela eingepackt, fertig. Das Steakhaus St. Ellas ist sehr lecker. Daneben ist ein Laden mit Haushaltsauflösungen (Verlassenschaften), aber ich will den Bogen nicht überspannen. Die Cocktails sind sehr lecker. Ich trinke 2 oder 3, der Dritte, Thai Massage, ist der Beste. Der Barkeeper hat mehrere Kinder, die er nebenbei bespaßt. Es ist 18 und dann 19 Uhr und damit sehr früh. Ein Mädchen kniet auf einem der Barhocker und der Jeansrock ist hochgerutscht und man sieht die kruckelige Naht der Wollstrumpfhose. Sie schaut nach oben zu dem freundlichen Mann, der mit ihnen Späße macht, dazwischen die Cocktailutensilien, Schirmchen usw. Ein herrliches Bild, aber so was darf man heutzutage nicht mehr fotografieren, wie Sunla zu Recht feststellt. Da wird man gleich erschossen oder verhaftet. Die Pärchen essen absolut synchron und während Sunla und ich gegrillten Pulpo mit cremiger Polenta und Pesto, lecker zubereitet (9,50 €, eigentlich als Vorspeise gedacht) essen,

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nehmen die Männer das Steak mit zwei Saucen, Pommes und Cole Slaw, sehr frisch und lecker. Ich esse auch etwas von Stephans und bin sehr zufrieden. Es gibt hier auch schöne Gewölbeklos mit herrlicher Beleuchtung. Auf dem Männerklo blendet die Beleuchtung wohl etwas oder man geht weiter nach hinten und dann trifft man nicht. Wir haben trotz unserer Verspätung reichlich Zeit. Dann geht es in die Aka-Bar. Hier arbeitet ein Mann, der ständig eine Zigarre im Mund trägt, der Inhaber. Es laufen österreichische Wintersportereignissen auf einem großen Flachbildschirm und dafür gibt es keine Musik. Sunla und ich sagen, dass man mehr aus dem Laden machen könnte, z.B. eine Bar, die auch Atmosphäre hat und dafür die sperrigen Sitzmöbel rausschmeißen. Sunla forografiert viel und mein Mantel ist der Backdrop. Die Gäste sind nett und ich kenne etliche von Gelas Partys aus den Vorjahren, der Pinguin und Che Guevara sind z.B. da. Auch die nette Kathrin und ihr gut aussehender türkischer (?) Mann. Ich mag Barbara sehr gerne, die in Istanbul 40 wird. Ja, mein Vierzigster is schon eine Weile her. Der war wie Gelas Fasching, Superheldenparty im Zirkuszelt und Sunla war als Lara Croft da. Ich finde das älter werden auch nicht schlimm, verrate ich den um den Stehtisch umherstehenden Damen. Bei mir ist es einfacher. Mein Körper war nie so richtig jung und hat sich wenig verändert, also gibt es nichts zu hadern und die Jahreszahl passt sich mehr meinem Zustand an. Die Fitness ist dabei eher besser geworden und das man weiß, wer man ist und die Unsicherheiten weg sind, ist auch ein sehr angenehmer Nebeneffekt. Wir gehen mit Sunla um 1 Uhr. Gela kommt mit. Wir machen lustige Fotos vor einer Gemeindebau-Werbung. Das erinnert an Fasching letztes Jahr. Sunla macht das von uns. Als wir zuhause bei ihr ankommen ist es auch schon 2 und es war ein toller Tag.

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14.04. Auch wieder früh wach. Sunls Grindberg-Kurs fällt aus. Der Typ vom Standard wartet auf eine Antwort von Stephan. Ich hatte so viel geschrieben, warum ich meinen Mann liebe, dass ihn das ausgebremst hat, dabei kommt eh nur eine Zeile ins Magazin. Stephan soll schreiben, warum er mich liebt und der sagt, ich soll für ihn antworten. Ich weigere mich, finde das so unromantisch wie nur was und will schreiben, dass wir uns getrennt haben und er das Paarfoto nicht veröffentlichen darf. Am Montag ist Deadline. Wir einigen uns dann später doch auf eine Antwort. Stephan entscheidet sich und sagt es mir mündlich und ich tippe es ein (quasi Kompromiss, wie halt in einer guten Beziehung). Nach dem morgendlichen Kaffee gehen wir zum hiesigen Markt, der durchaus auch sehr interessant ist. Es gibt einen Laden, der Kittelschürzen nicht nur verkauft, sondern offenbar auch herstellt, als Neuware. Sunla kauft Börek, der sehr lecker ausschaut und auch ist und ein Appel und ein Ei kostet, sogar Su Börek gibt es hier. Auch Fleisch wird amtlich gegrillt und dazu gibt es Kräuersalz und Zitrone, schön puristisch. Gefällt mir der Laden. Es gibt auch lustige Sprachprobleme, weil sie den Inhalt der Blätterteiggebilde erfragen will und das nicht verstanden wird und sie es mit Zeichensprache probiert, indem man die Form des Teilchens in die Luft malt. Wir gehen zum Hofer und auch hier gibt es Marille. Sunla findet Edelmarillenfruchtaufstrich, der tatsächlich unsere Hausmarke von Billa toppt. Sie geht für uns zu Billa und macht dort noch mehr Marille-Erledigungen für uns und kauft meinen Ingwer-Tee mit ihrer Kundenkarte und nimmt unsere Einkäufe mit nach Hause, so dass wir weiter ziehen können. So lieb. Bei Billa ist heute Valentinstagspecial und ab 14 € gibt es 14 % für Mitglieder. Sunla ist mit ihrem Einkauf, der getrennt gezahlt wurde, 9 Cent über die Hürde gekommen und fühlt sich als Glückskind des Tages. In der Apotheke muss man eine Nummer ziehen wie beim Amt. Ich kaufe eine Flasche mit Blasenteekonzentrat, was mit Wasser verdünnt werden soll. Ich schlage vor als Flachmann für unterwegs. Sunla sucht Zwei-Komponenten-Kleber und so kommen wir erst am Bastelgeschäft vorbei und werden dann weitergeschickt zu einem wahnsinnig gut ausgestatteten Haushaltswarenladen. Die haben alles von Meisenknödel bis Rattenfallen, von Duscheinlagen mit Holzimitatmuster bis hin zu Gummidichtungen für Einweckgläser und Glasflaschen (Dinge, die man sonst nirgends findet, weil man denkt, die gibt es nicht mehr) und jede Menge Töpfe, Pfannen, Gläser bis hin zu Hunde- und Katzentassen….alles alles. Vor der Tür treffen wir die Ex von Andras Bruder mit ihrem Neuen. Ich denke, es ist eine Freundin von Sunla und sage mehrfach was, aber sie kann mich offenbar nicht anschauen, schaut so ganz bewusst daneben. Net amol ignoriert heißt das dann wohl.

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Wir fahren zur Minoritenkirche und schauen uns das Abendmahl aus Mosaik-Steinen an. Die Kirche ist italienisch. Die Stühle gefallen mir und Zimmerpflanzen gibt es auch in der Kirche…..

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Dann Griensteidl, Demel, Schwarzes Kameel, überall ist es brechend voll und die Touris stehen auf der Treppe Schlange. Ich kehre dann zum Ärger meines Mannes bei Aida ein, weil ich in Ruhe sitzen will und außerdem die salzige Torte probieren. Es gibt sie in normal und mini, ich nehme mini mit Schinken und Erbsen und die schmeckt sogar. Es ist ja mein Running Gag, dass wir eine der Aida-Filialen, die per Franchise vergeben werden sollen (es sind laut Zeitung 20), übernehmen und dann nach Wien ziehen. Die Torten bekommt man bestimmt geliefert, dann etwas einheimische Bedienungen finden und einstellen und wir sind selbständig in Wien!

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Ich will dann wieder in die Wohnung und chillen. Fotos von gestern schauen und Freundinnengespräche. Sunla ist Ästhet und mag keine Hässlichkeiten an ihren Freundinnen, zumindest wenn sie was daran ändern könnten, wie Zahnfarbe. Ich mache da wohl eine Ausnahme mit meinen unrasierten Beinen und fettigen Haaren. Ich verstehe auch nicht, warum Makel an der Hausfassade als ästhetisch interessant empfunden und fotografiert werden, aber sonst so wenig ästhetischer Spielraum ist. Ich denke, es ist vor allem für einen selber hart mit so einem perfektionistischen Anspruch zu leben, der sich dann wohl auch vor allem gegen einen selber richtet. Dann braucht man halt 4 Stunden im Bad und kann vorher nicht aus dem Haus gehen. Meine Ästhetik ist auf jeden Fall mehr Natürlichkeit und ich verstehe nicht, dass man das Natürliche gerade nicht schön findet. Das ist auf jeden Fall anstrengend dann. Stephan und ich legen uns ins Bett um uns auszuruhen und aufzuwärmen. Er schläft sogar ein. Dann geht um die Fotoqualität und warum Haare scharf und Gesicht unscharf ist und es sind auf jeden Fall – gerade bei den geblitzten Fotos – auch gequälte dabei. Sunla unterbricht und kocht Dal. Stephan fängt um 19 Uhr an mich zu schminken und ist ein Naturtalent. Ich hatte ihm eine rote Eselsbrosche hingelegt zuhause auf seinen Schreibtisch, aber nichts dazu gesagt. Das war zu dezent und er hat sie nicht eingesteckt. das hätte ich auch machen müssen oder es ihm zumindest erklären, was das soll, weil herum liegen tut genug bei uns. Das fällt nicht weiter auf. Dafür trägt er sie dann nach Wien.

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Ich trinke Red Bull Cranberry (darauf hatte ich mich schon die ganze Zeit gefreut) und um 22 Uhr gehen wir dann los. Ich dekoriere meine neuen Plastikringe. Es gab 4 Stück zu 1,- € im zweiten Humana. Ich hatte natürlich auch schon welche dabei und auf der Hahnplatte, die ich bei Andras entsorge, muss ich sie noch mal in Szene setzen.

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Der Pfadfinder hat leichte Orientierungsschwächen und wir werden auf der Mariahilfer von einem freundlichen jungen Mann angesprochen, der sich als Freund von der Gela herausstellt, ob wir auf die Feier von der Gela wollen.

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Er führt uns hin und ich blamiere mich richtig gut und frage nach, ob er aus der Stadt Kärnten kommen würde. Nein, das ist das Bundesland, Klagenfurt war die Stadt. Na ja, ich kenne halt nur Wien. Er sieht es mir nach. Auf der Feier sind weniger Leute dieses Jahr, aber die Stimmung ist bestens. Die, die da sind, haben sich viel Mühe gegeben und sind gut drauf, u.a. die Transe aus dem Gemeindebau. Der Typ erinnert an Marilyn Manson von Wien und hat eine gut aussehende dunkelhaarige Frau als Schneewittchen von Disney im Schlepptau. Es gibt verschiedene Variationen von Rotkäppchen und der böse Wolf, die sehr interessante Varianten des Themas bieten, so dass Stephan sagt, man hätte auch auf ein Märchen beschränken sollen. Auch lustig. Ich lasse Schnappschlüsse machen u.a. mit „meinen Schafen“ und der müde Hund. Die Gruppenbilder der Stadtmusikanten hat Sunla mit ihrer Kamera gemacht und sie fehlen hier. Gela als Tischlein Deck Dich ist auch ganz groß.

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Ich trinke keinen Alkohol und tanze stattdessen mit den Schafen. Um ca. 1 Uhr gehen wir. Die Gastgeber müssen früh nach Istanbul fliegen. Wir sagen Baba und wollen noch den Würstelstand aufsuchen, der Bosna-Hotdog mit Koriander verkauft.

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Eine sehr gute Entscheidung, wie sich heraus stellt. Hier arbeiten zwei Männer und der eine hat deutlich einen sitzen. Die Gäste haben Verständnis, was sonst, der steht hier ja schon seit heute Morgen und ich darf endlich den Text sagen: „ich bin ein Hund und brauche eine Wurstberatung“. Ich will nicht immer die Käsekrainer essen, sondern auch mal was anderes probieren. Wir nehmen die Bosna mit frischem Koriander, leider sind die Zwiebeln aus und eine scharfe Wurst, dazu einen Grüner Veltliner im perfekt gespülten Glas. Das schmeckt so lecker, dass wir dann doch eine Käserkrainer nehmen und eine Bratwurst, dünn und würzig, anders als bei uns die Bratwurst, sagt der Verkäufer. Ich spreche zwei Spießer an, die neben uns stehen, der eine war gerade in Aachen auf einer Sitzung und das sei super gewesen und ich sage: wir stehen nicht auf Karneval oder Fasching und er nur: ne, is klar und lacht. Wie soll man dem jetzt den Unterschied zwischen den organisierten Massenveranstaltungen im Rheinland und anderswo und einer privaten Mottoparty erklären? Könnte man schon, will ich aber nicht. Es hat sich eine Schlange gebildet und ich sehe, dass ein junger Typ sich eine Curry-Wurst machen lässt mit selbstgemachter Tomatensauce auf die das Curry-Pulver draufgestreut wird. Ich schicke Stephan ein letztes Mal hin, die Bratwurst als Curry. Ich sehe nur, wie der Typ hinter der Scheibe den Kopf schüttelt und will schon ausflippen, wenn das jetzt abgelehnt wird, war aber ein Witz. 5 Würste, das Schachtfeld unseres nächtlichen Imbisses, mir ist schlecht. Ein junger, gutaussehende Typ steuert auf uns zu und strahlt. In den Händen mit zwei Getränke, die er vor sich her trägt. Er mag uns, wir sind großartig, wir hätten Charakter und Klasse und er will uns ein Getränk ausgeben, Wein oder frisch gezapftes Bier ist die Frage, die er stellt. Das ist so nett und ich fühle mich so geschmeichelt, aber ich muss sagen: der Hund ist müde und muss nach Hause. Ich liebe meine Fans in dieser Stadt. Mit der U 1 nach Hause. Es ist halb 3 und wieder einmal bin ich glücklich.

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15.02. Wir sind alleine. Die neuen airbnb Gäste, wie Sunl witzelt und sie hat mir ein Postit an der Heizung hinterlassen, obwohl ich es auch mündlich verstanden habe wie ich sie herunter drehen soll auf manuell. Mein Problem ist, dass ich das Licht im Klo vergesse, aber das passiert mir jetzt nicht mehr. Kaffee heute mit Soja, dann schlage ich Sigmund Freud Museum vor, dann ist es so schön draußen und so viele Vögel finden in der Stahlkonstruktion an der U-Bahn-Haltestelle und in den benachbarten Büschen Platz, dass ich fasziniert stehen bleibe und genauer schaue. Stephan will ins Kameel, Faschingskrapfen mit Marille essen, aber mir ist das zu viel nach der Wurstorgie und weil wir um 12:30 Uhr einen Tisch im Meixners haben. Streit und dann Straßenbahn 67 in beiden Richtungen zur Endhaltestelle. Mir taugt es. Es gibt viel zu sehen. Lauter Asiaten steigen ein, Japaner, an einer Haltestelle weiter draußen an Schrebergärten. An der Endhaltestelle steigt ein Pärchen ein. Sie haben nur Scheine und brauchen Münzen für den Automaten in der Bahn, fragen den Schaffner, der durch den Zug läuft und bestimmte Kontrollarbeiten verrichtet und sie so mitfahren lassen will, weil ihr Tagesticket erst eine Stunde abgelaufen ist und der zuerst Deutsch mit ihnen spricht, bis sie entdecken, dass sie eine andere gemeinsame Sprache fließend miteinander sprechen können, die wir aber dann wieder nicht verstehen. Stephan wechselt 50 €. Dann ein dicker Weißer mit kleiner thailändischer Frau, die er fragt: „you have one or a make you ticket“. Der erzählt ihr, wie leicht man mit Uni-Anschluss hier einen Job findet. Überhaupt hört man nur ihn reden und sie kein Wort. Der Stadtteil ist interessant an jeder Ecke. Ich sage nur Kebab Del Mar. Es gibt viele Schüsseldienste ist uns aufgefallen und die Auslagen der Sicherheitsfachfirmen bei uns um die Ecke sind eindrucksvoll verstaubt und Stephan entdeckt überall tote Insekten. Auch der Wurstico fasziniert uns irgendwie, aber wir waren nicht drin.

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Im Meixners ist es wieder so toll. Rote Beete Carpaccio mit Krenmousse und Stephan eine Suppe mit Schweinsfuß abgezupft und frischen Kren mit Paprika-Note. Dann nehme ich den Tafelspitz und Stephan einen Giraldi-Braten oder so ähnlich mit vielen Kapern und köstlichem Semmelknödel, der überhaupt nicht dröge schmeckt, sondern frisch, eihaltig und würzig mit Petersilie, köstlich. Nachspeisen essen wir vier, erst zwei und dann noch mal nachbestellen, der Palatschinken ist nach wie vor der Beste ever und platzen fast aus allen Nähten.

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Neben uns macht ein Pärchen Weinprobe. Die Tochter malt ein Malbuch aus. Dann eine 1-Kind Familie mit erwachsenem Nachwuchs. Eltern dick, sie studiert, keiner redet und der Hund wird permanent vom Tisch gefüttert. Der wird bestimmt mehr gestreichelt als die Eheleute einander anfassen. Da sind wir uns sicher. Am Tisch neben uns eine Gruppe, auch irgendwie miteinander verwandt, ein junges Pärchen, Eltern, Tante. Der Vater moniert, dass „sie sagte, sie muss für die Matura lernen und dabei war sie mit ihren Freundinnen im U 4“. Das ist die Disko wo es Andras und die restlichen Partygäste nach der Cocktailbar hin verschlagen hat. Wir schleppen uns nach Hause, der Bauch schmerzt. Ich rege mich wieder über mein Handy auf, dass ich eine Geheimzahl eingeben muss um meine Mailbox abzuhören. Er ist genervt von meinen Zickereien und schläft. Ich tusche. Dann schreibt Gela eine email um 16:30, ob wir uns um 17:15 im Gartenbaukino treffen. Den Mann wecken, schnell, schnell. Wir treffen sie an der Station. Mein Mann ist noch sauer. Gela mag das grüne Oberteil mit den stilisierten Blumen oder Kleeblättern und es steht ihr eins A. Ich habe ja von ihr einen gesteppten blauen Morgenmantel bekommen, genau wie dieser (das Foto schickt sie mir nach Wien von einer Hütte):

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Ich liebe das Gartenbaukino, Original 50er Jahre, aber groß wie Cinemaxx sage ich immer. Der Film ist toll, Inherent Vice auf so großer Leinwand. Ich bin hingerissen. Vor uns gehen welche, also er scheint nicht jedem zu gefallen. Komisch. Ich tue endlich mal die geilen Damenklos etwas dokumentieren mit einem Eingang vor den Klos und hinter nach dem Schminkbereich, der Ausgang. Ich liebe es!

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Wir gehen in das kleine Café. Hier arbeitet eine Frau mittleren Alters, die irgendwo zeitlos aussieht und an Brigitte aus Oberfranken und 80ern ausschaut und auch ein bisschen nach Maus. Es wird hart geraucht und meine Augen brennen. Gela erzählt vom Alpenverein und dass Leute ihre Kinder mit 4-6 Monaten schon als Mitglieder anmelden und wir könnten eine Außenfraktion Hannover gründen. Das wäre geil, aber das müssen Michi und Markus machen, weil die auch wettbewerbsfähig sind. Ich kann null wandern und bin die Superpumpe, aber Tanzveranstaltungen und wechselseitige Besuche, das würde mir schon taugen und da geht die Phantasie wieder mit mir durch. Wir stromern noch etwas herum und gehen ganz spät in den Steffel. Er scheint offen zu sein und tatsächlich. Da ist nachts eine Messe am Laufen und wieder geht es ums Thema Wandern, diesmal mit einem 50 kg Rucksack, der Vergleich zum beschwerlichen Leben als Christ und wie es eben nicht sein soll. Oh weia, der Typ hat leider wenig Charisma. Stephan entdeckt einen Fahrstuhl, der runter zur U-Bahn fährt und ich entdecke Chucky-Puppen in der Auslage der Aida-Filiale und verliere meine Bezugsgruppe aus den Augen.

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Gehe früh zu Bett, bin platt.

16.02. Ich bin schon um 7 Uhr wach, habe aber gut geschlafen. Die Kirche am Antonsplatz schlägt Alarm, Minarett nichts dagegen. Die Hasenohren stehen mir auch gut und ich nehme sie wieder nach Deutschland mit sowie meinen zerschlissenen Pelzmantel, den ich auch unabhängig von Fasching und Hund viel getragen habe (und dann natürlich auf den Schlitz angesprochen wurde, das er kaputt ist hinten, wie damals als Punkerin in Prag mit Laufmasche in der Strumpfhose, ich werde daran erinnert) und der Ersatz quasi, neue Jacke von Humana, war ja nicht mehr da. Auch den Ledemini, der mir laut Sunla gut steht, habe ich die Tage über getragen und er hat mir gute Dienste geleistet. Ein Spaßfoto mit den Katzenohren muss auch sein, auch wenn mein Auge recht deppert ausschaut.

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Das Wetter ist wieder prächtig und wieder fängt der Tag mit Streit an und ich weiß nicht warum. „Mit der Erziehung sind schon andere an mir gescheitert“. Diesen Satz habe ich unzählige Male schon gesagt. Er bleibt fast in der Bahn, will aber ins Kameel und will nur zeigen, er fährt aus Protest zu jeder Endhaltestelle, auch unterirdisch. Ein kleiner Milchreis, der so groß ist wie ein Gruß aus der Küche kostet 6,90 € und der große Braune ist kalt. Das ist schon eine Frechheit, ich kann mich auch selber verarschen…. Der Kellner fragt Stephan wie’s geht und dann auf die Antwort „gut“. Das sieht man, sonst hätte ich mich nicht so selbstbewusst zu fragen getraut. Oh Weia. Meine Sympathien hat der Laden nicht mehr so wie früher, auch wenn die Brötchen lecker sind. Man sollte sie nur aufrecht transportieren, sonst passiert das. Komischerweise haben sie sogar diese Hölle gut überstanden und ließen sich wieder zusammen bauen als wäre nix gewesen und auch abends in Hannover, geschmacklich einwandfrei. Das muss ich sagen.

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Fotoausstellung, Landschaften im Forum Austria. Langweilig, nur wir im Weltall ist ganz gut. Ich bin schnell durch und warte innen auf Stephan und er außen und wir lesen beide. Irgendwie stimmt es nicht mit den Absprachen/Harmonien und ich rege mich auf. Eine ½ Stunde hat das gekostet und meine Nerven liegen blank.

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Zum Katzenkaffee, aber ich schaue nur rein, dann stoßen wir zufällig auf eine Ausstellung Dokumentation über Widerstand gegen Hitler in Österreich. Es sind Opfer, aber warum Widerstand. Stephan fragt den Studenten am Eingang warum die Berechnung hier mit 1934 anfängt, das war schon auf dem Mahnmal am Reumannplatz so und der will ihm alles erklären, weiß aber auch keine Antwort. Ja, ja, schon klar, 1933 Machtergreifung, 1938 Anschluss Österreichs, aber warum 1934? Bei uns ist immer 33-45. Irgendwie versteht der Typ die Frage nicht.

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Krapfn ohne „e“ in der Sonne am Brunnen. 3 Ringe aus Holz und Horn aus dem Allerweltsladen, dann Naschmarkt. Ich trinke Grüntee, habe aber die Stempelkarte nicht dabei. Zur Erinnerung an gestern fotografiere ich an Stephans Zeitungskiosk einen eingeschweißten Esel. Dann noch etwas bummeln in der Sonne. Der Laden mit Spülschwämmen als Notenschlüssel beeindruckt mich besonders…..

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Bei Urbanek sage ich, ich kann auch mal selber die Sachen holen, sonst wollen die Stammkunden, die es uns bringen umsonst trinken. Die zahlst Du sowieso, meint Gerhard, das sei Erlebnisgastronomie; ein Fotograf, angeblich aus New York knipst alles und ist auch später im Sperl und bei Stadtmusikanten will Gerhard wissen, wer war der Esel, der da alles zahlen musste. Heute fühle ich mich total ausgenommen und wir haben viel zu viel gezahlt für eine Jausenplatte und ein bisschen Wurst zum Mitnehmen. Gut, der Schinken ist köstlich, aber der kann ja nicht so viel kosten. Der eine Stammgast als ich sage Speck zum Mitnehmen, er hätte Speck, wenn ich Speck mitnehmen wolle, müsse ich ihn mitnehmen und streicht über seinen Wanst. Vor der Tür zwei betagte Pelztussis, die rauchen. Die eine erzählt der anderen von ihren jugendlichen Liebhaber, dass sie sich gefühlt hätten wie 17 bei ihm. Heute ekelt es mich an, das Gesockse hier. Unser Turnerin bedient uns im Sperl und ich bin mir sicher, dass es einen Codeword in der Küche gibt. Die Portionen sind doppelt so groß wie am Freitag. Ich esse zum Abschied noch mal ein Körnerschnitzel (selbst Stephan wundert sich, was da alles rein geht in seine Frau), jetzt im voller Bewusstsein der Bestellung und bin danach geschafft.

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4 x Topfenschnitte, ohne fremde Tupper. Ich kriege einen Impuls die Brötchen aus dem Kameel in die Tonne zu treten, mache es aber nicht. Wir fahren noch mal schön Öffis zum Augarten, obere Augartenstraße, herrlich sieht das aus, wie die Bäume beschnitten sind, knollig, wie schwere Arthritis, aber so schön und jetzt hier über den Fluss und auch zur Endhaltestelle und die Sonne und den Tag genießen, aber die Zeit reicht nicht. Im Biba kaufen zwei – es müssen Professionelle gewesen sein – für 160,- € Putzmittel. Auch hier eine gemeinsame Sprache mit der Kassiererin, die ihnen zu 10 % Rabatt verhilft. Ich suche Binden, die Sorte die Sunl empfohlen hatte und kaufe Marillen, getrocknet. Dann mit einem frustrierend langsamen Bus durch den 1. tuckern. Erst warten sie 5 Minuten bis er los fährt um 200 Meter damit zu fahren? Warum? Mich überrascht das, aber sie kennen es und machen es trotzdem, eine junge Mutter und ihr Sohn. Schnell raus hier, ich verliere die Nerven. Den Fahrstuhl am Steffel in die U-Bahn nehmen. Die Tupper zurück in den Schrank. Lichter kontrollieren, den Schlüssel zu zaghaft in die Wohnung werfen, aber das lässt sich nicht wiederholen. Holzdielen in der Bim sind mit dicken, schweren Koffern eine Herausforderung. Den ganzen Tag zitieren wir Inherent Vice, d.h. ja, der Film war tatsächlich so gut. „Mol to Pan e ca ko“ sage ich nur. Der Entwerter geht nicht und wir haben noch mal Fahrkarten zum Aufstocken Flughafen fürs nächste Mal. Auch schön.

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Mein geliebtes OMV. Severin schickt den Text für den Standard ein letztes Mal vor dem Abflug in gekürzter Version und Freigabe durch uns. Ich kann gar nicht sagen, wer jetzt schlecht drauf war, mein Mann oder ich. Der Streit entzündet sich an denselben Stellen. Konstruktiv daran arbeiten und es überwinden fällt schwer, aber immerhin reise ich gerne mit ihm und will nicht nur Gruppenreisen unternehmen, bloß nicht. Mord in Wien. Soll ich die Postkarte dem Strafverteidiger aus Hannover schicken, versteht er die?

Fazit: wir mögen Wien, wir mögen Gela, Andras und Sunl sowieso, auch die anderen Freunde, Julia, jetzt Barbara und das Gartenbaukino und das Meixners. Lustig wäre noch gewesen unserem neuen Würstlstand an der Albertina Sonntag ein paar Zwiebeln aus Sunlas Küche mitzubringen. Die hatte einen ganzen Sack unter dem Tisch. Ich werde an den Interaktionen mit den Einheimischen weiter arbeiten und wir werden wiederkehren.

Köln unterschätzt

06.02.2015. Doch morgens los. 9:31 Uhr. Streit davor, verbunden mit der kurzen Androhung nicht mitzukommen und alles platzen zu lassen. Nach Köln. Am Hauptbahnhof fällt mir ein, dass wir letztes Mal einen neuen Nachbarn getroffen haben, der aus Wuppertal zugezogen ist und hier ein Kind (Eskimobaby) gemacht hat. Der hat 100 mal das Stück Indien gespielt, d.h. den Film mit Hader als Bühnenstück. Wir waren nach Wien unterwegs und er nach Köln um eine Location für die Jubiläumsshow zu finden.

Vor 25 Jahren wurde nach einem Bombenanschlag in München eine abgehackte Hand gefunden, die nicht zugeordnet werden konnte, ob ich das noch weiß, will mein Mann wissen. Nein. Jedenfalls hat sich jetzt eine Krankenschwester aus Hannover gemeldet, die damals einen mit Armstumpf behandelt hat. Na und? Kann man da noch was machen (wegen Hand) oder läuft es darauf hinaus, dass wir immer an so was beteiligt sind wie damals R.A.F. in Langenhagen?

Stephan kauft im Zug 4 Ü-Eier mit Hundebabys mit großen drehbaren Köpfen, aber die Figuren sind nicht mehr was sie mal waren und ich will so ein Zeug nicht mehr. Sie bleiben in Köln.

Bahn-Magazin. Dirk Steffens war in 120 Länder und mag den Bahnhof Dammtor am liebsten. Da merkt man wie verstrahlt diese Hamburger sind. Von sich selbst überzeugt ohne einen nachvollziehbaren Grund. Der muss mit Augenklappen gereist sein, wenn das sein Fazit ist oder das Bahnmagazin hat für die Antwort einen Batzen Geld gezahlt.

Die Fahrt vergeht wie im Flug. Was ist das für eine BASF-Fabrik? Zack, Minden. In mein Stulpenmuster muss ich mich wieder neu reindenken. Das ist so lange her, aber jetzt liebe ich die Dinger. Man, ab Hagen finde ich es immer interessant und hänge am Fenster. Ist es vermutlich nicht mal, aber so schön hügelig und dann kommt meine Schwebebahn. Irgendwann mal will ich damit fahren, schön nach Wuppertal, über die Wupper. Stephan sagt, da wäre ein Babyelefant mal rausgefallen und der Kölner Gastgeber gibt ihm später Recht.

Im Taxi sage ich: man, die haben viele Kirchen hier. Da sollte man annehmen, dass dieser Dom zu einem gewissen Sättigungseffekt geführt hätte….. Den Fahrer schocke ich damit und merke es. Tolles Haus, mittendrin mit Bahnhofsuhr an der Fassade mit ganz steilem 50er Jahre Treppenhaus mit Glasbausteinen.

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Martha lässt uns rein und putzt noch. Telefoniert mit Mutti, warum hängen hier Fotos von der Putzfrau an den Wänden? Auch so, dass ist die Vermieterin. Die Teekanne hat weiße Stückchen drin und wurde schon lange nicht mehr sauber gemacht. Das hätte ich vor dem ersten Aufguss mal kontrollieren sollen. Rudolfplatz. Kiosk mit großer Gummitheke. Ich kaufe alle möglichen Süßwaren, die alle nicht schmecken. Ich sage nur Goldnüsse mit Waffelbruch. Ist halt Zucker pur.

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Südstadt. Mittagstisch im Erdmanns. Entscheide mich für Kartoffelbratlinge mit dreierlei Dips statt die hausgemachten Rote Beete Spätzle. Die Kartoffelbratlinge sind keine Puffer, sondern einfach junge Kartoffel. Das ist etwas enttäuschend, aber scheinbar eine Bildungslücke von mir.

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Alles voller Karneval-Deko. Hier kann keine Aspirin in der Apotheke verkauft werden ohne ein Plastikfunkenmariechen daneben in der Auslage/Schaufensterdeko. Das hatte ich unterschätzt. Jeder Optiker usw. macht mit. Viele Fischgeschäfte, schräge Häuser, die Tribünen stehen schon und warten. Ein Automat mit Affen, die sich zu Musik bewegen. Kostet nur 5 Cent. Hey, mein Bruder steht auf Adams Family Flipper. Stephan macht einen Schnappschuss von einem Vollpfosten. Es ist kalt, ich will zurück.

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In einem 1,- € Laden bittet eine Frau in einem Elektrorolli um Hilfe. Ihre leblose „böse“ Hand hängen runter und sie kann sie nicht wieder hoch nehmen aus eigener Kraft. Sie ist in der Auslage hängen geblieben. Die Finger sind schwarz und die Nägel rot lackiert. Ein dicker weißer Verband ist über einen Zugang auf dem Handrücken gewickelt. Die wird Morgen punktiert sagt sie uns allen und davor hat sie so Angst. Keiner sagt was, ich auch nicht, aber ich finde es beklemmend.

Dann Karnevalausstatter auf 3 Etagen mit Türsteher. Hier findet man alles für die Mottoparty, den Kinder- oder runden Geburtstag, die Tiki-Bar, die Pokerrunde. Kunstblut gibt es im Literfass. Im Untergeschoss die Fertigkostüme. Gut situierte Frauen um die 50, die fragen ob es zu dem Geisha-Kostüm auch Fächer gibt. Ich habe vor lauter Fotos machen (wir nehmen die Bremer Stadtmusikanten schon vorweg, zumindest Katze und Hahn und ich kann gar nicht genug kriegen von den ganzen Masken) meine Wollmütze ins Regal gelegt und vergessen, was ich am Ausgang bemerke. Ich irre durch den Laden; Stephan hat sie gleich in einem leeren Einkaufswagen am Eingang gefunden. Gesichtstuschkasten für 29,99 €, einen Bling Bling Ring mit den Worten „Boy Stalker“ für 2,99 € muss mit und die Werwolfhandschuhe. Darin mal Yoga machen. Das passt zu den nicht rasierten Beinen und macht dann wirklich allen Angst.

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Eine Gitarrengirlande für Susann habe ich auch mitgenommen. Die anderen Sachen holen, die wir aus Hannover mitgebracht haben und auf nach Ehrenfeld. Am Bahnsteig gegenüber lauter Leute in Montur. Eine Gruppe, die zu einer Veranstaltung mit dem Motto Schlagermove will und alle haben was aus dem selben Stoff, eine Schlaghose oder ein Stirnband, ein Typ im Anzug mit großen Tiertatzen, die unten rausschauen und ältere Pärchen, die mit erster Miene zu einer Sitzung wollen als sei es eine WEG-Versammlung und die ernsteste Veranstaltung des ganzen Jahres. Das hatte ich wirklich unterschätzt, weil ich dachte, es ist ja noch nicht Karneval, aber weit gefehlt. Wir halten bei dem coolen Second Hand Laden. Die Frau erinnert sich an mich (ich hatte letztes Mal einen anderen Faszinator an….ach) und will mir das gelbe Wollkleid, was nur 30,- € kostet auch noch umsonst umnähen. Das lohnt sich nicht, weder für mich und schon gar nicht für sie. Ich lästere über den öffentlichen Nahverkehr. Man wartet immer 10 Minuten auf die Bahn und der Bus hält genau am Gürtel wo die Bahn auch hält. Der Sinn eines Buses ist jedoch, dass er in das Wohnviertel rein fährt und damit näher an das Ziel und nicht genau dieselbe Station anpeilt wie die S-Bahn. Dann kann man sich das schenken. Alain hat einen Schnauzer, die Küche ist neu und Susann hat Bier-Kohl-Kümmel-Eintopf mit Rindfleisch gekocht. Ihr steht meine grüne Jacke und auch Alain ist der Meinung, dass sie mehr Farbe tragen sollte. Unsere Sachen kommen gut an, die Salami-Pralinen und der Käse werden noch im Laufe des Abends angetestet. Auch der Rembrandt-Teller gefällt. Nur das grüne Polyesteroberteil mit dem abstrakten Blumenmuster nehme ich wieder mit. Erste Kölner Erfolgstory. Ich nähe mein Seidenkleid was hinten total aufgeplatzt ist. Politische Diskussionen und Alain vertritt den konservativen Standpunkt. Susann, unsere Freundin, hat sich hingegen gehalten. Und heute war was über ehrenamtliche Arbeit in der JVA im Wochenblatt, was ich im Treppenhaus aufgabele, also genau das was ich eigentlich machen will. Man kann Handarbeits- oder Sportgruppen anbieten oder Nachhilfe. Alain wird Montag Fünfzig und wir haben uns zum Frühstück mit ihm verabredet. Auch der afrikanische Taxifahrer erklärt es mir noch mal. Seit dem 11.11. geht das und nächste Woche ist der Höhepunkt, aber auch das Ende. Zu viel Rotwein, meine Waden machen sofort wieder Probleme. Ich schlafe schlecht.

07.02. um 8:30 Uhr war es genug. Postkarten zu Ende tuschen. Stephan kommt mir krank vor. Martha hat viele Putzmittel. Im Café Krema gegenüber gibt es Mini-Waffeln, die schon auf der Karte ziemlich unappetitlich ausschauen. Die haben einen verrückten Namen und es gibt sie mit Karamell und so was. Der Kaffee ist ganz gut. Essen tun wir nix, sind die einzigen Gäste. Ein Typ, der ein Toast gegessen hatte, wischt jetzt alle hart eingeschweißten Speise- und Getränkekarten, die vorher von der Kollegin von den Tischen wieder eingesammelt werden mit Einweg-Wischtüchern ab. So, das reicht dann jetzt mal. Wir landen im Café Schmitz, weil Stephan nicht so viel draußen rumlaufen will. Das mochte ich letztes Mal schon. Das Birchermüsli ist leckerer Joghurt mit Früchten, hat mit Bircher aber nix zu tun. 2 x leckere Quiche. Apfel-Zwiebel-Speck und Ziegenkäse mit ganz vielen Tomaten. Sehr gut. Dazu trinke ich frischen Ingwer-Minz-Tee. Das Konzept scheint nur ein wenig unstimmig. Mal bestellt das Frühstück ein Haus weiter in einer ehemaligen Metzgerei und muss auch gleich zahlen, wenn es einem über die Straße rüber gebracht wird. Nein, Durchbruch geht nicht, ist Flur dazwischen. Statt solche Ständer mit Nummer in Holz oder Plexiglas zu verteilen, irren die Bedingungen umher und suchen, wer das Frühstück mit der Eierspeise nun bestellt hat. Ich habe das Gefühl, dass jede 2. Bestellung nicht zugeordnet werden kann. Ob das dann Sinn macht oder cool ist, mag dahin gestellt sein. Eher nicht. Gegenüber gibt es das Yoga, was ich ins Auge gefasst habe und „Sugaring zum Preis von Waxing“. Bei diesem Plakat meint Stephan, das habe der Betreffende für seine Eltern drucken lassen und aufgehängt, damit sie ihm weiter das Geld zahlen. Finde ich sehr plausibel, die Einschätzung.

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Wir fahren zum Bahnhof die Freunde abholen und kaufen auf Empfehlung von Susann das Mucosulvan als Lutschtablette und Thymian-Tee, der mit Honig so köstlich geschmeckt hat und Honig haben wir im Apartment in einem großen Glas. In der Apotheke schickt Stephan mich immer vor bzw. bleibt dezent im Hintergrund. Ich protestiere lautstark, dass ich nicht krank sei, sondern „er“ und das sei wie Beate Uhse für den Nachbarn bestellen. Dann vom Friesenplatz zum Apartment laufen und noch mal in den Oxfam und den Ringer-Einteiler der amerikanischen High School oder College Mannschaft mit Bock als Logo „Rams“ in rot-hellblau kaufen für 4,-€. Einem der Jungs wird das stehen und sie können es zum Yoga tragen. Hier in Köln darf man so was. Michi kauft einen Baumwollpullover von Carhartt, den er gar nicht mehr auszieht. Ich einen Karnevalanhänger Rheinmatrosen Mühlheim, den ich Alain Montag schenken will. Die haben schließlich mal in Mühlheim gewohnt. Stephan sagt, ist vielleicht vom falschen Klan und man bekommt Ärger, außerdem sei sein Zimmer schon voll. Michi hat mir zugeraten.

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Dann finde ich in einem teuren Designerklamottenladen Simon und Remondi mit Jugendstilschrift noch ein Buch mit berühmten Kölnern, die man entdecken kann. Immer eine kurze Geschichte und ein paar Fotos, irgendwie ansprechend. Die Jungs gehen vor und ich bin beruhigt, dass ich jetzt für den Geburtstag ausgestattet bin. Wir wollen ins Hallmackenreuther damit die Jungs auch eine Kleinigkeit essen können. Sie hatten vorher erzählt, dass sie 60er Jahre Anzüge für eine Hochzeit im Sommer suchen. Auf dem Weg ins Kultcafé laufen wir einem Second Hand Anzugsspezialisten in die Hände. Den Laden, der aus einem vollgestellten Garagenschlauch besteht und Galant heißt, kenne ich von Vorbesuchen, hatte ihn nur vergessen. Der Typ erinnert an den Gebrauchtwagenverkäufer aus der Werbung. Hier gebe es die beste Anzugsberatung Deutschlands und das würde 3 Stunden dauern und mit alten Anzügen wird viel Quatsch erzählt, 60er gibt es kaum noch original, alle schreien immer 50er und dabei waren die Schnitten scheiße. Er weiß Bescheid und das kostet. Schlussendlich hat Michi einen schwarzen mit Streifen, schwarz in schwarz, Dreiteiler an, der ihm sehr gut steht, nur die Beine sind zu kurz, vor allem die tief ausgeschnittene Weste mit rundem Ausschnitt sieht Hammer aus, aber er soll 1.800,- € kosten (ein gebrauchter Anzug). Ja, die neuen sind bei ihm die billigsten, der von Hugo Boss, der auf Retro macht kostet nur 350,- €. Zu allem Überfluss kaufe ich überteuerte dunkelblaue Wildlederherrenschuhe, ganz spitz. Ich liebe sie aber, also kein Fehlkauf. Ich hatte keine Lust auf Diskussionen mit dem Typen, den ich unsympathisch fand, dann lieber zahlen und gehen oder klauen hätte ich sie auch können. Sie standen verstaubt unter einem Ständer voll mit Klamotten und er wusste nicht einmal, dass er sie hat. Im Hallmackenreuther ist das Pistazienparfait alle und der Koch kommt raus und will mir was anderes anbieten, Schokoladenmousse. Nein, alles gut. Gehen heute Abend groß essen und war eh nur Verfressenheit. Trinke Grüntee. Im 10 vor vier der plötzliche Entschluss bzw. auf Vorschlag der Jungs, die noch mal alleine zu dem Anzugsfritzen wollen, gehe ich doch zum Yoga. Um 25 nach dachte ich zu knapp. Ich brauche wohl immer eine Challenge. Zum Wohnung rennen, so schnell es eben geht. Stephan begleitet mich und hält meine Sachen und zahlt und macht alles mit, damit es klappt meine 8,- € Probestunde. Der Typ ist eine Vertretung, gut aussehend, schwul, Schnäuzer, sympathisch, auch wenn er halbherzig Yogasprüche absetzt, aber kein großes Unterrichtstalent. Trotzdem war es gut. Nachher geht es mir immer besser. Will in den Bio-Supermarkt, aber ich habe Stephan mein Portemonnaie mitgegeben. Ins Le Moissonnier mit dem Paninitoaster. Sind um 5 vor 7 die ersten Gäste. Marc und Jasmin kommen nicht und haben sich verfahren. Die erste 4/5 Stunde bin ich noch locker, dann nicht mehr. Fast 1,5 Stunden zu spät kommen sie, aber die Laune ist nicht so schlecht wie erwartet. Das neue GPS-Gerät. Bei dem ersten Anruf wo sie bleiben hatten sie sich schon verfahren und waren jetzt am Dom. Wie man dann noch mal ¾ brauchen kann, ist mir unverständlich und warum man nicht auf old school Methoden zurück greift wie Taxi-Fahrer fragen. Ich habe das Krustentierhütchen auf, das dem Chef gefällt. Er fragt, ob alles mit mir stimme, ich sei so still. Halt nicht betrinken, stellt Stephan zu Recht fest. Das Essen ist wieder Hammer. Den Koch finde ich auch süß. Gemüse Wan-Tan in Brühe mit Espumo von jungem Knoblauch und grüner Mandel, sage ich nur oder der doppelte Schweinebauch, süß lackiert. Fisch in Buttersoße mit Spinat. Jasmin und ich nehmen Nachtisch á la carte. Erdbeermais mit Gewürzbutter. Toll, toll, toll.

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Wir bringen den schweren Toaster zum neuen Hybridauto (sehr hässlich) und verabschieden uns. Stephan musste sehr viel niesen und wir gehen nach Hause, d.h. wir laufen noch etwas durch Köln und an einer Ramba-Zamba-Meile von Köln entlang und können nicht mehr um die Häuser ziehen bzw. wollen es vielleicht auch nicht, obwohl die Werbung für die Veranstaltungen z.T. verlockend klang.

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08.02. Markus hat morgens gebadet. Wir gehen ins Schmitz frühstücken und fahren dann nach Rolandseck. Chaos mit der Fahrkarte, keine Beratung. Kaufen die falsche. Vier Fahrten kostet mehr als eine Tageskarte für 5 in der Zone. Das macht keinen Sinn. Dafür fahren wir schwarz zurück und ich freu mich schon auf eventuelle Diskussionen, eine Gruppentageskarte Zone 1 haben wir auch zu viel gekauft, theoretisch. Da steigt keiner durch, durch das Preisgefüge. Landschaftlich ist es herrlich und sieht schwer nach Rheinidylle aus, Berge mit Burgen, der Fluss, Loreley-mäßig. Das Museum ist toll und heute ist Tag der offenen Tür und es kostet keinen Eintritt. Unten gibt es türkisches Büffet von Hausfrauen gemacht zu kleinen Preisen für einen örtlichen Verein. Jetzt haben wir also ausgesprochen Glück. Das tolle Museum haben sie in den alten Bahnhof reingebaut, dann unter den Gleisen einen Tunnel und dann einen Anbau auf der anderen Seite. Der Fahrstuhl ist gläsern und unten ist er verkleidet mit interessanten Betonverschalungen. Man fühlt sich wie Nibelungen, die aus dem Schacht kommen und dann zum Licht fahren. Oben sieht das Ding aus wie eine weiße Rakete. Tolle organische Objekte, Raumteiler und Räume von Ernesto Neto. Die Zelte sind gemütlich und toll, das Licht, der Stoff, die Stimmung. Wir sind uns einig, dass wir so was gerne zuhause hätten. So ein helle Stoffhöhle mit Lichtsauna. Wir relaxen, erschrecken Kinder, die kurz reinschauen und machen Fotos nach Herzenslust und haben unseren Spaß. Die bunten Dinger am Boden sind mit Bleikügelchen gefüllt.

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Oben ist Max Ernst und Arp. Das gefällt mir weniger, dafür finde ich die Sachen von Ernesto toll. Die Rentner lästern und sagen despektierlich „Privatbesitz des Künstlers“, also ich hätte es gerne und lieber als was von diesem Arp, den ich langweilig finde, wie Miro gepaart mit einem Architekten. Die Sitzsäcke darf man nicht mehr anziehen, weil die schon kaputt gegangen sind und die Styroporkügelchen auslaufen beschwert sich der Museumangestellte so nach dem Motto, das taugt nichts. Na und, das muss man halt nacharbeiten, wenn es benutzt wird. Das ist doch normal. In die Hängematte darf nur einer. Ich drücke ab als die Hinweise erteilt werden.

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Ich fahre dann mehrfach mit dem Fahrstuhl hoch und runter und schaue mit den Strang aus Strumpfhose mit Bohnen an, der hier hängt. Die Rentner trauen sich nicht einzusteigen und ich sage: „Kommen Sie ruhig rein. Ich bediene den Fahrstuhl und bringe sie hoch“. Das könnte ich noch ausbauen und als Performance den ganzen Tag machen. Auf der weißen Seite gab es Cello-Musik eines Schülerchors. Ein toller Tag. Die Sonne scheint.

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Doch kein Dom, zurück, fertig machen. In Mühlheim zum Türken. Ich denke an den Anschlag in der Keupstraße. Der Türke ist leider mittelmäßig und Stephan bekommt auch kein Künefe.

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Die ganze Bahn war schon voller junger Hippster und ich frage mich, wo ich da reingeraten bin. Wir schauen erst nach oben und kämpfen uns dann mit Markus nach vorne. Besoffene junge Männer sind der Meinung, dass wir es wohl doll getrieben hätten. Zwischen Stephan, der fies ausschaut und Markus, der echt kräftig ist fühle ich mich sicher, habe nur Angst, dass Bier auf mein Seidenkleid verschüttet wird. Die Band ist toll. Ich frage mich, wer noch singt. Ich sehe alle und kontrollieren ihre Münder, d.h. den beeindruckenden Schlagzeuger, der erhöht sitzt und zwischen mehreren Geräten wechselt mit seinen schwarzen langen Gummihandschuhen und den Bassisten, der auch Gitarre spielt oder nur Gitarre. Wer ist das das? Markus will mich immer zu sich ziehen. Nein, ich sehe super, alles gut. Ich frage mich dann auch, wo die Geräusche herkommen, die wie Kinderinstrumente klingen. Macht die der Bassist, der Gitarrist ist mit dem Fußpedal. Irgendwann greift mich Markus und zieht mich zu sich und zeigt mir den Keyboarder, der ganz links steht und den ich nicht gesehen hatte. Geil. Ich muss lachen, wie ignorant ich sein kann. Das finde ich lustig an mir. Nach dem Konzert wollen 5000 Leute ihre Garderobe abholen. Leider schließen die Tresen. Als man dann mit Absperrband nach vorne getrieben wird wir Schafe, verschlechtert sich die Laune. Wir kriegen einen Bus. Ein junges Mädchen hält ein Schild vor der Brust und will noch nach Aachen. Stephan bekommt doch nicht das Künefe, was ich ihm versprochen hatte. Der Kellner hat es vor dem Konzert nicht auf die Reihe bekommen. Die Bahn fährt auf einmal nicht mehr in 5 Minuten, wie eben auf der Anzeigentafel zu lesen war, sondern in 22. Die Öffis sind hier echt b-mäßig. Wir fahren U-Bahn. Ein abgehalftertes Faschingspärchen, um die 50, dem Alkohol zugewandt, reichlich schon getankt, die Perücke bunt, die Schminke verwischt, immer wieder fallen die Augen zu wie sie aneinander gelehnt da sitzen, begleitet uns. Auch heute kein Ausgehen.

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09.02. Den Typen auf der Etage mit den Pflanzenvorhängen kenne ich schon vom Sehen. Der steht morgens immer am Fenster und telefoniert. Alt-j. Das ist das Zeichen, was die eine ältere Frau bei uns in der Ecke auch immer wieder während des Konzerts gemacht hat, aber als Einzige, so nach dem Motto, ich kenne mich aus und tanze auch ganz viel und gucke immer, ob einer guckt.

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Was getrennt machen, wir zu Alain, sie noch mal ein bisschen Köln schauen, es ist ihr erstes Mal, sich später treffen. Wir gehen zu einem Humana mit einer ganzen Etage Faschingssachen. Da landet alles aus dem Kaufhaus wo wir waren. Kaufe nur ein winziges Seidentuch mit Blumen und Schmetterlingen für meine Mama für 2,- €. Sonst viel Mist. Alain treffen, den dritten Tag in Folge im Schmitz. Die Klos sind ja toll.

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Ihm gefällt das Buch und er kann es sogar vielleicht beruflich nutzen. Er erzählt was von einem Friedhof in Flensburg, der schön ist, irgendwas mit den dänischen Nachbarn und einem riesigen Sockel, auf dem steht ein Löwe, Stephan versteht eine Möwe. Der Witz des Tages. Da Alain auch Karikaturen zeichnet, wird der vielleicht mal umgesetzt. 3 Quiche für zuhause, Süßkartoffel-Chorizo gestern war so lecker. Das Papier vom Schmitz ist auch schön. Noch mal Zuckerware in der U-Bahn. Nein, ich gebe noch nicht auf. So leicht nicht. Bahlsen Kekse, dunkler Keks, weiße Schokolade. Eulen nach Athen tragen, aber ich habe sie hier noch nicht gesehen. Die Koffer in den Automaten, dann zum Dom. Es ist windig. Am Kölnisch Wasser Haus und den römischen Resten gehen wir auch noch vorbei. Die Ausstellung über entartete Kunst, die beschlagnahmt war und in einem Keller gefunden wurde, haben wir nicht geschafft.

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Im Zug kein Mahjong, stattdessen lesen, Schokokekse essen, stricken, zum Fenster raus schauen. Ich spüre es wenn die Schwebebahn in der Nähe ist. Vielleicht mal eine Schiffsfahrt auf dem Rhein. Mir fällt ein, dass ich meinen TCM-Tee habe stehen lassen. Wie passend, hatten wir doch eine TCM-Apotheke gleich nebenan.

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Es war ein sog. Granulat in einer weißen Plastikdose. Ich frage die Jungs, ob sie was gesehen haben. Ich hatte in ganz schlechter Schrift Regel drauf geschrieben, weil es dafür wohl mal verordnet war bzw. gegen entsprechende Beschwerden. Markus hatte gelesen „Regal“ und hat es ordentlich wie er ist, Martha in den Schrank gestellt. Auch lustig, wie ich finde. Ich verwerfe die Idee zu versuchen es zurück zu bekommen. Ich mag zwar solche ehrgeizigen Projekte, aber verwerfe es doch, weil es bedeutet andere zu nerven, Martha und vielleicht auch Susann. Nein, das will ich nicht. So viel war da auch nicht mehr drin. Zu aufwendig, alles verrückt machen. Abends kein Kino, Inherent Vice OmU muss warten, schaffe ich nicht, vielleicht in Wien im Gartenbau, meinem Lieblingskino. Sport schaffe ich auch nicht, nur Sofa und Quiche und früh ins Bett. Die tolle Leuchtreklame an der Hausfassade gegenüber mit dem Typen, der sich langsam mit Bier füllt und dadurch gelb wird und dann Locken bekommt, hatte ich leider nicht nachts fotografiert. Tags macht es nicht so viel her.

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10 Tipps für die Warteschlange beim Ski-Lift

Tipp 1: Bete ein Gesätzchen des Rosenkranzes. Du kannst zum Beispiel bei jedem „Gegrüßt seist Du Maria“ Gott für etwas anderes danken oder bitten.

Tipp 4: Ein alter Schmäh, aber immer wieder lustig für zwischendurch: Tipp deinen Freunden auf die Schulter und dann tu so, als ob Du es nicht gewesen wärst. Ich amüsiere mich immer noch köstlich dabei….

(Zitate aus der Kirchenzeitschrift vom Besuch Februar 2014).

Nachdem die Wienreise zu meinem Geburtstag ganz ohne Reisebericht geblieben ist. Es war doch zu stressig in der Gruppenreise und es allen Recht machen wollen und in meinem Wientagebuch findet sich nur das Datum den 17.07.2014 als Eintrag. Schwamm drüber. Dieses Mal sind nur der Hase und ich unterwegs in der Stadt, die wir schon gut kennen mittlerweile, so dass mein Kollege mich nach der Rückkehr immer fragt, ob ich da bald hinziehen werde. Hinziehen nicht, aber ich überlege kurz meine Klimabilanz – auf die mich Tyark gleich am ersten Abend anspricht (ja, ich weiß und geräucherter Thunfisch als Vorspeise auch schlecht, aber mit Rotkrautsalat echt interessant und mal was anderes) – ganz in den Arsch zu fahren und ein Jahr lang jeden Monat ein Wochenende nach Wien zu fahren. Januar und Februar sind schon fix.

Beginnen wir chronologisch. 08.01.15. Harte Landung. Da dürfen die Bandscheiben nicht angeschlagen sein. Das Taxometer rast, Harald ist Minimalist und die Wohnung wirkt eher wie ein durchgestyltes Hotelzimmer. Das Klopapier fehlt auch, wie mir später erst auffällt. Dafür ist der Blick über den Yppenplatz toll und die Eingangstür mit Eisenstäben wird mit einer Kombination geöffnet. Das finde ich immer praktisch. Das Wetter unter uns ist nicht eine verkitschte Tratoria, sondern sehr schick und stylisch mit Collagen u.a. farblich sortiertes Emailkochgeschirr mit passenden Weihnachtskugeln dazwischen. (Ich mache nur schlechtes Foto von dem Arrangement mit Aschenbechern). Nette junge Kellner, italienisch geschriebene Karte und sehr lecker, gerade die Vorspeisen. Gebackener Ricotta mit Linsen und Feigen und ein Hauptgang, der nur aus leckerem Gemüse besteht und ich meine nicht das Übliche bei uns hier mit einer Tomaten-Käse-Sahne-Soße überbacken. Entspannter Abend mit Tyark und später stößt Sandra dazu, die Abendschule macht. Sie haben einen schwarzen Hund aus dem Tierschutz mit einem schönen Gebiss, der nach Cuxhaven nur einmal pinkeln muss und wir so ein gemeinsames Thema. Wir sind älter und vernünftig und übertreiben nicht am ersten Abend. Die Heizung ist volle Möhre an und Stephan dreht höher statt runter. Die Therme springt die ganze Nacht über an.

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09.01. Morgens träume ich realistisch. Meine Eltern sind tüdelig und dankbar. Dietrich lässt durchzählen und verschenkt 10 Stücke Kuchen zu seinem Geburtstag „ans Publikum“. Arnhild hat Shampoo umgefüllt und fragt mich nach einer Binde, gebraucht? wir kennen uns ja gut, eine Frau lacht. Irgendwie eine Familien- oder andere Feier. Dann geht es um einen blau-grünen Pudel mit langem Dackelkörper, der durchsichtig ist, wie aus Glas. Das kann doch kein echter Hund sein. Ich sehe den Schwanz innen im durchsichtigen Bauch. Männer, die ihrem Dobermann Maoam füttern. Ich tanze im Nachthemd und Bettina von unten und die anderen Frauen sind auf sexy gemacht mit langen blonden Haaren. Ich soll den besten Act wählen und entscheide mich für den DJ, der Freitagmorgen so rockig aufgelegt hat. Es sind Schweizer da, denen ich erzähle, dass wir immer bei Billa einkaufen. Ach nee, das ist ja österreichisch, aber irgendwie ähnlich für uns.

Nach dem Erwachen der Blick auf den Yppenplatz. Wir sind voller Tatendrang. Ich mache mit zwei kleinen Kannen die Tee-Melange. Weil wir exotisch aussehen, spricht uns ein Händler unvermittelt an mit „welcome“. Sonst ist weit und breit keiner. Wir lachen uns kringelig und Stephan sagt: „ham and eggs“. Die Tonkunst bestehend aus zerfließenden dünnen Körper mit dem ein oder anderen Symbol dazu sieht zum Fürchten aus und Freud lässt grüßen. Das Rasouli macht erst um 9:30 Uhr auf und wir müssten noch über 10 Minuten warten. Wir frühstücken im Ando Café. Der Tee schmeckt schrecklich. Das ist eine Schande für ein türkisches Café. Das Haloumi-Ei mit Avocado-Creme aber schmeckt gut. Die Altwarenhändlerin macht eisenhart erst um 10:01 Uhr auf, auch wenn sie schon im Laden ist und ich meine Nase platt drücke. Richtige Phantasiepreise und schlechte Laune. Mit einem „ja, bitte“ werde ich begrüßt. Ein paar alte Ohrringe für 2,- € sind gut gepreist, sonst Ramsch für teures Geld. Teller bei denen das Entenmotiv in der Geschirrspülmaschine geblieben ist. 3 Stück nur 20 €, von wegen „Geld sparen mit Altwaren“. Im Schaufenster hängt der Beweis, dass sie billiger sind als ebay. Für das Seidel-Erlebnis ist der Laden nicht schlecht. Stephan sucht einen Trafik auf für eine 72 Stunden-Karte. Wir sprechen es englisch aus traffic und als Stephan wieder kommt, schwärmt er mir vor von einem Zigarettenautomaten, den sie mit einem Bekennerschreiben in die Luft gesprengt haben oder eine Drohung an die Täter hat einer draufgeschrieben. Auf dem Weg ins KHM hält die Bim direkt vor dem Eiles. Kurzer Zwischenstopp wegen alter Zeiten. Den Typen, der mit dem Foto bei uns im Separee an der Wand hängt, kommt mir bekannt vor. Der Keller schaut auf Stephan und fragt: Mehlspeise? Er kennt seine Pappenheimer. Was sind das für Kekse in der Vitrine will ich wissen. Für Veganer, lautet die Antwort, „ohne Zucker“. O.k. hier hat er was missverstanden. Sunla ist schon drin. Velasquez hat immer diese schlecht gelaunten Königskinder gemalt. Die Pferde haben sehr viel und schönes Haar und kurze, dünne Beine. Die Ausstellung haut mich nicht so um wie der Lucian Freud letztes Jahr. Da musste ich heulen, so schön fand ich die Fleischlichkeit und Vergänglichkeit der Bilder. Danach habe ich mich bei Lucas Cranach und dem anderen Zeug gefragt, was die für Barbies gemalt haben, so perfekt und flächig wie hier die Haut gemalt wurde. Bei Velasquez finden sich vor dem Eingang Zitate anderer Künstler, die gesagt haben sollen: Velasquez hat Originale gemalt, alles anderen Kojen oder so ähnlich, so nach dem Motto, nur er konnte malen. Das finde ich mehr als übertrieben. Das KHM ist der Beweis des Gegenteils. Was ist mit Caravaggio? Hallo? Die Archimboldo-Blumenfrauen sind aber sehr schön. So zart und durchscheinende und von den Brustwarzen bis zu den Bestandteilen der Augen besteht alles aus Blüten, dazu versteckte Insekten um auch ein bisschen Morbidität zu haben. Sie sind in modernen Glasrahmen gehängt mit Mosaiken, die sehr gut passen und die Farben aufgreifen. Ja, davon hätte ich gerne eines für Zuhause. Das würde mir auf ewig gute Laune machen. Dann Josefstadt. Teurer Second Hand Designer Laden, ich gehe nicht rein. Überteuerte Kurzwaren, gut davon kaufe ich welche. Ich bin unausgelastet und dann stürme ich den Humana und kaufe mich glücklich. 10 Teile. Eine Frau will Beratung wegen eines Pelzmantels. Macht der sie dick. Ja, steht ihr nicht, der Schnitt. Meine Antwort hat ihr wohl nicht gefallen und sie fragt mindestens noch 4 andere Kundinnen. Er kostet doch nur 400,- €. Ich habe vor der Kasse einen Tsumani aus Altkleidern verursacht. Eine andere hat einen Hund dabei, der alle böse ankläfft und anknurrt. Vorsicht sagt die Frau und ich frage, wer ich oder der Hund. Zur Belohnung wird er an der Kasse wie ein Baby auf den Arm genommen und auf den Rücken gedreht und knurrt weiter. Davor waren wir bei Billa und Bipa und haben Klopapier und alles Mögliche eingekauft und sind schwer beladen. Ich liebe übrigens den Fußhebel an den Mülltonnen und halte die Erfindung für genial. Radwege und Züge können sie nicht, aber Hotdogbrötchen mit Spritzschutz und Beinhebel an der Mülltonne schon. Von jedem Land kann man was lernen und es gibt was, was sie besser machen und man übernehmen könnte. Unter den Heiligenfiguren (der Mönch mit der Taube für 2,- €) steht übrigens San Francisco, aber Billgneuware kaufen habe ich mir verboten. Irgendwo muss ja auch Schluss sein so endlos sonst geschlemmt und gesammelt wird.

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Nach Hause, umziehen und ins Hohensinn. Nach dem Internetauftritt befürchte ich ein schnöseliges Ehepaar, aber es kommt alles ganz anderes. Die Frau ist supernett und wir scherzen, das wir so viel schon erledigt haben, dass wir wieder fahren können, wenn sie nicht noch was weiß. Sie hat leckerste Weine und gibt mir Wientipps u.a. das Hofmobiliendepot und das Café Florianihof, nachdem wir uns einig sind, dass das Hummel kaputtrenoviert wurde. Ihr Witz kommt später bei Sunla gut an. Geht ein Indianer zum Friseur, kommt raus und der Pony ist weg. Der Mann dazu ist auch total nett und kocht wie ein Gott. Wir werden immer wieder mit Zwischengängen verwöhnt. Rote Beete Suppe mit pochiertem Wachtelei und Saibling-Kaviar. Am Nachbartisch etwas ältere, gut situierte Wiener, die Silvester beim Howarth in Berlin waren und bei einer Autoschau und sich für unsere Unterkunft interessieren, privat und wie funktioniert das? An diesem Abend ist alles lecker, das Kalbfleisch von Stephan, was ich sonst nicht so mag, ist total schmackhaft. Ich habe das Wallnuss-Blauschimmelkäse-Risotto und die Nachspeisen, gerade das Kürbiskernparfait sind die Knaller, nicht Kürbiskernnachspeisen für Arme, wie im 11 A, sondern richtig satt. Ich glaube, diesen Laden werden wir im Auge behalten.

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Total befriedigt und glücklich fahren wir zum Antonsplatz und treffen Andras, Sunla und Gela. Ich trinke nur noch Tee, aber Andras macht großzügig Weine auf. Der Trachtenrock aus Hamburg ist vermutlich nichts für Julia, aber der Faltenrock mit Kord in Weinrot steht Sunla. Mal sehen. Um 1 Uhr nehmen wir den Nachtbus. Endstation Psychiatrisches Zentrum. Es ist sehr windig und ich muss meinen Hut festhalten, sonst ist er weg. Die Temperatur im Apartment ist viel angenehmer. Große Erleichterung.

10.01. Markt vor der Tür. Ich kaufe gleich ca. 3 kg Käse und der Bio-Laden im Hof ist toll. Leckerste getrocknete Apfelringe. Jeder schmeckt anders und die Rohmilchbutter zu 5,- € ist sehr lecker. Ich kaufe 2 unterschiedliche Sorten. Am Preis wollen sie noch arbeiten. Es sind zwei Zwischenhändler, dann noch Erdbeeressig und Blütentee, den ich dann für 50 Cent bekomme, weil die Verpackung angelaufen ist und es die letzte ist. Außerdem ein halbes Kilo Wallnüsse. Ich bin glücklich. 2 Ringe bei Milch. Ein Schwimmer (Eisenbahnfigur) im blauen, runden Becken. Die Frauen sind teurer als die Männer, was ich nicht verstehen kann. Das Wetter ist sonnig und Bombe. Stephan bringt die Einkäufe hoch, ich sitze wieder unten im Wetter. Wir wollen zum Kutschkermarkt. Auf dem Weg Antiquitätenhändler, die wirklich schöne Sachen haben. Jugendstillampen aus Metall, die man an einem Flaschenzug nach unten ziehen kann. Er ärgert sich über eine Tussi, die für 3 Biedermeierteile (Vase aus geschliffenem Glas, Wasserkrug mit Silberdeckel und noch was) statt 300,- € 200 zahlen wollte. Dann soll sie mal im 1. Bezirk gucken, was sie dafür zahlen muss. Ich sage, er hat Recht, soll sich aber nicht ärgern. Nein, fährt jetzt den Hund abholen. Zeigt uns den Malteser, der mag die Stadt nicht, zu laut. Er kennt nur den Garten und ihn und die Frau und den Sohn. Alles andere ist ihm zu anstrengend. Dann ein Juwelier, schwuler Sohn und Vater. Die Tür ist abgesperrt. Ich interessiere mich für ein Armband aus verschiedenen Plastikperlen, die farblich sehr gewagt zusammengestellt wurden auf Elastikschnur zu 6,- €. „Das machen sie selber“ erklärt mir der Rentner wie ein Kindergartenkind was auch passt angesichts der Plastikkugeln, die nur aus einen Gummifaden aufgezogen wurden. Sie können auch Echtschmuck, aber die Kundschaft verlangt es heutzutage. Ich zeige meinen Schwimmer, den der Senior mit einem Vergrößerungsmonokel sich anschaut. Stephan hätte die ganze Szene gerne gefilmt. Wir ziehen weiter. Es ist zu spät für den zweiten Markt. Wir sind an der Ottakringer Brauerei und dann scharfe Käsekrainer. Die Wurstverkäuferin trägt eine Nasenprothese. So was habe ich noch nie gesehen. Es ist schon wieder ganz schön viel Uli Seidel für einen Vormittag. Dann zur Mariahilfer, Fuzo wird nur bedingt verstanden und umgesetzt (und es war schwer genug, wir haben die Diskussionen teilweise zumindest verfolgt), damit war zu rechnen. Hofmobiliendepot. Tolle Spucknapfsammlung (wozu haben die so viele Spucknäpfe gebraucht? Kommt das vom Pfeiffenrauchen und dem Schnupftabak, der so beliebt gewesen sein soll?), riesige Kinderkarre, eine Mischung aus Louis XIV und Munsters und Biedermeiermöbel zum Ausprobieren. Da kann ich sogar in aller Ruhe Planken bzw. für ein Yoga-Foto posen. Hier würde ich sogar die Bilderuhr nehmen, die aber keine ist, sondern nur so ein Spielwerk hat und die Figuren bewegen sich reichlich, aber ohne Uhr – wie schön. Die Zimmer halte ich auf den Postkarten an der Kasse noch für Puppenstuben, aber sie sind echt (Sissi mag ich auch, wenn sie chinesisch spricht). Ein toller Tipp und die Möbelsammlung ist besser als im schicken Mak, was wohl überwiegend von der repräsentativen Lage lebt. Die Muster sind toll und eine Freude anzuschauen und bei den Möbeln fällt mir Hader ein, der einem erklärt, warum die Diktatur bei der Möbelqualität hilft. Damals hatten nur wenige Möbel, aber die waren dann auch entsprechend gut. In der Demokratie hingegen Ikea, aber dafür hat’s jeder und genauso will Erdbeerjoghurt, aber das geht sich nicht aus, weil so viele Erdbeeren gibt es nicht und dann müssen sie Sägespäne mit Erdbeergeschmack nehmen, weil die Leute die freie Wahl haben und alle wollen nun mal den Erdbeerjoghurt und keiner bestimmt, ihr nehmt ohne Geschmack und die anderen Apfel und nur er bekommt den Erdbeerjoghurt. Ich mache vor der Tür einen Engel im Schnee auf den alten Weihnachtsbäumen. Stephan schätzt es, dass ich immer zum Spielen aufgelegt bin. Kaufe dann Devotionalien der Wiener Linien (Magnetset mit U-Bahnen, nur die U 5 fehlt zur Symmetrie) und vor mir kann eine Engländerin nicht glauben, dass die Schülerjahreskarte für die Tochter nur 60,- € kostet. But kann sie auch mit Bussen fahren, ja, auch mit Busen, auch mit der U-Bahn und der Tram, ja, auch am Wochenende. But that’s so cheap. Dann vorbei am Yppenheim (komme ich da mal rein?) ins Kent und ja, wir haben viele Türken in Hannover, aber der Laden ist super. Die Vorspeisen sind erstklassig und ganz frisch. Ayran und Tee sind köstlich. Da es schon 16 Uhr ist, dürfen wir nur eine Kleinigkeit essen. Hier hätte man frühstücken sollen, die haben sogar Menemem. Der Marktplatz sieht aus wie ein Schlachtfeld. 3 kg für 1- €. Stephan sagt, ja und haben offenbar eine Gemüseschlacht damit gemacht, so wie sie alljährlich zwischen Linden und der Nordstadt auf der einen Brücke ausgetragen wird. Dill gibt es hier in riesigen Sträußen, nicht so armselig wie bei uns. Wienmuseum lassen wir ausfallen und legen die Füße hoch, schauen Fernsehen auf dem Bett. Es läuft ein Lokalsender. Frauen mit aufgespritzten Lippen auf einem Charity-Ball. Umziehen und los. Der Himmel macht so schöne Farben, dass man kaum glauben kann, dass es ohne Drogen und in nüchtern wirklich so schön sein kann. Wir treffen uns mit Sunla und Andras im Ostlicht und schauen uns die Fotos von Uli Seidel zu den Filmen an (mittelprächtig, auch kein Vergleich zu David Lachapelle im Sommer), noch mal ein Abstecher zu Billa mit der Billa-Karte der Freunde. Vor der Tür wartet der Pudelmischling, der einen Lederhut trägt wie Herrchen. und da der Abend eine Überraschung für Sunl sein soll, machen wir sie glauben, dass wir in die Oper gehen. Sie wittert die Finte. Seit wann gibt es Tische in der Oper? Ähhh. Loge, das ist die Loge. Dann wird sie weiter gequält und wir tun so als sei Ronacher mit einer Mary Poppins Aufführung das Ziel. Langsam bin ich selber gequält. Wir gehen nach Gegenüber ins Tiam. Es ist hauptsächlich stlyisch eingerichtet. Das Essen hat wenig Kalorien fürs Geld und ist sehr schick angerichtet. Ich würde mir nicht anmaßen zu behaupten, dass meine Suppen besser schmecken, so wie Sunla es kommentiert. Das ist so ein bisschen, wie zu behaupten, dass jedes Kind malen kann wie Picasso, also es irgendwie nicht richtig verstanden haben, aber Euphorie löst der Laden auch bei mir nicht aus. Immerhin haben wir einen Plan für die Faschingsparty und ein gemeinsames Motto. Stephan will in die Loos-Bar was trinken, schläft dann aber vor mir ein. Ich bin am nächsten Tag mit Sunla zum Yoga verabredet. Eine alte Bekannte, die jetzt ihr eigenes Studio hat, also lieber auch schnell schlafen.

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11.01. Morgens erst mal 25 Postkarten basteln bevor mein Mann aufsteht. Es ist die Satirezeitschrift Österreich (die nach Polizeischutz fragt wegen Paris), die mich immer zu Höchstleistungen anspornt und es sprudelt nur so aus mir heraus. Wir gehen ins Rasouli, wo man dem Typen beim konzentrierten Kochen zusehen kann. Die Mangold-Blinis mit lauwarmen Rotkraut-Erdäpfel-Salat und Senfsoße für unter 10,- € machen mich knallsatt. Dann ins Wienmuseum. Großer Kindergarten wegen einer Ausstellung im Erdgeschoss. Wir wollen Wien im ersten Weltkrieg sehen. Tolle Fotos von Rotkreuzhunden und Kindern, die Krieg nachspielen, damit man da richtig Lust drauf bekommt. Ich werde ermahnt und darf nicht weiter fotografieren (wegen Sonderausstellung). Die Handarbeitshefte erinnern mich stark an die Frauenhandarbeitsschulde Stuttgart und mein Erbe. Ich sage nur: Kein Knochen darf verloren gehen und die Steine aus den Steinfrüchten helfen die Fettnot zu bekämpfen. Beim Gästebuch schlage ich wieder zu. Sind eh die besten Kommentare wie im Standard zu dem Lesbenvorfall im Prückel, aber das kommt noch und ja, das Licht macht Schatten. Das 50er Jahre Arbeitszimmer des Vorstandes ist leider geschlossen. Wird es je wieder zu sehen sein?

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Im Floriani-Hof isst Stephan Powidl und ich werde nur abgeholt. Andras fährt uns mit meinem Elektro-Auto mit den versenkbaren Griffen zum Studio. Leider zahlen wir 40,- € für die Lebensgeschichte der Yoga-Lehrerin, die uns vor Ashtanga warnt, weil sie kennt welche, die 30 Jahre gesprungen sind und jetzt am Stock gehen, sie weiß die Namen. Claudia fragt mich später, ob ich geblieben bin. Ja, da bin ich Mitläufer, was blieb mir übrig. Ich wollte mir wieder Appetit machen auf das nächste Kaffeehaus und das ist gründlich misslungen. Genauso satt wie ich gekommen bin, gehe ich wieder, aber einer anderen Frau hat es so gut gefallen, dass es ihr schönstes Yoga-Erlebnis war, weil sie den herabschauenden Hund immer nur mit Schmerzen im Handgelenk macht (so verschieden kann es sein). Mich lobt die Lehrerin ja auch als „Naturtalent“. Auch wenn Sunla sagt, ich brauche Lästern wie die Luft zum Atmen. So ist der nicht gemeint. Es war halt nichts für mich und das Blödeste fand ich die Zeit, die dafür drauf ging. Da hätte ich lieber bei Sunla im Atelier getuscht und wie hätten uns unterhalten können, statt auf der Matte sitzen und zuhören.

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Andras und Stephan warten im Kid vor der Tür. Sie waren bei 2 Ausstellungen. Toulouse Lautrec und noch was. Der Vietnamese, den wir im Blick haben, ist voll. Gegenüber ist der Humana in der Neubaugasse. Wir gehen ins Wild. Die große Zimmerpflanze gibt es nicht mehr. Das Essen ist Durchschnitt. Nur die Topfen-Nougat-Knödel müssen nachbestellt werden und die Säfte sind lecker. Die Freunde von Andras und Sunla, die wie dort treffen, sind sehr nett. Sie werden bei unserem nächsten Besuch zusammen nach Istanbul fliegen. Die Leidenschaft verstehe ich. Es gibt wohl viele Architekten in Wien, unser Vermieter, der eine Mann beim Yoga, das befreundete Pärchen. Die haben einfach deutlich mehr davon als wir. Für Architekten sind sie sehr nett. Das Kompliment können sie zurück geben. Ich bin nicht so gesprächig und blättere in meinem Schulbuch von 1972, was ich vor dem Yoga in einem Bücherschrank in der Josefsstadt gefunden habe. Stephan ist schweigsam und isst Magnesium, bestellt dann aber trotzdem noch einen Weißwein. Das regt mich auf.

12.01. Ich träume, dass Lieder erraten werden soll. Nach den ersten Takten sagt Stephan: Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz“ und ich melde mich. Er sagt es so leise, dass der Moderator ihn nicht versteht. Lauter oder soll ich es für ihn sagen? Auf die Frage sagt er gar nichts mehr, wie im Koma.

Packen, Espresso in der Wohnung, dann den Stadtteil weiter zu Fuß erkunden. Wie Stephan zu Recht sagt, hier wohnt eine Mischung aus Türken und Szene, während der 10. Bezirk eine Mischung aus Türken und Deppen ist. Das ist etwas Böse gesagt, aber was Wahres ist dran und nichts gegen Deppen, aber die Szene hier macht es zu so etwas wie dem Linden von Wien. In der Parallelstraße gibt es viele Plätze, die u.a. Richard-Wagner-Platz heißen. Die Sonne scheint. In der Straße fährt die Tram und es gibt mindestens 4 Lederwaren- und Koffergeschäfte mit Handschuhen, aber wie lang noch. Jetzt unterscheidet das noch Wien von Berlin, dass sie sich Einzelhandel leisten können und nicht nur Bon Prix und kik. Der Humana hier ist scheiße, nur schlechte Neuware und wir fahren zur Neubaugasse. Hier kaufe ich wieder den halben Laden leer. Ich kann doch nicht 2 Mäntel kaufen. Einen schwarzen, 50er Jahre, hohe Schneiderkunst mit etwas Persianer, Rippenmuster, tollen Knöpfen muss sein. So elegant. Ich bin doch wieder auf Schwarz. Der zweite ist ein brauner, kurzer Wollmantel mit Karomuster, aber unregelmäßig und interessant und auch ganz tolle Knöpfe gekauft, aber das ging nicht. Er stand mir, aber die Vernunft hat gesiegt, was heißt Vernunft, ich hatte schon 17 Teile gekauft. Ich habe keine Billa-Karte, bin aber Humana-Mitglied. Es ist auch ohne den zweiten Mantel schon zu viel. Ich mache die junge Verkäuferin mit Zahnspange offenbar so nervös. dass die alles 4 mal eingeben muss, weil sie sich immer wieder vertippt. Ich frage und ja, Stephan hat den Überblick.

Beim Vietnamesen wird die männliche deutsche Bedienung zur Sau gemacht (vermutlich der Neue). Lieber langsam arbeiten und keine Fehler machen, falsch einbongen und sie kochen es dann. Das macht dem Chef schlechte Laune. Es geht etwas auf die Stimmung den Streit immer mitzubekommen, aber das Essen ist sehr frisch und lecker. Dann ins Hundertwasser Haus zur Fotoausstellung. Das Paar war 80 Jahre zusammen, sie kannte sich seit dem Kindergarten und lebten in Brooklyn. Das beeindruckt. Waren in Coney Island mit den Avedons (man kannte sich damals wohl in der Szene). Sie hat Modefotografie gemacht und er hat seine Frau viel fotografiert (zumindest in jungen Jahren) und wird zitiert: Mich interessiert die Schönheit, die Mode interessiert mich nicht. Das ist bei mir genau umgekehrt. Der wellige Fußboden in dem Hundertwasserhaus hingegen nervt und was hatte der Mann gegen gerade Linien. Ich will lieber Bauhaus als dies hier. Die Kunst von ihm ist noch schlimmer. An der Ecke ein Wirtshaus Dreieck, was mich gleich anspricht und interessiert fürs nächste Mal oder eines der nächsten Male. Ein Autoplakat mit echten Scheinwerfern, die einem zuwinken. Dann doch Naschmarkt. Wir werden vom Standard fotografiert als Pärchen (nette junge Frau, die uns anspricht), dann kurz zu Urbanek, dann Zotter Trinkschokolade, eine ganze Tüte voll und letztes Station Sperl. Die Chefin vom Prückel schmeißt ein lesbisches Paar raus. Ob das so schlau war. Und ich nehme es ihr nicht ab, dass der Begrüßungskuss an sich eine Erregung öffentlichen Ärgernisses war und sie auch ein Hetero-Pärchen herauskomplimentiert hätte. Wer soll das glauben und verlieren die nicht große Teile ihrer Stammkundschaft mit so was? Die Bedienung hier, die ausschaut wie eine Turnerin erkennt uns und platziert uns vorne wo reserviert stand. Ob sie meine Persianerjacke mag? Ich hätte Lust ihr was zu schenken. Ich habe sie allerdings selber geschenkt bekommen. Zusammen suchen wir Kuchen am Buffet aus für unsere Tupper. Nach der Runde Kuchen noch 2 Palatschinken zum dort essen, dann ein Kellner, der nicht reagiert, eine Bim, die nicht fährt und dann zu voll ist und auch nicht richtig voran kommt. Ich bin gestresst auf den letzten Metern. Wir sehen Sunla noch kurz. Sie wollte die Wohnung sehen und ist unser Notnagel, falls nicht alles mit geht. Langer Weg zur Station (auch ein Nachteil gegenüber der Wohnung von Jasmin in Hernals); der Griff vom Koffer hat sich gelöst was die Sache nicht leichter macht. Polizeieinsatz im vorderen Abteil der Bahn (mehrfaches hektisches Ein- und Aussteigen), dann steigen wir falsch um bzw. aus (Spittelau). Ich muss meinen Koffer selber tragen und Stephan will unbedingt die Förderbänder am Flughafen benutzen, ihm ist kalt und er hat Kopfschmerzen Das hätte mir alles zu denken geben müssen. Jetzt weiß ich: wenn ich meinen Koffer selber tragen muss, ist mein Mann todkrank, kurz vor Ableben. Stephan hatte dann Grippe. Was ich nicht geschafft habe: Rathaus Café, Kantine vom Akademie-Theater, salzige Torte bei Aida, neues Reisetagebuch von Waniek, neue Wurstsorte beim Würstchenstand am Dr. Karl-Renner-Ring, Bosna? Schön-schaurig in der Gemäldegalerie (die Ausstellung, die noch bis Februar geht), Madelaines im Meinl (auch für Katharina), der Öko-Laden im ersten mit den Glasringen. So der Plan, alles schon vorgeplant, aber das ist nur ein Entwurf, sich treiben lassen macht auch Bock. Am Flughafen HAJ treffen wir Arash, einen Studienkollegen in lässiger Lederjacke, der sich wirklich gut gehalten hat, wie Stephan anmerkt und aus Frankfurt kommt, wo er im Designer-Outlet eingekauft hat, seinem Humana offenbar. Unsere Flieger sind gleichzeitig gelandet.

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Weihnachten im Land von Kunst und Krempel

Vor der Abreise so viel liebe Post viel aus Wien und dann passend ein Buch über Wien von Alex, einer treuen Freundin, einst Studienkollegin und Weihnachtsgrußschreiberin seit vielen Jahren. Die Kinder auf den Karten sind mittlerweile von niedlich zu erwachsen gewandelt. Weihnachten, eine Reise die endlos lang erschien und schnell vorbei ging. Der frühere Zug, in Würzburg mal kein ICE sondern ein Regionalexpress, andere Strecke, schöne Aussichten vorbei an klanghaften Weinorten. Ich sage nur Iphofen. eintauchen in die Welt der einheimischen Bevölkerung. Mutter und Tochter, die sich über die Männer auslassen, die entscheiden können, was die Frau kochen soll und denen dann nichts einfällt oder die Silvester nicht mit zu Freunden wollen, obwohl das optimal ist, weil gleich in der Nähe und sie auch keinen Alternativplan habe. Dypisch, die Kerle. Grand Hotel mit amerikanischen Gästen, einer Frau aus New Jersey, die eine Donaukreuzfahrt vor sich hatte nach Wien, das Haus der Großmutter suchen, was vielleicht nicht mehr steht oder es sei ein Starbucks drin und die dann am ersten Tag gefallen ist und die Reise absagte. Sie und ihr Mann liebten unseren Reisehund Suki, der gleich angelaufen kam, als er einen Rollstuhl gesehen hat und gerne hätten sie den Hund gesittet als wir in der Oper waren und es wurden dann später Fotos des heimischen Westhighlandterrier auf dem Handy gezeigt. Auch viele Russen, 3-jährige mit Armani Strampler und Japaner, Miso-Suppe am Frühstücksbüffet. Der Hund ist anpassungsfähig und das Luxustierchen liebt die Indoor Rennbahn, die langen Flure mit Teppich ausgelegt.

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Neben dem Frühstücksbuffet viel fränkische Küche und liebe Freunde. Spätzle und Klos. Der Wein: großes Gewächs. Dann in die Nürnberger Oper zu Turandot. Beim zweiten Klingeln fährt Stephan auch schon mit dem Taxi und den Opernkarten vor. Die Jungs waren viel nervöser als ich.

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Der Weihnachtsmarkt ist eine Herausforderung für jeden Hund. Suki hat jede Fuge untersucht. Zu viel gegessen, immer Frühstücksbüffet und mittags Würstchenhaus und abends richtig mit der fränkischen Lokalprominenz im Essigbrätlein (ich sage nur Kapaun zur Taufe) und dann wieder Frühstücksbüffet und noch mal Steichele, weil ich es dort liebe, gerade die Geweihlampen, die sonst im Germanischen Nationalmuseum hängen.

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Knallsatt fahren wir weiter nach Bayreuth. Der Hund hat einen riesigen Nussbeuge vom Café Neef geklaut und komplett verzehrt. Da bekomme ich schlechte Laune, wenn man mir Essen klaut, aber was soll ich machen. Die Beweise liegen klar auf der Hand, aber ich müsste den Bauch aufschneiden und den Forensiker ranlassen und das Tier schaut mich so unschuldig an. Suki passt super zu mir und post wie ein Profi. Ich hole die Kamera raus und sage Hoppa und er springt auf die Plastik im Park. Nur das Foto ist scheiße….Nürnberg bietet ein cooles 50er Jahre Café Regina sowie einen kultigen second hand Laden Richtung Fürth, in denen man echt noch fündig werden kann. Daniel Richter und die Hänlein-Uhrenfälschung schaut sich nur Stephan an und Suki und ich lassen uns davon berichten. Ach ja und das Kicker-Magazin haben wir auf der Gassigehrunde auch entdeckt. So was.

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Kochen, ich will Spätzle lernen und in die schwäbische Tradition einsteigen, weil das bringt mir mehr als die Weihnachtsgans á la Tante Luise. Ich bin nicht sonderlich begabt und produziere „Adler“, vor allem wenn mir Paps über die Schulter schaut, aber es schmeckt trotzdem. Dazu eingemachtes Kalbfleisch. Granola nach amerikanischem Rezept, außerdem Rugele werden auch in der dortigen Küche produziert mangels eines eigenen Backofens und unter der Anleitung meiner Mutter. Steffi aus der neuen Gruppe abholen. Es ist so gemütlich und entspannt dort, dass ich stundenlang verweilen könnte. Die Erzieherinnen drehen den Bewohnerinnen, die im Rentenalter sind Lockenwickler in die Haare, weil sich alle schick machen wollen für Weihnachten und Manfred, dem ich einen Hund aus meiner Sammlung für seine Vitrine mitgebracht habe, kommt den Gang entlang spaziert mit roten Augen und Frotteebademantel, wie jemand der stundenlang in der Wanne gelegen hat. Spaziergänge mit Suki als Therapiehund, Doppelkopf, stundenlang und so spannend, dass die Runde zu Ende gespielt werden musste bevor ans Telefon gegangen werden konnte. Außerdem den obligatorischen Kaffee im Rossi und einen Kuchen mit Mascarpone. Mästen ist angesagt.

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Feiningers Bruder und seine Familie im gemütlichen Atelier getroffen am Ofen. Die Hunde haben ihr Rudel verteidigt und gleichzeitig versucht es zu erweitern. Sehr geschickt.

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Kein Berliner DJ, dann lieber noch 2 Stunden Karten spielen vor lauter Erleichterung nicht ausgehen zu müssen. Ich habe Suki ein Rentiergeweih gehäkelt, was er tragen muss. Überhaupt viel gemütlich basteln und Handarbeiten. Ein Weinschatz, Rieslingspätlese 1993, der uns alle beseelt hat. Die Flaschen aus 1967 waren immerhin ein Kuriosum und haben dazu gedient ihre Etiketten mit Rheinkarte zum Basteln herzugeben. In die Bürgerreuth, mitten am Nachmittag und mit Korkgeld den geilen Riesling trinken. Hier gibt es Holzvertäfelung und Festspielstars aus vergangener Zeit hängen in schwarz-weiß Fotos an den Wänden sowie eine Eulendeko. Suki ist viel im Wasserschutzgebiet, was direkt vom Grundstück los geht. Hier gibt es gleich einen Laternenpfahl einen Kackbeutelbehälter mit ausreichenden Kackbeutelinhalt und alles was man braucht. Suki hat einen gesegneten Stoffwechsel und kackt ca. 7 mal am Tag. So viele Beutel kann man gar nicht parat haben. Die Bundesgartenschau 2016 wird um die Ecke derzeit vorbereitet und dann wird für 800 Tage der herrliche Radweg am Main entlang in die Stadt gesperrt sein. Suki hatte einen festen Schlafplatz und hat sich wohl gefühlt. Manchmal beim abendlichen Kartenspielen wälzte er sich auf den Perser Teppichen und machte abartige Knurrgeräusche und hat auf seinen Pfoten gekaut, wie ein Baby, was die Faust in den Mund steckt. Im Schnee habe ich Schneebälle geformt und er ist wie ein kleines Reh gehüpft, was ziemlich idiotisch ausschaute. Wenn ich sie mit der nackten Hand geformt habe (im Gegensatz zum Handschuh), findet er sich auf der Kommando „such“ wieder und zerbeißt sie. Wir sind alle glücklich und so satt, dass wir am letzten Tag nicht mehr Lebensmittel in der Stadt einkaufen.

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Wir packen das Auto von Detlef bis zum Anschlag mit Weinflaschen voll (meine Eltern haben Angst und ich denke auch, es wird klappern wie damals in den Verkaufsräumen bei Butterfahrten als die Schnapsflaschen aneinander klirren, aber alles ist still und zusammengesackt) und wir schüsseln nach Hannover. Ich pinkele direkt im Scheinwerferlicht eines Autos, während die Männer das Toilettenhäuschen benutzen. Der letzte Teil der Strecke ist mir fahrtechnisch zu dicht der Verkehr und die ganzen Lichter, die ausschauen wie Bremslichter. In Hannover übersehen wir fast eine Straßenbahn 100 Meter vor der Haustür und ich bin froh mit der ganzen Ware heil angekommen zu sein.

Weihnachten ging es thematisch auch um das Thema Homosexualität und da meine Schwester immer Sesam Straße schaut und zwar die alten Folgen wird mir das erste Mal bewusst, dass die auch in dieser Hinsicht politische Arbeit geleistet haben. Ernie und Bert leben zusammen, teilen ein Schlafzimmer und baden auch zusammen. Es wird ganz offenbar auch in dieser Hinsicht für Toleranz geworben. Bert hätte auch weiblich sein können, ist es aber nicht und wir finden das ganz normal.

Es blitzt gelb aus dem Wintergarten. Das Christkind hat die Bananen reif gemacht. Stephan behandelt sie wie Fallobst.

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28.12. Erst will ich nicht, weil ich mich nicht so fühle, immerhin habe ich Kunst und Krempel bei Youtube als Hörspiel entdeckt, dann Da Etna mit der Schwägerin.

29.12. Meine Betreute, die mal von mir weggewechselt hat schreibt mich an und erklärt mir, wie das damals alles war. Sie hat eine Ausstellung in einer Beratungsstelle. Frauen in Katzenkostümen. Werde ich mir anschauen, wenn ich mal da bin.

Das perfekte Dinner in Hannover. Die Stadt sieht so hässlich aus, die Leute sind lustig. Es muss Hannover sein. Die kleine quadratische Türkin, die Manti mit Fertignudeln, einem Haufen Hack, einer großen Dose Tomatenmark mit Margarine macht. Den Anwalt kenne ich vom Sehen und der ist ganz lustig.

30.12. Ein halber Tag nur, dann viel Basteln. Mit Elisabeth Taylor kommt ein durchgeknallter Typ in altmodischer Polizeiuniform (dunkelblau mit großer Mütze). Der will auch Betreuung. Nein, dem kann keiner hier helfen, auch nicht mein Kollege. Er fummelt an meinen Pflanzen im Treppenhaus und verschönert sie mit einem Bierkronkorken. Stephan bekommt Energie beim Sport von seinen Bananen.

31.12. Das Jahr mit lieben Freunden bei einer Runde Mahjong beenden. Besser kann ich es mir nicht vorstellen, seit Monaten wollen wir spielen und heute ist offenbar der Raum dazu. Leckereien aus Süddeutschland und der Schweiz sind in Hülle und Fülle da (sogar Sondereditionen, die es eigentlich gar nicht mehr im Handel gibt, dank meiner Schwägerin). Meine Mama hat Kekse extra für mich gebacken und mir auch welche mitgegeben. Ich weiß was Mutterliebe heißt….

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Ich mache ein Hütchen zum Jahreswechsel.

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Das soll nicht meine Art werden, dass ich immer einen Erklärungstext zu meinem Schmuck schreibe, wäre auch schlimm, aber am letzten Tag des Jahres ist doch alles anders. Die Puzzletiere sind alt und kleben schon ganz lange auf dem Holzstück. Sie waren womöglich sogar mal eine Haarspange, quasi vor der Zeitrechnung der Hütchen, die Altpapiertasse ist Öko und ich weiß nicht, wo ich die eingesammelt habe. Auf irgendeiner Reise muss es gewesen sein. Die Streichhölzer stammen von der Weinstube Fröhlich, das steht für Stuttgartreisen in der Vergangenheit und auch in der Zukunft, dann der Film Rosie, war nicht überragend, aber ich bin 2014 Mitglied der Perlen geworden. Dann der Leitspruch: „Dein zukünftiges Leben wird reich an glücklichen Freundschaften sein und auch sehr gemütlich“. Der stammt aus einem stofflichen Glückskeks von Heike und mit Heike und Georg haben wir unser Jubiläum gefeiert in Berlin. Das war auch ein Highlight 2014 und schließlich die Nähmaschine hinten, die für all die Stunden steht, die ich alleine bastele oder mit Steffi nähe.

Traders Joes toasted pumkins oil, was ich so lobe ist aus der Steiermark. Gut, dass Michi das gemerkt hat bevor ich Depp es nach Wien mitnehme.

Knallen um 1:30 Uhr. Jede Rakete wird einzeln gewürdigt. Meine erste ist lila. So entspannt. Die anderen denken, wir knallen am längsten. Unten die Party sieht deprimierend aus. Gabi schwankt durch die Räume. Die Hits waren den ganzen Abend schon grausam. Es war so schön mit unseren Freunden und so entspannt kann der Jahreswechsel sein. Ich bin glücklich. Erzähle noch, dass ich zwei mal in meinem Leben einem großen Irrtum bezüglich der eigenen Person erlegen bin. Einmal als Hippy-Mädchen. Hier hätte ich alles darauf verwettet, dass ich mein Leben lang nur lila tragen würde und ich habe mich geirrt. Dann habe ich mir lange Sorgen gemacht, wie es wird, wenn ich als Rentnerin noch in die Glocksee gehe, weil ich überzeugt war, immer dort tanzen gehen zu wollen und damals schon zu den Alten zählte und die Gleichartigen blieben nach und nach aus und dann hörte es mit einem Schlag auf und die Lust war vorbei. Der zweite Irrtum meines Lebens. So und jetzt kommt mit 2015 die Weisheit und Erkenntnis….oder lieber weiter unvernünftig. Ich will einen Bananenböller bauen.

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weit mehr als Zürich und die Ostschweiz

28.11. Landen mit Verspätung wegen Nebel in St. Kloten, die Schwägerin holt uns ab. Über den Wolken war das Wetter allerdings mal wieder prächtig.

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Lange Bahnberatung und dann doch den irrsinnig teuren 5-Tage-Schweizpass, die Flatrate für die Schweiz Bahn, inklusive Eintritt in die Museen. Mit Gepäck durch die Stadt vorbei an diversen großen Einkaufsmalls in die Peripherie der Großstadt und dann mit dem Bus 600 Meter nach oben ins Heidi-Land, Almhüttenidyll, zum Fondue. Ich ergattere die Kinderpostkarten im XXL-Format vom Nachbartisch. Die Gaststätte übernimmt die Frankierung und wir haben einen kleinen Zeitvertreib. Eine an meine Schwiegereltern und eine nach Hannover-Linden. Meine Cousine kommt. Nach einem Topf warmen Käse und 2 Nachtischen bin ich so satt.

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Barb nimmt uns mit zu sich. Der Hütehund ist übernervös und sensibel und will gehorchen. Er hat in seiner Box mit bei geschlossener Tür gewartet. Die Kinder sind enttäuscht, dass sie sich einen Adventskalender teilen müssen. Dafür bekomme ich einen Buttonauftrag mit, der vor Weihnachten noch fertig sein muss. Jetzt weiß ich wie Santa sich fühlt. Ich lerne die Technik des Loom, mit Häkelnadel und kleinen bunten Gummis werden Armbänder gemacht, die alle latent nach Flagge ausschauen.

29.11. Wach, anziehen, Bahnhof, auf nach Basel. Non-Stop. Hinten in das Abteil, was dann geschlossen und keinen Durchgang bietet, ist eine Bar eingebaut und der Kaffee ist teuer, dafür gibt es nur 8 Sitzplätze und er wird geschäumt, es ist kein Vollautomat. Als wir die Rolltreppe nach oben kommen steht da meine Mama. So eine Überraschung, die wartet auf Johannes. Ich entdecke Tekoe oder wie das heißt und die Earl-Gray Kekse sowie die ausreichend großen Butterkekse, herrlich. Vorbei am Rathausplatz und einem Wochenmarkt, der Würstchenstand lockt sehr, hin zum Rhein. Mittagstisch mit Michael, Johannes, Kathrin und uns beiden in gediegener Umgebung beim Koch des Jahres der Schweiz und der Mann kann die Soßen. Der französische Kellner mit den dicken Lippen versteht mich und stellt mir dezent eine extra Karaffe mit der Rotwein-Butter-Soße hin, die es zum Fisch gab. Der Sommelier ist humorlos und beschreibt Rosen als das was alle Frauen mögen. Von Frauen hat der Mann doch keine Ahnung. Er ist spröde und humorlos. Der Wein allerdings sehr lecker. Zwischengang, Trüffelpasta sowie der Käse waren unverschämt teuer, sonst war der Laden super und durch eine Glasscheibe konnte man in den Küchen zusehen. Die Süßabteilung ist extra.

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Durch die Stadt, über den Rhein zu Fuß (nächstes Mal will ich mit dieser Fähre fahren, die an einem Seil mit der Strömung arbeitet). Das Brocki stinkt nach Sauerkraut und deftigem Essen und meine Begleiter wollen wieder gehen.

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Stadtmarathon, wie gehen ins Museum und schauen uns tolle Ausstellungen an, u.a. die Sonderausstellung „For your eyes only“ mit Jeff Coons bis Achimboldo. An der Kasse bestätigt man mir, dass mein Haarschmuck Kunst sei. Ich zeige eine gewisse Müdigkeit.

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Über den Weihnachtsmarkt und dann früh in die Oper. Ich mag das Gebäude aus Beton sehr. Unscharfes Bild, aber das sind keine Lose, sondern Ricola für die Besucher.

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Tisch für die Pause klar machen. Othello ist ein Arschloch ohne Ende, das Bühnenbild mit Kran taugt, sowie die Anspielung auf Flüchtlingen. Desdemona singt total gut. Am Tingley-Brunnen trifft sich die Jugend, auf zum Bahnhof, wir sind nicht die einzigen Kulturpendler. Wieder schläft Stephan vor mir ein.

30.11. Wach und wieder kein Duschen, packen in 2 Minuten. Wegen eines Sperrmüllberges (in der Schweiz, hallo!) an dem ich hängen bleiben mit schönen Fotos aus der Alkoholikerwohnung und einem nationalistischen Schweizkalender, bekommen wir keinen Platz mehr im Dihei. Die Eierspeisen im Oma-Geschirr sehen zu süß aus. Mein Ehrgeiz ist geweckt, irgendwann wird es klappen. Dann trösten wir uns mit dem Hubertus, schöne alte Fließen, auch leckeres Birchermüsli, aber ich weiß schon, wo hier der Hammer hängt.

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Wieder Tekoe am Bahnhof und ich liebe diese Zugtoiletten. Selbst an die Duftstäbchen haben sie gedacht.

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Satt kommen wir bei meinem Bruder an. Hier gibt es die Engadiner-Nußtorte, die es morgens nicht gab. Meine Mama hat sie gemacht. Spaziergang im Nebel. Katalin erzählt von ihrer Schulaufführung.

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Fondue chinoise mit vielen leckeren Soßen. Stephan hilft mir bei meinem Knäuel, ich häkele an der Babyhose für Hamburg

01.12. Ich werde vor allen anderen wach. Johannes duscht und macht dann die Brote für alle. Kleine Deluxe-Pausenbrote mit Feldsalat. Jeder das was er mag, die Frau auch. Katalin hat Schwimmen und beschwert sich, dass die Lehrerin nicht ins Wasser geht. Müsli frühstücken, dann gehen all. Ich probiere das Knuspermüsli mit Schweizer Joghurt. Es regnet, das Brockenhaus in St. Gallen hat montags zu. Wir verabschieden uns von meinen Eltern und treten die Hochzeitsreise an. Stephan holt sich Amaretti und ich warte in der schönen Bahnhofshalle. Die Schweizer haben Ecopop abgelehnt.

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Wir fahren quer durch die Schweiz. Vorbei an großen Seen, Bieler See und anderen und Weinanbaugebieten. Links ist der See und rechts sind die Weinstöcke. Neuchatel, was so doof klingt, sieht herrlich aus. Auf in die Gästewohnung. Maurice, die Katze, die nicht ins Schlafzimmer soll sitzt auf dem Bett und war hier eingesperrt. Die Wohnung ist herrlich, die Katze sehr freundlich und wirft sich auf den Rücken und will angefasst werden. Wir fahren zum See, dann Flon, Lichtinstallationen, die Stofflampions erinnern mich an die Unterhosen von Pipi-Lotti. Eine nette Frau aus Basel zeichnet einen Plan wo es einen second hand Laden gibt. Hier riecht es nicht nach second hand und die T-shirts sind akkurat gebügelt und werden auf gespannten Drähten quer durch den Raum edel präsentiert auf Kiesel zwischen Holzböden. Alles kostet nur wenige Franken, man soll sich nicht fühlen, wie sonst im Brocken. Ein wirklich anderes Konzept, aber nicht meins. Wir besuchen die Chocolatiers der Stadt, Durig und Blondel. Hier ist man sehr arrogant und ich will mein Hütchen schon rituell verbrennen. Stephan wird in seiner RTL-Windbomberjacke nicht als der High-Roller erkannt, der er ist, auch nicht nachdem er den 130 Franken-Einkauf entgegen nimmt mit den Worten bis Morgen. Auch das entlockt kein Schmunzeln.

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Satt von der Schokolade gehen wir essen ins Tramway. Ein schwules Pärchen, das Essen hammerlecker, die Kaninchenterrine und das warme Ei in Pilzen, Speck und Rotweinsoße, das Risotto und die Drinks. Dann 4 Nachtische, selbstgemachtes Eis und warmes Schoko-Kuchen. Ich bin verliebt in den Laden. Als der Koch rauskommt erkläre ich ihm, dass ich hier leckerer gegessen habe als in Paris und da seien wir auch in guten Läden gewesen. Er darauf, sie seien Franzosen und Paris sei nicht französisch, sondern parisienne. Ein dickes Buch mit dem schwulen Leben lag am Tresen, Gay Skiing in Arosa sage ich nur.

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Es ist ein sehr romantischer Abend, auch wenn meine Liebeserklärung am Tisch zunächst nicht als solche gesehen wird von ihrem Adressaten. Ich bin selber ganz gerührt und irgendwann springt das über. Ich sage ihm, dass er an unserem 20. Hochzeitstag vor allem mein bester Freund ist und ich will, dass er glücklich wird und sei es, dass er es mit einem anderen Menschen wird. Wenn er z.B. schwul wird, dann schließe ich mich ihm und seinem neuen Partner an auf Reisen z.B., wie Kathrin das tut und er hilft mir trotzdem meine Läden zu finden und ich schlafe im Nebenzimmer. Das hört wohl keiner gerne und es heißt nicht, dass ich ihn los werden will oder nicht mehr sexuell attraktiv finde, es heißt nur, dass dieses Geschenk der tiefen Liebe und Freundschaft und das sich Kennen nach 20 Jahren oder gerade in dem Moment für mich im Vordergrund steht. Diese Liebe, die den anderen nicht besitzen will, sondern sein Glück, ist für mich auch ein neues Gefühl. Auch wenn wir heute gar nicht Hochzeitstag haben, ist es für mich die Feier dazu.

Wir versinken in dem Himmelbett und ich schlafe so gut, wie es in keinem Sternehotel der Welt möglich wäre.

02.12. Was für eine tolle Hochzeitsreise und dann diese Unterkunft mit dem Traumbett, der Traumaussicht und der Traumkatze. Nach einer Runde Schmusen, auch mit Maurice gehen wir Kaffee trinken und dann ins L’Art Brut. Die machen erst um 11 Uhr auf.

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Ich weiß nicht was mich erwartet. Was wir bekommen ist wahrscheinlich eines der beeindruckensten Sammlungen an Kunst, die ich je gesehen habe. Konsequente Psychiatrie-Kunst und so tolle Arbeiten und dann die Geschichten dazu. Ich bin tief bewegt und denke, auch im Hinblick auf die Möchtegernpsychiatriekunst, die in St. Gallen in der Klubschule zu sehen war, so was kann man nicht studieren. Studieren behindert die Sache eher. Die Sonderausstellung zeigt einen Behinderten, der Waffen aus Schrottteilen nachbaut, wie es cooler nicht geht, aber ohne den politischen Ansatz, sondern weil er vermutlich darauf steht. Die meistens hatten eine harte Kindheit, Eltern gestorben und wurden dann abgegeben an Pflegeeltern oder Heim und haben als Arbeitssklaven gelebt, dann haben sie für zweimaliges unsittliches Entblößen oder für eine Zugentgleisung ihr ganzes Leben in der Psychiatrie verbracht. Auch die Keramikarbeiten eines Typen mit unverkennbarem Stil (er hatte zuerst gekaute Brotreste benutzt), überhaupt die Assemblagen, wie Sunla schon immer sagte, sind einfach Hammer gut. Ich kaufe ein Plakat, weil die graphisch so schön gemacht sind. Kein Platz, aber wen interessiert das. Die Frau an der Kasse macht mir das größte Hochzeitstaggeschenk. Sie will mich was fragen, weil Stephan und ich offenbar kariert daher kommen und zwar, ob wir aus Schottland kommen. Was für ein Geschenk, dass ich an meinem 20. Hochzeitstag nicht für deutsch gehalten werden. Besser geht es nicht. Wir müssen den Bus erst suchen und fahren dann am See entlang nach Crissy. Tolle Glasfiguren auf den Tischen. Stephan hält sie für Zeitmesser, quasi Sanduhr, aber so technisch sind sie nicht, nur dekorativ. Wir verbringen dort einige Stunden und essen bis es wieder dunkel wird und wir den Bus zurück nehmen.

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Die Heilsarmee schließt gerade um 17:30 Uhr an wir ankommen. Ich beschwere mich, dass hier selbst zu DDR-Zeiten kein Laden vor 18 Uhr zu gemacht hat und das Museum erst um 11 Uhr aufmacht und wie soll ich mein Touristenprogramm schaffen? Sie sagt, dass sie nur dort arbeiten würde und ein Besuch würde sich lohnen, Morgen wieder ab 9 Uhr. Wir kaufen regionale Produkte, d.h. Essen, Butter, Joghurt, Käse, Nusstorte. Dann schauen wir uns die Kathedrale bei Nacht an und die Stadt von oben. Ein Maccaron Noissette, ein großer Keks mit Haselnuss. Wir genießen die bunten Lichtinstallationen sehr.

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Zurück in der Wohnung treffen wir den anderen Mitbewohner, der aus Paris kommt und hier studiert und ganz Paris fixiert ist. Er interessiert sich für meine Collagen, kennt aber weder das L’Art Brut, was 2 Busstationen entfernt ist, noch ist ihm das Lichterfest in der Stadt aufgefallen. Das Konzert fällt aus, aber wir fahren noch mal zu den Tierfiguren vor dem L’Art Brut, die wir mal in bunt sehen wollen.

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Dann lernen wir den eigentlichen Gastgeber kennen, der ein Feuer macht und sehr nett ist. Ich sage ihm, dass die Schweiz bisher für mich aus Zürich und St. Gallen, der deutschen Ostschweiz bestand und jetzt weiß ich, dass der weitaus interessantere Teil hier liegt und, dass es doch komisch sei, wie verschieden das Land sei, sie wählen eine Regierung, die nicht ihre Sprache spricht und in Zürich residiert- ach so, in Bern. Oh weia, wieder was gelernt. Ich zwinge ihm ein Amaretti aus St. Gallen auf. Seien Freundin sammelt Postkarten und ich soll ihr eine machen. Er empfiehlt eine Kneipe an der Kathedrale, an der wir schon vorbei gegangen sind. Am großen Museum läuft eine Installation an der Fassade, aber sie machen gerade Feierabend als wir stehen bleiben.

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Der Barmann gratuliert zum Hochzeitstag und freut sich, dass es uns in Lausanne gefällt. Lustiger Laden, leider läuft Sport im Fernsehen. Der Platz davor, wieder mit Ausblick und alten knorrigen Bäume sieht Filmreif aus. Im Sommer ist es bestimmt auch ganz toll hier.

03.12. Schlafe noch mal ein im siebten Himmel. Die Männer sind weg, die Dusche ist noch naß. Die Schoko-Katze lasse ich auch da. So toll fand ich es hier.

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Croissants, dann Coop-Weihnachtsmarkt. LED-Eichhörnchen für meinen Schwiegervater, Igelschale, Christbaumschmuck. Große Fonduetopfabteilung.

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Der Wochenmarkt mit ein paar Flohmarktständen am Rande. Stephan gefällt, dass es 3 Gemüse, 3 Brot, 2 Wurst und 10 Käsestände gibt. Wir kaufen ordentlich Käse. Dann noch mal den Heilsarmee Laden. Wir kommen Punkt 12 und sie schließen gerade für Mittag. Es ist eindeutig nicht meine Brockenreise. Designmuseum mit tollen Ausblick und nicht nur Schickimicki Glassachen und Langeweile, dann das historische ohne englische Untertitel. In der Kathedrale wird Orgelmusik gespielt.

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Eine heiße Schokolade auf der Treppe und dann Crepe. Ich kaufe mir teure, aber sehr schöne Handschuhe aus Japan, fast wie sonst in London. Ein Spucktuch für Hamburg. Die haben niedliche Baby-Sachen, Strickjacke und Kleidchen mit Schwanenmotiv. Da könnte ich schwach werden, aber das muss wohl die Mutter aussuchen, außerdem geht mein Frankenvorrat zur Neige. Die Rückreise ist leider im Dunkeln, aber mich kann man nicht mehr täuschen. Ich will wieder kommen. Ich will nach Bern und in viele andere Städte und noch mal Lausanne, dann mit Genf und Montreux, was nur 20 Minuten entfernt gewesen wäre mit dem Zug. Man konnte gar nicht so viel wie man wollte mit der Flatrate. Die Zeit war das Problem. Es gibt ein Extraabteil mit einem Indoor Spielplatz für Kinder. Die erkennen den von außen und ziehen zielstrebig dort hin. Wieder Klodeko vom feinsten.

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Kathrin, die treue Seele kommt noch mal zum Flughafen. Großeinkauf im Migros. Kaufe auch Schweizer Spielgeld und will gleich damit bezahlen. Meine Schwägerin verschafft uns einen anständigen 20 %- Rabatt durch Coupons, die sie aus der Tasche zaubert. Brot wird auch noch gekauft. Bei Sprüngli habe ich einen korkigen Prosecco, von dem ich ein halbes Glas trinke und es dann meinen Mitreisenden melde und mache dann das zweite Glas kaputt. Scherben bringen ja bekanntlich Glück. In Hannover erst mal die Vorräte bergen. Joghurt im rosa Schuh, aber nur der teure Bebris oder wie das Viech heißt. Dann packe ich den ganz dünnen Apfelfladen aus, der den ganzen Tag reisen musste und er schmeckt noch Hammer. Ich bin glücklich.

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