Archiv der Kategorie: Sauerrahmbutter

Alltagsberichte – das Tagebuch

Dartturnier

17.02. Heike hat einen Laden zur unvorteilhaften Winterzeit gemietet um Klamotten zu verkaufen. Es soll SM/Gruftie-Mode sein, die sich gut verkauft, alles schwarz. ich sage, gute Idee und unterstütze sie, weil das Talent hat sie. Sie zeigt mir dann ein buntes Minikleid und es gibt passende Stiefel, die zugleich Overknees sind. Es guckt nur ein kleines Stück vom Oberschenkel raus und es sieht verrückt aus. Ich muss dann durch ein schlammiges Gelände und wähle den falschen Weg und breche ein auf einer Dreckscholle und bin total schlammig und wasche die weißen Turnschuhe am fremden Waschbecken und hoffe, dass ich nicht alles verstopft habe. Ist irgendwie WG. Ich schlafe mit der ganz warmen Wolldecke, die richtig sofort Wärme ausstrahlt. Sie ist wärme als die Daunen bzw. in der Kombi nicht zu toppen. Stephan sägt neben mir Holz und muss mal zum HNO-Arzt, das ist laut und arg und man hört es durch mehrere geschlossene Türen hindurch.

Ausländerstelle, der kleine Spanier im Nebenraum. Heute ist die Sachbearbeiterin echt nett und umgänglich muss man sagen. Termin bei der Bettlägerigen habe ich heute abgesagt, das schaffe ich nicht.

Mittelmäßig viel Post.

Wenig konsumieren, mehr meditieren. Mittags zu Hause kochen. Wenn mein Mann an meinem Fahrrad schraubt, finde ich das sexy. So einfach bin ich gestrickt.

Der neue Betreute kommt heute mit einem Haftbefehl. Er ist aber lustig und sagt, er sei kein einfacher Fall und habe schon als Student Atomkraftwerke verklagt. Er ist querulatorisch und hat die Unterlagen immer woanders. Schlussendich hat er sich um gar nichts gekümmert. Mal zum Jobcenter mit einer Anwältin ist sein Traum. Der wird bald wahr. Seine Hand ist ganz schmal, d.h. die Knochen der Hand. Der Neue in der Warteschleife mit Drogen und Bewährung und Körperverletzungen ist pünktlich und auch zierlich. Er ist relativ fit, jammert aber viel. Mal sehen. Er schläft bei einer Freundin, weil sein Zimmergenosse in der Bachstraße morgens schon „eine Friedenspfeife raucht“ und er drogenfrei leben will. Die neue Richterin, die ich noch nicht kenne, war heute nicht zu erreichen. Die Geschäftsstelle kennt meinen Namen. Er will ein Praktikum in der Altenpflege machen. Da arbeitet ein Betreuter von mir seit fast 5 Jahren. Alle wollen Altenpfleger werden.

Die Sprengelschokolade, die meine Betreute mir mitgebracht hat ist unter aller sau. Ich merke es schon nach der ersten, teste aber noch 7 weitere bis ich endlich damit aufhöre. Muss ich leider verfüttern an die Kollegen oder an Alfons. Der Kollege fragt mich auch am nächsten Tag, wo die schlechte Schokolade her kommt.

Ein Typ spuckt nach mir auf dem Weg zum Sport auf der Brücke hinten dem Ihme-Zentrum. Irgendwie schaut er mich dabei an aus der Dunkelheit, aber ist zu weit weg. Irritiert bin ich trotzdem. Ich sage zu Pia beim Sport: Morgen ist Tena Lady Day (wegen Trampolin). Das versteht sie nicht, zu jung vermutlich.

Ich will nächstes Jahr noch mal Märchen. An der Ballettstange mit Knie zum Ohr ziehen und meine Silhouette dazu im Fenster fällt es mir ein, dass wir hätten Froschkönig machen sollen, aber umgekehrt. Ich als grüner Frosch und Stephan mit blonder Perücke, so wie Krümelmonster als Prinzessin geht. Ich will noch mal.

18.02. Meine unzufriedene Betreute in der Großen Pfahlstraße hätte gut zu unserem Freund gepasst, der da mal gewohnt hat. Hörspiel über geschichtliche Themen (sie merkt an meinem, Ausdruck, „das ist wohl nicht Ihre Sache“), sie ist praktisch oben ohne mit schwarzer Spitze durchsichtig und man sieht ihren Busen, die Wohnung verraucht. Wir verstehen uns gut und sie zeigt mir die Pflanzenableger, die von mir sind. Bett ist über Spende beantragt. Ihr geht es gut und wir werden noch Freundinnen. Manchmal wundert mich so eine Entwicklung, weil ich dachte, wir verstehen uns nicht und ich nehme kein Blatt vor den Mund und das eskaliert dann und ich bin sie wieder los, aber es kommt ein ums andere Mal genau anders herum.

Ich liebe Edeka auf der Lister Meile. So guten Feldsalat und andere Leckereien (griechischer Joghurt, geröstete Haselnüssen mit Cappuccino-Geschmack) kaufe ich da und die Auswahl an alkoholfreien Softdrinks ist der Hammer. Nicht nur Thomas Henry, auch lauter Ingwer, scharf, Mate-Krams. Toll! Ist auch nicht teurer als anderswo. Im Gegenteil frisches Gemüse und nicht die Phantasiepreise vom Wochenmarkt. Der ist für Marktposer und nostalgisch Veranlagte.

Wetter ist so toll, dass ich deutliche Umwege fahre und mich freue über alles was mir begegnet. Manchmal ist durch Hannover fahren wie eine Zeitreise in die Vergangenheit und lauter alte Erinnerungen kommen hoch an frühere Wohnungen, frühere Freunde, die Studentenzeit. Es gibt auch Neues zu entdecken, was schwer lustig ist.

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Ein Typ in Arbeiterklamotten lehnt an Baum auf einem Verkehrskreisel in der Sonne, die Augen geschlossen und genießt. Der Frühling liegt in der Luft und es ist herrlich in meiner Stadt mit den üppigen Radwegen und dem vielen Grün.

Sie ist Showtalent, meine Betreute, die ich ewig nicht gesehen habe. Sieht nicht so aus, kann aber gleich auf die Bühne, die kleine Frau mit Brille. „Wollt der mich verführen mit Saufen. Das brauch ich nicht, mein Bruder hat genug Maria Cron geknallt“. „Hooligan“, hat Pflasterstein nach ihr geworfen (sie stellt das alles körperlich dar, während sie redet), „der halbe Meter hat sie gerettet“. „Sie war so erschöpft von dem Vieh, als sie ihn rausgeschmissen hat, hat sie den ganzen Tag durchgeschlafen“. „Beruhigungswiesen“ braucht sie jetzt, „ohne Radaukerle“. Er wohnt bei der Glocksee, da macht sie jetzt einen Bogen drum. „Nackte auf der Wiese, das ist kein Kino“. Lauter alleinstehende Frauen in Empelde, sie kennt meine andere Betreute, die dort wohnt. Bei der Tagesstätte, „der eine ist ruhig, sie kann es nicht ab, wenn die Kerle so unruhig sind“. Sie umarmt mich und ich mache mit. Ich bin wie eine Schwester sagt sie zu mir und ich fühle mich irgendwie geschmeichelt.

Die Schwester von Elisabeth Taylor heiratet, Amadeus Hotel/Restaurant in Altwarmbüchen. Die macht Geigenbewegungen, der Musiker. Rock me Amadeus, wir kommen auf Falco, der war Polizist, sagt sie. Das ist zu viel und ich muss widersprechen, der war nicht Polizist, Jeannie, das war ein Stück und er war kein deutscher Musiker, nein Wiener, einer von Drillingen, Johann Hölzel, nach dem DDR-Skispringer benannt. Kann ich schauen, ob der noch lebt oder behindert ist, nein. Katharina Witt, die DDR-Sportler mussten sich für den Playboy ausziehen, damit Geld in die Kassen kommt. Ich sehe gut aus, nähe ich das selber? Burda-Mode. Da müsste ich eigentlich sauer werden, aber ich lass es.

19.02. Beyoncé hat sich schlechte Haut, kriegt aber trotzdem Jay-Z.

Fax vom Kollegen, der die sofortige Beschwerde eingelegt hat und es jetzt doch genau so machen will, wie von mir vorgeschlagen und dafür hatte ich eine schlaflose Nacht und habe mir den Kopf zerbrochen, ob ich auch hätte Beschwerde einlegen müssen und aus Köln in der Geschäftsstelle hätte anrufen müssen usw., aber mir war dann bald klar, so tagsüber, ich habe alles richtig gemacht und muss cool bleiben und das war ich dann auch, dem Mandanten verkauft und dann erst mal nach Wien fahren.

Was haben die Chinesen gegen Schafe/Ziegen? Ich bin auch Feuer- und Wasserziege. bei Spiegel online steht, dass die Chinesinnen massenhaft schnell Kaiserschnitt machen lassen, damit ihre Kinder nicht im Tierkreiszeichen Schaf/Ziege geboren werden. Angeblich 9 von 10 unglücklich. Was soll der Scheiß?

Langsam wird Pflegebegutachtung um 8 Uhr doch meins. Der Himmel ist rotverfärbt neben der Figur auf der Waterloosäule und dann die rote Kugel am Ende einer Allee. So schön Bilder aus der Bahn heraus und tolle Mitfahrer. 2 x Junkies mit Hunden, der Gelassene, Freundliche, dem man es ansieht und der sich alles gefallen lässt und der Riesige, Aufgeregte mit der kleinen Frau, die unentwegt quasselt. Begutachtung in der Bäckerei der Dementen Heyde. Hier die Kneipe, in die meine demente Betreute immer rein geht. Soll Rotlicht mäßig sein, meint meine Betreute, um die es heute geht.

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Die Betreute kann nicht offen in der Wohnung reden, weil dann andere mithören und es gegen sie verwenden. Sie ist sehr schlau und analytisch, kommt da aber nicht raus. Sie hat alles aufgeschrieben. Ich sage der Gutachterin gleich, wie wir es machen und so machen wir es auch. Es läuft alles super und sie wird Pflegestufe 0 und Sachleistungen bekommen. Sie strahlt und ich habe das Gefühl richtig hilfreich gewesen zu sein. In der Bahn ein lieber türkische Vater mit einem Sohn im Trotzalter, der immer nach ihm schlägt und er bleibt ganz gelassen. Die Daunenjacke des Sohnes ist viel zu groß und hat ein kleines Loch. Vorsichtig schiebt Papa die Feder wieder rein und der Sohn heult und schlägt und er bleibt ganz ruhig und versucht ihn zum Lachen zu bringen und abzulenken.

Nachmittags fahre ich zum Kronsberg. Das Problem ist, meine Betreute erzählt was und ich glaube ihr nichts. Sie hatte Arzttermine und die haben sie angeschrieben und ihr abgesagt. Das glaube ich nicht. Das machen Arztpraxen nicht. Mit welcher Begründung? Ähhh Fortbildung und angeblich in beiden Fällen. Sie lügt auch noch schlecht. Eine gerahmte Collage mit Fotos der Kinder, die sie nicht mehr sieht hängt an der Wand. Die ist egoistisch und mit ihren ganzen Krankheiten beschäftigt und voller Selbstmitleid und steigert sich in alles Mögliche rein und hat nur den Fokus auf sich. Meine Sympathien hat sie nicht. Das ist wirklich eine Ausnahme bei meinen Betreuten.

Ich denke den ganzen Tag schon, ob sie gut ankommen in der Wohnung und alles in Ordnung war, wie wir es hinterlassen haben und dann Wienflug gestrichen. Wohl Hotelübernachtung. Ich denke an die Werbung, über die ich heute gestaunt habe. Raucher sind flexibel. Pärchen in Badewanne mit viel Schaum, er dunkelhäutig mit Afro. Darüber: anderes Hotel, neue Freunde, Gauloise, live in the moment oder so.

20.02. Frontseite bei Standard online Lifestyle.

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Das Herz hüpft. Irgendwie scheint da auch Fotoshop im Spiel gewesen zu sein, jedenfalls finde ich, wir sehen super aus und von Hautunreinheiten keine Spur. Auch Mama sagt, ich sehe glücklich aus und besser als früher. Da war noch was Unsicheres, Verkniffenes im Blick. Das Foto aus früheren Zeiten ist aufgetaucht und erstaunt mich. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wo das war, unsere alte Studentencafeteria Hanomacke. Das Kind neben mir hat mittlerweile selber 2 Kinder. Ich habe weniger Schmuck getragen und weniger Strumpfhose. Den schwarz-weiß Armreif und die Gänseohrringe habe ich aber heute noch.

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Leider sind die Zitate nicht ganz richtig: ich liebe an meinem Mann, dass er meine beste Freundin ist, die mich aber gleichzeitig auch gut anfassen kann und nicht wie eine beste Freundin. Großer Unterschied. Na ja, die Presse.

Der Mann, der täglich 100,- € ausgibt (was er sich von seinen Eltern leiht usw.) und unter Betreuung steht, hat englischen Führerschein beantragt und dem Typen einen Haufen Geld gezahlt um die MPU zu umgehen. Jetzt nagen ihn Zweifel, ob das wohl klappt. Was sind die weiteren Pläne? Die Queen sucht einen Fahrer und da verdient man 30.000 € im Monat. Stephan findet am nächsten Tag raus, dass man dazu im Ausland gemeldet sein muss und da 185 Tage im Jahr leben muss. Das Geld, 600,- € ist für die Katz.

Stephan geht zum HNO, aber erst mittags als das Land unter ist. Er hilft mir vorher das an einen Betreuten zu formulieren. Der hat jetzt einen Job und ist raus aus dem SGB-II Leistungsbezug und statt die Chance zu nutzen, haut er das ganze Geld auf den Kopf und zahlt keine Miete. Ich soll aber mit seinen Altgläubigern verhandeln. Warum?

So läuft das nicht. Ich soll da irgendwelche 10 € Raten verhandeln und Sie schaffen es innerhalb von 4 Monaten 1800 neue Schulden aufzubauen (Anm.: Überzahlung Jobcenter) und ich soll Raten für 60-90 Monate also 5-7,5 Jahre über 20-30 € ausmachen?

Ohne weiteren Termin mit Ihnen mache ich gar nichts. Ich bitte um einen Vorschlag.“

Der schwerst drogenabhängige Jordanier soll doch eine Rente bekommen auf meinen Widerspruch? Ich bin ganz erregt. Jedenfalls fragen sie nach der Kontoverbindung. Das geht in die richtige Richtung. Ich glaube es erst, wenn der Rentenbescheid da ist.

Während wir in Wien waren und darüber berichtet haben, was wir als Paar an uns lieben, haben andere eine Trennungsvereinbarung unter Dach und Fach gebracht und da es unser Haus betrifft gehen wir Mittwoch kurz zum Notar. Anschließend vielleicht Kantine mit Harald, den ich lange nicht gesehen habe und auch zum Geburtstag nicht da waren.

Herr P-Monster kommt nachmittags und hat harmlose Briefe eines Inkassodienstes bekommen und tut so als wären es Drohbriefe, quasi toter Pferdekopf im Bett, toter Hase an die Tür genagelt. Schon alleine das Bild, was sie schicken. Das sei Psychoterror….

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Doppelsport mit der Burlesque-Frau. Sie geht heute ins Broncos, vorher trinkt sie zuhause einen Moscow Mule, empfehle ihr Edeka wegen Thomas Henry und so, aber das ist ihr zu weit weg.

In Gedanken ans Sperl (Schinken-Käse-Toast).

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21.02. Traum, Stephan sagt mir, Kathi ist ganz krank, wollen wir Berlin ausfallen lassen. Das kann er nicht gesagt haben, er schläft noch. Ich überlege dann, das ist doch noch eine Woche hin, hat Stephan schon Opernkarten? Dann noch Traum, einem Jungen gebe ich einen Ring, den ich zweifach habe, er ist eng, weil sehr lang auf dem Kinderfinger. Wenn der Finger anschwillt, nicht ziehen, sondern nach oben halten und mit Wasser kühlen oder Spucke nehmen. Dann andere Szene Stephan lässt den Hund sitzt machen an einem Kanal, der sitzt auf einem runden Rohr, geht noch etwas zurück, fällt ins Wasser, er schwimmt kurz, geht dann unter wie ein Stein. Es ist Feininger. Stephan springt hinterher. Der Hund ist nicht tot und atmet wieder, warum kann der nicht schwimmen? Um 7 Uhr ist die Nacht vorbei.

Wer alles Modebloggerin werden darf. Das scheint eher ein Indiz für das Gegenteil zu sein. Langweiligste Billigklamotten bei phantasielosen Ketten kaufen. Was hat das mit Mode zu tun? Als würde ich mich als Food-Bloggerin behaupten und alle meine Maggi-Fertigprodukte zeigen, die ich zuhause stehen habe. Warum dürfen solche Spießertussis über Mode schreiben? Kein echtes Fell, weil sie hat Meerschweinchen, aber viel Leder in Billigläden. Kann man so doof sein? Sie kann nicht verstehen, dass man was sammeln kann. Natürlich kann sie es nicht.

Standardkommentare über uns. Diese Spekulationen, was machen wir wohl beruflich, warum sind wir überhaupt ein Paar, wir passen nicht zusammen, auffallen um jeden Preis. Jetzt soll Stephans Gemächt so groß sein, dass die Hose aufplatzt. Oh Mann. Und ja klar, Fasching ist vorbei. Den Vergleich mit der Supergranny finde ich lustig (und entdecke wirklich eine gewisse Ähnlichkeit)

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und dass Carola Pojer, diese superlangweilige Wiener Modebloggerin (ich habe nachgeschaut) mal mein Outfit tragen sollte. Außerdem wird ein Link zu diesem Pärchen gesetzt

Standard Bildvergleich

oder wie Simone de Beauvoir und R. Düringer sollen wir ausschauen…

Stephan macht ausgiebigen Mittagsschlaf. Ich kann mich nicht zur Tai Chi Party motivieren, auch wenn Sabine dort auflegt, was natürlich reizt, aber das andere drum herum. Weiß nicht was ich da soll, schaue wieder Wienapartments. Esse die Madelaines von Meinl (Vanille, Zitrone, Roggen, Sesam, Kokos, Mohn) und mache Hütchen aus den Resten der Verpackung. Oh weia, das wird wieder für Verwirrung sorgen bei manchen. Es gibt Pasta mit dem Speck vom Urbanek und der ist so lecker, das ist der Wahnsinn. Ich esse das Fett am liebsten pur.

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Den Kollegen hatte ich nach Monster Magnet gefragt, weil ich Stephan morgens gesagt habe, die Entscheidung sei bei mir gefallen, ich gehe auf keine Großkonzerte mehr, egal wer da spielt und deshalb Capitol forever. Der Kollege rät ab, der Sänger sei nicht mehr das was er mal war. O.k. er kennt sich besser aus und muss auch nicht sein um jeden Preis. Dieselben Songs noch mal aufnehmen spricht nicht für Antrieb und Einfallsreichtum.

Gehe früh ins Bett, aber kann nicht einschlafen. Bloß nicht wieder raus ans Licht und kein Fernsehen mehr, sondern im Bett liegen und genießen. Vielleicht Morgen Flohmarkt und nach Hainholz/Rehagen in den Schrebergarten? Kommt aufs Wetter an.

22.02. Wir sind in einer Disko, aber es ist schrecklich da. Es werden Namen aufgerufen von vier Mädels, die sexuell belästigt worden sind und die müssen zu Türsteherinnen gehen, die rote Beratungszettel hochhalten. Die eine gibt mir Post mit für ihre Eltern. Der Umschlag ist zerrissen und unfrankiert. Später werde ich Verfahrensbeistand. Es ist ein auswärtiges Gericht, Düsseldorf oder so und immer wieder Taschenkontrolle. Anderswo reicht der Anwaltsausweis. Ich rege mich auf. Mein Schützling, eine Russlanddeutsche, hat angeblich erzählt, es sei nicht schlimm gewesen, was sie alles schon mit ihrem Freund gemacht habe und hat damit geprahlt. Sie war unter Schock, wollte es nicht wahrhaben und kleinreden. Sie ist Einserschülerin und hat nur Einsen im Zeugnis und weiß bestimmt, dass auf Briefe eine Marke muss. Wir sitzen in einem Hörsaal, ich neben ihr und einer Freundin und es geht um ein Theaterstück für schwererziehbare Jugendliche. Unser Junge spielt ein Kind ohne Arme. Erst mal müssen alle Mittagstisch wählen. Es gibt 3 Gerichte zur Auswahl. Ich nehme Hühnchen mit Rigatoni und die Mädels neben mir beide auch. Da ist eine älterer Lehrer oder Typ und irgendwie will ich Sex mit ihm und hoffe er merkt es. Er ist grauhaarig, hat aber gute Zähne und ich räkele mich etwas auf ihm und flüstere ihm ins Ohr, was das längste Theaterstück sei. Er gibt einen Tipp ab (das Stück kenne ich nicht) und ich sage darauf, ob er nicht gehört hat, dass ein Improtheater 1 Jahre lang durchspielt. Die überlegen vorher einen Handlungsstrang und dann können die Leute ins Theater kommen und zusehen, wann sie wollen wie eine Art Big Brother als Theaterstück. Wir fahren mit dem Bus durch eine Wohngegend, soll Empelde, nein irgendwo in der Region Hannover sein und der Name meiner Betreuten aus Sri Lanka steht an einer Hausfassade in kursiv und ich denke, Familie von ihr. Man kann ins Haus rein schauen und dicke Goldfische küssend auf Steppbetten sind als riesige Stoffe an die Wände gehängt und als Bettüberzüge und ich kreische vor Vergnügen. Nach dem Aufwachen muss ich mich mal wieder wundern.

Flohmarkt in Hainholz. Wir treffen gleich den Ex von Claudia, mit der ich morgens telefoniert habe. Mr. Space Junks schaut ernst und ist alleine unterwegs. Ich umgehe ihn gekonnt. Nein, mit dem würde ich nicht zusammen kommen, wie Stephan mir unterstellt, dann mit dem old school Skater, der mich Hip Hop Franzi nennt, nein auch nicht, ist mir nicht intellektuell genug. Ich kaufe nur bei Leuten, die mit sympathisch sind. Wurstplatte und hässliches Schild mit durchsichtiger Plastikkuppel. Wo soll das sein, am Rhein. Holzimitat aus Plastik. 50 Cent. Es braucht einen Platz auf einem Balkon, d.h. draußen, aber überdacht oder im Treppenhaus. Beim Gehen findet der Toffifee-Verkäufer es lustig, dass ich seinen Berg mit Altpapier fotografiere und mich fragt ein anderer Mann, ob er meine Plastiktüte unter dem Sattel haben darf für seine Einkäufe. Nein, das ist doch mein Sattel-Regen-Schutz. Kennt er das nicht? Der Schrebergarten ist verwaist und der Froschteich leer und mit niedrigem Wasserstand. Ins Rossi, die Hände sind knallrot und kribbeln, bei wieder Wiedererwärmen, dann Glühen die Ohren. Wir treffen Wolfgang mit Pfleger und ich zeige meine Schätze. Es gibt Marmorkuchen und Kaffee. Die Quiche ist mit Tiefkühlgemüse (!) und bedruckter Zettel ist mit eingebacken (!). Nicht so lecker. Das war das Schmitz in Köln doch eine andere Liga.

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Nähsession mit Steffi. Sonntag läuft keine Shopping Queen. Suki lässt sich angeblich nicht gut fotografieren, sonst. Nähe Baumwollärmel an das Weezer-T-Shirt bzw. Steffi macht das für mich, soll asiatisch anmuten und gefällt mir besser als vorher. Stephan hat lecker gekocht als ich nach Hause komme und das Essen ist schon so gut wie fertig. Pasta und Radicchio mit Sahnesoße, der hammerleckere Speck aus Wien. Dann schauen wir Silver Linings, den ich sehr gut gespielt finde, aber da war ich wohl nicht die Einzige und ich bastele meine neuen Hütchen zu Ende. Brigitte aus Berlin hat geschrieben und würde uns gerne sehen. Ich mache gerade Fastenzeit mit Alkohol. Da wird es schwierig und überhaupt brauche ich etwas Ruhe von den ganzen Reisen und das geht sicherlich auch ein andermal. So geht das Wochenende zu Ende. Die restlichen Collagen von Wien wurden auch nicht gemacht.

Blutfleck

10.02. Morgens Treffen mit dem Bezirksschornsteinfegermeister. Meine Betreute, Frau Crack, hatte gestern den Termin mit dem Mitarbeiter und hat ihn per SMS abgesagt wegen Kopfschmerzen. Er probiert es heute noch mal um 13 Uhr, letzte Chance. Dann Anruf meinerseits, ob es geklappt hat und der Chef widerwillig: jetzt hat sie für Morgen Termin mit Mitarbeiter vereinbart…. Er soll mir Bescheid sagen, ob er geklappt hat.

Fahre zur Ausländerstelle der Region Hannover in der Maschstraße hinter dem Haus der Jugend. Da war ich noch nie. Statt Pförtner ist unten abgeschlossen und ich darf ein Spagat zwischen Tasche und offener Tür machen als einer raus geht. Der Stellenleiter ist ein Körperbehinderter mit langen Haaren, aber unangenehmer Einstellung „im gehobenen Dienst“, wie er sich vorstellt. Faktischer Inländer ist das richtige Stichwort für den Jordanier, der langjährig drogenabhängig ist.

Die Frauenärztin will mit der Kollegin reden weil ich mich beleidigt fühlte. Das muss sie nicht. Sie findet Gebärmutter gut abgrenzbar und ist zufrieden. Insgesamt wenig Veränderungen. Will mir erst Hormone anbieten, die natürlich sind und total gute Laune machen und dann ist davon nicht mehr die Rede. Ich bin glücklich.

Neuer Betreuter, hätte selber Anwalt werden können, so gut kann er formulieren. Jobcenter hat ihm Job als Koch in der IGS angeboten. Da hat er Abi gemacht. Das geht doch nicht. Hat über 4.600 € Mietschulden, bekommt viel zu wenig Geld vom Jobcenter (insgesamt 222,- € Wohnkosten bei 592,- € Miete und 157,- € Stadtwerkeabschlag) und soll bis heute seine Wohnung räumen sagt das Anwaltsschreiben. So genial. Er sieht aus wie ein Toter.

Abends Theater, die reinste Krankenstation. Von überall her hustet es unentwegt. Ich verstehe die Geschichte ganz lange nicht. Ein getrenntes Pärchen trifft sich bei einem Friedhof, weil sie hier ein gemeinsames Grab haben, für welches sie offenbar die Verantwortung tragen. Wie geht das? Sind es doch Geschwister? Eltern sind tot. Ach so, totes Kind. Da bin ich nicht drauf gekommen und das hatten wir doch auch, sogar dieselbe Todesart, Auto, nur dass unseres Fell hatte. Warum müssen Toten wegen Bodenbelastung (Gift) umgebettet werden? Das ist nun echt unlogisch. Die sind doch schon tot. Nach der Vorstellung fühlt es sich komisch an zwischen den Beinen. Das muss ja nicht immer was bedeuten, manchmal läuft man auch farbneutral aus. Schnell nach Hause. Blutung, ich habe ich Unterhose voll geblutet, aber das war noch nicht alles.

11.02. Blutfleck im Schwimmbad auf der Badehose hinten (Traum von neulich und ich dachte, wo schaut er denn hin, war mein Bruder oder so im Traum). Ich bin unausstehlich. Die Mitarbeiterin ist panisch und sagt mir vor dem Mandanten und einem Patienten im Flur, Frau A., sie haben da einen Fleck hinten auf ihrem Kleid. Ja klar, das hat sie mir gestern schon gesagt und da war nichts. Ich sage genau das und sie: das sei aber ein neuer Fleck. Ich stampfe sie zusammen, dass sie sich gefälligst um ihren eigenen Kram kümmern soll und es dann noch mal mittags probieren könne mit ihren Hinweisen. Ich mache weiter, Mandant verarzten, kopieren. Dann später sehe ich den riesigen dunklen Blutfleck auf dem hellblauen Wollkleid. Auswaschen, mit hochgezogenem Kleid da sitzen, damit ich nicht zu sehr friere, Wärmflasche. Ich erkläre dem Kollegen später, das komme davon, wenn man ständig warnt und da ist nichts. Das sei wie im Märchen, in dem immer vergeblich „Wolf“ gerufen wird.

Pralinen von Lindt. Die Betreute habe ich bestimmt 1 Jahr nicht gesehen. Ich bin eine Gute und habe so viel für sie getan.

Nachmittags die Manische, die Traumatherapie machen will wegen Entlassungsberichten der letzten Jahre, die dort verlangt werden. Sie sieht schlecht aus und hat an nichts Freude. Ich sage Yoga ab. Schmerzen zu doll und es kommen rote Stückchen raus.

Ich kann mit dem Scheißprogramm keine Rechnungen erstellen, kein Yoga, sage in letzter Minute ab, weil es echt nicht geht, nachts kein Schlaf. Schaue Tiervideos von 2 bis 4 Uhr. Konan, der US Talker mit einem schwarzen Papagei…

12.02. Meine war betrunken selber zur Polizei gegangen, weil sie ihr in der Kneipe die Handtasche geklaut haben. Rad in der Bahn, Hund dabei, dann die letzten Meter auf dem Rad gefahren, 3,1 Promille, Anzeige. Sie sei doch gerade gefahren. Sie soll dem Richter erklären, warum das eigentlich verboten sei. Oh, weia, Fangfrage, aber sie lässt sich nicht aufs Glatteis locken. 150,- € für Violetta. Der kleine Praktikantenhase und meine Alkoholikerin, die jetzt aber Therapie machen will, gräbt in ihrer Tasche und darin sind verfleckte Briefe in Klarsichthülle, Steuernummer, halbe Rentenbescheide, alles was wir hier nicht brauchen. Sie: „Ich hab alles dabei, was ich brauche, außer Kondome“. Der lernt der Kleine gleich was fürs Leben. Er geht um strenge Richter, die ihre Macht ausnutzen und die Unterschicht quälen wollen. Holger erzählt, dass er und ein Kollege mal bei der Urteilsbegründung aufgestanden und gegangen sind aus Protest: Es ging um eine Junkie-Frau, die einen Diebstahl begangen hatte in Kirchrode (dem Linden der Rentner, wie ich immer sage). die Richterin in der Urteilsbegründung: jetzt ist man nicht mal mehr in unseren Vierteln sicher. Die Perserin vom ambulant betreuten Wohnen fragt den Praktikanten was er später machen will, wohl Jura studieren. Aber er wird mal ein netter Richter, ermahnt sie ihn.

Die Querulantin, die jetzt in der Schweiz beim Heiratsschwindler ist, die Betreuung wird wohl aufgehoben, dafür neuen Straffälligen, der am besten heute schon vorbei kommen will (aus der Kanzlei des Strafverteidigers). Letztes Gespräch mit Deutschen Rentenversicherung in Sachen Frau Q., ob ich in den letzten 2 Wochen noch was klären kann. Sie haben keine Legitimation von mir, ist die neue Ausrede und warum haben sie mich dann als Vertretungsberechtigte angeschrieben im August 2014 und im Oktober. Das sei aus Freundlichkeit gewesen. So ein Blödsinn.

Schornsteinfeger kam doch rein. Vorher hatte ich der Frau von der Anlagensicherheit noch gesagt, dass sie das zu negativ sieht, weil per SMS melden und Termin absagen, das sei total viel Mitarbeit im Universum meiner Betreuten um die es geht. Und jetzt habe ich Recht behalten. Sie sagt dem Vermieter Bescheid. Der hat mich auf den Plan gerufen.

Betreute zum Geld abholen kommen nicht. Frau Wohnheim kommt nicht, ist sonst so zuverlässig. Jetzt muss ich mal wieder nett sein eine Runde zu der Mitarbeiterin. Das Geld bekommt mein Kollege.Das drücke ich ihm auf’s Auge bevor ich zu Kreuze kriechen muss. Das mach ich nämlich nicht.

Die Waschmaschine wird Samstag geliefert. Ich bekomme den Darlehensbetrag auf mein Konto, damit die Bezahlung gewährleistet ist. Mein übergewichtiger Betreuter, da muss täglich gewaschen werden und die Pflegedienstleitung war schon am Durchdrehen. Gut habe ich das alles gemacht und organisiert mit Hilfe meiner Connections. Ich habe Verständnis für die letzte Folge Breaking Bad und wie gut es sich anfühlt, wenn man alles perfekt oder so gut es eben geht durchorganisiert hat. Dann kann man loslassen.

Noch 2 x Fristverlängerungen beim Sozialgericht, wo ich echt nicht weiß, was ich da noch schreiben soll und den Sinn der Klagen nicht verstehe, die ich selber betreibe. Sie ist auch Querulatorin, die Betreuten und ich kriege schon Pickel, wenn sie mit seitenweise emails schreibt (die ich nur überfliege oder gar nicht lese). Ich habe eine innere Abwehr das alles zu Lesen und mich mit dem Scheiß zu beschäftigen und immer sind irgendwelche Fahrtkosten angeblich falsch berechnet, aber dann sich beschweren, dass die Verfahren jahrelang dauern und sie in ihren Grundrechten verletzt ist. Das macht sie selber. Das ist der Lebensinhalt, leider fehlt die Erkenntnis.

Ein Zwölftel ist vorbei

01.02. Der Esel war schon in die Jahre gekommen und konnte nicht mehr so schwer tragen. Da wollte der Müller sein Futter nicht mehr bezahlen. Da dachte sich der Esel, was Besseres als den Tod finde ich überall und er machte sich auf nach Bremen um Stadtmusikant zu werden. So fing alles an. Am Kostüm basteln, packen. Ausmisten in der Küche, Stephan macht das. Gewürze durchschauen usw. Unser Paninitoaster geht nach Essen. Da wird immer groß gebruncht mit Kindern. Das macht mehr Sinn. Meine Cousine hat einen süßen neuen Hund. Ich liebe Puddelmischlinge, auch wenn dieser ein echter sein soll, klein und karamelfarben. Natürliche Frisur. Toll. Stephan schneidet mir die Haare ab. Lederkette für Straßburg, Schmuckset mit Papagei, auch auf dem Kopf. Geht das zu weit?

02.02. Ich träume von einer Gerichtsverhandlung. Ist irgendwie wie Schiedsverfahren. Die setzen vorne und machen was sie wollen und nach wenigen Minuten ist es schon vorbei und es geht um Existenzen. Steffi meldet sich und sagt, was alle denken, dass sie es scheiße findet, dass die sich nur über den nächsten Urlaub unterhalten und Smalltalk machen und nicht mehr Mühe geben mit dem Fall. Alle applaudieren. Es soll Ruhrgebiet sein. Immer wieder Bauruine, alter Putz, hier sollten Luxuswohnungen entstehen und der Fluß, dessen Strömung uns mit sich reißt, aber angenehm, wie im Spaßbad schwimmen wir darin. Dann Bus fahren, sich verabschieden. Morgen fliegt einer von uns aus den USA wieder zurück. Ich kapiere den Traum nicht ganz, aber die Szene mit der Zivilcourage ist sehr eingängig.

Elisabeth Taylor ruft an und wollte nur mit mir sprechen und fragen wie es geht und Suki grüßen lassen…

Bei meiner Betreuten, zu der ich seit geraumer Zeit keinen Kontakt habe und sie nimmt Crack und lässt mich nicht rein oder fertigt mich im Treppenhaus ab, soll die Wohnungstür geöffnet werden, weil sie den Schornsteinfeger nicht rein lässt. Der Vermieter ruft an und habe sich ganz nett am Samstag im Treppenhaus mit ihr unterhalten. Dann hat er mehr Glück als ich, aber ich will alles tun und rufe in der Folge beim Substitutionsarzt an usw.

Die Grace-Lehrerin hat bald Knie-OP. Ich platze wieder vor Energie. Die Unterarme in den langen gefütterten Lederhandschuhen ohne Armreife nach dem Sport. Das ist wie Porno für mich, vermutlich wie die aufregendste Reizwäsche tragen für andere Frauen. Spagetti mit Paprika-Sahne-Schafskäse Sauce und eine große Tafel Schoggi aus der Schweiz. Apartment klappt doch nicht. Gernsbach, über eine Stunde mit Öffis ist Baden-Baden entfernt und das sieht alles so unterirdisch aus. Da kann man gleich ins Hotel. Ein Apartment vor Ort. Meinem Bruder gebe ich den Vortritt.

Putzsüchtige, die alles desinfizieren, ekeln mich an.

03.02. Traum von meinen Schwägerinnen. Anke erkennt den Typen, der mit ihrem Chef befreundet ist und duzt ihn. Der Rentner lobt Kathrin, dass sie gut ausschauen würden. Kevin raucht und ist doch erst 12 oder 13, aber man kann wohl nichts machen, wenn man es verbietet, macht er es heimlich.

Mein Bruder hat die eine Wohnung genommen, den Tipp gab ich ihm. Auch gut, war ja so gedacht.

Termin falsch, ich habe was im Kopf und schaue dann nicht mehr nach und bin eine Stunde zu früh beim Richter. Gehe dann wieder und rufe den zukünftigen Betreuten aus dem Gerichtsflur vom Handy an. Er kann Morgen zu mir kommen, wenn ich bestellt bin. Stellt sich später heraus, dass er nicht aufgetaucht ist. Umso besser, dass ich einfach weiter gemacht habe. Ich war eigentlich unmissverständlich. Der Richter geht bald zum Landgericht. Er soll uns erhalten bleiben und Betreuungschefrichter werden. Ich habe schon einen festen Karriereplan für ihn. Er lacht. Er will ja auch wieder kommen. Mehr verdienen tun nur die Vorsitzenden der Kammer.

Die Tempos haben innen Katzenbilder aufgedruckt. Nein, das ist kein brauner Auswurf. Ich fahre nach Langenhagen. Die Spielhalle Glückpilz gibt es noch und sie macht Werbung auf einer Apothekentüte. Da hat mal eine Bekannte in den Neunzigern gearbeitet. Ich habe vergessen Lauch zu kaufen und in Langenhagen ist auch Wochenmarkt. Wie praktisch. Ich habe Hunger und halte erst mal am Imbiss. Hier gibt es Käsekrainer und zwei Yorkshireterrier kläffen sich die Seele aus dem Leib. Herrchen telefoniert: ach so, bei Dir ist auch ein Hund, deswegen…Nein, nicht deswegen, sie kläffen durchgehend. Seine Frau isst Pommes und nimmt zwei mal den Kartoffelsalat für zuhause als Beilage für ihre Fischfrikadellen, aber den mit Essig-Öl. Ich habe die Riesenwurst, die nicht lecker schmeckte fertig und gehe zu meinem Fahrrad und will es aufschließen und es sticht ganz doll in meiner Wade. Hat mich eines der Ratten von hinten in die Wade gebissen. Ich gehe weiter ohne was zu sagen. Ich kaufe eine Lauchstange für 30 Cent am Nachbarstand. Ich habe no touch, no talk no eye contact gemacht nach Cesar. Die sind richtig gestört. Man hätte das melden sollen. Was hat mich gehindert. Ich wollte keine Diskussion mit den Besitzern und war auch irgendwie geschockt. In der Psychiatrie steht die Schwarze hospitalismusmäßig im Flur und begrüßt mich mit den Worten: ich habe keine Zeit. Dann mache ich weiter und probiere es auf Englisch, weil sie englisch spricht und sie: lass mich in Ruhe. Ich bin 3 Minuten später wieder draußen. Die Mitarbeiterin tun geschockt. Die Ärztin, die immer Zeit haben wollte außer zwischen 13 und 14 Uhr ist krank. Was soll ich noch da?

Auf dem Rückweg klingele ich bei meiner Crackpatientin. Keiner Zuhause. Kaufe Lebensmittel und praktische Geschenke für Köln. Die Idee kam mir beim Bahn fahren. Käse ist eh besser als Schokolade. Kleine Salamipralinen im spanischen Supermarkt. Das kam schon immer gut an bei Susann und die japanischen Pieker bekommt sie auch. Es gibt eine Filiale vom Fairkaufhaus auf der Deisterstraße. Ich bin begeistert. Zwei schlimme Sammelteller für die Kölner und eine Nofretetespiel vom Museum lizensiert. Der Typ hat Humor. Ich zeige das Spiel stolz vor im Büro. Larissa soll es bekommen. Die kommt so gut wie nie vorbei, heißt es. 3 Stunden später ist sie da und nimmt es mit.

Bei meiner Spielsüchtigen wollen sie die Tür aufbrechen lassen von der Polizei (der sozialpsychiatrische Dienst), weil sie keiner erreichen kann. Sie macht mir dann noch Vorwürfe, dass ich ihre Tochter angerufen, sprich „da mit reingezogen“ habe. Ich sage, wenn sie unter taucht, so dass die Tür aufgebrochen werden soll, ob sie da nicht auch Schuld bei sich erkennen könne. Ich bin echt genervt. Es wirkt, sie lässt sich Termin geben.

Sissi-Eis mit Sahne. Lavendel. Herrlich violett. Ich mag’s. 3 Kugeln mit Sahne, ich stoße sonst immer so doof nach der Wurst auf.

Die Oma von Herrn Ihme wird von ihm bedroht, wenn sie kein Geld rausrückt. Er droht ihr mit der Eisenstange über den Kopf zu hauen und Außerirdische würden die Wohnung dreckig machen. Das wird bald eskalieren. Ich sage, sie soll sich das nicht gefallen lassen.

Abends beim Sport bin ich wieder Klassenbeste. Wir schauen Birdman, den wir im Kino verpasst haben.

Wo war noch mal das japanische Kaufhaus, wo ich die Plexiglasdinger gekauft habe? Irgendwie war meine Schwägerin dabei als ich die Eierpresse, die gekochte Eier eckig drückte oder so ähnlich kaufte, die dann in der Folge meinen Schwiegereltern oder sonst wem geschenkt wurde. Es war nach Japan und teuer, aber nicht so teuer wie noch mal nach Tokyo fliegen und ich war noch im Rausch. Nein, es war nicht Paris. Es muss London gewesen sein neben dem Lonsdale-Laden wo ich immer die Sport-BHs kaufe.

04.02. Traum. Lauter in die Jahre gekommene Punks, Freunde von Hilmar, wir hängen rum und sie machen Musikimpro, haben Probleme mit der Gema. Ich liege auf dem Bett neben Gerd. Sie haben tolle Hunde, die sehr auf mich abfahren und alle mit mir kommen, wenn ich sie rufe, auch weil sie wenig raus kommen. Es sind kleine dicke Mischlinge. Der eine Typ ist sehr begabt und Hilmar filmt ihn wie er spielt. Dann ist es 22:59 und ich rufe die GEZ an und erreiche eine Frau und sage, dass wir dabei sind auf ihr Scheiben vom 06.07 zu antworten. Sie will wissen, warum das so und so sei, wenn derjenige immer schon musikalisch so begabt gewesen sei und ich sage, ich habe ihn damals noch nicht gekannt. Das ist dann so wichtig, dass ich alle zusammen trommele. Wir übernachten vor Ort, auf dem Fußboden usw. Irgendwie gibt es eine Szene, dass ein Bauer Schafe hat und gerade eines erschießt. Es ist hell im Taschenlichtscheinwerfer und er zielt irgendwie auf unsere Gruppe. Wir sind gerade draußen und gehen Gassi mit den Hunden. Dann versuchen etwas zu schlafen. Morgens muss ich los und will in ein anderes Zimmer um keinen zu wecken. Da schläft einer der Typen von dem ich mich dann verabschiede und zwar so laut, dass alle wach werden. Katinka und Schwarzi sind auch da. Unterwegs treffe ich Peggy, die auf dem Weg zur Arbeit ist, höflicher Smalltalk, Sunla sagt mir, dass sie ganz aussteigt aus der digitalen Welt und kein facebook und auch keine emails mehr schreibt. Irgendwie ist dieser Traum sehr raumgreifend als hätte ich in allen Details der WG-Wohnung usw. die ganze Nacht davon geträumt. Ach ja und die Typen sind dann irgendwie bei uns zu Besuch in Hannover, irgendwie haben wir wieder Expo oder so, aber übernachten können sie in der WG, weil da 8 Personen schlafen können.

Ich ziehe meinen herrlichen schwarzen Wienmantel an. Der schönste Mantel aller Zeiten. Wir gehen Freitag zu Susann. Sie will kochen. Ich freue mich und habe alles Mögliche für sie dabei von Karneval bis hin zu einer Jacke und die Lebensmittel und anderen Sachen. Wo machen wir Mittagstisch, Kölner Küche oder asiatisch? Das ist noch die Frage.

Der neue Schornsteinfegermeister, der den Kehrbezirk 121 übernommen hat, ist zuständig.

Alle haben Angst vor Elisabeth und auch gestandene Sozialarbeiter stehen unter dem Eindruck des Erlebten und können kaum telefonieren. Sie hat das ambulant betreute Wohnen aufgekündigt. Nur bei mir ist sie so handzahm, aber ich weiß, dass der Schalter umgelegt wird von jetzt auf gleich und dann bekommen ausgewachsene Männer Angst vor ihr und wissen nicht, wo sie hingucken sollen.

Mittags zuhause, Rest von gestern mit Kartoffel und Sellerie und Linsen und Kokosmilch, war sehr lecker, für abends vorkochen, Radicchio-Sellerie-Blauschimmel Pastasoße mit Wallnüssen. Außerdem wieder 2 Kugeln Sissi-Eis. Stephan schmeckt es auch und die Farbe ist der Hit. Ich könnte jeden Tag zwei Kugeln davon vertragen. Es steht mir.

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Mein Bremszug ist doch nicht gerissen. Ich gehe zu Rad Up und alles funktioneirt und der junge Mitarbeiter guckt mich an, alle hätte ich sie nicht alle und fragt, wie ich darauf gekommen sei und ich komme mir ganz doof vor. War eingefroren.

Anruf aus dem Knast. Eine neue Mitarbeiterin lässt meinen Schützling, den Hasen, telefonieren und ich bedanke mich überschwänglich bei ihr. Eine gute Tat.

Beim Yoga freue ich mich, dass ich kein Kopfschmerztyp bin und, dass ich mich wohl fühle in meinem Körper und er genau richtig ist für mich. Der Kopf ist auch nicht schlecht, wird aber überschätzt oder vielleicht ist gerade er es, der zum Wohlbefinden im Körper führt und ich freu mich über meine Wollstulpen. Ich entdecke sie gerade, wie toll sie sind. Ich hasse Fleece und liebe echte Wolle. Das ist erblich bedingt. In Köln zu Vishnus Couch Yoga mit den Jungs. Warum spricht man Japan und Yoga eigentlich vorne gleich aus? Ich treffe sie an der Ampel am Küchengarten und denke, sie sind Spießer und wollen schimpfen, weil ich bei Rot gefahren bin, d.h. ich erkenne sie nicht mit Helm und so. Sie kommen von ihren Gartenfreunden. Sie sind offen für Probestunde in Köln und ich sage lieber kleine Sporthose mitnehmen und ich freue mich, dass die Hannovervase am richtigen Ort steht und auch noch benutzt wird.

Ich bekomme meine Buchstaben wieder, die die doch was Besonderes sind, aus Gummi und Metall und bringe sie nach Wien, wo sie mehr gebraucht werden.

Ich kann mit Heike basteln während mein Mann mit seiner Schwester in die Oper geht. Das sind schöne Aussichten. Wie abgegeben werden im Spieleparadies während die Eltern einkaufen.

05.02. Koche zur Zeit viel und habe irgendwie die Lauchstange, die ich extra in Langenhagen besorgt habe vergessen und Eier haben wir auch, die verbraucht werden müssen bevor wir in die Domstadt aufbrechen.

Traum u.a. ich will Spätzle machen und ein dicker Strang fällt ins Wasser, unterarmdick. Ich will ihn erst noch zerschneiden, aber er ist lila-grau und sieht ekelhaft aus und schmeckt nicht, wegschmeißen. Ich habe auch das Ei vergessen. Dann später. Überfall. Gangster, sie wollen alle Erwachsenen umbringen, vielleicht nur die Männer. Ich laufe einem der Gangster im ersten Raum über den Weg, der nach Sozialhilfe und vielen Klamotten aussieht, die Schränke von Poco sind halb kaputt und stehen auf. Er hält mir die Waffe an den Kopf, lässt sie sich dann aber irgendwie abnehmen und ich schieße dann das Magazin leer und fliehe nach draußen mit einem Jungen. Wir legen uns zu anderen flach auf den Boden hinter einen Wohnwagen. Dann weiter. An der Unterführung bei meinen Eltern ist die Einfahrt gesperrt durch ein Auto. Ist ein Rettungswagen und es ist gesperrt wegen Überschwemmung, ganz tiefe Pfütze. Wir sollen nach oben steigen, einen kleinen Abhang hoch. Ich gehe erst vor, sie schauen geschockt, weil der Junge nicht mitkommt und abrutscht. O.k., das Kind soll vor gehen. Oben ist ein Wohnwagen, in den Mann rein geht. Man läuft auf Baumstämmen, die in Schlangenlinien verlegt sind (ich sage, ein Fahrradweg, haha. Im Traum sind meine Witze nicht so komisch) und setzt sich dann an einen Tisch. Der ist gedeckt mit Tischdecke und über kleine Teelichter, die automatisch angehen, wenn man was drauf stellt, quasi Induktionsherd, kann man was kochen. Ich brate Eier an. Die Flamme geht immer wieder aus. Ich bin von der Technik fasziniert. Man hat eine halbe Stunde Zeit. Wir hatten Glück, jetzt ist eine Schlange vor dem Wagen. Auch hier muss ich alles noch mal machen, weil ich die Stange vergessen habe. Das muss der Lauch gewesen sein.

Beim Aufwachen erzählt mir Stephan, dass er gerade geträumt hat, dass bei Wecker statt der normalen Weckgeräusches einen lauter Leute aus einem Theaterstück anschreien und da sei er lieber vorher freiwillig wach geworden. Ich sage, das läge daran, dass er heute einen kaufen will in der Stadt und wie kommt er darauf, dass im Theater geschrien wird, wenn dann geklatscht und davon wird man wach. Dann sprechen wir von diversen Beschimpfungstexten, am besten von der Mutter des zu Beschenkenden, die als Weckgeräusche hinterlegt werden

Morgens um 8 zuhause gleich Herr Müller vom Arbeitsamt. Elisabeth Taylor sitzt bei ihm und will in Arbeit vermittelt werden. Ja, Rente auf Zeit. Er wird sie wegschicken. Das kann gefährlich werden.

Anfrage von Steffi wegen Suki. Ich wollte faul sein, aber wenn ich es ernst meine, dann kann ich ja jetzt schon mal mit haben Tagen üben. Elisabeth kommt auch wieder heute Nachmittag. Leider kann ich ihr den Hund nicht anvertrauen zum Gassi gehen. Ich glaube Suki würde sich weigern und außerdem hat die schon angeleinte Schäferhunde vor Rewe entführt…..

Telefonat mit dem Kollegen wegen zweier Kostenfestsetzungsbeschlüsse. Ich will es praktisch und eine Schlussstrich ziehen und er erwägt die sofortige Beschwerde. Er hatte mal 27 Kostenfestsetzungsbeschlüsse in einer Sache. Er lacht und ich frage, ob er perverse Neigungen hat.

Die Königstraße ruft an, die Afrikanerin, die die Medis abgesetzt hat muss dort hin wegen Beurteilung ob der beantragte Deutschkurs bewilligt werden kann. Frau K. lacht darüber, dass Elisabeth Taylor sie und ihren Chef angeblich erwischt hat. Jetzt wisse ich es, es würde bei ihnen zugehen wie bei Sodom und Gomorra und auf mein Einwand, dass Meine christliche Therapeuten wolle, sie seien dort alle so was von unchristlich. Später sagt die Betreute, dass sie den Deutschkurs nicht will und zuhause üben wird so wir sie neulich wieder zurück wollte in die Asylbewerberunterkunft, wo ich sie gerade rausgeboxt habe. Oh Mann, das ist anstrengend.

Endlich spreche ich den Richter vom Verwaltungsgericht in Sachen Herr Kabul. Er ruft zurück. Ich probierte es seit gestern etwas 7 mal. Um 10:20 Uhr ist er noch nicht am Platz. Um 12 Uhr macht er Mittag bis 14 Uhr und um 15 Uhr macht er Feierabend. Das sind enge Zeitfenster. Ja, ja, PTBS ist Allerweltsdiagnose und es sei auch nicht gerade das Fachgebiet des Arztes. Wie verklickere ich das jetzt dem netten schwulen Substitutionsarzt? Ich will eine email schreiben und die muss gut werden. Ich bedanke mich immer für seine Hilfe.

Mein lernbehinderter Betreuter glaubt sein Kindergeld wurde nicht gezahlt. Dann muss ihm die Werkstatt mehr Lohn zahlen, um das auszugleichen. Auch eine Logik. Er ist total krank und hatte 38 ° Fieber. Die andere Lernbehinderte, die sich zur Zeit Geld einteilen lässt. Ich frage sie, warum sie immer zwanghaft das Konto leer räumt. Sie hat Angst, dass ihr jemand das Geld wegnimmt.

Runde mit dem Hund vor dem Essen, dann zuhause kochen und Kaffee Bonbon und noch mal eine Runde. Mein Knie zickt, die eine Übung, die wir gestern beim Yoga gemacht haben und die angeblich nicht schlimm ist für Knie mögen meine nicht, eine krasse Verdrehung. Die mache ich nicht mehr. Ich nehme wirklich Rücksicht und habe deswegen eine andere schon sein gelassen, weil ich bin gut und muss es da niemandem beweisen. Ich mache eigentlich die Übungen die mir gut tun. Basta. Nach dem Essen turne ich etwas in der Küche und Suki macht mir. Wir sollten ein Jane Fonda Video zusammen drehen. Stephan hat Gerichtspost geholt und Elisabeth hat für sich selber eine Betreuung angeregt, weil sie eine schwere Psychose habe. Die Richterin bittet mich um eine Stellungnahme. Was soll ich dazu sagen? Ich werde sie fragen, ob sie mir eine Beschäftigungstherapie beschaffen will bzw. zu ihrer früheren Betreuerin zurück will und der Richterin werde ich versuchen in wenigen Worten deutlich zu machen was das für ein schwerer Fall ist.

Ich gehe eine große Runde mit Suki, Kackstreifen, Kochstraße, Faust über die Brücke, an der Sportuni vorbei und dann bis zum nächsten Brücke und zurück. Das soll dann unsere Runde werden. Ich überlege immer ein lustiges Foto von ihm zu machen. Heute vor dem Deichkindplakat auf gefrorenem Untergrund. Er muss auch was für mich tun und tut es gerne.

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Mit Hund lernt man die tollsten Leute kennen, z.B. die Nachbarn von Herrn Ihme, die total fertige Mischlingen haben, also Schönheitsbomben, der eine dick, weiß und verwachsen und macht einen Handstand wenn er pisst. Zum Schießen. Der andere, ein, ebenfalls dicker Dackelmischling kläfft und jagt mit Suki. Er oder sie wird Zicke betitelt. Ich würde gerne mehr mit ihnen anbandeln, störe aber offenbar bei einem Drogengeschäft. Es wurde mit dem Handy angerufen und jetzt erscheint ein Typ und es wird ein Rucksack übergeben. Das hat auch schon einen Aasgeier angelockt das Ganze. Ich muss hier nicht zusätzlich stören und gehe weiter. Es gibt wieder zwei Kugeln Lavendeleis und Suki muss vor der Tür warten üben. Im Büro hat Alfons Ungeziefer und muss separiert werden.

Ich bin doch bestellt worden für den Neuen, er war gestern da. Erst wollte er absagen, weil die Witterung zu feucht sei, aber der Richter meinte, dann erst im Mai und das dauerte ihm dann zu lange. Ich rufe ihn an, ob er heute will und ich vorbei kommen soll. Ich hätte mich mit Hund angekündigt und dann wären wir mit dem Rad nach Vahrenwald gefahren. Das wäre mal ganz schön gewesen auch für den Büroschlaf danach. Er kann heute nicht und kommt Dienstag zu mir. Der Hund gewöhnt sich ein und schläft auch entspannt auf der Seite. Ich telefoniere und hantiere mit Akten über ihn hinweg und er bleibt ganz gelassen. Nur wenn Leute zu mir reinkommen. Daran muss ich noch arbeiten.

Ich habe mich entschieden Morgen gar nicht rein zu gehen und mich ganz auf die Reise zu konzentrieren. Das ist auch schön und so bin ich schon in Wochenendstimmung.

Ausschwitz- die Zahlen des Bösen und die Bürokratie der Unmenschlichkeit

26.01. Traum: Wir sind mit Mats, unserem Fliesenleger und seiner Frau unterwegs. Sie hatte sich Wollpullis von mir geliehen, weil ihr kalt war (einen hellblauen und den roten mit Twipsy vorne drauf) und Mats sagt, sie würde mir die auch abkaufen für 2,- € das Stück. Ist wohl angemessener Preis für gebrauchte Pullover sage ich (1,- € wäre mir zu wenig gewesen). Stephan und Mats haben Räder dabei und wir müssen auf der Rolltreppe nach oben zur Bahn sprinten. Ich habe Lähmung in den Beinen und komme nicht voran. Sie müssen die Zugtür ganz lange für mich aufhalten. Dann erzählen sie, dass Kathrin bei ihnen war und so überzeugend mit dem Chef gesprochen hat. Alle waren beeindruckt. Ich frage, ob sie mit Tupper da war (aber nur um einen Scherz zu machen und die anderen schauen fassungslos). Ich sage, meine Schwägerin ist auch gut. Irgendwie hat sie auch total abgenommen und ich sehe sie am beleuchteten Fenster im Büro und sie trägt einen langen Strandrock und ein bauchfreies Oberteil dazu. Dann kommt heraus, sie ist Dschungelkönigin geworden und hat die aktuelle Staffel gewonnen. Jetzt ist sie nicht nur sehr gut, sondern auch prominent.

Ich fühle mich nicht gut und sage Stephan morgens im Bett, dass ich heute krank bin und zuhause bleibe. Das bewahrheitet sich dann später.

Erst ins Büro. Die Kosten der Kurzzeitpflege, Telefonate mit der Krankenkasse und dem Heim. Wie kompliziert kann es sein? Ich verliere schnell die Geduld. Ich bedanke mich bei der Kollegin für das Fleisch und will sie zur offiziellen Lieferantin machen. Ich habe keine Connections für Hirschfleisch. Meine Betreute mit dem aufgeplatzten Bein bekommt mehr Schmerzmittel. Der Hausarzt hat schon reagiert. Das Bistum Osnabrück verzichtet auf eine Forderung gegen einen Betreuten von mir, dessen Mutter dort Mieterin war und er hat das Geld auf den Kopf gehauen. Donnerstag der Testlauf mit Suki und dem Bürohund. Gemeinsames Gassigehen auf der Hundeauslauffläche. Herr Unbeholfen bekommt für den 04.02. seinen Termin für die Eignungsprüfung im Jobcenter. Es geht um den Hauptschulabschluss, den er nachmachen will. Sie wollen testen, ob das realistisch ist oder er zusätzlichen Unterstützungsbedarf hat. Ich habe mir notfallmäßig Termin bei einer fremden Ärztin geben lassen. Da muss mal einer schauen, welcher Teufel in mir drin ist. Mittwoch hole ich die Duldung von Herrn Kabul persönlich ab, weil das mit der Post nicht so klappt. Ich habe ihnen alte Duldung geschickt, schon im November, die nicht ankam, sie haben mir neue zurück geschickt, die nicht ankam. Irgendwer wird gemoppt oder die Post ist so schlecht.

Frauenärztin. Sie ist angeekelt von meiner großen Gebärmutter mit dem Myom. Hallo, das ist mein Körper. Ich bin daraufhin abwehrend und dann später beleidigt. Ich soll es rausschneiden lassen und neue Eierstockzysten habe ich auch wieder, auf beiden Seiten. Was sonst? Im Übrigen sieht man vor lauter Gebärmutter nichts auf dem Ultraschall. Ich sage, dass die Blase sich nicht gut anfühlt und es stechende Schmerzen sind, als würde mir einer mit einer Stricknadel in den Bauch stechen. Ich komme in 2 Wochen wieder, wenn ich es nicht aushalte, dann früher. Doch, ich werde es aushalten, aber die Unsensibilität macht mir schlechte Laune. Ich sage meine Termine ab und sehe mich heute nicht imstande noch ins Büro zu gehen. Man soll sich ja dann sofort Ruhe gönnen bei so was-

Es gab 125 Außenlager, allein von Buchenwald, die KZs waren so übers Land verteilt, dass die gesamte Bevölkerung das mitbekommen hat in der zweiten Kriegshälfte. Die Verwaltung des Todes. Woanders werden auch Studenten abgemakkelt, aber man verscharrt sie. Auch noch Buch zu führen und die Mäntel und Hosen der Ermordeten durchzuzählen und mit Schreibmaschine in Tabellen einzutragen. Das ist mehr als böse und irgendwie hat es mit Zahlen und einer bestimmten Denkart zu tun. Bei einem der Außenlager, einer Munitionsfabrik an der ehemaligen innerdeutschen Grenze im Harz, wo Menschen im Munitionslager untergebracht wurden, Chemikalien ohne Schutzkleidung einfüllen und dann Lebendauer 2 Monate bis zum Tod durch Vergiftung, ohne Heizung, ein Bunker im Waldboden, 8.000 und ein Klo und so was, will die Gemeinde den Boden säubern und einen Neustart, einen Schlussstrich ziehen, alles bereinigen. Bei über 6.000.000 Toten. Wie soll das gehen? Ich sage mal pro Toten ein Monat Baustopp und dann mal nachrechnen ob wir schon so weit sind. Ich glaube nicht. Die Nazis waren zu doof, die Lager alleine zu bauen. So ein Möchtegernarchitekt, bei dem es nicht zum Abschluss gereicht hat, lässt einen jüdischen Häftling die Planung und Umsetzung machen. Die durften die Lager selber bauen und auch noch entwerfen. Das Schild „Arbeit macht frei“ ist ein einer Bauhausschrift und soll ein Ausdruck des Protests des Mannes, der es entwerfen musste, darstellen. Ich hatte mich tatsächlich einmal über die fortschrittliche Schrift gewundert. Fernsehen bildet.

Schmerzmittel helfen nicht. Buscopan Plus bringt gar nichts. Ibuprofen hinterher.

27.01. Schlafe durch, keine Schmerzen. Muss Beckenbodengymnastik machen und das tue ich echt ungern, aber es muss sein. Ich muss mich zwingen. Normaler Sport geht doch auch und da hat es auch geholfen und gut, meine Arme sind nicht die von Michelle Obama, aber lang nicht mehr so schlabberig wie sie mal waren. Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Meinen Außentermin heute habe ich noch gecancelt. Altpapier runtertragen bei einer Betreuten und dafür nach Vahrenwald fahren, das schaffe ich heute nicht.

Bagels auf dem Markt bei den Food Lovers, dann zur Post und das Einschreiben abholen. Ist die Duldung. Seit wann reicht der Stadt das Empfangsbekenntnis nicht aus? Ich muss extra zur Post und es kostet die Stadt Hannover 4,80 €. Das muss doch nicht sein.

Bin so launisch. Mal albern und gut gelaunt. Die Flaschenbürste aus der Schweiz, haha, die Marktreinigungsmaschinen haben auch schöne Bürsten, ich will dann die Arbeit schwänzen und mit Stephan einen Ausflug in die Stadt machen und das Fairkaufhaus unsicher machen, dann drückt der Bauch und ich schwänze Sport in letzter Minute, auch weil ich noch so viel unerledigte Arbeit habe. Man, man, wo führt das hin. Die Diktatur des Unterleibs.

Nachmittags muss ich Kontoauszüge kopieren. Das kostet immer meine ganze Konzentration und ich hasse es.

Sage dem Vermieter Bescheid wegen Fenster Herrn Ihme nachdem der Pfleger mir grünes Licht gibt. Der ist ganz aufgeregt. Soll Morgen gesichert werden, damit da keiner raus fliegt, das fällt sonst auf sie zurück.

Abends häkel ich mir eine Spitze für den Hals. Das gefällt mir. Mein Mann ist lieb zu mir. Wieder Probleme beim Einschlafen. Ich halte das durch. 2 Jahre bis zu den Wechseljahren oder 3. Das haben Leute in Ausschwitz überstanden. Das sitze ich auf einer halben Arschbacke ab. Die dicke Wolldecke habe ich mir um den Leib gebunden.

Schlafe schwer ein. Träume, dass Rahel verschwitzt zu mir kommt und jetzt doch einen der Mäntel will (aber die trage ich jetzt doch, sogar im Schlaf, das ist wohl die dicke Wolldecke, die ich in den Traum einbaue). Welchen? Sie kann höchstens den blauen haben nicht den braunkarierten meiner Oma. Beide haben Insekten drin. Wie kann man die töten. Ich werde wach. Stephan kommt ins Bett. Die Wolldecke fliegt raus.

Weitere Träume. Montags immer Probeklausuren, der Jura-Prof ist jung und steht auf mich, wir sind zu früh da. Alle Plätze besetzt. Die jungen Dinger werden eh durchfallen und können das noch später machen. Danach Party, ein Typ tanzt Tango mit mir, will ich Zigarette? Nein, ich rauche nicht, will aber tanzen, dann ob ich Tango kann, lasse mich führen und er macht ausladende Bewegungen und ich hänge mich rein und er muss mich halten. Darf ich jetzt Tangokurs mit einem anderen Typen machen, wenn es nur sportlich gemeint ist?

28.01. Ich nutze die neue Flaschenbürste, sie ist toll. Morgens ruft mich eine Detektei aus Freiburg an, ob ich ich sei. Wer will das wissen? Es geht um meine querulatorische Betreute, die er vertreten hat, weil sie einem Schweizer Heiratsschwindler aufgesessen ist, der über seine Herkunft und seine Einkünfte falsche Angaben gemacht hat. Irgendwie kam raus, dass es eine Betreuung in Hannover gibt und sie sagte, die Betreuerin müsse ihr in den nächsten Wochen eine halbe Millionen besorgen und er habe im Internet die Texte von ihr gelesen und das merke man ja schon, dass da was nicht stimmt und das alles keine Aussicht auf Erfolg habe und er wisse ja nicht, ob das eine tickende Bombe sei, so Menschen seien ja schwer einzuschätzen und wollte sich als Zeuge zur Verfügung stellen. Ich schreibe seine 0800-ter Nummer auf und will mich nie wieder melden, weil das schaffe ich schon alleine. Er ist in den folgenden 2 Tagen 4 x auf meinem AB. Er scheint auch Stalker zu sein.

Ausländerstelle geschlossen. Ich habe das einzige Fahrrad davor. Leere Flure. Austausch der Duldungen im Flur zwischen Tür und Angel. Die tricksen einen immer aus. Die Wohnsitzauflage war nicht gestrichen. Die Duldung erlischt mit dem Ende des Verfahrens ist ein neues Zusatz. O.k. stand in veränderter Form auch früher drinne.

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Königstraße, die Bilder meiner Ex-Betreuten gucken. Mein Betreuter, der gerade eine Wohnung verkauft hat, für die leider eine Wohnraumgenehmigung fehlt, bei seinem Arzt treffen. Er ist zwischen Yoga und AWD. Die Welt retten oder Omas über den Tisch ziehen für eine Provision, weil es stellen ihn nach vielen Jahren der beruflichen Abstinenz nur Leute ein, die nichts zu verlieren haben. Er arbeitet auf Provision als Blender und das hat ihn letztes Mal schon krank gemacht. Der Arzt nickt zustimmend. Das Büro ist staubig, er mag meine analytische Sichtweise. Das merke ich und ich weiß, dass ich das kann. Das Wesentliche sehen und zusammenfassen. So. Er macht viel Fitness und Yoga, ja, aber da verdient man nichts. Alle wollen für wenig Einsatz das große Geld. Wie die Promis im Dschungelcamp. Ich sage, es macht ihn aber vielleicht glücklich und das Hochspekulative macht ihn vielleicht krank. Er muss es wissen. Bei der beruflichen Reha wird er andere Kandidaten treffen und dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder die Haltung: die sind alle weit unter meinem Niveau und das habe ich alles Anfang 20 schon im Assessment Center gelernt und ich weiß, wie man sich kleidet und auftritt und kann das alles besser oder ich bin auch psychisch krank und hier aus einem bestimmten Grund, weil ich 12 Jahre nichts gemacht habe außer Sohn sein und kleine Mädchen aus der Nachbarschaft beeindrucken und ich muss hier kleine Brötchen backen. Ich bin genau richtig, neben dieser unvorteilhaften Frau und auf einem Level mit ihr, weil wir haben alle verschiedene Päckchen zu tragen und verschieden Talente. Das soll er sich vorher überlegen, weil dann kann er sich und anderen viel Zeit sparen.

Schöne schwarze Schuhe für 8,- €, 2 Stücke für meine Mutter, 3 nehmen, 2 zahlen. Kurz Büro, dann TCM-Ärztin. Die Mitarbeiterin der Kollegin ist genervt, dass ich viel unterwegs bin, aber bin ich ihr zur Rechenschaft verpflichtet? TCM-Ärztin sagt, alles normal, d.h. dass Gebärmutter oft groß ist, wenn man auf die Wechseljahre zusteuert. Lieber Fußbad, statt Wärmflasche auf den Bauch. Könnte doch Blasenerkältung sein, nein es brennt nur beim Wasserlassen, wenn es Blasenentzündung ist, aber es gibt auch Erkältung. Beckenbodengymnastik soll man immer an den roten Ampeln machen. Gerstenkorn steht für schlechte Ernährung, keine Milchprodukte, kein Käse, kein Zucker. Hey, das sind meine Grundnahrungsmittel. Nach Hause, essen, Essen vorkochen.

Ich habe gestern eine Einbürgerungsanfrage in meiner kurdischen Betreuungssache vorformuliert und mein Betreuter heult, weil ich es so rührend geschrieben habe. Er bedankt sich und woher weiß ich das alles? Akteneinsicht.

Meiner Mutter tue ich leid. Muss ich nicht. Ausschwitz war schlimm, nicht ein bisschen Unterleib mit allem Komfort, Essen, Heizung, Freizeit und Schmerzmitteln. Viele haben Migräne, jeder hat was, warum soll ich mir leid tun? Ich tue mir nicht leid. Punkt. Seit 1945 keine Nacht ohne Schlafmittel. Das ist hart.

Beim Yoga tut es so weh, dass ich denke, ich muss abbrechen und wie schaffe ich es aus dem vollen Raum abzuhauen? Dann geht es doch und abends tue ich mir dann doch leid, weil ich Krämpfe habe, wie ich mir Wehen vorstelle, auf den Boden trampel und Sachen kaputt mache, heißes Fußbad muss ganz schnell her, die Plastikwanne zerkrümelt, weil die Weichmacher raus sind. Schön wenn der Schmerz nachlässt. Ich male die Eselsohren an. O.k. die Wechseljahre dauern 10 Jahre und sind im Schnitt mit 52 vorbei, also habe ich noch 4 Jahre. Wir schreiben das Jahr 1941.

29.01. Suki kläfft, aber alle lieben ihn. Ich gehe gerne mit ihm raus. Das ist eine schöne Abwechslung, kostet aber Zeit. Meine Selbstmorderprobte sagt immer ganz leise “ich muss jetzt schlafen“ oder wenn die Morgen kommen „bin ich weg“. Ich kann ihr Problem nicht ganz nachvollziehen. Es gibt die ambulante psychiatrische Pflege nicht, wenn sie in der integrierten Versorgung ist, o.k. das wusste wir vorher nicht, aber sie wusste nicht, ob sie das überhaupt will und alle Helfer reißen sich ein Bein aus und wollen alle Bemühungen verstärken, also hat sie nichts verloren und auf keinen Fall weniger als vorher. Wo ist die Krise? Ich finde ihre Haltung überzogen und undankbar und kann wenig damit anfangen. Elisabeth Taylor hat den Regionsarzt mit seiner Sprechstundenhilfe erwischt. Sie lag auf der Behandlungsliege. Das hat sie gesehen. Ich schreibe ihm das spaßeshalber, dass ich jetzt Bescheid wüsste aus gesicherter Quelle. Die Mitarbeiterin hatte Kreislauf und hat bei ihm auf der Liege gelegen und er konnte keinen Blutdruck mehr messen, hat aber darauf verzichtet, sie für tot zu erklären. Eine neue Betreute, die sich zumindest darum bewerben will aus Augsburg mit 4 Töchtern, ein Kuddelmuddel der Vätern und Aufenthalte und Kampfhund hat die Tochter, total anhänglich. Jack Russel ist bellfreudig und nervig, würde sie nie wieder nehmen. Kann ich verstehen. Ihre Wohnung ist wegen Mietschulden gekündigt.

30.01. Schulbehörde anrufen. Meine Betreute will das Referendariat nachmachen. Sie hat sich beim Abwaschen mit einem Messer einen Nerv im Finger durchtrennt. Wenn sie die Bewegung zeigt, wie sie mit Schwamm durchgezogen hat, dann wird einem schlecht. Sie hat die Hand aus dem Spülwasser gezogen und die Küche sah aus wie bei Kill Bill. Werde mit Arbeit nicht fertig, gut, dass ich Morgen eh im Büro verabredet bin…

Mein Bruder lädt ein zur Flippereinweihung, Adams Family. Er freut sich so. Er mag meinen Blog, das hatte er mir vor einigen Wochen gesagt und ich freue mich darüber und auch, dass wir uns zum 40igsten meiner behinderten Schwester treffen. Wenn Stephan nicht mit will, machen wir mal ein Geschwisterding.

Der Mann der die rosa Kätzchen abholen will (Motivtempos aus Wien) lässt auf sich warten.

Tanzen und essen gehen. Der Zug aus Wunstorf hat Verspätung. Die neuen Schuhe machen mich zu einem Riesen, aber die Füße tun weh und irgendwie fühle ich mich wie eine Transe. G. hatten wir die Einladung zu seinem 60zigsten geschenkt. Männerchor. Er und K. sind verliebt ineinander, wie Jugendliche. Das ist ganz süß. Wie läuft so ein typischer Tag in der Villa ab, will ich wissen, weil wir im Sommer zusammen da sein werden. Morgens Schwimmen und Vögeln antwortet sie. Damit kann ich was anfangen. Wie ein Teenager spielt er mit dem Smartphone. Filme, wie er Baum fällt mit Kettensäge mit Ton. Stephan will im Boden versinken. Morgen ist ein Orgelkonzert in der Marktkirche und er will mir selbstgemachte Würste geben, die er auch auf dem Telefon zeigt, wie sie zum Trocknen über einer Holzstange hängen. Das ist doch Grund sich das mal anzuschauen und mein Mann ist auf einer Käse und Weinprobe. Dann habe ich auch Programm und kriege was Leckeres.

Keiner macht Gänsestopfleber wie Dieter Grubert, inklusive aller Sterneläden in denen ich je war und die Nachspeisen. Cappuccino Panna Cotta und warmes Topfensoufflée. Die in die Jahre gekommene Prolls, die Frau traut es sich kaum sagen, aber das sind Leute, die haben noch nie Hummer gegessen, planen eine späte Hochzeit und haben den Meisterkoch mit Beschlag belegt. Er hat neue Angestellte, ganz junger Typ.

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Der Bürotermin zum Ausmisten Morgen wird abgesagt von meinem Kollegen. Ist mir auch Recht.

31.01. Der Hermes-Typ stürzt durch das Treppenhaus und es klingt, als würde eine volle Lotte hinfallen mit samt seiner Lieferung. Dann Büro, der Schredder gibt den Geist auf. Shoppingqueen aus Hannover. Die Einkaufsbegleitung von Daniela, die ich vom Sehen kenne, ist sympathisch. Das Hotel in Gernsbach hat schlechte Bewertungen und wir suchen ein Apartment.

Die ganzen Klamotten, die mir nicht mehr gefallen oder stehen.

Paralleluniversum Orgelkonzert. Die Backsteinkirche ist kalt, auch von der Ausstrahlung her. Es ist fußkalt. Hüte werden schon getragen, aber es gibt so hässliche. Das ist unfassbar. Der Organist hat eine blondierte Dauerwelle, die rausgewachsen ist und auf den Plakaten ist ein Jugendfoto, so dass er kaum zu erkennen ist.

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Hier spielt jeden Samstag einer ein Orgelkonzert. Wow, was hier alles los ist. Gut gefüllt. Das Publikum drängt sich auf eine Seite. Die wissen bestimmt, von wo man am besten sehen kann. G. spricht vom Friedensgebet montags und da kann er nicht und hat Fußpflege, „die macht das schwarz und kann nur montags“. Das viele Essen und der Wein seien anstrengend gewesen. Ich habe schon bedenken, aber die Orgelfreude stehen auf den Krach. Gut, jetzt ist der Teil im Programm, der Improvisation, das höre ich wohl auch. Die Profis werden wohl wissen, wann es vorbei ist und geklatscht werden darf. Ich denke, es kommen gleich Buh-Rufe, aber die sind ganz aus dem Häuschen. Wie funktioniert die denn technisch, macht man Töne mit den Füßen und den Fingern wie beim Klavier. Die kann man so lange halten, wie man das Gaspedal gedrückt hält oder die Luft aus einem Blasebalg anhält? Selbstgemachte Wurst bekomme ich keine. Das war mein Antrieb, aber was soll ich machen? Danach betteln? Das gehört sich auch nicht.

Ich lasse mich doch auf die After-Show-Party der Wein- und Käse Gesellschaft locken von der lieben Larissa und Sabine sagt: bis gleich. Da ist ein Karnevalsexperte aus Hannover, der eine Woche Urlaub im Karneval macht und der mit Timoschenko-Verkleidung so authentisch ausschaut, wie eine Frau, alles perfekt, künstliche Wimpern, so dass Frauen auf ihn zukommen und sehen wollen, ob er eine ist. Im Karneval gibt es keinen Schmerz, er konnte in den Stilettos laufen, aber dann hat er seine Zehen 2 Monate nicht gespürt. Ich frage zu unserem Wien-Vorhaben. Der Esel braucht einen Mehlsack auf dem Rücken, weil er dem Müller davon gelaufen ist und man soll „Ih-Ah“ auf dem Smartphone aufnehmen zum Vorspielen. Es gibt Aquarell-Farbe fürs Gesicht, die man mit Pinsel und Wasser auftragen kann. Er hat nur gute Ideen. Ich sage, mich würde der Aschermittwoch interessieren. Das sei auch am lustigsten, wenn der Nubbel verbrannt wird, der an allem schuld ist, wenn der Kölner FC schlecht spielt oder man fremd gegangen ist im Karneval. Das eine Jahr habe der Pastor keinen Bock gehabt und er sei eingesprungen mit den Worten: „Dat soll et schon jewesen sei?“ Er übernahm die Pastoren-Trauerrede und keiner merkt, dass er nicht aus Köln kommt. Im bürgerlichen Leben arbeitet er in Sachen Raumforschung und Landesplanung. Guter Typ. Meine Katze aus Japan bekommt neues Zuhause. Es tut gut, Dinge los zu lassen.

www.planet-beruf.de

19.01. Arbeiten und zwischendrin zum Jobcenter. Da sind die Türen schon zu, wenn man nach 12 Uhr kommt. Es geht um einen Eignungstest für meinen gerade volljährigen Betreuten, den ich dann auch privat ausprobiere unter www.planet-beruf.de. Hier wird man getest auf Auftreten und Manieren und Prüfungssituationen. Wie geht Bruchrechnen noch mal? Fotostory dazu. Was soll man tun? A: Sich mit Kniebeugen locker machen, B: Erst mal der Freundin eine SMS schicken oder C: Mit anderen Fragen weiter machen und keine Zeit verlieren.

Ich gehe anschließend zu Piu und habe mein Portemonnaie im Büro liegen lassen. Wie peinlich, aber die Inhaberin ist großzügig und ich fahre extra vor dem Sport vorbei und begleiche meine Schuld.

Ich komme mit dem Rad angefahren und Herr Ihme kommt gerade aus meinem Büro. Er wollte – wie immer – ohne Termin zu mir. Er war beim Amt wegen Geld betteln und die haben auf mich verwiesen. Ich rufe da gleich an, dass die nicht immer mich als Buhmann vorschieben können, wenn sie die berechtigte Angst haben, dass das immer so weiter geht und sie ihr Geld nie zurückbekommen werden. Ich verstehe die Angst, aber der Hinweis auf mich hilft nicht weiter.

Ich dachte das Ausbluten sei vorbei, aber beim Yoga erwischt es mich noch mal und meine Sporthose hat einen Fleck. Im Folgekurs suche ich einen Platz an der Wand. Die Leiterin: ob ich sie nicht sehen wolle. Am liebsten hätte ich geantwortet: dass die anderen nicht meinen Blutfleck sehen sollen bzw. ich sie damit nicht erschrecken will, habe mir aber eine andere Ausrede ausgedacht. Der Doppelkurs hat richtig Spaß gemacht. Das will ich jetzt öfter. Fehlzeiten habe ich durch die Reiserei genug. Dann muss es sich lohnen wenn ich mal da bin und Mikael hat sich auch gefreut.

Abends essen wir auf dem Sofa Wallnüsse aus Österreich vom Yppenplatz und was soll ich sagen: ist keine schlechte dabei und die gammeligen aus dem Bio-Laden von hier habe ich gleich entsorgt. So müssen die schmecken. Ich werde noch ein Kilo kaufen. Ich liebe sie.

20.01. Schöne Träume aus Kalifornien. Ich bin mit Claudia unterwegs, ein riesiger Öko-Laden und wir kaufen/probieren uns durch. Dann Hunde und Kinderkarren und Brücke und Verwandte und alles wieder so schön, dass ich heulen muss (nur im Traum und vor Glück).

Morgens einen Kaffee mit dem Kollegen am Markt. Er verfestigt sein berufliches Treiben in meiner süddeutschen Geburtsstadt. Bauer Banse. Das schmeckt alles nicht so richtig leckerer als im Supermarkt. Da lobe ich mir meine 5,- € Rohmlichbutter aus Wien. Die Kollegen holen Backware, die mir aber nicht schmeckt. Ich kaufe nur Gemüse.

Termin Morgen im Flüchtlingswohnheim ist vermutlich obsolet. Schade, ich hätte mir das gerne angeschaut und den schwulen Sozialarbeiter kennen gelernt mit dem ich schon so viel Telefonsex hatte. Na ja, habe genug Arbeit.

Ich bin Verfahrenspflegerin und fahre nach Laatzen ins Pflegeheim Dr. Anne Wilkening. Eine Bahn verpasse ich und nutze die Zeit um in dem Kiosk Posthornstraße Liebesmarken zu kaufen. Die kaufen nur die Erwachsenen und nie die Kinder weiß der Inhaber mir zu berichten. Mit Glitter sauen sie alles ein und kosten 1,30. Ich lese das unnütze Wienwissen in der Bahn. Bei Wilkening ist alles sauber, bunt und deprimierend. Da mag ich das vornehme Altersheim, was auf Hotel macht mit Rezeption und gegenüber gelegen ist viel lieber. Laatzen ist überhaupt furchtbar. Hier hat mal eine Betreute um die Ecke gelebt, die schon tot ist. Die war auch Alkoholikerin und ist nicht so alt geworden. Ist im Krankenhaus gestorben. Die Schwester war immer schlimm. Es waren Russlanddeutsche und der Vater war Professor. Zu der bin ich gekommen über den Notar, der mal in Bürogemeinschaft mit meinem Kollegen war an meinem alten Standort. Ich habe für die Mutter erfolgreich die Maklergebühr wegen Wucher angefochten. Damals war die Presse in der Verhandlung. Lange ist es her. Bei der Kandidatin Jahrgang 1947 will der Betreuer die Genehmigung die Wohnung zu kündigen. Außer ihr sind weitere Menschen, die noch nicht so alt sind, aber völlig pflegebedürftig und einfach so da sitzen. Sie hat Demenz. Ich sage erst mal den falschen Wochentag und bestätige, dass es Mittwoch ist. Der Typ, der mit am Tisch sitzt verbessert mich leise. Sie will das alles mit mir im Speisesaal besprechen. Sie will die Wohnung behalten. Sie müsste da mal wieder hin, aber schafft das nur in Begleitung, weil sie Angst vor dem Straßenverkehr hat. Ja und was nutzt ihr dann die Wohnung, wenn sie da nicht hin kann und wie will sie da alleine zu Recht kommen frage ich sie. Vielleicht könnte sie wenigstens ein Zimmer behalten. Und die anderen sollen vermietet werden? Das erscheint auch unpraktikabel und was will sie dort mit einem Zimmer. Meistens ist es ja auch eine Geldfrage. Na gut, dann bleibt sie eben da. Hier hat sie ja ein Bett und eine Freundin, die sich mit Keksen und Kaffee dazu setzt und die sie fragt, was sie heute noch machen wollen und der dazu auch nichts einfällt. Später fängt sie an zu weinen, weil sie keinen mehr hat und nicht weiß, wo sie hingehört und sich entwurzelt fühlt. Sie trinkt auch gar nicht mehr. Habe ich Zigaretten dabei? Der Ersatzbetreuer lebt bei meinem Büro in der Nähe. Der sei nett. Ich will mich bei ihm melden. Wie deprimierend ist das denn. Muss erst mal zu Mc Donalds danach am Kröpcke unten, der auf schick gemachte Laden, den ich beim Umsteigen passiere. Das erste Mal seit vielen Jahren. Ich habe Hunger und denke daran, wie das Leben vorbei zieht und was in 20 Jahren sein wird. Abends koche ich eine Suppe mit Mettenden, die ich bei Kaufhof besorgt habe. Hier ist jetzt Schlemmermann oder –meier und es gibt auch eine Gelbwurst mit Petersilie, die ich mal probieren will und Nürnberger Bratwürste im Giftschrank, falls die Sehnsucht mal ganz groß ist und wenn die einheimischen Wurstwaren schon nicht zu empfehlen sind, können die aber offenbar gut einkaufen und kriegen gute Importware. Auch gut.

Abends essen wir Kaffeebohnen mit Schokolade umhüllt beim Fernsehen, die mich am Einschlafen hindern. Auch nicht schlau, das als Nachtisch zu wählen. Muss unweigerlich an die Espressomartinis mit meiner Schwägerin beim Inder in London denken. Elisabeth Taylor war heute wegen eines Bankkredits bei der Verbraucherzentrale (15 Minuten Beratung kostet 10,- € oder umgekehrt) fällt mir ein bei der Reportage über Banken, die Kredite leichtfertig an junge Menschen vergeben, denen 700,- € zum Leben bleiben müssen, sonst klappt es nicht mit den Raten.

21.01. Bundespolizei gegen Alkoholiker, Forderung ist niedergeschlagen worden nach 3 Stundungsanträgen. Manchmal lohnt es sich doch. Frau Yoga spricht wieder mit mir, schickt mir SMS wegen ihres Scheidungstermins. Mein Kollege hat die Post, die am 07.01. rausging nicht bekommen. Ich kümmere mich darum und dann bekommen wir Faxe bis das Papier alle ist. Nächstes Montag bei Yoga, sondern Vorbesprechung einer Strafverhandlung mit meiner Betreuten beim Kollegen, dem ich gerade viele Unterlagen für einen neuen Fall einscanne. Das ist wichtiger.

In einer Betreuungssache wird wieder angefragt, ob ein Ehrenamtlicher das machen kann. Vor 2 Jahren hat sein Facharzt ganz ausführlich was dazu geschrieben. Daran hat sich auch nichts geändert. In manchen Sachen fragt Jahre lang keiner und andere werden andauernd überprüft. Das kostet auch nur Geld und hier ist der Mann sehr krank, so dass man ruhig länger einrichten könnte.

Mein Betreuter, der Kurde ist kommt mit einer Flasche Whisky vorbei Jack Daniels. Ich nehme sie nicht an. Mein Mann vielleicht? Würde vielleicht wollen, denke ich mir, aber ich schicke ihn wieder weg damit. Er soll sie zurück bringen oder selber trinken (das tut er wohl nicht als Moslem), jedenfalls soll er mir keine Geschenke mehr kaufen. Ist nicht böse gemeint. Die kitschige orangefarbene Stoffrose habe ich letzte Woche einer Sportteilnehmerin geschenkt, der immer die Plastikblume vom Fahrrad geklaut wurde, was sie ganz traurig gemacht hat und die Süßigkeiten von seiner Frau habe ich gegessen. Ich sage ihm nur, dass ich Blume und Süßwaren angenommen habe und jetzt Schluß sei. Dafür machen wir für nächste Woche einen Termin wegen seiner Einbürgerung.

Mittags zu Herrn Ihme mit dem Pfleger, der ihn derzeit zur Spritze begleitet. Er ist wieder in seinem Attentäter der Columbine-Highschool Outfit und heute sehr schlecht auf mich zu sprechen. Er geht nicht mehr zur Spritze. Essen braucht er nicht, weil er Tabak da hat (seine Oma hat ihm Geld gegeben) und der legt sich auf die Synapsen und man hat keinen Hunger. Wenn ich ihn noch einmal auf die Spritze anspreche wird er unangenehm und zeigt mich an wegen Nötigung. Er sei ein freier Mensch. Wenn er „bürokratische Dinge, wie Überfälle“ macht, dann ist er nicht frei, aber das kann er entscheiden. Die ambulante Wohnbetreuung, die wir am 21.05.2014 beantragt haben und die jetzt losgehen soll wo die psychiatrische Pflege am 19.01.15 ausläuft lehnt er ab. Er braucht nicht noch mehr Betreuer. Geldeinteilung, damit er nicht jeden Monat Mittellosigkeit beim Amt geltend machen muss oder mal den B-Schein zahlen kann, weil er umziehen will. Das stagniert seit Monaten. Nein, er fängt eh bald an zu arbeiten. Mit fällt auf, dass eine Scheibe seiner großen Fenster komplett ohne Glas ist. Das war dem Pfleger noch nie aufgefallen. Das sei schon länger so, wie es passiert ist, kann er nicht sagen, aber es sei kein Problem. Er heizt und sei nicht so ein Frostköttel. Ja, aber das wird noch Probleme geben wegen der Heizkosten. Er ist unkonzentriert und fragt immer, was gerade gesagt wurde, versteht alles falsch und schmeißt mich raus und ist sehr Aggro dabei. Der Pfleger will es mal ohne mich probieren und ich schicke ihm die Kontaktdaten zum ambulant betreuten Wohnen, was sich Herr Ihme selber ausgesucht hat. Wir werden sehen, wie das weiter geht.

Beim Yoga viele Balanceübungen. Da bin ich Pumpe, aber nein, ich ärgere mich nicht und kann mich immer gut auf mich selber konzentrieren. Die anderen interessieren mich null. Mir kommt der Gedanke, dass wir zu viel Wien machen und zu wenig Berlin; unsere Freunde dort vernachlässigen. Dabei liebe ich sogar das Verpackungsmaterial von Dir, Heike und habe jede einzelne Sushi-Serviette benutzt und nutze sie noch, das heißt nach dem Nutzen dient sie noch an der Espresso-Maschine als Wischlappen und ich freue mich daran und denke an Dich!

Abends gibt es abgelaufene Kekse aus England, die aber immer noch schmecken. Letzte Packung. Lange Zeit habe ich sie wohl nicht gegessen wegen meiner Verdauungsprobleme. Das hat 2014 fast 4 Monate angedauert. 4 Monate Durchfall und mehr als 1 Monat Blutung. Das ist die Bilanz 2014, aber es erscheint mir halb so schlimm im Rückblick. Stephan liest Blick und ich verwechsele immer Österreich und die Schweiz. Ach so, SBB ist Schweiz. Hier arbeiten vorbestrafte Deutsche als Securities (Rowdies?). ich schaue alte Fälle durch, die weg können. Die Vertretung eines Kirchenmannes, der Frau unverheiratet zusammen gelebt hat (seine erste hatte sich umgebracht, 7 Kinder). Das war seinerzeit mit Disziplinarverfahren vor den Kirchengremien. Sein erster Anwalt war aus der Kirche ausgetreten und durfte da nicht auftreten. Es ging um eine lebenslange Absicherung und einen Vergleich. Man, was ich alles schon gemacht habe. Dann das Foto einer Betreuten, die verstorben ist. Ich behalte die Kopie des Stammbuches, weil der Name so doll war. Die hat 1948 schon in dem Haus am Engelbosteler Damm gewohnt, in den ich 2002 oder so ihre Betreuung übernommen habe. Da hat sie das zweite Mal geheiratet, den Autoschlosser mit dem lustigen Nachnamen. Der erste Mann war im Krieg geblieben. Ich glaube, er war dann doch wieder gekommen, aber sie was schon neu verheiratet, aber das weiß ich nicht mehr so genau. Es war jedenfalls die zweite Ehe. Sie hatte eine sehr verwohnte Wohnung und sprach immer von ihrem Mahagoni-Schlafzimmer. Damals und auch heute denke ich, das ist positive Demenz, die Bruchbude als Schloss sehen. Auf den Jugendfotos hatte sie einen Foxterrier (Bilderbuchfotos der 50er Jahre). Sie hat als Frau Post ausgetragen und wusste jeden Laden, der damals auf dem E-Damm war. Nur Soltendieck und einzelne davon waren zu meiner Zeit noch da. Damals gab es kleine Kinos, in denen endlos ein Film lief und so was. Sie hat immer gesagt: „Durst ist schlimmer als Heimweh“. Das war einer ihrer Sprüche. Sie trug gerne gemusterte Strickjacken mit Löchern. Ich habe eine Vorsorgewollmacht beim Bestatter um die Ecke für sie abgeschlossen, aber lese dass das Geld nicht reichen sollte, weil sie plötzlich verstorben war und ich noch vorgeschlagen habe mich zur Testamentsvollstreckerin einzusetzen, damit ich ihren Bestattungswillen durchsetzen könnte. Das ist wohl nicht mehr passiert. Ihre Schwester war als Kind gestorben und das war ganz schlimm für sie gewesen. Vieles ist zwischenzeitlich auch von mir vergessen worden.

22.01. Träume, dass wir in Straßburg (soll das sein, kleine malerische Stadt mit tollen Metzgereien sind). Ich bin mit meiner Schwägerin bei einer und probiere mich durch das Sortiment. Die Angestellte macht ganz süß frischen Salat, den sie wäscht und vor meinen Augen zubereitet. Keiner will Blutwurst mit mir probieren. Der Metzger ist jung und schlank und sehr sympathisch. Um 12 schließt er gut gelaunt seinen Laden. Wir zeigen den anderen (Familienfest ?) die Stadt. Überall sind Bäume und Alleen und über einem ist ein dicht bewachsenes Blätterdach. Letztes Mal haben wir auf der anderen Seite gewohnt. Dann besuchen wir Verwandte, die einen Wohnwagen haben. Durch ein kleines Loch gelangt man nach oben in einen Spitzboden unter dem ein Gästebett steht. Unten sieht man durch die Fenster Wald. Das ist schön, lobe ich. Hier könnte man Yoga machen. Ob wir was dazu bezahlen und in das Projekt einsteigen wollen. Nein, ich habe zu wenig Ahnung davon. Höchstens mal mieten, wenn wir in der Stadt sind. Dann geht es um einen Floß oder ist es ein langsames Motorboot, was der eine Sohn mit Gästen fährt. Ich schwimme gegen den Strom.

Unser ehemaliges Uni-Gebäude Hanomag wird umgebaut. So ändern sich die Zeiten. Hier haben wir Parties veranstaltet, auch private, Mottoparties, die ich mit Susanne Peters dekoriert habe und es wurde geheiratet. Ein später Start in den Tag. Gestern dachte Stephan, dass heute schon Freitag ist und musste einen Tisch noch mal umbestellen. Es ist die erste 5-Tage Woche des Jahres und damit schon sehr lang. Kaufe ein Heft am Kiosk, was ich verschicken will, aber das ist bestimmt schon aus der Mode und der Junge hat andere Hobbies. Es ist wenigstens eine Geste….Das Haus verlasse ich fast mit zwei unterschiedlichen Schuhen. Das wird auch noch mal passieren.

Die Probleme der sozialen und kulturellen Einrichtungen mit dem Mindestlohn. Muss unser Jugendclub schließen? Stephan sagt, die sollen einfach die Preise erhöhen damit die Leute von ihrer Arbeit leben können. Das hat auch was, das Argument. Man muss auch wenn man ein Projekt mag nicht für 5,- € die Stunde dort arbeiten und die Leute zahlen auch 14,- € Eintritt fürs Kino. Warum müssen Diskoeintritt und Alkohol so billig sein?

Ich fühle mich gut, wie ich bei der Kälte Rad fahre, heldenhaft geradezu. Unterwegs erfreue ich mich an meiner Stadt, an den Menschen. Der Schwarze mittleren Alters mit der selbstgemachten Häkelmütze mit Rand in Braun mit orangefarbenen Blumen darauf. Klingt doof, steht ihm aber ohne Ende. Den würde ich sofort für einen Mode-Blog fotografieren. Ein korpulenter Mann überholt mich auf der Brücke zwischen Nordstadt und Hainholz und ich entschuldige mich, weil ich Schlangenlinien gefahren bin. „Macht doch nichts“, sagt er. Ich habe gute Laune und bekomme sie zurück. Man lächelt sich an, auch im hässlichen Hainholz. Ich mag’s. Auch über das JVA-Fahrzeug mit der Werbeaufschrift Sicherheit und Chancen oder so ähnlich muss ich lächeln. Ich würde auch gerne im Nordstadttreff arbeiten. Das würde mir auch gute Laune machen. Vielleicht sollte ich noch mal überlegen was Ehrenamtliches zu machen. Ich wollt eine Handarbeitsgruppe im Knast oder besser noch Maßregelvollzug anbieten. Am besten in Hildesheim. Da war es so schön deprimierend, aber die Faulheit und der Egoismus standen dagegen, dass ich mein Ehrenamt angehe.

Meine Betreute und Buddy, der schlecht erzogene Dackelmischling. Heute geht es um seine Legalisierung und ihre Privatinsolvenz. Er ist verwöhnt, kann aber Kunststückchen wie ein Zirkuspferdchen. Er kommt zwar nicht immer, aber wenn es darauf ankommt, dann weiß er sich zu benehmen, so meine Betreute. Er steht auf meine Strenge und wenn ich lange Rede kommt er zu mir und setzt sich ganz nahe. Sie hat jetzt Schulden, weil sie ihn angemeldet hat, rückwirkend ab Juli 2012. Therapiehund, Hundehaftpflicht. Sie ist der Meinung keine Sachprüfung machen zu müssen. Die Argumente sind hanebüchen, aber sie will mir den Gesetzestext erläutern. Dann erklärt sie mir, dass es ihm gut geht und was er alles für Futter bekommt. Auslauf wäre besser, das ist ihm auch wichtiger als Frolic. Er muss beschäftigt werden. In Wirklichkeit hat sie schon Buch und DVD bei Hugendubel gekauft (nach Empfehlung der Tierärztin) und hat Angst bei der Prüfung durchzufallen und dass man ihn ihr dann wegnimmt in der festen Überzeugung, dass er nur bei ihr glücklich ist und einem anderen Halter weglaufen würde zu ihr zurück. Das ist schon ziemlich wahnsinnig so eine Vorstellung. Ich denke, er würde gerne mit mir mitkommen und dann schön klare Regeln und für sein Futter arbeiten. Ich sage ihr, da sei noch nie einer durchgefallen und Mischling wegnehmen tut man sowieso nicht. Bei den ganzen Hunden, die keiner will ist man doch froh, dass sie von ihrer Sozialhilfe das Markenfutter kauft und das Hähnchen kocht. Der ambulante Wohnbetreuer kommt zu spät und ich hetze ins Büro zurück. Eine treffe ich unten, eine andere wartet. Die kommt immer zu früh. Das spreche ich an, weil die Kollegen sonst genervt sind. Uhrzeit einhalten ist wichtig. Die dritte Geldausgabe ist Elisabeth, die zwei Handyverträge abgeschlossen hat, einen für privat und einen für geschäftlich oder Partnerhandy mit dem Typen, der neulich als Polizist verkleidet da war. Das lehne ich strikt ab. Die Verträge sind nicht angekommen und deswegen wollen sie ihr jetzt die Handys in Rechnung stellen. Immer wenn sie diese blau-weißen Briefmarken verwendet passiert das, schon das zweite Mal. Bei der Spritze war sie. Wie hat es neulich mit den Handwerkern geklappt und der Thermenwartung. Der hat so lange gebraucht, dass sie sich hingelegt hat, sie war bei Kind um ihr Gehör testen zu lassen, will ich die Karte, nein und ich sehe heute gut aus in Schwarz. Die Freundin ihres Bruders, die kann Ikea und dann der Lippenstift mit Beleuchtung, Alessandro, ist italienische Firma, bei Kaufhof gibt es die, aber kann man nicht aufladen. Würde mir stehen der Lippenstift zu dem schwarz. Ich sehe heute besonders gut aus. Das und tausend andere Themen. Sie labert mich um den Verstand. Nächste Woche neues Foto für Schwerbehindertenausweis und Quittung für Asthma-Mittel einsammeln und mitbringen. Nein, die kommt bevor die Monatskarte abgelaufen ist, Einzelkarte kaufen, das will ich nicht. Der neue Vermieter ist gierig und will mehr Miete. Er deutet den Mietvertrag anders, aber seit 2009 wird in einer bestimmen Höhe gezahlt und das gilt, auch wenn er gierig ist. Das kostet mich alles Zeit. Ich habe kalte Füße und will heute früher nach Hause und kein Sport, nur Gemütlichkeit.

Während ich beim Dadakünstler vorbei schauen wollte als ich in Hainholz war, war der bei uns zuhause mit lauter Geschenken für mich. Schmuck, den ich zum Teil weiterverschenken will und ein origineller Gürtel, den man mit einem Stift sichern muss.

Im Fernsehen läuft das perfekte Dinner in der Hauptstadt mit schlimmen Tussis und Hundebesitzerinnen, die Angst haben, dass ihre Tölen sich auf dem ungewischten WG-Fußboden Herpes holen. So was Blödes habe ich lange nicht gesehen. Spießig ohne Ende. Nur die schlampige Gastgeberin, die auch einen ausgeglichenen Hund und ganz lecker kocht macht einen sympathischen Eindruck und einer der Gäste. Die anderen Vollkatastrophe an Oberflächlichkeit und Doofheit. Armes Berlin. Da denkt man manchmal, die haben es besser. Pustekuchen.

23.01.15 Ich träume von einem Gruppenausflug in den Dschungel. Wenn wir ein Zelt hätten gegen den Regen wäre das gut. Irgendwie bedrohliche Wesen, die aussehen wie Strichmännchen, sich schnell bewegen und Außerirdische sind wie bei Predator. War aber nur Tagesausflug und ist noch hell, aber schon 20:30 Uhr als wir am Hauptbahnhof ankommen. Es muss Sommer sein. Ich werde um 5 Uhr wach und dann wieder um 6 und dann reicht es mir. Was um die Uhrzeit in den Stadtbahnen los ist, krasses Paralleluniversum und die Nacht am Morgen ist am krassesten. Das Hochhaus des Todes, Spiegel-TV Bilder über ein Hochhaus in Südamerika, was nicht zu Ende gebaut wurde, Neubauruine, erinnert mich an das Wohnszenario von Herrn Ihme, so ohne Fensterglas, ganz offen im 6. Stock. Hochhaus des Todes im Linden.

In der Bahn Richtung Misburg junge gutaussehende Männer die im Stehen in Chirurgiebüchern lesen. Das hat was Rührendes, Klassisches, was immer gut ankommt und irgendwas in einem auslöst, so emotional, wie junge Hunde, so sympathisch und hoffnungsvoll. Am Kantplatz steigen auch alle um, die zur Lathusenstraße wollen. Es wird viel geraucht bis der Bus kommt. Ich bin vor der Gutachterin da. Ich hatte ihr gesagt, dass es nicht meine Uhrzeit sei und nicht, dass ich es nicht schaffe. Meine Betreute ist im Nachthemd und das Bein sieht aus wie eine mehrfach in heißem Wasser aufgeplatzte Wurst. Irgendwie ist Haut vom Oberschenkel drauf, aber sie und ich können beide kaum drauf schauen. Die Spaltung ist hinten und vorne und das Bein etwas 4 mal so dick wie das andere und dann das herausquellende Fleisch, was aber auch irgendwie Haut sein soll. Die Gutachterin schlägt vor mit dem Hausarzt über stärkere Schmerzmedikation zu sprechen (Opiate) und wir füllen gemeinsam den Fragebogen für den Behandlungsfehler für die Krankenkasse aus.

Der Bus kommt erst in 4 Minuten. Schnell noch zum Bücherschrank am Schaperplatz. Bildband Budapest und Psychoanalyse und Justiz nehme ich mit, im Zweifel um den Bücherschrank in der Josefstadt in Wien wieder aufzufüllen. Beides finde ich thematisch passend.

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Die 80er Jahre Armreife für die Tochter der Kollegen. Alle sind zuversichtlich, dass die aber ankommen werden in rosa/schwarz, gelb/schwarz und hellblau/schwarz. Die Postkarte für Michi. Meine Schwiegereltern wissen was mir gefällt.

Im Anwaltszimmer ein neuer Zettel statt „Akte unter dem Fach bitte mitnehmen“, soll ich mich bei Frau Reimann melden. Muss mir das Sorgen machen? Mein Mann hat angeblich vergessen den Empfang seines Mitarbeiterausweises zu quittieren.

Chips aus der Schweiz. Ich bekomme Kopfschmerzen davon, weil ich sie nicht geteilt habe. Meine Betreute ist in der Schweiz und hält mich auf Trab. Grüße aus Zürich und so.

Meinem gutaussehenden Schwimmer ist der rechte Fuß abgebrochen. Das tut mir leid, war vermutlich der Handschuh, ich habe ihn reingezwängt und er ist hängen geblieben und der Fuß wurde abgerissen und er ist jetzt schwerbehindert. Ich werde weiter machen bis der Kopf auch noch ab ist, aber der ist gottseidank unter Wasser und damit geschützt.

Viel Schreibarbeit den ganzen Nachmittag über. Ich schaffe es nur bruchstückhaft. Das macht immer nicht so gute Laune, wenn das Wochenende ansteht. Der Kollege probiert heute das neue Kinoerlebnis mit Liegeflächen, dass umgebaute Cinemaxx in der Nicolaistraße. Seine jüngere Tochter kennt das schon und auch die Darstellerin Bibi, deren Film sie dort gesehen hat. Die sind zusammen geritten, ganz ohne Star-Allüren.

Meine Sportlehrerin ist die Beste. Es hat was von einer Kinderärztin, wie sie uns Schmerzen zufügt um gleich davon abzulenken so nach dem Motto, schau mal das Vögelchen und war was? Bin ich Maso? Ich mag die Schmerzen und fühle mich besser danach.

Ein Bekannter wird 50 und wir sind nicht eingeladen. Das löst irgendwie das Gefühl der Erleichterung bei mir aus, auch, dass ich Morgen nicht auf’s Konzert in die Faust mit muss. Ich bin 5 nach 7 da und hatte erst für Viertel nach den Tisch bestellt, weil ich wusste, dass ich nicht ganz 7 Uhr schaffe. Michi bekommt die Hannover-Vase für sein Vorstandszimmer und einen blau kolorierten Jüngling mit Pagenschnitt und bauchigem Saiteninstrument, eine Postkarte, die meine Schweigereltern in einem Stapel voller alter Karten für mich dagelassen haben. Ja, die wissen was mir gefällt. Michi lädt uns ein. Mal zusammen nach Venedig. Mir würde es gefallen.

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In die Galerie Lunar. Ja, wir kommen spät und waren Essen. Ich spreche gleich das Thema Heizkostennachzahlung an. Gewundert hätte es mich nicht, wie die Frauen immer geheizt hätten wie die Weltmeister und das auf der Fabriketage. War irgendwie klar, dass das teuer wird. Die Bilder von Ralf gefallen mir nach wie vor. Ich bin über ihn überhaupt damals in das Atelier gekommen, weil ich seine Bilder in der MHH gesehen habe (Kestnergesellschaft stellt dort aus, so das Motto) und sie mir sehr gefallen haben, ich dann als Käuferinteressentin mit ihm Kontakt aufgenommen hat. Sie sprechen mich immer noch an. Der Mann hat Humor und Talent. 2 kleine Gouache zu 240,- €. Ist Schnäppchen. Das Problem ist nur, wo hängen. Andere Ehemalige aus dem Atelier sind auch da. Laura ist bei der Stadt Hannover gelandet und froh darüber. Spreche sie auf meine Buchstaben an. Sie ist unglücklich angesichts der Aussicht, dass ich sie wieder einfordern und nach Wien bringen will, weil sie wohl auch erkannt hat, dass sie ziemlich kultig sind, so wie Sunla es vorher schon wusste. Katharina ist im alten Schlachthof untergekommen, da wo sie die AOK abgerissen haben und Ralf ist in Döhren, wo er eh wohnt. Die Auflösung des Ateliers scheint für alle gut ausgegangen zu sein. Ingrid, die Vielheizerin und Stefanie, die nie da war, beides Lehrerinnen, sind auch irgendwo zusammen. Passt ja. Zu dem Fünfzigsten gehen wir nicht mehr mit, obwohl wir könnten. Ich frage dafür an nach einer Whippetverabredung für den nächsten Tag, aber ob hier so spät noch emails gelesen werden ist die Frage.

24.01. Irgendwie begehen wir einen Mord, lassen einen Typen, Shop-Inhaber, senkrecht mit seinem Flughafen auf den Boden krachen und schauen, ob er drunter liegt und wirklich tot ist. Dann geraten wir in eine Polizeikontrolle und sie nehmen unsere Personalien auf. Das ist sehr ärgerlich, weil sie dann nach dem Fund der Leiche ermitteln werden und unsere Mittäterin kennen wir nicht so gut. Da kommt es darauf an, ob die dicht halten wird und sie jetzt zu oft sehen oder Kontakt mit ihr aufnehmen, wäre auch unklug. Das Ganze spielt in Berlin. Später ist es so, dass der Typ einfach verschwunden ist und auch abgehauen sein kann und nicht tot und sie dann vielleicht nicht so unmittelbar nach dem Täter jagen werden. Dafür haben wir eine Giraffe aus dem Zoo, die angebunden ist. Sie ist domestiziert, aber man muss ihr Grenzen setzen, weil sie sonst mit dem langen Hals den Küchentisch absucht. Unsere große Mitbewohnerin ist sehr streng und kann das gut.

(Dieser Traum ist eine Mischung aus Breaking Bad, den neuen Folgen, die wir begonnen haben zu gucken und wo ich immer denke, diese Ehefrau ist so ein Risikofaktor und so doof und unsympathisch und der Szene im Büro gestern. Die junge Tochter des Kollegen ist streng zu dem Bürohund und lässt ihn Suchspiele machen. Selten hatte er so eine gute Führhand. Kinder machen das instinktiv oft richtig, das hat auch Cesar immer wieder festgestellt).

Ich wache früh auf und könnte eigentlich noch mal zum Sport. Dafür hätte ich mich früher entscheiden müssen.

Die Whippetverabredung ist verhindert, aber ein andermal. Der neue Gürtel von Gerd hält meinen Wanst und drückt angenehm meine Eierstöcke und Gebärmutter in den Bauch. Auf dem Weg ein Hofflohmarkt in der Kochstraße und ich kaufe Lauch und Möhren aus Stoff für 30 Cent, dann weiter. Das Laufen von und mit Suki ist eine Freude für mich und ich bin so gerne mit ihm unterwegs. Wir verstehen uns und passen zueinander und natürlich gibt es wieder viele „süß“ Kommentare anderer Hundebesitzer. Nicht nur süß, sondern der Süßeste. Er weiß was es heißt, wenn ich die Kamera zücke.

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Wenn ich mal in den Keller gehe finde ich auch gleich eine tote Maus. Der alte Kamelhaarmantel meiner Oma als Hundedecke hat schon Feininger und Eis getaugt. Stephan bringt Fleisch aus dem Büro mit. Bei der Kollegin ist das Gefrierfach ausgefallen. Ich brate gleich 2 Stücke in der Pfanne. Ich habe Lust auf Gastro und so haben wir einen frühen Tisch in unserem Restaurant Wetter, das hannoversche Äquivalent reserviert. Das Maronenrisotto mit Lardo ist der Hammer und macht glücklich.

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Steffi kommt zum Nähen und schaut sich geduldig alle Neuanschaffungen aus Nürnberg und Wien an. Ich habe ihr ausgemusterte Klamotten mitgegeben, einen Sack voll, aber warum soll sie nur meine alten Altkleider bekommen und nicht auch welche von den neuen Altkleidern? Wenn sie ihr besser stehen und sie sich freut und die Kleidung so ein vorzügliches, neues Zuhause bekommen, dann darf ich nicht geizen. Wir überlegen, dass ich Suki einmal die Woche sitte und wollen das Donnerstag ausprobieren. Ich habe Bedenken, dass er sich mit Alfons einkläfft und es für alle unerträglicher wird, dann geht es nicht, darum der Versuchsballon. Ins Beckmanns und dem Inhaber sagen, dass er ins Wetter und Hohensinn muss, wenn er mal in Wien ist. Es gibt Maronenrisotto mit Lardo und Winterkabeljau mit Muschelsud und Kartoffelpüree. Sehr lecker. Dann gehe ich wieder aufs Sofa und Stephan zum Konzert in die Faust. Sonntag probieren wir es mit dem Hirschfleisch. Ich habe Unterleibsprobleme ohne Blutung. Das beunruhigt mich immer sehr und ich verbiete mir Schmerzmittel, wenn ich nicht blute. Ich wickele mich in eine Wolldecke, Wolle direkt auf nackter Haut, das hilft mir bei so was, sage oft laut Aua und mache Gymnastikübungen im Bett gegen die Schmerzen.

25.01. Ich träume von Heike. Wir sind einkaufen, d.h. ich habe schon und die Frauen suchen die Geschäfte noch mal auf, wo ich meine Modeschmuckschnäppchen gemacht habe, die ich natürlich nicht auf Anhieb finde. Irgendwo hier in der Straße. Heike probiert Metallicleggings mit heftigen Schlangenmustern an (das war eher Steffi mit den Metallicjeggins, die davon erzählte, aber einfarbig). Jan ruft mehrfach an auf dem Handy und ist krank und alleine zuhause. Statt hinzugehen, wollen wir zu Ende shoppen und sie kauft ihm stattdessen was bzw. findet eine kleine Ledertasche auf einem anderen Fahrradsattel und nimmt sie mit (eine Mischung aus finden und klauen). Irgendwie ein komischer Traum, aber da kann man ja nichts dafür. Er hat natürlich mit mir zu tun….auch klar.

Immer noch Schmerzen, Tee, doch ein Schmerzmittel. Basteln. Mein Kollege hat mir um 12:55 Uhr eine SMS geschickt. Das entdeckt Stephan. Es geht um eine Hexe aus der Vergangenheit, die ihm immer wieder über den Weg läuft in letzter Zeit. Mein Rechner macht Autokorrektur Delfin. Auch lustig. Dazu läuft Händedarstellungen in der Kunst auf arte. Ich habe die Idee, die großen Eselsohren aus Pappmache zu machen statt zu nähen. Es hat Vorteile, weil es leicht ist und stabil und man größer arbeiten kann.

Hirschgulasch wird sehr lecker mit etwas Preiselbeermarmelade, Petersilienwurzel, Birne. Kette für Wien, Kette für Straßburg, Unterleib doof, Blase doof. Ich habe lauter TCM-Tees und weiß nicht mehr was in welcher Dose drin ist und welcher für was war. Können die alle weg oder die Ärztin soll sie noch mal zuordnen, aber wie. Steffi hat gleich ein neues Kleid an und ich lese die What’s App mal ausnahmsweise selber und zeitnah. Es läuft eine Dokumentation über eine Kinderoper, die im KZ Theresienstadt aufgeführt wurde und jetzt mit Problemjugendlichen nachgespielt wird. Brummi-Bär oder so. Sehr eindrucksvolle Reportage. Vor allem die Zeitzeugin, gut aussehend mit viel Präsenz, die damals die Hauptrolle gespielt hat. Sie lässt sich von den jungen Mädchen interviewen. Nein, am Selbstmord haben sie nicht gedacht, sie wollten singen und leben und haben Pläne geschmiedet für die Zeit danach. Sie wurde von ihrer Schwester getrennt und hat sie nie wieder gesehen. Die Interviewpartnerin weint und denkt an ihre eigenen Geschwister. Sie beantwortet alle Fragen, erklärt sie den Mädchen. Sie würde gefragt, ob sie Unterwäsche trugen und ob sie Sex hatten. Nein, Sex sei kein Thema gewesen. Daran hätten sie damals nicht gedacht. Spätzle mache ich erst als Micha mir als Gastgeschenk einen Löffel mit Loch drin mitbringt aus dem Hausrat seiner Vaters.

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Ich fühle mich geehrt und der Löffel ist perfekt. Hat ein gutes Karma, nicht nur Plastik, aber eine total tolle triste Farbe. So hat Steffi mir schon meinen 50er Jahre Wollpullover mit dem Blumenmuster madig gemacht, indem sie mich fragte, ob ich wohl auch Mauve mögen würde. Nein, mag ich nicht, aber ich hatte den Pulli als gelb und grün und farbenfroh abgespeichert und Küchenwerke mag ich in Mauve sehr gerne und im Handumdrehen ist der Spätzleteig geschlagen. Das geht immer schneller. Ein Glas Rotwein. Geflügelchorizo gibt es nicht, nur Flaschenbürste. Heute läuft Matchball mit Scarlett Johansen. Hatte der Kollege erst Freitag empfohlen. Einschlafen geht nicht. Irgendwie Hölle mit dem untenherum. Ich will mir jetzt doch alles rausschneiden lassen. Ich bin soweit.

VAGINA

12.01. Abends Schweizer Cracker und Käse aus Wien. Bewundere meine Lebensmitteleinkäufe. Der abgeranzte Blütentee und die Billa-Einkäufe. Die Pfefferminzbonbons sind mir allerdings zu scharf. Die bekommt meine Schwiegermutter.

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13.01. Ich sitze in einem Berg voller Post. Herr Ihme ohne Termin. Bringt mir Unterlagen. 2 mal polizeiliche Anhörung wegen Schwarzfahren und die Krankenkasse will ihn rausschmeißen, weil er 23 geworden ist. Das Schreiben stammt von Mitte Dezember. Die sollen mir schreiben, die Deppen.

Meine Betreute Afrikanerin nimmt die Spritze nicht. Ich fahre spontan ins Frauenwohnheim. Es geht ihr gut. Sie hat einen Korb geflochten und einen Perlenvirus gebastelt, den ich gleich lobe. Beides Ausflüge in die Ergo, die sie eigentlich ablehnt. Ich erkläre ihr die Risiken, dass ich eine erneute Einweisung beantragen muss, wenn sich das ändert und es sei ihr immer zeitnah schlechter gegangen, wenn sie die Medikamente nicht genommen habe. Das hätten wir mehrfach erlebt. Sie sagt, ich soll optimistisch bleiben und das wäre sonst o.k. mit der Klinik. Sie will Gespräche führen und, dass die das dann beurteilen, wie es ihr geht. Außerdem will sie eine christliche Therapeutin. Ich sage, erst mal wichtig ist, dass die gut ist, sie will ja keine Kinder mit der Zusammen erziehen und wenn die Brötchen schmecken, dann ist die religiöse Orientierung des Bäckers zweitrangig. Sie lacht und hält dann einer Mitbewohnerin die Tür auf. Das ist für mich ein guter Kompromiss, den wir der zuständigen Mitarbeiterin des Wohnheimes gemeinsam erklären. Ich hoffe, dass ich sie dann auch noch lenken kann, wenn es wieder bergab geht und versuche ihr auch diesen Ansatz näher zu bringen. Heute bekommt sie von mir die Bescheinigung „gesund“, dass alles gut ist. Wenn es ihr schlechter geht, kann man nicht mit ihr reden und dringt nicht zu ihr vor. Sie ist dann in ihrer eigenen Welt, erkläre ich ihr. Es müsse nicht immer mit Feuerwehr ins Krankenhaus. Ich bin 15 Minuten entfernt, wenn ich mich auf mein Rad schwinge und kann sie auch zum Arzt begleiten oder auch freiwillig ins Krankenhaus. Diese Worte soll sie noch mal berücksichtigen und ja, ich bin immer optimistisch und will, dass es ihr gut geht.

Mittag zuhause den kranken Mann versorgen, der mit Grippe im Bett liegt. Bei ihm sind 38 ° wie bei mir 41. Ich habe Obst und Gemüse gekauft und bereite gegrillte Paprika von für den Abend. Lecker sind die geworden in der Pfanne angeröstet mit Knoblauch und Essig, etwas Zucker, Salz und Pfeffer. Mein Cousin ruft mich an wegen der Familienfeier. Stadt Hotel Gernsbach sage ich nur.

VAGINA.

VAhrenwalder

Gegen die

Inflationäre

Nutzung von

Abkürzungen. Wie geil ist das denn? Ich liebe es und weiß, warum ich in Hannover lebe. Das ist genau mein Motto.

Eine Betreute braucht diese Woche früher Geld für Medikamente, eine andere ist krank und sagt den Termin schon das dritte Mal ab.

Endlich mal wieder schwitzen im meinem Sportstudio. Wie herrlich. Auf Plakatwänden prangt: „Happy Birthday, Elvis“. Macht man das? Einen Toten zum Geburtstag gratulieren als wäre nichts? Ich weiß nicht. Noch was: Immer wenn ich am Lichtenbergkreisel nach Hause fahre denke ich an die leckeren Kardamon-Kekse, die es dort gab mit ganz viel Butter und die ich dort – auch für Zuhause gekauft habe. Dann war der Koch/Bäcker weg und ich verzehre mich nach den Keksen. Mal eine Chiffre-Anzeige in der Haz. „Suche den Kardamon-Pistazien-Keks-Bäcker, der mal im Zweitladen von Frau Weißwein- und Lachbar am Lichtenbergkreisel gebacken hat. Bitte melden, ich vermisse Dich und will privat was mit Dir anfangen“….

Wienheimweh. Vorstadtweiber. Schlafe im Gästezimmer.

14.01. Die Akustik unserer Nachbarn von unten ist vom Gästezimmer aus eine andere. Versorge meinen Mann, treffe den Weihnachtshund und fahre zum Landgericht. Meine Betreute wartet mit ihrem Nachbarn vor dem Sitzungssaal. Sie hat Angst, soll ihn einfach „net amol ignorieren“. Die Ex sitzt im Zuschauerraum und berichtet uns alles. Sie ist da, weil sie sehen will, wie er eine Kelle bekommt. Hat ihr damals in den Bauch getreten als sie schwanger war. Wir erkämpfen Zeugenentschädigung für die Begleitperson. Die Protokollkraft begleitet mich nach oben und wir fragen bei der Fachfrau der Zeugenerstattung. Der Richter hatte schließlich sogar die Übernahme von Taxi-Kosten angeboten. Ich gebe ihr ihren Pflegebescheid. Sie hat jetzt Pflegestufe I seit Dezember und bekommt Geld. Der Nachbar soll auch was abbekommen. Das ist ihm egal, wie er sagt. Er macht es so. Das weiß ich ja, hat er ja schon bewiesen, aber es wäre doch eine nette Anerkennung und die Tochter will mit ihm teilen. Ihre Aussage wird nicht mehr benötigt. Es wurde offenbar ein Deal gemacht mit der Staatsanwaltschaft und er kommt nach Hameln ins Betreute Wohnen. Jetzt haben beide Frauen wieder Angst und der Nachbar, dick mit abgekauten Nägeln, der 11 ½ Jahre gesessen hat weil er einer alten Frau, die für 20 Mark ausgeraubt wurde zur Hilfe gekommen ist und dabei wohl übertrieben hat und Kampfsport konnte und daher gleich abgestempelt wurde, versteht die Welt nicht mehr.

Auf dem Rückweg 2 neue Wienhandtücher mit Apfelstrudelrezept und Rahmstrudel (noch passender als Gugelhupf), aber wer hätte gedacht, dass ich davon noch 2 bekommen würde (zu je 50 Cent).

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Für weitere 50 Cent kaufe ich ein Stofftier, was ich ausschlachten will für ein Faschingskostüm. Suchte eigentlich nach einer billigen Möglichkeit an grauen Zottel für die Eselsohren zu kommen. Fühle mich ziemlich genial mit der Idee. Statt teuer und neu: Stofftier töten. Bauch von Stofftier aufschneiden, ist große Freude für mich und mal sehen was da noch alles abfällt.

Beim Post sortieren fällt mir die Psycho-Zeitschrift in die Hände und ich denke, den Malstil kenne ich und tatsächlich, es ist Josef Wittich, den ich seit L’Art Brut als Plakat im Zimmer hängen habe.

Mittag zuhause. Kürbissuppe. Butterbrot mit der Rohmilchbutter zu 5,- € (sie arbeiten noch am Preis, im Moment sind es zwei Zwischenhändler, aber sie ist tatsächlich sehr lecker). Die Tochter des Kollegen will meine Mäntel nicht. Schade eigentlich. Dann trage ich sie weiter bis sie ein neues Zuhause bekommen. Fange gleich damit an.

Dann schreibe ich dem Hohensinn und fange ganz plump an zu Duzen im Nachhinein und schriftlich. Ich denke, dass muss wohl von mir ausgehen, weil ich älter bin und sie ja höflich sein wollen zu den Gästen und auch immer nicht wissen, wen sie vor sich haben.

Schön Yoga-Sport, endlich mal wieder auch körperlich und so. Neben mir eine Schwangere. Dem Hund wird der Bauch aufgeschnitten nach dem Essen auf dem Sofa, aber ob das was wird. Hat jedenfalls Spaß gemacht.

15.01. Wieder das Gästebett. Da stehe ich nachts nicht auf zum Pinkeln, vermisse aber meinen Mann und wache morgens orientierungslos auf. Heute geht es in die MHH. Die Richterin hat mich gestern angerufen und aus einer laufenden Sache sind drei geworden. Das lohnt sich richtig. Der Pfleger kreischt vor Begeisterung wenn er mich sieht. Die Türkin, die spuckt und schreit und randaliert und daher fixiert ist und immer davon spricht, dass Gott das von ihr will oder mit ihr macht, ist handzahm bei mir (die anderen trauen sich nicht ins Zimmer) und ich nehme den Postit aus ihrer Hand und rufe ihre Schwester an. Die kommt gleich mit dem Cousin und bringt die Medikamente, die sie dann auch freiwillig einnehmen will. Ich bin für pragmatische Lösungen bekannt. Die andere Kandidatin, deren Beschluss verlängert werden soll, treffe ich im Frühstücksraum. Da gibt es einen Korb mit lecker Würfelzucker und Süßstoff. Ja, ich mache ein Foto. Darf man nicht, erklärt sie mir. Sie kann mit meinem Rückenwind besser argumentieren als die Ärztin und wir bestimmen wo es lang geht. Die Betreuerin ist eine Flachpfeife und wieder nicht da. Die demente Patientin sieht sehr süß aus, eine kleine Person. Sie hat Wasser in der Lunge und wird in ein anderes Krankenhaus verlegt, weil es kein freies Bett in Hannover gibt, muss sie weit weg. Sie hat nichts und will nach Hause. Wir sollen nachschauen, ob sie auf der Liste ist (für Mittagessen). Gut, dann will sie doch da bleiben. So werde ich auch enden.

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Nicht nur der begeisterungsfähige Pfleger, auch an der Haltestelle steht eine Frau um die 60, die leicht behindert aussieht und eine schwarze Strickmütze mit dicken, goldenen Dollarzeichen trägt. Ich liebe Hannover. In der Bahn wird gerappt. Mittags zu Hause essen, daran kann ich mich gewöhnen. Wenn mein Mann krank ist läuft das Mittagsmagazin und der dicke Vincent Klink kocht Eintopf und eine Handwerkerin bastelt eine Staffelei. Ich könnte hängen bleiben, aber die Arbeit wartet. Morgen ist Thema Lederpflege dran.

Die Schweiz ist jetzt um 20 % teurer geworden, erklären mir Mann und Schwägerin. Dann fahre ich da nicht mehr hin, war vorher schon teuer. Was denken die sich, wer sich das noch leisten kann. Da fahre ich lieber nach Wien. Am Nachmittag keine besonderen Vorkommnisse. Ich esse Rahmsablé, die jetzt vermutlich 50,- € wert sind und die Cracker, vermutlich auch mit einem Wert von 2,- € pro Stück. Gut, dass wir vor der Währungsreform noch da waren und kräftig eingekauft haben.

Abends bin ich abweisend zu meiner Schwiegermutter, habe dolle Schmerzen im Unterleib und schmerzende Pickel im Gesicht, gehe früh ins Bett mit Pille, aber wieder das eigene und nicht das Gästebett.

16.01. Alptraum mit Wasserschaden und alle Freunde tragen für Jan, er ist organisiert und ich schleppe etwas von meinem Chaos ins Treppenhaus und blockiere alles und alle sind sauer auf mich. Ich weiß nicht, was ich machen soll und bin überfordert, wo wird das Wasser durchkommen, wie kann ich was retten. Im nicht vorhandenen Spitzboden sind die Gästebetten nass und die Matratzen haben unten Maden dran. Das zeigt mir eine Putzfrau. Eklig, ich bin überfordert und finde alte Fotos der Essener Freunde, die ich nicht kannte und für Kalender brauche. Die Jungs sind klein und ganz niedlich. Das ist noch das Gute, sonst weiß ich nach dem Erwachen, dass ich Klamotten aussortieren muss, womit ich schon begonnen habe, weil ich sonst ersticke und mich das überfordert, meine eigene Sammelwut.

Familiengerichtstermin. Mein Betreuter wird das Sorgerecht für seine Kinder behalten. Er hat sogar mich, die zur Not jede Unterschrift leisten kann. Das überzeugt das Gericht. Die Kindesmutter ist frustriert. Ich muss zu Rossmann und dort ist der Text der Verkäuferin im Nachbarregal, die ich nicht sehe, sondern nur höre wieder zu geil. „Das ist alles voller Bakterien. Wir haben auch Junkies hier. Manche Kunden schminken sich mit den Testern…..Sie können das überschminken, wenn es sie stört. Mich stört es nicht, ich kenne das alles, Krebs…seit damals mein Sohn….einfach ein bisschen Abdeckstift nehmen…“. Die Sonne scheint und ich würde gerne einen kleinen Ausflug mit dem Rad machen, aber die Mittagsverabredung sagt ab. Will auch mal Marys im Luisenhof ausprobieren. Den Ansatz dort finde ich gut.

Es gibt eine Schleuse zwischen Amtsgericht und Landgericht/Staatsanwaltschaft und man braucht einen Chip um die Tür zu öffnen. Ein grauhaariger Kollege fummelt auf der falschen Seite am Lichtschalter. Er sei schon länger nicht mehr da gewesen und ich soll es keinem sagen. Zu Recht. Ich finde das wirkt wie der Beginn der Demenz.

Ich muss Sport absagen. Beim Einschlafen werde ich wach davon, wie das Blut aus mit rausfließt. O.k., das will keiner lesen, aber es musste mal gesagt werden.

Das ganze Wochenende wird nach und nach abgesagt. Auch der Geburtstag von Harald am Samstag. Irgendwie wäre alles andere Quälerei. Kann man aus diesem Salzgebäck irgendwie Schmuck machen?

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Das resultiert in einem herrlichem Das-Haus-nicht-verlassen-und-basteln-Wochenende. Ich mache ca. 7 Hütchen, Ketten, Ohrringe. Ich brauche keinen Spiegel zum Hütchen machen. Stephan dient mir als Spiegel. Erstens habe ich Vorstellungskraft und weiß meistens selber was gut ausschaut, sollte ich mal eine Frage haben, soll es so oder so sitzen, dann sagt er mir wie es richtig sein muss und so sehe ich die Werke erst wenn sie fertig sind. Das finde ich lustig. Mustermix ist das Motto bei Shopping-Queen und die Kandidatinnen setzen es alle um wie Vollidioten. Ich bastele eine Weinfrau „Bärbel“ aus Weinkorken mit den Schraubenösen, die Stephan für mich im Internet bestellt hat.

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Eine Amerikanerin soll ihr Baby auf der Straße verbrannt haben, geschockte Anwohner. Ich schaue Stephan an und frage ihn, ob er nicht auch der Meinung sei, dass der Frau geholfen werden muss statt sie zu strafen. Er sieht es auch so. Klar, Baby verbrennen ist schlimm, aber das Leid dieser Frau, die das getan hat. Wenn nur nach Strafe gerufen wird, muss ich an Homesman denken. So fortschrittlich kommt mir dann unsere Gesellschaft vor. Ich denke auch daran, wie wir mal einen alten Rechner ausgemustert hatten den die Tochter unserer Freundin Claudia haben wollte. Ein Betreuter von mir im Maßregelvollzug war auch als Empfänger von mir angedacht worden. Die Tochter sagte damals zu mir, ob er das verdient hätte. Da hätte sie Zweifel. Ich habe ihr das übel genommen und dachte, was ist es an ihr das zu beurteilen. Dieser Mann hat so viel Mist und so wenig Gutes in seinem Leben erfahren und hat so viel weniger Möglichkeiten als wir alle, die wir in Selbstbestimmung leben. Ich fand das arrogant und merke, dass ich bei so was nachtragend bin und es mir lange merke.

Stephan zeigt mir die unsäglichen Kommentare im Standard zu der Demo vor dem Prückel und ich lache über das Transparent: „Meine Freundin hat den geilsten Arsch der Welt. Mich.“ Noch besser sind natürlich die Leserbriefe dazu, die von humorlosem Nichtverstehen triefen. Dann gibt es eine schlechte Wiener Modebloggerin und was fällt den Kommentatoren dazu ein. „Schaut aus wie von Humana ausm Container.“ Das zeugt nur von modischem Unverständnis ersten Ranges. Ich habe wieder so stylische Retro-Klamotten dort gekauft. Die reinsten Schätze. In einer schwarzen Wollkostümjacke aus den 50er Jahre kursiv Schriftzug Hämmerle – Wien. Das scheint ein alt eingesessenes Modehaus zu sein, die Tasche eines gut angezogenen Mannes in der U-Bahn war mir aufgefallen und dann sah ich den großen Laden auf der Mariahilfer und jetzt zähle ich eins und eins zusammen. Hämmerle, gerne, aber nur aus dem Humana-Container…..

Die ersten Tage

Bananenvanillequark mit Granatapfelkernen und Granola. Stephan erwischt das Restaurant Wetter am Yppenplatz offenbar beim Aufräumen von Silvester, haben eigentlich Urlaub bis zum 07.01. sagt die Frau, die ran geht vorwurfsvoll zu Stephan und dann „basst scho“. Tisch für den ersten Abend ist fix.

Freitag kommt ein Freund und wir essen zusammen und unterhalten uns. Ich bastele dabei. Wir trinken Weißwein aus den Verlassenschaften und entdecken die Geflügelchorizo aus der Schweiz. Die bestelle ich bei meiner Schwägerin nach. Es kommen immer wieder fragen, scheint ein schwieriger Auftrag zu sein. Soll dann mit der Flaschenbürste verschickt werden. Bin gespannt wann und ob es hier ankommt.

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Wochenende mein Mann fragt: Küssen? und ich: ist Dir langweilig? Spätzle, essen gleich am Herd, wie die Tiere. Dreckige Hände am Nachthemd abwischen. Schlampe 2015.

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Ich habe so doll Haarausfall. Ich darf keine große Hütchen mehr tragen. Das sieht sonst lächerlich aus, muss kleine machen, die trotzdem cool ausschauen. So viel zu Vorsätzen 2015.

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Wir vertreiben uns die Tage mit selbstgemachtem Müsli mit selbstgezogenen Bananen. Zur Abwechslung gibt es die Bananen auch im Schoko-Pudding. ich bade mit dem Kamillen-Zusatz aus der Schweiz.

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05.01. Kontoausdruck 51. Das dauert. Sind nicht nur die guten Umsätze auch die Fremdgelder, die ich auszahle und die über mein Konto laufen.

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Ausländerstelle. Schönes Plakat.

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Akteneinsicht bei meinem Neuen, der die Frauen vergewaltigt hat und dann  Maßregelvollzug. Ganz viel nicht gemeldet und Fahndung und aus der Wohnung geholt und er geht immer selber zur Polizei und macht seine Aussagen. Sehr offen. Von seinen Straftaten weiß er immer nicht mehr so viel. Meistens fängt es im Brauhaus Ernst August an. ich wusste, dass da Vorsicht geboten ist.

Drei Anfragen, Sachen die ich nicht machen will. Mietsache, ich wurde empfohlen vom Arzt. Es geht um Mietkaution und der Vermieter will Sachen verrechnen z.B. Kosten einer Räumungsklage. Ich bin zweiter Anwalt. Auskunft des ersten wird nicht hingenommen. Zweitmeinung gibt es nicht bei mir. Mir erscheint das plausibel und ich will nicht. Das ist die Freiheit „nein“ zu sagen.

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Doppelkurs Sport um mal wieder rein zu kommen in etwas körperliche Bewegung. Danach zu Pio und dann Kino. St. Vicent. Ich heule richtig und die Träne läuft mir über das Dekoltee und zwischen den Brüsten den Bauch runter. Das hatte ich auch schon lange nicht mehr. Schöner und lustiger Film.

06.01. Mittelfeld ist näher als man denkt. Ich verstehe die Zusammenhänge jetzt besser. Gleich bei der Bothmerstraße biegt die Straßenbahn ab und ich kann auch bei der Peiner Straße rechts abbiegen und parallel fahren. Das ist cooler.

Der Yorkshire aus dem Tierheim, der aussieht wie eine Tonne und Angst hat und daher dem MDK-Gutachter in den Schuh beißt aus einer unter dem Tisch lauernden Haltung. Was die Leute sich mit ihren Hunden zurecht reimen geht auf keine Kuhhaut, Angst vor Männern, was Schlimmes erlebt, Narbe am Bauch, einfach unausgelastet und King Koks und nicht erzogen trifft es eher. Hunde haben keine Erinnerungen an irgendwelche vergangenen Dinge. Sie haben auch keine Angst vor dem Tod. Es sind Tiere, die sich nicht abstrakt irgendwelche Gedanken machen. Er liegt unter mir und knurrt. Ich sage, ich habe keine Angst und er wird mich nicht schnappen. Ich ignoriere ihn. Herby, lass das, sonst musst Du gleich raus. Die ganze Zeit wird auf ihn eingeredet. Geh auf Dein Platz, er springt aufs Sofa und macht was er will. Er wird vor allem viel hoch genommen, gestreichelt und es gibt Berliner, aber nur kleine Stückchen, d.h. an der Größe des Hundes gemessen schon Riesenbrocken. Kein Wunder führt der sich so auf. Er hört immer aufs Wort wenn sie alleine mit ihm ist, aber wenn andere da sind auf einmal nicht. Ganz komisch. Das ist nicht hören, wenn er es nur macht, wenn er will. Er hat eine leck mich am Arsch Haltung und dominiert alle Menschen in dem Haus. Von wegen Angst, der ist frech und dreist. O.k. sie hat Pflegebedarf und ich werde Schwerbehinderung mit Merkzeichen beantragen und sie ist verhandlungsunfähig und ich kümmere mich um die Strafsache, die in der Berufung beim Landgericht ist.

Elisabeth Taylor hat kein Geld mehr und hält das Schreiben des Unterhaltsdienstes an ihre Eltern für eine Fälschung. Ich esse 20 Wienzucker, die hier keinem im Büro geschmeckt haben und dann Sport. Das gibt mir Kraft.

Mein neuer Lieblingssalat ist gehobelter Fenchel mit etwas Joghurt, Nüssen, Obst und etwas scharfer Mayo sowie Honig. Dieses Hobeln macht den Fenchel aromatisch.

Bleibe hängen beim James Bond. Wetter wird warm in Wien, eigentlich egal, aber scheiße, weil ich einen warmen Mantel anziehen wollte und jetzt gar nicht mehr weiß, was ich tragen soll. Immer denselben grünen und die Wohnung ist voller Mäntel. Das nervt.

Der Lebkuchenstreit, ich bevormunde meinen Mann und er ist sauer, ins Bett.

07.01. Kann man das zur Arbeit anziehen oder sieht es aus wie ein Nachthemd. Man kann, sagt Stephan. Was bleibt ihm übrig.

Sauer auf Betreuten, er soll sich auch mal kümmern. Rücklastschrift bringt keine Lösung, sondern Probleme. Meravis ist keiner da. Terminüberweisungen können nicht gelöscht werden.

Mein Betreuter ist im Schloss Gestorf angekommen.

Dicke Katze in kleinem Karton, leider kein Handy dabei. Wäre ein Schnappschuss für cute overload gewesen, aber echt. Die demente und der Kneipenbesuch und die Angst vor dem Heim. Will die Werkmarke für den Schwerbehindertenausweis ins Portemonnaie tun. Was bekommen Sie? will sie wissen und würde mir Geld geben. Sie nennt mich immer Schwester und merkt dann, dass es nicht stimmt. Sie ist nicht mehr was sie war, aber sie tut doch keinem was. Man soll sie lassen. Ich bin ihr Garant für das Leben in Freiheit, weil ich es verantworten kann auch wenn 3 sich erklären was im Portemonnaie ist. Das Bonusheft. 1991 – 2006 war sie jedes Jahr und danach nicht mehr. Muss man nicht mit sich tragen. Ach doch lieber. Sie erzählt mir 5 mal die selbe Geschichte in 5 Minuten über den 20-jährigen Sascha, der sie nach Hause begleitet hat aus der Kneipe, weil es schon dunkel war. Zu viel Obst. Sie vergisst immer, dass sie welches hat, aber jetzt sei Schluss.

Ich bin pünktlich, die Tochter der Betreuten nicht nach der Berufsschule (o.k. sie hatte mir angeblich das Ende der Berufsschule mitgeteilt, so verabredet man sich allerdings auch nicht).

Ich merke die Portoerhöhung nicht (ganz schräges Gespräch mit dem Mann, der aussieht wie ein Außerirdischer, aliens arbeiten ja alle bekanntlich bei der Post). Mein Päckchen hat das falsche Format, es müsste 1 cm kleiner sein, er malt mit Bleistift die Stelle an, dann wäre es günstiger, weil da hätte sich Leute wieder was überlegt um den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen. Ich wundere mich, dass das Briefporto nicht erhöht wurde und noch 60 kostet, doch wurde es. Ach so und ich wundere mich zuvor über die Ergänzungsbriefmarken der Kollegin, deren Post ist auch wegbringe und denke, die ist so doof, warum hat die noch alte Marken. Manchmal bin ich so ignorant, dass ich mich selber nur süß finde.

Yoga, ja, ich habe keine Probleme mit Verspannung, wie mein Mann zu Recht anmerkt, d.h. dass mein Körper nicht zu Verspannungen neigt; ich das echt nicht kenne. Das stimmt wohl. Scheint eine Ausnahme zu sein und ich freu mich darüber, dass ich gut locker lassen und entspannen kann und das gehört wirklich sehr zu mir. Beim Yoga schlafe ich auch fast ein in den Positionen und kann mich richtig weg beamen.

Ganz toller Abend bei Sabine und Larissa, leckeres Essen. Wir bleiben fast bis eins.

08.01. Traum mit Brock aus Kalifornien. Wir umarmen uns und er weint, ich dann auch, aber wegen Verbundenheit aus der Kindheit und weil wir uns so nahe stehen. Er ist etwas kleiner als ich. Seine Frau soll sich zwischen uns setzen deute ich an, weil ich nicht will, dass sie das missversteht, macht sie nicht. Claudia aus Wien fährt ganz schlecht Mofa, Schlangenlinien und schwarzer Rauch kommt hinten raus. Sie konnte uns nicht mehr einladen, weil sie kein Geld hat. Wir haben auch andere arme Freunde. Ich verliere eine Mappe mit Papier, Kunst an der Autobahn und sie wird vom Wind auf die gegenüber liegende Seite geblasen. Da kann ich nicht zu Fuß hinter her, dann ist sie im Fluss am anderen Ufer und droht unter zu gehen. Es gelingt mir sie an einer Ecke zu greifen und rauszuziehen und alle Blätter sind noch drin, sogar die, die lose in der Mitte lagen und sie sind zum Teil noch trocken (wie super unrealistisch, ich muss lachen nach dem Aufwachen). Ich hatte eine Ausstellung und habe ein ganzes Untergeschoss bebastelt, aber es hat keinen interessiert. Ich staune über meine Bastelwut. Führung und eine gutaussehende, dunkelhaarige weibliche Begleitung kann italienisch, was mich beeindruckt. Ich habe mir einen gebrauchten Badeanzug besorgen müssen, der Rüschen hat und nach Oma ausschaut. Wir sind auf einer Dachterrasse. Der Italiener sieht gut aus und ist Künstler, er spricht auch englisch. Die Reihenfolge der Szene war im Traum leicht anders, aber irgendwie passte das Road Movie nicht zusammen.

Ich belle schon zurück und bin sehr dünnhäutig und schlecht gelaunt im Büro. Schnell die Arbeit wegarbeiten. Elisabeth holt sich auch noch mal 20,- €. Alle Betreuten kommen mir so umständlich vor. Ich freue mich auf den Tapetenwechsel, aber wenn ich zu viel reise und ein schlechtes Gewissen habe. Lüge schon, dass ich eine Fortbildung mache. Das geht die Kunden ja nichts an. Ein Italiener am Yppenplatz und die fremde Wohnung. Das wird mich schon auf andere Gedanken bringen.

Das Zellgift von Weihnachten

04.12. Unser Bett ist nicht so gut, wie die gemütliche Luxushöhle am Genfer See. Das ist mal eine erstaunliche Feststellung nach einer Reise, sonst umgekehrt. Da störte es mich auch nicht, dass ein fremder gebrauchter String unterm Bett liegt. Weich und gemütlich und riesig, mit einer großen Decke. Ich will auch ein Himmelbett, was man so zuziehen kann und dann versinken.

Traum Markus hat Dekoltee und irgendwie Disko, wir amüsieren uns und dann Essen, aber nicht im Restaurant, sondern am Krankenbett, weil der Koch kocht für eine Oma und wir essen dann mit. Dann Krankenhausflur und Stoffgardine wie im Himmelbett. Hier liegt eine krebskranke 30-jährige höre ich nur. Sie springt raus und wir kennen uns vom Sehen. Nicht ich hier, ich soll es nicht wissen, dass sie krank ist, gerade ich nicht, das wäre das Schlimmste und niemandem sagen, so ihre Reaktion. Sie hat einen dicken Bauch wie eine Schwangere. Sie geht dann nach oben, wo Party ist und ihre Verwandtschaft und ihre Kinder, die Sonne scheint. Sie hat nette Schwestern und Ehemänner und alle lerne ich kennen und es stellt sich heraus, ich bin gar nicht so böse, wenn man mich näher kennen lernt. Ich schaue nur böse, wenn man mich nicht kennt und das ändert sich jetzt alles. Wir verstehen uns total prima und freunden uns richtig an. Sprechen über philosophische Themen und es ist ganz schön. Am Himmel Lichterspiele. Es sind Außerirdische. Lobe sie, dass sie so lange durchgehalten hat als sie wieder in den Keller geht und freue mich über die neu gewonnene Freundschaft und die nette Familie, die ich kennen gelernt habe. Da vermischt sich wohl einiges, vor allem unsere WG in Lausanne. Hier waren es zwei Männer, Francois, der Eigentümer und der andere airbnb Gast aus Paris und die schwarze Katze mit den gelben Augen und dem weichen Maulwurffell.

Nach dem Aufwachen zuhause abhängen, auspacken, Schweizer Kekse, dann die Salzbutter auf dem Schweizer Brot.

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Um Viertel nach neun bin ich noch zuhause und eine auswärtige Freundin ruft mich an und ist auch sehr angespannt. Sie ist in Langenhagen, die Oma liegt im Krankenhaus und ist ein Pflegefall. Ich versuche ihr Tipps zu geben, die sie wohl als hilfreich empfindet.

Nikolausweinprobe. Yunfeng kommt alleine, Thomas ist krank. Der Vater eines Freundes, der sonst Ersatz gewesen ist gestorben am Montag. Jetzt beide Eltern. Das ist hart.

Im Büro hängt noch das Novemberkalenderblatt. Mein Kollege war schon in Neuchatel und ist dort aufgetreten mit seiner Band. Er kann meine Begeisterung verstehen.

Es ist kalt, das neue Bürgeramt sehe ich das erste Mal mit staunenden Augen. Mein Passbild wird akzeptiert. Der Innenhof wird noch gemacht, dauert bestimmt noch zwei Jahre und den alten Baum haben sie gefällt und der war nicht einmal krank, so der Sachbearbeiter. Warum Menü im Tropeano, ist gar dies Jahr kein klassisches Gänseessen, sondern Italiener war gewünscht. Soll jeder bestellen was er mag.

Nichts besonderes, bei Herrn Borderline will die Versicherung nicht für das Handy zahlen. Geld ausgeben, andere Termine werden abgesagt. Arbeit ist ja genug da.

Stephan bringt mir die Gerichtspost und ich habe dem Richter mit dem Hinweis auf das in der Presse besprochene Urteil des BGH offenbar erreicht. Das freut mich. Er will die Elektronikversicherung des Vermieters vorgelegt bekommen. Dafür zahlt mein Betreuter als Mieter. Kann ich das Ruder noch umreißen.

Ziegenkäse und die 5-Korn Cracker, die es umsonst gab. Leider habe ich die nicht gekauft bei Migros, aber 3 andere große Pakete. Vor lauter Essen muss ich auch mal wieder zum Sport.

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05.12. Arbeitsgericht. Angeblich Robenpflicht. Ich falle unangenehm auf. Abfindung, aber auch nicht so die Welt. Mal schauen was nach den Steuern davon übrig bleibt. Ich finde dieses neumodische Vokaleweglassen faszinierend, dass man NLL SBN auf Anhieb versteht (was auch immer dahinter stecken mag). Schöne Briefmarken im Sondershop, dann Lush, ob das große Stück Karma zerteit werden soll. Ist für meinen 76-jährigen Vater. Der ist Lush-Fan und sein Bedarf ist groß, ja, da gucken die jungen Dinger wer ihre Supporter sind, er hat aber selber eine Werkstatt um die Seife zu durchtrennen, wenn er das will. Kleines Sortiment, Glitzerseife Rentier ist auch dabei. Wenn schon neumodisch und metrosexuell, dann ganz. Ich werde auf meine Ohrringe angesprochen, ob ich da für jeden Tag welche hätte. Meine Antwort, ja hunderte, dabei ist die Zahl gemeint, weil heute der Fünfte ist. Nein, ich trage nicht jeden Tag das Datum am Ohr. Das wäre wohl ein bisschen arg zwängig, ist Zufall. Mocca und Milchreis zur Stärkung. Es gibt Manti für 6,90 € die Portion. Das steht auf meiner Liste.

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Marmeladenschiss auf der Scheibe, schön lila.

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Die Betreute, die gestern Geld geholt hat, aber nicht hoch kommen wollte in den 2. Stock und ich bin runter gegangen mit dem Quittungsblock, liegt wegen Blutarmut im Siloah. Leider stimmt die Telefonnummer der Frauenunterkunft nicht und ich kann denen nicht Bescheid sagen.

Türkische Betreute mit Tochter. Die Neue vom Ex nennt sie Hure bei facebook, weil sie keinen Mann halten kann, sie heult. Alles ziemlich unangemessen vor der Tochter. Will für 8,- € die Stunden Nachtschichten im Paketdienst machen von 8 bis 2 Uhr, weil sie das Geld für ihr Auto braucht. Das ist ihr ein und alles. Mir macht das Angst.

Ich kläre die Entlassung der schwarzen Frau, die allen Angst gemacht hat. Sie kommt nach Monaten Montag in die Frauenunterkunft. Rufe dort an und bei ihr, Hannoverpass, Regio-S-Karte, Umzug ihrer Sachen aus der Asylbewerberunterkunft, Suche nach einem niedergelassenen Arzt sind so die Themen.

Viele leckere Brote aus der Schweiz, der Blauschimmelkäse ist der Hammer. Bin gespannt auf die Weinweiber zu Nikolaus.

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Bin ich eine verbitterte alte Frau? Diese Models heutzutage sehen einfach nicht geistreich oder interessant aus. Mick Jaggers Tochter kommt mir auf einem Plakat entgegen und ich denke: laaangweilig. Da war Sophia Loren doch was anderes.

06.12. Den ganzen Tag unseren Kalender basteln; die Königsdiziplin und er ist toll geworden. Dann noch der Buttonauftrag. Sie sollten nur auf weißes Papier, ich mache zwei Versionen, ist ja schließlich meine Maschine und die Dinger verlassen meine Werkstatt.

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Abends Weinweib. Yunfeng verspätet sich, weil ein Auto brennt, kommt dann doch pünktlich. Wir treffen eine Frau von früher. Sie ist Yogalehrerin und hat einen deutlich jüngeren Marokkaner geheiratet und ist ganz offensichtlich sehr stolz darauf. „Wann haben wir uns letztes Mal gesehen, war ich da noch ledig?“ Oh Mann. Ich mache Witze, weil sie Stephan so vollquatscht und er gar nichts sagt und sage, sieht aus wie Beziehungsstreit und sie macht Schluss und ihr Typ zu mir: ich soll mir keine Sorgen machen?? Sorgen machen, warum?? Jetzt versöhnen sie sich gerade wieder, kommentiere ich später. Ich mache doch nur Witze. Zwei Frauen aus dem italienisch Kurs kennen uns von Chico und Barbara. Die Nudeln sind zerkocht, das Essen sonst sehr lecker, vor allem die Saucen. Die Gastgeberin ist nicht mehr schwanger, wie ich vermutet hatte (peinlich). Ich mag die Veranstalterinnen sehr. Gebe an mit meinem Schweizer Spielgeld. Ein Mann aus Lugano. Fisch kommt als Nikolaus, was von der Billigschokolade landet in meiner Tasche. Ich hatte danach gefragt. Wir sind die letzten Gäste. Irgendwie ist mir die Dosierung von dem Wein wieder nicht bekommen. Ich hatte aufgehört zu trinken, aber auf dem Weg nach Hause merke ich es deutlich, gehe gleich ins Bett und schlafe schlecht. Es geht mir dreckig. Wieder die Lektion dort, wie schon im Februar 2014. Wann werde ich daraus was lernen?

07.12. Werde zu früh wach und es geht mir elend. Das Zellgift bekommt mir nicht und komischerweise merke ich es in den Beinen und das macht mir weitaus mehr Angst als Hirnzellen, die sterben und Lücken im Gedächtnis. Bastele Kalender mit Schweizmotiven und Berner Sennenhunden. Häkele einen Turnschuh und überlege die erste Jogginghäkelhose vielleicht der Weinweibfrau für Lu zu verschenken. Dann könnte man auch testen, ob die Größe hin kommt. Mit Yunfeng und Stephan frühstücken, Schweizer Käse, wir unterhalten uns und schauen uns selbstgemachte Fotobände aus China an. Mir macht es Angst da und ich will nicht mehr hin. Das merke ich beim Betrachten der Fotos deutlich. Ich schätze die Freundschaft und finde es schön, dass er so lange bleibt und es so vertraut ist. Dafür gibt es immer neue Schweizer Butter.

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Den ganzen Tag basteln und Turnschuh häkeln und wieder aufmachen. Die Anleitung in 5 Teilen, dann Käsenudeln mit dem Schweizer Käse und auf ins Theater. Im Treppenhaus schaue ich durchs Fenster auf das beleuchtete Haus gegenüber bzw. auf das Innenleben hinter den Fenstern. Eine Frau kriecht auf allen Vieren über den Teppich und ein Mann mit Plauze im Feinripp ist auch zu sehen wie er saugt. Es ist der Putztrupp und es scheint warm zu sein. Das war schon mal ein guter Einstieg. Der Kritikschreiber der NP und Hartmut El Kurdi sind da. Ich sitze in der ersten Reihe ganz außen, Stephan woanders. Muss aufpassen, dass meine Kette nicht klappert. Wir sind beide von der Spielfreude und dem Talent der Schauspieler begeistert. Echt gut gemacht. Da hat sich die Qualität gegenüber früher gesteigert. Da war man froh, wenn die Stücke nicht allzu langweilig waren und es irgendwie ging. Das ist heute deutlich anders, deutlich besseres Niveau. Doch was, was besser wird. Schön.

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Mit der Bahn nach Hause. Aus den Papiervorlagen des Jewish Museums Mahjongsteine ausschneiden, Stephan muss falten. Apartments für London schauen. Das halte ich nicht lange durch. Die ersten beiden Papierspielsteine sind fertig. Mal wieder ein Hütchen machen? Ich freu mich, dass ich weiß, wie es mir wieder besser geht, einfach wieder weg lassen das Zeug, jede Stunde der Abstinenz, die ich weiter voran schreite freut mich. So einfach geht es mich selber glücklich zu machen.

08.12. Traum, dass ich einen blonden Schönling als Mann habe, so einen Skandinavier mit dem ich Dirty Talk mache und dann wundere ich mich, dass er so blond ist und lüge ihn an und sage, dass er sogar noch besser ausschaut als mein Bruder und dabei denke, so blonde Typen sind ja nicht meins. Dann Freunde von Hilmar, die Kinder haben, einen Mädchen und einen Jungen und einen sehr unerzogenen großen Hund, mit dem Stephan sehr streng ist aber komische Futterübungen macht. Das Trockenfutter wird auf den Boden geworfen und er sucht es und dann spielt man Fußball damit und tritt es wieder weg. Irgendwie Knochen am Hals, Blut im Fell, dann geht es um den Jungen. Ich soll nach unten und ärztliche Hilfe besorgen. Ich warte lange und führe dann wie in einer Betreuungssache Telefonate mit der Krankenkasse, ob sie eigene Ärzte haben, die sie in so einem Fall schicke, komme hoch und die Luftröhre war gebrochen, der 18-Jährige ist tot und die Trauer groß. Vorwürfe, die die Eltern sich machen, weil sie ihn nicht genug kontrolliert haben, aber er war so ein wilder Typ und dann werden sie gefragt, warum sie nicht gleich einen Notarzt angerufen haben. Sie wussten nicht, dass sie das konnten. Dafür haben sie ja die elterliche Sorge, sagt die Freundin. Ich überlege auch, ob ich was falsch gemacht habe, wäre er bei früherem Einsatz überhaupt zu retten gewesen? Beim Aufwachen denke ich, es ging um Sedric, der Teenagersohn der amerikanischen Familie. Mein Bruder hatte festgestellt, wie gut der aussieht und das er Frauenherzen reihenweise brechen wird. Jedenfalls heftiger Traum und dass ich einen anderen Mann hatte und dann auch noch einen ganz jungen Blonden, der mir nicht richtig gefällt. Hoffentlich bleibt mir das erspart.

Neuer Fall, Scheidung, netter Typ, riecht aber unlecker, hatte Krebs, redet offen, ist Paketzusteller und konnte dann nicht arbeiten, hatte Angst- und Panikstörung. Man sah die Ärzte, wie sie die Bilder anschauen, ein ganzes Zimmer voller Bilder von ihm und er sah sie durch eine Glaswand und konnte die Mienen nicht deuten und hatte nur Todesangst und dann hieß es, alles in Ordnung. Meine Wurst-Deckel-Kette ist ohrenbetäubend.

Lasse mich mal wieder als Verfahrensbeistand bestellen. Das war schon lange nicht mehr der Fall und ich hatte Lust darauf. Das heißt allerdings in die MHH fahren mit der Bahn.

Herr Ihme hat ein Darlehen über 200,- € bekommen am 04.12. Stephan hatte sich Samstag schon total darüber aufgeregt. Frage was das soll. Er ist überfallen worden. Es gibt Polizeianzeige.

Dachte gestern, dass ich meiner Betreuten Klamotten aus der Frauenunterkunft abholen muss, aber das macht eine Mitbewohnerin. Die Ärztin aus dem Siloah will mich anrufen. Da bin ich mal gespannt. Die Unterkunft hat die Nummer geändert und war seit Freitag nicht für mich zu erreichen. Trick 17 über die Stadt Hannover hat nicht geklappt. Recherche auch am Wochenende. Dann Anruf bei der AWO, aber sie sind nicht Träger. Gebe die Rückmeldung, dass das nervt, wenn die ihre Datenänderung nicht bekannt geben und einen nur anrufen, wenn sie was wollen und dann gar nicht mehr erreichbar sind.

Zartrose Blut? Sieht aus wie von einem ganz jungen Mädchen. Dieses Frauending hatte ich schon seit Monaten nicht mehr. Mal sehen was das wird.

Kino, nachdem die auswärtige Freundin abgesagt hat. Vorher schön Manti XXL Portion und noch ein Milchreis hinterher. Total satt und befriedigt, geht nur noch ein Eis und etwas Tofiffee. Das kauft mein Mann im Kino. Homesman mit Tommy Lee Jones. Vor uns sitzt Dietrich zur Nedden. Das Kino ist gut gefüllt und den einen Typen, den ich von den Perlen kenne und der hier auch immer aufschlägt, mit dem sollten wir uns mal anfreunden. Mich bewegt der Film sehr, die Europäer, die versuchen dem unfruchtbaren Boden was abzutrotzen und die Frauen, die verrückt geworden sind, keine Medikamente in Sicht. Wieder John Lithgow und Tommy Lee Jones, schön unvorteilhaft geschminkt, haut dem einen der gewalttätigen Ehemänner eine rein, der sie an der Abreise hindern will. „You didn’t have the balls to kill me and wanted my horse to do it for you“. Hilary Swank will einen Mann, ist denen aber zu anstrengend, „bossy“. Auch die Szene mit dem Feuer, spricht mich an. Tommy Lee Jones hat nach Essen gefragt und wurde abgewiesen, nachts kehrt er zurück, holt das Spanferkel und steckt das Hotel an. Neben uns ein Typ, den ich vom Sehen kenne. Stand immer am Tresen in der Glocksee und bei Silke, er schnarcht neben uns.

09.12.2014 MHH, wie Homesman, bei mir sind sie friedlich, zur Betreuerin nur griffig. Ich kann aber nicht alle machen.

Fairkaufhaus, wieder sind Zeichen für mich hinterlegt. Stuttgartdeckel in Porzellan und Gold. Die Kollegin geht da nur hin, wenn sie ein Faschingskostüm will und warum bin ich dann besser angezogen, aber die hat auch keine Ahnung. Cowboys und Indianer als Holzweihnachtsschmuck. Muss jedes Jahr wenigstens ein neues Outfit her. Treffe Kollegin, die früher Betreuungsrichterin war. Mutter war mit beginnender Demenz in Wunstorf. So holt einen die Vergangenheit ein.

PMS-Shop, ja genau, zeigt mir seine Prothese, Herr P-monster, hat einen Termin vergeigt bei der Zahnärztin und jetzt hat sie ihn aus der Behandlung geworfen, die alte Lindenerin.

Ich blute richtig und kann nicht zum Sport.

10.12. Mein Betreuter hat Notartermin, meine Schwiegermutter Geburtstag. Gericht, blöde Kollegin, wir zicken und an und ich habe noch eine Woche und muss vor Weihnachten noch auf die Klage erwidern. Sie ist echt ein blödes Stück. Die Richterin hat Spielautos da um Verkehrsunfälle nachzustellen und dann Frauenwohnheim. Sie kommen nicht zurecht mit der schwarzen Frau und habe Angst vor ihr, bei mir ist sie handzahm und ich lerne die Mitbewohnerinnen kenne und schaue in den Ofen. Dann noch mal Anhörung. Er sagt instinktiv was die Richterin hören will, wir sehen uns regelmäßig und bedankt sich inständig. Er weiß halt, ich bin da wenn es darauf ankommt, dann muss man sich nicht ständig sehen. Kurzer Tag. 13:32 rufe ich an, ob es reicht, wenn ich um 14 Uhr zuhause bin und :37 Uhr geht die Bahn, alles fallen lassen. Das Café ist voller Rentner, die Torten schmecken nicht. Die Gäste sind unlustig. Es geht um so Themen, wie die Bösen in der Welt, Handtasche im Zug geklaut als man Gepäck nach oben gehoben hat, genau in der Minute. Früher als Kind habe man sich auf Weihnachten gefreut und jetzt braucht man das nicht mehr, kauft sich was man braucht und das war’s. Draußen stinkt es und die Schweine schreien. Als wir gehen wollen hängt nur noch eine Jacke da und die gehört nicht meiner Schwiegermutter. Stimmung endgültig im Eimer. Der Vorgarten sieht Feng Shui mäßig aus und ist nicht wieder zu erkennen mit Lichtspiel. Das neue Antibiotikum wird geliefert. Ich häkele und lasse die Weihnachtsgeschenke da inklusive der Plätzchen. Zuhause erst Bild mit Grinsekatze auf dem Bauch, dann Krankenhaus. Claudia wird Oma, wir fiebern mit.

11.12. Viel Beerdigung, Krankheit und Tod und bald wird es einen selber erwischen. Mag gar nicht zur Arbeit.

Bank und Pakete, Mensschmerzen, schlechte Laune, Psychopatienten, die uns mit Klingelstreichen nerven anbluffen, viel Schreibarbeit, nachmittags schicke ich Mandaten zu Studienkollegen, da ist auch der Vater vor einem Monat verstorben und Mutter war schon Tod. Der zweite Vollwaise im Bekanntenkreis. Dem Mandanten erkläre ich, dass ich ihn neulich auf dem Fahrrad am Lux schon erkannt hatte, aber keine Gymnastik auf dem Rad machen wollte.

Schlüsseldienst bei einer Betreuten, sie mögen Bargeld, ob ich nicht kurz nach Kleefeld komme kann.

Ich mache mir Gedanken um die Geburt. Da sind meine Beschwerden noch Pipikram.

Klage eines Zahnarztes gegen meinen Betreuten und ich weiß echt nicht, was ich einwenden soll. Die Anwaltskosten gibt es schon mal nicht hat das Gericht gesagt, Klagerücknahme. Gut. Prothese saß nicht und es wurde kein Heil- und Kostenplan gestellt seitens des Zahnarztes, außerdem Fristverlängerung bis zum 02.01.2015. So was verschiebt die Probleme nur, aber wir spielen auf Zeit. Das Wohnung ist am 10.12. verkauft worden, der Kaufpreis am 15.01. fällig und da werden sich die 250,- € Zahnarzt plus Anwaltskosten von bezahlen lassen. Mein Gott. Ich liebe nicht jeden Fall gleich.

Mietvorvertrag für Ehemann nach dem Wohnrecht. Ja, ich habe auch reiche Mandanten, aber nur Auserwählte und ich kann mir auch noch schöne Verträge ausdenken, wenn ich will.

Der Schlüsseldienst will statt 120,- € fast 400,-. Die Frau hat einen Einwilligungsvorbehalt und die können einen anderen verarschen.

12.12. Fensterputzer und Frau G., die Steuergehilfin hatte für mich freigeräumt. Ich habe die Sachen wieder hingestellt bevor sie geputzt hatten und hatte den riesigen Vogelschiss übersehen. Das fasziniert die Mitarbeiterin. Die Zentrale vom Schlüsseldienst will mich erst anzeigen und legt dann auf, weil ich sie wohl so aufrege mit meiner Einschätzung der Rechtslage.

Klage Sozialgericht, die fünfte oder so, gleich einwerfen auf dem Weg ins Rosmarin. Treffen eine Freundin, sie hatte Geburtstag und wir nicht sind hingegangen. Dafür isst sie den Mittagstisch, zu dem wir sie einladen, zwei Mal. Telefonat aus dem Heim, der Pfleger mit russischem Akzent, unterwürfig erklärt er mir, dass meiner seit gestern nicht da ist und ich wäre die Betreuerin und sie müssten mich informieren. Das sagt er jetzt zum dritten Mal, aber das weiß ich schon, dass ich Betreuerin bin. Er soll mir mal was sagen, was ich nicht weiß. Gehe raus und falte ihn zusammen, nein, er soll nicht bei der Polizei als vermisst gemeldet und gesucht werden. Wenn das der einzige Vorschlag ist, dann ist das bedauerlich und zu wenig. Ich weiß doch wo er ist, aber sie machen keine Anstalten ihn zurück zu holen. Das regt mich auf. Das Tomo-Sushi gegenüber sieht gut aus. Irgendwie trashig, aber auch japanisch, die Bezüge auf den Kissen. Auf dem Rückweg Star Wars Uhren, die Verkäuferin hat Mundgeruch und Lego hat die Spiele eingestellt. Kakaostube für Süßkram aus Hannover. Abends Sport, die arme Lehrerin ist angeschlagen.

13.12. Häkelset für Hilda fertig. Hatte die Beinenden noch mal gemacht.

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Originalversionen von „Map to the stars“ und „Lucy“. Ich liebe die Schauspielerinnen jeweils, Julianne Moore und Scarlett Johannsen. Zu Ende Basteln ist angesagt. Irgendwie muss die Wohnung mal besser werden. So sieht es aus, wenn der letzte Kalender fertig ist. Es bleibt nur ein kläglicher Rest.

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Tolle Kurzfilme von Toy Story. Aktion, Dino-Weltraum Figuren, die nicht wissen, dass sie Spielzeug sind, weil nie mit ihnen gespielt wird. Der Junge hängt fest am Game Boy. Dann kommen die „Visitors from the distant Bonny-Tribe“ und erklären ihnen, wie es ist sich dem Kind und seiner Phantasie hinzugeben („surrender“, das würde verlieren bedeuten, sie sind Kämpfer, wird eingewandt) und der klotzige Dino ist immer ein Babyrentier, dafür ist die Hello-Kitty Figur ein gefährlicher Dino, zumindest wenn Bonny mit ihnen spielt. Das ist ihre Bestimmung als Spielzeug und dann bekommen sie auch die Markierung ihres Besitzers auf die Haut geschrieben.

14.12. Irgendwie langer Traum. Glaswagen neben der Schule, so nostalgisch, wie früher. Sonst heiße Bretzeln oder so was, sie verkaufen geschmierte Brote, aber nicht mit Wurst und Käse, sondern eine grüne Creme, mit Luftblasen darin. Wir treffen Frank aus Braunschweig von früher mit einem Klapprad. Er strahlt mich an. Irgendeiner, ich glaube mein Mann oder Detlef kauft mir eine Schnitte, obwohl ich satt bin. Schmeckt wie man die Kinderschokolade anpreist sage ich. Fluffig mit deutlichen Luftblasen, aber wie Molekularküche. Als ich die Geschichte später an einer Tafel erzähle, schauen alle weg und keiner hört mir zu (das ist ungewöhnlich, erzähle ich nicht witzig?). Dann habe ich eine Wespe auf der Hand, die nicht abhaut. Habe Angst gebissen zu werden, die verwandelt sich in einen Vogel, heftige Paarung, die haben eine ganz andere Welt. Kommt ein anderer Vogel und hält sie fest und steckt ihr von hinten einen Stab rein, bis er vorne wieder rauskommt und tötet sie, weil sie fremdgegangen ist. Sie ist aber „oben“ quasi von der Stellung bei der Paarung her. Dann sind es Hunde und der andere, der „unten“ war legt das tote Tier zur Seite ab. Ich werde von diesen heftigen Sequenzen wach. Alptraum. Hängt es mit meinen Unterleibsproblemen zusammen? Packen für Weihnachten. Welches war noch mal der Blutungstee? Nehme einen TCM-Tee, die Luxusvariante für unterwegs. Lieber nehmen als wegschmeißen und probieren kann man es ja, ob es hilft.

Bringen Berner Sennenkalender, 3-D Karte und Mocca-Joghurt vorbei und kriegen Kekse aus der Weihnachtsbäckerei, die im vollen Gange ist. Die Besucher hatten einen Einbrecher, der eingestiegen ist, da war der Terrier ruhig, nur mich kläfft er an (wegen meiner Hütchens). Hunde haben echt keine Ahnung. 11 A, teils unlecker, wir bekommen Geschenke u.a. Fimoventilkappen Erdbeere und Ananas. Die sind irre gearbeitet von Markus Neffen, unglaublich, dass das außerhalb von Japan einer so kann. Es tut gut unsere Freunde mal wieder zu treffen. Ja, Silvester…..was soll man nur tun.

15.12. Ich habe jetzt Ananas am Rad und konnte das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Mal richtig gute Laune am Montag! Ich habe mich noch NIE so sehr über eine Raddeko gefreut! Der Hammer. Ich finde jeder sollte ein paar haben fange an mit den Bestellungen. Kleine Golfbälle für das Fixie von Sedric? Vielleicht kontraindiziert, aber da kommen sie wenigstens richtig zu Geltung.

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Elisabeth Taylor gibt wieder die Bankkarte ab. Der neue Vermieter fragte vor einigen Tagen, was sie für eine ist, solche Verrückten wolle er nicht haben, zieht den Handwerkern die im Treppenhaus arbeiten die Stecker raus und ruft was von Vergewaltigung, die Handwerker trauen sich nicht mehr hin (ja, das ist meine, denke ich mir und unerschrocken ist die), den Thermenmenschen schickt sie weg und er hat die Anfahrtkosten. Ich muss an Homesman denken bei seinen Schilderungen. Mit der früheren Vermieterin konnte sie gut. Die sei auch krank und würde nicht mal die Tür aufmachen, wenn er sie darum bittet, sagt ihm, deswegen habe sie das Haus verkauft um ihre Ruhe zu haben. Will ihn schon fragen, ob alle krank sind außer ihm und mir. Ich versuche sie zu beschwichtigen, aber die wollen, dass sie mit Sex bezahlt und das sieht sie nicht ein. Sie ist halt auf Krawall gebürstet, dann will sie die Anfahrt wieder selber zahlen, aber wovon? Das Geld ausgeben als sie die Kontokarte hatte, habe richtig Spaß gemacht (ihre Finanzen waren durch meine Einteilung konsolidiert), ob wir das im Sommer wieder machen könnten?

Sport unterrichtet eine Neue aus dem Kreis der Teilnehmerinnen, die ich mag. Eine Frau mit Ausstrahlung.

16.12. Nettes Telefonat mit der Kölner Freundin. Claudias Enkeltochter sieht aus wie das Baby aus Ice Age Teil II. Die Spielsüchtige kommt und holt das restliche Geld.

Nachmittags Anhörung der Türkin, nein, ich bin nicht damit einverstanden, dass die Gesundheitssorge rausgenommen wird. Erst als ich in den USA war, war Krise angesagt und nur klare Ansagen von mir haben geholfen. Das ist der wichtigste Aufgabenkreis und nicht stabil. Sie willigt ein und die blöde Richterin lässt es sich noch fünf Mal von ihr bestätigen

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Im Westen nichts Neues. Die letzte Lakritze im Gepäck.

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Zu viele Schüler, aber sonst cooles Splatter-Ballett. Der NP-Kritiker ist auch wieder da. Stalkt der uns oder wir ihn. Es werden durchsichtige Plastiküberzieher verteilt. Wird das ein Gwar-Konzert? Die Schauspieler sind großartig, der Hauptdarsteller hat Ähnlichkeiten mit Daniel Brühl und ein anderer sieht aus wie Brad Pitt, aber wirklich. Wenn sich da Theater in Hannover nicht lohnt. Großartige Inszenierung, die Texte des Buches und der ganze Irrwitz werden sehr einfach und wirkungsvoll in Szene gesetzt. Zum Schluss wird eine Runde kunstvoll gerutscht auf der ganzen Farbe. Den Applaus holen sie sich dann zum Teil in Adiletten ab. Das gefällt uns. Fange neues Handarbeitsprogramm an für den Zug.

17.12. Zuhause schon werde ich schon telefonisch penetriert. Die schwarze Frau steht nicht auf um ihre Spritze abzuholen (der allererste Termin nach 4 Monaten Krankenhaus) und der Termin kann angeblich nicht verschoben werden. Gut, ich konnte auch zum Tier werden, wenn mein Vater mir früher die Decke weggezogen hat um mich zu wecken. Ich sage Hilfeplanungstermin ab und will selber hin, die sind natürlich flexibel mit dem Spritzentermin in der Institutsambulanz und ich spreche die Ärztin. Dann schaffen sie es doch. Schriftsätze und Fristsachen. Irgendwie kein Bock auf die Büroweihnachtsfeier. Was habe ich von diesen Menschen, die Psychologin kommt später und will dann nicht alles auf einmal essen, wie letztes Jahr, das habe sie gestresst, ist also wieder extra kompliziert. Mein Rechner geht nicht und ich bin auf meinen Kollegen angewiesen, der auch im Stress ist. Die Kollegin aus Braunschweig blockiert nur den Besprechungsraum und man weiß nicht, was man sagen soll wenn ihre Mandanten anrufen, der Bürohund bellt unfreundlich, dafür kommt der nette Mann meiner Kollegin nicht….Das ist meine Jahresbilanz, alles scheiße? Habe ich eine Vorweihnachtsdepri? Das passiert doch sonst nur zwischen den Tagen? Eine Frist für Morgen fällt weg. Eon hatte meine Mandantin verklagt, die eher wie eine Betreute ist. Das Haus steht leer und sie kommt nicht rein, weil sie keinen Schlüssel hat. Jetzt hat sie auf einmal ein Guthaben und ich brauche mir keine Klageerwiderung aus den Rippen saugen, der Lichtblick des Tages. Wenn ich heute Abend anfange zu trinken, wird es böse enden. Gott schütze mich davor.

Schönes Weihnachten, endlich im Tropeano. Die Weine sind lecker, das Essen auch und Biagio ist so ein toller Gastgeber. Ich mag die ganze Mannschaft. Wir besprechen am Rande mal mit ihm nach Mailand oder Florenz zu fahren. Ich mag ihn und auch dem Büro bin ich wieder ein Stück näher gekommen. Ich habe etwas Dampf abgelassen und ehrlich meine Meinung gesagt (das hilft immer, nächstes Jahr gibt es keine Extrawürste und das bisschen Feldenkrais mache ich, Körperarbeit nach Grindberg), war verständnisvoll und Ratgeberin (Frau A., was halten Sie eigentlich von Eingliederungsvereinbarungen?“) und der Psychologe hat mir erklärt, warum die Betreuten alle auf mich hören und spuren. Es ist die Energie und Energielevel. Na ja, wusste ich schon, wie in der Hundeerziehung. Frau G. will mal mit ins Theater, weil ihr Mann keine Kultur mag. Sie hat uns alle gefahren im 7-Sitzer.

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Danach noch eine Runde mit dem Kollegen zum Loft mit Aussicht auf das Ihmezentrum. Da gibt es immer was zu sehen im Wimmelbuch gegenüber. Nazis haben neulich aus einer Wohnung Türken beleidigt. Keine gute Idee. Jetzt sind sie nicht mehr da, die Nazis. Zwei süße Katzen wohnen auch hier. Ich entwickel mich zum Katzentyp, vor allem wenn der Köter bei der Arbeit einen immer unfreundlich anbellt. Das ist geschäftsschädigend, freundschaftsruiniernd und von wegen gute Stimmung durch Tiere….

18.12. Ich habe geträumt, es gibt das leckerste Eis in Linden. Schlange stehen, Walderdbeere und Salzkaramel. Dann ist Christoph vom 11 A bei uns auf dem Sofa eingeschlafen. Ich mache die Klassikmusik leiser, obwohl sie ihn wohl nicht stört. Er wird wach und flucht. Hatte Durchfall, es ist ihm peinlich, er ist inkontinent und rollt sich aber ungeschickt auf unserem Sofa und in unseren Decken, dann der Teppich. Wie wird man das alles nur sauber bekommen. Er tut einem leid, aber man schimpft auch. Das macht eine andere Frau, die irgendwie auch ich sein soll. Seine Hose wollen wir nicht waschen, sondern ihm nur mitgeben in einer Plastiktüte.

Katalin hat uns geschrieben, dass es ihr sehr gut geht, weil sie eine süße Baby-Schildkröte in ihrem Adventskalender hatte. Sehr süß, der Brief mit Kinderschrift, den es zum Kaffee gibt.

Meine Buttons sind in der Schweiz angekommen.

Stephan geht heute Abend zu einer Lesung. Ich allein ins Lux? Treffe den Nachbarn und versuche ihn dort hin zu locken. Er scheint willig.

4 Paar neue Ventilkappen sind schon da. Die Auftragsarbeit mit den Ritterhelmen ist schon fertig, dabei hatte Katalin uns doch geschrieben. Die kleinen Helme sind perfekt geworden und sollen gleich in die Schweiz geschickt werden. Sie bekommt dann die Fliegenpilze, die auch schön geworden sind.

Rauchmelder, Therme tropft und macht Geräusche, Waschbecken verstopft. Meine Weinerliche hält mich auf Trapp und ich versuche ihren Vermieter bei Laune zu halten. Wir kommen um 16:30 Uhr in Nürnberg an und sind 17:30 mit den Jungs im Steichele verabredet. Damit versuche ich mich bei Laune zu halten. Alle Fristen abarbeiten, Kollegen noch mal schöne Fragen unten den Weihnachtsbaum legen, Ausweis abholen. Im Bürgeramt läuft schon Dauerberieselung mit Weihnachtshits aus dem Radio. Ich würde Hirnkrebs kriegen. Er ist so klein, dass er nicht mehr in sein Fach passt. Ich mochte den alten lieber, nicht nur weil ich besser aussah. Schlange in der Post bis zur vorderen Tür, dann doch Fax an die Post, warum das eine Betreuungskonto gesperrt ist. Vielleicht doch Silvester ins Tropenano und sich die Wampe vollschlagen statt Würste und Spieleabend? Das können wir eigentlich am besten. Meine Energie ist runter und ich bin gespannt wie ich den Abend überstehe und ob ich kneife oder nicht. Da überrasche ich mich mal selber. Meine Mama erzählt mir von Tierfutterbedarf und denkt an die Hundeverpflegung einkaufen. Sehr gut.

Der Sport bringt mich nach vorne. Umziehen, durch den Regen ins Lux, der Kreis der Erlesenen. Der Nachbar, die andere Kollegin, der vielbeschäftigte Koch. Dann haue ich mit Detlef du Stephan ab, bin hier nicht die Hauptperson und irgendwann hat es gereicht.

19.12. Schlafe gut, schöne Träume. Die Reisen mit Claudia und Kathrin. Die Abenteuer, die wir erleben, auf einem Plastikschlauchboot an Braunbären vorbei. Einen muss ich irgendwie töten, die Franzosen und das tolle Essen, geschmolzener Käse, die Kneipe in einer Gondelstation, die nette Inhaberin, interessanter Schmuck, der in einem künstlichen Korallenriff dekoriert ist. Noch mal schnell Marlis vom Flughafen abholen. Der Shuttlebus kommt nicht, meine Schwiegermutter dafür irgendwann mal schon mit ganz schlechter Laune. Werde wach und das Bett neben mir ist leer. Mein Mann trinkt schon Kaffee.

Schnell noch mal ins Büro, die allerletzten Sachen abwickeln. Geld einzahlen, Ableger für meine Mama, Daten für Überweisung an den neuen Vermieter, der die Verrückten los werden will. Klappt alles, Konto wieder frei, Thermenfirma kommt am 23.12. um 11 Uhr zu Frau Schwierig, medizinische Widerspruchsbegründung, die nicht angekommen ist wird noch mal verschickt. Den Hilfeplantermin, den ich abgesagt habe, hier kommt eine ganz liebe Weihnachtskarte meiner Betreuten, datiert auf den 24.12. Ich bedanke mich bei ihr und wir müssen uns auch mal wieder sehen im neuen Jahr, jetzt kann erst mal Weihnachten kommen.

Gerade hat Stephan die Spüle trocken gewischt und dann schütte ich den Inhalt meiner Trinkflasche darin aus. Nein, die Hose soll meine Mutter nicht nähen, die im Schritt aufgegangen ist, die will er zum Schneider bringen. Einen ganzen Briefkasten voller Weihnachtspost, vor allem aus Wien von Sunla eine grafisch schöne Karte und von Gela rieselnden Schnee und einen lustigen Text und dann von Alex einen so lieben Brief, dass sie das ganze Jahr Freude an meinem Kalender hatte und ihn umnützen/anbauen will und ein kleines Büchlein Unnützes Wienwissen (genau das richtige für die Zugfahrt) und ein Tipp Le Loft Bar/Restaurant mit Blick über die ganze Stadt.

Hobbies- Reisen durch Deutschland und kleine Hunde

17.11. Die Spielsüchtige ist nicht zur Therapievorstellung gefahren. Der neue Pflegedienst hatte auch angeboten sie mit dem Auto zu fahren. Umso wichtiger ist, dass die Helfer sich untereinander austauschen, damit wir nicht verarscht werden. Sie will es nicht, aber vielleicht extra um das zu verhindern. Die Wohnung sieht nicht so schlimm aus wie gedacht und die arbeiten auch langsam am Aufbau des Vertrauens.

Der Psychiater (Heimarzt), von dem Neuen, Robert De Niro auf Türkisch und Maßregelvollzug, hat mir aufs Band gesprochen. Er soll das Betreuungsgutachten schreiben und ärgert sich, dass die Institutsambulanz 1.555,- € pro Quartal kassiert. Ob ich wüsste was meiner gemacht hat. Am Tag der Entlassung aus dem Knast die nächste Frau vergewaltigt. Seine Opfer würden es vielleicht gut finden, wenn er abgeschoben würde in die Türkei und das sei dann so eine Art Neustart. Reiseunfähig sei er jedenfalls nicht und ich soll ihm bloß nichts versprechen. Ich sehe das anders und eher von einer grenzübergreifenden, feministischen Seite. In der Türkei leben auch Frauen und hier mit der engmaschigen Therapie besteht die Chance, dass er nicht rückfällig wird (weil trocken), außerdem hat das Gericht mich bestellt, damit ich mich für ihn einsetze und, dass er nicht Bonbons geklaut hat wusste ich auch vorher. Er war im Maßregelvollzug.

Namensänderung einer türkisch stämmigen Betreuten nach der Scheidung. Die Betreute die ihre Medis abgesetzt hat als wir in Kaliformieren waren kommt vorbei mit Blitzerfotos. Sie ist in der Zeit mehrfach über rote Ampeln gefahren mit dem Auto. Sie denkt, dass sie schon bezahlt hat, hat sie dann doch nicht. Führerschein 1 Monat weg. Sie hat wirklich schwere Gedächtnislücken aus der Zeit der erneuten Erkrankung.

Herr Borderline kommt und hat Unterlassungsverfügung der Nachbarin, die sich vor ihm fürchtet. Ist noch nicht erlassen. War der Richterin zu dünn, der Sachverhalt. Er hat ihr ein kaputtes Feuerzeug vor die Füße geworfen, was auf seine Türschwelle „hindekoriert“ war (so hat er es zumindest empfunden) nachdem sie die Treppenhausreinigung gemacht hat und gefragt, ob sie ihn provozieren wolle. Das ist weder Körperverletzung noch Bedrohung, aber angeblich lebt das ganze Haus in Angst und Schrecken vor ihm. Er hat jetzt auch eine Glatze um seine Gefährlichkeit zu unterstreichen. Die Frisur trägt er schon immer.

Ein Mandant von früher aus Linden. Die Zeitarbeitsfirma hat ihm nachträglich 600,- € pro Monat für den Dienstwagen abgezogen. Das war nicht vereinbart, jetzt Aufhebungsvertrag und Beratungsschein.

Manchmal denke ich, dass ich meinen Mann gar nicht gut kenne, mir liegt das Herz auf der Zunge und er, Brief mit sieben Siegeln.

18.11. Nach dem Actionfilm. Mein Partner ist in einen Schmetterling verwandelt worden von einem Gegner, der ihn mit einer Spezialzauberwaffe beschlossen hat, er wollte ihn größer machen und hat ihn kleiner gemacht So konnte er sich verstecken und den weiteren Schüssen entgehen und hat mehrere Jahre so verbracht bis der Zauber gebrochen war. Es geht um Zauberkräfte und Science Fiction, irgendwie Matrix. Wir treffen den anderen und beide müssen ihrer Bestimmung zugeführt werden, d.h. wir müssen ihn aufklären, wer er in Wirklichkeit ist. Da er Frau und Kinder hat und die Frau sehr spießig und kommt gleich mit als wir mit ihm spazieren gehen wollen, muss ich sie ablenken. Ich will meinen gehen lassen. Dann Schwimmbad und gleich schließe ich mich vertrauensvoll einem neuen Mann an. Ein hässlicher, kleiner Mexikaner und ich habe Hingabe nicht verlernt und kann es offenbar problemlos in der nächsten Beziehung abrufen. Wir spielen im Wasser ein Spiel an einem Tisch sitzend. Bewegung mit den Händen, wie beim Tanzen gestern und dazu was singen. Den Text versteh ich nicht ganz, spreche ihn einigermaßen mit (wie auf der Demo fällt mir im nach hinein ein. Alepo, alepo Antifaschista. Ich verstehe immer nur das Hauptwort. Ach ja, das muss italienisch sein. Arreta oder Alerta). Dann muss man was aus Abfall basteln, kleine Zahnstocher und Plastikspieße und das macht mir besonders Spaß und meines, ein Haufen, der aussieht wie eine Hütte und einen kleinen Korb habe ich gebastelt, der vor der Tür steht, ist mir besonders gut gelungen und ich bin ganz stolz darauf und fasziniert, während die anderen zur Tagesordnung übergeben wollen. Ich wache auf und überlege, was mir dieser Traum über mich selber sagen wollte oder will.

Zuhause weitere Garderobe für Jasmin. Dass die Linken in Nazimanier Leute überfallen haben ist das Letzte, wenn es so war. Das sind genau solche Hooligans wie die, die sie angeblich bekämpfen. Schande. Sozialarbeiterin aus der Peiner Straße ruft an. Es gibt nur die Einrichtungen, die ich schon kenne. Die 3 von Step und Haus am Seelberg, Haus Meerblick (im Wald, deprimierend, für Alkoholiker, die nichts mehr erwarten vom Leben) und irgendwas Heidehaus, ist weit weg. Die Bilanz ist und bleibt deprimierend.

Ich würde gerne mal Schwarzwurzeln machen. Meine Betreute schleicht auf dem Markt herum, sieht mich aber nicht. Sie kommt immer zu früh und wartet schon auf mich mit einem anderen zusammen der gar keinen Termin hatte. Ich bin genervt.

Der Kollege aus dem Siloah ist wieder zuhause. Er ist eingebunden. Ich wollte nicht weiter nerven. Muss ich ihm wohl die Sachen zuschicken, jetzt wo es nicht geklappt hat mit einem weiteren Krankenhausbesuch mit einem Essen takeaway. Poster des menschlichen Körpers für Kinder für einen Spind und den Stift von Ai Wei Wei auf Alcatraz.

Googele nach Einwohnermeldeamt und überlege dann, warum weiter Geld investieren, wenn die Forderung eh verkauft werden soll. Telefonat mit dem Kollegen. Den Titel schickt er mir. Mein Betreuter will die Forderung verkaufen. Der Einbruch, wo das Gericht die Beute an den Einbrecher in Polen ausgezahlt hat. Irgendwie war der Kollege auch dämlich und fängt gleich ganz komisch an sich zu rechtfertigen. Er bekommt ein Fax. Er bestätigt mich in dem Telefonat, dass irgendwas nicht richtig gelaufen ist. Jetzt soll er mal eine Lösung anbieten.

Von der Alkoholikerin Hund ist tot, sie wurde von der Polizei informiert und hat gesagt, sie wolle den nicht in tot sehen, die haben ihn dann verbuddelt. Rufe bei der Polizei in Lahe an. Hund ist tot auf dem Gelände der Polizei Lahe aufgefunden worden im Gebüsch. Keiner weiß was bei der Polizei. Man habe sich unterhalten, dass Giszmo tot im Gebüsch liegt. Wann das war, keine Ahnung, sie vergraben keine Hunde und waren angeblich nicht bei ihr zuhause, sonst gäbe es einen Vorgang. Die mauern und im Computer gibt es nichts. Das habe ich verstanden, schon beim ersten Mal als es gesagt wurde, aber es waren ja Menschen beteiligt und mit denen will ich sprechen. Sie sitzt hier nur am Empfang und macht die Telefonate. Ich soll beim Veterinäramt anrufen. Das Veterinäramt holt keine Hundekadaver ab. Komischer Fall. Da muss ich dran bleiben. Später stellt sich heraus, dass die Polizistin am Vortag bei ihr Zuhause war. Sie hatte mit Suizid gedroht und wurde in die MHH eingewiesen. Da sei versehentlich kein Eintrag gemacht worden von den Kollegen. Sie würde das nachholen.

Die Sozialarbeiterin in Wunstorf erzählt, ich sei Betreuerin eines Mannes, dessen Namen ich noch nie gehört habe.

Klage gegen eine Betreute auf Anwaltsgebühren als ich schon bestellt war, wurde eine Kündigung des Vermieters noch mal von einer Anwältin ausgesprochen (die reinste Gebührenschneiderei und ich hab mich viel darüber geärgert, eine Hausverwaltung, die keine Eier in der Hose hatte, dafür sollen sie selber zahlen). Das wird spannend. Termin zur mündlichen Verhandlung ist schon am 10.12.

19.11. Meine Eltern rufen morgens an um mir mitzuteilen, dass sie keine Weihnachtsgeschenke haben. Backen genügt. Mein Paps wünscht sich Seife von Lush. Hat einen unheimlichen Bedarf. Süß. Treffe morgens Andrea, die strahlend aussieht. Wenn Kurzhaarfrisur mal ansteht, dann so eine. Muss sie mal fragen, wo sie war. Ganz in braun. In diesen Tönen hat sie mir auch eine selbstgenähte Jacke vermacht. Will sie die vielleicht wieder? Frau Schwierig macht nicht auf. Hier ist ein interessanter Friedhof, Nähe Döhrener Turm, den ich mir mal genauer anschauen muss, bei Gelegenheit.

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Hilfeplanung Peiner Straße. Wir warten. Ich lese billige Modehefte, die dort ausliegen und so grandiose Weisheiten enthalten wie die Feststellung, dass früher dünne Strickschals spießig waren. Wie kann ein Kleidungsstück und dann auch noch ein solches per se spießig sein? Der Westi der Abteilung lässt sich blicken und mein Betreuten und ich schauen ihm interessiert nach. Andere Hilfen bringen nichts, die Bekannten, die er hat haben keine Ahnung. Da muss Frau A. her. Die leichte Post mache er selber. Das schwierige geht zu mir. Am Ende als das Protokoll geschrieben wird, stelle ich fest, ich habe die gleichen Hobbys wie mein Betreuter durch Deutschland reisen (er mit seinem Merkzeichen „G“ umsonst) und kleine Hunde. Zwischendrin klingelt mein Handy. Frage nach einer neuen Betreuung. Wie viele führe ich im Moment. Oh, das sind zu viele, dann sind es vielleicht doch nur soundso viel. Sie will mich missverstehen. Herrlich. Früh in die Rathausmensa und ich denke noch, das ist ja wohl ein geiles Gerücht, was früher gestreut wurde mit erst ab einer bestimmten Uhrzeit. Nein, Razzia. Die Frau fragt nach meinem Dienstausweis der Stadt Hannover und lässt mich abfahren, dann doch neues Federbett kaufen, da wo Ausverkauf ist. Stephan liegt Probe und ich frage die Verkäuferin nach der Herkunft der Daunen. Sie erzählt was ich hören will. Kanadische Wildgänse, dann als ich sage, steht aber Ungarn auf dem Zertifikat, keine Lebendzupfung, nur Schlachtvieh, aber ganz altes. Alte, freilebende Gänse, die ihre Daumen freiwillig gespendet haben. Ich verstehe. Wie dem auch sei, wir haben ein warmes Bett. Ich esse ja auch Foie Gras und das alte war einfach undicht.

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Zum Essen dann zurück in die Kantine, zu voll, kein Durchkommen mit dem Tablett. Zum Kaffee gibt es Agadio von der Holländischen Kakaostube, schön dekadent. Ich habe den Laden neu entdeckt.

Ich soll Unterlagen um 8 Uhr abgeben beim Jobcenter. Bei der vom Beschwerdemanagement lasse ich meinen Frust ab. Wohl kaum. Rege mich auf. In meiner Sache werde ich den Vorbetreuer belangen müssen, wenn ich das nicht wieder „so“, d.h. mit viel Energie und Drohungen den Ämtern gegenüber hingebogen bekomme.

Jazzclub, hat um 8 nach halb schon angefangen. Ich bin genervt. Stephan besorgt mit Schnittchen. Katze bekommt nur noch hier ihr Futter, damit sie sich an die Geräuschkulisse gewöhnt. Schlimme Männer, die auf ihren Sitzplätzen hocken und meckern, wenn man ihnen die Sicht versperrt. Sind wir in der Oper oder was? Dann dürfen die nur so viele Karten verkaufen, wie Sitzplätze vorhanden sind. Frauen haben sie erst in den 70ern in den Jazz-Club reingelassen. Die sollen sich am Dresscode ihrer Idole ein Beispiel nehmen, so scheiße wie die aussehen und ich kann schön sexistisch sein und auf die schwarzen Musiker bezogen sagen, gut aussehen tun sie ja und gut angezogen sind sie auch. Die Jungs, die echt Talent haben, sollen mal was anderes spielen nach der Pause. Schlagzeug mit Blechschere ausgeschnittene Spirale wie Mobilé, Bass ganz abgegrabbelt, so sehr liebt der Typ sein Instrument und wie kann man das nur spielen. Das muss doch weh tun. Ich will mich mit Lehrern vor der Tür schlagen oder eine Flasche abbrechen und ihnen über den Schädel ziehen. Gewaltphantasien nach einem Glas Weißwein. Alle Brötchen durchprobiert.

20.11.Traum: Gruppenreise in die Schweiz, wir wollen Claudia treffen, wechseln aber das Café zu dem auf der anderen Seite. Hier gibt es eine Semifredo in grün, was so ähnlich wie Sushi heißt, eine Abwandlung und Eigenkreation. Scheiben werden abgeschnitten, sehr lecker. Ich lasse mich ablenken und sollte doch schauen, ob sie vorbeiläuft. Laufe nach vorne, dann muss ich doch anrufen. Sie trinkt drüben noch einen Kaffee. Die Bedienung fragt mich, ob ich Franziska sei. Sie kennt mich von den Erzählungen meines Bruders. Ich überlege, ob ich mit dem abwaschbaren Stift eine Nachricht auf dem Spiegel hinterlassen soll, tue es aber nicht. Claudia setzt sich zu uns. Da sitzt eine ältere Frau. Wir kommentieren die s/w Fotos, die an der Wand hängen, es soll Architektur aus der Schweiz sein, dreieckige Dächer, die aussehen wie ein S-Bahn Depot, sehr modern. Hier sieht es überall gleich aus sage ich. Claudia baut einen Joint in dem Café und die ältere Frau fragt sie, ob das Afghane sei und Claudia „jetzt nicht mehr“. Im Vorraum beim Gehen Christian aus Fürth mit einer großen Gruppe Schwuler. Die Trampel in der Dorfdisko hätten geglotzt als sie mich tanzen sahen. Wir müssen weiter, wünschen einen schönen Tag. Vor der Tür wird gebacken und wir bekommen 3 kleine Madelaines geschenkt. Claudia hat sonst 5,- € dafür gezahlt. Sie sind noch ganz heiß. Ich sage, Du bist eben schon Stammkundin. Wir sehen, wie ein Typ einen Hund am Rad zieht, der nicht mit will und die Zähne zeigt. Dann verstehe ich warum. Es ist ein Muttertier und die Welpen kommen nicht so schnell mit. Der Vater ist auch zu erkennen an den Flecken. Die Welpen sind eine Mischung aus beiden. Sie müssen einer Kuh ausweichen. Dann hält der Typ und macht mit Brennholz ein Feuer. Ich kapiere, dass er die Welpen da rein schmeißen will und flippe aus, halte mir die Ohren zu, damit ich das nicht hören muss und will verzweifelt Hilfe holen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass man das in der Schweiz darf. Ich werde davon wach von dem Alptraum. Es muss sehr früher Morgen sein. Schlaf noch mal und bin dann um 8 Uhr wie gerädert.

Lauter Anrufe zuhause. Vor allem die Vorbetreuer, die ich angeschrieben habe, weil er zeitweise nicht krankenversichert war und Schulden aufgebaut hat reagieren sehr nervös auf meine Nachfragen per Fax. Der eine rechtfertigt sich und will mir alles am Telefon erklären. Er soll einfach auf mein Schreiben antworten.

Telefoniere mit meiner Schwiegermutter, ihre Zwillingsschwester geht es sehr schlecht. Jahrelang wollte sie nicht zum Arzt und hat nicht mit sich reden lassen, jetzt Intensivstation.

Stadtwerke und meine Aggression. Es kostet viel Kraft, aber schlussendlich sind auch die Kosten für den Kassierer ausgebucht.

Saxophonist, der mit DJ Paul aufgetreten ist (angeheirateter Verwandter). Der Bachelor hat nur so getan als sei er DJ, war alles Lego. Hat seine Gage nicht bekommen, schlechte Beweislage, soll zum Kollegen. Kann mich da nicht reinhängen, auch wenn’s Verwandtschaft ist. Tipps. Kurzes Fax mit Eckdaten, wenn man die nicht kennt, sich nicht verarschen lassen von Leuten, die den Wendler und das ganze Kruppzeug unter Vertrag haben.

Kein Sport, keine Kestnervernissage und erst Recht kein Sprengelkino, Maria Abramovic hätte auf dem Programm gestanden, lange arbeiten und dann nach Hause. Ich bin müde. Koche die Petersilienwurzeln während ich meine Schwiegermutter am Telefon habe. Ihre Schwester ist an der Dialyse, erkennt aber die Familienmitglieder. Sie sagt, sie habe sich aufgegeben, ihre Freundin Else sagt, man solle sie gehen lassen, sie habe abgeschlossen und Dieter sagt auf NDR kommt ein Bericht über San Francisco. Stephan kommt nach Hause. Es war wohl langweilig, in der 1. Etage hat ein Typ was aus Klorollen gebaut. Wir bleiben etwas hängen an einem Bericht über Pornostars, die einen Tantrakurs besuchen und das alles zu intim finden. Wir sind uns beide einig, dass die sich was vormachen angeblich die abgebrühten Säue, die sich sofort nackt ausziehen, wenn sie eine Kamera sehen, halten sich auf einmal mit dem Handtuch bedeckt, weil sie in einem Raum mit lauter nackten Menschen sind. Die operierten Frauenkörper finde ich ganz schlimm, wie in einem Horrorfilm, benutzt jemand ihre Körper um damit Drogen zu schmuggeln oder was sind das für Implantate und die Lippen sehen aus wie nach einem Allergieschub. Schlimm.

21.11. Morgens betätige ich die Heißklebe. Eine alte Barbie-Punk-Handtasche soll auch mit nach Essen. Ich habe einen Koffer voller Sachen, die ich Jasmin anbieten will.

Hauptgewinn in Sachen Schwerbehindertenantrag 100% und Merkzeichen „G“, „aG“, und „B“. Freie Fahrt mit Öffis mit Begleitperson, Mobi-Hilfe für Taxifahrten, frei zu verwendendes Geld, mehr Grundsicherung.

Frau Borderline hat Termin bei mir. Will ihre Kinder nicht mehr sehen, weil das sie stresst und ihre Gesundheit wichtiger ist. So egozentrisch und was man die Kindern damit antut und schlussendlich ist es nur die eigene Krankheit und man kann es nicht einsehen, sondern schiebt die Verantwortung auf Minderjährige. Erbärmlich. Sie will zu ihrem Freund ins Ruhrgebiet ziehen. Soll sie machen. Ich unterstütze das und stelle sofort einen Antrag auf Umzugskosten. Das macht ihr Angst, dass ich das gleich anbiete, aber ich bin echt nicht traurig, wenn ich die nicht mehr habe.

Stephan erklärt mir in der S-Bahn zum Zug, dass dieses Wochenende wieder lustige Demos in Hannover seien, die wir dann verpassen würden. Homophobe würde demonstrieren und die Stadt Hannover hat das Steintor deswegen mit Regenbodenfarben versehen, als Beflaggung. Die sollen sich diese riesige Maschine aus San Francisco besorgen, die Regenbogenfußgängerüberwege auf die Straße aufträgt. Die ist vielleicht toll!

Im Zug merke ich erneut was dieses Strickprojekt für eine Sträflingsarbeit sein wird. Es ist teurer als gekauft, das ist egal, aber da steckt tageweise Arbeit drin und dann findet sie es doof und benutzt es zwei Mal. Das wird leicht unterschätzt von Leuten, die nicht selber stricken. Ich finde auch noch einen kleinen Fehler, eine linke Masche. Wie kann das passieren, wenn man nur rechts strickt, ich weiß es, durch das Aufheben einer Masche. Ich trenne auf und kriege richtig schlechte Laune. Das ist jetzt ein Totalfiasko, Wolle verheddert und ich bekomme die Maschen nicht mehr aufgehoben bzw. aus einem Fehler werden so bestimmt 20 neue, wenn ich es überhaupt hinbekomme. Es wird dunkel im Kinderabteil. Im Bahnmagazin steht, dass wir die Weihnachtsmärkte lieben, also wir nicht. Ich habe heute im Büro noch gesagt, dass ich auf meinen Anteil am Lebkuchenweihnachtskalender verzichte. Das wird mühsam zwischen allen geteilt und es gibt einen Plan. Wer einmal in Nürnberg einen frischen Kuhfladenlebkuchen probiert hat, saftig, frisch mit all den Gewürzen, will den Bahlsenverschnitt nicht mehr, den sie verschicken. Es wird außerdem im Magazin für gefüllte Klorollen geworben. Innen ist auch Klopapier und der Hohlraum wird auch genutzt (?), aber dann kann man gar nicht mehr lustige Kitabastelarbeiten machen oder was Neues fürs Museum. Die neue Mitarbeiterin meines Kollegen bestellt Klopapier bei Rossmann für 5,- € Porto statt auf dem Weg zur Arbeit welches zu holen.

So, jetzt Wolle gleich am Bahnsteig entsorgen oder ist es eine karmische Aufgabe? Jasmin holt uns ab. Sie ist mit dem Fahrrad unterwegs, etwas Bus fahren (da kommt man gleich in Kontakt mit den Einheimischen), den Berg hoch laufen. Sie erzählt von dem chauvinistischen Chef, der den Kolleginnen vorschreibt, dass alle total wie aus dem Ei gepellt aussehen sollen, nur schwarz anziehen und High heels. Das hilft bestimmt, wenn es um Sachthemen und wichtige Entscheidungen für die Firma geht! Dass es so viel Dämlichkeit auch unter Akademikern gibt!! Aber klar, zeigt nur, wie die gestrickt sind. Ich mache das Gestrickte wieder auf und Stephan muss bei dem lockigen Wollknäuel helfen, es wieder aufzuwickeln und die Knoten zu entfernen und ich merke, dass ich meine Kosmetiktasche im Zug habe liegen lassen mit Medikamenten und Schminke darin. Den Weleda-Stift aus Mailand. Das macht mir immer total schlechte Laune wegen des Kontrollverlustes denke ich hauptsächlich. Ich mache das Gestickte ganz auf und merke die Hoffnungslosigkeit des Unterfanges. Es waren 6 cm von 80. Marc kommt vom Tennis. Sie waren bei Aldi-Süd, direkt neben der Tennishalle, die ich kenne, wo es Sticker und ein Album dazu gibt. Der Babysitter kommt, wir fahren ins Residence. Heute mal rechts am Empfang vorbei und die Treppe hoch. In dem roten Raum haben wir noch nie gesehen. 2 x Menü opulent und 2 x da Japanische.

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Der junge Kellner fragt uns immer ob es noch etwas Leitungswasser sein darf und neigt dabei die Karaffe als sei es ein edler Tropfen. Ich nehme auch Weinbegleitung. Zuhause geht Jasmin schlafen und wir unterhalten uns noch mit Marc.

22.11. Schlafe gut. Werde wach und denke sofort an meinen Lippenstift und beschließe das Strickprojekt aufzugeben. Das war ein guter Entschluss. Ich werde eine schöne und werthaltige Babydecke kaufen und die wird ihr auch viel besser gefallen und mir fällt eine Last von den Schultern. Ich merke sofort, dass es die richtige Entscheidung war. Einen Abnehmer für die Wolle werde ich auch noch finden. Kalinka oder die im Heim meiner Schwester. Die können Wolle auch immer gut gebrauchen. Vielleicht stricke ich vorher noch ein paar Babysocken. Das ist kleiner und geht schneller. Auch wenn ich es noch nie gemacht habe, müsste es doch machbar sein. Jasmin packt die Geschenke aus. Sie hat rote Sportschuhe bekommen, vom Nachbarn, wie Leander total niedlich anmerkt (dieser hat wohl das Paket abgegeben). Ich sage, der will was von Dir, wenn er Dir rote Schuhe schenkt. Meine bebastelte Tasche mit den Barbie-Fotos und den Plastiksachen gefällt ihr und den Kids auch und ich werte sie als Geschenk. Dann noch den Kalender 2015, sowie ein Brettchen in Brotscheibenform und ein Tuch mit orientalischem Muster. Die Kinder überreichen selbstgemalte Bilder mit Glückwünsche (der jüngere Bruder hat das Motiv des Älteren übernommen) und wollen dann als nächstes wissen, welches Geschenk sie auspacken dürfen von den 3 oder 4, die vorhanden sind. Jasmin ist sehr langmütig und sie packen alles zusammen aus und schauen es sich an.

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Wir fahren mit Marc zum Fußball nach Heisenberg. Ich nenne den Stadtteil – leicht falsch und in Anleihung an Breaking Bad.

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Die Kinder spielen Fußball im Käfig, weil die Erwachsenen ein Spiel mit Elfmeterschießen austragen und den Platz belegen. Ich finde, dass man so viel besser zuschauen kann. Wir haben Elmar, einen bunten Stoffelefanten, das Klassentier von Leander dabei und ich mache Fotos für den Tagebucheintrag und entwickele einen leichten Ehrgeiz. Stephan hat die tolle Idee das Bild zu machen: Elmar trifft andere Maskottchen am Spielfeldrand.

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Es gibt immer wieder Waffeln und Kaffee aus dem Becher. Ich mache die Fotos gerne mit mir und Elmar und dann Elmar alleine.

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Die Kinder sind noch sehr jung und zum Teil kämpfen sie mit Spielern aus der eigenen Mannschaft um den Ball oder der Torwart steht mit dem Ball hinter der Linie im Tor. Die Zuschauer, überwiegend Männer sind spaßfrei und man bekommt halt mit, wie viele in der Republik wohl ihren Samstag so verbringen. Wer hier 20,- € Standgebühr für einen Flohmarkt mit 2 Ständen und kaum Publikum bezahlt hat, wird sich ärgern.

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Als es vorbei ist fahren wir zum nächsten Vereinsheim, wo der große Bruder spielt gegen die gelbe Mannschaft von RWE- sie sind mit einem grünen Deichmann „D“ bestückt. Hier sind ehrgeizige Väter am Spielfeldrand, die sich richtig reinsteigern und ärgern. Das Vereinsheim und die Schilder…ohne Worte.

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Danach gibt es eine bunte Tüte und dann fahren wir zum Brückengrill und die Kinder essen Pommes und Curry-Wurst. Jasmin kommt vom Friseur. Stephan und ich drucken vorher Fotos bei DM aus und ich bin begeistert, wie gut das funktioniert. Stephan holt eine Pizza von La Tombola aus dem Pizza-Ofen. Sehr lecker und man spielt um die Bezahlung, d.h. wenn man eine 90 zieht, dann muss man nicht zahlen. Marc muss jetzt zum Tennis und wir wollten uns das Aldi-Süd Sortiment ansehen, bleiben aber lieber da und schonen die Kräfte. Jasmin nimmt zum Teil meine Klamotten u.a. das bodenlange schwarze Seidenkleid, was mich sehr freut und 2 Blazer, einen roten, alten und einen grauen, der mit Spitzen und einem Reissack verziert ist. Stephan schläft und ich schieße Tore mit Leander und lerne, wie die Spieler von 96 heißen. Der Torwart heißt wie ein Stürmer mit Künstlernamen, Zieler. Ich mache mich klein und gehe auf die Knie und sage Bambini F Mannschaft und schieße mit dem Knie. Leander kriegt sich nicht mehr ein vor Lachen. Jasmin räumt unermüdlich die Wohnung auf, spült und hat dabei beste Laune. Die Jungs kämpfen, wobei die Aggression immer von dem jüngeren Geschwister ausgeht und der Langmut von Valentin schon bewundernswert ist. Der Kleine springt ihn an und tritt nach ihm und will ständig kämpfen und tollen. Ich denke, dass wird mit einer Platzwunde enden. Es fließt aber kein Blut, nur ein Bilderrahmen geht zu Bruch und das war auch noch Stephan. Der Catering-Dienst bringt das Fingerfood auf vielen kleinen Teller und Schälchen und wir machen uns darüber her. Die Tochter der Schwester in der Pubertät habe ich das letzte Mal vor 8 Jahren gesehen. Ich kann sie gleich familiär zuordnen. Sie will Architektin werden und überlegt schon immer was man im Garten bauen kann für die Kaninchen. Eine Schmuckdesignerfreundin aus Hannover, die in Ida-Oberstein wohnt ist auch da. Die 7-jährige Tochter einer Essener Freundin hat Jasmin Haarschmuck gebastelt mit Draht und Nagellack. Sehr originell, der Nagellack wie Tauchlack eingesetzt. Der Mann und der große, aufgeregte Hund kommen später noch kurz vorbei. Jasmins Schwager ist in Wien um dort einen schlecht erzogenen Hund einer anderen Schwester bzw. von deren Familie abzuholen und das habe ich ehrlich gesagt schon im Juli gedacht, Wahnsinn, dieser rotzfreche Riesenwelpe, da werden sie noch Spaß mit haben. Ich trinke viel Sekt, zu viel vielleicht. Später unterhalte ich mich mit einer forschen Frau, die RWE-schwarz trägt und die ursprünglich aus Wolfsburg kommt und der Mann ist Richter am OLG und hat einen guten Humor, in der Woche bekommt er 2 Emails (wenn er 3 Wochen im Urlaub war und wiederkommt hat er 5 Emails im Postfach), Sitzungstag haben sie nur alle 3 Wochen, dafür geht er 3 mal die Woche mit dem Vorsitzenden Kaffee trinken, aber juristische Themen sind dabei tabu. Er schiebt eine ruhige Kugel und muss Überflieger sein und es sei nichts für Leute, die viel menschlichen Austausch benötigen. Er kann viel trinken und leert erst den Rotwein und steigt dann noch mal auf Bier um. Der Typ gefällt mir (die Frau beäugt mich misstrauisch). Unterm Strich geht es mir so geht wie Marc, unserem Trauzeugen, dass ich irgendwie denke, diese Leute sind nicht meine Kragenweite und ich glaube, ich würde hier nicht reinpassen. Wie die Eltern am Spielfeldrand mich anschauen, ist Valentin schon aufgefallen und wie Marc regt mich der Personenindividualverkehr auf. Die Innenstadt von Werden ist durchzogen von einer Autostraße auf der der Verkehr nie still steht und man hat als Fußgänger Schwierigkeiten über die Straße zu kommen. Marc regt sich über Porsche Cayenne Fahrer auf, die einen Grünen Aufkleber am Auto haben (Witz: Unterschied zum FDP-Wähler, die halten mit dem Porsche-Cayenne auf dem Weg in die Waldorfschule noch beim Öko-Bäcker) und die Theorien über Weltwirtschaft und keiner der Gäste versteht ihn. Wer auf einem endlichen Planeten an unendliches Wachstum glaubt ist entweder geisteskrank oder hat VWL studiert oder wie was das? Um 3 Uhr gehen wir ins Bett.

23.11. Ich schlafe gut und werde wach kurz bevor die Kinderstimmen ertönen. Leander kommt hoch und will, dass „Steffi“ wach wird. Dann will er mit uns kuscheln, wir überlegen ob Ice Age 3 oder schon 4 Teile hat und ein Faultier hat 2 Arme und 2 Beine und nicht 4 Füße, wie Leander uns weiß machen will und dann will er wissen, warum Stephans Zähne Gelb sind und ob wir uns auf den Mund küssen und das wird mit „iiiihh“ kommentiert und ob wir uns lieb haben. In der zweiten Runde holt er einen Schulranzen und macht Hausaufgaben. Ich finde, dass er die Aufgaben total gut versteht und löst. Es macht Spaß das zu begleiten. Er soll Namen mit verschiedenen Buchstaben eintragen und bei „N“ schreibt er Nils und fragt mich was da steht. Ich verstehe es erst nicht und denke, kann der schon schreiben aber noch nicht lesen. Dann sehe ich, dass man die Namen von Namensschildern auf einem Bild übertragen soll. Ich will nach unten gehen, damit wir weniger Lärm machen, aber Marc liegt angezogen auf dem Sofa und die Spuren der vergangenen Nacht sind ihm deutlich anzumerken. Wir gehen wieder hoch. Später legt sich Marc noch ins Bett und ich spiele mit Leander ein kleines Lego-Starwars-Spiel mit winzigen Figuren, einem Zauberer und den Bösen. Die Spielregeln und auch das Spiel selber sind schwachsinnig, aber er mag es und das ist ja die Hauptsache. Die Schmuckfreundin hilft beim Geschirr und reist dann ab. Jasmin bügelt die Business-Garderobe, Leander spielt mit ihrem neuen Rimova-Koffer und wir chillen alle zusammen. Tee, Kaffee, Nutella-Baguette, später Vanille-Kipferl und Pralinen. Sonst würden wir spazieren gehen, aber heute passt es nicht. Leander erklärt uns auch, dass er erschossen ist und heute sportfrei. Die Phase hält nicht lange an, dann ist wieder das Gegenteil gefordert. Leander interessiert sich für Lebensmittel und Kochen und hat die tollsten Attrappen, mit denen ich natürlich auch Fotos machen muss.

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Wir unterhalten uns mit Jasmin und später mit Marc, die Junges verabreden sich zum Spielen und Marc fährt uns zum Bahnhof. Beim Abschied denken wir darüber nach uns mal im Barreis zu treffen und wir finden die Idee total gut. Zusammen mit den Kindern da mal abzusteigen. Mit meinem Bruder geht es leider nicht, aber hier besteht Interesse und es würde gut passen. Jasmin wird um 10 vor 6 vom Fahrer abgeholt und fliegt dann nach London für die nächsten 3 Wochen und am Wochenende immer nach Hause. Sie wollen das erste Mal seit 15 Jahren Weihnachten bei sich Zuhause verbringen und nicht bei Marcs Schwiegerfamilie in Hannover und die Kinder finden es total gut und freuen sich sehr darauf. Ich muss unbedingt zu Weihnachten ein Paket schicken. Leander liebt die Vanillekipferl und dann noch ein weiteres kleines Starwars Würfelspiel, hier kann man nämlich anbauen. Für Valentin muss ich mir noch was Besonderes überlegen. Irgendwelche coolen Schuhe. Er ist markenbewusst und Marc nennt ihn materialistisch. Ich finde, er ist einfach der tollste große Bruder der Welt und ich liebe ihn sehr. Auch die lange Freundschaft zu den Eltern ist was Besonderes und mir sehr wichtig.

Das einzig Nervige am Zugfahren sind die Mitreisenden, die behaupten Sitzplätze wären belegt und der Fahrgast taucht aber nie auf die ganze Fahrt über und die sich beschweren, dass ich zu laut tippe. Ich bin wohl auch etwas dünnhäutig.

24.11. Geschlafen wie ein Stein.

Meine Betreute, die sich nicht meldet, macht schon wieder nicht auf. Hilfeplanung in meiner neuen Sache läuft super. Soll länger in der Klinik bleiben um ihn zu stabilisieren und sich auf ein anderes Präparat statt Diazepam einstellen zu lassen, nicht wieder Probleme verschieben in die Therapie für die das Krankenhaus zuständig ist und die vor allem in die Pflicht nehmen. Er versteht es nicht. Ich sage, die meinen es gut mit ihm und lasse die deutlichen Hinweise der Regionsärztin für die Klinik ins Protokoll aufnehmen. Wenn es so weit ist genügt ein Anruf. Lego-Laden hat zu. Probiere den indischen Imbiss. Ich habe Flecken auf dem Wollkleid, finde aber gut Gehäkeltes im Fairkaufhaus (Puppenponcho) für ein passendes Hütchen und das Kind aus Hamburg. So originell und nur 2,- €. Man muss auch gut kaufen können.

Nachmittags ein Betreuter den ich selten sehe. Wir müssen Deutschlandradio verklagen, die Idioten. Freitag gibt es Käsefondue in Zürich, wenn das keine guten Aussichten sind!? Ich schreibe meiner Schwägerin, die den Tisch organisiert hat: “Du bist super, wollte ich auch noch mal sagen und: lass uns in flüssigem, warmem Käse baden! (statt Jacuzzi)“.

Email-Fach so voll, dass man nicht löschen kann!? Wenn mein Kollege nicht so tolerant wäre, wäre es noch schlimmer. Ich bin immer eine richtige Zicke.

Abends eine Runde tanzen. Ich und die Choreo, das ist so eine Sache.

Oper in Nürnberg buchen am 19.12. Calixto inszeniert mit einem großen Chor. Das ist unwiderstehlich. Wir brauchen Sitter für Suki oder ein tolerantes Hotel. Da ist schon viel ausgebucht. Unser Hotel der letzten 2 Male, Victoria, geht leider nicht.

25.11. Die türkische Betreute kommt ohne Termin, will ein Reihenhaus in Langenhagen kaufen mit der Tochter, die Azubiene ist.

Ich beziehe mich in der Mietrechtssache meiner Betreuten, wo das Urteil gesprochen wird wenn wir in der Schweiz sind auf die neuste BGH-Rechtsprechung mit dem Brand in der Küche. Das durfte der Vermieter auch nicht als Schadensersatz geltend machen, sondern die Versicherung belangen. Hier gibt es Elektronikversicherung.

Auf dem Markt treffe ich Chico. In Lausanne gibt es diese ganzen Brockenhäuser, wie es gehört hat. Geheimprojekt Kalender mit viel Berner Sennenhund. Ja, wir müssen uns dieses Jahr noch sehen.

Mein Betreuter in der JVA Sehnde hat sich selber verletzt. Der JVA-Arzt hat auf mein Schreiben wegen der Substitution nicht reagiert. Ich schreibe das erste Mal dem Justizministerium.

Mittagessen mit den Kollegen. Mein Ex-Kollege ist sehr speziell und die jetzige Konstellation ist besser für mich.

Schlichtungsverfahren wegen Behandlungsfehler bei der Krankenkasse beantragen.

26.11. Schreibe meiner Studioinhaberin, dass meine Figur und der Umstand, dass ich Klamotten verschenken musste nur auf ihr Studio zurück zu führen ist, weil ich esse abends immer fettig und süß, Pizza und großes Eis von Joeys und nicht wie die Frauen in der Umkleide, die sich vornehmen heute nichts mehr zu essen. Wir verabreden uns in der Weihnachtspause des Studios zum Essen.

Zahnarzt, der Junge sieht gut aus. Meine Zahnärztin ist die Beste und heißt Vanessa mit Vornamen. Der alte Zahnarzt, der nicht mehr da ist war ihr Vater und ist im Ruhestand. Sie trägt rote Handschuhe und bringt alles wieder in Ordnung. Gleich darf ich essen.

Meine Betreute, die die Zählerstände seit Jahren nicht abliest kann mich nicht reinlassen. Wir sprechen durch die kleine Tür in der Tür. Bei Edeka hole ich Cappuccino-Haselnüsse. Der englische Laden hat leider noch nicht auf. Da gibt es Ingwer-Tee und Tempos mit Londonmotiven. Kaufe zwei Adventskalender für die Schweiz.

Sonst durchackern den ganzen Tag. Mein Betreuter ruft mich an, dass die Klinik ihn rausschmeißen will, weil die Kosten nicht übernommen werden. Er soll das mit seiner Betreuerin klären. Will Ärztin sprechen, fliege aus der Leitung, die Hutschnur war mir vorher schon geplatzt. Fax an die Klinik.

Meine bipolare Betreute kommt mit Mieterhöhung. Dann Erstgespräch ambulant betreutes Wohnen. Der Hund gefällt. Nachmittags kommt der Mann, der Steuern nachzahlen muss. Die Mietzahlungen haben 2 Monate nicht geklappt und er hat die fristlose Kündigung, hat aber schon nachgezahlt. Wie konnte das passieren? Einen neuen Nebenjob hat er auch, aber diesmal nicht wieder auf Lohnsteuerklasse VI.

Mein Kollege und ich steigen bei den Gelben Seiten aus. Die Drückerkolonne braucht kein Mensch. Die werden dann richtig sauer.

Abends Yoga, hatte Angst, dass ich Kaya nur noch 2 x habe, aber sie bleibt uns erhalten. Ich bin im Unterricht immer wie weggestrahlt, irgendwie wie Thaimassage. Neben mir der kleine Engländer. Irgendwie ist es eine gute Gruppe. Die neue Frisur der Lehrerin gefällt mir auch. Pagenschnitt mit kurzem Pony. Würde mir das auch stehen? Zuhause kochen und Backshow gucken. Die eine Frau erinnert mich an einer Frau aus meinem Strickkreis von früher gepaart mit einer Freundin aus Baden-Baden- von der einen mehr das Aussehen und von der anderen die Art. Ich habe ein neues Baby-Projekt und versuche anhand einer Youtube-Anleitung eine Jogginghose zu häkeln. Ob das was wird?

27.11. Muss wieder einen Vorbetreuer belangen, der Bockmist gemacht hat, sonst fehlen meinem Betreuten ein Monat Leistungen und Krankenversicherungsbeiträge. Die reagieren da immer sehr empfindlich darauf. Was denken die, dass es mir egal ist, wie viele Schulden der hat oder ich dann zulasten meines Betreuten auf Geld verzichte. Wir machen das doch beruflich.

Der Typ bei der Ausländerstelle sieht leider richtig gut aus. Spanienkarte hängt an der Wand. Die Arme sind tätowiert und er interessiert sich für Snowboards, aber davon ab sieht er aus wie der Mann, der zum spanischen König gekrönt wird nachdem er irgendein Land entdeckt hat. Problem nur, ich als Königin bin ca. 40 cm größer als er. Er gefällt mir trotzdem gut und ich frage mich, ob ich ihm mal sagen soll, dass er echt gut aussieht, nur so theoretisch, bin ja verheiratet und will nichts in der echten Welt von ihm. Außerdem der Altersunterschied und der Größenunterschied wirken wie eine Schutzbarriere und lassen die Komplimente wirklich plantonisch wirken. Ich gehe mit einer frischen Fiktionsbescheinigung wieder. Die Haselnüsse von Ültje waren der Hammer. Leider gibt es sie nicht beim Edeka auf der Limmer, aber Ingwertee im Beutel.

Der arbeitslose Schriftsteller treibt sich mit Einkaufstasche herum. Auf dem Wochenmarkt ist es immer, aber unter der Woche auf der Limmer. Laaangweilig.

Haushaltsnahe Dienstleitungen kann man als Mieter von der Steuer absetzen. Guter Tipp vor allem für die Zukunft.

Noch mehr Arbeit wegarbeiten. Anruf der Klinikärztin wegen meines Faxes. Es hat gewirkt. Sie soll mit mir Rücksprache nehmen und nicht meinem Betreuten unter Druck setzen und dann auf die Betreuerin verweisen.

Der Brief der JVA, dass ich keine angemessenen Umgangston habe ist wie eine Auszeichnung. Das werde ich aufs Klo hängen. Da steht:

Ärztliche Stellungnahme

Sehr geehrte Frau A.!

Ihr „Forderungs“schreiben vom 06. Nov.2014 hat mich sehr irritiert, da Ihre Wortwahl zum Teil nicht den allgemeinen Umgangsformen außerhalb einer Justizvollzugsanstalt entspricht….

Dann weiter die Bestätigung, dass mein Betreuter „leitliniengerecht“ substituiert wird und vor allem in seinem Einvernehmen.

Schreibe gleich zurück, dass es sich um eine Nichtantwort handelt. Ich will wissen, was er bekommt und in welcher Dosierung, außerdem höre ich von meinem Betreuten das Gegenteil und außerdem habe ich eh die vorgesetzte Behörde angeschrieben.

Meine Selbstmordbetreuer schrieb mich vorgestern an wegen einer Haushaltshilfe. Habe alles organisiert und nächsten Mittwoch ist Erstgespräch. Ja, ich mache schon was und das schätze meine Leute auch, dass ich mich einsetze.

Anruf auf Französisch auf dem Handy. Lege gleich auf, weil ich denke, Belästigung, unseriös. Noch mal die Nummer mit 41er Vorwahl. Ach so, das Restaurant aus Lausanne. Tischbestätigung für unseren Hochzeitstag.

Lernbehinderte Betreute kommt außer der Reihe um Geld zu holen, wie shoppen in der Stadt und Handy aufladen. Konnte dieses Jahr nicht bei der Volkshochschule dabei sein. War letztes Jahr echt cool, das Schattenspiel. Nächstes Jahr wieder.

Fragebogen zum Versorgungsausgleich für meine Betreute ausfüllen, die sich nicht meldet. Mein Kollege macht die Scheidung und es wäre fast zur Verhängung eines Zwangsgeldes gekommen. Er weiß doch, dass ich Betreuerin bin und das alles unterschreiben kann. Das macht mir dann mehr Arbeit. Jetzt heißt es: so gut es eben geht und improvisieren bei den Antworten.

Dann zur Bank. Betreute hat Konto neu eröffnet und ich will es freischalten lassen. Ich will nur zu Frau Meier und nicht zu dem unfähigen Typ, der Teamleiter ist. Nein, dann warte ich lieber. Das muss ihm doch auch was sagen, wenn es so läuft. Heute in einem Monat läuft mein Perso ab. Muss wohl Foto machen, aber wenn das Hautbild einigermaßen aussieht und Hütchen muss wohl runter dafür.

Mein Bruder will sich einen Adams Family Flipper kaufen. Das muss unterstützt werden. Spielgeld

28.11. Morgens Ausländerstelle. Grenzübertrittsbescheinigung statt Duldung soll mir verpasst werden. So ist es doch immer, dass die sich nicht an das halten, was sie einem vorher mündlich gesagt habe. Das klingt unfreundlich und ist will es nicht und schon nicht 15 oder 30,- € zahlen für was, was ich nicht wollte. Gebe meine Anträge, die ich vorbereitet hatte, ab. Dann sollen sie erst mal darüber entscheiden. Ich gehe unverrichteter Dinge und informiere meinen Betreuten, dass ich leider nichts mitbringen konnte von der Jagd, wir zum Amtsarzt müssen, aber er erst Mal nicht abgeschoben wird. Ich sage ihm, Ausgang ungewiss. Das war der Tipp der Facharztes, bloß nichts versprechen und so tun als sei irgendwas sicher.

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Passfoto mit Hütchen. Ohne sehe ich noch mehr verkleidet aus. Irgendwie sagt mir der Automat, dass das Foto nicht taugt. Mal sehen, ob das klappt.

Jetzt ist erst mal Schweiz- und Hochzeitsreise angesagt.

Die Stilleben von Hamburg

10.11. Der Blätterteppich vor dem Fenster. Aus Gelb wird Orange.

Ich habe unterschätzt wie sehr mit London fehlen wird, Stephan nicht.

Ambulante Wohnbetreuung meldet sich. Frau aus Hameln heult und alles Trauma und Gerichtsverfahren, die jahrelang dauern und aus denen ihr Leben besteht, dabei will sie nur einen Abschluss, dabei prozessiert sie mittlerweile selber. Das Leben besteht aus anderen Dingen. Ich bin da immer recht rigoros und unterstütze die Leute nicht dabei sich in ihrem Elend zu suhlen, sondern sage auch ehrlich meine Meinung. Fast wie beim Hund, „they don’t follow weak energy“ und es bringt nichts, wenn man da ganz viele Emotionen reingibt, das macht es noch schlimmer. Man muss stattdessen einen anderen Weg aufzeigen. So mache ich es zumindest und auf mich hört sie dann mehr. Ich vermittele zwischen ihr und der Wohnbetreuung, die immer versucht alles richtig zu machen und damit an ihre Grenzen stößt. Sie hat eine Ausbildung in Traumabehandlung und lobt meinen Ansatz.

Kollegin, die Schwiegermutter hat Demenz und ist jetzt im Heim, weil sie zuhause nicht mehr zurecht kommt. Betreuung anregen, für die Wohnungskündigung braucht man eine Genehmigung. Krebs hat sie auch. Brustkrebs, die eine Brust steht und ist hart und die andere hängt. Der Pflegedienst hat nichts gemeldet. Das kann auch aufbrechen. Schwierige Person, schon vor der Demenz, Künstlerin, kann fies sein und raucht wie ein Schlot.

Erfolge in der neuen Betreuungssache, neue Ärztin, am Jobcenter vorbei das Beschwerdemanagement. Der Betreute braucht ein Schlafmedikament und was zu Rauchen.

Termin beim Jobcenter fällt aus. Betreuten mit dem Sparbuch (die Bank hatte gestresst und ich habe alles organisiert) haben sie wieder weggeschickt, weil sie einen gerichtlichen Beschluss brauchen. Nein, brauchen sie nicht. Mitarbeiterin fragt beim Amtsgericht und ich hatte Recht, sie will trotzdem Zustimmung, brauchen wir gerade nicht. Das würde den Irrtum nähren. Sie soll mal ein Rundschreiben machen und die Mitarbeiter schulen. Das ist falsch und eine Diskriminierung.

Mutter von Herrn Diazepam kommt vorbei mit dem abgelaufenen jordanischen Pass und der Fiktionsbescheinigung und ich will meine Erfolge zeigen und sehe, dass die von der Staatsanwaltschaft die fehlenden 10,- € doch wollen und dann die Kosten von 155,- € ausbuchen. Das war aber telefonisch anders abgesprochen. Gut, dass ich es noch mal genauer lese.

Der Typ mit der versäumten Frist kommt Morgen vorbei.

12.11. Der Freund, der heute Geburtstag hat ist in Amsterdam und schreibt: „Mir gefällt Amsterdam total, -wir gehen jetzt Frühstücken, dann ins Rijks-Museum, dann vielleicht High Tea im Greenwoods, dann haben wir einen Tisch in der Seafood-Bar, und danach umme Ecke in ein klassisches Konzert im Concert Gebouw. Volles schönes Programm, bei bisher täglich scheinender Sonne (wahlweise Sonnenauf-Untergang von unserer Dachterrasse zu bestaunen (da oben will ich heute auch noch den kleinen Schampus wegschlürfen). Ja, alles sehr romantisch, da bin ich ja der Typ für…“ Ich hatte ihm geschrieben, dass ich Amsterdam romantisch finde und wir müssen da auch mal wieder hin, gerade das Museum steht dringend auf der Liste.

Höre meinen AB ab. Sachbearbeiterin beim Arbeitsamt ist krank. Termin fällt aus.

Kaffee auf dem Markt. Mein Ärger mit den Mitmenschen im Haus ist wieder verflogen.

Mein Betreuter, der persönlich geladen wurde, kann nicht zur Verhandlung, ist krank. Der Arzt kommt um 11 Uhr zum Hausbesuch. Der Richter ist es nette junger Schwuler, der mal als Staatsanwalt in seiner Strafsache tätig war. Ob ich Bedenken habe wegen Befangenheit. Nein, habe ich nicht. Wir haben schlechte Karten. Die Gegenseite hat eine Referendarin geschickt. Sie freut sich. Ich erkläre, dass der Titel theoretischer Natur sein wird, weil man nichts vollstrecken kann. Sie sollen das von der Mietkaution entnehmen. Das hatte ich vorher schon angeboten. Neben den Raten an die Staatsanwaltschaft kann ich keine weiteren anbieten und ich weiß nicht, was für Reparaturen wieder auf uns zukommen, weil die aus dem fernen Berlin das Nottelefon einfach nicht behindertengerecht installieren lassen in ihren Servicehaus mit der teuren Miete. Denen ist es egal. Ja, er ist Grobi. Als ich im Büro bin meldet sich der Pflegedienst, er hat eine dicke Backe und muss ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Sehr teuren Sattel gekauft, das neuste von Brooks, wartungsfrei, weil nicht aus Leder. Das hat mich natürlich angesprochen. Ich bin beratungsresistent, weil der passt nicht auf mein Fahrrad, Lenker muss tiefer und nicht der aufrechte Sitz. Ist auch für Männer, egal, schaffe ich schon. Neuer Sattel muss her, meiner liegt nur noch oben auf den Federn nachdem sich alle Verankerungen gelöst haben und der neue sieht cool aus, die Auswahl ist gering. Schnell merke ich: so ist das ohne Federungen. Man merkt alles und selbst auf kürzesten Strecken schmerzen meine Sitzbeinhöcker. Oh, den Kauf werde ich noch bereuen. Verstehe jetzt den Sinn von Federn…

Der neue Betreute sieht aus wie Robert De Niro, aber mehr Boxernase. Ganz sympathisch. Er ist 51 und lebt seit 42 Jahren in Deutschland. Seine Töchter sind 30 und 26. Er war im Maßregelvollzug und lebt im Heim mit Anbindung an Tagesklinik und Arbeitstherapie. Er nimmt strake Neuroleptika, die Herr Ihme auch bekommen hat und soll in die Türkei abgeschoben werden. Dort kennt er keinen und hat Panik. Was denken die sich? Ich bin mal wieder geschockt. Telefoniere mit Betreuungsrichterin und dem Arzt aus der Institutsambulanz. Dann mit meinem Kollegen, dessen Kollege die Frist verpasst hat und der Ausländerstelle mitteilt, dass er freiwillig im Januar ausreisen wird, aber Dinge vorbereiten muss, da die Türkei ein fremdes Land für ihn ist. Der Strafrechtler und ich sind uns einig, dass Härtefallkommission keinen Sinn macht. Die Kollegin, die ich auf dem Markt traf hat das empfohlen und damit gute Erfahrungen gemacht. Die Verfahren dauern über 2 Jahre und haben aufschiebende Wirkung. Schmalstieg hat meinen Antrag nach 2 Wochen abgelehnt. Wenn sie straffällig geworden sind, dann mögen die das nicht. Man muss aussehen, wie die Babytiere am Flughafen mit den riesigen Augen, wie auf Droge oder Mangas, dann sind sie ein Fall für diese Kommission bin ich mir später mit Stephan einig. Der Strafrechtler und ich sprechen in der Sache Ihme. Die Verfahren werden eingestellt, Kosten des Verteidigers werden nicht übernommen. Macht nichts, sagt mein Kollege, Hauptsache eingestellt. In einer Sache wurde er schon als Pflichtverteidiger bestellt. Ich habe ohnehin die Arbeit gemacht. Lese gerne einen Aktenvermerk und denke, ist der ausversehen da reingeraten. Zustellung war fehlerhaft, wie Betreuerin schreibt. Er war in Klinik mit Beschluss und es hätte ihr zugestellt werden müssen. Rechtsmittelfrist wurde nicht in Gang gesetzt, über Wiedereinsetzungsantrag der Betreuerin muss daher nicht entschieden werden. Neu zustellen. Der Herr Verteidiger wird voraussichtlich Beschwerde einlegen ist so richtig in 18 Punkt-Schrift geschrieben. Sie meinte, die blöde Sau sage ich dem Kollegen und er lacht, ja, lieber einstellen bevor man einen teuren Verteidiger bezahlten muss. Ich soll es ihm schicken, weil es ihn auch interessiert. Ich mag den Mann und mit ihm lässt sich gut arbeiten. Er arbeitet gut und reagiert schnell. Das gefällt mir.

Beim Sport war es so voll, dass es mir vor kam wie eine Grace-Sekte, wenn ein ganzer Raum voller Frauen sich synchron bewegen und klatschen. Das hat schon eine gewisse Energie und sieht auch gut aus. Ich sage der Trainerin in der Umkleide als alle schon gegangen sind bis auf eine Mitturnerin, die aber auch Spaß versteht, das sei wie Scientology mittlerweile. Mein Fahrradhändler schließt gerade ab als ich vorbei fahre und ich übergebe ihm reumütig mein Fahrrad. So tapfer bin ich doch nicht. Nehme doch den schwarzen Ledersattel von Brooks mit Federung und mache eine Plastiktüte darüber gegen Regen und nutze Lederfett und was es braucht. Warum nicht Gel? Das gibt es gar nicht bei ihm weil es zu unstylisch ist und gezahlt habe ich schon, umtauscht wird nur hier gehen. Nächstes Mal. Ich muss jetzt zu Fuß laufen. Er ist angetrunken und läuft ein Stück mit mir. Er hat Morgen erst ab 14 Uhr geöffnet, aber ich bin auch selber schuld.

Handnäharbeiten an einem neuen Sakko. Schweizer Städtenamen in Glitzer. Repariere ein Hütchen, neues Papierschwein muss ran, war als Partypieker gemeint, jetzt hat es blaue Ohren, statt rosa und ist das letzte in der Schublade. Wenn das kaputt geht, was dann? Habe Haarausfall, es wird mir ergehen wie meiner Mutter. Wenige Haare. Ich will nicht drei Haare auf einen Wickler rollen und versuchen Mehr draus zu machen, habe aber trotzdem Panik, vor allem weil ich meine Kunst flöten gehen sehe. Nur noch ganz kleine Haarkugel. Kann meine großen Hütchen nicht mehr tragen, ich mache ein kleines und schiebe weiter Panik. Vielleicht muss ich wieder auf große Ohrringe umsteigen. Das will ich aber eigentlich nicht oder Hütchen mit kurzen, offenen Haaren. Würde das gehen? Soll ich mal zu dieser sympathischen Friseurin und die ran lassen?

Abends meldet sich Claudia, dass sie Tickets bekommen hat (hatte sie wohl vergessen, aber bekommt es noch hin und ich sage, kein Problem, wäre auch so nicht schlimm gewesen). Wir fahren nach Hamburg.

13.11. Packtraum. Irgendwie fliegen wir wieder Business und haben ganz viele Koffer. Eine Hälfte des Koffers ist voll mit Stephans dreckiger Wäsche. Ich packe in einem Apartment und gleichzeitig ist es der Terminal eines Flughafens und Leute schauen zu. Die sitzen da mit ihren ordentlich gepackten Koffern. Ich prüfe ein Glas mit trüber Flüssigkeit, was Dunkles schwimmt in der Mitte, es ist verdorben. Ich will es in den Mülleimer werfen und treffe nicht. Sage dem Mann, dass ich keinen Kommentar will. Vorher hatte mein Vater meiner Mutter fasziniert beim Packen zugesehen. Sie faltet alles ganz ordentlich, so dass es ganz klein wird. Irgendwie magic. Unsere neuen Koffer sind in den alten mit ganz viel Platz drum herum. Es ist wie Hohlraumpacken.

Werde wach. Soll ich Claudia mein Calexico T-Shirt anbieten? Macht das Sinn?

Die Bäume werden kahl. Ich muss einsehen, dass der Sommer vorbei ist.

Streit mit Stephan, weil ich mein Fahrrad zum falschen Händler bringe und nicht zu RadUp nebenan. Es nervt. Ich gehe zu Fuß ins Büro. Mir wird ein Franzbrötchen angeboten von einem jungen Vater und er hat Recht, ich konnte ihn erst nicht zuordnen.

Telefonat mit der Oberärztin wegen Herrn Diazepam und wie es weiter geht. Er wird auch wieder substituiert, hatte einen Monat nichts genommen, quasi kalter Entzug, aber ohne geht auch nicht. Wenn ich mir jetzt noch die Haare von wem anderes schneiden lasse ist ganz der Ofen aus.

Kleines Mitbringsel für die Stuttgarter, der Künstler, der gut kocht und seine Frau (alte Serviette mit Stadtplan, habe ich bei meiner Tante mitgenommen). Soll mein Kollege überbringen. Ich will meine Sachen überallhin verteilen. Die Weihnachtsfeier steht auf tönernen Füssen. Es ist offenbar schwierig mit dem Termin und die Kollegin und ich meiden uns auch mehr oder weniger. Am 18. hat mein Kollege einen Auftritt. Stephan ist sauer, dass es nicht ins Clichy geht. Oh Mann, auch hier oh Mann.

Oberärzt in der Forensik ruft mich an in der Betreuungs-/Abschiebungssache und sagt mir, er könne kein Gefälligkeitsgutachten schreiben nur weil ein Anwalt eine Frist versäumt hat. Er weiß ganz offensichtlich nicht um was es geht. Ich versuche es ihm zu erklären und seine Stellungnahme ist aber so dünn, dass es für eine vorläufige Bestellung nicht ausreicht. Ein ganz unsicherer Typ, wie so einer Oberarzt wird ist mir schleierhaft. Nachmittags hat er bei meiner Kollegin einen Steuertermin und kann mir seine nicht hilfreiche Stellungnahme noch mal im Original vorbeibringen. Ich habe schon alles mit der Ausländerstelle geklärt und hole eine Duldung für ihn ab am 27.11. Der Richterin sage ich, dass mein Maß an ehrenamtlicher Arbeit irgendwann erschöpft ist und ich dann nötigenfalls den Termin absage, wenn es bis dahin nicht geklappt hat mit der Betreuung. Ich ärgere mich, wenn nicht alles so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe.

Ich muss 300,- € nachzahlen für das Atelier, wo ich so froh war, dass es gekündigt ist. Dann dieser schlechte Sattel und das ich kein Fahrrad habe. Ich will mir eine günstigen, der nach meinem Geschmack ist im Internet suchen. Selle oder wie dieser Sattelhersteller heißt und Naturmaterialien, schön beige, kostet 59,- €. Scheiß auf stylisch. Schlussendlich ist der Brooks-Sattel schon festgeschraubt und ich kriege 25,- € wieder und bequemer ist er auch und ich gebe mir selber die Schuld und will es nächstes Mal besser machen und jetzt erst mal Augen zu und durch. Das Lakritze-Eis auf dem Weg dorthin hat geholfen das alles zu schlucken und vielleicht wird der Sattel auch bald geklaut und ich kriege noch eine Chance.

In der Post ein KSD-Jahreskalender in deren Zeitschrift. Für Claudia denke ich gleich. Sie hatte immer den hässlichen vom Schädelspalter in Hamburg an der Küchenwand. Das hat mich immer gefreut. Da hat sie die ganzen Konzerttermine eingetragen und wer zu Besuch kommt. Das lässt sich noch steigern optisch und die neue Wohnung ist auch kleiner, außerdem ist es lustig.

Der Beamtenmusiker bricht die Reha ab. Das ist so Ballermann und die sind alle gesellig und er außen vor. Dem netten schwulen Therapeuten und mir gelingt es nicht, ihn umzustimmen.

Herr Grobi ruft an und hatte eine Zyste im Kiefer. Ich sage, er wird zahlen müssen. Wir können 100,- € Gerichtskosten sparen durch das Anerkenntnis. Er will es sich überlegen und wir telefonieren noch.

Herr Balzac kommt, der Mann aus Ghana, heute leger in Trainingshose. Schöne Scheiße mit meiner Steuererklärung für ihn. Der neue Pass war auch so teuer. Er hat vielleicht wieder einen Nebenjob in der Pflege. Den soll er bloß ohne Steuerkarte machen und pauschal versteuern lassen. Wir geben nicht auf und ich mache die Steuererklärung für 2014 (bzw. Stephan) und da wird er was wieder bekommen und so arbeiten wir uns langsam wieder ins Plus. Es muss ja weiter gehen.

Die Hilfeplanung sage ich ab, weil ich schnalle, dass es um meine Ausnahme für die Übergangsregelung zwischen Heim und Draußen geht und habe mich genug mit denen angelegt und für anderer Leute Bezahlung gekämpft. Wenn sie sehen wollen wie krank mein Betreuter ist, sollen sie das alleine hinfahren. Ich bin bereits im Bilde. Wenn sie was mit mir klären wollen, wissen sie ja wo sie mich finden können und von der Region Hannover lasse ich mich nicht zu einem Termin laden. Es folgen erklärende Telefonate, aber das schafft mir viel Freiraum zum Arbeiten. Einer Spielsüchtigen, die ihrer Tochter geliehenes Geld nicht zurück zahlt Geld leihen. Das geht wohl nicht blöder, aber ich hatte es leichtfertig angeboten und mache keinen Rückzieher, wie bei dem teuren Sattel. Sie hat ein Vorstellungsgespräch in Tiefenbrunn und für mich hängt es mit Vertrauen zusammen und ist ein Experiment. Ich bekomme eine Schweigepflichtsentbindung für die Ärztin und ab nächsten Monat soll ich ihr Geld mit einteilen, wenn es gar nicht klappt habe ich 25,- € verloren. Sei’s drum. Bevor wir fahren ziehe ich meinem Sattel, der wirklich edel ist und man rutscht so gut darauf eine Plastiktüte über. Ich muss ihn lieben, so wie ich mich auf einmal reinhänge. Die Logik ist halt verkehrt, weil ich mir aus so was nichts mache und schon gar nicht einen Gebrauchsgegenstand, ob Klamotte, Möbel oder sonst was in neu benötige. Ich wusste keinen Ausweg, weil mein Mann gut anfassen kann, aber technisch/handwerklich, Nagel in die Wand schlagen ist nicht so seine Sache. Statt zu sagen, Schatz, bestell einen im Internet und ich mach Dir den ran, sagt er: Sattel anschrauben, das ist nicht ohne und heikel und ich denke, scheiße, ich bin auf Profi-Hilfe angewiesen und anders als teuer bekomme ich das nicht hin.

Zug nach Hamburg, nutze ich Zeit für Tagebuch und rege mich schon im Zug über die Leute auf, die viel glotzen und Entschuldigung sagen, aber vorwurfsvoll, wenn ihr Koffer klemmt. Ich steigere mich gerne in so was rein und bin total geladen. Wir fahren nach Altona und gehen durch den langen Zug. Mit so was kennt sich mein Mann aus. Ein kleiner türkischer Mann ist Zugführer. Überhaupt fällt mir diesmal was Positives an Hamburg auf. Sie haben viele Türken, bestimmt noch mehr als in Hannover, aber wir haben zum Glück auch welche abbekommen. Dann 2 Stationen mit dem Bus. Wir kommen bei Claudia an und es gibt viel und lecker zu essen (das Pastinaken-Sellerie-Gemüse ist superlecker) und für mich einen Tee. Claudia ist eine Gastgeberin der Extraklasse. Meine USA-Karte auf der drei Frauen vorne „Sex, sex, definitely sex“ sagen und innen heißt es: „What would you rather do without: sex or cake“ kommt nur mittelmäßig an. Ich erfahre, dass die Hooligan-Demo in Hannover genehmigt wurde, auch deswegen müssen wir zurück wird gewitzelt. Elena wünscht sich keinen Teddy, sondern eine gestrickte Babydecke, aus Baumwolle. Ich versuche mir alles vorgeben zu lassen. Material, Farben, Größe. Ostern zusammen nach London. So ist der Plan. Molotov, Innenhof mit bunter Beleuchtung. Den Molotov-Button als Pfandmarke werde ich nicht los, weil ich kein Glas damit zusammen wiedergegeben habe. Eine bleibt übrig und wir nehmen ihn ausversehen zurück nach Hannover. Die Band ist poppig, aber taugt. Die Musiker sehen super aus, einer asiatisch, einer mit einem Pornoschnauzer, wie gecasted aber die Sängerin ist die Hauptattraktion und sie singt in einem sehr süßen Englisch. Es ist voll, aber ich lasse mich nicht wegdrängen und reiche kein Bier durch für Studenten. Die haben selber lange Arme. Die Sängerin ist echt megasüß mit ihren Grübchen und sieht aus wie eine Mischung aus Steffi (unserer Freundin) und Blondi (der Sängerin). Claudi meint auch, sie sehe aus wie Steffi in jung. Sie macht auf 80er und hat einen Neon-BH an und ein weit an den Seiten ausgeschnittenes T-shirt. An Steffi erinnern mich die schmalen Händen und filigranen Finger, lackierte Nägel und sie nutzt sie um damit zu gestikulieren oder mit den Fingern zu posen. Sehr wirkungsvoll jedenfalls. Claudia ist es zu Mainstream und alles klinge gleich. Ich war schon immer für Mainstream bei Musik, muss an Mattafix denken, deren Name mir nicht einfällt und die wie auch mal in Hamburg gesehen haben, im Knust wie ich erfahre, außerdem ist es schwerer als man denkt Popmusik zu machen. Mein Kollege probiert das. Ich weiß Bescheid. Ich finde das junge Publikum wieder spießig, aber die Band war zu meiner Zufriedenheit. Sie haben 2008 schon mal hier gespielt, verrät uns die Sängerin. Sie sieht so jung aus, wie geht das? War sie letztes Mal minderjährig?

Ich will noch in eine Bar und was trinken. Wenn man was in Hamburg gut kann, dann das. selbst das Wasser im Molotov kommt in stylischen Glasflaschen daher. Wir landen im Landgang. Daneben ist voll was los und alle Gäste stehen vor der Tür. Die aufgeblasenen Ballonzahlen drehen sich im Schaufenster und ich sage mehrfach: da feiert einer seinen 52zigsten Geburtstag und freue mich über meinen Witz. Es gibt einen Moscow Mule (schön krass Ingwer, die leckere Brause in den kleinen Flaschen) und einen Dark and Stormy (mit ganz viel Rum) und dann angeregte Gespräche mit dem Barmann und Inhaber. Man soll immer vorsichtig sein, was einem die Fremden ins Getränk rühren! Nachdem ich schon festgestellt habe, jeden Abend die selber Lieder runter dudeln und so tun als hätte man Spaß, da würde ich lieber Leichen waschen stelle ich das hier auch fest. Arbeiten im Nachtleben, dann doch lieber Steinbruch. Das wäre so gar nichts für mich. Ich komme wohl nicht von hier. Nein, aus Hannover. Dann hätten wir das auch geklärt. Ein weiblicher Gast will mein Hütchen erklärt bekommen, da kann der Barmann mit seiner Brille aus dem Yps-Heft nicht anstinken dagegen. Ein Monatsprogramm, ich kann die HipHop Schrift nicht entziffern und lese „Krankenhaus St. Pauli“ und denke, das ist abgekürzt. Der Barmann fragt, ob er mir mit dem Flyer helfen kann. Sie haben noch einen zweiten Laden. Kraken heißt der und Morgen gibt es Punkrock. Da kennen wir uns mit aus, wir kommen ja aus Hannover. Wie finanziert ihr eigentlich den DJ will ich wissen, weil es nur ca. 7 Gäste sind. Sie sollten eine Zwangsabgabe für die Musik machen schlage ich vor. Da hätten alle Verständnis für und in Wien machen sie das auch für den Drehorgelspieler. Sonst wäre mehr los, am Wochenende, Morgen ist eine krasse Party. Nein, das sei schon gut, dass wir heute da wären das wäre mir lieber. Er kann es sich nicht merken, wo wir her kommen und fragt erneut und will dann wissen, ob wir es da gut finden. Ja, sonst würden wir da nicht wohnen. Wir kommen schon ziemlich viel rum und wenn es scheiße wäre, würden wir woanders hinziehen. Gut, so Profi-Bars mit leckeren Drinks und rauchen und DJ gibt es nicht so, aber selbst die eine, die es gibt wird von uns nicht frequentiert. Claudia hat an diesem Abend ein anderes Thema, was mir erst verborgen bleibt, aber ich hatte ihr schon gesagt, dass der DJ mit den phantasielosen Bildern auf den Armen ausschaut wie ihr Ex und die Richtung stimmte schon mal. Taxi und schlafen. Bett ist hart, einmal muss ich pinkeln und der Boden quietscht und ich muss an Claudia vorbei, die auf der Erde liegt. Bloß nicht über das Kabel stolpern.

14.11. Dann Musik, das muss der Wecker sein. Claudia liegt mit verrutschtem Augenmakeup auf der Matratze als hätte sie in ihren Klamotten geschlafen. Sie sieht süß aus und tut mir leid. Ich erzähle ihr von meinem Traum, der Club brennt und Stephan geht betrunken noch mal rein und will irgendwas von ganz oben. Erst Rauch, die Türen brennen rot durch und alle filmen mit ihrem Handy (der Traum scheint mit dem gestrigen Abend unmittelbar zusammen zu hängen). Es glüht und scheint durch an den Rändern und oben an der Decke. Gleich werden die Wände einstürzen. Ich bin an der Stelle wo alle rausrennen und denke, ob Stephan noch kommen wird, ob er es schafft. Ich bin erschüttert über meine Haltung im Traum, dass ich nicht reinrenne und ihn suche. Ich erzähle Claudia von dem Traum und denke, weiterschlafen alles andere macht keinen Sinn, Stephan schläft auch noch und es gelingt und ich wache glücklich und zufrieden auf und es ist 9:20 Uhr. Toll!! An der Wand hängt Everlast unplugged oder so. Verkehrte Welt. Das ist doch mein Held und nicht Claudias. Ist doch nicht Poison Ivy oder so.

Will man gut gelaunte Hamburger treffen muss man zu Edeka. Ich kaufe Butterkekse mit Salzbutter, 2 Türen Chips und Kindershampoo, also lauter nützliche Dinge, die man unbedingt morgens in Hamburg einkaufen musste. Dann Kleidermarkt, gut sortiert, vorbei an der Internetbank meiner schwierigen Betreuten. Die Netbank. Hier sitzen sie also. Kann verstehen, dass Steffi den Laden – Kleidermarkt- liebt. Kaufe einen japanischem Übergangsmantel. Sehr edel, das merkt man schon beim Anfassen. Leider kennt sie die Personen, die die Preise hier macht auch gut aus, was Schnäppchen verhindert. Wie er hergekommen ist? Das wird man sich auch nach meinem Tod fragen, wie die ganzen Klamotten nach Hannover gekommen sind. Kaufe außerdem ein kariertes kurzes Wollsakko aus England. Dann Portugiesen. Leider leckerer als meiner in Hannover. Das muss ich zugestehen, will trotzdem nicht tauschen. Stephan entdeckt ein cooles Motiv in der Nähe der Roten Flor. Wir wandern durch die Stadt und genießen den freien Tag.

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Dann Beckmann-Ausstellung und die ständige Sammlung im Keller. Hängt alles wahllos nebeneinander. Das Ambiente macht doch viel aus (siehe KHM). Uns gefällt am besten ein Otto Dix Bild. Die Nachbarn haben vielleicht ihren Munch oder Klimt, aber wir lieben Otto Dix.

Pensionierte Lateinlehrer im Bucerius Kunstforum, das nervt. Da war ich noch nie. Ausstellung: Wandmosaike im Rahmen. Die Stimmung geht dabei flöten. Rathaus, war ich hier schon mal? Alster, lauter Schnösels unterwegs. Das Messer geht mir in der Tasche auf. Schönes Schaufenster, schlimme Mode bei Dolce und Gabbana. Den Weihnachtsmarkt bauen sie hier wesentlich früher auf. Dann Glückwunsch Hamburg. Aber die Baustelle an der Alster gefällt mir dann wieder.

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Waren lange nicht mehr im Marinehof. Nett ist es hier und man sitzt schön und das Essen ist total lecker. Hühner-Zitronen-Suppe mit Einlage, Eierstich und Reis, eine riesige Portion, Walnusstarte mit einer leichten Salznote. Nette Kollegen, gerade die neuen Frauen im Service. Die Claudia mit blauen Augen mit einer dunklen Umrandung.

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Franzbrötchen für zuhause, leichte Zugverspätung. Das können wir öfter machen, gerade so Donnerstag auf Freitag und den Freitag schwänzen (80% halt) und dann schön das Wochenende trotzdem noch haben. Danke Claudia für die Konzerteinladung und das ganze leckere Drumherum und für Deine Freundschaft und dass Du so viel bei mir durchgehen lässt. Wir sind so verschieden, aber es taugt dann doch.

Die armen Neandertaler hatten viel zu wenig leckeres Essen und gar keine Franzbrötchen.

Nachts tobt die Party von oben. Erst schlaf ich, aber als ich nachts wach werde ist es vorbei. Muss ins Gästezimmer ziehen. Stephan hat Ohrstöpsel drin. Es ist keine Musik und kein Tanzen, sondern eine Herde, die oben Rundlauf spielt und in unregelmäßigen Abständen fällt ein Schrank auf den Boden und das Haus bebt. Man muss standhaft bleiben und darf hier nicht rumspießen. Das sehe ich ein. Schreibe dem Stiefvater trotzdem am nächsten Morgen was sie in aller Welt gemacht hätten, weil da wäre ich neugierig und ob sie nicht ruhig in der Ecke sitzen und Drogen nehmen könnten wie andere junge Menschen. Er war mit der Mutter selber nach Hamburg geflüchtet.

15.11. Auf zur Demo. Das hat Vorrang vor den Kalendern. Wir müssen Hannover verteidigen oder halt Spaß haben. Die blöde Pelztussi, die mir einen Lederrock genäht hat und einfach von meinem Auftrag abgewichen ist und statt ein rosa Futter habe ich Baumwollstoff mit 70er Jahre Apfelmuster, der an jeder Strumpfhose hängen bleibt! So viel zu Auftragsarbeiten, die nicht von Andrea kommen, da ist kein Verlass drauf. Sie belästigt mich mit ihren Werbemails und heute, statt zur Gegendemo aufzurufen, soll man bei ihr Pelze kaufen kommen. Sie beruhigt ihre Leder- und Pelzkunden, dass die Polizei ihr gesagt habe, dass man sicher bei ihr Pelze shoppen kann und man ruhig vorbei schauen soll. Wohl kaum, blöde Kuh. Das schreibe ich ihr auch noch mal und, dass sie mich gefälligst aus dem Verteiler nehmen soll und ich nie wieder was bei ihr kaufen werde. Da bin ich ja nachtragend. Zu früh am Steintor, dumm rumstehen, aber die Musik ist gut. Gegenüber bei den Älteren werden Gewerkschaftsansprachen gehalten. Dann doch lieber die Zeit nutzen, Wollladen, Wolle für die Babydecke. Dämliches Gespräch. Die Strickkundin: Punker sind dumm, kennt sie von damals, als ihre Kinder auf die Tellkampfschule kamen und außerdem wohnt sie in der Nordstadt. Die pinkeln überall gegen und machen Sachbeschädigungen, aber nicht gegen Menschen. Früher haben die Hippies gestrickt und nicht so was! Im dritten Laden kaufe ich endlich, dann bürgerliche Stärkung vor der Demo. Ich liebe die holländische Kakaostube. Katja ohne Detlef. Zwei Mädchen haben diese Metallicheliumballons. Der eine ist mit Hello Kitty gegen Holgesa. Hekigehogesa. Der andere ist ein Unicorn mit Edding steht darauf „Einhorn frisst Nazis“. Das finde ich sehr lustig. Die Stimmung ist gut. Wir laufen durch die Innenstadt und dann zum Pavillon durch kleine Straßen, die ich noch nie lang gelaufen bin. Die Tochter einer Freundin war bis 7 Uhr bei uns. Die Mutter spricht uns an, dass wohl Party bei uns im Haus war. Als ich nach Hause kommen treffe ich den jungen Mann von oben, der Gastgeber war. Ob er mal gleich runter kommen soll, unsere Terrasse sauber machen. Ist da was? Uns ist noch nichts aufgefallen. Ist was passiert? Schlimm, frage ich. Das wird bejaht. Ich errate es: Kotze? Es ist ihm peinlich und er kommt mit einem Eimer mit Seifenwasser und wir versuchen Smalltalk. Leipzig zum Studieren. Er bedankt sich für unsere Toleranz. Ist eher meine, Stephan findet das dann alles immer nicht so lustig. Halb so schlimm tröste ich ihn. Das passiert ja nicht jede Woche, nicht einmal so oft im Leben. Fange mit Strickprojekt an. Zigmal wieder aufmachen. Das fängt ja gut an.

16.11. Alptraum mit Susann, die nicht mehr mit mir redet und ich weiß nicht wieso. Sind das die alten Kamellen weil ich mich bei einer krebskranken Freundin zu aufdringlich verhalten haben soll? Eine gemeinsame Freundin aus Hannover, mit der versteht sie sich noch blendend. Was habe ich verbrochen? Sie soll es mir sagen, ich habe ihr sogar noch einen Kalender gemacht, aber eben nur einen kleinen, weil wir uns kaum gesehen haben im letzten Jahr. Der Grund, warum ich in Ungnade gefallen bin: ich habe bei einem Sommerfest nicht mitgeholfen. Stellt sich heraus, ich wusste nichts davon, sie hatte mir nicht Bescheid gesagt. „Dieser Film“ schreibe ich schon, beschäftigt mich den ganzen Tag auf einer emotionalen Ebene. Schiffe, Lkws fahren gegen ein Gebäude im Hinterhof als Verschrottung.

Kein Flohmarkt in Gehrden, basteln, packen. Kalender für meine Schwester und Schwiegereltern wird fertig und ich spiele mit den Motiven für unseren eigenen. Das ist immer die Krönung.