Archiv der Kategorie: Sauerrahmbutter

Alltagsberichte – das Tagebuch

November

01.11. Telefonat mit Wien und wir reden immer gleichzeitig. Hatte Sunla ja gewarnt, dass ich das nicht so gut kann. Ist mir peinlich, aber nach dem Mittagschlaf lasse ich Stephan alleine zu Günter fahren, der für uns gekocht hat und hüte das Sofa. Kopfschmerzen, wenn auch nur leicht, sind immer ein schlechtes Zeichen bei mir. Daneben viel Gebastele. Es gibt doch einen Bürokalender, aber nur klein und ohne Fotos. Viele Hundeanspielungen, halt das was aus meiner Sicht so ansteht im Büro. Stephan kommt wieder und hat Essen dabei. Das esse ich erst am nächsten Tag, aber es ist echt lecker. Günter sollte ein Restaurant aufmachen. Viele Gewürze und mit indischem Einschlag. So wird Günter eines Tages für mich kochen, wenn ich gezwungenermaßen mit ihm zusammen komme, in der Trauer werden wir zueinander finden. Ich grusel mich mit diesen Geschichten und Stephan steigert mich noch rein.

02.11. Telefonat mit Hamburg. Wir kommen zum Konzert. Jetzt wo ich festgestellt habe, dass ich Alt-J vielleicht nicht mag und wir da Konzertkarten haben und nach Köln fahren und das nur, weil ich blind auf den Freund vertraut habe, dessen Mix-CDs mich fast jedes Wochenende glücklich machen. Ich dachte, wir liegen musikmäßig auf einer Linie und will jetzt mal was Tanzbares (von dem was er mir immer aufnimmt!). Claudia kommt mit und wir sehen uns. Das ist schön. Die Yogakarte von vor vielen Jahren muss auch mal abgearbeitet werden. Mal schauen, was so geht in der Hafenstadt. Sie fragt mich nach dem Fährhaus, einem kleinen Laden für Konzerte in H. und ich sage, ich kenne nur das Fairkaufhaus. Bin ich schon so draußen? Stellt sich heraus, dass sich nur das Ferrys umbenannt hat und die Steuerfachangestellte dort ihre Depeche Mode Partys absolviert. Doch nichts Neues.

Kalenderbasteln und dann Kino. Zu dem Geburtstag gehe ich nicht. Ich weiß nicht, was ich da soll. Die neue, schonungslose Ehrlichkeit. Keine höflichen Pflichttermine mehr, bringt nichts. Sie versteht sich nicht mit der anderen Frau im Haus. Beides Szenegrößen der Stadt. Ich bin froh, dass ich mit der Freundin der Einladenden befreundet bin nach vielen Jahren jetzt wirklich und wir zusammen nähen. Das ist schließlich die Frau, in die ich mich verknallt habe als wir nach Hannover kamen (Wohnungsbesichtigung für die erste Wohnung) und ich habe mittlerweile ein gemeinsames Kind mit ihr (vierbeinig). Es hat meine blauen Augen und ihre gute Figur. Im Koki gibt es Nachmittagskino. Das Große Museum. Nur für Freaks. Stephan zeigt seine Jahreskarte und fragt nach einer Ermäßigung (der alte Angeber). Herrliche Szene, die langen Arbeitswege im Backstage, wo die römischen Münzen in Einbauschränken sortiert liegen und der Mann mit dem Tretroller zum Kopierer fahren muss und wir folgen ihm auf seiner Schulter sitzend. Die Männer, die die Bilder hängen mit Vokuhila. Sie hören mehr auf die Dicke als die Dünne, die Etepetete daher kommt und Chefin der Gemäldegalerie ist. Echt was für Randgruppen der Film, der mit wenig Text auskommt, die entweder selber im Museum arbeiten oder eben dieses sehr lieben. Der Chef der Finanzen nervt auch, der beklagt, dass die nicht den ganzen Haushalt des Landes bekommen und sich den Etat auch noch mit Krankenhäusern teilen müssen (eine Zumutung) und im Wettbewerb stehen sie mit anderen Häusern. Aber bei dem Wettbewerbsvorteil den sie durch ihre Sammlung haben (ich sage nur Breugelraum, Archimboldo, Velasquez, Lucas Cranach d.Ä., Hieronymus Bosch, Dürer massenhaft, bestücken alle Ausstellungen die anderswo laufen mit ihrer ständigen Sammlung). Heul doch, denke ich mir da. Der scheidende Mitarbeiter, der den Vögeln Käse und Wallnüsse auf die Fensterbank legt, gefällt mir. Die Ösis nennen sich mit Titel, aber duzen sich dabei. Ja, halt die Wiener-Stimmung, voll. Die basteln da den ganzen Tag vor sich hin an alten Schiffsmodellen, die Spieluhren enthalten (Spielzeug für Erwachsene der Extraklasse und schwitzen dabei) oder machen Zahnreinigung bei ausgestopften Eisbären, die auf einen Umhang genäht sind. Ich könnte mir ewig die Bilder anschauen. Die Vitrinenreinigung alleine, die Dicke, die von außen kontrolliert und dann zeigt, wo man noch muss, der Schwule, der ewig die Vitrine einrichtet, indem er die Pokale und anderen Dinge Millimeterweise rückt und dreht bis alles stimmig ist. Ich könnte stundenlang zuschauen. Erst denke ich, dass ich doch das falsche Leben führe, aber es wäre mir auf Dauer doch zu langweilig, weil das Basteln zu unkreativ erfolgt. Doch nicht Sushi, sondern ins Roma. Reiche Asis á la Ernst August, die sich unter einander alle kennen. Woher kommen diese Menschen. Es muss ein Stadtteil in Hannover sein, Wedemark glaube ich nicht. Die gehen ja ins 11 A und sind dann doch nicht so schlimm. Einer ist wohl pädophil und hat einen jungen Mann am Tisch, der sein Enkel sein könnte und er will nicht, dass Lino andere Gäste an seinen vierer Tisch setzt. Die Frau gegenüber hat eine versteinerte Miene, zu viel Botox. Ihr Mann muss zur Darmspiegelung erzählt sie Lino beim Gehen. Einer mit doppelreihigem Sakko und Goldknöpfen will wissen, ob seine Ole schon da ist. Sie sitzen im Separee und essen Fisch. Wie der Pinkelprinz sieht er aus und stopft sich die Servietten in den Sakkoausschnitt. Bei einem anderen hat die Freundin mit den Extensions übertrieben und er trägt Pastelltöne und hat eine Jeans hochzuzogen, so dass sie im Schritt schön kneift. Sie lassen einpacken. Neben uns sitzt ein Dicker, den ich aus Linden-Mitte kenne, als Besucher. Ich dachte, der macht in Modeboutiquen. Hat erwachsene Töchter. Heute ist er mit der kleinen Frau Essen. Beide spielen auf ihren Handys wie Teenager und es geht um Pflanzen und was passt und was 15 Meter hoch wird und, dass sie nach Hamburg fahren müssen. Sein Kaninchenstück ist ihm zu klein und Lino verspricht Nachschub, der nicht kommt. Verhungert sei das Tier, beschwert er sich mehrfach, Nachtisch lehnt er beleidigt ab, weil es doch bei dem kleinen Stück geblieben ist. Dann geht er lieber einen Joint rauchen, das würde auch satt machen. Hallo, küssen sich, winken und geben sich die Hand, wenn sie die Tische passieren oder rein kommen. Ekelhaft, ich weiß warum ich so lange nicht mehr da war. Das Publikum ist nicht zu ertragen, aber die Scampis haben mir gefehlt. Für Nachtisch haben wir keine Geduld. Lino fragt. Ob unser Freund mit der Glatze eine neue Freundin hat (der weiß auch jeden Tratsch). Zuhause Picassobericht. Stephan sagt, er hatte auch viele Frauen und die leben auch mit ihm unter einem Dach. Wie süß. 1000 Keramiken in einem Jahr. Ich mag den Output von diesem Mann und kann das mehr verstehen als ständige Schaffenskrisen. Dann sollte man es doch lassen. Ich will auch nicht im Sprint gut werden. Es macht keinen Sinn. Dieser Mann war schon ein Jahrhundertgenie. Wie es die Stile alle beherrscht hat und seine Bilder, die er als Jugendlicher schon gemalt hat, die aussahen wie alte Meister und sein totsicherer Strich. Das ist einfach toll und einzigartig und schlau war er auch.

03.11. Beim EDC. Die Gespräche im Nachbarraum. Ich höre was von Wunde. „Sie merken, wo ich den Finger reinmache da hinten?“….“Ihr Stuhl muss sich da durcharbeiten. Bei manchen Frauen sind die Därme so. Da können Sie nichts dafür. Das sitzt dann da drin und dann fangen Sie an zu pressen und damit machen Sie sich den Beckenboden kaputt“. Irgendwie kommt mir das bekannt vor und ich höre sie: „Ja, aber das stört, wenn ich auf die Bühne muss“. Dann kommt der Doktor zu mir. Meine Werte sind gut, die Flohsamen soll ich nehmen bis der Stuhl die gewünschte Konsistenz hat und die Darmspiegelung gibt es erst mit 50, alles klar. Nehme Stift mit. Und dafür war ich aufgeregt? Gerichtspost. Frau Reimann könnte ich auch mal einen Kalender machen. Mein 18-Jähriger hat verschlafen und kommt nicht. Wir wollten den Kontoeröffnungsantrag ausfüllen. Kaffee mit dem Kollegen, den ich diese und nächste Woche kaum sehen werde. Der Bandname steht (sie musste sich entscheiden, weil die Konzertankündigung oder das Plakat raus musste). Viele Dinge. Gerade ist Bewährung abgelaufen und Verfahrenskosten wurden niedergeschlagen, steht Termin beim Gerichtsvollzieher am Mittwoch an. Er hat zufällig heute seine eine Stunde Sprechzeit und ständig ist besetzt. Ich schicke Fax und erreiche ihn dann 3 Minuten nach der Zeit. Er weiß schon, wer dran ist und begrüßt mich mit Namen. Legt er den Hörer daneben bis die Stunde rum ist, will ich wissen. Es geht um irgendwelche Gerichts- oder Strafsachen. Hebt dem Termin übermorgen erst mal auf und schickt mir die Sachen. Ausgerechnet heute, wo ich die Post kriege, dass die letzte Sache erledigt ist. Meine Arbeit darf auch nicht zu Ende gehen. Mein Neuer kommt nicht, nur Mutter mit Haftantritt. Stephan bringt mir Knäckebrot. Das hatte ich mir fürs Büro gewünscht. Immer schön Käse und Butter und Honig.

Nachmittags kommt nur die Mutter, aber nicht der neue Betreuter, der multiplen Substanzmissbrauch betreibt. Sie bringt Ladung zum Haftantritt mit. Wir besprechen, was jeweils zu tun ist. Auf Dauer komme ich damit nicht aus, wenn sie immer alleine kommt. Ich muss schon ihren Sohn sehen. Hammerfoto erfreut den Nachmittag.

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Sport war super. Junge, sympathische Teilnehmerin. Irgendwie habe ich meine große Haarnadel verbaselt. Abends ist die Kürbissuppe so scharf (dank eingelegter Gemüsen aus Oberfranken), dass ich sie kaum essen kann und dabei waren die Zutaten so lecker und man schmeckt nichts mehr. Stephan sagt, dass er es mag, seinen Unfall. Die Laune ist entsprechend. Käsebrot und Peanutfudge. Wir schauen The Descendants. Ich mag den Film, nicht nur, weil George Clooney der Betrogene ist. Ich finde ihn einer der wenigen guten Filme mit dem Mann und seine Filmtöchter sind großartig. Die Junge, die sich Strandmöpse aus Sand in den Bikinioberteil rein macht. Der Freund der älteren, der Gitarre spielen und kochen kann und immer Gras am Start hat. „Deine Mutter muss unheimlich stolz auf Dich sein“ kommentiert das Georg. Wie Georg der betrogenen Frau, die nichts davon weiß auf den Mund küsst beim Gehen, wie er dicht hält auch als sein Schwiegervater ihn provoziert, was für eine treusorgende Ehefrau seine Tochter gewesen sei und, dass sie was Besseres verdient hätte. Irgendwie ist Herrn Clooney auch überzeugend ein Abkömmling eines hawaiianischen Königs. Zum Schluss er mit seinen Töchter mit Eis vor dem Fernseher. Herrlich. Ich mag den Film. Zwei Mal Wien zu Jahresbeginn ist beschlossene Sache. Schreibe dem Typen, der die Wohnung direkt am Yppenplatz hat von Stephans Account. Freue mich auf sinnlose Tage in Wien, KHM und schlemmen und dann auf Fasching und Geburtstag beim nächsten Mal.

04.11. Mein USA Paket ist angekommen in der Nacht. Yuhu!!! Im Zug meldet sich der Drogenberater, dass er meinen neuen Betreuten im Mecki-Laden gefunden hat. Er soll die Fiktionsbescheinigung einkassieren, damit ich das dann machen kann, wenn er es nicht hinbekommt. Lehrte ist scheiße und wenn man es den Leute dort sagt, sind sie beleidigt, aber wer will hier schon wohnen an der Peripherie von Hannover? Handgemachte Teddies aus Mohair, der eine hat richtig Zähne.

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Mich hat so ein Bär durchs Leben begleitet. Zotti wurde in San Jose entführt und meine Mutter musste Lösegeld zahlen um ihn wieder zu bekommen (ich hatte ihn auf seiner Schaukel liegen lassen). Dann wurde er auch operiert und seine Flicken an Händen und Füßen wurden erneuert und seine Nase nachgenäht. Stehen junge Mütter auf so was oder ist es zu altmodisch. Das müsste ich schon wissen bevor ich 99,- € ausgebe. Viele Fotos abgeholt. Echt schöne Bilder dabei. Manche kommen gleich in die Post und zwar 2 x nach Berlin.

Nachmittags arbeiten, Heizung ist kaputt. Sozialarbeiter, die ich anrufe, kommen auf Datenschutz und ich soll ihnen eine Visitenkarte zu faxen, damit sie wissen, dass ich auch diejenige bin. Was ist das für ein Schwachsinn?

Die Borderline Frau ruft an, dass sie bei der Telekom sei, weil ich wollte, dass sie sich beraten lässt um die Telefonkosten zu senken. Nein, das wollte ich nicht. Vor Jahren hatte sie Rechnungen über 150,- €, weil sie kostenpflichtige Spiele gespielt hat und das sollte sie bleiben lassen. Zur Beratung geschickt habe ich sie garantiert nicht. Kann es sein, dass sie aus eigenem Antrieb bei der Telekom sitzt? Ich hasse es, wenn Dinge verdreht werden und damit bin ich sehr zuverlässig indem ich Details weiß, was ich und andere gesagt haben. Da lasse ich mich auch von einer Borderlinerin nicht verarschen. Sie soll nichts unterschreiben, sondern das Angebot mitnehmen und prüfen lassen. Die behaupten, es wird billiger und drehen einem irgendeinen Vertrag an und am Ende ist es doppelt so teuer. Ob sie das nicht kennt?

Meine Mutter hat Mäuse in der Küche (Fallen sind schon gestellt, aber Lebendfallen). Während ich panische Angst vor Spinnen habe und meine Mutter sie auf ihren Armen herum laufen lässt und mich damit durch die Wohnung jagt, mag ich Mäuse und schlage ihr vor, sie mit Käse einzufangen und als Haustiere zu halten. Sie schreibt mir, dass eine Jugendfreundin von mir gerade nach Manchester zieht. Die Stadt lieben wir und sie liegt nahe an Liverpool, wo meine Cousine lebt. Das könnte also mal was werden.

Mein Betreuter, der immer anruft mit iranischer Vorwahl und angeblich in Stuttgart ist (Stephan verarscht das immer), kommt vorbei, nach einem vergeblichen Anlauf gestern. Ich soll mich um die Einbürgerung kümmern. Er will mir Pistazien aus Teheran schenken. Ich lehne ab, aber freundlich und sage, die kann er selber besser verwenden.

Meine Haarnadel (und sie ist riesig und aus einem Naturstoff wie Horn und unersetzlich) wurde beim Putzen hinter der Bank gefunden. Yuhu!! Heute ist mein Glückstag. Erst kommt das Paket an und dann das.

05.11. Ewig träume ich, weil Stephan und ich uns einen Hundewelpen aussuchen und jeder sieht extrem anders aus von diesen Mischlingen, der eine Weiße hat mehr Pudel und verliert dadurch weniger Haare, der gestromte kam gleich auf mich zu. Ich sehe jeden Hund ganz detailliert. Wir kriegen 5 mit zur Probe und Stephan macht Gehorsamkeitstests mit dem Futter, was mit dann etwas auf die Nerven geht. Die Frau/Verkäuferin meint, dass sie Feininger in tot gesehen hat und ich erkläre ihr, dass sie uns verwechselt, weil sie dafür zu jung ist. Das sei schon 10 Jahre her. Ich bin eigentlich gegen Welpen, weil das ist Überraschungspaket und man weiß nicht, wie die in Ausgewachsen aussehen. Mit dem Mann flirte ich etwas und es geht um Mate-Kaffee, der ganz stark ist und aussieht wie Eiskaffee. Lecker. Daran merke ich, dass es Zeit ist aufzuwachen, wenn ich vom Kaffee träume.

Trudy hat das überwiegend für sie bestimmte Paket weitergegeben und Sedric durfte es erst aufmachen wenn er seine Hausaufgaben fertig hat. Sie ist dann gegangen. Morgens kommt die Meldung von Andrea. Meine Kette mit den Vogelknochen ist angekommen. Sie schickt mir ein Foto von Halloween. Sie und ihre Arbeitskolleginnen haben sich als Minions mit Gru verkleidet und damit den Gruppenwettbewerb gewonnen. Sie würden uns so gerne in besuchen kommen und Alannah redet immer davon, ist aber noch zu jung um alleine zu kommen.

Ganz süße Tipps von unserer kanadischen Gastgeberin aus Lausanne. Freue mich schon auf das teilen der Wohnung und die 2 Katzen, während mein Mann gerne gediegen unsere 20. Hochzeitstag begehen würde. Freue mich auf Crepes und Fondue. Das Restaurant was einen auf Zug macht mit 1. Klasse usw. als Einteilung des Menüs gefällt mir total, auch wenn ich das Bocuse-Zitat leider nicht verstehe.

Ladung zum Haftantritt ist aus der Welt. Geld wurde umgebucht. 10,- € werden ausgebucht. Ist erledigt.

Mein Betreuter, der sich Wochen lang nicht erreichen ließ, ist in der Reha, 5 Wochen. Hat die Rentenversicherung ihm verordnet, dem alten Orchestermusiker im Staatsdienst. Ich muss mich um das Krankengeld kümmern. Die Auszahlscheine liegen noch auf seinem Schreibtisch.

Der Spielsüchtiger werde ich Geld leihen, dass sie zum Vorstellungsgespräch für die stationäre Therapie fahren kann. Sie bringt mir Morgen die 50,- € vorbei, die bis zum Monatsende reichen müssen und ich teile es ihr ein. Langsam fängt sie an, Vertrauen zu gewinnen und ich bin ja eh locker. Sie hat einen Termin mit einem Pflegedienst, aber will sich mit denen im Café treffen und sie erst mal nicht in die Wohnung lassen. Die Erweiterung der Betreuung um den Bereich Gesundheitssorge, weil ich mich eh kümmere und sie ja auch von ihren Nöten mir berichtet, will sie sich überlegen.

Peinlich, aber mein Betreuer muss 175,- € nachzahlen nach Steuererklärungen für 3 Jahre. Das ist die Firma Balzac dran schuld. Gut, da gehe ich auch nicht mehr Kaffee trinken. Das die scheiße bezahlen wusste ich vorher schon.

Meine Mutter meldet Stephan, dass unsere ehemalige Nachbarin die Wohnung in Berlin aufgelöst hat, die sie mit ihrem Mann hatte. Er fliegt aus einer Großkanzlei nach der nächsten, war aber für meinen Paps immer der erfolgreiche Wirtschaftsjurist. Sie zieht jetzt nach Manchester. Die Stadt liebe ich ja, vielleicht besuchen wir sie da mal. Ich sollte mal schreiben.

Ich liebe es, wenn die Bäume gelb sind. Der gelbe Tsunami vor unseren Fenstern. Da könnte ich Tage lang drauf gucken und mich nicht satt sehen, aber auch draußen, wenn man durch die Stadt fährt. Einfach toll-

Ich werde nicht auf den Straßenstrich gehen für Herrn Morrissey stattdessen Yoga. Beim Kundalini war ich das letzte Mal. Das konstante Dummgelabere ist so was von abtörnend und dann dieser Zahlenfetischismus. 52 Vorderbeugen und jeder in seinem eigenen Tempo und dann doch nicht und Eigenliebe ist ein wichtiges Thema unserer Zeit. Nein, Eigenliebe gibt es zu viel. Selbstverliebtheit und Egoismus. Das ist gerade das Problem, dass alle auf sich gucken. Sie wollte ein Set machen für die Bauchspeicheldrüse, aber die Teilnehmerin ist heute nicht da. Die Organe tun ihren Dienst bis sie eines Tages sich bemerkbar machen, weil man ein Gummibärchen zu viel gegessen hat (!?). Intuition und Wahrnehmung, das ist das gleiche, so was stellt die schlaue Lehrerin am laufenden Band fest, bemerkt aber wieder neu nach der Hälfte der Stunde, dass wir eine Schwangere in der Gruppe haben. Die kenne ich schon und ich bin erst das zweite Mal wieder da. Wahrnehmung und Intuition bekommt sie von mir eine sechs und sie nervt mit ihrem Dummgeschwätze ohne Ende. Nachdem sie uns zum Schluss ein englisches Lied mit „inner light, guiding your way“ und dass sie uns wünscht, dass immer die Sonne für uns scheint (und das will ich selber nicht, weil ich Schatten für durchaus wichtig halte, auch im übertragenen Sinn) vorgespielt und übersetzt hat, will ich nur kotzen und wir sollen alle nur ein Wort sagen, ein Gefühl was jetzt präsent ist. Ich hatte mir vorgenommen heute „weiter“ zu sagen. Die Frau vor mir beginnt damit und nach 4 x weiter bricht sie das ab. Ich gehe da nie wieder hin. Lieber schön Pilates ohne Gelaber, da ist viel mehr Yoga drin. Kaya macht es ganz hervorragend und kompensiert mich etwas. Beim Meditieren ist mir eingefallen B a r b a r a C h i c o. Das sind genau 12. Da kann ich jeden Monat mit einem Buchstaben versehen im Kalender. Dann kommt mir die Sterbehilfe Diskussion in den Kopf. Das Recht auf Selbstbestimmung und der Fall der jungen Amerikanerin, der durch die Presse ging. Sie sagte, wenn Du stirbst, läuft ein Film vor Deinen Augen ab, mach, dass er sehenswert ist. Ich sehe das anders und meiner würde dann eher ein Horrorfilm werden, aus dieser Sicht. Ich selber habe eine für mich selber überraschende konservative Einstellung dazu. Ich denke, ich habe kein Recht mein Leben zu beenden. Ich habe es mir nicht selber gegeben und darf es nicht nehmen oder das Ende selber bestimmen. Wenn Schlimmes auf mich wartet, dann ist es eine Prüfung durch die ich durch muss und wer weiß, was im Schlimmen innen verborgen ist, für Träume, Erkenntnisse, Gefühle. Das alles vorher abzubrechen, da nimmt man sich viel Erfahrung und ist feige. So sehe ich das, aber ohne Sendungsbewusstsein, d.h. das können andere gerne anders machen. Ich würde es für mich aber nicht wollen oder in Anspruch nehmen. Es muss nicht immer alles schön und gesund sein.

Zuhause hat mein Mann Kartoffeln gekocht und Salat geputzt. Das ist toll.

06.11. Morgens versuche ich die Ummeldung meines neuen Betreuten, nachdem die Schlange bei der Ausländerstelle zu lang ist und merke, wie man abfährt damit. Der Mann druckt mir Sachen aus dem Internet aus, wenn ein nicht EU-Bürger von außerhalb (war vorher in Stadthagen angemeldet) zuzieht usw. Ich bin genervt und fahre zum Wohnungsamt. Dort wartet schon Herr Ihme mit Begleitung. Wir stehen im Flur und ich erkläre allen Wartenden wie das Procedere sein wird, dass sie als Erstes erklären, dass die Stadt Hannover nur ein Belegrecht für 10 % der Wohnungen hat. Ich frage einen älteren netten Mann von der Security, ob er schon mal Antragsformulare gibt, damit man die Wartezeit nutzen kann. Nein, die gibt es nur in den Zimmern. Ja, oder im Internet, wie ich feststelle und mich ärgere, dass ich schlecht vorbereitet bin. Alle, der Mitarbeiter und die Wartenden stellen fest, dass man das verbessern könnte, „wie beim Finanzamt“, wie der Rentner meint, mit dem ich Fahlstuhl gefahren bin. Im Fahrstuhl fuhr ein technischer Mitarbeiter, der schwer nach einem in die Jahre gekommenen Szenehengst aussah, sehr dünn, große Nase, Tattoos, Ray Ban Brille, schaut mich von der Seite an. So ganz dünne Männer sind ja nicht meins. Der Termin läuft gut, außer dass Herr Ihme am 05.11. schon pleite ist und keine 19,- € hat. Wir reden mit ihm im Treppenhaus. Wo das Geld ist, weiß er nicht. Wieder Handy gekauft. Die Nummer brauche ich mir gar nicht aufschreiben, weil das wird er nächste Woche versetzen, mit einem Verlust. Es ist so berechenbar. Er muss einsehen, dass es so nicht weiter geht. Er hat die Käfer im Kopf und ihm ist alles egal, er habe kein Geld oder zu wenig und seine Schuhe sind kaputt. Es ist ganz schwierig. Ich sage, von einer neuen Wohnung alleine dürfe er sich nicht zu viel versprechen, weil seine Probleme würden doch bleiben und auch mit wenig Geld könne man eine wohnliche Wohnung haben, weil man hat viel Zeit. das sei Veranlagungssache. Dass es bei ihm so aussieht, wie es tut, hängt mit anderen Dingen zusammen und auch wenn ich ihm 1000,- € geben würde, hätte er nächsten Monat diese kaputten Schuhe an. Da wäre ich mir ganz sicher. Wir schlagen ihm eine betreute WG vor. Die Käfer im Kopf. Es könne sein, dass er damit leben muss, dann braucht er Ablenkung, wie jemand der Tinnitus hat. Er denkt immer, wir nehmen ihn nicht ernst, aber das stimmt nicht. Lange setzt er sich dem Gespräch aus. Ich verstehe, dass er so lebt als gebe es kein Morgen, aber das macht meine Arbeit und eine Verbesserung seiner äußeren Situation durch eine neue Wohnung oder so was nicht gerade leichter.

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Dann fahre ich bei meiner Altenheimbewohnerin vorbei und besuche sie. Ihre Augen-OP ist verschoben. Sie hat zwar Demenz ist aber erstaunlich gut im Bilde. Ich sage ihr, dass ich bald Sozialhilfe für sie beantragen muss, weil ihr Geld aufgebraucht ist, dass sie 100 Mark im Monat bekommt (es sind 100,- € Taschengeld) und das Geld nicht aufbraucht (was auch stimmt, sie spart noch davon). Sie habe immer sparsam gelebt. Ich soll die Tochter in Hamburg anrufen, dass die OP ausfällt. Das vergesse ich im Eifer des Gefechts und die kann sich auch mal melden, entschuldige ich meine Panne damit. Meine Mutter nervt mich etwas und will mich einspannen für Dinge, die ich nicht einsehe. Das Heim fragen was mit den Spendengeldern geworden ist, wo sie eine Abrechnung angekündigt haben. Diesen Satz kann meine Mutter selber formulieren, von ihr habe ich doch mein Talent. Meine Schwester soll auch Unterhosen von Uniqlo bekommen, weil wir welche in San Jose gekauft haben und ich soll sie im Internet bestellen, weil sie keine Karte hat. Mein Vater ist doch Meister des Internets und der Kartenbestellungen. Sie ist außerdem misstrauisch, warum Dr. Po erst mit 50 eine Darmspiegelung bei mir machen will und befürchtet Vorurteile und Diskriminierung dahinter, sagt mir das aber nicht direkt, sondern Stephan. Auch das macht mich wütend. Ich hatte ihr schon erklärt, dass ich mich an einen Experten gewandt habe und nun das Ergebnis akzeptiere und nicht schlauer bin als er und ihm sage, was er machen muss. Selber spiegeln geht kaum. Hier muss ich eine Runde ignorieren, sonst eskaliert das. ich kann es nicht ruhig formulieren und das Problem ist, dass ich als Tochter erst mal ja sage und mich dann vermutlich am meistens über mich selber ärgere.

Nachmittags kommen die Frauen zum Geld holen. Die Spielsüchtige hat nur 25,- € dabei und will die auf einmal wieder abholen. Gesundheitssorge soll nicht über das Gericht laufen, aber Schweigepflichtsentbindung würde sie erteilen. Elisabeth Taylor hat Sex im Wald und es ist ein Pole hinter ihr her, der immer anruft. Deswegen will sie die Kontoausdrucke auch nicht mitnehmen, nicht dass die in falsche Hände fallen. Spritze hat sie genommen und auch Pillenrezept eingelöst. Nach 50 Minuten zuhören bin ich erschöpft. Steffi sagt unser Abendprogramm ab. Ich bin entschlossen das Kinoprogramm trotzdem durchzuziehen. Ich lese die ärztlichen Gutachten zu meinem neuen Betreuten, zwar Sucht, aber geschlossenen Unterbringung, weil er keinen freien Willen bilden kann und sich dann umbringt, wenn man nicht handelt, telefoniere mit der Mutter, wie wir die Entgiftung organisiert bekommen. Ich kümmere mich um einen Platz und sie fährt ihn hin. Zuhause bekommt Detlef seine Zahnpasta aus Paris und USA und er und Stephan bereiten sich auf den Jazz-Club vor. Wir essen schnell ein paar Käsebrote. Ich Snäckebrot mit Pretzelsalz. Nein, das ist kein Knäckebrot, es hat Fett drin. Nein, ich gehe nicht mit, vielleicht später bei Feinkostlampe. Ich esse eine Thunfischpizza auf der Limmerstraße und gehe das erste Mal im Leben alleine ins Kino. Philomena mit Judi Densch. Guter Film, schöne irische Landschaften und gut erzählt. Sie spielt die einfache Frau, die so viel Schlechtes widerfahren ist, Teeangergeburt, von der Familie verstoßen, ins Kloster gegeben, dort Zwangsarbeit, ihren Sohn darf sie eine Stunde am Tag oder in der Woche sehen und sie nehmen ihr ihr Kind weg. Sie ist trotzdem nicht verbittert und verzeiht, ist immer nett zum Personal. Sie findet den Sohn nicht, weil der nach Amerika adoptiert worden ist und dort beruflich erfolgreich war als Anwalt unter der Reagan-Busch Administration, aber heimlich schwul war (mit einer Kollegin, die ihn zu offiziellen Anlässen begleitet hat) und an Aids gestorben ist. Beerdigt ist er auf dem Gelände des Klosters und die Nonnen haben bewusst einen Kontakt zwischen Mutter und Sohn, die sich gesucht haben verhindert. Das ist so gemein. Zum Personal bin ich auch nett, aber ich habe doch viel mehr Wut in mir. Anschließend in einem vollen Club, ich mache gleich kehrt auf dem Absatz. Zuhause treffe ich Detlef und Stephan und das Konzert hätte mir allem Anschein nach gefallen. Auch meine Papiersachen hätte ich aus dem Atelier abholen können, aber ich habe mich für Kino entschieden. Morgen will ich ins Siloah, dem Arbeitsplatz unseres Freundes. Eine Betreute wurde an der Lunge operiert.

07.11. Ich träume, dass ich bei Steffi, die männliche Geschlechtsteile hat, Sexualpraktiken absolviere, die ich nicht mal bei Stephan mache. Wir feiern mit ihrem Ex aus der Glocksee und es geht alles etwas exzessiv daher. Erzähle Stephan von dem Traum und habe irgendwie ein schlechtes Gewissen. Ich fahre zu meiner Betreuten, die Lungenkrebs hat. Die Tochter und der Schwiegersohn sind da. Beide waren Junkies, sind aber clean, die Tochter arbeitet und sie haben Kinder. Ich will nicht stören, nur wer so nah bei mir liegt, da wollte ich rum kommen. Nein, ich störe nicht. Der Kaffee sei nur halbvoll und koste 2,- €. Das sei frech. Auch der Fernseher sei in anderen Häusern umsonst. Hier kostet das Medienpaket 3,99 € am Tag. Liebevoll zeigt der Schwiegersohn Mama die Fernseheinstellungen an dem flachen Tablett auf dem Schwenkarm. Das Essen ist für Frau Müller, die schon entlassen wurde. Chaotisch geht es zu auf der Station mit den Lilaabziehbildchen an den Wänden. Keiner weiß Bescheid und die Mitarbeiter schauen nur kurz rein und sind dankbar wenn andere Personen mithelfen. Die Tochter will sich über die Krankheit informieren als Angehörige, dass sie besser beraten kann. Lungenkrebs sei keine Erkältung und Mama hätte nun mal exzessiv geraucht und irgendwann bekommen wir alle die Quittung, sie müssten jetzt auch aufhören damit. Sie macht ihrer Mutter das Essen klein und redet ihr gut zu, dass sie essen müsse. Wir loben sie alle, wie gut sie drauf ist dafür, dass sie gestern operiert wurde und auf der Intensivstation war. Sie liegt auf einem dicken Schlauch, der in einen Koffer voller Technik hineinführen und man sieht das verdünnte Blut hin- und herschwappen. Das sind nicht die Schmerzmittel, die aus einer Kanüle kommen. Was ist das? Blutwäsche?

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Offenbar fließt hier die Wundflüssigkeit ab und nicht mehr in so Beutel mit Unterdruck, wie ich es noch kenne, aber so ein dicker Schlauch, der über den Rücken in den Rumpf geht. Ich mag mir das gar nicht vorstellen, auch wenn er sich vielleicht noch verjüngt bevor er in den Körper geht. Ich mag die Tochter mit den dunklen kurzen Haaren, den strahlend blauen Augen und der Turnerfigur. Sie will ihr nach der Arbeit Obst vorbeibringen und der Yorkshire Terrier ist bei ihr in Pflege. Ich fragte danach. Meine Betreute sagt, Morgen reicht. Die Tochter soll sich nicht so abhetzen. Sie wundern sich allerding alle darüber, warum die 2 mal eine CT gemacht haben und nichts gefunden und jetzt hat sie Lungenkrebs und die schnell wachsende Beule an ihrem Arm muss auch operiert werden und das ist ganz leicht. Ihr Arzt hatte ihr gesagt, eine OP sei aufwendig und sie solle es mit Krankengymnastik versuchen. Das sind Behandlungsverweigerer und nicht mein Dr. Po. Ja, ich soll Gesundheitssorge auch mit machen und eine Erweiterung beim Gericht beantragen. Der Schwiegersohn stellt fest, dass sie mich brauchen, weil wenn sie was beantragen, wird das gleich abgeschmettert. Ich speichere die Nummer in mein Telefon, aber man kann nicht anrufen. Das Stationspersonal kann auch nicht weiterhelfen, ob da was freigeschaltet werden muss. Die drücken einem allen Ernstes die Broschüre in die Hand, als würde ich Mandanten den Palandt, die Gesetzsammlung zum Lesen geben. Ich habe keine Worte für die Krankenhäuser. Ich verabschiede mich und sage, sie soll nicht zu viele Gerichtssendungen schauen, weil gerade eine läuft. Das wäre nicht förderlich bei der Heilung. Alle lachen.

Unten gehe ich durch die Cafeteria und stelle fest, dass die Leute aus weißen dünnen Plastikschalen essen. Schnurstracks mit Stechschritt zu meinem Fahrrad. Es klopft gegen die Glasscheibe. Das ignoriere ich gekonnt. Ein junger Typ läuft mir nach, sein Vater usw. es ist ein Kollege, der seit Monaten im Krankenhaus ist. Ich habe etwas Zeit und setze mich dazu. Blutwäsche war angesagt und da sehe man das personifizierte Leiden und wolle nicht mehr leben. Schreiben will er nicht darüber, das wolle keiner lesen. Er kann malen, wie Helnwein und ich schlage vor, die Blutwäschemaschine, die er eindrucksvoll beschreibt als Motiv zu wählen, statt einer irischen Landschaft. Sein Essen, Hühnerfrikasée soll das wohl sein, sieht erbärmlich aus. Ich will nächste Woche was Besseres vorbei bringen. Ja, das sei wichtig für die Genesung. Er will sich bei mir melden. Jetzt habe er das Gröbste überstanden und ohne Fuß könne man leben. Das habe der Sohn auch gesagt. Er kann nur bedingt darüber lachen und ihm wird es dann nach ca. 1 Std. zu viel und wir verabschieden uns. Die Kontaktdaten des konservativen Sohnemannes will ich nicht notieren. Wo bleibt seine Frau? Das habe ich nicht gefragt und bin auch nur mit ihm befreundet. Es geht um die Hautklinik und verseuchtes Wasser und eine Kita und die Junkies dort und Polizeikontrollen. Dem Sohn erkläre ich, dass sein Vater es eher immer mit den Kindern hat und ich mit den Junkies. Als er um die Polizeikontrollen geht, die mit dem Wagen auf den Spielplatz fahren sage ich, die nehmen denen ihr Substitutionsmittel ab, was sie nicht gleich in der Praxis eingenommen haben und behaupten, dass sie damit Handel treiben wollten. Ja, das stimmt ja auch meistens, weiß der Naseweis von Sohn und wenn es so wäre, ist verfehlte Drogenpolitik und die richtigen Verbrecher können sie nicht erwischen, weil die ihnen überlegen sind und konzentrieren sich dann auf die einfache Beute und verschwenden damit meine Steuergelder bzw. die von anderen und verschaffen mir ein Einkommen, wenn ich dann teuer bestellt werden muss. Früher waren die Eltern konservativ und die Studenten ein bisschen freaky. Das ist jetzt umgekehrt. Mein Kollege interessiert sich für Kunst und Wissenschaft und hat immer verrückte Ideen und Pläne, experimentiert mit Schellack und lässt eine Rede in einen niedersächsischen Dialekt (Nähe Cloppenburg), der einer eigenen Sprache gleich kommt, weil die im Moor leben und abgeschieden sind von einem amerikanischen Wissenschaftler übersetzen. Der Mann hat Bücher darüber geschrieben und das neue Testament, ein Schwarzer, der erst über rätoromanische Sprachen studieren wollte, aber das Fach schon belegt war. Die Rede, mit der er die Familie der Braut seines Neffen etwas aufs Korn nehmen wollte, konnte er nicht mehr halten, weil er im Krankenhaus landete, wo er nun Monate verbringt. Was für ein Zufall, dass ich ihn getroffen habe, aber Zufall gibt es vielleicht nicht. Will ihm meinen Ai Wei Wei Stift aus SF schenken. „Creativity is human and can only be untaught“ steht da drauf.

Ein wirklich langjähriger Betreuter kommt vorbei. Den sehe ich vielleicht zwei Mal im Jahr. Der Sohn hatte Vorhautverengung. Da haben sie alle Probleme mit ihrem Schniedelwutz, er weiß auch nicht. Mit dem Sohn macht er das bestimmt gut, seine Mutter war Erzieherin. Ist jetzt arbeitslos kurz vor der Rente, auch den 1,- € Job hat sie nicht mehr, weil sie nicht gesund und abwechslungsreich genug gekocht hat für die Kita. Die Ansprüche seien heutzutage anders. Der Bruder hat Angst, dass er für die Eltern zahlen muss. Lasse mir die Eckdaten geben. Nein, muss er nicht bei seinem Einkommen und er hat selber 2 Kinder. Da kann er ihn beruhigen. Ich kenne den Betreuten als er noch im Jugendzimmer zuhause gesessen hat und das Haus nicht verlassen hat und süchtig war nach Computerspielen und ein Starwarsposter hing an der Tür, dann Tiefenbrunn, im Auto mit Bruder und Schwägerin zusammen hingefahren und eine Mitpatientin mit der er zusammen gekommen war hat sich nach der Entlassung das Leben genommen und man hatte Angst, dass er sich was antut. Wir haben schon einiges zusammen erlebt. Er merkt jetzt im Alter, dass alle Probleme haben, Schulfreunde haben zwar Job und Familie, kiffen aber zu viel. Da seien seine Probleme noch mittel. Er nimmt angstlösende Mittel über die wir sprechen, Dosierung und Wirkung. Wie lange kennen wir uns schon, will er von mir wissen. Bestimmt 15 Jahre. Wie lang hat er mich noch und wann gehe ich in Rente. Das ist noch nicht so weit, kann ich ihn trösten. Seine Mutter ins Pflegeheim und ich in Rente, da haben wir noch etwas Zeit. Er merkte auch, dass er älter wird, der Rücken tut weh, die Haare werden grau. Betreute altern sehen ist für mich fast wie Kinder haben.

Heute mal Sport. Werde in der Umkleide auf mein Kleid angesprochen. Von meiner Oma. „Flotte Oma“. Hat sie zur Hochzeit meiner Eltern getragen, weil ihr Mann war gerade gestorben war, hat sie schwarz getragen. „Das wolltest Du gar nicht wissen“, sage ich dann, aber es ist mir so eingefallen. Alles gut sagt sie und ich denke, ist älter als ich das Kleid und das Bild von ihr auf der Hochzeitsfeier hat sich bei mir eingebrannt. Habe ja nicht viele Kleider von meiner Oma und wohl einigermaßen ihren Körperbau. Erst Tanzen, Hideaway ist der Aufwärmsong, Freestyle sogar mit Diskokugel, dann Grace, eine Neue macht ein Gesicht als würde sie was bitter-saures Essen.

Beckmanns. Der beste Fisch mit Kartoffelpüree und Muschelsud und auch das Parmesanlastige Risotto ist köstlich. Ich liebe den Laden. Dann ins Sprengelkino. Night moves. So heißt das Boot was sie einem Rentner abkaufen, die Umweltaktivisten, um damit einen Staudamm in die Luft zu sprengen. Vorher müssen sie Düngemittel kaufen. Das macht die Frau in der Gruppe und erzählt von der Brokkoli-Ernte. Bei der Aktion wird ein Camper getötet und das zermürbt die drei Akteure, vor allem die beiden Hauptdarsteller. Der Mann ist gefühlsgestört und arbeitet in einem Farmkollektiv in einer Jurte mit Loch in der Decke, das heißt kreisrunder Öffnung nach oben. Er hat einfach nicht nachgedacht was seine Taten für Auswirkungen auf andere haben können. Die Polizei ermittelt und vom seinem Chef, sie leben eher wie in einer Familie, der die Farm betreibt, werden die Rechner beschlagnahmt und sein Lebenswerk und die Existenz seiner Familie steht auf dem Spiel. Dieser hatte vorher die Tat damit kommentiert, dass es Theater sein und nichts bringe, weil der Fluss 20 Staudämme habe. Die Ermittlungen bekommt man nur am Rande mit wie auch die ganzen Medien, die fast aufgeblendet sind. Der Film ist sehr langsam erzählt und hintergründig. Die Frau, die in einer Frauensauna arbeitet ist am Boden zerstört und hat hektische Flecke und muss darüber reden. Sie macht sich Vorwürfe und er will wiederum verhindern, dass sie redet.

08.11. Email aus meinem ehemaligen Atelier. Die Nebenkostennachzahlung schulden wir, sagt die Anwältin und der Hauptmieter ist angesichts einer Zahlungsfrist panisch geworden und hat schon mal gezahlt. Das ärgert mich, weil ich denke, ich wäre hartnäckiger gewesen. Ich glaube, sie wären gerichtlich nicht damit durchgekommen, das Atelier wird eh aufgelöst. Was ist mit Verjährung? Hier werden viele Jahren nachträglich aufgerollt und man hatte mit Schätzzahlen gearbeitet und bereits Abrechnungen gemacht. Warum gelten die nicht mehr. Ist der Typ nicht erwachsen? Was lässt er sich von einer Zahlungsfrist so ins Bockshorn jagen? Jetzt muss ich auch zahlen, weil ich den netten Künstler nicht hängen lassen will. Es zeigt sich mal wieder, Leute zum Anwalt schicken bringt nichts. Das regt mich auf und, dass die Mutter meinen Betreuten erfolgreich in die Entgiftung gebracht hat und dann an der Haustür im Büro gescheitert ist. Man ließ sie nicht rein in den Hausflur mit den Worten, es sei Wochenende. Ich bin stocksauer und werde keine Zalando-Pakete mehr annehmen bzw. es jedem Hausbewohner gegenüber zur Sprache bringen, was das soll. Man kann doch aufmachen, wenn Leute was in den Briefkasten stecken wollen. Postkarte von einer ehemaligen Nähfreundin. Körperplakat aus der Kinderzeitschrift für das Krankenhauszimmer. Steffi kommt vorbei mit Blumen. Mein Lokal, dein Lokal, peinlich ist der Typ vom Chimu mit viel Fremdschämen und dazu Kalender basteln. Nicht schon wieder Kino. Einfach ein Wochenende im Schlafanzug und Pasta mit gegrillten Artischocken. Meine Brüste sind kleiner geworden und haben vielleicht eine Körbchengröße verloren und das sagt mir keiner? Ich merke es an den ganzen Bügel-BHs, die nicht mehr passen (eigentlich peinlich, dass ich es selber nicht merke und dazu die BHs brauche). Sie sind mir auch unsympathisch geworden und ich schmeiße 10 Stück weg (bringt nicht so viel vom Volumen, aber trotzdem besser, man hat mehr Überblick). Ich habe mich übrigens umentschieden und will unbedingt in die Beckmann-Ausstellung. Es stimmt, dass ich schon viel von ihm gesehen haben, aber die Stillleben interessieren mich sehr.

09.11. Basteln und Bügeln wird nur unterbrochen durch einen Ausflug ins Siloah. Dafür mal etwas aufbrezeln. Das kann ich nicht zur Arbeit tragen. Calendula-Station, alles in Gelb. Wir genießen den Ausblick, das Gebäude der Bezirksregierung (?) soll einen total schönen Braunton bekommen, wenn es von der Abendsonne angestrahlt wird. Wir plaudern etwas und können unsere Fahrräder von oben sehen, wir sie im Innenhof nebeneinander und allein auf weiter Flur stehen und die Farben, rosa und lila passen so gut zusammen. Sein Sohn war mit einer Türkin zusammen und kann Türkisch, o.k. das ist cool. Das Plakat habe ich nicht dabei, habe mich nicht getraut, dabei hätte es super an den schmalen Schrank gepasst. Ich schmeiße Klamotten weg. Ich gefalle mir nicht in Hosen und die können mal alle weg. Eine alte Männerhose drehe ich Stephan an. Sie steht ihm eh viel besser und sein Hintern sieht besser darin aus und so sehe ich sie wenigstens. Dicke Gemüsesuppe mit Sellerie und Schnittlauch, Ziegenkäse und Cracker. Türkischen Dokumentarfilm und ich bügele dazu und nähe Knöpfe an. Dann Hader an der Uni München. Der Typ ist Hammer. So gut beherrscht er die Technik der Publikum Verunsicherns, weil er harmlos anfängt und alle seinen Aussagen beipflichten (gegen Massentierhaltung, gesundes Essen vom Bauernhof) und dann lässt er es immer weiter entarten (Schimmel auf der Marmelade als Gütesiegel und die gierigen, alten Landwirte, die nur wissen wollen, ob sie was dazu kriegen können, wenn einer stirbt) und spielt mit den Reaktionen. Daran merkt er, dass er älter wird. Er wollte neulich seine Kinder anrufen und dann fiel ihm ein, dass er keine hat. Schnell die Knoblauchtabletten genommen. Er und seine Frau haben sich gegen Kinder entschieden, lange vor der Scheidung, weil auch Kinder machen CO2, nicht nur der Geländewagen und dann haben sie abgewogen und kamen zum Ergebnis, dass man mit Kindern nicht so schnell von A nach B kommt und überhaupt, schlafen nachts nicht, wenn sie klein sind und später kommen sie nicht Heim nachts und dann erben sie alles und stecken einen ins Altersheim und besuchen einen nie. Die Kosten-Nutzen-Rechnung sei nicht aufgegangen. Überhaupt sei Vieles eine Enttäuschung im Leben und in Wirklichkeit kleiner und dreckiger als in der Vorstellung oder im Prospekt: die Liebe, die Ehe, die Akropolis…. In einer Beziehung ist man zusammen, schon klar, aber sie sei ganz viel da gewesen, im selben Raum und dann kurz weg und dann wieder daaaa. Und dann dieses auf der Schulter einschlafen, man liegt schon mit der Schulter ganz oben und trotzdem und es drückt einem die Bandscheibe raus und bloß nicht bewegen, sonst wird sie wach und will reden.

Morgens geträumt von einem schüchternen Mann, der zu mir will und im Treppenhaus vom Büro einfach stehen bleibt und nicht rein kommt. War das Herr Hader in gut aussehend?

Perlen

20.10. Meine türkische Betreute zu Hause mit der Wohnbetreuung. Es gibt keinen Mocha, ich habe Probleme mit Enttäuschung in den Griff zu bekommen und sie ist schlecht drauf. Macht sich gerade schick für die standesamtliche Trauung einer Nichte in Braunschweig. Die Wohnung ist für ihre Verhältnisse chaotisch und sie ist spät dran. Man merkt ihr die Medikamentenpause an. Vorwürfe zu Hameln und der Einweisung damals und der Typ mit dem sie zusammen war jetzt aber bis vor kurzem, der war Drogenhändler und seine Freunde haben sie mit einem Fluch belegt. Das sei doch alles nicht normal, dass man eine Beziehung wollte und dann ist wieder Schluss und es war auch noch komisch. Ich sage, doch so was sei normal, dass nicht jede Beziehung ewig hält und man sich in Menschen täuscht oder es dann eben doch nicht so klappt. Dann reagiert sie komisch und vorwurfsvoll, ob meiner liberalen Meinung und ich muss ihr erklären, dass ich es auch anders kenne bzw. das Standhafte und seit über 27 Jahren in einer Beziehung bin, aber ich lebe auch im Hier- und Jetzt und deswegen weiß ich, was auch sonst so vor sich geht. Sie hat lauter Strafanzeigen wegen Beleidigung und Sachbeschädigung (4 an der Zahl), hat dem Typen die Autoantenne abgeknickt und auch schon mit der Polizei gesprochen (für die hat sie ein Faible, vor allem wenn sie die Medikamente abgesetzt hat, dann sucht sie Sicherheit dort gegen die Verfolgung und will einen Polizisten mit großem Schwanz, während sie sonst brav-religiös ist wird sie dann sehr explizit). Das verbiete ich ihr ab sofort bei der Polizei als Beschuldigte eine Aussage zu machen. Im Haus mit dicken Plüschhausschuhen kommt sie auf Highheels mit Deko-Luftballons aus einem Ballongeschäft aus dem Haus. Ich freue mich an einem aufgeregten Terriermischling der Nachbarin und einer coolen Katze.

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Jetzt den russischen Pflegedienst anrufen und zu meiner Betreuten, die bettlägerig ist und die ich neulich vergessen habe. Sie liegt im Wohnzimmer im Pflegebett. Es hat ein Gitter, aber sie ist damit einverstanden, damit sie nicht rausfällt. Ich halte den Willen für ausreichend, melde es trotzdem dem Betreuungsgericht. Der Hausnotruf kann gekündigt werden.

Nachmittags die unvorteilhafte Betreute, die mal Krebs hatte und eine Rente bezieht. Den Putzjob haben sie ihr gekündigt und ich soll Klage dagegen einreichen. Die Schwerbehinderung haben sie nicht richtig berücksichtigt. Das dürfte gut laufen. Ihr Sohn hatte mich Samstag vor Aldi, auf der Suche nach Traders Joe Produkten waren wir dort gelandet (auf Anraten von Steffi, Stephan stand mit Suki vor der Tür während ich Schoko und Nüssen eingekauft habe) angesprochen in seinem Rollstuhl und ich habe ihn nicht erkannt und dachte, woher weiß der Typ Deinen Namen.

Abends treffe ich die Tochter der Türkin, die gerade Feierabend hat.

Love is strange. Ein herrlicher Film. Den einen Hauptdarsteller kenne ich nur aus Hinterm Mond gleich links oder wie die Serie heißt. Ganz toller, einfühlsamer Film. Das langjährige schwule Paar heiratet, der mit dem Einkommen verliert seinen Job als Musiklehrer und sie dann beide die New Yorker Wohnung und müssen getrennt (!) zu Nachbarn und Verwandten ziehen. Der eine ist bei schwulen Polizisten im Haus gelandet, die auf Internetspiele, Serien und Mottoparties stehen und der andere schläft im Hochbett neben seinem Neffen, der in der Pubertät ist. Sie verlieren nicht den Glauben an die Liebe und lassen sich nicht hängen, sondern hoffen auf bessere Zeiten und klagen nicht. Bevor sich das Blatt wendet verstirbt der Hinterm Mond Darsteller und nur der andere erlebt das noch. Ohne Tränendrüse, die New Yorker sind Surviver. Gerade in diesem Film kann man erkennen, dass die Regeln und Gesetze der Liebe gleich sind. Ich wundere mich immer, warum in die schwulen Filme fast ausschließlich Männer gehen und umgekehrt. Wir gehen doch auch alle in heterosexuelle Liebesgeschichten, die im Kino erzählt werden. Wenn der Film gut ist! Wir sind jedenfalls flexibel und die lesbischen Filme gefallen mir dieses Jahr besonders. Ich werde auch endlich Fördermitglied bei den Perlen.

21.10. Mein Betreuter, der immer aus dem Heim abhaut. Ich will klären, wie das ambulant betreute Wohnen abrechnen kann in dieser Übergangsphase und erfahre, gar nicht. Entweder ambulant oder stationär. Ja, aber so schwarz/weiß ist die Welt nicht. Was anderes kennen die Landeshauptstadt und das Gesetz nicht. Es sind meine Leute, auf die ich angewiesen bin bei der Führung der Betreuungen. Dann unterschreibe ich den Heimvertrag nicht und die sollen hinten runter fallen, weil die tun gar nichts und mein Betreuter muss dann zuhause wieder versorgt werden und da stehen die ambulanten Wohnbetreuer auf der Matte. Ich flippe etwas aus gegenüber dem dicken Typen von der Stadt Hannover aus der Steuerung, den ich seit Jahren kenne und der so doof lacht an der Stelle des Angewiesenseins. Ja, ich wische auch nicht den Arsch meiner Betreuten selber ab. Ich muss delegieren. Hier ist es egal, weil die Eltern privat zahlen, aber es ist ein Präzedenzfall für mich und ich streite mich eben gerne für eine gute Sache. Die MHH sagt mir, warum, das sei doch normal so eine Übergangsphase, gerade bei einem sehr Kranken und meiner lässt sich auch nicht von jedem wieder zurück führen und wirft seine Sporttasche in der Eilenriede auf die Erde und geht in Boxerstellung als ein ungeschickter Heimmitarbeiter in bedrängt. Mir und der ambulanten Wohnbetreuung frisst er aus der Hand. Ist nun mal so.

Sage Termin nachmittags bei meinem Herrn Rolli ab. Es ist Pflegebegutachtung und da kann ich auch telefonisch Fragen beantworten. Der Richter will ihn persönlich laden und sich einen Eindruck von ihm machen. Es geht um Schadensersatz des Notrufs und der Vermieter hat einen Mahnbescheid geschickt. Den sehe ich bald vor Gericht.

Nach dem Sport essen wir Crepes in der Nordstadt. Den Laden kenne ich schon seit Jahren. Interessantes Ambiente, dann Rize im Sprengel. Ich denke, das gehört zu den Perlen, aber der Jazz-Club stellt den Film vor und ein skurriler Typ, der eine lustige und zum Thema passende Geschichte erzählen will und einen großen Bogen spannt und dabei den Anfang bzw. die Pointe verliert. Ich dachte an Kunstfilm, aber es ist eine Dokumentation aus L.A. über Tanzszenen. Den Tanzclown kannte ich vorher vom Sehen. Das kleine Mädchen was zum Tanzen singt „we’re gonna party like it’s your birthday, gonna sip bacardi like it’s your birthday“ ist sau lustig.

22.10. Von meinem Alkoholikerbetreuten muss die Freundin im Knast sein. Das geht aus einer Überweisung hervor.

Beim Wetter denke ich, jetzt kann man den Unterschied zu SF erkennen und warum die Kakteen draußen lassen können. Die Temperaturen sind dort immer gleich und hier kackt es zwischendurch deutlich ab. Seasons sage wir immer zum Spaß, aber ich glaube, es ist nur Scheißwetter. Auch die seasons könnten immer sonnig sein und nicht einfach nur grau und kalt. Es kann doch nachts regnen.

Die Wohnbetreuung, die in der Übergangsphase gerade so aktiv ist und mich neulich gefahren hat (wenn auch mit etwas wenig Sprit) treffe ich beim Portugiesen und will sie zum Kaffee einladen, aber sie hat einen Typen dabei. Das geht auf die Stimmung.

Doppelyoga, die Kundalini-Frau sagt bei meinem Anblick: Welch Glanz in dieser Hütte.

Perlen, zweiter Vorhang. Vorher ins Röhrbein. Die Bedienung kann sich meine Bestellung nicht merken, weiß nur, dass wir noch ins Kino wollen und verkündet das laut. Osteuropäische Messegäste schauen mitleidig auf Stephans rosa Fahrrad. Denken bestimmt er musste das Rad seiner Schwester erben, der Arme und nicht, dass er es sich freiwillig bestellt hat.

Foxy Merkins ist ein toller Film als wäre die Frau meines Kollegen mit der Blumenhändlerin unseres Vertrauens zusammen, rein optisch. Eine unvorteilhafte Frau, dick, Brille, die als lesbische Straßenstricherin arbeitet. Schon das ist saulustig, die Vorstellung eines Straßenstrichs unter Frauen. Sie hat hauptsächlich konservative Frauen, die nicht dazu stehen. Was es kostet. „well that depends on what you want to happen and how long you want it to happen. I have a range“. Die Antwort: „I want to pay more, because that turns me on“. Ein Polizeisirene (die nichts mit den Frauen zu tun hat) und die Dicke haut ab. Nächste Szene, eine sehr saubere Wohnung, „lemon pledge“. „But that has a lot of chemicals in it“. Dann Asthmaanfall der Dienstleisterin. Die Kundin wollte Sex direkt auf dem Flurboden, aber der war leider auch mit lemon pledge behandelt. Sie lernt eine groß gewachsene andere Prostituierte kennen, die heterosexuell ist, aber als lesbische Prostituierte arbeitet und beide tun sich zusammen. Schlafen in der öffentlichen Toilette der Hafenbehörde, die Dünne unter dem Waschbecken, die andere unter einer Plastikplane. Sehr lustige Szene, morgens rausrollen. Die Lange hat eine Flache Tequila hinter der Toilette versteckt. Sie sind auf der Suche nach der Mutter der Brillenträgerin und auf dem Friedhof bietet ein Typ mit langem Trenchcoat ihnen Schamhaartoupets „merkins“ an, wie gestohlene Uhren. Die Dicke kennt das nicht. Damit hat man früher als Prostituierte seine Geschlechtskrankheiten versteckt. Farbe, „Raven, Chestnut oder Amber“ und dann die Größe. Derselbe Typ arbeitet später für CNN als sie ihm ein Video anbieten wollen, gleichgeschlechtlicher Sex mit einer Abgeordneten, sie sich gegen Schwulenrechte stark macht. Alles sehr lustig und abstrus. Mein Lieblingsfilm zusammen mit dem anderen lesbischen. Die Dicke hat eine Kundin, eine republikanische Abgeordnete (vermutlich die auf dem Video) und die nimmt sie mit ins Hotelzimmer und wenn sie nackt ist, kommt die Polizei rein mit gezogenen Waffen, auf sie gerichtet und sie soll was fallen lassen, hat aber nichts in der Hand und tut dann so als würde sie was zu Boden werfen. Beim nächsten Mal die beiden selben Polizisten und die Freierin hat eine schwarze Putzfrau mit einem bunten Turban dabei, weil sie die Klos immer putzen lässt in den Hotels. Die seien ihr nicht sauber genug. Die wird dieses Mal erschossen und vor der Tür lachen sich alle kaputt. Die Freundin muss ihr erklären, dass das Schauspieler sind und sie einen Fetisch dafür hat, dass jemand nackt vor der Polizei steht. Sie hatte total Angst und ist sauer. Nach viel Tequila, die Dicke hätte sich nicht erkältet, wenn sie den merkin getragen hätte, wie sie meint, nimmt die vermeintlich heterosexuelle ihr die Brille vom Gesicht und sagt, „what beautiful eyes, if you were a guy, I would fuck you or if I was lesbian“. Später wird sie schwanger und ist unglücklich und die andere kommt zusammen mit ihrer ersten Freierin, die mehr zahlen wollte, wo es nicht klappte und die zwischenzeitlich ihren Konservatismus abgelegt hat und viel Salat dabei hat, weil sie sich für Kompostieren interessiert.

23.10. Morgens kommt ein Schlomibetreuter, der jetzt einen Job als Krankenpflegerhelfer hat und das Geld mit vollen Händen ausgibt. Nach einer einjährigen Ausbildung und einem wieder sauberen Führungszeugnis wurde er übernommen mit einem Zeitvertrag. Er wohnt schon mehrere Jahre in einer Wohnung ohne Strom zu zahlen und sagt die Termine bei mir immer ab. Nach 7 mal klappt es einmal und dann immer dieses: „ja klar, mach ich, kein Problem“. Ich weiß, was ich genau davon zu halten habe und es regt mich auf.

Hund ignorieren ist besser als gebissen zu werden. Gute Entscheidung.

Telefonat mit der Krankenkasse in einer anderen Sache, erst der Rollstuhl, der heute genehmigt wird. Dann andere Mitarbeiterin. Sie denkt gut mit. Krankengeld bekommt man nicht bei einem Mini-Job, aber vielleicht Härteantrag beim Zahnersatz. Schickt mir die Unterlagen. Ich heiße Ra – in, sie spricht sie es aus. Ach so, steht für Rechtanwältin. Ich muss lachen. Ich sage es englisch Rain, wie Regen. Ja, meine Eltern haben einen neumodischen Namen gewählt, schon damals und statt Paris oder Apple, heiße ich Rain. Sunny wäre besser gewesen meint sie und ich: „but Rain is more German“. So kann man sich den Tag verschönern. Ganz einfach. Das nenne ich immer Telefonsex.

800,- € für betrunken Rad fahren. Ja, das ist happig. Das passiert auch nur meiner Betreuten. Sie verletzt sich nur selber, Passanten rufen die Polizei und so was kommt dabei heraus. Hatte auch mal Strafbefehl, der rechtskräftig wurde. Ein Typ hat Frau in Wohnung gelassen und die hat von seinem Rechner Motorradklamotten für ein Kind bestellt, mehrfach, Helm, Handschuhe, Jacke usw. und Internetbetrug begangen. Silke war der Vorname, sie hatte rotes Fahrrad. Vielleicht meine Silke, deren Fahrrad allerdings nicht rot ist. Der Typ sagt, nein, das war nicht meine Silke, die kennt er, weil die Mädchen früher zusammen reiten waren und die Staatsanwaltschaft sagt einfach, das sei eine Gefälligkeitsaussage gewesen und erlässt einen Strafbefehl gegen meine, die einen Rechner nicht bedienen kann und er wird rechtskräftig. So ist es, wenn man polizeibekannt ist. Dann kann man rote Ampel mit dem Rad überfahren und die halten einen nicht an und schreiben Anzeige, weil sie einen erkennen und jetzt dies. Da muss mein Kollege, der Herr Verteidiger, bemüht werden.

Ich habe Streit mit Elisabeth Taylor, die zu spät kommt. Sie will ihre Bankkarte wieder haben und hinsetzen will sie sich auch nicht und zur Spritze muss sie nicht. Diese Betreuten brauchen mich, weil ich ihre Energie matchen kann und noch launischer und durchgeknallter bin als sie. Ich kann es gleich eskalieren lassen. Sie erklärt mir was von dem Spiel, was sonst auf Eis gespielt wird mit einem Kreis in der Mitte und so Dingern, die aussehen wie Penisse und der Mann wollte ihr sagen, dass sie weiter oben anfassen soll und damit werden Frauen um ihr Ansehen gebracht, dass Männer ihnen sagen, dass sie den Stuhl oben an der Lehne und nicht hier anfassen sollen und da oben an dem Stock das Runde, das symbolisiert die Hoden eines Mannes. Warum nicht die Eichel will ich wissen? Jedenfalls wollen sie einem so zeigen, wie man den Penis anfassen soll. Wir sprechen über Monatskarte, weil sie immer Einzelfahrten macht und dann manchmal kein Geld und einen Termin nicht wahrnehmen kann. Als ich den Kauf einer Fahrkarte befürworte, erklärt sie mir, dass sie gerade in einer häuslichen Renovierungs- und Kochphase ist und was ich dagegen hätte. Sie hat Pilze am Straßenrand gefunden und die will sie jetzt mit Butter und Zwiebeln anbraten. Kennt sie sich denn aus damit? „Es sind doch nur Pilzen, was soll passieren Frau A. Schlimmstenfalls ist es wie Drogen und mit dem braunen Deckel sind Steinpilze“. Hat sie auch wieder Recht. Morgen bitte zur Spritze gehen, nur ein bisschen. Als sie geht, verstehen wir uns wieder.

Die Spielsüchtige kommt und hat super Paranoia, dass ihre Tochter in die Betreuungsakte Einsicht nimmt. Ich verarsche das alles etwas und sage, so interessant sei ihr Leben nicht oder hat sie gelebt wie in dem Film Mr. and Mrs. Smith und ihre Tochter weiß nicht, dass sie als Lehrerin gearbeitet hat, weil wenn nicht und sie weiß das und ihren Geburtstag, kann man die Pension im Internet googeln. Was soll das? Von der Spielsucht weiß sie auch und hat die Betreuung angeregt. Angeblich hatte sie immer ein normales Mutter-Tochter-Verhältnis bis sie sich 2.300 € geliehen hat und sie nicht zurück zahlt und die Tochter hat genug Geld. Ich glaube kein Wort, zumindest nicht von dem normalen Verhältnis.

Der zweite Film, der eine Eins bekommt Apropriate Behavior. Eine lesbische Trennung, die Verlassene ist Iranerin und der Film lebt von Rückblenden. Die iranischen Eltern wundern sich über nur ein Bett in der Wohnung mit der Freundin. That’s European heißt es erst und als das abgetan wird, was das damit zu tun hat, dann kommt das Argument, that she even heard of these girls that saved so much money on rent that they had these really big weddings with all the money they saved. Der Bruder ist Arzt und will heiraten. Er macht sich Sorgen, dass sie bei Freaks wohnt, die Hepatitis C haben und sie macht sich Sorgen, dass er heiratet um der perfekte persische Sohn zu sein und in 3 Jahren dick und glatzköpfig sein wird in einer lieblosen Ehe. Der Vater sagt, dass die Männer in seiner Familie keinen Haarausfall bekommen als Antwort darauf. Sie wollte die Zukünftige foppen als plastische Chirurgin hätte sie mit frustrierten Hausfrauen zu tun, während es bei dem Bruder um Leben und Tod gehen würde, wäre das nicht schwierig, aber sie ist auf Verbrennungen bei Kindern spezialisiert. Sie soll sich nicht hängen lassen, sagt die Freundin , die ihr in der Trennung beisteht und arbeiten. Sie übernimmt eine Filmklasse für Kinder in Brooklyn, aber die sind im Vorschulalter. Die Streberparallelklasse mit den Mädchen dreht gerade Hitchcocks die Vögel nach und bei ihr dreschen sie die Kameras wie Bauklötze auf die Erde. Irgendwann fragt sie die Jungs, was sie interessiert und das sind Fürze und Zombies und sie fangen an zu basteln. Sie und die Freundin, die U-Bahn fahren (herrliche New York Szenen) stellen am Schluss fest, dass es das geben soll, dass man jemanden trifft und nicht gleich Sex hat, sondern sich erst kennen lernen will. Ja, das ist ekelhaft, aber es passiert irgendwo außerhalb von New York. Auch ein toller Film. Der Pelz wärmt unheimlich am Hals, aber baumelt beim Pinkeln unangenehm zwischen den Beinen. Dann auf zum Türken. Ich liebe das neue Urfa am Steintor. Der Typ, der ausschaut wie Elvis und eine Transe bedient wieder. Das Aquarium mit immer weniger Fischen, der Bully jagt immer noch und es wird offenbar nicht besser, nur leerer. Das mit der Tierhaltung sollten sie lassen, aber ansonsten ist dieser Laden schwer kultig. Am besten zum Essen schmecken die Musikvideos. Wir kriegen live mit, wie die Weihnachtsbeleuchtung in die Bäume kommt.

24.10. Hilfeplanung abgesagt, meiner ist krank. Anhörung der Querulantin, nur der Anwalt kommt. Es geht um diese zweifelhaften Menschenrechtsaktivisten, die anrufen und das dann ins Netz stellen. Die hatten mal meinen Mann ran, der so ruhig bleibt, dass es unheimlich provoziert und zu dem Typen meinte, was er jetzt seiner Frau ausrichten solle, er soll sich vorstellen, es wäre jetzt ein AB angegangen und der flippt daraufhin total durch. Café Connection. Klagerücknahme in einer Sache, wo der Anwalt Honorar von meinem Mandanten einklagt, der vor langer Zeit mit seiner damaligen Frau bei ihm war und die Frau, die Mandantin blieb, wurde später im Scheidungsverfahren von ihm vertreten. Meiner hätte dann die Hälfte von ihr wieder fordern müssen (Gesamtschuldnerausgleich), alles kompliziert. Ich hatte gut argumentiert, vor allem mit Verjährung. Zu gierig, freue mich, vor allem weil der Termin ausfällt und ich nicht nach Neustadt anreisen muss und für den Mandanten auch, aber irgendwie tut mir der Kollege auch leid. Hab’s nicht so mit der Schadenfreude bzw. Killerinstinkt. Herr Minus ist seit gestern wieder aus dem Heim ausgebüchst und zuhause.

Mache Smalltalk mit der Steuerberatermitarbeiterin, die nächste Woche Urlaub in Bayern macht in einem Wasserschloss und erzähle von dem letzten Film, dass die zwei Frauen Sexrollenspiele machen und eine ist die Frau vom Finanzamt. Sie reicht der anderen ein Formular was sie ausfüllen muss. Die sagt daraufhin, dass sie eine ganz schlechte Kleinunternehmerin war und keine Belege hat für Juni bis September und richtig bestraft werden muss. Daraufhin die andere, das sei nicht so schlimm, sie soll unter der Rubrik C einfach die Pauschalen eintragen und die daraufhin genervt, weil die ganze Erotik flöten gegangen ist. Weiß nicht, ob sie so über die Geschichte, die ich auf Englisch erzähle lachen kann.

Dieser Franky, der Morgenradio moderiert, mit dem hält es wohl auch keine aus. Jetzt ist er alleine auf Plakaten, davor war er immer mit diversen Partnerinnen.

Abends mal Perlenpause und dafür Exzesse in der Haasemannstraße. Haseljoghurt vergesse ich, nur den flüssigen Kamillenzusatz für das Bad habe ich dabei als wir gehen. Sie saufen einen unten den Tisch, die Pflegebedürftige und labern einen voll. So viel Energie, ich bin verliebt. Um halb 3 nach Essen to go aus dem 11 A, reichlich Rauschmitteln und Doppelkopf geht es nach Hause.

25.10. Lieblingshund abgesagt. Basteln, Kalender für die amerikanischen Tanten Heidi und Trudy fertig stellen. Eat with me, der letzte Perlenfilm überzeugt nicht, dann Party. Auch nur durch Zeitumstellung erst 2 als wir nach Hause radeln. Eine Frau die ich über eine Freundin kenne und mag, die tanzt gut. Tschüss geht nicht. Hallo geht sagt sie zu mir.

26.10. Sonntag weiterbasteln, umtopfen. Kestnergesellschaft, der Künstlergespräch mit Dana Schutz, die ich sehr mag. Blondinen, die an ihren Haaren spielen gehen mir richtig auf die Nerven, zusammen binden zum Dutt, dann wieder auf, nach vorne, nach hinten, auf die Seiten verteilen. Menschen, die kein Englisch können, stellen die Fragen einfach auf Deutsch, aber wie verstehen sie das Künstlergespräch ohne Untertitel oder die Antworten, die auch nicht übersetzt werden?

Dana Schutz Kestner

Dana Schutz mag meinen Hut und ich lobe ihre schwarz-weiß Bilder, die neue Serie. „Knees thinking of a panel meeting“ and „flossing“, dieser Typ mit der Erektion. Sie hat mir erklärt, warum mein Mann das so gerne macht. Bin sonst auch für Farbe. Soll ich mich neben Pipilotti Rist noch mit anderen internationalen Künstlerinnen anfreunden? Ich will nicht bleiben auf einen gemeinsamen Imbiss. Artischocke zum selber pulen. Die Bolognese ist viel zu fettig. Mir ist schlecht und ich muss nach Hause.

27.10. Traum: älterer Typ, verschickt so viele Briefe, dass er eigenes Flugzeug braucht nach Spanien. Wir sollen uns günstigere Variante überlegen, aber Datenschutz, emails. Ich bin nett zu ihm als Erbschleicher. Bin mit Stephan zusammen, aber wenn er stirbt und hinterlässt mir ganz viel Geld wäre das auch nützlich.

Lauter Flüchtlinge in der Berliner (?) Innenstadt. Viel interessanter so, die Plätze zurück erobern. Gummibrücke mit toller Aussicht. Ich bin mit Arnhild unterwegs und Ufos gibt es auch am Himmel zu sehen, die gerade im Landeanflug sind und das sieht ganz irre aus vor dem nächtlichen Himmel.

Der Fan von Lady Di aus Hameln war in Zeitung.

Paps gratuliert dem Nobelpreisträger. Sein Mitarbeiter, der die entscheidende Anregung gegeben hat ist sogar nach Stockholm mit eingeladen und in Bayreuth feiert man das nahe dran sein mit einer Gans, die leider zu wenig Schmalz hat und zäh ist.

Den asozialen Bürohund nehmen wir mit zum Kaffee. Treppe muss er bei mir selber laufen. Viel Schwanz eingeklemmt, aber das wird besser. Ich probiere es auch noch mit Rad fahren. He needs exercise.

Sollen wir Silvester nach Wien? Flug mit Umsteigen in Frankfurt. Am Abend vorher hat mein Kollege einen Auftritt mit seiner Band, die seit neustem auch einen Namen hat. Da gehe ich auf jeden Fall hin. Yorkshire Terrier als Spinne verkleidet. Der Hammer.

Pride, toller Film. Beschimpfungen aufgreifen und für sich nutzen Pits and Perverts. Tolle Wollsachen mit Muster bei den Frauen, eine rührende Geschichte über wechselseitige Solidarität. Lesbians and Gays support the minors, LGSM. Eine wahre Geschichte, die von einer politischen Gruppe handelt, die im Großbritannien von Margrit Thatcher Solidarität üben wollte bei der ersten Gay Pride Demo und auch für andere einstehen, die politisch unter Druck gesetzt werden und von der Polizei drangsaliert. Erst war ihre Hilfe nicht willkommen, aber sie suchten sich ein Dorf in Wales, was sie direkt unterstützt haben mit wechselseitigen Besuchen, einem großen Solidaritätskonzert mit Bronski Beat und viel Geld, was gesammelt wurde. Im Gegenzug hat die Gewerkschaft der Minenarbeiter die entscheidende politische Stimme für Gleichberechtigung der Schwulen gegeben und so deren Rechteangleichung frühzeitig mit durchgesetzt und die Minenarbeiter sind massenhaft mit Bussen und Dudelsack zu 2. Pride Parade nach London angereist als es hieß, dies mal nicht so politisch und mehr Party.

Heidi bedankt sich ganz süß für die Geschenke. Ein second hand Brillenetui vom Fairkaufhaus Hannover ist ihr ständiger Begleiter. Ich musste gleich an sie denken als ich es sah und das freut mich, dass ich das richtig einschätzen kann. Die gebastelte Sees Candies Kette fliegt mit zu den Enkeln nach Atlanta. So schön, dass ich immer bei ihr bin. Das Januarbild ihres Kalenders ist mit einer Jello-Werbung, die ich 1999 ausgeschnitten habe. Heidi macht echt leckeres Jello mit Sour Cream, whip cream and fruit. Die Werbung zeigt eine amerikanische Flagge als Jello mold, das man bestellen soll.

28.10. Man kommt aus dem Urlaub und das Geld ist neu. Meinen Fünver will der Automat nicht, d.h. erst der dritte, aber er hat einen Riss. Am Gleis spricht mich Frau an, ob ich mich ein bisschen mit dem S-Bahnen auskenne. Kann man innen Fahrkarte kaufen. Nein, Automat will ihren Schein nicht. Ein neuer zehner. Kenne ich. In der Bahn erfahre ich erst, dass die üstra wegen des neuen Geldes ihre Automaten umrüsten muss.

Meine neue Betreute aus Nigeria hat ihre Medis abgesetzt und will jetzt zurück, weil sie hier zwangsbehandelt wird und auch keine Freiheit hat. Arzt labert besänftigend, Sozialarbeiterin auch verständnisvoll. Nur auf mich hört sie. Ich verstecke mich nicht hinter dem Gericht, sondern stehe zu meinen Entscheidungen. Ich sage, ihren Willen nimmt derzeit keine ernst, weil sonst hatte sie immer Angst, dass sie nach Norwegen abgeschoben wird oder ausreisen muss und jetzt will sie. Das sei ein Widerspruch, den wir auf ihre Krankheit zurück führen. Wenn sie Medis nimmt und ist wieder gesund geschrieben und will das immer noch, dann begleite ich sie in die Hamburger Allee und besorge ihr ein Business Class Ticket, wenn sie es immer noch will. Das geht dann ganz einfach. Ein Aggro-Typ schreit und lenkt ab. Sie sei nicht so gewesen. Haben keinem was getan. Das stimmt. Sie wird anders krank und kann keinem Menschen ins Gesicht schauen und ist selber nicht ansprechbar. Sie schadet sich eher selber. Ich frage nach dem Geld und kontrolliere das als ich wieder im Büro bin und die Sozialarbeiterin zu doof zum Faxen. Dort ist nichts angekommen. Wenn man es nicht selber macht….Ich könnte mich aufregen bzw. tue es.

Gebratene Wurst und Süßkartoffeln. Doch Hotel in Lausanne statt Apartment, wenn sie schöne, alte Kästen haben.

Nachmittags kommt der Betreute, dem sie rückwirkend die Leistungen gestrichen haben von Seiten der Agentur für Arbeit und den ich stabilisiere durch Einsatz, da sein, Humor. Gemeinsam durchstehen. Krankenkasse anrufen, auf laut stellen usw.

29.10. 7 Uhr wach, es gibt so viel zu tun. Ich will doch ein Apartment. Zwei sind mit Katze im Angebot. Das gefällt mir einfach besser als ein Hotel, vor allem seit Wien Airbnb mit Leihhaustier ist das Beste. Staatsanwaltschaft Hannover ruft mich zuhause an. Ja, dass die Verfahrenskosten niedergeschlagen werden brauche ich schriftlich, nicht wegen mir, sondern weil meine Betreute so viel Panik und Paranoia hat, dass sie sich wegen einer Owi-Sache, die laut Sachbearbeiterin „in die Verjährung läuft“ und keinen interessiert eine Haftunfähigkeitsbescheinigung vom sozialpsychiatrischen Dienst holt zur Nervenberuhigung, wenn ich im Urlaub bin. Dann ruft mein Hausarzt auf meinem Handy an und ich denke schon, schlimme Ergebnisse von dem Arscharzt, aber es ist nur meine Karte, die eingelesen werden muss. Paps bringt das Auto nach Nürnberg, damit wir Suki parken können wenn wir ins Germanische Nationalmuseum gehen (es geht schließlich um die älteste Taschenuhr der Welt, hallo?!).

Wärmflasche im Büro tut auch gut. Mein Rücken zickt und das rechte Knie, mal gucken, ob ich heute Yoga mache. Ich überrasche mich dann immer selber.

Arzt von Herrn Ihme, der nimmt die orale Beimedikation nicht und ist verrückt wie in seinen besten Tagen mit Viechern im Kopf, will Kernspin. Wenn er Morgen vorbei kommt versucht der Arzt mich zu erreichen, dass ich auch dazu komme.

Typ vom Finanzamt hat Heimarbeitsplatz. Wie neulich der Widerspruchssachbearbeiter von der Rentenversicherung mit dem schreienden Kind im Hintergrund (und ich dachte noch, was hat der für einen schlimmen Publikumserkehr). Warum mache ich Steuererklärung für meine Betreuten und jetzt wollen sie noch Geld von ihm und das alles wegen eines Nebenjobs beim Balzac, wo sie eh so derart schlecht bezahlen. Der Laden ist auf meiner Boykottliste neben Starbucks.

Nachmittags krank. Googlelogo mit Nanas. Diese Frau, die angeblich die Anmachen der New Yorker filmt kann ich nicht nachvollziehen. Die sind doch nicht blöd zu ihr und wünschen ihr überwiegend einen schönen Tag oder sagen was Freundliches. Das ist alles schon sexuelle Anmache? Ich kann’s mal wieder nicht verstehen. Die New Yorker sind einfach nett. Soll die Frau nach Hannover ziehen. Da wird man mehr in Ruhe gelassen.

30.10. Versichertenkarte abgeben, Anruf wegen Herrn Ihme und der Spritze, doch keine. Erst sage ich, es geht nicht, weil ich gleich beim Gericht bin und entscheide mich dann doch um. Das ist wichtiger. Anhörung wegen der Betreuung und der Typ wird von seinem Drogensozialarbeiter begleitet und ich habe ihn auch schon kennengelernt. Das machen die selber. War die richtige Entscheidung. Telefoniere mit dem Richter, hätte gerne bei ihm rumgesessen, musste aber arbeiten. Er bestätigt mich. Beim Arzt meint seine Frau, wie ich so schnell hergekommen sei und, dass ich erst mal den Mantel ausziehen solle. Herr Ihme freut sich über das Tier auf meiner Schulter. Die Tiere fressen sich durch sein Gehirn und er spuckt die Eier aus, aber es geht ihm ganz gut. Ganz gut, fragt der Arzt. Es muss die Hölle sein und er würde schreiend die Straße runter laufen an seiner Stelle. Er willigt in eine Spritze ein. Mir verrät der Behandler, dass man denen nicht mit Logik kommen darf, sondern auf einer Gefühlsebene sich auf deren Wahnsystem einlassen müsse um sie dort zu erreichen. Davor hätten die meisten seiner Kollegen Schiss und Recht hat er. Wir sprechen noch vor der Tür und er will nächste Woche zum Wohnungsamt.

31.10. Die Psychologen kommen zu spät und sie lügen. Die SMS habe ich nicht bekommen, weil Handy alle. Ich brauche das nicht, weil Verabredung geht ohne Handy, indem man einfach das tut was verabredet war und ich brauche nicht eine SMS, die mir schriftlich gibt, was ich schon weiß, dass derjenige nicht wie verabredet kommt. Es ändert nichts, wenn mir jemand was schreibt, was ich schon weiß, dass er später kommen wird und ich aber nichts ändern kann, weil ich schon am verabredeten Platz sitze und bestellen tue ich auch nach 15 Minuten. Sie schreibt, dass sie auf dem Weg ist als sie unter der Dusche steht, wie sie einräumt. Auch das stimmt also nicht. Ich tippe, dass die SMS geschrieben wurde bei 5 Minuten Verspätung und genau so ist es. Genau 5 Minuten, wie mein Handy verrät als ich es später wieder lade. Bin ich Psychologenhellseherin? Gute Manieren bei Männern. Darauf legt sie Wert. Ich scheiß drauf. Darauf kommt es nur wirklich nicht an meiner Meinung nach. Gute Manieren kaschieren oft einen schlechten Charakter oder es ist eine Krücke, eine Unsicherheit, wenn man sonst nichts hat. Wie kann man seinen eignen Geburtstag in den Kalender eintragen? Wie kann man immer so viel planen und davon erzählen und so wenig umsetzen?

Die Doku über Affen auf der Insel. Die Weibchen stehen an der Spitze der Hierarchie und deren Abkommen leiten ihre Position davon ab. Totale Hingabe an den Nachwuchs und starke Aggressivität zu nicht Verwandten. Sanktionen gegenüber Nachwuchs, der sich nicht an die Rangfolge hält. Wenn einer zu früh frisst, zugreifen, das Junge schreit, zum Wasser laufen und es untertauchen. Das ist schon krass, aber so sind wir doch auch. Das schließt sich nicht aus, sondern passt sehr gut zusammen.

Zu wenig Hummingbirds

04.10. Wir sind wieder da. Erfüllt von der Liebe der Menschen dort und der Schönheit des Landes und dem leckeren Essen. Musste am letzten Tag noch eine Traders Joe Kühltasche für das Extragepäck kaufen in Burlingame und habe dabei Malcolm kennen gelernt, der mir zum Kauf gratuliert hat. They took it to a concert and the ice stayed frozen the whole time. He retired and now he’s at Trader Joes and he loves it there, he loves the people. Do we have any extra space in the luggage to take him to Germany? He sings in a choir and „Brahms, The Requim is the best“. He also collects old German stamps. His wife thinks he’s crazy and he says to her, „what do you want me to do instead? Drink beer?“ Die Himbeeren von Trudy, ihr tunafish salad, der Pazifik, die Pelikane, San Francisco, mit den Rädern durch die Stadt brausen, die Akademy of Science, die Lumpsuckerfish, die ausschauen wie süße kleine, dicke Hunde, der japanische Garten, die Golden Gate Bridge, von der aus ich Delfine von oben gesehen habe, die Cafés und Restaurants, die funkige Wohnung in der Capp Street, die neighborhood, die vierundzwanzigste Straße, Dynamo Donuts, die Bäume, die Hügel, die Autos die mit Hydraulik springen und die Fahrer, die sich animieren lassen, mein gelbes Leihrad, in das ich so verliebt war (Farbe „Taffy“), der Golden Gate Park, die Familienfeier, Kauboi Sushi in Aptos, Safeway und die coole alten Hippies in Santa Cruz, die grauhaarigen Surfer in Pajaro Dunes, die Sonnenuntergänge, die chips und dips, die neunzigjährige Freundin und wie vorbildlich sie mental an einem anderen Ort ist und mir ihr Reisealbum Bayreuth 1982 schenkt mit all den künstlerisch wertvollen Bildern im Sinne eines schlechten Bildes, aber Zeitdokuments (sie kann das Zeug nicht mehr gebrauchen). Abschied auch für mich. Die 13-jährige Verwandte, die ernst und traurig ist, so dass sich Mama und Oma Sorgen machen, aber einen deutlich Bezug zu uns hat. Sie spielt uns in der Küche auf ihrem Bass mit Verstärker vor, weil sie jetzt in einer Band ist und dazu singt. Stephan ist so gerührt, dass er sie nicht anschaut dabei. Die Freundin, die auf die gelben Ü-Eier Minions malt und sich mit Edding eine Armbanhuhr auf’s Handgelenkt gemalt hat. „What time is it“, frage ich. „3 o’clock. That’s when school is over“. Die Antwort ist sympathisch. Sie nennt die Mutter der Freundin „Mrs. C“ und darf bei ihrer Freundin erst übernacht bleiben, wenn sie 16 ist. Erst sagten die Eltern 18 und sie musste ihnen erklären, dass dann das sleeping over vorbei ist mit 18. Die jungen Mädchen wollen uns mal besuchen kommen. Oktoberfest und nach Belgien wegen der Waffeln. Das wird passieren, hoffe ich. Dann der Offiziers Club im 18. Stock und Troy passt auf die Fahrräder auf für 10 Dollar, alle wollen uns einladen zu sich und freuen sich, dass wir da sind, selbst welche, die uns neu kennen lernen, Ai Wei Wei auf Alcatraz, Smitten Ice Cream, Mr. Pollo, the wiggle, Nopa und die leckerste Bolognese die ich je hatte, Defina und die leckerste Caprese, die ich je hatte mit allerlei Tomaten und grünem Basilikumöl (man kann nicht nur gut asiatisch essen in SF, sondern gerade italienisch vom Feinsten), einen Minion-Piniata für die Mädchen, alle bei uns im Stadtteil haben sich so gefreut wie Stephan ihn spazieren getragen hat, mein neues Handy, neongrün mit Seifenblasen gefüllt, Helden von früher: Weezer aus dem Campus in San Jose und Trudy hat uns noch mal getraut, bei sich im Garten (das war meine Idee). Das alles ist fest verankert in meinem Kopf und Herzen und ich bin voll. Selbst ein unersättlicher Typ wie ich, ist satt. Ich will hier gar nicht mit Fotos anfangen, weil es mich überfordert. Das Versagen des Akkus hat das ein oder andere Handybild provoziert bzw. notwendig gemacht. Sie sind nicht besonders gut und die Auswahl ist willkürlich, aber ich muss sie nicht treffen. Daher, please enjoy:

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Zu Hause in Linden fragt Stephan: Machen die eine guided tour? So viele Radfahrer, viel mehr als auf der Valencia. Das ist schön. Nie schaue ich diese Sendung, aber so im Zwischenzustand des Jetlags und außerdem sind es Müllfahnder in Hannover. Supercool. Linden Nord, schöne Asimänner mit nacktem Oberkörper und Knasttätowierungen, die sich als alleinerziehende Väter vorstellen. Großartig, auch der Dialekt der Müllmänner. Ich bin wieder zuhause.

05.10. Post im Büro, schön in Ruhe. Stephan hilft mir. Allein durch seine Anwesenheit.

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Frau S, die ich seit Jahren nicht mehr betreue und die damals immer schon gespürt hat, wenn ich im Urlaub war, hat mir ca. 6 mal auf den AB gesprochen. „Frau A. lassen Sie Ihre Blase untersuchen“. Ich bin wieder zuhause.

06.10. Schlimmer Termin beim Arbeitsamt zum Einstieg. Wo wurden die geschult? Sie sagt, dass wir vielleicht einen Termin bei ihr hätten und will die Einladung sehen, statt sich mal mit Namen vorzustellen. Sie weiß nicht, wer ich bin und, dass wir schon miteinander telefoniert haben. Das muss sie irgendwann einräumen. Die zweite Krankmeldung, die persönlich abgegeben wurde ist angeblich nicht da. Die merkt gar nicht, wie sie die Leute behandelt. Katastrophe. Ich gebe Anti und werde die noch ganz schön ärgern. Da hat sie sich die falschen ausgesucht für das Spiel. Gleich Termin beim EDC ausgemacht. Gleich geklärt, dass die Türkin die Medis wieder nimmt unter Aufsicht. Da hat tatsächlich ein Machtwort von mir gefehlt. Mein Kollege hatte Recht. Sport geht heute noch nicht. Abends immer Avocado und See’s essen.

07.10. Thanks Germany, now I know what rain is again. Kalt und naß bis auf die Haut. Die Sukkulenten würden verfaulen bei dem Wetter draußen. Der Urlaub hätte besser nicht sein können. Zu wenig Hummingbirds gesehen sonst alles perfekt.

Anhörung beim Gericht. Ich fühle mich etwas wie Justin Bieber. Meine Betreute umarmt mich anschließend im Gang des Gerichts und sagt mir, was für ein wichtiger Mensch und eine Stütze ich für sie bin und für mich ist das alles recht abstrakt und ich kann es nur staunend annehmen.

Beim Sport erzählt die Trainerin von der Dauerkarte im Heidepark und, dass man sonntags zwischen 17 und 18 Uhr keine Schlangen hat, auch nicht vor den neuen Gerätschaften. Das sei ein Geheimtipp. Ich bin immer wieder erstaunt, was die Leute so machen.

08.10. Heute kaufe ich ein Päckchen größe M. L gestern war zu groß. Arnhild hat Trudys Granola gemacht. Sooo lecker. So kann man sich einbilden man sei in Burlingame, nur dass es hier kalt und nass ist und die Himbeeren nicht im Kilo-Paket zu haben sind…..Anhörung beim Gericht. Die spießige Studienkollegin ist wieder Betreuungsrichterin. Ist sie rausgeflogen beim Ministerium? Mein Gott bin ich froh über meinen Job. Das Gehirn hilft mir sehr und dass ich mir die Dinge so gut merken kann. Mein Betreuter ist verwirrt, ich sage wie es war. Beim Radfahren denke ich an SF und die Brücke und fahre mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Why don’t we use Fedex ist hier nicht so witzig wenn ich es hier sage. Ich sage es auch nicht laut, sondern denke es nur. Herrn Borderline getroffen mit der Hardrock-Wohnbetreuung. Wohnung sieht zu schlimm, sagt er, daher beim Bäcker im Café. Er will sich nächsten Monat das Geld einteilen lassen von Mr. Hardrock, dem Sozialarbeiter, der kokst zur Zeit. Ich trinke nichts. Schrecklich ist es da eingerichtet und das Essen sieht schrecklich aus. Wie in der tiefsten niedersächsischen Provinz, sauber und geschmacklos ohne Ende. Springen muss er selber oder Kopf auf die Gleise legen. Er hat Angst, dass es weh tut. Ich sage, dann geht es nicht. Mit Tier einschläfern hat das aber nichts zu tun. Er hatte mir im Urlaub geschrieben, dass ich seine Sterbehilfe beim Gericht durchboxen soll. Ich spreche das Thema Gewalt in der Kindheit an und dass seine Mutter durch ihre jahrelange Hilfsbereitschaft das kompensiert hat. Auf dem Rückweg bin ich unendlich dankbar für meine Mutter, die schon gut kochen kann, aber lieben kann sie noch besser.

09.10. 4 x Post, alles angegeben für den Zoll, selbe Luftpolsterfolie, die ich aus SF habe. Mein neues Horn-Bakelit-Deko-Teil mit Krebsen und Scampis. Constantins Erbe nach SF. Hier gibt es diese dicken Blasen nicht. Oktoberfestcookie, Pralinen vom Elysée. Das geht doch schief. Persönlich vorbei bringen empfiehlt sich. Ich phantasiere darüber, wie ich den Bürohund um die Ecke bringe. Natürliche Rangfolge, ich bin das stärkere Raubtier und er nervt mich. Darüber reden mit meinem Mann hilft allerdings. Wir fahren trotz Regen zur Kestnergesellschaft. Die unglaublich warme Farbe des Himmels lässt es nicht so kalt und naß erscheinen. Ich will als scheidendes Mitglied die aktuelle Ausstellung noch sehen. Dana Schutz ist gut, die anderen nicht. Jeff Wall sollte man woanders sehen. Die Frau, die die Ticktes verkauft, gibt einem Stammgast/Mitglied nicht die Hand und entschuldigt das mit Ebola. Ich sage überall „Ebola“ und bin leicht hysterisch gestimmt. Die Alte tritt doch sowieso bald ab lästere ich. Weiß schon, warum ich ausgetreten bin aus dem Verein. Die Bildungsbürger versammeln sich und ich mache Reißaus. Wir probiere uns altes Stammlokal das Gattopardo, ist modern, aber irgendwie wollen sie doch an die Tradition anknüpfen. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Die Bedienung macht nur Garderobe bei Pärchen. Die Messegäste verlieren immer wieder die Jacken, die auf den abgerundeten Lehnen zu Boden rutschen. Der Breitbildschirm aus Messegästen und auch das sonstige Ambiente ist langweilig und ich werde wohl nicht wieder Stammgast werden. Lieblos fühlt es sich an. Ich bin totmüde um 21 Uhr. Die Nacht ist leider um zehn vor 3 vorbei.

10.10. Ich leide ordentlich. Schlafe ja gar nicht und bin daher wach. Ich fahre gleich nach Bemerode. Man ist es unterirdisch da. Mittelalterlokal und unvorteilhafte Bekleidungsgeschäfte bei denen die reine Existenz verblüfft in Zeiten des Internethandels und überhaupt. Oben wurde hässlich, aber dann wohl liebevoll ein Tisch gedeckt. Kaffee und Tee müssen die Mitarbeiter des Jugendamtes selber zahlen. Das Budget beträgt 5,- € pro Jahr. Termin läuft gut, meine ist halt Borderliner und dreht gerne auf, wenn ihr nichts Besseres einfällt. Das kann ich auch, aber die lügen und glauben es noch, was sie erzählen. Alles um Aufmerksamkeit zu bekommen. Voll auf die Tränendrüse. Ich werde dann innerlich ganz kühl, weil ich eine Berechnung unterstelle und das vorgetäuschte Leiden nicht ernst nehmen kann. Sie leiden natürlich wirklich. Um 12 müssen wir raus. Der Kammerjäger kommt, sie haben Fliegen. Sport schaffe ich heute nicht.

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11.10. Streit vor dem Kollegen, Mini-Golf mit dem Nachbarssohn. 3 Kinderfahrräder und Helme dazu. Erst mal Crepes auf dem Markt. In Essen gibt es nur Waffeln, stellt Leander fest. Der Junge von unten versteht das nicht. Der versteht dafür viel von Autos, die T 2 bis T 5 Serie und dass ein Freund von Opa die in Wolfsburg gebaut hat und ab wann der Motor vorne drin war. Das Elternhaus kann man direkt an den Kindern ablesen. Die Jungs wollen mich alle beeindrucken, aber auf Testosteron stehen sie. Steffi und seine tiefe Stimme übt eine magische Anziehungskraft auf die aus. Die Oma von unten wundert sich, dass ich im Garten verstecken spiele. 2 Sakkos und ein Hosenanzug wechseln die Besitzerin, ich bekomme Camper Schuhe in rosa mit hohem Absatz. Eher etwas groß. Das ist gut. Freund aus dem Studium. Wer viel in sozialen Netzwerken aktiv ist, hat eher ein desolates Sozialleben. Lauter 20-Jährige. Ein Typ sitzt am Rechner und verkauft einer jungen Frau ein Auto. Das Essen ist wie auf dem Kindergeburtstag. Sehr desolat. Blaue Schlümpfe in Tüten. Gut, dass wir dafür nur eine Stunde eingeplant haben. Vor der Tür spricht uns einer Frau an, dass Autos in der Voßstraße geklaut wurden. Man fühlt sich wie in SF, wo sich auch immer alle Leute um die Fahrräder Sorgen gemacht und ohne Aufforderung darauf aufgepasst haben. Die Theaterpremiere ist schlecht. Der Kritiker, der neben mir sitzt, riecht stark. Mir ist schlecht als es vorbei ist. Auf zur Häkelglocke (ich halte es für eine Lichtinstallation und bin auf Expo-Niveau hängen geblieben) und See’s awesome walnut bar. Zuhause zum Nachbarn hoch. Das Essen ist fast fertig und sehr lecker dieses Jahr. Zu viel Rotwein, vor allem meine bessere Hälfte trinkt wieder als sei es Wasser. Ist fast 3 und wir sind die letzten Gäste. Ich bin genervt.

12.10. Kann heute nur Kalender und bleibe im Nachthemd. Der Nachbar bringt die Stühle runter. Ich muss einen Termin beim Jugendamt Hameln für Morgen absagen, Stephan holt die Akte. Email muss reichen.

13.10. Dr. Po. Auf dem Weg hält ein Auto voller Trockenbauer und die Daumen gehen anerkennend nach oben. Meine Laune ist beflügelt durch diese Fans. Ich stehe auch auf Trockenbauer und dann noch so schön ohne Hupen. Wasser läuft als Raumteiler. Ich werde gleich aufgerufen. Der Untersuchungsraum nebenan ist nur Sichtschutz. Nein, nicht ausziehen, nur Gürtel lösen und die Schuhe in die Schalen. Sie pressen fest beim Stuhlgang. Das dürfen Sie nicht machen. Sie pressen sich ihren Hintern kaputt.“ Als der Arzt rüberkommt weiß ich schon, dass die Schuhe in die Schalen sollen. Er will wissen, was alles im Blut untersucht wurde. Das weiß ich doch nicht. Er soll sich halt welches zapfen. Ich habe genug. Ich kaufe 2 Lippenstifte bei Liebe und Verkäuferin malt sich die ganze Hand voll. Dafür packt sie mir einen farbneutralen Ton ein, den ich nie nehmen würde, den man praktisch nicht sieht. Ich raste etwas aus, so ein einfacher Beruf, wie doof kann man sein. Nach 11 A Umtausch und zufällig treffen wir meine Schwiegereltern vor der Apotheke. Das passt mir heute irgendwie nicht. Hole Großpackung Flohsamenschalen mit Apfelgeschmack und habe das Gefühl, dass sie uns aufgelauert haben.

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Doch keine neue Kaffeemaschine, die Müllberge produziert, sondern nur Ausfallschutz. Ich verstehe die Werbung nicht. Die Strumpfhose ist in den Kniekehlen blickdicht. Ach so, die soll man ohne Unterhose anziehen. Frühes Yoga und alle sollen ganz viel Platz machen für Anna Franziska. Ich könnte im Boden versinken und werde wohl nicht mehr hingehen.

14.10. Herr Palästina ist im Knast. Ruft morgens an. Ich lege gleich los. Die Suchtberatung hat die Schnauze voll, aber ich nicht.

Neue Betreuungssache. Jordanier, der als Kind vom Vater entführt wurde und Drogenproblem hat. Kommt in Begleitung seiner Mutter. Mein alter Nachbar leitet die Drogenberatung. Will mein Fahrrad in den Innenhof stellen. Warum. Ich misstraue dem Personal nicht so sehr wie er. Au0ßerdem muss man das anders machen. Mehr Autorität zeigen, gar nicht abschließen und dem Anführer der Bande anweisen darauf aufzupassen. Innen begegne ich dem Bekannten aus einer gemeinsamen Betreuungssache, Mr. Hardrock. Es läuft Heavy Metal.

Langsam kenne ich die Kundentoilette im GVH-Kundencenter. Gestern und heute schon wieder fliehe ich beim Vorbeifahren in den ersten Stock.

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Mein 18-jähriger Betreuten mit Begleitung im Büro. Er mag das Wetter nicht, sondern die Dunkelheit. Ab 18 Uhr ist seine Zeit. Das ist normal, sage ich ihm. Wir wollen alle auf die Vampirschule. Das ändert sich wieder. Mittag Zuhause. Die Eltern meiner Suizidbetreuten sind zu früh da. Sie hat Ähnlichkeiten mit dem Vater. Es geht um einen geistig behinderten Onkel.

15.10. Alles zu voll. Flut von Spams. Streit um die Tomaten im Wintergarten. Irgendwas wird mein Mann ja dürfen. Brief an die Freundin in Bayreuth, die keinen Kontakt will, aber mir indirekt hat ausrichten lassen, dass ich wohl schreiben darf.

Morgens begleite ich eine Betreute zur Gerichtsvollzieherin und helfe bei der Abgabe der eidesstattlichen Versicherung. Es läuft eine Diashow auf dem Bildschirm. Urlaubsbilder, die ablenken sollen wie beim Zahnarzt. Meine bettlägerige Betreute, die ich anschließend besuchen wollte, vergesse ich. Nachmittags kommt meine Neue. Sie sieht aus wie ein Kerl, verhärmtes Gesicht. Erzählt von ihrer Spielsucht, wie man getrieben weiter macht und es nicht lassen kann, rastlos, wie man sich Vorwürfe macht und intellektuell einsieht, wie dämlich das alles ist. Ich vermittele Termin in der Beratungsstelle. Sie ist sehr misstrauisch. Ich soll nichts machen, helfen, aber nichts tun. Sie befrüchtet den Verlust der Autonomie und traut mir nicht und nicht nur mir traut sie nicht. Die Tochter, der sie Geld schuldet, soll bloß nichts raus kriegen. Ich mache es nach dem Vorbild der Psychologen. Intensiv 50 Minuten, dann neuen Termin. Der Bahnstreik und der Kollege hat es nicht mitbekommen bzw. erst durch mich. Hatte Glück und jetzt eine Sitzplatzreservierung. Ich sage ihm, „don’t praise the day before the evening, but good luck“.

16.10. Fahre nach Wunstorf, wo mein Herr Ihme bald entlassen wird. Große Runde. Frage nach einer offenen Station im Anschluss an den Beschluss. Ich muss mir von dem Oberarzt erklären lassen wie aussichtslos das sei und das sie Dinge, die schon 5 x gescheitert sind nicht noch mal probieren. Mir muss er nicht erklären, wie schwer es in diesem Fall mit Absprachen und Terminen ist, ich mache das ja ambulant und selbst auf einer geschlossenen Station kriegen sie es nicht hin, aber sie haben eine Medikamentenumstellung gemacht und es kann ja sein, dass sich was verbessert hat. Stattdessen erfahre ich, dass er bei dem neuen Depot 4 Stunden im Wartezimmer eines Arztes verbringen muss, der ihn in dieser Zeit kontrollieren muss. Ähhh? Wie unrealistisch ist das denn? Welche geile Stationsärztin hat sich das ausgedacht und wo hat das Genie studiert? Hinzu kommt, dass es ihm nicht besser geht und er immer noch Insekten im Kopf hat. Durchsichtige Ameisen, wie Kakerlaken. Das sage ich dem Oberarzt, aber interessieren tut es keinen. Sie wollen ihn nur los werden. Ich nehme eine Werbebroschüre für Ungarn mit aus dem Jahr 1989, kurz vor der Grenzöffnung. Geile Farbfotos. Kann ich für meine Kalender gebrauchen, das Material.

17.10. Früher Termin. Es regnet fies und ist dunkel. An der Haltestelle treffe ich eine Freundin, die wohl immer so früh unterwegs ist. Es ist mild und der Regen hat aufgehört. Ich fahre doch Fahrrad nach Misburg. Der Typ vom MKD hat eine Glatze und raucht erst mal eine. Ich grüße ihn und er geht weiter. Hallo, ich komme nicht vom Land, wir sind verabredet. Ohne die ambulante Wohnbetreuung will ich nicht rein. Auf sie warten wir und ich erzähle ihm in der Zeit so viel, dass er danach unbesehen Pflegestufe I gibt. Der Typ will nur noch weg. Er stellt sich förmlich bei meinem Betreuten vor und will dann gleich wieder gehen. Herr Minus ist wieder aus dem Heim, seiner neuen Bleibe, abgehauen. Er stimmt zu, dass wir ihn wieder hinfahren dürfen. Ich habe dafür gesorgt, dass er ein neues Zimmer mit einem neuen Mitbewohner hat. Ich sage der persischen Wohnbetreuung, dass sie mich wieder zurück fahren muss, weil ich mein Fahrrad hier stehen lasse. Wir unterhalten uns darüber, dass ich keinen Führerschein habe und sie zu ihrem dreißigsten Geburtstag von ihrer Mutter ein Auto geschenkt bekommen hat, weil das so sein muss, dass man mit 30 einen Wagen hat. Dann geht die Karre aus und es heißt: „scheiße, ich habe vergessen zu tanken“. Wir stehen aus der Hans-Böckler-Allee morgens um 9 Uhr. Mein Betreuter sitzt vorne und ihm ist es egal. Ich sehe, wie die Autos auf uns zurasen und dann kapieren müssen, dass es hier einspurig wird. Sie läuft zur Tankstelle und kommt mit einem Schluck Sprit in einer Wasserflasche zurück (aber so einer mit Nuckelverschluss). Ich bete, dass das Auto merkt, dass es einen Schluck Benzin bekommen hat, wenigstens runter von der Straße. Der Motor springt an und auf dem Radweg fahren wir verkehrt herum auf die Tankstelle. Gerettet. An ihr gefällt mir, dass sie ihren griechischen Straßenköter ohne Leine laufen lässt, auch wenn ihr erster Hund überfahren wurde. Keine Angst und keine Aufgeregtheit, der Hund macht sich gut im Heim, lässt sich anfassen und geht zu den Bewohnern hin. Er scheint Autos als Gefahrenquelle zu erkennen und somit ist alles gut, nur der schwarze Hausmeister ist aufgeregt, weil ein Hund ohne Leine herum läuft.

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Danach Kleefelder Seniorenheim. Für 6 Wochen Kurzzeitpflege soll ich ca. 40 Unterschriften leisten. Nein, ich gebe keine Erklärungen zu Fotos ab und ob Bilder meiner Betreuten gemacht und verwendet werden dürfen. Herr je. Ich mache mich mit der Verwaltungstussi an, bis sie dem Sozialamt erklärt, dass die Betreuerin sich weigert die Anträge mitzunehmen (ich will mir die nur selber besorgen und habe Angst, dass ihre veraltet sind und überhaupt, blöde Kuh).

Die Fensterputzer haben abgesagt. Ich kriege Hysterie wegen Schimmelbildung. Büropflanzen werden entsorgt. Das verblüfft die Kollegen. Pop-Art-Blazer zu Andrea.

Ich soll Frau S. einweisen lassen. Dass sie es nicht kapiert, dass ich nicht mehr die Betreuerin bin,aber dass das Heim es nach 3 Jahren nicht weiß. Großes Fragezeichen in meinem Kopf.

Doppelstunde Sport. Dann ins Sprengelmuseum zur Martin Parr-Ausstellung. Sie haben sich richtig Mühe gegeben mit der Deko und es gibt Metallickonfetti mit „GB“ in rot, blau und silber. Nehme ich gleich welches mit. Die Funkenmariechen, die man von der Postkarte kennt, sind live da. Das macht auch was her. Genauso das Modell aus dem Diane Fanclub mit großem Hut. Auf der Damentoilette erkenne ich sie. Sie hält sich wohl für ein Modell oder einen Star. Ist sie wohl auch. Der Künstler hat die Niedersachsen richtig gut erwischt. Grauhaarige Seeadler vor Transen im Schützenfestzelt. Echt cool. Der Künstler ist da und sehr sympathisch. Das hätte ich auch gemacht mit dem Etat, dem man einen Fotoauftrag erteilt. Was Besseres kann man zu dem Jubiläumsjahr kaum machen. Wir müssen nach Hause und den Hund überwachen, der eine Alu-Tube intus hat und eine komplizierte Medikation verordnet bekommen hat von der TiHo, die bekannt ist für überkandidelte Lösungen. Steffi kocht Schweinefilet mit Metaxa-Soße. Sehr lecker, sehr lieb. Irgendwann ruft Stephan an, der aus Neustadt wieder da ist und auch Spaß hatte und ich gehe nach Hause. Was für ein schöner Abend.

18.10. Traum: Obszönitäten am Strand. Irgendeine Familienfeier. Mein Vater ruft ganz laut, der kann einen Sandabdruck, Wasser und einen Furz haben, als jemand sagt, er habe seine Badehose vergessen und mir ist das peinlich. Ich verstecke mich im Ankleidezimmer. Da sind Leute unten auf der Straße können mich sehen, weil das Licht an ist. Ich schmeiße mich auf den Boden, damit mich keiner sieht und es sind lauter Leute, Frauen, bei mir im Ankleidezimmer. Meine Mutter und andere. Wo kommen die auf einmal her, so voll wie es da ist? Habe ich gar nicht so viele Klamotten, weil da überall Leute drunter liegen? Lauter Frauen, die mir sagen wollen, welche Kette wirklich hässlich ist und ich erkläre, was ich mir dabei gedacht habe und stelle beim Zeigen meiner Ketten fest, dass ich kaum noch welche habe.

Suki. Flohmarkt unter den Bäumen. Bestimmt 10 Jahre war ich nicht mehr auf dem normalen Flohmarkt. Der Szenerie gefällt mir. Samttischdecken und die heruntergefallenen Blätter als Deko. Es ist herrlich unter den Bäumen. Charmante Hannoveraner. Ein Typ zu mir: Junge Frau, die Art, wie Sie sich kleiden, gefällt mir gut/ist interessant. Das ist nicht das „awesome“ was ich immer in SF zu hören bekommen habe, aber es gefällt mir. So schön trocken und zurückhaltend, aber auch direkt. Ich kaufe zur Feier des Tages einen englischen Doppeldecker, der einen Auffahrunfall hatte (unrealistisch sage ich, diese Busfahrer sind so gute Autofahrer, wenn das nicht ein Junge war, der sich als Busfahrer ausgegeben hat) und lass mich am Nachbarstand beraten wegen Briefmarken für Malcolm. Dann noch einen herrlichen Gürtel, der zu eng ist und eine große Brosche mit einem Plastikkamel. Die Perlen fangen an, meine Lieblingsjahreszeit. Jan bekommt bald einen Wippet aus Springe. Wir fahren am Beckmanns vorbei, der Chef steht draußen in Zivil und wir freuen uns wechselseitig uns zu sehen und reservieren für später. Rossi, ich liebe den Laden, sie können aufhören zu backen, aber bitte nicht mit der Quiche aufhören sage ich beim Zahlen. Welche hatte ich denn? „Die vegane Hackquiche“.

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Sprengel noch mal mit M & M. Es grölt vom Station zu uns rüber. Radspackos üben down hill und trinken Energy Drinks dazu. Die sollen mal aufpassen, dass ihr Tunnel nicht reißen. Wieder ist das Diane Fanclub Modell da. Stalkt die mich? Dasselbe könnte sie auch denken. Wieder auf der Damentoilette hat sie mich erwischt. Ich kann auch nicht genug davon kriegen, von den Bildern dieser Ausstellung. Die Bilderwand habe ich zum Teil als Magnete zu Hause (von Jasmin aus einem Gift Shop aus London), wusste nur nicht, dass sie von Herrn Parr sind. ich mag sie jetzt umso lieber.

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Beckmanns, Mahjong. Zu viel Messie. Ich räume einen Tisch frei, der eigentlich als runder Tisch nur da steht um daran mal Mahjong zu spielen. Den Krokodile-Hut aus SF bin ich los und der Mahjongtisch soll frei bleiben. Es muss sich was ändern.

19.10. Aufräumen, doch kein Nähen. Noch mal Flohmarkt, aber nur kurz bei Real. Herrlich warmes Wetter. Es gibt Uhrenprojekte, interessante Taucherfiguren und Glashühnersammlungen vom Feinsten.

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Erholung gesucht

15.09. Morgens vor 9 Uhr lassen sich schon ganz viele Faxe schicken und Sachen erledigen. Die Ärztin kennt Calproctin nicht. Das Fachgespräch mit meinem Bruder hat sich gelohnt. Sie macht sich keine Sorgen um mich. Das beruhigt schon mal. Ich habe nie im Leben was Entzündliches, sagt sie. Dran bleiben ist schon gut. Werde ich auch, versprochen. Ich und Herrn Pizzabringdienst bei der Commerzbank. Das wird doch nichts. Da weiß immer einer nicht, was der andere tut. Ich will nur ein Silberputztuch, aber ein Mann braucht dringender Beratung von der Verkäuferin. Er habe trockene Kopfhaut und habe bemerkt, dass ihm Haare abbrechen. Welches Shampoo könne sie empfehlen und ob das daran liegen könne, dass er ein paar Tage lang Duschgel für die Haare mit verwendet habe. Wenn er Ziehtest mache, dann falle durchaus ein Haar aus und Haarausfall sei bei ihm nicht üblich in der Familie. Er habe nachgefragt. Bis zu 100 Haaren am Tag sei aber normal, beruhigt die Fachfrau. Jetzt muss sie noch schauen, ob es hinten lichter geworden ist bei ihm!

Mittagtisch zu Hause.

Der Bürohund bellt unfreundlich und darf trotzdem zur Tür. Das gefällt mir nicht. Ich verteidige mein Klientel. Peinlich ist mir das Anti-Begrüßungskommitee trotzdem.

Abends wenigstens Pilates, Schlaffiprogramm besser als wie gar nichts.

16.09. Alles regeln und vorbereiten. An alles denken. Der Betreute wechselt am 25. ins Heim. Ich schicke den Sozialhilfeantrag in einem dicken Paket los. Mein Kollege muss doch einmal Geld austeilen. Hilfeplanung, meine sehr kompetente Betreute, die regelmäßig Suizid versucht, stürzt mittendrin eindrucksvoll ab. Sie wird nach einem Haushaltsplan gefragt, dabei hatte sie gesagt, dass sie nach Tagesform macht was geht. Das ist offenbar nicht verstanden worden (Faulheit und Planlosigkeit sind nicht das Problem, sondern zu viel Druck, den sie sich selber macht) und ich kann mir vorstellen wie demütigend das ist, wenn man sehr schlau ist und trotzdem den eigenen Hilfebedarf vorbeten muss wie ein Idiot. In der Zeit kauft Stephan einen 96-Schal (wünscht sich Jared). Der kommt nicht mit in den Koffer. Den kann er tragen. Die Anwälte von Sixt setzen mir Fristen von 7 Tagen nachdem der Auftraggeber auf Schreiben meinerseits aus dem April bisher nicht reagiert hat. So was muss ich haufenweise noch wegbeißen. Der Pflegedienst von Frau Messie, die Freitag aus dem Siloah entlassen wurde, hat beim falschen Menübringdienst bestellt. Der polnische oder russische Chef wirkt betrunken und desolat wenn ich anrufe (offenbar Zuhause). Der andere Mitarbeiter (Pflegedienstleiter) behauptet ich sei Freitag im Urlaub und nicht zu erreichen gewesen (da wüsste ich was von) und ich behaupte mal: der lügt, weil ich von 9 bis 18 Uhr am Platz war und jede Nummer gesehen habe, die angerufen hat. Guter Versuch! Abends Mal normal Sport, Trampolin. Etwas schwindelig ist mir, aber es tut trotzdem gut. Telefoniere mit Claudia bis ich nicht mehr kann. Die Tochter ist parallel schwanger mit ihren beiden besten Freundinnen. Das nenne ich Timing. Ich war ganz nah bei Detlef, der unter der Station C 5 arbeitet. Nächstes Mal oder wenn die Kantine geöffnet hat. Die Nacht ist kurz, weil ich von 1 bis 4 nachpacke. Dieser Armreif, ach doch nicht, war vorher besser. Die Wärmflasche, doch noch was Langärmeliges, noch ein paar Ketten oben drauf. Das alte Tagebuch von 2009. An alles denken. Wenn das nicht nervös hoch hundert ist. Wenn ich nicht schlafen kann und das schon 1 Tag vor dem Tag davor! Das hatten wir noch nie. Wird halt immer schlimmer und nicht besser. Der Kopf ist das Problem.

17.09. Der Hundetrainer unseres Vertrauens ist durch die Sachkundeprüfung gefallen. Das Oberverwaltungsgericht wird mittags über die Beschwerde im Eilverfahren entscheiden. Meine Schwägerin aus St. Gallen und viele andere wünschen uns eine gute Reise. Tapetenwechsel. Ja, das brauche ich dringend. Trudy hat an meine alte email Adresse geschrieben und ich hab’s nicht gemerkt. Sie wohnt 10 Minuten vom Flughafen und holt uns ab und wir warten bei ihr bis die Bayreuther landen (1,5 Stunden später). Mein Paps ist technikfreundlicher und behauptet ich sei SMS-behindert. Stimmt vielleicht auch. Natürlich ist Herr Palästina nicht im Knast. Herr Ihme hat Geld bekommen und um 10:20 Uhr schon alles abgeholt und seit dem ist er aus dem Ausgang nicht zurück gekommen. Der zweite Ausgang. Stephan fragt zu Recht, wie viele Ausgänge man bis 11 Uhr vormittags haben kann auf der Geschlossenen. Heute war auch die Spritze fällig. Ich habe mir den Termin eingetragen, aber die Klinik kriegt das offenbar nicht hin. Frau Kunstfehler und offenes Bein soll in die Reha. Ich erreiche endlich den Sozialdienst. Bei Herrn PM 3 Rückbuchungen in zwei Tagen. Neue Betreuungssache, aber ich habe schon vorgearbeitet. Bandansage Urlaub. Mein Borderline-Betreuter will sich über die schlechten Fußleisten und andere Mängel in der Wohnung auslassen und das er immer das Opfer sei und sich jetzt wehren will. Ich sehe das anders und habe dafür habe heute keine Nerven. Beende das Gespräch unsanft. Die türkische Betreute nimmt jetzt nach Meinung der Institutsambulanz doch nicht die Medis. Ich fahre trotzdem. Jetzt wo wir auch die Weezer-Karten haben (und bei der Band bin ich textsicher), kann mich nichts halten. Ein herrenloser Corgiemischling in der Egestorffstraße. Andere kümmern sich schon und was soll ich auch damit?

Wünscht mir alles Gute und ich sage dann mal Tschüß. Will nicht fleißig sein, sondern meine Seele soll im Pazifik aufgehen. Ich bin überzeugt davon, dass sie dorthin gehen wird, in dem Moment wenn sie meinen Körper verlässt. Das habe ich mal eindringlich gespürt/erfahren, so dass ich davon überzeugt bin. Ich freue mich auf Synchronmassage durch die Familie und die Natur dort, die ich nur zum Heulen schön finde. Ich will ganz viel mit meinem Schatz der Brandung lauschen und in den Pausen was leckeres Essen. Auch mit fettigen Haaren kann man fliegen. Die Kräfte mussten geschont werden und die werden das nächste Mal im Salzwasser nass oder zumindest von der Sonne Kaliforniens getrocknet werden.

Abends gehen wir zu unserem Hundetrainerstar mit Steffi. Dank ihr gibt es Beweisfotos. Während keiner Geld hat für Kultur, sind 4000 andere auch bereit die teuren Tickets zu zahlen für etwas Show mit Übersetzung und anschließend einer kleinen Autogrammstunde. In der Pause geht man vor der Tür in den Raucherraum. Nein, die weißen Schwaden, die einem entgegen kommen sind nicht Nebel vom nahe gelegenen Fluss. Stephan findet es eine optimale Einstimmung für unsere Reise und ich war noch nie in der Swiss Life Arena oder wie das Ding heißt. Die Veranstaltung ist mittelmäßig und zu wenig Hund für unser aller Geschmack, aber hey, ich finde den Typen sympathisch und er soll von mir aus reich werden. Außerdem haben wir nun mal das gemeinsame Thema „Hund“ und Steffi wird gerade Trainerin. Wir genießen ihre Gesellschaft und lieben ihren Hund und ihre Opferbereitschaft wird uns ein ganz neues Weihnachtsvergnügen bereiten, der ganzen Familie. Steffi – wenn Du das hier liest – die Rudelkette, die ich um hatte, möchte ich Dir gerne schenken. Steffi fragt nach der Wolf Haas Lesung im Übel und Gefährlich. Außerdem kriege ich eine Idee zu dem Bürohund. Der muss an der Leine zur Tür geführt werden, nicht wegsperren, aber auch nicht unkontrolliert lassen. Er hat kein Vertrauen zu Menschen und daher ist die Strenge vielleicht auch falsch, weil er ist ängstlich-dominant. Da hat die Steuerberaterin es nicht geschafft, dass das Tier ihr oder anderen richtig traut. Das deprimierende an Hunden ist, dass die Macker und Verhaltensauffälligkeiten im Verhalten eins zu eins auf den Halter zurück fallen.

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Wir fahren vorbei an neuen Eingang vom Siloah. Stephan und ich wollen nicht hungrig ins Bett und haben nichts mehr zuhause (wie sich das gehört vor einer Reise) und kehren beim Griechen ein. Da geht es wieder um einen gesprächigen Mann, der dort arbeitet und gerne über gesundheitliche Themen spricht, wie der reinste Hobbyarzt und einen Dreierdamentisch unterhält mit seinen Themen als da wären: Thrombose-Risiko bei Einnahme der Pille, seine Lymphknoten am Hals, die er zufällig entdeckt hat und die 1,3 und 1,6 cm groß sind und das Antibiotika hilft nicht. Wenn es weh tut, ist es ein gutes Zeichen. Keine Schmerzen und Vergrößerung sei bedenklich. Wie viele Mahlzeiten am Tag, Sport im Studio gegenüber und seine passive Mitgliedschaft sowie den Jo-Jo-Effekt bei der Gewichtsabnahme.

Auch wenn ich nach 3 Stunden Schlaf schreibe und mein Nachthemd auswaschen muss, ich nehme es nicht ernst und mir kann gar nichts Böses passieren.

Pizza.de

08.09. Ins Büro, der Mann auf der Flucht kommt nicht. Herr Ihme ist wieder in Wunstorf, sagt die Oberärztin, die ich auf dem Band habe und die um Rückruf bittet. Dann ist sie nicht im Thema. Ich rufe Herrn Ihme an und sage ihm, dass ich das heute mit den neuen Strafbefehlen klären muss und mich morgen melde. Er stimmt zu. Ich mache richtig Dampf bei meinem neuen Betreuten, dem seit Juni das Kindergeld von den Leistungen angerechnet und abgezogen wird. Die Miete wurde auch nicht gezahlt. Ich bin erfolgreich und die Widerspruchssachbearbeiterin, die ich am Wickel habe, lässt sich terrorisieren und macht das Eilverfahren überflüssig. Inklusive über 700,- € für die Erstausstattung ist alles geritzt. Das nächste Problem ist die Frau aus Ruanda. Ich erfahre durch meinen Anruf, dass sie die Medis abgesetzt hat durch den Stationsarzt, der mir sagt, dass sie freiwillig da bleiben würde und ich einen Antrag auf Unterbringung für meinen Urlaub deponieren könne. Ein 15-minütiges Gespräch mit ihr reicht mir. Ich gebe dem Mediziner die Rückmeldung, dass ich die Unterbringung jetzt schon beantrage, ich halte sie nicht für absprachefähig und glaube, er hat zu viele Neuaufnahmen um da genauer hinschauen zu können und ich merke die Wesensveränderung und habe daher meine Entscheidung schon getroffen, es wird sonst schief gehen. Dann spreche ich noch mal mit ihr. Sie will mir den Scheck vom Amt zuschicken per Post und lässt sich meine Adresse geben. Ich verweise auf den Sozialdienst. Der hat Briefmarken. Dann muss ich die Richterin überzeugen, sie denkt, ich will die bequem weggesperrt haben wegen Urlaub und keine Vertretung. Ja auch, aber ich sehe es sonst richtig eskalieren und habe ein Gespür dafür. Eine nervige Frau-Yoga, die mir vorwirft, dass ich nicht richtig arbeite, damit habe ich 20 cm dick schon an das Amt geschrieben und alles geklärt, nur weil sie das Geld nicht richtig einteilt. Hat jetzt ab Mai nachgezahlt bekommen für die Kinder und 1,5 Tage vor Ferienende geht ihr das Geld aus. Ich schreie sie an und lege zwei Mal den Hörer auf. Die regt mich richtig auf, die Alte, die nichts gebacken kriegt, aber alles besser kann. Ein Kaffee mit dem Kollegen, den ich nur diese Woche sehe und dann wochenlang nicht im Strandkorb, er stellt ihn mir richtig ein. Wir peilen noch mal ein Treffen in Stuttgart an. Bei der verpfuschten Frau im Agnes-Karl ist die Spalthaut auf der Wunde und man muss jetzt 5 Tage warten ob die anwächst. Ich melde mich nächsten Montag und dann Kurzzeitpflege oder Krankenhaus während ich weg bin. Vielleicht muss ich vor dem Urlaub noch nach Laatzen wegen Telefon am Bett. Herr Ihme geht gerade wieder. Das hatten wir letzte Woche schon mal. Da wollte ich ihm die Versichertenkarte zuschicken und nachmittags kam die Meldung, dass er weg ist. Habe heute immerhin den Nerv mit meiner querulatorischen Betreuten zu telefonieren. Die Krankenkasse fragte wegen der Versicherung, weil die kein Arbeitslosengeld bekommt, ob sie denn arbeitet. Sie habe das geklärt. Wie sei sie denn nun, will ich wissen und erfahre was von einem neuen Freund, der hat Kohle und zahlt das und wohnt bei ihr und sie heiratet ihn bald. Als ich sie auf die Gläubiger anspreche meint sie Gütertrennung. Sie will jetzt doch die Rente akzeptieren, wenn die Rentenversicherung im Gegenzug die 17 Lücken in ihren Versicherungsverlauf „auffüllt“. So einfach geht das nicht. Sie muss Beweise haben, Zeugnisse, Lohnabrechnungen, Arbeitsverträge. Das sei so lange her. Ob sie es für möglich hält, dass Rentner noch ihr Abiturzeugnis haben. Ich will damit sagen, dass man wichtige Unterlagen aufheben sollte. Sie mag es aufgeräumt kommt die Antwort und ich hätte gesagt, dass sie neben der Rente noch arbeiten dürfe und sie würde sich dann selbständig machen mit dem Freund. Ich telefoniere morgen mit der DRV vereinbaren wir. Die Betreute, deren Altpapiercontainer ich gelegentlich fülle kommt vorbei mit BaföG-Unterlagen. Der Baulärm in der Wohnung ist schlimm. Ich höre ihn immer beim Telefonieren mit ihr. Wird es denn wenigstens schön, will ich wissen. Sie hatte 3 Badfliesen zur Auswahl und hat die Farbe von meinem Pullover gewählt. Ich verschiebe den Sport um ihn schließlich ganz abzusagen und dann das Kino auch. Ich schaffe es nicht und bekomme zuhause einen Nervenzusammenbruch und nehme dazu ein Vollbad. Die Blutung, die anderen gesundheitlichen Themen über die ich nicht mehr schreibe und rede, das ist alles zu viel für mich. Ich gehe in die Apotheke und bekomme ein Schmerzmittel, was ich laut Beipackzettel auch nicht nehmen soll. Was nun? Will alles absagen und unterstelle meinem Mann, dass ich ihm nicht leid tue und erhebe den Vorwurf, dass er nicht gesund für mich kocht. Ich habe noch nichts gegessen und kann keine Amaretti essen. Ich schenk ihm meine. Ich heule den ganzen Abend wie ein Schloßhund, dass Feininger tot ist und nicht mehr Therapiehund sein kann und mit den Enkeln laufen. Er war der beste Hund der Welt und ich will keinen neuen. Alles überfordert mich. Irgendwann kriege ich mich wieder ein, esse neben 2 Haselnußjoghurts von M auch einen Amaretti und gehe dann schlafen. Kate kotzt auch bis zu 30 Mal am Tag. Auch andere haben Probleme.

09.09. Die Eltern sind wie böse Clowns verkleidet und haben das Kleinkind im altmodischen Flechtwagen auch passend zurecht gemacht. Es sieht toll aus. Der Traum spielt in den USA. Mein Betreuter, der rechtlich geschäftsunfähig ist, kommt vorbei. Ich hatte gedacht ihn nicht mehr zu sehen vor meinem Urlaub. Er hat ein Problem. Er hat gegen einen früheren Freund ausgesagt, der ihn schon bedroht hat über facebook und jetzt bestellt jemand auf seinen Namen Pakete und 3 Essensdienste standen Samstag vor seiner Tür. Die Polizei hat in den Rechner geguckt und gesehen, dass er wegen Internetbetrügereien was am Hut hatte und glaubt ihm nicht, sagt was von falscher Verdächtigung und verweist auf seine Betreuerin. Ich rufe nach der Besprechung an und äußere meinen Unmut über dieses Vorgehen. Ob sie es nicht für möglich hält, dass jemand der eine Körperverletzung verübt hat, seinerseits verprügelt werden kann oder schickt man so jemanden üblicherweise weg. Die Dienststellenleiterin gibt mir Recht und der Kollege meldet sich kleinlaut. Streitet alles Mögliche ab. Wie sei es möglich, dass er das wusste mit der Bestellung. Das sei ihm komisch vorgekommen. Das Genie steigt nicht durch. Da ist mein Betreuter schon fitter. Bestellungsbestätigung per email aufs Handy bekommen und dann abgesagt. O.k., dann sei es strafrechtlich nicht relevant, weil kein Schaden eingetreten sei. Das sei aber vielleicht nicht Ende der Fahnenstange. Bei ihm seien alle gleich, aber er wisse ja nicht, was meiner für eine Psychose habe. Ich nehme ihn auseinander und er stellt fest, dass ich sehr schwierig im Umgang bin und der Ton, wie ich rede. Ja, so ist das, wer mit meinen Betreuten nicht auskommt, macht die Erfahrung von Regen in die Traufe. Nach 20 Minuten schlagen zwei fesche Polizisten bei mir auf (so der Kommentar der Steuerfrau, die Dave mag) und neben die Anzeige entgegen. Geht doch. Meiner hat die Unterlagen astrein vorbereitet, war aber verbal nicht so überzeugend. Während er bei mir war hat der Nachbar ein Paket angenommen und mittags war 3 x die ganze Familie zum Essen da, wie er es Stephan verklausuliert sagt. Drei Bringdienste haben geliefert. Pizza.de will ihn nicht sperren. Fax, jetzt haben wir einen Schaden, weil ich die Rechtsgeschäfte genehmigen muss und das nicht tue und die so auf ihrem Schaden, dem gekochten und gelieferten Essen sitzen bleiben.

Mein Mann auf der Flucht kommt im dritten Anlauf und will sich Freitag stellen. Er verspricht es mir hoch und heilig. Ich glaube nicht so Recht daran. Seine Uks seien noch nicht sauber, d.h. die Urinkontrollen. Dann wird er nicht substituiert im Knast.

Ich rufe bei der Krankenversicherung von Frau Querulantin an. Ja, es hat sich erledigt, sie arbeitet ja wieder. Ach so, das wusste ich nicht. Ich muss es wissen als Betreuerin, aber wie, wenn sie alles vor mir verheimlicht. Dann hätte sie mir das nicht sagen sollen wegen Datenschutz. Oh Mann, die können sich auch nicht entscheiden. Bei der DRV in Berlin ist der Mann, den ich für eine Frau halte und für das ich mich entschuldige, noch hilfsbereiter und sagt mir ab 01.08. und bei welchem Arbeitgeber und was sei das für eine, die nicht mit mir zusammenarbeiten würde. Der gehört mal richtig… Recht hat er. Ich bedanke mich. Ein Betreuer hat sein Geld nicht bekommen, Systemfehler, aber immerhin das gute Amt, was man telefonisch erreichen kann. Ich habe den Beschluss für Frau Ruanda bis 21.10. Urlaub gerettet. Die Frau vom Sozialdienst sagt mir, dass sie nur nach Scheck und Geld fragt und sie wird die Übersendung mit ihr klären. Nachmittags heißt es dann, dass man nicht mehr mit ihr reden könne, sie brauche kein Geld. Ja, ich hab’s kommen sehen, ich alte Hellseherin, aber gottseidank habe ich schnell genug gehandelt, inklusive Richterin anrufen und verrückt machen. Ich weiß halt, wo der Hase lang läuft.

Stephan kocht mir Reis. Ich halte ein kleines Nickerchen. Es kommt auch der Anruf, dass Herr Ihme wieder in Wunstorf ist, aber die Ärztin erst Morgen zu sprechen. Dann gehe ich wieder arbeiten. Stephan macht GP und lässt sich von 2 Männern 30 Minuten in der Apotheke beraten. Was will er? Dass die Laune seiner Frau besser ist. Er kommt mit Buscopan Plus. Das darf ich erst Recht nicht nehmen, keine Krampflöser, die machen die Gebärmutter dick. Es tut mir unendlich gut, dass er es versucht hat. Oh Gott, das packen ist schwer. Möge der Lavastrom mich erlösen.

10.09. Traum, ich als Nachtklubtänzerin. Die Räume sehen aus wie eine Sozialstation, gelb gestrichene Wände, Raufaser, eine Frau lobt wie sauber alles ist. Ich werde eine Strumpfhose anbehalten, die Leggings sieht sehr unvorteilhaft aus, ich will wenigstens die Strumpfhose mit dem Netzmuster anziehen, aber es gelingt mir nicht, die Schichten verschieben sich gegeneinander. Ich bin die einzige die oben ohne rumläuft, die anderen sind noch angezogen (verkehrte Welt eigentlich, aber ich denke, die werden schon wissen warum sie mich gewählt haben). Fürs Schminken ist man selber zuständig, das muss ich noch machen und mich frisieren. Ich werde nervös, wir müssen Schritte üben, wann geht das denn los. Von 23 Uhr bis 10 Uhr morgens, das schaffe ich nicht. Muss mir Video anschauen, weil ich mich an nichts erinnern kann. Ich sehe recht steif aus, aber ich habe es wohl getan. Ich weiß von nichts. Das letzte an was ich mich erinnern kann ist, wie ich ins Bett gegangen bin. Ich muss es im Traum erledigt haben.

Elisabeth Taylor kommt mit der Wohnbetreuung, die während Kalifornien einmal für die Geldeinteilung zuständig ist. Diese bemerkt, ich habe eine Zahl 7 am Hut. Dann erklärt ihr meine Betreute meine Hütchen. Die wird eh Pressesprecherin bei mir. Sie kann 2 Tage nach Polen fahren ab dem 07.10. Von mir aus. Ich mag’s da und sie soll den Polen ruhig mal zeigen wo der Hammer hängt (in Sachen aufdrehen). Kleine Reisetasche oder Rollwagen soll man mitnehmen. Das kommentiere ich mit „abgelehnt“. Zwei schwule Sozialarbeiter, die ich kenne, fahren mit. Der eine, mit einem Männervornamen, nennen wir ihn Herrn Klaus hat den gleichen Nachnamen wie eine Frau, die meine kennt. Sie kennt eine Frau Klaus. Das ist aber nicht die Frau von dem Herrn Klaus, wie die Wohnbetreuung meint. Das sehe ich anders. Ist bestimmt die Frau von ihm.

Nachmittags kommt der junge Betreute mit der Wohnbegleitung. Meine Laune ist heute sau schlecht und alle müssen sich in Acht nehmen. Ich frage, was mit ihm los sei. Er sei so passiv, wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Er müsse mal in die Strümpfe kommen. Leider kann er keine Überweisungen machen, weil seine Bank eine auswärtige Volksbank ist. Neues Konto in Hannover muss her. Ich kläre die Bareinzahlung der Miete.

Wieder kein Sport. Ruhen und Geduld haben.

11.09. 11.09. Der Junghund springt nicht nur die Tochter des Kollegen an, der beißt dabei auch und rammelt sie. Die Besitzerin kennt das von der eigenen Tochter. Bei aller Hundeliebe, ich würde dem so welche reinhauen bzw. muss man gar nicht, konsequent Knie nach oben und die Kinder auch Bevollmächtigen bevor der Hund macht was er will und völlig respektlos rüpelt.

Endlich schaffe ich es ins Siloah, meine Betreute war umgezogen (ca. 80 Patienten waren am Wochenende vom Oststadtkrankenhaus hierher gefahren worden und sie erlebt ja gerne was). Schicke Kantine, aber kein Betrieb. Unsanft zerren und dabei Herzchen nennen bringt es auch nicht. Die junge Pflegekraft finde ich sehr mechanisch und unsanft. Das Bett muss neu bezogen werden. Hat das nicht Zeit bis Morgen, bis sie wieder weg ist, fragt meine verzweifelt und ich kann sie verstehen. Wenn einer nicht frisch operiert wurde muss nicht alles jeden Tag abgekocht werden, aber das ist im Krankenhaus alles was denen einfällt. Einfach mal dazu setzen und mit dem Menschen reden, bringt viel mehr für die Gesundheit. Davon bin ich überzeugt, aber dazu bin ich ja auch da. Ich setze mich mit aufs XXL Bett. Sie verschwindet darin und stellt mich dann ihrer Bettnachbarin als ihre Rechtsanwältin vor. Die soll sich nicht mit mir anlegen. Ich habe einen Preiszettel am Hut, darauf machte mich ein Pfleger aufmerksam als ich vor der Tür gewartet habe, dass meine gewaschen wird. Sind nicht die hellsten, die hier arbeiten. Ich habe gelbe Strümpfe an, kann es aber tragen, weil ich lange Beine habe, meint meine Schneiderin. Sie muss es wissen.

Stadion Verpflegungsangebot Bank oder KH von innenMensaKunst

Wieder eine Betreute, die das letzte Mal vor dem Urlaub kommt. Bei ihr wird es keine Probleme geben, kein Notfall für den Kollegen. Das höre ich gerne. Nachmittags telefoniere ich herum und versuche zu regeln, dass eine Betreute auch in meiner Abwesenheit am 23.09. problemlos operiert werden kann (Augen-OP) und nicht einer auf einmal nach der Betreuerin schreit und ich nicht da bin.

Ich will mich selber für Einläufe mit TCM-Kräutern anmelden, aber das kommt erst später.

Ich gehe vor 17 Uhr nach Hause. Der Centerfold von dem Bastelskelett zum Selberbauen (Gesamthöhe 110 m) sieht richtig trashig aus. Das nehme ich nächstes Mal mit ins Krankenhaus und hänge es in mein Zimmer, damit man Fachgespräche mit dem ärztlichen Personal führen kann. Sie sollen dann mal anhand des schmalen Hochkantposters zeigen, wo das Problem liegt.

12.09. Stephan träumt von Suki, der schwarzer Tee auf die Schnauze gelaufen ist und sie verfärbt hat. Ich treffe den Nachbar vor der Tür, wir lassen es heute beide offenbar gelassen angehen. Feinkostlampe wird im Kulturradio beworben und er wurde gefragt: „Sie sind heute auch das erste Mal da?“ Ja, die Jugend ist nicht nur vorbei, man landet gleich im Klassikradio. Die Tochter des Kollegen läuft im Gänsemarsch mit der IGS-Linden vorbei. Ich halte Ausschau und winke. Die Bürokaffeemaschine sei kaputt. Das ist mir mal scheißegal, weil ich sie nicht benutze und die Psychokollegen mit Auto, die ständig an ihr stehen wir an einer Tränke auch mal was machen können. Ich bin nicht auf Dauer dafür verantwortlich, bloß weil sie vor Jahren mit meinem Geld mal gekauft wurde. Da müssen die derbe drauf hingewiesen werden, so alleine kommen sie nicht dahinter. So viel Sozialkompetenz scheint nicht vorhanden zu sein. Ich spreche die Mitarbeiterin darauf an und sie hat gar nicht mit meinem Mann telefoniert. Ich sage, das sei ja interessant. Er und ich würden wechselseitig versuchen uns vor dem Urlaub einweisen zu lassen, aber er hat wohl die besseren Karten, weil ich bin aggressiv und unleidig. Ist Wunstorf sektormäßig für uns zuständig? Kaffee bei uns zuhause. Der Gartenfreund bringt Stiefmütterchen von Schloss Sanssouci, die er gezogen hat. Ich biete die Amaretti mit Rahmlikör an. Wir besprechen die Pläne einer Unterbelegung unserer Wohnung wenn wir nicht da sind. Das finde ich super.

Ich sehe es ein nach einem Telefonat mit Mama. Ich muss brav sein. Kein Sport, keine Pizza in Gesellschaft. Stattdessen fällt mir das Tikka Marsala Gewürz in das Gemüse. Die Auswirkungen sind verheerend. 21 Uhr gehe ich schlafen. Stephan spreche ich nachts. Ich hätte den Tisch im Da Etna reservieren sollen, sie haben draußen gegessen. Sonst alles nett. Eine andere aus der Runde war auch krank, hat sich aber überreden lassen. Das ist ja immer relativ. Der Schweizer hat neuen Joghurt bekommen.

13.09. Gewerbsmäßiger Fahrraddieb und Hehler in der Davenstedter Straße festgenommen. Stephan schöpft Hoffnung, dass sein Rad bei dem 37 mit dabei ist. Ich packe weiter für die Reise, ein schwieriges Unterfangen. Mama lobt mich, dass ich nur 5 Unterhosen mitnehme. Ich sei ein Vorbild an Konsequenz. Ja, aber ich nehme 25 Hütchen mit für 17 Tage. Herr Pizza will weiteres Geld. Ich habe das Gefühl er nutzt die Situation aus. Eine strenge Nachfrage führt dazu, dass sich sein Anliegen erledigt hat. Anruf meiner Eltern. Ich lehne erst ab. Will keine Ratschläge mehr und Vorwürfe, was ich alles nicht richtig mache. Ich habe schon eine weit entfernte Freundin beunruhigt, die anruft und mit der ich sonst selten spreche. Das stresst mich, gut Miene zum bösen Spiel und ja, ich muss auf mich aufpassen. Danke für den Anruf. Das hilft mir nicht und stresst nur. Dann doch Telefonat mit Paps über das Problem, was offenbar familiär bedingt ist. Er beruhigt mich immer. Heroin von Bayer würde helfen. Das lähmt die Nerven im Kopf und  im Darm. Das kann ich mir besorgen, ich habe über Betreute die Connection. Stephan kauft Süßigkeiten für die USA und fährt dann noch in die Notapotheke. Abends kommen Thomas und Yunfeng mit Pilzen. Es gibt lecker Pilzpfanne. Yunfeng muss am fremden Herd kochen. In der Gesellschaft alter Freunde geht es mir besser und ich spiele bis 1 Uhr nachts Mahjong.

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14.09. Telefonat mit dem Gastro-Fachmann der Familie. Plan ausgeheckt. Morgen noch mal zum Internisten. Die kann auch nicht mehr so viel machen vor der Reise, aber man kann schon einiges an Diagnostik auf den Weg bringen. Ständig kalte Füße und leichtes Krankheitsgefühl. Die ganzen unerledigten Sachen. Der AB muss neu besprochen werden und ich weiß nicht wie, die Betreute, die gerade geldmäßig umgestellt wird und es ist noch nicht alles geritzt und sie fragt jeden Tag nach, die andere im Agnes-Karll und kommt vielleicht in die Kurzeitpflege oder ich muss vorher noch mal hin damit sie ein Telefon am Bett hat. Diese Fälle zehren an meinen Nerven. Wenn ich nicht da bin, es ist der Kontrollverlust. Diese längeren Reisen sind die Hölle für mich. Es wird leider immer schlimmer. Ich frage, ob wir eine Runde mit dem Therapiehund raus können. Das hilft vielleicht. Die Sonne verzieht sich und die Energie verschwindet. Frühstück, noch etwas Spielen mit dem Papier-Mahjong-Spiel vom Pariser Flohmarkt. Es sind flache Steine und Haltebretter wie beim Scrabble. Ich schaue mir das Buch mit Bildern aus der Lüneburger Heide an, was die Jungs mit eigenen Fotos bestückt haben. Die reinste Naturfibel mit Schmetterlingen, Vögeln, Käfern und Pflanzen.

Dietrich ruft mich vom Handy an. Sie bringen Steffi zurück ins Heim. Auf einmal spricht er Englisch, weil eine „Kollegin von Steffi“ sich zu ihm setzt und nicht mithören soll. „She is low normal“.

Mein Mann gibt mir Halt, ohne ihn wäre das Leben die Hölle. Ich weiß nicht, was schlimmer wäre Gesundheit im Arsch und tot oder Leben ohne Stephan. Eigentlich eher letzteres. Dann lieber abkacken, aber Stephan bleibt bis zuletzt bei mir. So ist zumindest derzeit die Stimmung. So viel besser als alleine im Feldlazarett. Heute habe ich Kreislaufprobleme. Stephan ist der einzige Mensch auf der Welt wo ich mich 100% so geben kann, wie ich bin. Das ist das entspannende. Das heißt nicht, dass ich bei anderen nur vortäusche, aber eben mit unterschiedlichen Anteilen der Falschheit.

Nach der Wahl sind alle Wahlsieger. Das ist immer wieder lustig zu sehen. Es geht mir wie anderen mit Asiaten. Diese Dicken aus der Sendung Biggest Loser sehen alle gleich aus. Stephan lacht darüber. Lieber eine Folge Cesar Milan. Das ist das schöne, wir haben immer was zu lachen und wenn ich sage, dass ein Penis komisch für eine Frau sei, wie ein Wurm oder eine Schlange im Bett, ungewohntes Körperteil, mit dem man erst mal nichts anfangen kann als Frau. Man muss erst lernen damit umzugehen und das gelingt vielleicht nicht so gut. Gut, Vagina ist auch unheimlich, wie eine ewig klaffende Wunde. Das Problem ist, nicht nur ich bin abhängig von meinem Mann, sondern meine ganze durchgeknallte Familie ist auf ihn als Hütehund angewiesen und auch meine Eltern freuen sich auf Kalifornien und seine ausgleichende Art. Er weiß nicht, ob er das schafft. Wir haben theoretisch Verstärkung durch eine weitere Arnhold, aber meine Schwägerin hat nicht die nötige Autorität. Sie ist ruhig, aber wir hören nicht auf sie.

no sports

01.09. Träume, dass wir was mit Sabine machen und anderen Leuten und ich sage, ihr Geburtstag wäre schon ganz schön lange her. Ja, ein Jahr, sagt sie. Ach sie hat heute. Entschuldigung, Ich gratuliere. Sie gehen feiern und ich gehe nach Hause zu Fuß und lege mich unterwegs mit Frauen an, die neben mir laufen und mich überholen, mache Sprüche und werde körperlich. Linden Süd, lauter Kioske, die Ware hell beleuchtet und bis unter die Decke gestapelt. ich will Chips kaufen oder so was und schaue nach Kinder Eggs für die USA. Die sind hier zu teuer. Ich dachte, sie hätten vielleicht eine besondere Auswahl. Dann zuhause bei Sabine und an ihrem Rechner. Ich schreibe einen Geburtstagsgutschein für ein gemeinsames Wochenende und wir zahlen 2 Übernachtungen und den Flug oder die Bahnfahrt (mal kein Essen). Ich schreibe, dass wir uns wieder selber was schenken, ein Wochenende mit ihnen und als Grußformel: „wir haben Dich lieb“. Ich mache eine Collage mit Stadtplänen u.a. dem von Berlin, aber um den geht es nicht. Da werden andere Städte drauf geklebt. Die Umschalttasten auf der Tastatur sind immer verstellt und ich bin wütend und sehr brutal, so dass der Rechner immer fast vom Tisch rutscht und ich auf ihn eindresche (aber es ist nicht mein Rechner). Sabine sitzt neben mir und erst sind 60er Jahre Frauen zu sehen auf dem Bildschirm des Rechners. Dann läuft die Titelmelodie zu Ghost Busters mit einem Musikvideo und irgendeine alte Band spielt am Aegi und die Musiker sind so cool. Ich will da auch hin. Im Video fliegen Vogelskelette und gebratene Riesenhähnchen (Anm.: ich habe Ghost Busters noch nie gesehen). Irgendwann sage ich zu Stephan, ich will noch auf die Feier. Die Gelegenheiten zum Tanzen sind so rar. Er kommt mit. Ich werde wach und denke, das ist die richtige Einstellung.

Ich habe mehrere Theorien zu dem Traum u.a. dass ich gleich nach dem wach werden Geburtstagsgeschenke raussuchen muss, weil wir heute eine Frau treffen, die hatte und der ich sie nachträglich schenke. Die legt Wert darauf, dass man es weiß, so dass ich mir ihren eingetragen habe, aber das kommt dann nicht von Herzen, sondern ist wie eine dienstliche Fristsache. Eingeladen hat uns der Schweizer Hannoveraner, der Mokka-Joghurt von Migros im Gepäck hat und Kalbsbratwürste und Rösti und sie mit uns teilen will und die gemeinsamen Freunde sind auch eingeladen. Er will anschließend was mit uns spielen. Ich kenne das Spiel nicht, aber mit seinem Wareneinsatz spiele ich Strip Poker mit ihm, sage ich ihm am Telefon. Wir werden u.a. eine Biberle-Kollektion beitragen (Frederik hatte mich beraten).

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Außerdem ist es so, dass ich mir zwar eine Glocksee für Rentner wünsche, aber vermutlich ganz oft zuhause bleiben würde und kneifen. Ob Konzert in der Martinskirche oder was auch immer, gerne sage ich ab und bleibe zuhause. Ich muss dazu sagen, dass ich früher auch schon nicht zu der Ausgehfreudigsten gehört habe. Der Sommerurlaub beim Sportstudio fällt mir gar nicht schwer. Es ist schön so viel Zeit zu haben und ich weiß sie durchaus mit anderen Dingen zu füllen.

Wir waren bei Gim Sushi am Goetheplatz. Da waren wir noch nie. Laden voll, Essen gut. Hat tatsächlich was Japanisches. Das Tempura ist wohl sehr beliebt. Viele Familien. Drecka holt Essen ab (take away). Wohnt um die Ecke. Nachdem ich immer zu Mr. Thang wollte letzte Woche (bestimmt 4 Mal) und immer vergessen habe, dass die Umbaupause machen und dann beim Nähen Sushi bestellen wollte, aber zu satt war, duldete es keinen weiteren Aufschub. Stephan hatte Hühnerspieße mit sehr leckerem Gurkensalat und Gemüse, kunstvoll geschnitzt mit Biss. Da kann man echt hingehen in den Laden! Der frittierte Tofu im Sud war sehr lecker und gegrillter Lachs mit selbstgemachter Mayonnaise.

Gim Ikebana Gim Miso Gim Nachtischgeule Gim Spinatvorspeise Gim Sushi

Auf der Erinnerungsfeier von dem verstorbenen Behinderten waren 60-80 Menschen. Alle Bewohner seiner Gruppe mit Therapeuten. Meine Mutter ist beeindruckt. Ich muss uns heute im Heim in Burgkunstadt anmelden bei der Gruppenleitern der Gruppe Monika. Es gab erst etwas Stress, weil die Entscheidung dort hinzufahren statt in Nürnberg im Steichele nach dem Küchenumbau was essen zu gehen nicht ganz freiwillig war. Wir kommen mit Suki, der eine Lektion in Sachen Begleithund absolvieren kann bei Steffi in der Gruppe. Das wird eine freudige Überraschung. Ich habe etwas Bammel mit Hund zu reisen. Damals als Feininger überfahren wurde, war ich sauer auf Karin, der es passiert ist. Das schlechte Karma ist bestimmt noch bei mir. Das wäre das Ende der Freundschaft mit Steffi, wenn dem Hund was passiert, denke ich und verstehe es zugleich. Wir sind umsichtig, aber irgendwie habe ich Angst, dass ich diese Erfahrung kosmisch noch machen soll. Wir werden alle auf ihn aufpassen. Meine Eltern freuen sich auch schon. Sie leben ländlich, eigentlich kann nichts passieren, d.h. passieren kann immer was und wir wollen auch Spaß haben und das bringt immer Risiko mit sich.

Sunla schreibt mir morgens. Ich hatte gestern versucht sie anzurufen und das erste Mal im Laufe unserer Freundschaft Lust auf Quatschen. Wollte dazu sogar in die Badewanne (quasi richtig genießen). Sie war in Ungarn. Die Lust wird wieder auftauchen. Mein Kollege ist diese Woche auf Seminar in Celle und ich frage mich, wie es ihm geht. Lerne heute das Frauenwohnheim und die Traumaambulanz kennen. Ein Tagesprogramm ganz nach meinem Geschmack und heute Abend die Privateinladung. Toll. Sie ist erst um 8 Uhr. Da werde ich nicht so lange durchhalten.

Rockbillys sind die neuen Spießer. Sehe ich Frauen mit Kopftuch nach oben geknotet in der Stadt, bin ich voller Verachtung für die Spießeruniform. Lederhose, Volksmusik und eine Haartolle. …

Emails mit Kathrin, die ist auf Darvida-Jagd für mich. Die Curry-Ananas Cracker haben mir gut geschmeckt und die halten doch bestimmt bis Weihnachten, so mein unmissverständlicher Auftrag (unverschämt irgendwie).

Stephan mit dem Staubsauger in der Hand. das erinnert mich an Ghost Busters, aber auf Madenjagd geht er mit Küchenpapier und einer Glasreinigerflasche bewaffnet. Er saugt unser Bett ab. Ich habe das Geschenk für heute Abend eingepackt. Das Papier was ich für die Japangeschenke gekauft habe und jene Freundin hat es mit mir ausgesucht und mir beim Einpacken geholfen, so dass ich mich nicht blamiere bei den Japanern und sie kann es, aber der Unterricht ist spurlos an mich vorbei gegangen und asymmetrisch und lieblos mit viel Tesafilm schustere ich ihres fertig.

Morgens Frau Tod bevor sie zum Facharzt geht. Wir telefonieren wegen Selbsthilfegruppen und Maltherapie. Gartenstraße die Frauenunterkunft besichtigen. Erst will die Frau aus Ruanda lieber im Krankenhaus bleiben. Bei den Etagenküchen bekommt sie leuchtende Augen. Unverständnis, dass die meisten Frauen sie gar nicht nutzen wollen und sich Essen bestellen. Die Leiterin der Ergotherapie ist von meinem Outfit begeistert und will mich aus der Nähe betrachten. Da steht ihre Meisterin vor ihr. Dann esse ich was bei Doppelkorn auf der Friesenstraße, was ich nie wieder tun werde. Die Kartoffel-Kohlrabi-Suppe schmeckt total nach Brühwürfel und die Quiche ist labberig und unlecker, roher Teig mit zerkochtem Gemüse. Die Lektion hat gesessen. Ich klingele spontan in der Oststadt, Frau Miespetrig lässt mich nicht rein. Ich habe den Rentenbescheid dabei und muss vor Kalifornien die neuen Leistungen beantragen und alles in trockne Tücher bekommen. Dann Traumaambulanz Wahrendorff mit einem langjährigen Betreuten. Sein Dealer macht sich richtig Sorgen um ihn, erzählt er mir beim Warten. Kokain konsumiert er zur Zeit täglich erzählt er dem Arzt, der nach illegalen Substanzen fragt. Der Arzt redet komisch und wird manchmal schnell ungeduldig bzw. man hat das Gefühl, dass es ziemlich nach Schema „F“ abläuft und das Verständniszeigen zum Programm zählt. Ich lerne vom Zuhören: die Gewalt in der Kindheit ist ein riesiges Problem und kann das ganze Leben zerstören. Das Geschlagenwerden mit Gegenständen, die Lieblosigkeit, Dienstbote der Mutter und des Stiefvaters zu sein. Die Mutter war auch beteiligt und hat mit der Gewalt angefangen und zu der hatte er bis vor 2 Monaten ein total gutes Verhältnis und sie hat sich ganz viel gekümmert um alle Bereiche seines Lebens, von Geldeinteilung bis Fahrdienst. Was war das? Als Kind hat sie ihn verdroschen und später dann ein Bein für ihn ausgerissen. Passt das zusammen? Es irritiert mich. Der Überfall am 01.04. hat alles wieder hoch gebracht. Er ist fix und fertig nach dem Termin und als ich ihm von meinem Urlaub erzähle und, dass ich es noch nicht gesagt habe, dass ich 2,5 Wochen weg bin, meint, jetzt hätte ich es ja gesagt und wünscht mir alles Gute. Wunstorf macht Stress wegen Herrn Ihme. Er ist wieder auf der geschlossenen und braucht einen Beschluss. Seit wann das denn? Da weiß ein Arzt nicht was der andere macht und entschieden hat. Schizophrenie des Systems, pur. Die sollen erst mal miteinander klar kommen, bevor sie mir lange Texte auf die Mailbox sprechen und mir Faxe schicken und mich auf dem Handy penetrieren.

Ich treffe Karin und Stella vor der Tür. Karin, der ich mit dem Tod unseres Hundes Unrecht getan habe. Ihr Hund hat jetzt eine graue Maske und wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen.

Dann auf zur privaten Montagseinladung. Hier wohnen aber viele, deren Name mit „Z“ beginnt. Auch die Gastgeberin heißt „Z“ und hieß auch mit Mädchennamen „Z“. Ich bringe alte Servietten mit Alpenblütenmuster mit und die Reinigungstücher aus der Apotheke vom Abisrieder Platz („ein Stück Schweizer Heimat“ lautet die Werbung). Ich hatte mich für die Packung interessiert, aber der Preis von 17 Franken für ein paar Erfrischungstücher hatte mich wieder zur Besinnung gebracht. Die Verkäuferin hatte Mitleid mit den Deutschen und ihren Lira. Der Tisch ist gedeckt. Was für ein toller Abend. Rede ich zu viel? Bei meinem Geschenk war der Preis noch dran. Typisch schlecht halt. Wir spielen das rasante Spiel und unsere gemeinsamen Freunde gehen, dann steigert sich der Abend noch und wir haben so gute Gespräche. Der Gastgeber geht mit medizinischen Themen so offen um, dass es entwappnend ist und auch sexy und seine Frau redet von den 90 jährigen Eltern; der Vater hat Demenz. Hier habe ich fachlich ein paar Ideen. Es geht auch lustig zu. Ich werbe für Darvida Cracker mit Bauchladen im Apollo. Das wird mein zweites Standbein. Ich erzähle von den außerordentlichen Bemühungen meiner Schwägerin hier Ware aufzutreiben, wie ehrgeizig, systematisch und professionell wie sie mit meiner Bestellung umgeht und der Schweizer schlägt vor, die Firma Darvida direkt anzuschreiben. Meine Begeisterung für die Migros-Sammelprodukte, bestehend aus der eigenen Ware, kann ich nur bedingt vermitteln. Wie Kaufmannsladen, aber halt in echt. Hansa Plast, Friederikenstift, Stephan und die Hündin lecken die Mokka-Becher um die Wette aus. Wer kann es besser und was entscheidet: Zungenlänge oder Technik? Es ist 2 Uhr morgens als wir gehen. Alle wissen, dass wird Morgen weh tun, aber es hat sich gelohnt. Was für tolle neue Freunde sich da aufgetan haben. Sie gehen auch gerne Essen. Das werden wir hoffentlich noch oft zusammen machen, so lustig und offen wie die sind. Das ich die Mal doof fand, unvorstellbar. Mit ihm habe ich so viele Gemeinsamkeiten, auch mal einen Spruch machen können und eben auch intimere Themen, die mit Unzulänglichkeiten des eigenen Körpers zu tun haben, was die Chirurgen daraus gemacht haben eben. Auch Ärzte, die den Ernst der Lage nicht erkannt haben, ob die nun TCM-Tees verschreiben oder in der Notaufnahme sind. Wir sind beide dem Tod entkommen und die Sache hat Spuren hinterlassen. Ich habe allerdings nur was Optisches und bin mir sicher, dass ich an seiner Stelle wirklich verzweifelt wäre und zu Weichei. Ich will seinen Job übernehmen und einmal pro Monat in die Schweiz fliegen um mich von Schweizer Lebensmitteln zu ernähren. Das ist mein Traum und ich bewerbe mich bei ihm als Nachfolger. Die kleine Kastanie, die Tischdeko war und die man bei sich tragen soll um einen vor Gelenkbeschwerden zu schützen, wird trotzdem im Müll landen. Sie hat nächste Woche Geburtstag. Da muss ich mir was überlegen und so gut kennen wir uns noch nicht…

02.09. Etwas quält es schon. Büroarbeit, auch die Post vom Kollegen durchschauen. Dankesbrief für gestern, schön per Post. Markt. Herr Palästina kommt nicht. Der hat bald einen Haftbefehl oder vielleicht ist es schon so weit. Briefkasten von Herrn Ihme muss ich leeren. Hier im Haus schaue ich immer beim Hochgehen im Briefkasten, auch wenn die Post schon geleert wurde, weil manchmal Leute auch außerhalb dessen was reinwerfen. Unsere duselige Vermieter neulich zu mir als sie gerade aus dem Urlaub wieder da sind: „die Hoffnung stirbt zuletzt, dass mal Post drin ist“. Nee klar, und wovon glaubt sie, dass ich jeden Monat die Miete bezahle. Wenig Post ist nicht mein Problem!! (Wenig Kontoauszüge im Übrigen auch nicht. 4 mal spuckt der Automat welche aus). Der Vermieter ruft dazu auf, Reklamesendungen in den Briefkasten zu werfen und beruft sich auf eine Bürgerinitiative in Süddeutschland. Mich nervt die Werbung auch und Stephan meint, sie wird immer dicker, aber das ist Querulantentum. Mittags bestelle ich Mango-Lassi Avocado, nur die Küche wurde umgebaut bei Mr. Thang, man sieht nichts. Der Rentner nebenan isst asiatische Suppe und dann Frühlingsrollen und Kaffee dazu. Zum Hauptgericht gibt es einen zweiten Kaffee. Ich brauche anschließend gegenüber 2 Kaffee Bon Bon um den restlichen Tag gut durchzustehen. Warum gibt es die nicht als Latte Macchiato Grüße, frage ich den sympathischen Barista mit dem Bart, der sich an meine Bestellung erinnert und weiß was ich trinke. Unsere Blumenhändlerin des Vertrauens war in Island: viele Flechten in unterschiedlichen Grüntönen, aber die Töne wechseln sich erst nach 50 km Fahrt ab. Monochrom oder wie heißt das? Stephan kauft die größten Blumen im Laden. Er hatte schon Angst, dass wir wegen des Vulkans nicht fliegen können und ich frage mich, wie 40 km Lavastrom unentdeckt bleiben können, andererseits man kann nicht immer alles im Auge behalten. Ich würde es nicht so schlimm finden, wenn die Fernreise ausfallen würde. Hat alles seine Vor- und Nachteile und das Wegfahren ist für mich auch anstrengend. Mein Herr Minus in der MHH. Die haben die am besten organisierte Psychiatrie. Das steht für mich fest, auch wenn die Räumlichkeiten echt fies sind, im Keller. Es gibt Bezugspfleger. Die Mitarbeiter sind immer im Thema, wenn man anruft. Die Eltern wollen ihm einen Schlüssel lassen für die Wohnung, weil er sonst eine Glastür eintreten würde. Das ist auch kein Argument, weil eine Sachbeschädigung eine höhere Hürde ist als eine Wohnung, in die man Jederzeit zurück kann. Das muss ich den Eltern noch klar machen. Wie Cesar Millan muss ich die Herrchen schulen und weniger den Hund. Chefin von der Beratungsstelle. Eine Betreute war zuletzt am 05.06. bei ihr und hat alle Termine danach abgesagt. Da muss ich mich noch mal kümmern vor dem Urlaub. Mein Betreuter mit dem Einwilligungsvorbehalt kommt Donnerstag das letzte Mal vor meinem Urlaub, weil er 2 Wochen zu seiner Tante fährt. Bei meinem Kollegen ist immer ein Notgroschen deponiert. Ich will, dass keiner den Eindruck hat, dass er auf dem Trocknen sitzt, wenn ich Übersee bin, sondern dass er weiß, dass er zur Not immer an Geld kommt. Man muss sich zum Aufwärmen ins Bett legen und auch dann bleiben die Füße kalt. Vor dem Fenster Gelb in den Bäumen. Der Herbst ist da. Längeres Telefonat mit meinem Bruder. Er hat den Großeinkauf erledigt. Die frischen Amaretti sind nur begrenzt haltbar, eine Woche. Ich sage, Stephan isst die in weniger als 10 Minuten wenn es darauf ankommt. Familienthemen. Ich habe als ältere Schwester auch keine Patentlösung. Es gibt Maiskolben vom Markt mit Salz und Butter. Eine Kürbisauflauf koche ich vor, damit ich Morgen Mittag was zum Essen habe. Zum Nachtisch Müsli, Blaubeeren und griechischen Joghurt mit Honiggeschmack von M. Wir haben nur noch einen Joghurt aus der Schweiz. Wird Zeit, dass der Nachschub eintrifft.

03.09. Träume von gemeinsamer Reise mit Claudia, Kathrin, Michi, Markus und Christian und Andreas. Kathrin lernt die Fürther Jungs das erste Mal kennen und begrüßt sie mit Kuss auf den Mund und legt ihren Kopf auf eine nackte Brust. Wir müssen uns einigen, wer wo schläft und ich beschwere mich bei Claudia und meinem Mann, weil ich nachts nicht mehr zu der Unterkunft laufen will, sondern hier lieber auf dem Sofa schlafen. Sie finden die 10 Minuten Fußweg nicht so schlimm. Andreas hat einen Kinderwagen aus den 60er Jahren dabei und damit wollen wir inszenierte Fotos machen. Wir alle aufgebrezelt und der Kinderwagen verwaist daneben, ist meine Idee oder umgekippt. Diesen Traum träume ich mitten in der Nacht und merke ihn mir bis morgens. Dann sind wir auf Reisen mit Günter und ich fahre mit ihm Straßenbahn. Da gibt es Doppelsitze, die sehr knapp sind und man sitzt eng beieinander und die Leute sollen ruhig denken, dass wir ein ungleiches Paar sind. Das amüsiert mich. Vorher stehen wir bei der Post Schlange, weil es so coole Briefmarken gibt. Ich muss in einer Verkehrsunfallsache Akteneinsicht beantragen und das tue ich auch da. „Warum, muss das sein, wegen der alten Sache“ werde ich von dem Schalterbeamten gefragt. „Ja, die Mandantin will das“, lautet meine Antwort. Die Verhandlung ist wohl in wenigen Tagen und ich bekomme die Akte gleich mit. Beim Aufwachen denke ich an fehlende Socken für USA-Outfits und wie Suki am Hangweg sein wird in dem Haus meiner Eltern mit uns allen zusammen, auch den Kindern und wie wir zusammen frühstücken usw. Nur einen großen Koffer mitnehmen, weil wir diesmal auch Hundegepäck dabei haben.

Die Briefmarke im Traum: Ich hatte gestern eine coole Briefmarke von der Jugendfeuerwehr in der Post, die ich ausgeschnitten habe und habe noch überlegt, ob ich jetzt wieder in den Philatelieshop in der Ernst-August-Galerie muss.

Lustigster Anruf des Tages, eine mir unbekannte Frau will wissen, ob ich ihre Betreuerin sei. Das habe man ihr beim Jobcenter gesagt und sie hat jetzt überall angerufen, auch beim Amtsgericht um sich das Gegenteil sagen zu lassen. Ich mache Berufsbetreuungen. Ja, sie weiß, sie sei gleich nach dem Termin zu mir gefahren um zu überprüfen was das Jobcenter ihr gesagt hat und hat mein Schild gesehen. Ich erkläre ihr, wie so ein Betreuungsverfahren läuft und das weiß sie aber alles schon, weil sie das mal für einen älteren Menschen angeregt hat. Ja, dann sei ja alles beantwortet kontere ich und will mich wieder meinem Tagesgeschäft zu wenden.

Abends sitzen wir mit unseren Freunden zu lange im 11 A. Es wird dann doch noch eine Flasche Wein bestellt. Ich will wieder nicht die Spielverderberin spielen und gehe dann mit Halsschmerzen ins Bett. Zuvor ist es etwas so als habe der frühere Abend nicht stattgefunden, weil Gespräche mehr oder weniger eins zu eins noch mal stattfinden. Neu sind diesmal neben der Demenzberatung die Gespräch über meine behinderte Schwester und dass der Hundespeichel erhöhte Plastikgifte aufweist.

04.09. Ich fühle mich krank. Fahre zu meinen Terminen u.a. Neuantrag in der Hamburger Allee, damit das Geld nicht versiegt, wenn ich weg bin. Der Vermieter muss erst eine Ratenzahlung abgelehnt haben bevor man ein Überbrückungsdarlehen bekommt. Alles sehr kompliziert. Esse einen Seitano im Carrots and Coffee. Dann verzettele ich mich beim Antiquitäten bzw. Trödel für die USA einkaufen. Für mich finde ich eine herrliche Robbenfigur, die aussieht wie aus Stein (Tigerauge), aber ganz leicht ist und aus Holz gearbeitet. Ich bin überzeugt davon ein Schnäppchen gemacht zu haben. Dann das Büro, dass ein Betreuter schon länger auf mich wartet. Ich hatte ihn einfach vergessen. Der letzte Geldübergabetermin vor den USA. Er ist verständnisvoll und ich drehe ihm 20,- € Notgroschen an. Ich will nicht, dass er das Gefühl hat, dass er auf dem Trocknen sitzt, wenn ich nicht da bin. Alle sollen gut versorgt sein.

Frau T ist im Krankenhaus, sagt mir der Pflegedienst. Oststadt. Ich sage das Essen auf Rädern ab und lege mich erkältet aufs Sofa. Ich habe 38.4 °. Schöne Scheiße. Da können nur die Schweizer Produkte Trost spenden.

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So kurz vor der Kalifornienreise muss ich den Tee wegschmeißen, den sie mir 1999 im Slanted Door mitgegeben haben. Die Blüten sind richtig schön aufgeblüht, wenn man sie aufgegossen hat. Jetzt hat mich die Erinnerung so fixiert, dass ich den Tee nicht angerührt habe die ganzen Jahre und mit unseren Viechern zur Zeit, ist er fällig zur Entsorgung. Schweren Herzens komme ich dem Wunsch nach und mache ein letztes Foto zum Abschied und denke an damals, wie ich Vodka-schwanger vor den Tür getreten bin und weinen musste, weil der Ausblick so schön war, direkt auf die Bay Bridge oder was das war.

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Knorpel nähen

Was gibt es in Hannover Neues? Neues türkisches Café am Steintor neben Efendi Bey. Da wo Balzac drin war und von denen habe sie keine Schraube drin gelassen, steht in dem Artikel zu lesen. Außerdem ist der Straßenwerbung zu entnehmen, dass ein neuer Elektroklub in Linden entsteht. Schicht heißt der. Ich brauche keinen, sondern eine Glocksee für Senioren, aber Club ist immer gut. Bin gespannt wo der reingehen wird. Ich finde meine Eispapiere nicht mehr vom Welschland (die lagerten auf der Ablage des Wohnzimmerschranks und die Holzstiele. Ich muss sie weggeschissen haben als ich krank war. Aus der Baumallee wird nichts.

25.08. Im Büro treffe ich meinen Kollege wieder, der blendend aussieht. Dass er 7 kg abgenommen hat sehe ich nicht, aber er sieht jünger und fast faltenfrei aus. Er erzählt von Currymassagen und Dampfbädern in hölzernen Kisten und zeigt mir Bilder dazu u.a. von einer Schildkrötenfarm und die Tiere sind nur einen Tag alt. Ein rotes Laken umgewickelt war die Ayurveda-Uniform und auch den Mädchen hat es gefallen, die täglich neue Frisuren gemacht bekommen haben. Ich bekomme Ingwerkekse als Mitbringsel sowie Zimt aus dem ich gleich ein Hütchen machen will. Ich habe 26 Sprachnachrichten auf der Mailbox. Die krassesten sind Herr Palästina auf der Flucht, nenne ich es mal, mit einer unterdrückten Nummer und Frau Analphabet, die mit dem Gerät nicht zu Recht kommt und schimpft und heult und alles wird aufgezeichnet sowie die ambitionierte Schwester, die ich angeschrieben habe, dass sie die Wohnungsschlüssel meiner Betreuten rausrücken soll. Sie spricht 4 x drauf, Frechheit und ich habe ihr den Job zu verdanken (weil sie mich gebeten hat die Betreuung zu übernehmen) und verdiene mehr als sie, sie macht ganz viel ehrenamtlich und „die Rosi braucht auch neue Socken“, der Sozialdienst des Krankenhauses ist auch mehrfach drauf und unbedingt heute noch melden. Als ich anrufe zicken wir uns an, aber ich soll Recht behalten, dass die Entlassung in die Kurzeitpflege frühestens in einem Monat ansteht, also was soll die Hektik und ich habe alles im Griff, auch wenn ich mal 2,5 Tage weg bin. Der AB hat sich jetzt schon mehr als bezahlt gemacht und übertrifft meine kühnsten Erwartungen. Dann fahre ich nach Empelde in die Sozialpsychiatrische Beratungsstelle, die Sonne scheint. Die Strecke ist nicht richtig herrlich, aber für mich schon. Wäre ich eine Kuh, würde ich in die Schweiz umziehen, aber als Mensch bleibe ich lieber hier. Ich mag die Art wie die Menschen einem hier in die Augen schauen. Das ist erotisch, diese Direktheit und die Sprache ist es auch. In der Beratungsstelle kämpfe ich mit Herrn PM um das Wort bis die Ärztin mich bremst. Der Termin läuft gut und sie ist sehr nett. Noch ein Glücksfall, dass er jetzt hier wohnt.

Ich erkundige mich wegen Herrn Ihme. Der Beschluss läuft heute aus und es besteht die Möglichkeit, dass er auf eine offene Station verlegt wird und da bleibt. Das wäre ein Wunder und ich rechne nicht damit.

Mittags essen wir mit dem Kollegen vegetarische Pasta im 11 A in der Sonne.

Nachmittags kommt Herr Yoga mit ordnerweise Kontounterlagen. Er kommt zu spät und ich habe nur wenig Zeit und das Gefühl spät dran zu sein zum Arzttermin bei dem Allgemeinarzt, der Herrn Ihme versorgt. Er arbeitet zusammen mit seiner Frau und ich lobe ihn immer in den höchsten Tönen, weil sie großartige Arbeit leisten und so jemand wie Herr Ihme gar nicht angebunden werden könnte in so einer Schicki Micki Facharztpraxis. Hier kann man ohne Termin erscheinen. Man kann aber auch mit. Ich habe heute einen und komme auf die Sekunde pünktlich, wie die Frau des Doktors bemerkt. Das könne auch nicht jeder sagt sie und ich denke, typisch, wenn ich pünktlich denke, ist es zu früh und wenn ich leicht zu spät denke, ist es auf die Sekunde pünktlich. Wir kommen auch gleich dran. Mein Betreuter ist aus der MHH angereist und nervös. Der Doktor wirkt heute übermüdet. Es geht um ein Gutachten zur Arbeitsfähigkeit für die Rentenversicherung. Er will den Kollegen in die Pfanne hauen mit dem er eine Rivalität hat. Mich kann er nicht genau zuordnen. Weiß nur, dass wir uns aus einem anderen Fall kennen. Ich löse das kurz auf. Als ich ihm sage, dass ich ihn für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen habe, müssen er und sein Frau beide laut lachen.

Vor Feierabend schreibe ich zwei Briefe an Frederik und Katalin, jeweils mit einer Postkarte. Sie sind nicht ganz synchron und ich hoffe das führt nicht zu Spannungen. Ich finde das Leben halt nicht so symmetrisch. Nicht jeder das gleiche, sondern jeder nach seinen Bedürfnissen oder wie war das mit der Gerechtigkeit?

Es gibt das Käsekuechli von Sprüngli mit etwas überteuertem Salat (5,- € bei biologisch für eine Hand voll). Die Fotos der Schweizreise werden gesichtet und alle haben eine verschwommene Ecke. Das ist ein riesiger Fettfleck auf der Linse.

26.08. Zwei Mal gibt es morgens Bircher Müsli von Migros mit Jogurt von Migros und Nektarinen von Migros. Ein rein Schweizer Frühstück, von den Zutaten her.

Ich fahre in die Nordstadt zu einer Betreuten, die früher als Prostituierte gearbeitet hat und von Frank Hanebuth verfolgt wurde (man wusste nicht ob Krankheit oder real, vermutlich mehr Krankheit, aber sie mag ihm schon mal beruflich begegnet sein) jetzt clean ist und einen Hund hat. Hier herrscht der Irrglaube, dass der Hund glücklich ist, wenn er ganz viele Sachen hat, nicht eine Leine, sondern 15 und einen Haufen Spielsachen und alles darf. Wenn sie es mal nicht raus schafft, dann hat sie den Balkon mit Plane ausgelegt. Sie weiß schon, dass das keine Katze ist, will ich wissen. Der Hund ist völlig unterfordert und unerzogen, aber mit Potenzial. Das wird wohl nicht ausgeschöpft werden. Ich ignoriere seine Aufgeregtheit und Dominanz und „beiße ihn“ mit der Hand. Er unterwirft sich sofort und würde bestimmt gerne mitkommen und etwas Leadership bekommen, aber das wird nicht passieren. Auf dem Hinweg erfahre ich wo der neue Club entsteht, in den Räumlichkeiten vom Meeting. Das finde ich irgendwie schade, auch wenn ich nie drin war in dem Laden. Der hatte was mit Schwulen zu tun, aber Normalos.

Hund anonym Hund Auge Hundespielzeugkiste

Ich bekomme im Laufe des Vormittags schlimme Nackenprobleme, die ich so nicht kenne. Ich kann kaum aus einer Tasse trinken, weil ich den Kopf nicht bewegen kann, auch nicht nach hinten, zu den Seiten auch maximal eingeschränkt. Das nervt. Massieren tut gut, es ist wohl nichts mit den Knochen stelle ich in Eigendiagnose fest.

Herr Ihme ist auf einer offenen Station und ich telefoniere mit der Psychologin und mache ihr klar, was das für ein Wunder ist. Sie sagt was von Behandlungsauftrag und Therapieplan. Ich weiß gar nicht, wie mir geschieht. Versuche es mehrfach auf dem Patiententelefon in den nächsten Tagen und lande aber immer wieder bei ihr.

Von einer deutsche Familie mit denen wir in den USA gelebt haben ist der behinderte Sohn verstorben. Die Nachricht hat uns in der Schweiz erreicht. Paps erwartet, dass wir, d.h. mein Bruder und ich heute kondolieren, per email. Ob wir lang oder etwas kürzer schreiben, überlässt er uns. Ich tue wie mit aufgetragen, stelle aber klar, dass ich gewöhnlich immer noch selber entscheide wann und wie und bei wem ich reagiere. Nachmittags kommt Paps nach Hause und wurde stundenlang vom Zahnarzt gefoltert, Zahnfleisch aufgeschnitten. Ich sage er, o.k. er hat noch mehrere Joker heute, er darf mir aus dem Nordbayerischen Kurier 3 Sterbeanzeigen schicken und ich kondoliere denen auch noch, aber auf DIN A 4.

Meine Schwägerin hat sich den Meniskus gebrochen beim Putzunfall. Jedenfalls kann sie das Knie nicht bewegen und wird Morgen operiert und das nachdem wir Sonntag festgestellt haben, dass das Alter seinen Schrecken verloren hat und wir uns fitter fühlen als vor 10 Jahren und sie und mein Bruder noch joggen wollten nach unserer Abfahrt. Gut, dass ihr Singlebruder, der Urlaub hat und keine Pläne, zurück bestellt werden kann zum Babysitten. Nennt man das so bei 9 und 11 Jahren? Jetzt ist es doch praktisch, dass er nicht so umtriebig ist mit eigenen Freizeitplänen und zur Verfügung steht, der Onkel. Wir sagen nun definitiv zu nach Bayreuth zu kommen um meinen Bruder zu unterstützen (außerdem ist der Flohmarkt, der einmal im Jahr stattfindet genau an diesem Wochenende, quasi Zeichen) und ich schreibe schon mal eine Einkaufsliste für mehr Schweizer Produkte. Hatte eine kleine Panik, weil die Haselnussjoghurts mir auf einmal besser schmecken als Mokka und davon hatten wir nur zwei. Heute gibt es Schweizer Bratwurst mit extra viel Curry, quasi Currymassage der Wurst.

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Langes Telefonat mit Claudia, alle machen sich Sorgen um mich, weil ich zu offen in BM schreibe. Auch Stephan muss Geduld haben mit seinem Fuß, der nach 3 Wochen noch zickt wie sich im Laufe der Woche zeigt, als er es wieder mit Sport probiert und das ist nur ein Fuß- viel komplizierter ist mein zweites Gehirn, aber ich werde meine Erlebnisse hier für mich behalten. Also jetzt fürs Protokoll: meine gesundheitlichen Probleme haben sich in Luft aufgelöst und mir ist vorne ein stattlicher Penis gewachsen. Nein, mein Mann hat Angst, dass ich so schonungslos über andere Dinge berichte, so wie ich haarklein mein Verdauungsprobleme schildere. Das ist nur Verdauung, der Sex klappt trotzdem gut, so gut wie nie und das beruhigt mich. So schlimm kann es alles nicht sein. Ich habe das Gefühl, dass sich die Geschlechtsteile miteinander unterhalten können und dass sie sich immer besser verstehen. Damit wäre auch dieses Thema abgeschlossen. Claudia sagt das mit dem Nacken sei ein Nerv und ich mache Wallwurzsalbe drauf, aus der Schweiz, hatte ich mal für Zahnpasta gehalten mit verheerenden Folgen. Ich esse die Curry-Ananas Cracker von Di Vida und bestelle welche nach bei meiner Schwägerin. Die sind richtig lecker. Dann schlafe ich mit einem Wollhalstuch über der Salbe und am nächsten Tag ist alles vorbei.

27.08. Traum: Ich albere mit meinem Kollegen herum, der anschließend Schokoladenflecken von meinem Mund auf seinem Hemd hat. So ist es, wenn wir lockerer miteinander sind. Er bastelt Staubbesen aus bunten Kabeln und hängt sie zum Verkauf ins Badezimmer (15,- € das Stück). Sportlich denke ich da. Psychiatrie, 2 neue Betreute oder so. Die Frau arbeitet beim Finanzamt, kein Wunder ist sie hier gelandet scherze ich zu ihr. Sie ist sehr schlau. Dann ist es auf einmal die Tochter von Nina Hagen und ein kleiner Typ. Beide sind Schauspieler und spielen uns was vor. Er ist auch Musiker und Tänzer und tanzt Ausdruckstanz in ganz langsam. Ich bestätige beiden ein gewisses Talent und das sie ruhig in ihrem Besuch weitermachen sollen (es stehen gemeinsame Termine beim Amt an) und frage, ob sie in Hannover eine Anstellung haben. Beim wach werden weiß ich der Traum hängt zusammen mit Herrn Ihme, der freiwillig in Wunstorf geblieben ist, als Montag der Beschluss auslief. Das hätte ich nie für möglich gehalten, habe nachmittags mit der Psychologin telefoniert, sie wollen zusammen mit ihm einen Therapieplan erarbeiten und Ziele setzen. Ihn habe ich aber nicht auf dem Patiententelefon erreicht.

Ich esse gerne eklige Dinge, z.B. angetrocknete Salatsoße auf einem Löffel und den benutzte ich dazu den Jogurt ohne Geschmack auszulöffeln. Ich probiere gerne mal Sachen, die nicht zusammen passen.

Ich fahre nach Langenhagen zu meiner neuen Betreuten aus Ruanda und wir haben Arztvisite mit der Sozialarbeiterin. Der Arzt hat Attest geschrieben, dass sie eine eigene Wohnung benötigt und dafür kämpfe ich gerade. Übergangsweise soll sie ins Frauenwohnheim in der Gartenstraße. Sie will es mit mir besichtigen. Ich sage, nur wenn sie wolle, ich könne mich auch so beschäftigt halten. Sie bekommt die Fahrkarte von der Klinik gestellt und darf sogar mit dem Taxi hinfahren. Ich sage, dass ich ihren Frust derzeit nicht ganz verstehen kann. Hier ist es besser als im Wohnheim (das hat sie selber gesagt), sie hat Ausgang ohne Ende und kann sich auch mal im Park auf eine Bank setzen und dann hat sie ihre Ruhe, afrikanisches Kochen in der Stationsküche hat man ihn auch angeboten und sie will nicht, also es gibt schimmere Situationen. Ich vereinbare einen Vorstellungstermin und finde den Laden zunächst nicht, weil ich Gartenallee eingebe. Ich fotografiere die Kunst und das eine Bild aus der Malgruppe gefällt mir (das was ausschaut wie Popart, bitte raten) und ich werde mich mal erkundigen.

RorschachtestbildMensch auf InselToastbrotschmierenDNABallonkäfigeGemüsebildBetriebsausflug der Patienten

Das mit dem Gemüse heißt Betriebsausflug der Patienten. Das ist lustig. Auf dem Rückweg entdecke ich eine Sammelfigur an Kiosk, der man die Zähne ziehen und sie dann wieder einsetzen kann. Wenn die nichts für die Enkel ist, dann ist sie was für Opi oder ich nehme sie. Ein Flummi, der aussieht und sich anfühlt wie ein Ei. Damit will ich einen Scherz am Frühstückstisch machen. Mich haben die Eiertricks von meinem Vater immer sehr belustigt. Das war ein simpler Trick, das Luftei, was man umgedreht hat und dann sah es ganz aus.

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Auf dem Marktplatz parkt das Auto der Firma „Blitz blank“ und ich denke, wie sieht das denn aus, wie mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Es ist Teppich…

Blitzblank

Frau Yoga soll Morgen alleine zum Amt um 8:30 Uhr. Ich habe genug Termine und sie will es immer selber machen und sieht gar nicht, dass sie mich braucht. Ich briefe sie abends telefonisch, was unsere Themen sind und dann soll sie ihr Glück versuchen.

Wie toll war es mal wieder ins Da Etna essen zu gehen, einfach so und anschließend nicht gleich nach Hause aufs Klo, sondern ins Apollo und Film mit Überlänge gucken, Boyhood und jeder isst eine ganze Packung kandierte Erdnüsse aus Wien, auch das erste Mal dass das möglich war. Brav haben sie gewartet und 10 Packungen haben wir noch in Petto. Das erste Programm aus 1973 hängt aus mit 2001 – Odyssee im Weltraum, Woodstock und Tanz der Vampire, die liefen.

Zuhause schreibe ich der Schwester deren behinderter Bruder verstorben ist. Ich sollte kondolieren. Der Befehl kam von oben (Familienoberhaupt). Uns verbindet eine gemeinsame Zeit in Kalifornien und sie wohnt in Hamburg mit ihrer Familie und hat einen Professor geheiratet. Für „wir gehören zur Familie“ ist seit 30 Jahren Funkstille, so dass ich diese Euphorie nicht so teile. Manche Menschen leben mehr in der Vergangenheit als andere und eine unglückliche Kindheit lässt einen im Erwachsenenalter zum Kinderprofi werden. Das war schon immer meine Theorie. Sie macht in Kinderforschung.

28.08. Traum von Abiklasse, 60 Schüler, überforderter Lehrer, der viel schreit. Ich lass es mir berichten und führe den Aufstand an, d.h. fang an einen Brief zu formulieren, den mindestens die Hälfte der Schüler unterschreiben sollen, das wir einen Lehrerwechsel wollen. Dann Einschulung, Jasmin ist früh da mit den Jungs, die Stühle stehen in Reih und Glied und ich stelle mich bei einem Mädchen vor was heute auch das erst Mal da ist und gestern noch nicht als Klassenälteste. In einer halben Stunde gehen die Prüfungen los.

Um 8:15 schon Anrufe von Frau Yoga. Die sind zu doof vom Amt und ich werde vor Bayreuth noch eine Eilklage vor dem Sozialgericht machen müssen.

Der Kollege war gestern schon erkältet und jetzt ist er krank. Das liegt m.E. weniger an den Temperaturunterschieden als am Langstreckenflug. Da geht kaum einer gesund raus und davor graut mir auch.

Ich fahre in die Oststadt zu meiner Betreuten mit den Pflanzen und wir füllen den Antrag auf Insolvenz aus bei ihr in der Küche. Sie hat ungeöffnete Post. Später merke ich, dass ich das nicht riskieren kann während ist weg bin, zu viel kann schief gehen und dann ist die Kacke am Dampfen. Sie hat 1000 Bedenken und dreht durch, wenn irgendwas sich verändert und nicht klappt. Das Konto wird erst mal gesperrt bei einer Insolvenz und dann ihr geiles, reines online Konto. Das tue ich mir nicht an. So viel ist sicher. Ich will die kleinen Glasstifte kaufen, die mir zum Basteln fehlen bei dem verhassten Tiffany-Corner und habe mein Portemonnaie und mein Handy im Büro liegen lassen. Ich brauche nur 95 Cent, aber es mir jetzt von meiner Betreuten leihen? Die Blöße gebe ich mir nicht oder von der Sekretärin der Beratungsstelle in der Königstaße. Das ist es mir nicht wert. Schaue, ob ich etwas Geld auf der Straße finde, einen Euro oder Pfand. Doof gelaufen. Fahre in die Königstraße und lese Haz in der Sonne. Mein Betreuter kommt pünktlich. Dr. K. kennt sich mit Medikamenten aus. Meiner schläft 16 Stunden am Tag und fühlt sich danach trotzdem wie gerädert. Brauche 3 Stunden Anlauf wenn er einen Termin hat. Er führt eine penible Liste über alles was er schon genommen hat und die Wirkungen bzw. dass es keinerlei Wirkung gezeigt hat. K ist beeindruckt. Das einzige was geholfen hat zahlt die Krankenkasse nicht, eine Partydroge, die genutzt wird um die Nacht durchzuarbeiten. Er hat sie 14 Tage mal genommen und damit hat er 8 Stunden geschlafen und ist von alleine aufgewacht und konnte das erste Mal in seinem Leben morgens aus dem Bett springen. K sagt was von Kokain und es gebe immer eine beliebte Droge, die abhängig macht und dann kommt die Pharmaindustrie und stellt das synthetisch her angeblich ohne das Suchtproblem, das würde sich erst später einstellen. Mein Betreuter sagt, das Medikament kostet 300 – 400 im Monat und sei seiner Krankenkasse zu teuer. Ich sage, ich glaube nicht daran, dass das der Grund sei, da gebe es deutlich teureres Zeug für einige tausend. Ich kann die Reste gebrauchen, wenn ich mal mehr Arbeit hätte, also richtig viel. Nein, ich brauche das nicht stellt der Arzt fest. Was ich nicht brauche ist das Zeug was in den Melatonin-Haushalt eingreift, dass nehmen die Amerikaner gegen Jet lag aber da denke ich mir, warum Droge, geht auch so. Über diesen Therapieansatz wird auch gesprochen. Die Partydroge ist nicht zugelassen bei Depressionen, weil es nur den Antrieb steigert. Ach so, es hilft den Leuten besser aus dem Fenster zu springen, sage ich. Der Betreute mit dem spanischen Namen wird nach Persönlichen Dingen gefragt. Mir war klar, dass er schwul ist, jetzt weiß ich, dass er einen Freund hat, der Biologe ist, aber nach Bonn gezogen ist und den er nur einmal im Monat sieht. Warum zieht man nach Bonn, will K. wissen. Da gebe es nicht so viele Möglichkeiten, wenn man in der Forschung bleiben wolle, Tel Aviv oder Massachusetts, er sei vorher in Göttingen gewesen. Tel Aviv da wäre ihm die Luft z bleihaltig stellt K. fest und Massadingsbums, ihn würde keiner nach Ami-Land kriegen (das klingt etwa so ausgeschlossen wie meine Cousine). Da wolle nur Frau A. ewig hin, zu diesen Amis. Er war auf Island und erzählt von den Landschaften auf der Insel, die Straße hat dieselbe Farbe wie die Erde drum herum und es sehe aus wie eine Mondlandschaft und dann wieder ganz anders mit Üppigkeit und Wasserfällen und kann den Namen des Vulkans jetzt aussprechen, der vor einigen Jahren für Schlagzeilen sorgte. Mit sagt der Name nichts. Als er das Rezept holt sage ich zu meinem, Göttingen ist ein schlimmes Nest, aber was hat der Mann gegen Bonn? Als er wieder rein kommt sage ich, wie hätten beschlossen, dass er mal nach Bonn müsse, das sei schön da, am Rhein, Museumsinsel und Weinanbau. Ganz malerisch und überhaupt nicht doof.

Wir essen was in der Kaffeepause, leckere Kürbis-Süßkartoffelsuppe. Nachmittags kommen die Üblichen zum Geld abholen. Das vorletzte Mal vor meinem Urlaub. Als letzte an der Reihe ist Elisabeth Taylor, die jede Woche so krass anders aussieht, dass ich meinen Blog einschmelzen will und die dokumentieren. Ich bin etwas ungehalten mit ihr, weil sie ihre Regio-S-Karte nicht bekommen hat, die Ende August ausläuft. Das fällt ihr ja früh ein und sie hat den ganzen Tag Zeit und treibt sich in diesen Sozialläden herum. Da kann sie sich mal selber erkundigen. Die kann man irgendwo abholen.

29.08. Haz Artikel über giftige Beeren, die ich angeblich gegessen habe in St. Gallen bei dem Ausflug. Frederik meinte, die seien essbar, aber sie schmeckten krass und hatten einen ganz großen Kern. Habe ich eh ausgespuckt. Giftig bis sehr giftig. Das gefällt meinem Mann.

Heute bin ich bei der türkischen Betreuten. Da zwei andere in der Nähe sind telefoniere ich herum um dort auch Hausbesuche anzukündigen. Die Frau, deren Altpapiercontainer ist schon gefüllt habe wird als erstes gefragt. Das Lindener Baukontor hatte mich Mitte der Woche, am Mittwoch, angerufen, dass die Bauarbeiten Montag los gehen und sie heute die Kartons bekommen würde und ob ich da helfen kann. Bis Montag müssen Küche, Bad und Flur gepackt sein, weil die Tischler dann los legen. Die Anruferin hat mit dem Sohn gesprochen. Der muss auch motiviert werden, sage ich. Sie kennt das und hat einen Teenagersohn. Ja, dann weiß sie ja, wie sie mit dem reden muss. Ob ich denn helfen würde. Ja, schon, ich mache auch Katzenklos sauber, aber etwas Vorlauf würde ich auch brauchen. Hatte mich dann bei meiner Betreuten erkundigt, ob sie das hinbekommt. Heute könnte ich sogar Hand anlegen, aber sie lehnt ab.

Nach Frau Mokka kommt Herr Ratte noch dran, bei dem ich mich anmelde. Wir füllen den Kaffee aus Zürich um und sie kocht welchen.

Minas Kafa

So lecker, dieser Mokka. Wir sprechen über die letzte Einweisung 2009 und das regt sie so auf, dass der Kaffee überkocht in dem Moment. Ich hätte eine Pferdebrille auf, so komme es ihr vor, ach so, auch ein guter Ausdruck, Scheuklappen. Ich sage, wie es damals aus meiner Sicht war und dass es echt dramatisch war und ich es auch nicht gerne getan habe und mir eher vorwerfe, dass ich zu lange zugewartet habe. Sie sagt, dass sie zur Zeit nur Stress hatte und nicht krank sei. Keine Stimmen wie früher. Sie will nicht mehr darüber reden und wenn es um andere Themen geht wie Konto, was muss die Tochter an Ausbildungsgehalt beisteuern, ist sie wieder „ganz normal“ wie ausgewechselt. Sie arbeitet in einem Bräunungs- und Friseursalon und bekommt 3,- € die Stunde auf die Hand. Das ist wenig, aber sie fühlt sich wohl und es ist wenig los und dann macht der Chef ihr die Haare und zupft ihre Augenbrauen. Es geht um Hobbies und sich aufbauen und sie holt die Gitarre raus. Sie hatte mal Unterricht. Dann kann sie doch auch mal eine Runde in dem Salon spielen, bringt vielleicht mehr Trinkgeld schlage ich vor.

Herr Ratte hat ein neues Fahrrad von Boc und ist schlecht drauf, will seine Freundin rausschmeißen, kann aber nicht ohne sie. Sie verwaltet das Geld und arbeitet zu viel und schläft sonst die ganze Zeit. Liebe und Hass liegen hier dicht beieinander und man gespannt sein, ob er ihr nicht wirklich eines Tages den Hals umdreht.

Mein Betreuter, der als Kurde gefoltert wurde, den habe ich noch nie zu Hause besucht und das fand die Richterin komisch bei der Anhörung und nein, muss ich nicht. Es ist ordentlich und sauber dort und ich weiß schon, wann ich Hausbesuche machen muss und wann nicht. Lass mir nicht vorschreiben, wie ich meine Arbeit zu machen habe. Jetzt fragt das Gericht nach, ob der Hausbesuch stattgefunden habe und ich will es einfach tun, statt diskutieren. Habe mich mehrfach angekündigt und abgesagt diese Woche. Das Deutschlandradio nervt und das muss auch geregelt werden. Die Kindesmutter ist Haushaltsvorstand. Ich finde die Straße in Linden Nord nicht, deren Name mir so vertraut ist. Ich soll bewirtet werden und will nicht, bekomme trotzdem orangefarbene Limo, die ich höflich trinke. Kekse werden auch aufgetischt. Drachentöter im Fernsehen. Die älteste wird in zwei Wochen eingeschult. Sie trägt einen Partnerlook mit der kleinen Schwester. Sie kennen den Typen dessen Tochter entführt wurde im Ihmezentrum. Die einzige gute Moschee ist beim Arbeitsamt. Die anderen sind politisch, da werden Terroristen geschult vom Präsidenten der Türkei. Das sind seine Moscheen. Wenn Moslem sein so ist, dann will er das nicht mehr sein, aber die haben gesagt, das hat nichts mit Moslem zu tun und man muss jede Religion akzeptieren. Er war heute beim Freitagsgebet und deswegen war er nicht zuhause. Er würde nie jemandem weh tun und Glaube muss im Herzen entstehen, sonst nicht. Gerüst vor den Fenstern. Sehr staubig und die Kinder haben Angst vor dem Lärm. Wohnung zu klein, ich soll alles besichtigen und seine Frau hat mir weißes, türkisches Nougat gekauft, was ich mitnehmen muss. Der Hausbesuch ist so gelaufen wie gedacht und ich weiß schon, warum das nicht hätte sein müssen. Auf dem Rückweg tausche ich Sardellen aus Wien und von der Migros gegen eine Band mit Teekannen und –tassen im Stoffreich. Auch die einzige Kundin im Laden weiß von dem Konzert in der Martinskirche von Feinkostlampe. Dann gehen da wohl echt alle hin.

Auf dem AB Elisabeth Taylor, die mir sagt, dass ich im Urlaub ab dem 18.09. in die Türkei fliege und Kinder, Jungs aus dem Gebirge rette und das müsse ich nicht.

Die alte Regel gilt: es ist erst vorbei, wenn wieder die Haare gewaschen werden. Baden, Pasta und den Deppen bei Jauch, der sogar selber aus der Kirche ausgetreten ist beim Standesamt und trotzdem einen Joker nimmt. Wir hatten für meine Betreute recherchiert, die wissen wollte, ob ich für sie austreten könnte. Das wollte ich nicht machen. Ich heirate auch nicht für die Betreuten. Stephan hatte sich aber erkundigt, wie man es macht.

30.08. Wolf Haas in Hamburg an einem Montag zur Lesung oder nach Göttingen oder die Wellküren, die Schwestern von Gerhard Polts Musikern. Stephan schlägt Vieles vor, was ich aber ablehne. Tanzfestival in Hannover, alles ein bisschen viel vor der Überseereise. Sage ich immer nein? Ich denke nicht. Die Chili wird umgetopft. Generationen von Bananenbabies, die auch keine Zukunft haben.

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Heute bin ich wenigstens zum Nähen verabredet und bringe die Suppenuntensilien zurück sowie eine Wendejacke aus den 50ern und einen grünen Trenchcoat. Beides steht Steffi sehr gut. Sie war in der Hundeschule, wo sie eine Ausbildung macht, ungeschmickt, da kann sie praktische Kleidung gebrauchen. Cesar Millan hat eine neue Sendung, wo er Hunde vermittelt und entscheidet welche Familie sie bekommt und dann erzählt er über seine Karriere, illegal aus Mexiko bis hin zu einem Großunternehmen mit Auftritten in der TUI-Arena, wo wird bald auch im Publikum sitzen werden. Wenn sie jetzt Tiertrainerin wird, dann kommt sie vielleicht bald mit Cesar Millan zusammen. Nein, der hat kleine Latinas mit operierten Brüsten. Dann geht es auch um Netzstrumpfhosen. Da könnte ich auch noch welche ausmustern. Ich habe eine an, die Steffi gut findet und zeige meinen Schritt vor, wie lieb meine Mama die geflickt und da was eingesetzt hat. Da habe ich sogar eine zweite, wie sich das gehört für einen Messy, die noch original verpackt ist und ein schlechtes Gewissen, dass ich meine Mama habe arbeiten lasse. Steffi hat es erkannt. Ich liebe das geflickte an dem gearbeitet wurde. Nein, die ist nicht von Wollford. Das wusste ich, dass sie nicht so edel ist, zuhause schaue ich noch mal nach.

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Ein 30er Jahre Kleid mit aufgestickten Perlen, in dem ich mir nicht gefalle, weil es schwarz ist und ich aussehe wir eine trauernde alte Frau. Als ich es Stephan zeige fragt er was sei, wenn er stirbt, nein, dann ziehe ich was anderes an, darin fühle ich mich nicht wohl und traurig, obwohl er noch lebt. Ich hatte ein altes Seidentuch aus den 50er Jahren, was ich mal in Wien teuer erstanden habe, von Steffi hinten draufnähen lassen in der Hoffnung das Kleid dann mehr zu lieben, aber ich habe es kein einziges Mal getragen und mir ist auch nicht danach. Da sind alte Heimatzeitschrift aus der Schweiz gezeichnet drauf mit Schrift, etwas Faschomief, weil die neben „Tessiner Wochenblatt“ auch „Der Heimatbote“ oder so ähnlich heißen. Ich trenne es heute wieder ab, da ich das Tuch behalten will und das Kleid ist eine Spende für den Fundus ist und ein Plastiktablett mit Drachen findet auch eine neue Bleibe. Zuhause ist es so voll, dass ich ersticke und Stephan auch gleich mit. Ich schmeiße 14 Geschirrhandtücher weg und der Stapel sieht nicht kleiner aus seitdem ich angefangen habe die auch zu sammeln. Hier habe ich eben auch meine Vorliebe für alte Motive entdeckt und nutze nicht mehr die modernen, hässlichen, die ich mal geschenkt bekommen habe von Schwiegermutter oder mir selber gekauft habe. Ich freue mich über die Retrohandtücher vom Fairkaufhaus für 1,- € mit tollen Aufdrucken. Steffi hat eine runde Arbeit von Lena an der Wand hängen, die dort sehr gut hinpasst. Eine Kriegerin mit einer tollen Kette der Ahnen um den Hals. In der Straße werden Pflanzen zum Sperrmüll gestellt. Soll ich meine Betreute aus der Oststadt anrufen…

PflanzenumzugSteffi RegenjackeInferno

Statt Konzert in der Martinskirche nur Essen, Sofa und weiterbasteln. Es gibt Migros Rahmquark mit Erdbeeren und Banane. So lecker der Quark. Der sollte auch nachbestellt werden. Ich habe einfach keinen Bock auf soziale Aktivitäten und Kultur und Rausgehen. Stephan, meine beste Freundin von allen, übernimmt die Beratung. Am Ende des Tages sind 7 Hütchen fertig (u.a. das Mokka-Paket, was ganz hervorragend steht und bequem und leicht ist) und ich gehe zufrieden ins Bett. Endlich ist Heikes Blutwurst richtig in Szene gesetzt, ohne die Stoffravioli (das wäre was für ein Mobilé gewesen), aber auf einem kontrastreichen Untergrund. Ton in Ton ist nichts für mich. Das Hörspiel ist wieder unsagbar schlecht. High heels sind toll, weil der Fuß die Stellung hat wie beim Orgasmus und das strahlen sie auch aus oder weil Männer einen Fetisch entwickeln und dann nur – wenn es gut läuft – nur noch den Schuh brauchen in der Endphase und dazu wichsen?? Stephans Hände würde ich gerne abhacken und in einer Handtasche immer dabei haben, wie das eiskalte Händchen, aber warm, aber die Hände ohne die Arme sind auch nicht so gut und ohne den Körper als Fläche zum gegenpressen….

31.08. Traum, Cara treffe ich am Moltkeplatz bei ihrem alten Haus. Was macht sie hier? Das Haus ist schön, aber direkt an eine Kirche ran gebaut und es steht leer und muss saniert werden. Ich schmeiße Klamotten weg und zeige ihr die Röcke. Dann kommt Jan und sucht sich auch was aus. Sie versteckt die Sachen erst. Er nimmt mehrere große Aschenbecher. Einer sieht aus wie ein Sektkübel und hat Beschädigungen am Rand. Ist er aus Blei? Er kann ihn trotzdem gebrauchen.

Frage bei meinen Eltern, ob wir Suki nach Bayreuth mitbringen können und im zweiten Schritt wird mir befohlen, dass Burgkunstadt wichtiger sei als das Steichele. Wir sollen mal meine Schwester in der neuen Gruppe besuchen. Mein Bruder war schon 2 x dort und jetzt wird es Zeit, dass ich mich blicken lasse und mit dem Hund, quasi Pflicht und da müsse ich mich gegen meinen Mann durchsetzen. Ich bin anti und sie sollen erst Mal in die Kirche gehen. Stephan sucht dann die Direktverbindungen raus und ja, das kann man machen und wir sind für alles offen, der Hund lernt eine Lektion als Begleithund, aber so wie sie es anstellen muss es nicht sein. Wir frühstücken und ich kriege Depressionen, was die Schweizer für leckeren Rohmilchkäse im Supermarkt haben. Da schmeckt bestimmt jede Sorte so hammer lecker und das ist so was von ungerecht und nein, die Produkte dort sind anders. Wolfram hatte erzählt, dass sie festgestellt hätten, dass es in Frankreich im Supermarkt die gleichen Produkte gibt wie bei uns, voll enttäuschend diese europäische Angleichung. Ich sage, ich finde immer was und kaufe Frommage Blanc und Salzbutter. Das bekomme ich hier nicht. Stephan sagt, Schweiz ist nicht EU.

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Nach der ersten Mahlzeit des Tages eine Runde Maden jagen in der Küche. Es ist immer wieder der Bio-Früchtetee mit den Stückchen. Der ist vorher schon verseucht ist meine Theorie. Ob ich heute raus gehe ist unsicher. Das Wetter lädt nicht dazu ein. Unter uns heulen die Kinder den ganzen Tag. Jetzt waren sie eine Weile weg und sind wieder da und das Elend geht weiter. Nein, ich halte das nicht für normale Erziehung dieses tagtägliche Drama.

Telefonat mit meiner Tante. Das schlimmste ist Packen, eine Reise wie ein Umzug, Sachen dabei haben für alle Wetterlagen. Sie nimmt zu Lebzeiten schon Abschied, weil sie viele Leute aus der Familie und Freunde abgeschrieben hat und man wird sich nicht mehr sehen in diesem Leben. Daran kann man auch nichts ändert, weil man die Leute nicht ändern kann und die Familienaufstellung festen Regeln folgt, einem Muster, aus dem man nicht ausbrechen kann. Dann hilft es auch nichts sich zu sehen, eine Flasche Wein miteinander zu trinken, weil es nichts ändern. Eine deprimierende Aussicht. Es werden auch sonst krude Theorien verfolgt. Der Zusammenhang zwischen Physik in diesem Labor und behinderten Kindern. Wenn man sich gut versteht und ein liebevolles Verhältnis besteht, dann sieht es so aus, dass der andere nichts davon weiß und sich das alles im eigenen Kopf abspielt. Ich sage für mich wäre liebevolles Verhältnis immer noch Vollkörperkontakt mit einem anderen Menschen mit allen Risiken des sich Verletzens und verletzt Werdens und der Missverständnisse.

Heute muss ich Sachen durchschauen, weil die Maden nerven, die über Tische kriechen und die Wände hoch und auch zu viel Chaos herrscht in den Schubladen in der Küche, voll mit Bastelsachen, die dort – streng genommen – nicht hingehören. Ich finde die Eispapiere vom Welschland, die ich offenbar in die Buttonschublade umgepackt habe, aber die Stile fehlen. Erst mal schmeiße ich die braunen Bäume aus der Schweiz weg. Die sind hässlich geworden. Stephan und ich haben beide Angst um unsere Lebensmittel und das ist eine schlimme Angst. Etwas aufräumen tut gut, Sachen wegschmeißen, eine Netzstrumpf soll lieber die Freundin erfreuen/belasten. Eine Runde aufwärmen im Bett. Der dicke Brummer letzte Woche, der ist uns nachts ins Schlafzimmer gefolgt und wollte mit uns schlafen. Meine Tante sieht die Welt aus ihrem Blick und zwar so krass, dass es eine Realitätsverschiebung darstellt, wenn man anderen gar nicht mehr zuhören und nur durch den eigenen Kopf lebt. Ich habe Collagen eingescannt, auch die der Wienreise. Hier hatte ich keinen Reisebericht geschrieben über meine Geburtsreise und das Gruppenerlebnis. Das musste ich auch erst mal verdauen. Ich hoffe, das Sammeln hört bald auf. Immerhin kaufe ich keine Leinwände mehr und manche Hobbys sind versiegt, aber es kommen neue hinzu. Stephan hat Recht, die kleinen Hütchen mag ich nicht mehr, lächerlich, Grundschulniveau, die kann Katalin auftragen, dafür mache ich jetzt große. Ohne Stephan wäre ich auch komplett überfordert, er hilft mir bei meinem Sein. Ohne ihn wäre aufräumen, packen und reisen auch nicht zu bewältigen. Er ist sogar bereit Sushi essen zu gehen, auch wenn er sich nichts draus macht, wie beste Freundin halt.

Ebola Zuhause

Ich hätte gerne ein schwarzes Loch zum Verstauen meiner Sachen oder irgendwas zum Schrumpfen, dass alles dann in eine Schublade passt und die Wohnung ganz leer ist, ahne aber, dass das Problem woanders liegt und ich so oder so eine volle Wohnung hätte, egal wie klein ich die Sachen zaubern könnte.

Am Sonntag: Luft an den Schritt und nur die Kittelschürze ohne Unterhose, auch für eine Expedition in den Garten. Das erfrischt. Dann Nachbar im Garten, Rasen mähen, ich schlechtes Gewissen, dass ich nur kurz rein gehe um mir was zu holen, Himbeeren vom Strauch, die meine Verdauung nicht wollte und die letzte, verwelkte Pfefferminze und dann wieder hoch in die Wohnung und versuchen die Rasenmähgeräusche auszublenden. Nie was für die Gemeinschaft tun, ich Schwein. Stephan ist hysterisch, glaubt gleich an OP. Es ist entzündet, rot und warm, seit wann wird so etwas operiert? Meint er das ernst, er hat so Panik, dass er nicht logisch denken kann. Wenn er einen Schnupfen hat, wird auch nicht der Kopf aufgeschnitten. Es gibt Antibiotika, ich sage, Creme müsste reichen.

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Ist dänische Wurst gefährlicher als Ebola? Zumindest ähnlich gefährlich.

Das Essen am Wochenende, zumindest ein Kapitel.

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11.08. Termin beim Jobcenter um 8:15 , stehe schon um 6:30 Uhr auf.

Ich bin genervt von der Frau. Ja, sie ist arbeitsfähig, sagt sie, aber als MTA kann sie nicht mehr arbeiten, weil seit 2002 raus und außerdem verstößt es gegen ihre Überzeugung, die sie mittlerweile hat (gegen die Schulmedizin eben).  Sie will nur Mutter sein und kann sich sonst keinen Job vorstellen, hat noch 13,- € in der Tasche. Wenn sie so einen auf fit macht, dann muss sie auch Bewerbungen hinschicken, sonst streichen sie ihr das Geld und wir haben das nächste Problem, d.h. ich dann wieder.

Hole Püppi beim Arzt ab, sein Fahrrad steht unten, er ist in der Ultraschallkabine. Ich warte brav und stürme nicht hinein. Er muss doch orale Antibiotika nehmen und Ibuprofen 600 mit Entzündungshemmern (Ibuflam heißt das dann). Das sind ganz schöne Klopper. Erst mal Markthalle auf ein Brötchen und einen Anti-Pasti-Teller.

Herr Palästina soll sich zur Haft melden. Er hat derzeit keine Substitution. Er ist abgetaucht. Sah wohl Freitag schlecht aus. Ich muss mir den Haftantritt erst mal zufaxen lassen von der Staatsanwaltschaft und gebe ihn weiter an die Drobs um alle möglichen Anlaufstellen abgedeckt zu haben. Eine Pastorin meldet sich aus dem Agnes-Karll-Krankenhaus, dass ich meine Neue besuchen muss aus seelsorgerischen Gründen. Vielleicht verwechselt sie meine Aufgaben als Berufsbetreuerin mit dem was zu ihren Aufgaben zählt. Ich erkläre ihr kurz, dass ich das beruflich tue und mich mehr um die Organisation kümmere und ein Büro, was ich für Außentermine schließen muss und ich kann kein fehlendes Leben (Freunde und Familie) ersetzen. Habe die Betreuung auch gerade übernommen, so eine starke Bezugsperson kann ich noch gar nicht sein.

Schön Yoga, dann lauter Sachen kaufen (Gelüste auf Lammsalami und Paprika). Amerika-Pläne ändern sich alle. Familienfeier, wenn wir in San Francisco sind das letzte Wochenende. Alles doof. Joe ist verstorben mit ca. 60. Letztes Mal hatte er mit seinen Söhnen am Strand Ball geworfen und sah so jung und gesund aus. Sie waren Studenten, der eine hatte eine Familie. So unterschiedliche Söhne, ein Schönling und einer mit Pickeln. Das war ihnen egal, wie Hunden beim Spielen. Ricky, seine Frau hat Lemon Bars gebacken. So lecker. Ich war mit 13 auf ihrer Hochzeit. Ricky wird sich bei den Familiengenen noch 2 Ehemänner leisten können. Ich bin traurig.

12.08. Traum, nur weißes Handtuch um, vorne bedeckt es gerade den Schritt und hinten sieht man leicht den Po. Das irritiert in dem schicken Kaffeehaus, wenn ich aufs Klo gehe. Wir sind da mit meinem ehemaligen Kollegen Herrn M. und irgendwelchen Musikern oder Komikern, die ich seit vielen Jahren kenne, der eine bewundert mich wohl schon lange und mir gefällt er von denen auch am besten, er spielt Schlagzeug oder Percussion. Ich war 3 Mal Betreuerin eines Typen. Imbissstube auf dem Weg zum Lindener Berg, alles frittiert, ich probiere heimlich nach Wurst und Pommes noch von dem gebackenen Fisch des Kochs, der auch einem Tisch steht und denke, das wird nicht auffallen. Im Gegenteil, ich war’s, wird mir vorgeworfen, spucke den Rest in eine Serviette und streite alles ab, nur die Panade sei verrutscht und ich hätte damit nichts zu tun. Openair, wir schauen von draußen zu, es ist die Band, die wir später mit Etagere im Café treffen, früher waren da bunte Hippies im Publikum, jetzt ist alles braun und blau, gedeckte Farben, einheitlich. Sieht langweilig aus.

Morgens schon die Polizei, Herr Ihme ist seit gestern 14 Uhr abgängig. Nein, davon weiß ich nichts und habe gestern noch mit ihm und um ca. 13 Uhr mit dem zuständigen Oberarzt telefoniert. Ich hatte mit Herrn Ihme verhandelt, dass ich mich gegen eine Beschlussverlängerung ausspreche, wenn er die verbleibenden 2 Wochen nutzt und sich auf die Medis einlässt und das dem Arzt gemeldet. Nein, ich kann heute Morgen nicht, habe anderen Termin beim Arbeitsamt U-25. Der fällt dann aus und ich nutze die Lücke für eigenen Arztbesuch in der Schulmedizin. Abstrich vom After und Ultraschall. Flohsamen, Apfelgeschmack und flacher Karton mit Verpackungsmaterial für 3 Stuhlproben. Das schickt man dann per Post weg. Die netten Frauen geben mir 4 weitere Muster zum Basteln mit. Bekomme Antibiotika-Rezept mit, falls die Proben positiv sind und ich Tierchenbefall habe. Die Ärztin fragt mich, ob mein Mann sich auch brav an das Sportverbot hält. Ich verstehe die Ebola-Kranken und dass sie nicht zum Arzt gehen. Schambesetztes Thema. Ich habe allerdings anschließend ein Hoch, dass ich mich überwunden habe und endlich beim konventionellen Arzt war und es alles abklären lasse. Dann fühle ich mich auch besser.

Gleich mal ein Arrangement gelegt aus den Stäbchen.

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Der Mann mit der Minussymptomatik hat seine Mutter mit dem Messer bedroht und sich in sein Zimmer verschanzt, die Polizei gerufen, dass seine Eltern ihn abstechen würden und dann eingewilligt sich in die MHH einweisen zu lassen. Telefonate mit dem diensthabenden Psychiater und ein Fax.

Statt ins Agnes-Karl-Krankenhaus zu fahren (11,9 km) regele ich Dinge mit dem MDK und Pflegedienst vom Schreibtisch aus und mache flux die 3 Stuhlproben und dann bringe ich Kacke zur Post. Irgendwie muss ich selber erst mal gesund werden, bevor ich Krankenhausbesuche abstatte, die auch nichts bringen.

Ich schreibe einer Freundin aus Wien, dass der Chef und ich gesundheitlich in den Seilen hängen: „Er ist auf Antibiotikum und ich schicke Stuhlproben durch die Gegend. Lustig geht anders, aber das wird schon wieder. Manchmal ist halt auch kürzer treten angesagt. Nächste Woche ist damit vorbei mit den kleinen Schritten und wir fliegen in die Schweiz und besuchen meine Schwägerin und meinen Bruder.

Wien kam bei allen Gästen großartig an und ganz ehrlich, ich hätte gleich wieder hinfliegen können, aber ohne Hofstab, nur mit meinem Mann und dann entspannter und mehr Zeit für uns….“

Unsere Freundin fliegt nach Prag und ich denke daran, wie wir als junge Studenten von Bayreuth aus im Schritttempo mit dem Zug nach Prag gefahren sind (Blumen pflücken während der Fahrt verboten, sagt Stephan immer). Vorher ein Visum in Bonn besorgt, alles mit langen Bahnfahrten. Stephan hatte Geburtstag, aber das hat die strengen Herren vom Militär oder Grenzschutz nicht interessiert, die mit Schäferhunden durch die Abteile hindurch gegangen sind. Ich war ein junges Punkmädchen mit zerrissenen Strumpfhosen und die Frauen haben mich immer auf die Laufmasche aufmerksam gemacht, weil sie dachten, dass weiß ich nicht und es kann wohl keine Absicht sein, so als Westlerin….Wir haben bei Rentnern in einer Trabantenstadt übernachtet (Zimmervermittlung) und die Wänden waren dünn wie im Wohnwagen und die hatten leeren Westverpackungen, Duschdas und so was als Deko in der Wohnung aufgestellt und wir haben uns damit fotografiert wenn sie nicht da waren. Ich habe einen jüdischen Männerhut, schwarz aus Kaninchenfell gekauft, leider zu eng. Den habe ich immer noch. Es gab eine Anlage mit Verzerrspiegeln auf einem Hügel gegenüber der Karlsbrücke (ich meine mit der Gondel ist man hochgefahren) und da haben wir richtig viele Spaßfotos gemacht. Ein Typ in Jogginganzughose hat Stephan abgezogen im Kaufhaus mit Geldtausch und ein Bündel gezeigt und ein anderes gegeben, da war nur außen ein großer Schein und sonst Füllmaterial. Das war auch egal. Wir waren zwar arm, aber offenbar superreich mit unseren Divisenkröten (Pflichtumtausch). Waren Essen im besten Haus am Platz mit Tischgeiger und die Tomate hatte einen Schimmelfleck auf der Unterseite. Sind nach Plakaten zu einer Veranstaltung gepilgert, russisch-tschechische Freundschaft wurde darauf beworben, aber das war nicht die Kornstraßenparty, die wir uns vorgestellt hatten, sondern Soldaten im Langsamtanz mit Frauen. Wir haben die Tür gleich wieder zu gemacht. Mit Jazz-Clubs konnten wir nichts anfangen. Ich habe damals schon gerne Verpackungen mitgenommen. Wir waren jung, gutaussehend und verliebt. Jetzt sind wir nicht mehr jung und gutaussehend, aber reisen irgendwie anders. Lange haben wir Kaffee mit heißem Wasser aufgegossen ohne Filter. Der Satz sinkt dann und ein bisschen trinkt man ihn auch. Das hatten wir dort gelernt und es schmeckte besser. Bis Stephan eine Tasse mit dem Satz im hohen Bogen auf unserem Teppich vergossen hat beim „Weißen Hai“.

Herr Palästina ruft mich an, er geht Übermorgen in Haft. Ich appelliere daran, dass er das tut und besser noch Morgen. Ja, das Haftantrittsschreiben hat er. Die ganze Zeit war er super nervös. Weiß ich 100 %, dass es noch keinen Haftbefehl gibt. Meine Antwort: was weiß man schon 100 %, ich weiß nicht einmal 100% ob ich eine Frau bin, aber ich stehe im ständigen Austausch mit der zuständigen Frau. Jetzt sage ich ihm, dass er sich sofort melden soll und ich ansonsten in Richtung Haftbefehl für nichts garantieren kann.

Ich schwänze Sport, hüpfen ist heute nicht so meine Sache. Dafür schöner Beziehungsstress und –streit bis die Schlafenszeit heran bricht.

13.08. Ich schreibe Bettelbrief in die USA wegen der Familienfeier und der Verschiebung, die unsere Pläne durcheinander bringt und für erhebliche eheliche Spannungen sorgt. Ich glaube, mein Mann kann nicht gut krank sein und dass sein dicker roter Fuß etwas nach aussätzig ausschaut darauf kommt er nicht klar.

Telefonate mit der Station von Herrn Minus. Oberarztvisite nächsten Dienstag. Die Eltern fahren Morgen weg bis zum 01.09., sind aber in Notfällen zu erreichen. Das bleibt spannend, auf Dauer wird der nicht mehr Zuhause leben können, wenn die Eltern sich zurückziehen, was sie angekündigt haben.

Staatsanwaltschaft, Ladung Herr Palästina ist zurück gekommen. Woher hat er die Ladung, das Fax was ich an das Café Connection weitergeleitet habe oder Veraschung oder Missverständnis.

Frau K. meine türkische Betreute will Nasen-OP machen. Sie mag sich nicht wenn sie in den Spiegel schaut und die ganzen verletzten Gefühle. Ich sage ihr, das hat nichts mit Nase zu tun, das Problem sitzt wo anders und nein, sie sieht nicht traurig oder schlecht gelaunt aus, weil ihre Nase lang ist. Die Augen sind für das Lächeln zuständig und nicht die Nase, die prägt aber das Gesicht. Der Typ ist abgehauen, hatte keinen Arsch in der Hose. Wir verstehen beide die Kontoauszüge der Targo-Bank nicht ganz. Ich sage, sie soll bitte auf sich achten. Ich habe Angst, weil das damals in Hameln genauso anfing und sie war so lange stabil und es steht wieder so viel auf dem Spiel. Irgendwie ist sie verwirrt und weiß nicht, wie lange der Sohn mit dem Vater in der Türkei ist oder wie lange sie gearbeitet hat bei netto und wann und wie ihr gekündigt wurde. Sie sieht auch nicht ein, dass ein Arbeitsverhältnis schriftlich gekündigt werden muss.

Jeden Tag knurrt mich dieser Welpe an, das geht mir echt auf den Zeiger. Irgendwann werde ich ihm welche reinhauen, warte nur darauf, dass er mich angreift, dann setzt es Prügel. Lass mich von so einem verzogenen Miststück nicht anmachen.

Eine Betreute, die Alkoholikerin ist und erhebliche Probleme mit der Leber, scheint auch Krebs zu haben. Sie sagt was davon, dass es schlecht ausschaut und sie hätten was in der Lunge gefunden und am Arm sei auch ein Tumor, der operiert werden muss. Die Tochter begleitet sie, ich wünsche ihr alles Gute und frage mich, ob der kleine Yorkshire Terrier sie überleben wird und ob sie eine Komplettrenovierung der Wohnung durch die GBH noch erleben wird, die sie so gerne wollte. Nach Fristenplan waren nur Badezimmer und Küche fällig und die Türen nur von einer Seite. Daran hatte sie sich gestört.

Gerichtspost, neuer roter Teppich im Anwaltszimmer. Das macht was her, wie im Hotel. Die wichtigen Menschen haben einen Draht zu mir, z.B. Personal, Hausmeister, Kurierdienst. Er isst ein Brötchen und sieht dass ich im leeren Fach herum fingere und bietet an meine Post noch zu nehmen. Wie nett von ihm. Amtsgericht Neustadt wird Montag und Mittwoch geleert.

Laatzen, dickes Bein, farbig, blutig, dick, wie Kriegsverletzung. Wie haben sie das hingekriegt? Das anderen, was sie nicht verpfuscht haben sieht normal, blass und dünn aus. Schlüssel hat sie Schwester B. gegeben und die lässt sich nicht mehr blicken. Sie will nach Hause und Wäsche waschen. Statt Krimi, Bildzeitung und Wackelpudding, gibt es Bücher aus der Patientenbibliothek. Das Leben der Kennedys, Konsalik und zwei Krimis/Triller. Als ich wieder komme sitze der Pastor am Bett. Die hat sie ganz schön im Griff, erst die Pastorin und jetzt das „Männchen“. Sie nervt vermutlich auch stark im 3-Bett-Zimmer und das Krankenhaus hat ein schlechtes Gewissen, weil sie Pfusch gemacht haben.

Statt Eis einen Kaffee zuhause. Bin gut drauf. Der Koch der Cardamonies (das sind die Pistazienkekse, die ich immer kaufe) ist weg in der Kaffeepause oder wie der Laden am Lichtenbergplatz heißt. Ich will rauskriegen wer das war, aber sie sagen es mir nicht. Wollen es selber probieren mit dem Rezept. Ich bin skeptisch, wenn einer diesen Mann ausfindig machen kann, der kann viel Geld an mir verdienen.

Mir geht es heute besser, kein Durchfall. Telefoniere mit Paps. Das ist der reinste Placebo-Effekt Arzt. Er kennt das, hingehen, der erzählt irgendwas, ganz egal was und es wird schlagartig besser. Ich bin unheimlich glücklich und zufrieden. Wieder das Gefühl, dass mir nichts etwas anhaben kann.

Heikes Schuhe in neu besohlt:

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Weitere Bastelergebnisse aus Heikes Sachen. Ob das Hütchentauglich ist? Daran zweifele ich momentan.

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Beim Yoga sagt Kaya, die inneren Organe sind nicht für das aufrechte Leben geschaffen, sie genießen die Umkehrstellungen und ich denke, lieber kopfüber im Schrank hängen, wie die reinste Fledermaus oder Mork from Ork damals bzw. wir hätten die Meere nie verlassen dürfen. Auf dem Rückweg auf dem Rad fällt mir auf, dass es wieder früher dunkel wird. Ist der Sommer jetzt vorbei und ich habe ihn verpasst, weil ich 4 Wochen auf dem Klo war?

Internetrecherchen: San Jose Fleamarket seit 1960. Das sind Erinnerungen. Die Rutsche mit den Teppichresten, meine Eltern auf Schnäppchenjagd, Fleetwood Mac lief an jeder Ecke. Ich will einen Corn dog dort essen, das war früher das größte und passierte selten. Dann Werbung für ein Autokino. Das sind meine Kindheitserinnerungen wie wir von San Francisco nach Hause fahren nach einer Familienfeier und es ist dunkel und wir passieren langsam diese riesigen Leinwände und ich sehe einige Filmszenen und verrenken mir den Kopf. Das hatte eine magische Anziehungskraft auf mich als Kind.

Kurden sind die neuen Freunde unser Politiker, stellen Stephan und ich angesichts der Nachrichten erstaunt fest. Früher war man quasi Terrorist, wenn man auf eine Kurdendemo gegangen ist. Diese Parteien mit den Buchstabenkombinationen. Das waren alles gefährlichen Terroristen, PKK, Öcalan. Viele Waffen liefern hilft immer, das ist wie Hilfsgüter, Pflaster und Nahrung und kann den Konflikt lösen wenn man nur genug davon in die Krisenregion liefert. Das zeigen alle Erfahrungen. Wir finden es nur pervers.

Ich habe heute zu viel gegessen. Porridge mit Vanille-Joghurt mit Blaubeeren, dann Fischbrötchen und Kekse mit Kaffee Bonbon und abends Reis mit roter Paprika, Zwiebeln und Knoblauch dazu Sucuk und Cacik mit viel Knoblauch, Su-Börek bis der Magen schmerzt. Das kriege ich nachts zu spüren und eigentlich tut es mir gleich leid, dass ich mir den Bauch so voll schlage. Ist das schon selbstverletzend und Borderline?

14.08.2014 3 Träume, erzähle im dritten vom zweiten. Auch mal was Neues.

Erst Claudia mit 2 Frauen, erzählt der einen von ihrem Ex, was der gemacht und gesagt hat, was die total aufregt, woher sie das weiß. Früher waren sie Freunde und es gibt Gruppenfotos der Frauen mit dem jeweiligen Ex dazu. Wenn sie nicht will, dann will sich Claudia die Haare von der dritten schneiden lassen. Sowohl Claudia als auch die andere haben Kurzhaarfrisuren wie in den Neunzigern. Claudia eine Ponyfrisur, die ihr gar nicht steht. Ist auch gar nicht Claudia im Traum, sondern eine andere Frau mit schlimmer Kurzhaarfrisur.

Dann Berlin, ein Kunstsammler, der die Wohnung voll hat mit Richter, Jonathan Meese und moderner Kunst und er anderer, der dessen Sammlung zerreißt. ein dritter der im besetzten Haus Leichen wegräumen musste, die sich vor der Räumung mit Flaggen in den Kopf geschossen hatten und davon traumatisiert ist, die Leichen weggeräumt zu haben. Ich entschuldige mich bei einem, ich glaube diesem und umarme ihn und frage Claudia, ob sie einen Nachtisch macht, wenn ich die Zutaten einkaufe. Sie probiert die Erdbeeren im Supermarkt und die schmecken nicht, rote Trauben sehen gut aus und wir machen einen Käseteller. Davor hatte ich in einem Frühstücksladen den Käseteller gelobt, tolles Frühstück und habe damit zwei Wiener Läden zusammengemorpht, jenen wo Claudia einen Käseteller hatte am Karmelitermarkt und den tollen Frühstücksladen am Yppenplatz die alles hatten von arabisch mit French Toast und Porridge, wo ich mit Sunla und Steffi war nur das mein Laden im Traum eine sehr geschmacklose Plastikkarte hat.

Constantin wartet an der Haltestelle und nimmt mich auf seiner Fahrkarte mit. Es geht um Clubs, seine Mutter (die aber im Traum anders ausschaut) und Schwester fahren mit in der Bahn und alle machen gerade ihren Schulabschluss. Lobe die Mutter, dass sie so gute Noten geschrieben habe um zu erfahren, dass sie noch nicht durch ist mit der Prüfung und irgendwas wiederholen muss. Ob man sich da mit seinen Kindern auf Augenhöhe fühlt, wenn man wieder lernen muss und Prüfungen bestehen will ich wissen. Werde von der Klingel aus dem Traum vertrieben. Weckruf durch die Müllmänner, aber vergeblich. Ich schnalle es nicht so schnell und würde ihm eh nicht folgen und mit Nachthemd auf die Straße laufen. Jetzt bleibt der Müll ungeleert. Versucht haben sie es. Irgendwie versagen wir als Mitbewohner auf allen Ebenen.

Nachts meinem Bruder zum Geburtstag gratuliert in einer Schlafpause. Gestern ausgerechnet, dass wir in heute in 5 Wochen nach Kalifornien fliegen. Ich freue mich und es macht mir Angst zugleich. Betreute, die ohne Wohnungsschlüssel im Krankenhaus liegt. Es gibt noch viel zu organisieren. Muss den Kollegen Briefen wegen Urlaubsvertretung. Ich muss jetzt keine für ihn machen, da er neue Mitarbeiterin und Kollegin hat. Das macht Ungleichgewicht. Mein Mitarbeiter fliegt ja mit. War dämlich so viel zu essen. Das macht es meinem Darm extra schwer bzw. ich will es wieder wissen offenbar habe ich noch nicht genug. Tolle Verwandtschaft, bieten an uns zu holen und den Tag in Santa Cruz zu verbringen und auch das Familienfest für ein paar Stunden zu besuchen und dann abends trotzdem in SF essen gehen. Ich liebe sie sehr. Will Andrea eine neue Kette machen und dafür elegante schwarze Perlen kaufen, so was habe ich nicht im Fundus. Meine Kette, die ich ihr 2009 geschenkt haben muss (weiß es nicht mehr), ist kaputt gegangen und sie bat mich mein Werkzeug mitzubringen um sie wieder heile zu machen.

Wenn die Bananen erst reif werden wenn wir in die USA fliegen, bleibt Stephan hier. Wir haben eine Anfrage beim Cachagua general store gestellt. Das ist das coolste Restaurant der Welt, leider unerreichbar ohne Auto, aber wir sind zu allem bereit, trampen, Taxi, dort übernachten in den Bergen wo unheimlich das Spanish moss in den Bäumen hängt wie im reinsten Gruselfilm.

Entweder das Myom nervt meine Blase oder der Umstand, dass ich sie wegen der Verdauungsprobleme möglichst nicht und ganz selten leere.

Doch zum Pilates angemeldet heute Abend. Bestes Vorabendprogramm ist Sport.

Mittagstisch mit einem Mann, der ganz schön Hannoveraner ist für einen der ursprünglich aus der Schweiz kommt. Er ist regelmäßig da und arbeitet dort. Er hat einen Berner Sennen Hund und uns verbindet die gemeinsame Freunde sowie die Liebe zu Mocca-Joghurt stichfest von Migros.

Telefonat mit dem früheren Kollegen. Wir erzählen uns gegenseitig von unseren Fällen. Er hat Arbeitsrecht. Kündigung durch Arbeitgeber unberechtigt, aber Arbeitnehmer hat zum selben Termin selbst gekündigt. Trotzdem klagen und Rechtsschutz zahlt. Das sind genau die Fragen, die ich mir nicht stellen will. Er freut sich auch in seiner Betreuungssache viel doppelt abrechnen zu können und verklagt jetzt Angehörige des Dementen. Auch das wäre nicht mein Stil. Frage nach seinem Hund anlässlich dessen, dass ich von der Kollegin nach hundemäßiger Urlaubsvertretung gefragt wurde. Sein Hund wurde von einer schwarz-weißen Katze verprügelt, die ihnen nachgelaufen ist. Cool.

Pilates. Immer drehe ich meine Hüfte zu sehr auf und das ärgert die Lehrerin. Ich bin da halt sehr beweglich. Woher weiß man hier, dass ich Magen-Darm-Probleme habe. Hat mein Tagebuch mich verraten?

Nach dem Sport muss ich dringend zur Toilette. Ich spüre etwas Widerstand an After, das wird bald wieder eine Wurst. Ist auch kein Wunder dass ich muss, weil ich Unmengen esse und dazu die indischen Flohsamenschalen mit Apfelgeschmack. Was kann man erwarten. Neulich bei dem Eskimo-Säugling (1 Monat alt) ging es um das Thema Verdauung und was für eine zentrale Rolle es einnimmt im Leben eines Babys. Da wird die ganze Aufmerksamkeit auf so etwas wie Luft im Darm gelenkt und das macht durchaus Sinn.

15.08. Träume wirr, irgendein Reisehorror. Die Koffer gehen nicht zu und springen immer wieder auf und ich streite mich mit Stephan.

Andrea schickt mir Foto der kaputten Ketten. Mein Gott habe ich 2009 noch spießige Ketten gemacht! Das ist gar nicht mehr mein Stil. Die Kinder stehen auf Knoppers und Kinder eggs. Denen kann geholfen werden. Der Sohn ist Fixie-Fan. Das wird schwieriger. Da muss ich mich in einschlägigen Fahrradkurierkreisen in Hannover erkundigen. Freitagtasche erscheint mir zu gewagt, teuer und man weiß nicht, ob der Teenager es überhaupt mag und irgendein Fahrradausstattungs- und Dekozeug widerspricht ja gerade der Fixie-Idee. Fachzeitschrift? Stephan schlägt Regencape für Kalifornien vor. Lustig wäre es. Die Tochter mag „small & squishy figures“ was auch immer man darunter verstehen mag. In St. Gallen sind es 12 °.

Stephan hat Steuererklärungen ab 2011 für meinen Betreuten, der als Pflegehelfer arbeitet gemacht. Die Stuhlergebnisse sind noch nicht da. Mein Stuhl kommt in den Brutkasten, auch eine schöne Vorstellung.

Der Hase hat Mietübernahmebescheinigung und Wohnung ab dem 20.08. Bett noch nicht, aber Dach über dem Kopf. Ich bin ein klein wenig stolz auf mich.

Herr Palästina ist natürlich noch nicht aufgeschlagen in der JVA.

Mich ärgern die Kinder der Betreuten, die volljährig werden und sich um nichts kümmern. Während meine türkische Freundin in die Krise rutscht und schwarz arbeiten will und sich die Nase machen, lassen will, ist es der Tochter egal wovon die Miete gezahlt wird. Hotel Mutti, Anträge stellen Fehlanzeige.

Langer Mittagstisch im Schweizer Hof.

Spaghetti Bolognese Trüffel

Die verfehlte Wahrnehmung bei Beziehungen der Vergangenheit fällt mit bei vielen Frauen auf. Das war dann nur eine Affäre, der peinliche Typ mit der Zwangsstörung. Nee, klar. Vielleicht mal zwangslos grillen und zusammen sitzen.

Perlenladen sucks. Tiffany Lampen suck. Leider ist Stephan so ehrlich bzw. ich will den Stempel über einen 30,- € Einkauf. 20,- € wären noch zu viel gewesen für den Schrott. Das einzig erfreuliche ist, dass ich vorher mit meinem Rock hängen bleibe und eine Kiste Holzbuchstaben umreiße, was die Lister Kundinnen besonders kommentieren müssen von wegen Gefahrenquelle, nicht dass eine ausrutscht. Die sollen sich von mir aus das Genick brechen.

Zartrosa, wie Hautfarbe und Schweinchen wie die Fliesen im Schweizer Hof ist meine neue Lieblingsfarbe und ich ärgere mich, dass mein Fahrrad lila-metallic ist und nicht die Farbe. Vielleicht nimmt sie Stephan jetzt für sein Neues. Klobesuch, auch warm wie Brutkasten. Mein Körper kann gut Schleim produzieren, auch an Stellen wo es mich gruselt.

Soupe Populaire als Gutschein für Sabine ist eine herrliche Idee. Berlin, die Fabriketage wird ihr gefallen.

Herr Ihme hat unbegrenzten Einzelausgang, was bedeutet, dass er nach 2 Stunden wieder kommen soll. Sie ist gespannt, wie sich das am Wochenende entwickelt. Sie machen mal umgekehrte Psychologie. Depot wurde erhöht und er ist geschmeidiger.

Letzter Anruf der Woche. „Letter – Fit für die Zukunft“. Was haben sie denn für den Werbeslogan wohl gezahlt. Warum nicht gleich: Letter ist netter?

Ich habe vor Wien eine Frist versäumt in einer Betreuungssache, der mich mehrere Ordner Anwaltssachen machen lässt und denke, die Anwaltsgebühren von über 80,- € werde ich zahlen müssen. Bin total erleichtert, dass die Gebühren schon vorher gefordert wurden. Dieser Betreute lässt sich gerade den Unterkiefer machen für 15.000,- € und hat Motorräder und eine Eigentumswohnung und immer gibt es was Anwaltliches zu machen und wenn ihm am Ende der ADAC 90 oder 140 € erstattet und er dafür wieder Designerstühle im Internet bestellt, die er anschließend für 300,- € das Stück aufpolstern lässt. Stephan regt sich auf über seinen Lebenswandel.

Wenn der Darm besser ist, tut der Zahn wieder weh. Gott ist gut zu mir und schickt mir immer nur so viel, wie ich ab kann. Er weiß es und deswegen kommen die Dinge nach einander. Da habe ich Glück und bin dankbar.

Es ist wie bei Autos, manchmal kann man schon beim Modell sagen, dass der Fahrer einem unsympathisch ist. Ich denke vermehrt über Fixies nach und stelle auf dem Weg zum Studio mal wieder fest, dass der Radtyp den ich nicht mag Mountain bikes sind. Diese unsinnigen Plastik-„Schutzbleche“, die weit über dem Hinterreifen schweben und deren einziger Sinn darin zu bestehen scheint, dass sie dem dahinter Fahrenden einen Schwalldreckwasser ins Gesicht schleudern und ihn von oben bis unten vollspritzen! Beim Sport platze ich heute vor Energie. Mache mir etwas Sorgen um die Inhaberin. Ich glaube, die macht oft gute Miene und dahinter geht es ihr nicht so gut. Will dann als Scarlett Johannsen Fan in den neuen Film, irgendwie wie Matrix und Kill Bill. Zuhause lässt die Energie nach und ich esse Junkfood und backe Fimo-Perlen. Fange mit mehreren Ketten für die USA an und bastele weiter bis sie mir alle entgleiten. Von der Joeys Pizza esse ich nur ein bisschen….

16.08. Man kann ja nichts für Träume. Eine Kollegin die ich sehr doof finde, dick, nervig, Doktortitel hat was mit meinem Fall Maßregelvollzug zu tun. Ich nenne sie mal Frau Krähe. Sie spielt in meinem Traum eine Rolle. Ich bin Betreuerin meiner Freundin Steffi, die mich anruft und ich bin im Urlaub. Ich soll irgendwelche Hilfsmittel für sie beantragen, sonst kann das auch ihre neue Betreuerin, Frau Krähe, machen. Ich bin genervt, welche Hilfsmittel. Eine Schluckhilfe angeblich. Sunla und ich sind uns einig, dass sie nur simuliert und weder krank noch behindert ist. Sunla holt mich mit dem Auto ab. Ich war irgendwie einkaufen was so aussah, dass ich mit meinen letzten 5,- € eine Flagge der türkischen Armee mit Kämpfern darauf kaufen will für 1,49 €. Gebe die 5,- € und bekomme 15,- € zurück, was mir Recht ist, da es mein letztes Geld ist. Dafür habe ich einen ganz hässlichen und schlechten weißen Beistellschrank an der Hacke, der kaputt geht beim raus tragen aus dem Laden und was soll ich damit. Die Wienreise hängt mir noch nach denke ich beim Aufwachen und die Angst vor dem versagen und vielleicht auch zu viel Erstausstattung mit dem Hasen beantragt für seine neue Wohnung, Fernsehtisch, Lattenrost usw.

Bin früh wach und bastele Ketten, bin aber mit keiner zufrieden. Kann ich das nicht mehr? Erst mal Gesicht waschen und Pickelcreme auftragen, damit ich heute Abend manierlich aussehen. Endlich mal wieder unter Leute und Freunde treffen. Sonst ist packen und auf die Verdauung konzentrieren angesagt. In der Schweiz wird es kalt. Neue Sigg-Flasche, gesüßte Kondensmilch in Tuben und Migros-Joghurt Mokka sind angesagt.

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Es gibt Guacamole mit Zwieback zum Frühstück und ich häkele eine Runde für die eine Kette. Das könnte was werden, aber vielleicht zu punkig für Andrea, genauso die mit einem Satzcollage aus dem See’s Candies Katalog drauf. Da steht sie auch nicht drauf. Darf ich wieder alle Produkte behalten, weil sie sonst keiner trägt? Von den bunten Glasstiften (10 gr 0,95) die ich gestern handverlesen habe fehlt mir jetzt ½ gr Violett. Dafür zur Lister Meile fahren? Wohl kaum. Ich beobachte die Männer von Methe Fliesen, einer Trockenbaufirma und wie sie säuberlich arbeiten, alles so hinterlassen als wären sie nicht da gewesen (ich kann nur den Außenbereich ihrer Baustelle einsehen). Nach getaner Arbeit stecken sie sich fast kollektiv eine Zigarette an. Die gefallen mir die Jungs. Hier gibt es Kekse aus England, ob das gut für mich ist oder nicht….

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Hetze Stephan auf Second Hand Läden in Zürich und wen wundert ist, dafür gibt es eine gut gemachte und vom Design her ansprechende Seite, wo die alle systematisch aufgelistet sind mit Beschreibungen und Fotos und ja richtig, Brockenhaus ist das was ich suche. Beide Kalenderblätter sowohl das zuhause als auch im Büro habe Schweizmotive, wenn das kein Zeichen ist…

Kalender August 2014

Dann ein Video-Film bei Spiegel online der mir vor Augen führt, was ich an Hamburg so scheiße finde. Ein Kunstprojekt, Menschen im Glaskasten und eine Hamburgerin, die Angst hat vor dem muslimischen Mann, schon der Klang der Gebetsrufe und alles ist bedrohlich und macht ihr Angst und „wie der schon ausschaut“. Ein megaunsympathischer Schwachsinn und die oberspießige Hanseatin toppt alles und gar kein Verständnis dafür, dass es sich um eine Kunstperformance handelt und was da vielleicht die Aussage sein könnte. Wahnsinn wie bescheuert die sind.

Ich frage nach der Vorliebe der amerikanischen Tochter und Andrea schreibt: „Gummy bears are squishy. Usually made of rubber or soft plastic. Don’t focus on that too mich“. Haha. Sie hat Recht, ich fixiere mich immer schnell auf so etwas. Die eine squishy figure, die ich hatte, zumindest mit einem weichen und durchsichtigen Bauch, der Alien, ist nach Jahrzehnten ausgemustert worden, sonst hätte er jetzt eine Reise nach Millbrae, CA angetreten. Stephan sagt, das sei doch egal und ich sage, ja, aber ich hätte gerne was mitgenommen, so Dinge aus anderen Ländern sind doch toll, vor allem wenn man Jugendlicher ist.

Der schwarze Jugendliche, der in den USA erschossen wurde hat vorher einen Ladendiebstahl verübt, aber das wusste der Polizist nicht, der ihn erschossen hat. So oder so ähnlich lautet die Meldung. Das ist schon fast komisch wie Lieutenant Frank Drebbin von der Spezialeinheit, der für einen 1000sten erschossenen Drogendealer im Weißen Haus geehrt wird. Den letzten hat er beim Autounfall überfahren, aber er war Drogenhändler, wie sich im nach hinein herausstellte.

Bei der abendlichen Anprobe stelle ich fest, dass das neue Kleid aus Wien nicht sitzt genau wie das Kleid für was ich mich dann entscheide. Mit Steffi hatte ich es vermeintlich auf Figur genäht. Die meistens würden sich vermutlich freuen, aber ich finde es nicht gut und überlege, wie ich wieder fülliger werden kann. Ich will nicht weniger werden und verschwinden. Auf dem Geburtstag treffen wir Michi und Markus das erste Mal nach Wien, sie bedanken sich noch mal. Sie waren im Urlaub und sehen blendend aus. Die Feinrippunterhemden kommen bei den Gastgeberinnen an. Totleckerer Nudelsalat und kalte Gurkensuppe. Ein bisschen unterhalten. Ein Gast war gerade mit ihrer Tochter in Brooklyn und ist strahlend und begeistert. Hat Sabine eine Platte aus einem berühmten Studio mitgebracht. Ich merke, dass ich noch nicht so eine Stimmungskanone bin. Die Energie ist unten, zu früh wach geworden. Stephans Fuß ist wieder dick, gerade der Knöchel, weil er ein bisschen in der Küche gestanden und sich unterhalten hat. Er ist noch nicht durch mit seinem Thema. Ich dränge nach Hause und hole vom Kiosk Quark für einen Quarkwickel. War ein Tipp von Larissa. Ihre Mutter ist nächste Woche in Potsdam und Michi lässt sich das Rezept für Couscous Royal mit drei Fleischsorten beibringen. Wir wollen mal wieder Mahjong spielen und Wein aus der Pfalz dazu trinken. Den probiere ich dann auch. Lasse mit von Michi erklären, wie Saumagen schmeckt und bin mir sicher, dass das was für mich wäre. Vielleicht nächstes Jahr das Familienfest im Bühler Tal mit Pfalz verbinden statt Elsaß?

17.08. Ich bastele ein Schweizhütchen aus den silbernen Antibiotika-Verpackungen von Stephan. Ungeduldig hatte ich sie ihm weggenommen, als sie noch nicht leer war und die restlichen Pillen einfach rausgedrückt in eine andere Verpackung. Die beiden Streifen werden aneinander genäht und mehrere Teile darauf befestigt, was ausschaut wie die Freiheitsstatue, wobei der Untergrund sich hervorragend der Kopfform anpasst. Die abstehenden Teile bestehen aus einer mit Schweizmotiven beklebten Plastikdose aus Cranberrypillen aus London, einer geschenkten, goldenen Schwalbe aus Wien, die von einem 50er Jahre Wandbild abgefallen ist, einer kleinen Dose Red Bull in der Brausepulver war sowie einem Schuhweichmacherspray, was von einer Bürocollage abgefallen ist. Das Hütchen ist zu krass für die Schweiz. Stephan ruft zwar: „bitte, bitte“, aber ich kenne meine Grenzen. Die Familie will es nicht und ich dann auch nicht.

Flohmarktausflug. Obi-Flohmarkt Fehlanzeige, Hanomag-Villa sehr sauber saniert, wirkt kalt und Charme verflogen, ich mag’s ja lieber mit Nostalgie-Patina, wie in der Cumberlandschen Galerie und nicht so sauber. Bei Real werden wir fündig.

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Stephan läuft 4 Meter hinter mir wegen der Kommentare. Das sei der beste Abstand, meint er. Einer der Verkäufer ist Kenner meiner Sammlung und mag meinen Kaffeebecher aus Papier am liebsten, wie er mir verrät. Ich lerne den coolsten Hund kennen. Das Herrchen spricht mich an und einen Downsyndrom-Sohn hat er auch dabei. Ich gebe 1,30 € aus. Eine neue Saftpresse, richtig stabil für 20 Cent, schmeiße die alte weg, die einen Sprung hatte und man konnte sich nicht aufstützen, Fehlkonstruktion. Hier kann man das Sieb separat entfernen und das ist schon so schön, dass ich dafür 20 Cent und mehr bezahlt hätte.

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Ein Mann hat es schwer erwischt, seine beiden Jungs hängen über mehreren Karton mit Matchboxautos, alle einzelnen angepackt um sie zu schonen vor Kratzern und seine Frau hält ihm einen Leuchtturm mit Kabel entgegen, der dreht sich erklärt sie ihm freudig und gibt das wieder, was der Verkäufer ihr gesagt hat. Endlich mal wieder ins Rossi. Ja, Quiche und Kuchen, es war keine Umbestellung. Ich bin wieder schlecht gelaunt und habe keine Geduld. Diebstahlsanzeige bei der Polizeiinspektion West. Ich habe einen kleinen Rückfall und das bringt mich schlecht drauf. Wir bringen das Büroaltpapier im Büro runter dann schnell wieder auf’s Sofa und eine Runde basteln und dazu einen Film gucken. Finde beim Bastelen ein Ü-Ei Haus, was ausschaut wie eines der Häuser in Carmel bei the sea, schiefe Fenster, wie aus einem Märchen und das Nachbarhaus ist ein alter Stiefel und da wohnt eine Maus drin. Das Ü-Ei Haus ist oben weich und bewegt sich leicht, wenn man es hin- und her rollt (aber wirklich unspektakulär). Gehe um 22 Uhr ins Bett.

18.08. Habe so hart geschlafen und geträumt, dass ich nicht weiß ob Sonntag oder Montag ist, leider nicht noch ein Sonntag. Das hätte ich wahnsinnig gut gebrauchen können. Meine türkische Betreute. Sie kocht mit Gewürzzutaten, die sie angeblich selber gemacht hat. Getrocknete Zitronenviertel mit Zitronensäure konserviert, Marschmellows und Zuckersterne. Das macht sie auf das Gemüse u.a. Blumenkohl und es schmeckt köstlich, schön sauer und süß. Sie hat gesalzen. Ich entdecke auf der Verpackung die gedruckte Inhaltsangabe und zweifele an ihren Angaben. Sie hat das nachgekocht und dann da wieder reingemacht. Ihr Sohn ist kotverschmiert und ihr geht es schlecht ich muss es tun und dusch ihn und ziehe ihm frische Sachen an. In den Steckdosen sind weiche Gummifiguren und ich denke, dass animiert die Kinder doch extra daran herum zu spielen. Treffen mit Kollegen, der Außenfahrstuhl ist aus Beton und in den Ecke ist Laub und Wasser, weil es immer zu Überschwemmungen kommt und das läuft einem dann über die Schuhe, wird erzählt. Ich ziehe meine hochhackigen Schuhe aus nach dem Termin und laufe barfuß auf dem Gehweg. Frage die eine Kollegin, ob ich in Richtung Innenstadt gehe, was sie verneint. Ich will dann da vorne eine Tram nehmen, in den 6ten oder 7ten (da ist es interessant und ich kann bummeln), nein doch lieber in den 4ten. Die winzige altmodische Tram, die aus einem Abteil besteht macht die Türen nicht mehr auf, weil ich zu langsam reagiert habe. Tobsuchtsanfall und gegen die Türen trommeln. Dann sind wir mit einer Touristengruppe im Schloss, wir sind gefangen, keiner der Schlüssel passt, ich kann aber per Fernbedienung die historischen Wandbilder wechseln. Der einen Frau gefallen die Rosen so gut, ich schalte dann durch und dahin zurück verspreche ich ihr. Dann wird gekocht (improvisiert) und Kalbsbrät wird hergestellt mit Mehl und in Därme gefüllt und total kunstvoll oben auf den Auflauf verteilt, so dass es perfekt und rund ausschaut. Stephan hat mitgeholfen, ob ihm das schmecken wird? Ich werde wach. Das mit der Tram und den interessanten Vierteln ist eine Mischung aus Wien, aber vor allem Zürich mit dem Kreis 5 oder 6. Das Hundesitten habe ich gegenüber der Kollegin schon in einer der Vornächte im Traum abgesagt. Hier erlebe ich in letzter Zeit fast mehr als im „richtigen Leben“. Dieses Wochenende endet für mich erst Montagmorgen mit diesem Traum. Je älter ich werde, desto mehr wird es alles ein inneres Erleben. Erinnerungen, Gefühle, Vergangenheit, Augen schließen und spüren.

Das Fährmannsfest des Darmes

02.08. Traum: Wir haben eine Wohnung neben einem Musikclub im Keller, wie dem Palo Palo. Die haben heute letzten Abend und wir gehen tanzen. Johannes, mein Bruder, ist mit dabei. Polizisten sind mit im Garten, ich schließe mein Fahrrad auf und sage was von Beschwerde und ich hoffe, die Richterin versteht was von Psychiatrie, schimpfe ich herum, nicht zurechnungsfähig sei der Betreute, aber die Polizei schnallt das nicht und kann nicht auf 160,- € verzichten, dann könne ich auch nichts ändern. Er lobt die coole Wohnung. Die Wohnung hätten mir meine Eltern finanziert, dabei fällt mir ein, dass wir die zu wenig nutzen und so unsere Möbel mehr entzerren können, warum steht die eigentlich leer. Habe mein orange-grünes second hand Kleid unterwegs verloren. Am Café Safran hat man es einer Schaufensterpuppe übergezogen, die zu Werbezwecken an der Straße steht, an so einem Metallgitter mit Baum in der Mitte, wo Fahrräder gegen gelehnt werden und ich ziehe es wieder aus und stecke es ein. Kann ja beweisen, dass es mir gehört.

Schon wieder Andrea kurzfristig absagen kommt nicht Frage. Fieber habe ich keines, Ebola ist es nicht.

Stephan will Bananen kaufen, damit er die Chiquita-Aufkleber abmachen kann und auf seine Lieblinge kleben kann. Die Bananen sehen langsam aus wie Josephine Bakers Röckchen. Andrea erklärt mir beim einer Kugel Avocado-Eis, dass das ganz normal sei und die verkehrt herum zu diesem Bündel werden, was man so kennt.

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Nachmittags grüner Schleimkot und dann abends um 20 Uhr ein mal pinkeln ohne Durchfall. Ich will eine Flasche Champagner aufmachen und stattdessen gibt es Bratkartoffeln, weil ich Heißhunger habe auf was Herzhaftes. Mal schauen, wie lange die Ruhe andauert, aber ich genieße die Scholle der Erholung wieder. Vor dem zu Bett gehen ein kleines gelbes Embryo. Ich brauche viel Wärmflasche gegen das Unterleibspiecksen. Schlafe bis 10 Uhr.

Geträumt, dass Herr Ihme bei uns wohnt. Er ist um Viertel vor 5 schon wach und auf, weil er mit uns ins Bett gegangen ist und sieht sehr ausgeschlafen aus. Ich erkläre ihm, dass wir bis 8 Uhr schlafen. Er fragt, ob er hier bleiben kann bis seine Bewährung abgelaufen ist. Haben wir da nicht Termin beim Bewährungshelfer. Will in den Google Kalender schauen und klicke immer falsch und lande bei Google maps. Er will es mir zeigen, wie es geht. Auf der Weltkarte. Wo ist Thailand noch mal? Er kann telefonieren, aber nur ins Festnetz. Sollten wir nicht einen Untermietervertrag mit ihm machen und etwas Miete vom Jobcenter kassieren und Sicherheit falls das Telefon doch mal teurer wird. Wie viel ist angemessen? Stephan soll sich dazu was überlegen.

Etwas Nachgang ist noch, aber ich bin geduldig. Schwanke zwischen Rossi, mal zum Fährmannsfestufer fahren, jetzt wo es vorbei ist. DJ Sabine haben wir gestern Abend verpasst oder doch noch mal ruhig und Sofa und basteln. Die restlichen Spielsachen auf jeden Fall auf die Straße stellen.

Jetzt lohnt es sich, dass ich mir immer Plastikpillendosen aus dem USA mit breakfast, lunch, dinner, bedtime oder den Wochentagen habe mitbringen lassen und diese auch trotz Ungeeignetheit aufbewahrt habe. Damals waren sie zu klein, dann waren sie zu groß und jetzt sind sie perfekt und ich zersäge eine Seriendose um sie einsetzen zu können.

Rippeleffekt. Der volljährige Sohn meiner Betreuten, der 24 ist und bald studieren will schickt mir unterschriebene Anträge, Blanko und kann nicht mal Geburtsdatum und Familienstand für sich selber eintragen. Ich lade die Anträge auf BaföG oder Kindergeld bei Stephan ab. Das ist die Hackordnung der Anträge. Er regt sich auf. Ich werde den jungen Mann Morgen mal anschreiben, dass er so was zukünftig üben muss, gerade wenn er Sozialpädagogik studieren will. Nehme ihn immer in Schutz, dass es ihm nicht richtig vorgelebt wurde.

Apropos vorgelebt. Die Erinnerung ist das einzige Paradies aus dem wir nie vertrieben werden können. Weiß nicht, ob das so stimmt, aber ich sehe es als großen Segen an, dass meine Kindheit so glücklich war und als Schatz, den mir niemand nehmen kann. Haben neben alten Super-8-Filmen auf denen ich u.a. mit lauter großen Hunden z.B. einem Bernhardiner zu sehen bin zum Geburtstag geschickt bekommen zusammen mit alten schwarz-weiß Fotos. Ich als Einzelkind, wie ich meinem Vater in der Nase bohre und er es zulässt. Dann getippte Briefe meiner Oma, die sie aus dem Urlaub bei uns in Kalifornien an die deutsche Verwandtschaft geschickt hat. Johannes hatte einen entzündeten Nabel und „schreit wie ein Löwe“ und meine Eltern sind am Wochenende zum Arzt gefahren um nachschauen zu lassen. Dann das günstige Obst und Gemüse in Kalifornien (Pfirsiche und Tomaten in jedem ca. 1500g, das Paket zu 19 Cent! Und das wo der Dollar so niedrig im Kurs ist) und meine Mutter, die immer dort einkauft, wo es nur die Hälfte kostet. Ich, die ich Dolmetscher spiele für meine Oma, die bei IBM anruft und meinem Vater was fragen will, aber kein Englisch kann und darauf mächtig stolz bin (ich bin 6). Wie ich darunter leide, dass mein kleiner Bruder alle Aufmerksamkeit bekommt und ich bin wohl recht gut im Argumentieren, so dass sie schreibt: „Hört man, wie sich sie in solchen Fällen wortreich und gewandt verteidigt, jede Schwäche beim andern sofort erkennt und ausschlachtet, so könnte man meinen, in ihr wachse vielleicht noch das juristische Genie heran, das man schon im Vater zu sehen glaubte“….und dann bringt sie einzelnen Beispiele meiner Argumentationskünste. Das ist kurz vor meiner Einschulung, wie weiter aus dem Brief hervor geht. Einfach ein Zeitdokument.

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03.08. Stephan hat Muskelkater vom Wasserski und sie haben sein Fahrrad geklaut, was zusammen mit meinem ausnahmsweise vor der Tür stand, weil wir ja noch zu Sabine beim Fährmannsfest wollten. Hätte auch meines treffen können. Lumix-Hütchen. Soll nicht warten bis zur nächsten.

Basteln und etwas aufräumen. Werkzeug durchsortieren, alte Farben und Lackdosen und andere Sprühdosen ausmustern. Steffi bringt mir Morgen eine Hühnersuppe vorbei. Das ist superlieb und ich freu mich. Bin noch schlechter im Telefonieren als sonst.

Immerhin habe ich abends Appetit und es schmeckt auch. Karotten, Kartoffel mit Gurke dazu und zum Nachtisch ein Magnumeis.

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Schlaf ist schwierig durch Unterleibsschmerzen. Will einige Termine, die nicht sein müssen heute, dann noch absagen und peile die Yogastunde für Anfänger bei Kaya, der Neuen an, die ich vermittelt habe. Unser Lehrer Mikael wird Morgen an der Schulter operiert. Ich denke an ihn. Die Blumen vor der Sommerpause…

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04.08. Ich liebe mein neues Hütchen mit einer Häkelarbeit von Heike sowie dem Roboter mit Brustbehaarung.

Yuhu. Habe jetzt auch eine neue schwarze Betreute, die im Wohnheim Schwangere schubst und überall hinpinkelt und an der schon 2 Betreuer gescheitert sind. Stellungnahme der Königstraße reicht dem Richter nicht für Unterbringung nach PsychKG. Telefoniere etwas herum und sage ihm, dass ich dann die Betreuung nicht übernehmen werde, wenn die nicht mit einem stationären Aufenthalt beginnt. Ich muss einen Plan haben und der beginnt mit einer stationären Behandlung. Halte mich auch nicht für Gott, keiner kommt an sie ran (krankheitsbedingt) und dann komme ich und es ändert sich alles, wohl kaum. Der schwule Sozialarbeiter kennt mich und will mich überreden den Fall zu übernehmen, was am Ende auch klappt. Mittags leckere Pasta im 11 A. Von etwas muss ich leben, kein Kuchen, kein Kaffee.

Der Hippiearzt von Frau Tod, dann erste Stunde bei Kaya. Sie führt ein in den Ujjayi-Atem und das ist neu, aber so wichtig beim Yoga, sonst nur Gymnastik mit Yoga-Elementen, wie Simone immer gesagt hat. Sie zeigt uns Vinyasa-Flow und kommt gut an. Es war ein schwerer Start, weil die Movenyo-Frauen so auf Mikael fixiert sind, aber sie macht das ganz geschickt. Es ist anstrengend und der Schweiß fließt mir die Armen herunter. Ich verliere mein Fahrradschloss und muss eine Mitturnerin bitten mich mit abzuschließen und finde es anschließend wieder, gleich in der Nähe der Arztpraxis. Ausnahmsweise hat sich das Zurückfahren gelohnt, was ich nur pro forma gemacht habe.

Abends bringt Steffi Hühnersuppe vorbei mit Zucchini und viel frischem Gemüse vorbei. Lecker, Modenschau, trinke dazu Minze von Günters Pflanze (marokkanische Minze, lecker). Alle Kleidung wird gerettet und findet ein neues Zuhause außer eine türkisblauen Jogginghose aus Hamburg im 80er Jahre Chic und einem weißen Poly-Tuch. Sie wird jetzt Hundetrainerin. Ich nehme das Seidenkleid mit dem Blumenmuster, was ich ursprünglich nicht wollte.

05.08. Nachts wach, d.h. um 1:30 Uhr und Wärmflasche. Die muss auch mit nach Kalifornien.

Träume, dass Georg aus Berlin ganz tolle Lampen bastelt, kleine Kunstwerke mit viel 50er Jahre Charme. Alle ganz verschieden. Sehe sie sehr detailreich mit Spiegel oder die andere mit gepunktetem Hut, wie Leigh Bowery. Eine brauche ich als Leselampe und dann die kleine, an einem Schlüsselbundanhänger, die einen Text bzw. ein Filmchen abspielt. Erst will Jasmin eine kaufen und dann will ich mehrere kaufen.

Frau Prammer ist gestorben. Ich hatte noch doofen Spruch gemacht, dass Porträt erst aufgehängt wird, wenn man tot ist. Schreibe Julia an wegen Dirndl aus Hamburg. Sie hat so eine tolle Führung des Parlaments für uns gemacht in Wien und der Kopf war willig, aber das Urgehirn (Darm) hat mir bisher was Wienreisebericht angelangt einen Strich durch die Rechnung gemacht und man soll ja bekanntlich auf seinen Bauch hören und wer nicht hören will muss fühlen usw. Bin gespannt, ob ich das noch mal hin bekomme…

Anruf einer Kanzlei aus Berlin wegen Terminsvertretung in mietrechtlichen Sachen Amtsgericht Hannover und Lehrte. Ich wimmele die ab. Ist vielleicht leicht verdientes Geld so ohne Verantwortung nur Anträge stellen und erscheinen, aber die normale anwaltliche Tätigkeit und dann noch Fremdsachen ohne Herzblut geht mir echt ab. Wenn ich Geldnot hätte und es tun müsste, aber so denke ich, sollen sie sich einen glücklichen Berufsanfänger suchen. Ich nicht, kein Bock.

Fluche im Regen. Nein, das ist keine Wachsjacke, die selbstgenähte von Andrea mit dem changierenden Futter, hat nur die Farbe, hinten Scherenschnitthasen aus Japan-City, sie saugt sich mit Wasser voll ohne Ende. Ich komme an und kotze vor mich hin, schlechte Laune. Macht das dem jungen Hasen Angst? Pro Activ, die tun was für Jugendliche und die Althippiefrau duzt ihn. Er schaut immer wie hypnotisiert auf meine Kopfbedeckungen. Weiß nicht, ob wir zusammen passen.

Um 13 Uhr hat er Termin am Döhrener Turm. Die Sozialarbeiterin fährt ihn mit dem Auto zur WG in Pattensen, er ist der erste Bewohner. Da wird noch renoviert ist seine Reaktion. Hat etwas Anspruchsdenken der Hase. Soll er mal selber eine Runde nach was Besserem schauen. Da sind die Fahrtkosten auf einmal teuer, aber aus Bad Pyrmont nach Hannover pendeln wäre gegangen oder was.

Frau Analphabet und Bayern-München der Enkel, überzahltes Kindergeld, er zahlt zurück, trotzdem Anzeige, Strafverhandlung in Wolfsburg. Ich vermittele nur zur Jugendgerichtshilfe. Strafverfahren Staatsanwaltschaft Osnabrück gegen Lebensgefährtin meines Betreuten (3 gemeinsame Kinder) wurde eingestellt.

Oberarzt von Herrn Ihme, erst Zicken, dann gutes Gespräch über Perspektiven.

Die neue Betreute hatte so Pech, Fehler bei der OP alle Komplikationen, die man sich denken kann, offene Beine, weitere OPs, Haut verpflanzen an die Beine. O.K. der geht es auch scheiße, nicht nur mir auch andere haben ihr gesundheitliches Päckchen zu tragen.

Meldung, dass Besuchsdienst jetzt nicht kommt zu meiner Dementen wegen Urlaub. Schon das zweite Mal. Ja, sie ist versorgt, weil der Pflegedienst das wichtige macht, wie Einkauf und Katzenklo. Frau konnte ohnehin nicht gut mit ihr, sage ich ihm und denke mir mal wieder was machen die für Demenzschulungen, immer wieder hat die ehrenamtliche Besuchsdienstfrau erstaunt festgestellt, dass die Demente keinen Besuch, keine Einmischung wollte und nicht wusste, wer sie ist. Ja, aber wie kann man sich darüber wundern, wenn das die Krankheit ist?? Ich kann mich stundenlang mit der unterhalten und dann hat sie viel Interessantes aus ihrem Leben zu erzählen, wie der Arbeitsalltag einer Frau in den 50er Jahren in Hannover war. Ab September ist die Maßnahme ganz gestrichen, erzählt mir dann der Anrufer. Auch interessant. Was soll erst diese aufwendige Meldung wegen Urlaub und Urlaubsvertretung um mir dann das zu sagen, dass sie ganz aufhören. Sehr lustig.

Lustiges Gespräch auch mit den Stadtwerken in Sachen Frau Yoga, die angeblich alles selber hinbekommt, aber nur in der Wohnung dümpelt und die Ungerechtigkeit der Familiengerichte von sich hin betet. Mahnkosten i.H.v. 5,- € wurden ausgebucht und ich habe Mahnstopp erreicht, fühle mich unbesiegbar, jetzt gelingt mir alles sage ich der Frau. Sie muss lachen.

Schmerzen Unterleib, zieht bis zum Anus. Ich sitze schon in der Sportkabine, tue das einzig konsequente, nehme eine Ibuprofen und ziehe durch. Irgendwann werde ich zusammen brechen und mich von oben bis unten vollkoten und dann ist das Spiel vorbei und die anderen im Sportkurs sind geschockt fürs Leben.

Eskimo-Baby besuchen und kiloweise Lakritze aus Hamburg bestellen, online Shop. Muss mal sein.

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06.08. Traum: Habe etwas Sex mit einem schwulen Freund von uns. Das ist so brüderlich, freundschaftlich so nach dem Motto, man kennt sich ja so gut und irgendwie auch kurz und ich will weitermachen, aber traue mich nicht es ihm zu sagen. Wir treffen die Freunde für eine gemeinsame Reise und meine Eltern denken, dass wir Mahjong zusammen spielen, aber wir verquatschen uns nur, eigentlich habe ich eine Zugbindung, weil ich noch nicht gepackt habe, klappt das alles nicht, also zu wenig Fahrtkarten. Der Freund schläft immer und so tricksen wir uns durch gegenüber dem Zugpersonal, nur 3 Fahrkarten und angeblich nur 3 Personen. Haben Angst, dass die Mitreisenden das mitbekommen, dann Ausflug, wir sitzen auf Felder und Vulkanausbruch in der Ferne ganz weit weg und unsere Gruppe flieht und ganz am Ende, Rückblick auf die Mitreisenden, die es jetzt erst bemerken, weil sie geschlafen haben und auch aufbrechen in unsere Richtung. Die sind wir los, sie holen uns nie mehr ein, stundenlanger Vorsprung. Sollen wir weiter zu Fuß oder mit dem Floß. Da sind Stromschnellen. Dann sind sie wieder da. Ich mache Vertretung im second hand Laden und vergraule alle Kunden. Wir sind gleich weg mit dem Fahrrad, dann ist Platz, sage ich, aber sie gehen. Waren nur Motorradfahrer, die hätten eh nichts gekauft, rechtfertige ich mich vor den anderen Kunden. Umsatz eine Brosche für 1,- €. Hat wirklich tolle ausgewählte Sachen, ich schaue mir alles ganz genau an. Handschuhe, Spieltruhe, Hüte, aber ich kann nichts gebrauchen. Dieser Hut hätte mir in jungen Jahren so was von gestanden zu meinem jungen Gesicht, er braucht ein junges Gesicht als Kontrast. Das ist ungerecht, meint eine Frau. Nein ist es nicht, ich hatte mein Leben und daher ist es auch gerecht, dass ich kein junges Gesicht mehr habe, will ohnehin nur meine selbstgebastelten Hüte tragen. Die passen besser zu mir.

Mittags zur Ärztin, kein Ibuprofen, das kann Darmblutung auslösen, dann Mittagstisch mit der Kollegin. Wieder 11 A. Die Semmelknödel gebraten mit Waldpilzragout ist der Hammer. Die haben eine neue Köchin. Kollegin will uns einladen, wir laden sie ein. Hatte am Montag Geburtstag. Der Hund kaut seine Leine und Stühle im Büro und Restaurant und leckt Glasscherben, die auf der Erde liegen. Er ist bald 6 Monate alt und vertraut nicht und kennt keine Disziplin. Sie macht Tauschgeschäfte mit ihm, wenn er was kaut, was er nicht soll, wird ihm sein Spielzeug angeboten und das Verbotene außer Reichweite getan. Warum auch immer, aber wir haben da instinktiv echt anders erzogen, aber es war nicht schwer, weil da von Anfang an die Elemente Urvertrauen und Respekt da waren und Feininger sofort ohne Leine gelaufen ist, sich an uns orientiert hat und sich gerne anfassen ließ von uns und es von anderen hingenommen hat, Schwanz unten. Da ist Einiges von alleine klar, aber wir haben auch zu zweit erzogen, das macht mehr Eindruck, mehr Rudel.

Werde beim Yoga gesiezt. Das tut weh. „Diesen Block können Sie haben“. Das hat gesessen.

07.08. 50 € netto für einen Vertretung im Termin vor dem Amtsgericht Hannover. Es wäre nicht viel zu machen. Die können sich einen anderen Deppen suchen oder einen unterbeschäftigten Berufsanfänger.

Ratsfamilie Volgers

Betreute, Türkin, die sich so stabilisiert hat, hat Medis abgesetzt, einst habe ich sie durch die Innenstadt von Hameln gejagt um sie einzuweisen, den Krankenwagen immer gelenkt, wo ich sie gerade hinverfloge. Sie saß dann in der Shopping Mall und hat Schwarzwälder Kirsch gegessen als wir sie gestoppt und eingefangen haben. Sie wollte gerne einen Polizisten vögeln mit großem Schwanz. Behandelt war sie ganz brav und hat Tagesdecken für die Tochter genäht, wie ausgewechselt. Strom sprang aus der Steckdose, Sorgerecht verloren, jetzt brennt wieder Licht im Flur die ganze Zeit und mit den Geräten stimmt was nicht. Die Tochter ist zwischenzeitlich volljährig, der Sohn erst 8 und mit dem Vater in der Türkei. Sie ist gereizt. Ich muss handeln bevor es zu spät ist und bestelle sie ein für nächste Woche und versuche die Institutsambulanz zu erreichen.

Mittag zuhause und Mittagspause, nach dem Essen etwas ruhen und ruhiger angehen lassen. Sage Sport ab, fällt aber auch aus.

08.08. Landtag. Sie machen den Platz neu mit den militärischen Bäumen.

Ich versuche wegen meiner Türkin, die in der Krise ist die zuständige Therapeutin zu sprechen und lauere ihr auf. Dann kommt der Richter vorbei und es dauert noch 10 Minuten bis ein Arzt da ist. Der liebevoll gemachte Cappuccino kostet nur 90 Cent im Klinikcafé.

bunte Informationen elektr Einrichtungen Fernsprechverteileraußer Betrieb

Mit der neuen aus Ruanda verstehe ich mich blendend und wir freuen uns als der Richter geht und wir unter uns sind. Den alten Betreuer in Braunschweig hat sie gebeten mit zum Termin zu gehen, Sozialamt und Ausländerstelle und er hat nein gesagt. Ich bin anders, versichere ich ihr. Sie hat Odyssee mit Norwegen und dann wieder Deutschland hinter sich, wollte BWL studieren. Hat hier niemanden und ist ganz auf sich gestellt. Sie fragt mich, ob ich Christin bin, mehr ja als nein. Ich glaube schon, aber das mit der Kirche ist nicht so meines und der Glaube ist auch nicht so ganz geregelt, d.h. wie bei meiner Oma, etwas zusammengestückelt, etwas Monotheismus und etwas Wiedergeburt. Wir umarmen uns zum Abschied.

Nächstes Mal mache ich Fotos von der Ausstellung der Aue im Flur. Da haben mir einige Fotos gut gefallen. Ich habe den ausländerrechtlichen Aufenthaltstitel meiner neuen Freundin dabei, der am 18.08. abläuft und den ich verlängern will und muss und dann komme ich sowieso bald wieder. Ob das Café dann noch mal auf hat ist eher unwahrscheinlich.

Rufe meine Tante in der Reha an, aber sie hat keine Zeit, es gongt gleich zur Mittagssitzung und da will sie offenbar hin. Ich wollte nur nett sein. Sage ihr, dass ich auch später anrufen kann, tue ich dann nicht mehr.

Frau Borderline hat Abmahnung des Vermieters. Das war nicht der Hund ihres Freundes, der auf den Balkon gekackt hat, sondern streunende Katze und gegen die soll der Vermieter endlich was unternehmen. Der hat einen Schäferhund. Das kann man unterscheiden, ob Hundekacke oder Katzenkacke, das ist wie Pferdebollen oder Vogelschiss. Da kann man einen Unterschied feststellen sage ich ihr.

Mann aus dem Maßregelvollzug, Betreuung soll aufgehoben werden und ich machen auf Aggro und durchgeknallt um die Wette. Er droht mir, Formulierung in meinem Schreiben ans Gericht hat ihm nicht gepasst und ich nenne ihn Korinthenkacker und lege auf. Er ruft noch mal an und will es ruhig versuche, ich auch. Ich versuche ihm zu erklären, dass es darauf nicht ankommt, er ist heute wohl schon überall abgeblitzt beim Richter, der Ärztin und dem „Mann vom Landrat“ gemeint ist die Betreuungsstelle. Ich denke, dass ich zu spät komme zum Sport, aber es passt.

Telefonate mit Schwiegermutter und meiner eigenen Familie, inklusive Schwester. Stephan brät Gartenzucchini mit Knoblauch, sehr lecker und dazu Tomaten und Brot. Dann etwas Schokoladenlakritze, irgendwas war wieder doof, Klorennen inklusive.

09.08. Meine Tante ruft an, Morgens gibt es Gruppeneurythmie und nach dem Essen wird einem ein Sandsack auf die Leber gelegt, das ist sehr wirksam. Sie wird ausgerichtet und malt Aquarelle mit ganz wenig Farbe. Das Resultat sieht ätherisch aus. Schön. Ich bastele im heißen Wintergarten und sonst wie immer, viel Durchfall, aber ich fühle mich nicht krank dabei. Habe Appetit und esse viel, leide viel. Nehme es mit Humor, was kann schon passieren, wenn ich in der Nähe der Toilette bleibe.

Stephan geht zur Thai-Massage. Ich plane und packe schon für Kalifornien. Ich soll meine Schmuckbastelwerkzeuge mitbringen, weil die Kette von Andrea, die ich ihr letztes Mal geschenkt habe, repariert werden muss. Warum gehen meine Ketten immer kaputt wenn ich sie verschenke und meine eigenen so gut wie nie und gut behandeln tue ich sie nicht. Würde ihr gerne eine Neue Basteln, aber das ist schwer so aus der Ferne. Ich glaube, sie mag schwarz, das ist eh schwer, bin eher für Farbe und habe da auch mehr „Zutaten“.

Sagte Stephan gestern oder vorgestern, dass ich so nicht in die Schweiz fliegen werde, wenn das so bleibt, weil das schaffe ich nicht und dann bin ich eine Zumutung für die Gastgeber und schreibe mir heute mit meiner Schwägerin, wo wir im Haus schlafen, welcher Künstler ausstellt, wenn wir zum Vernissage gehen, in der Migros Klubschule, dort wo ich mal ausgestellt habe, was mein Bruder sich zum 41zigsten wünscht.

Mein Kollege mit Familie macht eine Ayurveda-Kur und schickt mir immer die Bilder und den Tagesablauf mit bitterem Tee und dann nichts essen und die Ärztin kommt um eins um zu fragen, ob man schon 4 x Stuhlgang hatte, nur wenn das bejaht wird, gibt es weniger bittere grüne Suppe zu essen. Er habe an mich denken müssen mit meiner verkorksten Verdauung und ich muss an ihn denken und was die Ärztin wohl zu 20 mal Stuhlgang sagt, ob das immer noch gut und entschlackend ist.

Ich habe erfolgreich 4 Hütchen gemacht, das eine mit Nähmaschine aus Berlin (made in China) ist noch am schwächsten und wird mehrfach modifiziert, es sei zu viel dran lautet die Kritik der Hütchenkritikers Stephan (und er kennt sich aus), aber auch nach dem Abspecken will es mir nicht richtig gefallen und ich mache in kleines Strickprojekt und das Stricken ist besonders schön. Habe ich so lange nicht mehr gemacht und es beruhigt die Nerven. Andere haben chronische Kopfschmerzen und können sich den Kopf auf nicht abtrennen. Geduld fällt mir immer wieder schwer, gerade am schwer geplagten Samstag. Gehe abends ins Bett und mein Hinterteil brennt wie Feuer. Morgen ist ein neuer Tag.

10.08. Der Tag fängt früh um 6:30 Uhr an und der Unterleib ist friedlich. Heute soll alles so bleiben und wenn ich 7 Stunden meditieren muss. Die vielen silbernen Eicheln von Heike, die gestern nicht an das Nähmaschinenhütchen wollten bzw. passten, müssen heute untergebracht werden. Eigentlich bei dem Darm denke ich das Beste ist nicht daran zu denken, deswegen stricken und basteln (das war gestern, ignorieren was das Zeug hält) oder bewusst die Gedanken lenken, das Gehirn mit dem Darm zu verbinden und daraus Kraft schöpfen. Es ist wie einschlafen, es passiert auf einmal und ganz nebenbei, so wird es auch hier sein, wenn der Stuhlgang ausbleibt und der Körper ihn wieder formt. Es ist beim Übergang der Phasen wach zu Schlaf vielmehr so, dass man es nie richtig bewusst mitbekommen kann, das liegt in der Natur der Sache. Aufmerksamkeit darauf lenken ist sogar schädlich, wenn es mit verkopften Gedanken und angespannter Aufmerksamkeit verbunden ist. Was man machen kann, ist ignorieren und positiv denken, das nie aufhören, manipulieren quasi und meditieren und den Atem da hineinschicken und mit geschlossenen Augen mit dem Bewusstsein dort hinabsteigen. Sonst weiß ich so was doch auch, wie es geht. Und ja, man kann die Realität durch Gedanken lenken und man kann auch an zwei Orten gleichzeitig sein. Geht alles. Ich bin oft in Kalifornien am Strand oder in der Blue Bottle Coffee Company während ich zugleich im Büro sitze oder in Langenhagen in der Psychiatrie bin. Jetzt muss ich mal nach meinem Mann schauen, der mit mir ins Bett geht und glatt 3 Stunden länger schon schläft. Nachwirkungen der Thai-Massage. Er ist der verständnisvollste und beste Mann der Welt, der bei mir Handmassage macht und meine Launen erträgt und sich vorsichtig herantastet wie an eine nicht entschärfte Bombe. Er weiß, wie das geht, die richtige Mischung, nicht zu unterwürfig, das provoziert auch Aggression und vor allem immer gut anfassen. Er sagt, mein Körper sei nie böse, dass ist nur der Kopf bzw. das bisschen im Kopf und Recht hat er.

Ich glaube der Tag wird gut, nur ist jetzt der rechte Fuß von Stephan geschwollen, der schon seit einigen Tagen Probleme macht und er will Morgen zum Arzt und ist echt in Panik deswegen. Das alles vor der geplanten Wanderung in der Schweiz und mein Kapitel ist auch nicht durch, auch wenn heute eine Erholung ist und dafür bin ich unendlich dankbar. Erst mal eine Runde putzen in der Pause und endlich Pfefferminze aus dem Garten holen. Das muss drin sein heute, gestern habe ich es nur gewollt.

Alles muss raus oder das große Leiden

22.07. Wien hat mich fertig gemacht. Magen-Darm-Probleme und gute Miene zum bösen Spiel haben mich den letzten Nerv gekostet. Montag im Kaffeehaus mochte ich gar nichts mehr essen, aber bloß nichts anmerken lassen. Ständig dienstliche Anrufe. Ein total nerviger Typ des Versorgungsamtes Hamburg. Meine Betreute prozessiert seit 16 Jahren und ich hatte ihm Frist gesetzt und die auch nicht verlängern wollen und er muss mich jetzt auf dem Handy (im Kaffeehaus) anrufen um zu fragen, ob ich sein Fax von Freitag bekommen hätte. Ich glaube, ich spinne und lege mehr oder weniger auf. Dann Sozialpsychiatrische Beratungsstelle um mir zu sagen, dass Elisabeth Taylor seit 2 Wochen mit der Spritze überfällig ist. Herr Yoga hat angeblich Telekomrechnungen über 100.000,- € und mich damit per mail auf Trab gehalten. Jetzt erst mal ankommen und arbeiten und hoffen, dass die Verdauung sich wieder einkriegt. Daneben sich bedanken bei den Mitreisenden und von denen Dankesmails bekommen.

Ich bin nicht mehr Betreuerin der Dauerpatientin, es gab plötzlich einen Betreuerwechsel, den ich per Fax erfahre. Ich sage meinen Termin bei ihr für Morgen ab.

Claudia sagt ja, Reizdarm und ich bin aufregt, dann müsste es sich ja wieder geben. Ich ziehe die Termine durch, rufe meine Tante in der Reha an. Mein Anruf kommt total goldrichtig, weil sie hat das Zimmer betreten und gleich gemerkt, dass hier etwas nicht stimmt und hatte zum Glück ihre Rute dabei und dann diese dicke Wasserader und der Heizungsraum mit der ganzen Elektrik und den Geräuschen. Sie kann nicht schlafen und hat letzte Nacht auf dem Flur im Eingangsbereich auf einem Sofa geschlafen. Sie hat das Zimmer moniert und alle möglichen Gäste kommen und gehen nur angeblich ist für sie kein anderes frei. Jetzt hat man ihr gesagt, nächsten Montag, aber so lange hält sie nicht durch und will der Ärztin vorschlagen, dass sie abreist und nächste Woche wieder kommt. Die Anwendungen tun ihr allerdings gut. Ich plädiere für andere Lösung und Kompromiss und als ich nachmittags noch mal anrufe haben sie ihr eine Gästewohnung im Ort zur Überbrückung angeboten und ihre Sachen kann sie erst mal im Zimmer lassen. Sie hat ohnehin Zweifel ob sie da einen Nachmieter finden werden, wobei die anderen sich eher an den Viechern stören würden, an denen sie nun wiederum kein Anstoß nimmt, Tausendfüßler, Kellerasseln und eine handtellergroße Spinne an der Decke.

Meine Betreute, zu der ich keinen Kontakt habe und die mich immer rausschmeißt wenn ich sie aufsuche, konsumiert Meth sagt der Arzt und das mitten in Linden und da kann ich nichts machen, sie ist aggressiv und verwahrlost, aber es reicht nicht für eine Einweisung. Das ist beunruhigend und ich fühle mich machtlos, aber offenbar muss ich abwarten bis sie selber es einsieht, dass sie Hilfe braucht. Wenn die Betreuung aufgehoben wird, hat sie kein Geld mehr und steht richtig auf dem Schlauch, also abwarten und weiterhin in Rufbereitschaft bleiben.

Irgendwie denke ich an diesem Tag, dass mein Darm ruhiger wäre, aber das ist ein Trugschluss, wie sich herausstellen wird.

Ich rufe an wegen Frau Tod. Ich hätte gerne einen Fahrplan wie es ist mit dem Ende des Beschlusses. Ja, Verlängerung, er schreibt ärztliche Stellungnahme.

Abends erfahre ich von Frau Tod selber, dass sie auf eine offene Station verlegt wird und Tagesausgang hat, um ihr Enkel zu sehen. Ich soll mit der Kasse klären, dass sie Taschengeld (8,- € pro Tag) für 2 Tage mitnehmen darf. Sie ruft noch mal an, dass sie jetzt „draußen sei“ und will ihr Portemonnaie bei mir abholen, weil sie ein Geschenk für die Tochter kaufen will. Erinnere sie an die Halbedelsteinkette vom Goldschmied, die bei ihr auf dem Küchentisch lag als ich sie eingewiesen habe. Die hatte sie vergessen, ja, ist gut, dann bringe ich es nächste Woche vorbei.

23.07. Rufe die Kasse an wegen der 16,- €. Keiner da, melde es der Station.

Hilfeplanung Deisterstraße und gleich Begutachtung wegen Verlängerung der Betreuung.

Meine querulatorische Betreute schickte mir schon vor Wien Einschreiben mit „Person von…“ und dann ihren Namen als Phantasienamen. Sehr kryptisch. Immer irgendwas mit Menschenrechten und dass ich die öffentliche Urkunde schicken soll mit ganz kurzer Frist sonst Strafanzeige und Schlimmeres. Nachmittags habe ich eine gerichtliche Anhörung bei der Richterin, die mich in der anderen Sachen abbestellt hat obwohl sie vorher meinte, Betreuerwechsel wäre schlecht und der Sohn erwischt Stephan, der Telefondienst macht. Stephan schreibt mir: „Schimpft sehr sehr viel, schickt Dir Fax, ist sehr fäkalinteressiert, ich sage ihm, er soll sich vorstellen, ich wäre ein Anrufbeantworter, das lässt ihn noch mehr ausflippen. Schatten und so, Neger nennt er mich. Der Mensch Tanju hört mit, sie werden wohl eine Aufzeichnung des Gespräches an das Amtsgericht schicken. Herr Mustafa, Nachnamen  nennt er nicht, bezeichnet sich selber als Professor der Akademie für Menschenrechte und viel bla bla, Paragrafen nennt er. Zum Schluss sage ich noch, das ich hoffe, dass Frau M. ihm kein Geld für diesen Anruf bezahlt hat.“

Die neue Betreuerin meldet sich und wir vereinbaren für Freitag einen Termin zur Übergabe der Unterlagen, die ich vorbereiten muss. Ich sage, ungünstige Zeit zum Übernahme, weil sie gerade wieder alles gekündigt hat, das ambulant betreute Wohnen und die psychiatrische Pflege zum 16.07. ausgelaufen ist und sie den Arzt auch noch überzeugt hat die Spritze statt alle 2, alle 3 Wochen zu setzen. Ich habe viel mit der Praxis geschimpft, weil sie es mal wieder geschafft hat, alle auszutricksen. Sie wird wieder nicht hingehen und sich ins Bett legen und zu Tode hungern und dann gilt es höllisch aufzupassen, Unterbringung zu beantragen, schnell zu handeln und die Wohnung öffnen zu lassen und sie da raus zu holen. Sie scheint etwas überfordert, die Neue und wollte gerade in den Urlaub fahren. Ich kann es mir nicht verkneifen der Richterin zu schreiben, dass ich ihre Entscheidung schlecht finde für meine Betreute, weil sie als Heim- und Pflegekind gerade auf Kontinuität in den Bezugspersonen angewiesen ist. Ich kenne sie seit Jahre und wir mögen uns und ich kann den Verlauf besser beurteilen. Nicht umsonst hat das Landgericht 2 x den Betreuerwechsel abgelehnt. Es lief gut zwischen uns, so gut es eben laufen kann bei fehlender Krankheitseinsicht und ich glaube, sie hat ihr keinen Gefallen damit getan. Wie dem auch ein, es ist jetzt so.

Frau Tod ist auf der Offenen, sie kommt vorbei, holt Portemonnaie und Handy, die Tochter die ein Kind bekommen hat braucht etwas Geld. 20 Minuten später hat sie 3000,- € vom Konto genommen und es ist mit 2.500 überzogen. Rufe die Ärzte und die Psychologin an, was das für eine Verarschung sein soll. Ich spreche ab, Beschlussverlängerung und dann erfahre ich von der Betreuten, dass sie auf eine offene kommt und soll über 2 Tage Taschengeld entscheiden, sie holt zugleich Portemonnaie und überzieht das Konto. Bin gespannt, ob sie überhaupt wieder kommt. Bei der Psychologin sitzt der Schock tief und ich kann ihr ein „scheiße“ entlocken.

Heike schickt mir was mit DHL aus Berlin. Sie wollte aussortieren und ich nehme an, dass es damit im Zusammenhang steht. Auf der Losung des selbstgenähten Glückskekses, der von meiner Tasche baumelt steht „Dein zukünftiges Leben wird reich an glücklichen Freundschaften sein und auch sehr gemütlich“.

Das Atelier hatte schon vor Wien mit Rundmails genervt. Nebenkostennachzahlung für mehrere Jahre, geschätzte Zahlen bei den Heizkosten. Ich schreibe schließlich was, aber die sollen sich juristische Hilfe holen und zwar von einem Mietrechtler und nicht ich mache ehrenamtlich was. Die eine Lehrerin hat einen Nachbarn der Jurist ist, das schrieb sie gleich. Soll der ran. Warum bleibt immer alles an mir hängen? Ja, ich halte es überwiegend für verjährt. Ich bin noch nicht mal Mieterin. Das müssen die hinbekommen ein Schreiben an die Hausverwaltung aufzusetzen. Trotzdem schreibe ich 4 emails bestimmt zu dem Thema.

Frau Tod entzieht mir die Kontovollmacht und ist sauer, weil ich ihre Familie immer durcheinander bringe. Die Töchter geht das alles gar nichts an. Ich erkläre ihr, dass es meine Aufgabe ist zu reagieren und die Töchter auch sonst meine und ihre Ansprechpersonen sind. Kann sie wieder etwas beruhigen. Sie geht zumindest zurück nach Wunstorf und das Geld ist zumindest bei der Familie geblieben und nicht in einer Boutique in der Altstadt.

Abends nach dem Sport habe ich massive Probleme mit meinem Durchfall, nachts. Es wird schlimmer.

Stephan ist stolz auf seine Babies, ich hoffe, ich kann sie genießen, wenn Erntezeit ist.

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24.04. Die Betreute kommt, die mich auch in Wien angerufen hat um mir zum Geburtstag zu gratulieren. Ich habe auch was geschickt bekommen, einen Stift, der 4 farbige Mienen hat, eine Fußballserviette und später noch mal einen Plan fürs Aqua Laatzium und eine CD von Xavier Naidoo oder wie der heißt. Ich muss ihr sagen, dass sie nichts mehr schicken soll.

Versuche Herrn Ihme in Wunstorf zu erreichen. Der hat Ausgang. Ich denke, er hat keinen Ausgang. Wann soll ich es wieder probieren. Eine Stunde. Zweiter und dritter Anruf. Ausgang muss doch abgesprochen werden, wann er wieder kommt. Darüber dürfen sie mir keine Auskunft am Telefon geben. Irgendwie erfahre ich, dass er nicht wieder gekommen ist und dann zur Fahndung ausgeschrieben wird, wenn er abends nicht wieder da ist.

Neues Mandat. Autoverkauf. Geschäftspartner hat Rechnung gefälscht.

Ich bin kaputt, gehe zu meinem Zahnarzttermin, abends Kestner ist nicht möglich. Laufe wieder aus ohne Ende. Langsam wird es echt anstrengend.

25.07. Die neue Betreuerin von Frau Klinik kommt. Sie arbeitet auch in Linden und ist sympathisch. Ja, sie kann mich selbstverständlich auch anrufen.

Nachmittags bewirbt sich eine spielsüchtige Frau, die bei mir um die Ecke wohnt um eine Betreuung, war am Vortag ohne Termin da gewesen und ich übernehme den 18-Jährigen, der nächste Woche Mittwoch obdachlos wird, weil er aus dem Krankenhaus raus muss und nicht mehr nach Hause kann. Für Ersatz ist gesorgt. Die Spielsüchtige hat akute Probleme, Mietrückstand und Bankdarlehen, auch hier muss ich in Vorleistung gehen und schon mal was machen.

Telefonate in der Sache des neuen Hasen. Viele neue Infos. Männerwohnheime, die erst ab 21 aufnehmen, für das Bed by night ist er hingegen weniger Monate zu alt. Wir haben Montag einen Termin im Kolpinghaus. Die hätten bis Anfang September ein 3-Bett-Zimmer. So lerne ich ihn kennen und er kann sich schon mal was anschauen.

Abends zum Sport, dann zu Mr. Thang. Statt Kino, Toilette, den ganzen Abend.

26.07. Muss Termin mit Andrea in letzter Minute absagen, weil ich merke, dass es nicht geht. Bleibe das ganze Wochenende zu Hause. Claudia sagte am Vorabend was von Darmspiegelung. Da wollte ich nichts von wissen, zum Arzt gehen? Ach ne, war meine Antwort. Habe auch echt Panik, Internetrecherchen helfen nicht dabei. Darmentzündung? Was tun, was essen, was alles nicht essen. Höre auf zu essen. Fange an zu bluten. Blut und Kot und Kot und Blut.

Heikes Paket bleibt eingepackt. Ich überlege ins Krankenhaus zu gehen, so dreckig geht es mir. Stattdessen fällt das wegschmeißen sehr leicht, wenn es einem so elend geht. 4 gelbe Säcke werden es. Plastikbastelsachen werden auch aussortiert und auf die Straße gestellt zusätzlich. An diesem Wochenende schaffe ich nur ½ Hütchen und sonst nichts. Stephan sagt, wer richtig krank ist, muss ganz viel Fernsehen und daran halte ich mich auch. Er ist mein Spiegel, weil ich es für das angefangene Hütchen nicht schaffe zum Spiegel zu gehen.

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27.07. Traum mit Jasmin. Unter 50er Jahre Arkaden oben wächst die Pflanze bzw. die Wurzeln und daneben ist der Teich und darin sind grüne, dicke cluster, wie man auf englisch sagen würde mit kleinen grünen Beeren, wie Kaviar, aber grün und groß wie große Rundmalerbürsten. Ich ekele mich total davor, sie schwimmt in dem Wasser, etwas Wellengang gibt es auch. Ich habe eine große Tasche dabei und werde gefragt was darin ist. Zwei Steine, die ausschauen wie Totenköpfe und ich merke, wie cool die ausschauen und, dass Steine eigentlich nur in so groß Sinn machen.

Stephan geht Sonntag ins 11 A mit einem Freund. Ich bleibe brav zuhause, habe sogar erhöhte Temperatur. Morgen nach dem Kolpinghaus muss ein Arzt her.

28.07. Wenn tot krank keine Lust auf Armreife oder Schmuck und lieber Hose.

Wir besichtigen das Kolpinghaus, trostlos, der Gemeinschaftsraum sieht aus wie alte Kegelkneipe, der Fernsehraum im Keller macht klaustrophobisch und der Raum der Stille ist irgendwie eine Mischung aus Priestertum der 70er und Missbrauch . Im freien Zimmer wohnt einer Jahrgang 1990. Ich notiere mir die weiteren Termine beim Jobcenter U-25. Nein, Celler Straße ist keine Zonenüberschreitung mit dem Tagesticket. Er kennt sich in Hannover nicht so aus.

Ich hole mir Elektrolyte-Beutel. Die Frau in der Apotheke will wissen, ob mir die Einnahme geläufig ist. Ja, in Wasser auslösen und trinken. Sie erklärt mir, dass man das im Kühlschrank lagern muss, wenn man es angemischt hat?? Lagern? Warum man trinkt es doch. Wenn man es nicht schafft, es auszutrinken. Nachmittagstermin abgesagt, gehe zur TCM-Ärztin, bekomme Tee. Soll mich melden, wenn es in 2 Tagen nicht besser ist, nach Hause. Sofa. Kein Sport.

29.07. Mein Betreuter aus Ghana kommt mit Steuerunterlagen. Ich mache sonst so wenig, muss ich mich darum kümmern auch wenn ich mich nicht auskenne. Die andere Kollegin hat ihren gut erzogenen und gechillten braunen Labrador dabei, ausversehen. Im Auto vergessen bzw. vergessen abzugeben, merkte es erst, dass er dabei war als er sich übergeben hat. Dann die Theorien, warum der Bürowelpe ihn ankläfft. Der kläfft alle an, die Mitarbeiterin der Besitzerin, wenn die ins Zimmer kommt und die Besitzerin unternimmt nichts. Das nervt. Das unfreundliche Kläffen ist nicht nur geschäftsschädigend, sondern kommt unerwartet und ich erschrecke mich bei der Arbeit und das macht mir schlechte Laune. Da freut man sich, wenn die Kollegin Feierabend macht. Ist auch nicht so der Sinn eines Bürohundes. Dann die Spielsüchtige, die betreut werden will mit Termin. Sie war Grundschullehrerin in Göttingen und ihre Tochter soll bloß nichts rausfinden über ihre Schulden, ihre Krankheit, wie es ihr geht, überhaupt. Erinnert mich stark an das Stück „Der Hals der Giraffe“. Ich erreiche keinen bei der Bank, Kreditabteilung, gehe zur Postbank, warte, meine Waden machen unfreiwillige Zuckungen, wie Wellenbewegungen. Das sieht gespenstisch aus. Dann wieder Büro. Telefoniere mich der Bank. Zu spät um die Ratenabbuchung zu stoppen. Ich kann nicht zum Aegi und meine Betreute zum Augenarzt begleiten, das weiß ich erst seit gestern und ist nur Untersuchung, sie hatte mir ausrichten lassen, dass es schön wäre, wenn ich dabei wäre. Leider versagt, geht heute nicht. Nach Hause, Sofa, leiden.

30.07. Träume von Gruppenreise, Steffi, Thomas und Claudia sind auf jeden Fall dabei. Schiffe, Fotos, ich dränge zurück ins Hotel und denke, wir fliegen um 15 Uhr, tatsächlich erst um 20 Uhr, können wir noch essen gehen. Claudia checkt das Internet und „wie immer haben wir Glück und der Flieger hat Verspätung und wir haben noch mehr Zeit.“ Alles ist harmonisch und wir freuen uns aneinander. Wir sind alle auf dem Hotelzimmer, Steffi kommt dazu und alle schauen mir beim Packen zu.

Durchfall wie immer, vielleicht sogar ausgeprägt für morgens, aber der Kopf ist anders und ich esse Müsli mit Blaubeeren und mache mir einen Kaffee. Dietrich hat so Recht. Magen-Darm ist Kopfsache, d.h. Du merkst die Heilung erst da. Er sagte, Du bist schlecht drauf wegen Magen-Darm und weil Du schlecht drauf bist wird das auch nicht besser oder so ähnlich, quasi Teufelskreislauf. Er habe wochenlang Milchreis mit Zimt und Zucker und Mandeln gegessen in den USA. Man soll ja keine Milchprodukte. Da habe er eh nicht dran geglaubt. Man kann essen was man will. Angeblich keinen Kaffee und dann hat er welchen getrunken und es war vorbei nicht wegen des Kaffees, sondern das passierte unabhängig. Ich sitze in der Bahn und sage, danke, danke für heute Morgen und wie ich mich fühle, auch wenn es nicht das Ende ist und der Durchfall weitergeht, will ich Kraft tanken und mich daran erinnern, wie ich mich gerade fühle.

Laatzen verstehe ich nicht und Park der Sinne noch viel weniger. Die böse amerikanische Supermarktkette, wo ich früher mit Sunli einkaufen war ist jetzt ein Edeka-Center. Es ist wie für Deppen, also für mich ausgeschildert, Industriegebiet, Rentner lassen ihr Köter mitten auf den Gehweg kacken.

Das neue Gebäude der Weinstraße. Das Wartezimmer voller junger Menschen, die ein Attest für die Uni benötigen. So gesehen hat sich wenig verändert. Ich merke wie nervös meiner ist. Der Typ, der das Gespräch führt ist groß und sportlich. Wie ein Arzt wirkt er nicht. Meiner ist schlau und vor allem sehr pedantisch. Menschen die Kurse „Bilanzierung“ bei der VHS belegen, gehören nicht zu meinen Sympathieträgern, er ist 150%iger und gestresst, dass er kaum seinen Haushalt in der 40qm Wohnung gemacht bekommt. Die Psychotherapie lief Ende 2012 aus, weil die Finanzierung durch die Krankenkasse ausgeschöpft war. Facharzt hat er im Moment keinen. Die, die gute Bewertungen im Internet bekämen, nehmen keine neuen Patienten oder haben extrem lange Wartezeiten. Er war dann bei einem, den ich auch kenne und der hätte wieder mit dem ersten Medikament anfangen wollen, was damals schon nichts gebracht hat und drückte ihm dann beim Gehen einen Prospekt in die Hand, dass sie auch Botox-Behandlungen machen. Dann war es für ihn vorbei. Hausarzt will er auch wechseln. Jetzt spätestens klingt es querulatorisch, warum das auf einmal. Unzufrieden mit allen Ärzten. Die Antwort kommt prompt, der habe ihn letztes Mal im Wartezimmer vergessen und wäre dann mit Puschen durch die Gegend gelaufen und die Impfung habe auch nicht geklappt. Ich habe keinen Gesundheitssorge, aber die Idee Sozialpsychiatrische Beratungsstelle und darüber mal versuchen. Der Untersucher empfiehlt noch ein Jahr Grundsicherung, ermahnt ihn aber, sich um seine gesundheitlichen Belange zu kümmern. Zum Thema Suizidalität befragt sagt meiner, er habe nichts dagegen wenn es passiert, würde aber aktiv nichts dafür tun. Solche Antworten verblüffen mich. Ich bekomme anschließend einen Pümpelkuli der Stadtentwässerung Hannover, ein Werbegeschenk. Den fand ich mal bei einer Jobcentersachbearbeiterin toll und er hat sich das gemerkt und ihn beim Keller aufräumen gefunden. Ich liebe meine Betreuten.

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Die offenen Schuhe sind die Hölle und jeder Schritt einen Qual. Sie werden naß und mache mir Blasen an den Ringzehen. Solche Schuhe sollte ich gleich wegschmeißen. Durchbrochene Schuhe nur mit Socken oder Strumpfhosen tragen kann es auch nicht sein. Ein kleiner Ausflug nach Laatzen hat schlimme Folgen und ich muss gleich danach das Schuhwerk wechseln.

Überraschungsbesuch auf dem Rückweg bei Frau Yoga. Die Wohnung sieht aus wie vor 2 Monaten. Sie ist am Sortieren. Irgendwie habe ich das schon mal gehört. Ich habe ihr eine Behinderung angedichtet. Das ist Voraussetzungen für eine Betreuung, dass man aufgrund eines Krankheit oder Behinderung nicht in der Lage ist sich um seine Belange zu kümmern. Sie hat den Glauben in die deutsche Justiz verloren, weil die Kinder beim Vater sind und der ist scheiße und sollte sie nicht erziehen dürfen. Wo bleibe das Kindeswohl. So wenn man eh nichts machen kann und sie sich jetzt damit abfindet, dass sie die Kinder 2 von 7 Tagen die Woche hat, was macht sie in der anderen Zeit um ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, will ich von ihr wissen. Das was sie anführt als Ungeeignetheit zum Erziehen seien Lappalien, das Glück der Kindheit hänge davon ab, ob man ein stabiles und verlässliches Zuhause hat, wo man geliebt wird und es klare Regeln gibt und nicht davon, ob Wäsche zu lange in der Trommel bleibe und dann muffig rieche. Ich provoziere, sehe es aber auch so. Der Vater hat eine neue, die ist Ärztin und darf jetzt ihre Kinder miterziehen usw. lauter eigene Verletztheit. Ich habe keine Kinder und keine Ahnung. Keine Einsicht in die eigenen Unzulänglichkeiten. Sie braucht nichts, bekommt aber nichts auf die Reihe. Jule knirscht mit den Zähnen. Ob das vielleicht daran liegt, dass Mama und Papa einen ausgewachsenen Konflikt miteinander haben, frage ich. Sie hält sich vor den Kindern zurück. Ach so und dann sind die so doof, dass sie das nicht mitbekommen, dass Mama und Papa nicht miteinander reden und Papa sie immer unten an der Ecke aus dem Auto schmeißt. Er redet nicht mit ihr. Da gehören doch zwei dazu. Ruft sie denn an, legt er auf? Wollen wir ihn mal jetzt anrufen. Nein. Er antwortet auf eine SMS, dass er sie zurück rufen soll, nicht. Wann war das? Vor 5 Monaten. Ich mache angeblich nichts. Ich sage, sie lässt nichts zu. Ich beantrage Stundung bei der Staatsanwaltschaft, melde ihr Gewerbe rückwirkend ab, schreibe dem Jobcenter und Vodafone und erledige damit alles was mir aufgetragen wurde. Da ich nicht mehr tun soll und darf und sie keine Hilfe benötigt und alles super bei ihr läuft, so wie sie es sieht, tue ich alles und gebe ich mir selber eine eins. Mit diesen Worten verlasse ich die Wohnung und bin gespannt ob sie zu dem Termin beim Jobcenter am 11 morgens um 8 Uhr kommt. Ich glaube eher nicht. Ich hatte ihr erklärt, warum der sein muss und dass ich das nicht verhindern kann und ihn auch nicht initiiert habe oder so.

Herr I. ist aus der Therapie geflogen. 20.06. war Aufnahme. Lange haben wir gekämpft für die Zurückstellung der Strafen. Er ist auf dem Weg nach Hannover und zu mir. Muss er sich gleich wieder im Knast melden? Erkundige mich bei seinem Strafverteidiger. Dann in der Bachstraße beim Drogenberater meines Vertrauens. Er war schon da, übernachtet in der Wörthstraße und hat Montag ein Vorstellungstermin in der dritten von drei Therapieeinrichtungen, die zusammengehören. Falls es klappt, kennt er sie dann alle.

Ich will eigentlich mit ins Boca mit. Stephan ist mit Freunden dort verabredet und auch mal raus und auf andere Gedanken kommen. Limo auf der Bank vor dem Ökoladen mit meinem Kollegen. Danach läuft wieder irgendwas verkehrt. Meine Boca-Mitgehpläne muss ich aufgeben und noch einen Abend alleine vor dem Fernseher. Fotos gibt es trotzdem, diesmal auch für mich als reiner Zuschauer.

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Nachts Unterleibskoliken, aber an den Eierstöcken vom Feinsten, wie große Stricknadeln mit denen jemand mir in den Unterleib sticht und wenn ich die Beine bewege tun die offenen Blasen an den Füßen, die vor sich hin eitern, weh. Leiden. Die lustigen Pflaster von Susann aus dem Zoo Hannover mit Animalprint kommen zum Einsatz.

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31.07. Traum. Wir sind in den USA. Ich irgendwie getrennt von Stephan und begleite jemanden zu seinen Terminen. Wir landen beim Bestatter und ich habe passendes Sarghütchen. Alle sind aus dem Häuschen. die Tochter des Hauses bastelt selber ganz toll. Er Zimmer voller Collagen in Tüll mit Perlen bestickt. Es gibt eine wilde Party, ich knutsche Frauen, Steffi ist mit dabei und sieht das. Dann kommt Stephan. ich will weiter durch South Central L.A. laufen, auch wenn es Abend wird und uns lauter Gangster Rapper umzingeln, die vor allem meinen Mann in die Enge treiben. Securities aus einem Hotel holen uns da raus. Begründung: wir haben einen Tisch reserviert an unserem ersten Abend. Viel aufdringliche Bedienungen. Ich will Witze machen und bestelle Salzbutter ohne Brot als Vorspeise. Dann kommt meine. Ich mache noch Witze, dass der Chef sich wundern wird wenn leere Teller von uns zurück kommen, weil er das hier nicht gewohnt sei in den USA. Will meinen Teller aufessen und die Bedienung zieht ihn weg, erkläre ihm, dass ich mit Brot nachwischen will. Er nimmt ein Stück und wischt genervt über meinen Teller und nimmt ihn weg. Meine Reaktion, diesen Kellner lehne ich ab, mit diesem Kellner will ich nicht mehr zusammenarbeiten, war schon in hunderten von guten Restaurants. Anschließend stellt sich heraus, dass der Bereich wo wir gegessen haben sich in einen schallisolierten Container verwandeln lässt. Warum haben sie das nicht gleich gemacht. Wir probiere Yoga Übungen mit Gymnastikbällen an den Wänden. Mein Bruder ist da, Leute aus unserer Verwandtschaft und aus Amerika und er lässt alle unterschreiben. Er ist spät und ich räume Nähsachen mit auf. die Fäden aus Nadeln ziehen und sie ins Nadelkissen stecken. Meine Mutter ist stolz auf mich, zeige ihr eine Nadel als Feile und frage wozu dieses Werkzeug gut sein soll.

Habe erfolgreich Termin für Herrn Angespannt gemacht in der Königstraße für den 28.08. Auch hier kennen sie den Kollegen, bei dem er war und bestätigen die Katastrophe. Behandelt keine depressiven Patienten und schickt die weg zu ihnen und füllt keine fachärztlichen Stellungnahmen aus. Begründung: die Region Hannover tut auch nichts für ihn. Dass er das für die Patienten macht, sieht er dabei nicht. Weiß ich aus eigener Anschauung, da ich schon vor Jahren für diesen Arzt die fachärztlichen Stellungnahmen ausgefüllt habe in einer Betreuungssache wie Sekretärin und er nur unterschreiben musste und die Diagnosen eintragen und die haben sich über die verschiedenen Schriften gewundert.

Der Nachbar aus dem Hinterhaus, ein Tischler, wir schauen uns sonst nicht mit dem Arsch an, zieht aus und will auf einmal wissen, was ich hier arbeite und erzählt mir seine Lebensgeschichte. Das wundert mich etwas. Vermisst er mich jetzt doch schon oder nur verhaltensgestört oder hatte er Angst vor mir und hat sich vorher nicht getraut, wie Stephan meint.

Abends will ich es nachholen und ins Boca. Ich weiß jetzt wo die Wörthstraße ist und die Unterkunft, die gerade umgebaut und erweitert wird. Nur was Leichtes essen, draußen sitzen, wollte anschließend jemanden besuchen und sozial interagieren, meine Cousine, die gleich in der Nähe wohnt oder dem Baby Jola die Sachen vorbeibringen, die ich gekauft habe und die bald bestimmt bald nicht mehr passen werden. Daran ist nicht zu denken. Katastrophe, würde gerne noch mit den Rädern rumfahren, schaffe es aber nach einem Umweg über Parallelwelt Fährmannsfestufer kaum bis aufs Klo. Da wäre ich gerne noch ein wenig verweilt und hätte mir die Szenerie angeschaut, aber ging nicht. Stephan muss mein Rad reinbringen. Morgen ist Großkamptag. Vier Termine hintereinander habe ich organisiert.

01.08. Der Hase hat einen WG-Platz in Aussicht. Der nette schwule Arzt meint sowieso, dass das besser sei als alleine leben und der noch Unterstützungsbedarf hat.

Ich will zur TCM-Ärztin. Die hat ab 10 geöffnet. Nehme Nummer mit und rufe sie aus Wunstorf an, während die Insassen Gartenarbeiten verrichten setze ich mich auf eine Bank. Die Praxis hat heute geschlossen. Wieder ein Wochenende vor der Tür.

Erst mal Frau Tod, sie ist gerade bei der Blutentnahme und freut sich mich zu sehen. Wir gehen in den Essenssaal, der leer ist, weil alle draußen sind. Schauen die Post durch. Die Münzen mit dem gallischen Hahn will sie behalten. Ich erzähle ihr detailreich von dem Tag als ich sie nach Wunstorf gebracht habe vor 6 Wochen. Ich kann sehr gut und bildhaft so etwas wiedergeben und sie hat Gedächtnislücken, die so geschlossen werden. Ich glaube, sie profitiert davon. Will wissen, wie sehr das alles von ihr geplant war, die Bestellung der Betreuung und das Absetzen der Medis. Sie sagt, sie habe sich dann sicherer gefühlt und, dass es schon miteinander zu tun hatte und parallel ablief. Die Oberärztin kommt, eine unscheinbare Frau. Es geht um die Medis, die sie nehmen muss. Sie sei noch leicht manisch und muss auf ihren Schlaf achten. Das Lithium soll sie selber noch weiter steigern und 2 andere ausschleichen. Grds. will sie die Medis wieder absetzen, weil sie Angst vor Diabetes hat. Ich spreche das an, wie wahrscheinlich ist es. Der Vater hatte Diabetes. Wir erfahren, dass die Zuckerwerte kontrolliert werden müssen und wenn diese sich längere Zeit nicht verändern, es immer unwahrscheinlicher wird. Die Oberärztin geht wieder um den Arztbrief zu korrigieren. Frau Tod wird in einer halben Stunde abgeholt. Das Essen wird reingeschoben. Sie hat 8 Kilo abgenommen. Sie schaut mal nach. Es gibt Fisch in einer weißen Sauce mit Dillspuren und dazu Kartoffelbrei aus der Tüte, etwas Gurkensalat und Fla. Sie schiebt die dicke Panade aus Semmelbröseln auf dem Fisch beiseite und isst ihn zum Salat. Dann den Nachtisch. So sei sie immer vorgegangen und habe nur bestimmte Elemente des Essens gegessen. Ich will mich Montag mit ihr beim Psychiater treffen (ein Freak und Althippie wie sie meint) und wünsche ihr ein entspanntes Wochenende.

Herr Alk muss an der Tür gelauert haben, die nur einen schmalen Glaseinsatz hat und springt heraus. Er braucht Fahrtgeld. Ich schimpfe mit ihm und gebe ihm 10,- €. Ich schreibe eine handgebastelte Quittung und gebe ihm – verwirrt wie ich bin einen 50ziger, aber er ist ehrlich , trotz Sucht. Das wusste ich vorher schon. Er muss eigentlich weniger verbrauchen, weil er gerade Vollpension hat. Die Langzeittherapie wurde abgelehnt.

Herr Ihme isst gerade Fisch und sagt mir, dass mit den Insekten sei besser geworden. Die weitere Besprechung läuft schlecht, er hat keinen Ausgang, will dann keine Medis mehr nehmen und hat das alles mir zu verdanken. Der Krankenpfleger erklärt ihm, dass er auch Steuern zahlen muss und morgens aufstehen. Ich zahle 50,- € ein, damit man ihm Tabak kaufen kann. Er will das orale Medikament nicht nehmen, weil es impotent macht. Die Ärztin kann es umstellen, Visite ist nächsten Dienstag. Man hat das Gefühl, dass sie sich das erste Mal mit ihm unterhält und dann verabschiedet sie sich schon. Er will umziehen sagt er uns später, vielleicht WG und vielleicht auch schon von hier aus. Das wird schwierig, so wenig wie er mitwirkt. Ich habe wenig Hoffnung, dass es besser wird und muss dann schauen, wie lange ich das Einsperren mit mache. Er weiß ganz genau, wer Urlaub hat und erbettelt sich ein zweites Essen. Überlebensqualitäten hat er schon. Ich gehe und melde mich nächste Woche.

Dann der Musiker, der freiwillig da ist. Das Gericht fragt angesichts der desaströsen finanziellen Lage mit neuen Krediten nach einem Einwilligungsvorbehalt. Der Arzt ist nicht mehr zuständig, sondern die Kollegin, die sehr herb wirkt und DDR-Charme hat, damit schlimmer asymmetrischer Haarschnitt, schlimme Frisur. Er sind Orchesterferien und er will nicht mehr lange da bleiben. Sie erklärt ihm, dass er muss wegen Lithiumumstellung. Das ist so kompliziert, dass es nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen kann und stationär. Eine Gradwanderung, zu wenig und kein Wirkstoffspiegel und zu viel und es kommt zur Vergiftung. Ich denke an Frau Tod und die Oberärztin. Ich sage nichts, verstehe aber die Welt nicht mehr. Herr Musiker muss überlegen, ob er sich auf das „Behandlungsangebot“ einlässt, weil vorher hat auch sein Reha-Antrag keine Aussicht auf Erfolg und ich biete eine Privatinsolvenz an, hilfsweise die ganzen Versicherungen zu kündigen, wenn er mir Unterlagen gibt. Das will er sich bis nächste Woche überlegen.

Auf dem Rückweg am Bahnsteig spricht mich eine dicke, schwarz und langärmelig angezogene Frau mit schwarzen Haaren an, ob ich auf der 3.1. gewesen sei. Frau Tod habe ihren Entlassungsbrief und die Medikamente liegen lassen und die habe ihr schon auf die Mailbox gesprochen. Ob mir noch was einfällt. Als ich erst mal auch nichts weiteres weiß, weil Mailbox heißt ja Handy, außer, dass ich sie mir die Medis hätten mitgeben können, weil ich noch so lange auf dem Gelände war, dann wären sie wenigstens nach Linden gekommen, flippt sie aus, Entschuldigung, dass sie mich überhaupt angesprochen hat. Den Entlassungsbrief hat sie übrigens mitgenommen. Da war ich dabei. Vielleicht ein Problem der Klinik, wenn so entlassen wird. Ich erreiche nachmittags Frau Tod und sie sieht es nicht ein zurück zufahren, hat Etliche Medis zuhause (ganze Apotheke) und will improvisieren. Das fängt ja gut an.

Die Arbeit läuft gut, bis 18 Uhr ziehe ich schön durch und räume den Schreibtisch etwas auf, indem ich Sachen abarbeite. Ich verabschiede mich von meinem Kollegen, der bald mit Elefanten am Strand ist und sich stereo durchmassieren lässt. Neulich hatten sie zwei wahnsinnig gut aussehende weibliche Fans, die sich von der Musik in den Übungsraum haben locken lassen. Seine Mitmusiker nahmen etwas Haltung an. Die Stimmung änderte sich als sich herausstellte, dass die eine mit der Tochter des Bassisten zur Schule gegangen ist und woher kennt er das Mädchen will sie wissen. Er ist ihr Vater. Ach so, die überraschte Reaktion, die die Stimmung verändert.

Streit mit meiner Mutter. Ja, die Darmbakterien im Notfallpaket sind angekommen. Ich hatte letztes Wochenende ohne es zu wissen die bei mir schon vorhandenen, die ich so dringend gebraucht hätte entsorgt im Zuge der Aufräumaktion. Kapseln mit weißem Inhalt ohne Inhaltsangabe. Konnte mir zwar denken, dass sie von meiner Mutter stammten, so ordentlich wie sie eingepackt waren mit japanischer Beilage zum Entziehen von Feuchtigkeit. Jetzt lasse ich mir Nachschub zusenden um mich zu retten. Meine Mutter erwischt mich auf dem falschen Fuß mit ihrem Text, ich richte mich zugrunde und soll keine Limo trinken, sondern es mal mit Fencheltee probieren und Essen gehen ist böse. Zuhause bleiben ist aber genauso schlimm und ich kann mit den Vorwürfen heute nicht umgehen. Ach so, mal Fencheltee trinken, eine gute Idee. Ich bestehe nur aus Fencheltee. Ich weiß, die macht sich Sorgen, aber ich komme heute mit diesem, es liegt an mir Ansatz nicht klar und lege auf.

Stephan ist Wasserskifahren und feiert seinen Geburtstag nach mit Sabine und Larissa. Er hat eine neue Technik, nicht nach hinten lehnen, sondern nach vorne und schafft damit eine Runde oder eine halbe.

Es gibt Pellkartoffel und etwas Schinken und Käse und dann aber übliche Katastrophe und Leiden abends. Home cooking bringt es auch nicht. Eine Woche ohne Sport. Erst Magen-Darm auf Reisen eine Woche, dann Magen-Darm und Sport eine, dann Magen-Darm ohne Sport eine Woche. Das neue Fitnessprogramm für den Sommer.

Cesar Milan fährt mit einem „Tierfänger“ durch LA. Ein gutaussehender, cooler Schwarzer, der für herrenlose und gefährliche Tiere zuständig ist. Zwei herrenlose Shar-Pei Mischlingen, sie vermuten Mutter und Sohn, das Weibchen trächig. Die haben sich in eine Garage verschanzt und ein totes Kaninchen liegt blutig auf der Matratze, d.h. sie waren jagen. Ein Pitbullmix hat die Nachbarskatze tot gebissen. Der Halter hat 3 von der Sorte und hat seinen Nachbarn, den Katzenbesitzern erklärt, dass sie die Katzen innen lassen sollen, worauf der Schwarze zu ihm sagt: „the cats are not the problem, bro“. Er dachte, der große Garten sei genug, aber seit er mit Fahrrad und Inliner mit den Hunden läuft brechen sie auch nicht mehr aus dem Haus aus. So einfach ist die Lösung immer.