Archiv der Kategorie: Der Himmel voller Butter

Reiseberichte

Unser Nachbar – Herr Boateng

30.06. Im Zug, ich bitte einen Typen sich umzusetzen, damit wir einen Vierertisch haben. Nebenan 2 Rentner, die Frau ist jünger und fitter, Geschwister? Sie wirken nicht wie ein Ehepaar. Es geht viel um Feiern und irgendein Kind was sich an heißem Tee verbrannt hat, „aber frage nicht wie“ und 2 Wochen im Krankenhaus war. Der Typ erinnert an missgelaunte Fleischberge, Mundwinkel nach unten, ein großer Sack hängt unter dem dritten Kinn sieht aus wie Jabba the Hutt, der über dem Sudoku einschläft und an den Stift nicht ran kommt, den er auf den Boden fallen gelassen hat. die Jungs erzählen von der Weinbar, man wird gefragt wie viele Leute Alkohol trinken und von 3 müssen 2 Trinker dabei sein. Dann fragt man nach einem leichten Tafelwein und die Frau: da kenn ich mich nicht aus, frage den Kollegen. Kommt mit Glas wieder und welcher ist das jetzt: weiß ich nicht, frage den Kollegen und kehrt nie wieder. Warum nicht um 18 Uhr mit Klaus im Biergarten treffen und vor der Oper was essen. Ach so, dann sind wir schon in der Oper. Bei der Ankunft geht es mir saudreckig. Ich denke Blutsturz, kann nicht mithalten mit einem schnellen Schritt und als würde ich schlechter sehen, alles versagt, setze mich in der Bahn nicht hin und habe Paranoia wegen riesigem Blutfleck. Die Waden zittern in Wellenbewegungen. Die Monumentalbauten erinnern an Wien. Am Hauptbahnhof ist die Straße gesäumt mir Dirndlläden. Wer hat eigentlich gesagt, dass blau-weiß gestreifte Pullover allen Frauen stehen. Ich finde rote Karohemden eher. Wie oft waren wir in München. Hier sind krasse Sachen passiert fällt mir ein. Orgasmus wie ein Kerl im Hotel, dann Pillenumstellung am Gärtnerplatz, richtig legendär, die erste Einnahme. Wir versuchen gemeinsam nachzuzählen. Familienfest am Englischen Garten, mit Feininger im Englischen Garten verlaufen nach dem Tantris, Kutschfahrt mit Susanne im Englischen Garten, Lehel, Hotel war eine Empfehlung von Herrn M, Eisbach. War Paps damals bei der Eliteakademie? Dann zum Bayerischen Verdienstorden, anderes Hotelim selben Block wie das „Opera“ Muss 2006 gewesen sein mit WM. Apartment mit meinen Cousinen, Café Jasmin, englischer Garten mit Schnee. Dann Georgs Ausstellung, Hotel war Empfehlung von Claudia aus Wien, bei der Oktoberfestwiese um die Ecke, Psychiatrie gleich nebenan. Fahrräder, Dallmeyer. Dann im Diskoklo der Vermieterin kann ich endlich nachschauen und es war kein Blut, sondern Schweiß. Die Art der Flüssigkeit kann man nicht sagen, läuft mir seit morgens den Körper entlang. Vermieterin nett, hat mir einen Gutschein da gelassen für ihr Fitnessstudio, unterrichtet Pilates und da geht es um Core, das würde den Yogis manchmal fehlen sagt sie und mustert mich. Es gäbe eine Insel in der Isar, auf der alles erlaubt sein, aber es ist steinig und ohne Badelatschen schmerzhaft dort hin zu kommen. Bei den Haushaltsthemen schaut sie immer mich an. Das gibt einen Einlauf, bloß weil ich die Frau sei, das würde sie missverstehen. Wohnung gut, wir schlafen im rosa Mädchenzimmer, krasse 70er Tapeten, bestimmt nachgemacht, schöner Balkon und vor allem optimal gelegen, gleich neben der Isar und Frauenhofer Straße. Michi macht uns auf den großen Busen aufmerksam, der sogar den Rahmen sprengt. Das Klo hat zu wenig Wasserdruck und dafür das kleine Waschbecken zu viel und spitzt einen voll. Trotzdem: Ich bin happy. So happy es eben unter den Umständen geht.

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Als wir die Karten abholen gehen die Operngäste schon reichlich rein. Hier in der Straße war mal die Boutique von Herrn Mooshammer und das Porträt von ihm und Daisy stand im Schaufenster. Treffen Klaus gegenüber im Spaten, am Platz direkt, nicht um die Ecke im Franziskaner. Das war ganz schön mutig/sportlich um 15 Uhr ankommen, wenn die Oper um 18 Uhr anfängt. Es war später und wir mussten noch Apartment und Leihfahrräder checken. Ich nerve den Ober und prügele mir einen Feldsalat rein, Apfelschorle, die ausschaut wie das Bier. Dann lassen wir die Jungs mit Klaus zurück. Ich hatte nur von den Frauen in der Verwandtschaft erzählt. Morgen mittags treffen auf dem Viktualienmarkt. Ich sage Brunch ist für Babys. Habe zu wenig getrunken und meine Blase spinnt ganz derbe. In der Oper trinke ich bestimmt 6 Liter aus der Trinkflasche, am Waschbecken auffüllen, dann in der Kabine leer trinken, dann wieder auffüllen, am Waschbecken trinken und noch mal voll machen und rein nehmen. Urin kommt lange keiner, dann wird es etwas besser. Oper ist prächtig und lauter aufgebrezelte, gut aussehende und gut gekleidete Frauen jeder Altersstufe. Welche Oper hat schon 2 Giftshops? Fette Kronleuchter, auch Murano darf nicht fehlen und Kunst alt und neu. Wir lernen den Unterschied zwischen Balkon und Rang kennen. Nach dem Balkon kommen die Ränge, wir sitzen im zweiten und es sind noch 2 über uns, also 4 Ränge und die vorderen Plätze sind hintereinander, wie im Bob ist die Bestuhlung. Meine erste französische Oper. „Je ne regrette rien“ musste ja darin vorkommen. Hinter uns sitzen Französinnen. Es ist wie ein Separee und man hat ein Handschuhfach und alles ist plüschig. Mir gefällt’s und auch das Stück ist gar nicht schlecht. Tolle stimmliche Leistung (hoffe, die verdienen so viel wie die Fußballer, knapp darunter meint Klaus dann später) zu wenig Chor für meinen Geschmack, gutes, reduziertes Bühnenbild (ist die neue innerisraelische Mauer erklärt mir Stephan, der es wohl gelesen hat). Kinder gut eingesetzt nicht nur weiß und unschuldig, sondern auch Täter wie kleine Kindersoldaten werfen Steine auf den Juden und dann bewerfen sie sich gegenseitig. Beim Opferlamm und dem Film denke ich da war wer in Berlin im Jüdischen Museum in der Ausstellung zu Issac und Jakob. Diese Geschichte vereint die monotheistischen Weltreligionen. Wenn mir langweilig ist dann fällt mir ein, dass ich mit den Sketchers Schuhen (Vollplastik) ins Wasser kann (weil die Vermieterin eine Insel in der Isar empfohlen hat). Die Butterkugeln in den Glasschalen (Stephan witzelte vorher das seien Snackschalen für mich) waren Vanilleeis, was es mit heißen Himbeeren gibt. Tolle Idee!! 3 Maccarons, die wir uns teilen. Den Preis will ich nicht wissen sagt Stephan. Ich fühlte mich nicht nur scheiße an diesem Abend, ich sah auch scheiße aus, aber die Bilder werden trotzdem nicht zensiert. So war es eben. Schlechtestes Selfie aller Zeiten, ging nicht besser. Irgendwie sieht mein Llächeln auch falsch aus. Nach der Vorstellung Stinkbombe auf dem Klo, mehrere Frauen warnen, dass man da nicht rein könne. 

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Holen Michi ab. Fahren durch´s nächtliche München auf dem Weg zurück, der kurz ist, an allem vorbei, HBH (und das steht für Hofbräuhaus und nicht Hauptbahnhof), Viktualienmarkt, Gärtnerplatz. Schön so herum zu fahren, auch nachts. Mal etwas andere Szene. Sommergewitter und wir fahren durch. Dann „Roter Hahn“, die Kneipe um die Ecke, macht ein Berliner. Sie schauen Polen gegen Portugal aber ohne Ton und zu Punkmusik. Irgendeiner ruft „Du Arschloch“ (wir sind mit dem Rücken zu den Bilder und frontal zu den Kneipenbesuchern, überwiegend Männer). Ich sage zuerst: Kasperle hört Dich nicht und dann: ach, das war Ronaldo. Ja, stimmt, der ist ein Arschloch. Michi will vielleicht nach Nymphenburg. Soll auch nur ca. 15 Minuten mit dem Rad entfernt sein, also ich bin dabei. Stellt fest, dass hier alles so sauber und bepflanzt ist. Ja, auch in so einer Punkrockkneipe sind die Aufkleber alle auf ein Fass geklebt und sonst ist alles clean und klebt nicht. Die Jungs haben lecker gegessen. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Gut, Morgen ist auch ein Tag. Zuhause Blasentee und Wärmflasche. Blase mag schütteln, wenn ich die Hand drauf lege und vibriere. Ich stehe nachts ca. 12-mal auf um zu pinkeln, unterschiedliche Mengen und trinken und immer Unterleib wärmen.

01.07. Dann morgens vor 5 ist es vorbei. Richtig praktisch wäre das Papiermahjongspiel, wenn man es aus dem Karton herausnimmt und nur die kleinen Spielkarten mitnimmt in einer Tüte und die 4 Bänke. Mails schauen, neue Blasentees, neue Wärmflasche, Baumwollstrumpfhose im Bett. Die Blutung ist versiegt, die Unterleibsschmerzen sind geblieben. Irgendwie schlafe ich noch mal ein und dann scheint die Sonne und es ist ca. 9. Ich habe geträumt von meinem Sportstudio, was ganz anders aussieht. Alle sitzen in einem Besprechungszimmer und der Kurs geht nicht los. Die Inhaberin, die gar nicht da ist, sondern nur die Bürofrau würde einen Nachfolger suchen und es ist Krisensitzung. Wir sollen sagen, wer vielleicht – auch übergangsweise- einen Kurs übernehmen kann. Soll ich mal Grace unterrichten? Die Zimmer sind verwahrlost. In einem stehen lauter Pflanzen von mir um die sich keiner gekümmert hat und ich denke, die müssen mal entsorgt werden. In einer wuselt es, lauter Käfer und der Raum ist übervoll mit Fliegen, die sich auf alles draufsetzten. Die Türzarge kaputt und da nistet oben ein Vogel drin. Wer könnte das Studio übernehmen? Irgendwie fällt mir wer ein, den ich fragen könnte. Ein Typ ähnlich meinem Betreuten Herrn Yoga? Der will doch immer freiberuflich arbeiten und Räume einrichten kann er auch. Dass es denen schlecht ging hätte ich wissen müssen seit das Telefon von Herrn Yoga abgestellt wurde, Stephan hatte Post, dass da ein Insolvenzverfahren läuft. Ich denke, dieser Traum hat damit was zu tun, dass ich gestern die eine Movenyo-Teilnehmerin auf der Rolltreppe am Sendlinger Tor gesehen habe. Dusche, nehme ein Handtuch von den Jungs, deren Zimmer noch zu ist. Wir hatten auch welche im Zimmer liegen, die ich übersehen habe. Die Gastgeberin hatte uns Extrahandtücher gezeigt in dem Schrank, falls die nicht reichen. Sie hat ein schönes, buntes Pferd. Heute Morgen bin ich noch in der Küche, erst Übermorgen werde ich den Balkon erkunden.

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Frühstück im Café Baader. Es gibt Burritos und auch French Toast mit frischen Früchten. Die Second Hand Läden haben zu bis 13 Uhr. Am Gärtnerplatz vorbei. Die Häuser sind Rosa und die Bepflanzung entsprechend. Mit Michi fährt man nicht nur vorbei, sondern schaut genauer hin. Er weiß auch immer wie die Männer heißen, z.B. der gerade in Herrenhausen die Bepflanzung gemacht hat. Die krassen Farbkombis gefallen mir. Rot, Rosa, fast Neon, Lila. Ich sage das Ejakulat vom Springbrunnen ist mir zu wenig, auch proportional. Das sieht scheiße aus und dann: wenn wir an denen vorbei gehen sage ich ganz laut: genauso baust Du mir das in Hannover nach. Michi schlägt vor, Wasser der Fontäne einzufärben nachdem ich mir Schaum gewünscht hatte. Genial. Er meint, dann könne man sich das „Kein Trinkwasser“ Schild auch sparen und Recht hat er. Dann Viktualienmarkt Biergarten am Maibaum treffen. Klaus macht einen Tisch klar. Der Typ, der dort schon sitzt ist gesprächig. Klaus erklärt Lektion Biergarten, wie das entstanden ist, der Fremde stimmt zu und ich sage, dass sei doch ein bezahlter Zeuge. Die haben das Fluss Eis eingelagert um das Bier zu kühlen und dann Kastanien gepflanzt, weil die schnell wachsen und verschatten. Die Leute sind mit Bierkrügen gekommen und wollten sich Bier abholen, irgendwann hatten sie eine Brotzeit dabei und dann Bänke und so ist es bis heute. Man kann da sitzen und seine Brotzeit selber mitbringen, kein Verzehrzwang. Das ist schon super. Getränkeberatung: Russe ist ein Radler aus dunklem Weizen (gibt es aber nur als Liter), Riesenbrezel sieht klasse aus und der Schnittkäse wird gesalzen und gepfeffert. Der Fremde erzählt vom Tourismus durch die reichen Araber. Die kommen im August, wenn die Münchner im Urlaub sind und lieben die Stadt. Machen Sightseeing, lassen sich durch die Gegend fahren zum Starnberger See oder zu den Kliniken für Schönheits-OPs. Klaus sagt, die stehen auch auf airbnb wie wir, weil sie dann besser die Hüllen fallen lassen können und keine Angst haben müssen, dass fremde Leute reinkommen oder sie welchen begegnen, wie im Hotel. Er kannte einen Fahrer und der musste in der Mittagspause den Bus verlassen, dann machen sie die Fensterläden runter und enthüllen sich und sind unter sich und er wartet draußen und isst eine Leberwurstsemmel. Dann erzählt er seine eindrucksvolle Heiner Müller Geschichte. Er hat eine alte Freundin aus der Tanzschule in Regensburg, Bettina, in Bayreuth getroffen und die wollte ihm ihren Mann Heiner vorstellen. Die erste Inszenierung Anfang der 80er und er hat den Vorhang geschoben im toten Winkel, erst der Applaus von 2000 Leuten für die Sänger und dann die ganzen Schwarzen und die Buhrufe. Er hatte eine Ganzkörpergänsehaut. Er hat Heiner dann mal gefragt, wie man damit umgeht, wenn man 2 Jahre dafür gearbeitet habe und der meinte, zigarrenpuffend, er solle es nicht weitersagen, aber sie wollen provozieren und gar nicht gefallen und dann der 90 Minuten Applaus nach seinem Tod für dieselbe Inszenierung mit 111 Vorhängen, die gekurbelt werden müssen und nach 5 x muss man den Techniker austauschen. Wir sehen uns in einem Monat in Bayreuth. Dann ist Sommernachtsfest in der Eremitage und er hilft. Seine Tochter macht erst mit 20 Abi, also kommt das noch. Ja, Augustinerkeller ist super und hier gibt es einen neuen Riesenladen mit italienischer Feinkost Eataly heißt das. Ist Kette, war in NY auch angesagt. Wir verabschieden uns. Englischer Garten. Viele Gänse, eine knallt Stephan ins Fahrrad. Hier kann man deutlich besser radeln als im Central Park, wo alles verboten und reglementiert ist, weil ja bekanntlich so viele Fußgänger von Radfahrern überfahren werden. Hier ist schon europäische Anarchie und das lobe ich mir, sonst kann man sich das Radfahren auch sparen, der Spaß geht zumindest flöten. Der englische Garten ist schön. Wir liegen auf dem Rasen und schauen in die Bäume. Ich pirsche mich an Michi ran, der bei dieser Reise fotografiert. Die reinste Tierfotografie aus dem Gebüsch und so. Dann eine Runde Mahjong am Chinesischen Turm, weil es gut passt. Ich habe die Papiersteine in meine Teeverpackung gemacht und das ist jetzt megapraktisch für unterwegs, weil man auch ohne Tisch spielen kann mit einer Zeitung und 4 Bänken. Die Gastro ist ein bisschen Kantine und den Wurstsalat, den ich ausgesucht habe, essen wir nicht, hätte man es beim Radi belassen sollen und ich muss die heiß geräucherte Makrele schon alleine essen und ich bin essensmäßig noch nicht in Ordnung und kann nicht wie sonst, so dass das ganz schön blöd ist. Noch mehr Radler schmeckt nicht mehr. Ist wie Kaffeehaus der Wiener im Sinne von entspannter Gastronomie nicht wie: „wir sind eine Weinbar“ usw., sondern Gastfreundschaft hat auch was mit Ruhe und die Leute machen lassen in ihrem Tempo zu tun. Die Bayerische Band spielt auf und die kindlichen Melodien machen unweigerlich gute Laune, das Prosit auf die Gemütlichkeit nervt hingegen und es werden Volkslieder aus verschiedenen Ländern gespielt, was Michi ganz geschickt findet, weil alle es dann an irgendeiner Stelle toll finden zumindest die Sachen die sie wieder erkennen aus ihrem Kulturkreis und das dann auf Bayerisch zu hören, das würde bestimmt gut ankommen. Eine Afrikanerin erinnert mich an die Frau am Küchengartenplatz und ihr Hund scheint komisch zu sein, weil schon 2 Hunde haben angeschlagen und negativ auf ihn reagiert. Der Abräumer bleibt total interessiert stehen und glotzt auf unser Spiel, aber ohne zu fragen. Michi will in die Pinakothek und wir fahren mit Markus am Fluss entlang und durchs Viertel. Schöne Unterführung, gesprayt und beleuchtet, der Second Hand Laden mit den Aschenbechern erkenne ich am Inhaber und dem Windhund, der noch älter ist, nur noch auf dem Teppich liegt und sich nicht rührt. Dick, lebt der überhaupt noch? Gegenüber Espresso und mein Mann und ich diskutieren. Markus kommt wieder von seiner Runde, wir sehen uns gleich. Wir noch mal in den Mädel Second Hand, hier habe ich den geilen blau-weiß gemusterten Mantel gekauft, probiere auch wieder welche an und mache einen Wassertest mit einem weißen, der sich angenehm anfühlt und aus Baumwolle ist. Erst perlt es ein wenig, dann saugt es sich voll. Die Frau siezt mich obwohl ich sie duze. Die Frauenhofer entlang zu einem Oxfam. Dann eine Runde an der Isar sitzen gegenüber dem was ausschaut wie Notre Dame, kleinen Mädchen beim Schlamm catchen zuschauen, gegenüber sind die Ödels, da ist Stein am Fluss und ein Basketballkorb. Ein Eis im Beschissbecher. Birne ist sehr lecker. Tengelmann. Habe eine beschissene Lego-Mini-Figur für 2,49 € gekauft, dachte das sind wenigstens zwei, dafür war es ein Ninja, den Stephan mir zusammen gebastelt hat. Ein älterer Typ hat Anschlussbedarf und quatscht alle jungen Frauen an, hatte vor der Tür einen weißen Schäfer gestreichelt, der die Besitzerin fast vom Rad gezogen hat und sie: Hände weg. Ich dann laut: der Laden ist klein wie für Travemünde und hier machen sie aus einem einen Strauß, auch aus Nudeln (Anspielung auf die Gewürzsträuße vom Viktualienmarkt heute Morgen). Da dachte ich, so was muss ich mal in anders nachbauen. Entenbachstraße. Das Opernplakat hätte ich der Oper nicht zugeordnet. Die Jungs sind zuhause und chillen.

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Doch noch was essen gehen. Ich könnte glatt hier bleiben und habe auch keinen Hunger, nehme meine letzten Energien zusammen, weil ich doch dabei sein will. Jetzt weiß ich, ich hätte eine Angoraunterhose mitnehmen sollen. Dann hätte ich besser draußen sitzen können. Stephan kommt nicht vom Telefon weg mit meiner Cousine und er sagt gar nichts. Das scheint alles komplizierter zu sein und sie erzählt von den Problemen des Sohnes und sie will nicht alleine Fußball gucken und ich bereue es schon und vor allem wollen wir alle los. Im Innenhof wieder Volksmusik und ich sage: das hören die Leute auch privat- krass. Es wird das Fiedler und Fuchs mit grünem Putzmustern in 30er Jahre Häusern, wie Michi meint, gegenüber. Das Mädchen zu mir: das ist ein lustiger Schlauch den Du auf dem Kopf hast. Michi: Das ist doch kein Schlauch. Ich sage, es sei eine Brezel und stelle es auf und, das sei nur blöd zum Radfahren, wenn es steht und sie: das ist doch keine Brezel. Ich kannte die nicht besser und habe mein Bestes gegeben. Was stimmt denn nicht, welcher Teil. Das kann sie mir auch nicht erklären. Die Frau neben uns sagt zu viele Enden. Das Typ hinter uns unterhält sich über Steuerhinterziehung, die nicht so doll bestraft werden dürfe wie Kindervergewaltigung und zu versteuerndes Gesamteinkommen von 100.000 €. Das sind nicht die Themen, die mich anmachen. Gegenüber schlecht erzogene Hunde, die alles zusammenkläffen und die Besitzer verharmlosen das und versuchen es mit Schnauze zuhalten. Der Weimaraner von dem Hippiemädel ist kurz davor sich beim Obazda vom Tisch zu bedienen. Gefüttert werden sie alle vom Tisch. Keiner hat seinen Hund im Griff und ich denke, die darf man doch nicht in so eine engbestuhlte Gastronomie nehmen. Ich denke unweigerlich ans Büro. Erfreulich wenig Deutschlandbeflaggung in München. Man sieht kaum was. Das scheint ein Unterschichtenphänomen zu sein. Nach den Vorspeisen sind wir schon satt. Es war viel zu viel und man hätte sich 2 oder 3 Hauptspeisen teilen sollen und zumindest 3 in der Gruppe geht es nicht richtig gut danach. Markus Hauptgericht kommt nicht mit unseren. Stephan nimmt noch Marillenknödel, die auch ewig dauern, der Strom ist ihnen rausgeknallt und die gesprächige zweite Bedienung (männlich) hat das erste Mal ein Nikorette-Spray ausprobiert, wie er uns wissen lässt und das schmeckt echt scheiße und sei total scharf. Die erste Bedienung sortiert Besteck. Schlussendlich gibt es wenig Trinkgeld. Die Leistung war auch mäßig. Sie ist sauer und er verabschiedet sich mit Handschlag und ich habe das Gefühl, er wäre mir am liebsten um den Hals gefallen. Das ist schön unsynchron. Ich bin wieder mal platt.

02.07. Traum: Das 1000-Füßlerei ist geschlüpft, das muss es sein. Sie krabbeln die Wand hoch. Schnell, jetzt sind es Babys, ich flippe, wenn einer davon groß wird. Womit sie töten? Ich bitte Stephan mir zu helfen und muss es alleine machen, sie von oben an der Wand runterstoßen, die ersten, das die nicht entkommen und dann mit Gabel aufspießen. Erst bin ich zu vorsichtig. Die Brennen wie Feuer auf der Haut und sind wir mit rotem Chiliöl eingerieben, wenn sie zermatschen. Auch die anderen Sachen, Muscheln und so, die von mir sind und damit in Berührung kamen, werden mit entsorgt.

Dann im weiteren Traum: die Steuerkollegin hat jetzt 3 Mitarbeiter. Die will zumindest mich da raus drängeln. Wie lange geht der Mietvertrag noch. Ich finde, ich sollte den ersten Schritt machen und gehen bevor sie dann die Mehrheit hat und mir kündigt. Irgendwas mit Zimmerblatt und einer anderen Pflanze. Gar kompliziert mit aus Samen ziehen und kaum habe ich das alles für teuer gekauft und angesetzt sehe ich beide Pflanzen für günstig bei Edeka hinterm Tresen. Was tun? Das Experiment für gescheitert erklären, die Nachzucht weghauen und die nehmen? Wollte die eine in die andere pflanzen und dann in den Balkonbereich am Haus und hoffen, dass sie draußen überwintern. Dann sagt mir eine Frau, die gegen meinen Hintern kommt, ich würde auch zu denen zählen, die im Unterkörper die Muskeln hätten und oben weich seien. Woher weiß sie das? Ein Floß im Wasser und Gorillas schwimmen vorbei, alle hintereinander und man sieht immer nur einen schwarzen Arm. Der Führer wird gefragt, was das sei und erzählt eine irre Geschichte, dass das Körperteile seien und dann soll sich daraus was entwickeln, eine Filmgeschichte und aus dem Auto springen die 3 Mischlingshunde, der Geschichte der große muss sich immer bei der kleinen älteren melden durch Schnauzenkontakt und sie sagt wo es lang geht, weil sie ist die Chefin. Dann backen wir für Freunde einen Kuchen. An einer Stelle sollen sie mit irgendwas überrascht werden und ich verpasse den Punkt. Der Kuchen zerfällt auch etwas. Gut, ich mache ihn neu und jetzt ist der Punkt wieder überschritten und Stephan holt sie und ich sage, das bringt doch nichts, ich wollte sie gar nicht einweihen und ihren missratenen Zeugen. Dann ist es halt so. Wir sind unterwegs und Scheiße, der Kuchen ist noch im Ofen. Das Eigelb-Zuckergemisch auf den heißen Kuchen geben oder muss das noch mitgebacken werden. Nur den Bruch essen. Diese Worte gelten nicht für die Gäste, sondern für meinen Mann. Ist es dann was ihn nervt und wo er meint, alle anderen werden besser behandelt denke ich nach dem Aufstehen? Das ist aber nicht so, sondern ein Privileg. So behandele ich nur ihn. Ich streichele ihn nach dem wach werden. Fühle mich heute besser und glaube, ich kann auch wieder lieber sein. Es ist kurz nach halb sieben. Gute Zeit, habe viel besser geschlafen. Es geht bergauf und ich bin froh. Vielleicht den großen Second Hand Laden in der Innenstadt beim Möbelgeschäft gegenüber? Vielleicht doch den weißen Mantel kaufen. Irgendwie mag ich ihn doch. Plastikohrringe, alle Ohrringe kosten 12,- €, so dass 51,- € im Verhältnis gar nicht so teuer ist. Für ein Wollsakko will sie einen ähnlichen Preis. Mehr als 51 zahle ich nicht. Mein Hintern tut weh. Liegt das an zu viel Bierbank. Eher ist er wund, weil auf harten Oberflächen sitzt kann ich sehr gut. Soll ich eine Runde baden? Ich schreibe dafür eine Runde. Es ist jetzt nach 8.

Spiel Österreich-Island muss im Herbst widerholt werden. Haha, der ist gut. Rufe Anna an, die gestern mit uns gerechnet hat. Sie hat Verständnis, dass ich die Tochter nicht auch noch treffen will, weil es zu stressig wird. Um 11 bei ihr. Mit den Jungs zum Italiener an der Ecke, wie Autobahnraststätte, aber bei uns und nicht in Italien und Preise ordentlich 1,80 € für einen Espresso. Wir weiter, vorbei am Augustiner, wo die schnöseligsten jungen Trachtenheinis, Trachtenpärchen und ganze Familien vorbeiziehen. Ekelhaft. Ich kriege Schimpftourette von so was. Der Biergarten ist riesig. Anna wohnt gegenüber einer Substitutionsausgabe, das erkenne ich gleich. An der Sedlmayer Straße sind wir auch vorbei gefahren. Was ist eigentlich aus Moshammers Erbe geworden. Daisy ist doch bestimmt schon tot. Wir würde da was verwechseln, nein, das eine führt nur zum anderen. Die Wohnung ist beängstigend aufgeräumt wie im Hotel mit alten schönen Möbeln eingerichtet, Familienstücke, der Klavierstuhl von Tante Lore steht am Eingang. Porträts der Großeltern und der Perser ist 25.000 € wert. Sie hat Tee gemacht und Kuchen da und ich frage mich, wie die Eier so aufrecht auf den Tellern stehen, bis ich sehe dass es Aprikosen sind. Sie redet extrem offen und ehrlich über die familiären Probleme, sie seien erblich vorbelastet, sie hätten alle einen Knall und erzählt von ihrer eigenen Krankengeschichte und zwei Frauen aus der Familie wären – im Märchen würde man sagen – an gebrochenem Herzen gestorben. Die Tochter war sportlich und konnte den Speer 25 Meter werfen, der Vater war 10-Kämpfer in der Olympiaauswahl, dann kam die erste unglückliche Liebe. Den Enkel hat es schwer getroffen in seinen jungen Jahren und er lässt keine Eskapade aus und hat keine Krankheitseinsicht und denkt, die Medikamente machen ihn krank und die Klinik blockt die Angehörigen ab, auch wenn sie sich als Kollegin zu erkennen gibt. Wenn er gegen die Regeln verstößt, schmeißen sie ihn raus mit einer lange Liste schwerster Psychopharmaka und einem Termin in der Ambulanz in 4 Wochen. Sie findet das alles unverantwortlich. Auf der geschlossenen Station gehe es zu wie im Taubenschlag und die hätten ihm seine Drogen auf Station gebracht. Jetzt ist er woanders mit Besucherkontrolle und nur Mutter, Oma, Tante. Sie erzählt von der OP-Methode, die sie gelernt und praktiziert hat und man kommt mit 70 % weniger Schmerzmedikamenten dabei aus. Einmal in den Kinderschuhen bei einem anderen habe es nicht geklappt und der Typ konnte nach seiner Prostata-OP Witze zitieren, die sie während der OP gemacht hätten. Dann wäre es nie wieder angewandt worden. Sie hat es bei einem anderen gelernt mit veränderter Rezeptur und man braucht nur schwere Opiate in den ersten 20 Minuten, danach fährt man den Patienten auf Nadeln im Ohr, Niedrigstrom und Lachgas. Hier haben sie eine Frau bei einer Herzklappen-OP ins Bewusstsein gebracht mitten während der OP bei geöffnetem Brustkorb. Sie sollte durch Kopfschütteln Antworten geben, wohnt sie in München, Kopfschütteln nein, wohnt sie in Augsburg, Kopfschütteln ja, hat sie Schmerzen, Kopfschütteln nein, dann wir schicken sie jetzt noch mal in die Narkose und in 40 Minuten sind wir fertig. Sie war voll orientiert und schmerzfrei. Sie hat nach dieser Methode Jahre lang erfolgreich operiert. Patienten mit schwersten Operationen, Dickdarmentfernung nach Krebs sind abends mit dem Ständer den Gang entlangspaziert so dass die Pfleger gefragt haben was sie mit denen gemacht hätten. Sie will über die Methode berichten und es interessiert keinen weil die alle am Tropf der Pharma Industrie hängen. Die nutzen TCM um die Nebenwirkungen der schweren Narkosen wie Übelkeit zu minimieren und sagen ihr, dass würde ja nicht in alle Fällen klappen und sie sagt, doch sie hat 8000 dokumentierte Fälle und es habe immer geklappt, aber das interessiert keinen. Sie nutzt TCM auch an sich selber und im Gegensatz zu Psychopharmaka, bei denen man Depressionen bekomme im Alter ginge es ihr immer besser und sie brauche weniger. Sie schaut gerne Fußball, die Zeitlupe, das reinste Männerballett, die Körper. Balletttänzer seien auch nicht schlecht so vom Körper her. Ja, aber die seien schwul. Sie kann doch nicht mit denen vögeln, dann ist doch egal, mit wem die ins Bett gehen wende ich ein. Sie untersucht mich kurz und die Druckstellen am unteren Rücken fallen ihr auf. Das ist die Verbrennung von der Wärmflasche, die kaputt gegangen ist. Sie weiß, was mir fehlt und will mir japanische Tropfen schicken. Unten zu viel Kälte und oben zu viel Hitze (die belegte Zunge sei Hitze). Wir treffen uns in der Stadt, sie fährt Bahn. Wir müssen noch die Katzenboutique fotografieren auf dem Rückweg. Die kennt sie nicht und interessiert sich sehr dafür und lässt sich die Fotos später zeigen und will wissen, wie wir davon erfahren haben. Gar nicht, durch vorbeifahren und fanden es schräg. Wir treffen die mittlere Tochter, die sich heute um ihren Handyvertrag kümmern will und von rassistischen Bemerkungen ihrer Mutter erzählt mit denen sie alle schockt und sie schmeißt Sachen der anderen Tochter weg und sagt, die sei Messy und ich denke, das kann noch lustig werden. Das Hofbräuhaus war eine schlechte Entscheidung, zu voll, Kellner die einen ignorieren, amerikanische Touristen gehen nach einer halben Stunde. So kann es gar nicht schmecken und es ist leider nur nervig und nichts von dem Kultcharakter, den ich angekündigt hatte. Wenn wir nicht verabredet wären, wären wir schon gegangen. Wir sehen sie erst nicht. Sie kratzt das Salz von der Brezel sehr zum Entsetzen von Michi. Ins Möbelhaus und Second Hand will sie auch mit. Den Second Hand Laden gibt es nicht mehr und den der da ist, der ist total überteuert. Kaufe mir eine Kellybag aus Plastik in Schlammfarbe. Sie ist fit, lässt sich duzen (das hatte ich vorher gefragt) verabschiedet sich anschließend mit Umarmung von allen. Sie hat abends Karten für das Filmfest. Was für eine interessante Frau. Ich mag sie sehr und schon sie getroffen zu haben, dafür hat sich die Reise gelohnt.

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Dann gehen wir in die Ausstellung mit dem Licht. Echt tolle Bilder dabei, komisch, dass man noch nie was von dem Typen gehört hat, der ist schwer begabt. Ich mag einzelne Bilder sehr, vor allem die mit den Jungs unter Wasser, die sind so toll gemalt, auch die Farben. Zum Teil skurrile Bildauswahl: der Priester mit den kranken nackten Kindern. Ich bin so ignorant, dass ich wieder nicht weiß, wie der Typ heißt (Joaqín Sorolla), habe einfach nicht geschaut. Markus ist nicht mit reingegangen. Ich habe wieder das Problem mit nicht genug getrunken. Ich hole den weißen Mantel und auf dem Weg noch einen weißen Glasring, Swarovski Modeschmuck. Stephan führt mich hin und bittet mich reinzugehen. Die Inhaberin hat tolle Basttaschen aus den 50er und entscheidet nach Sympathie meint der Typ, der gerade einen Anzug anprobiert und sie erklärt, er kann mitwachsen und das soll nicht so eng und er: er wollte nicht mehr wachsen und mhhhhm und ich ohne es zu sehen: Begeisterung klinge anders und er: Männerbegeisterung und ich zahle 5,- € weniger ohne gefragt zu haben.

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Mein Arschloch ist so wund (und ich weiß nicht wovon), dass Radfahren auch grausam wird. Jetzt kann ich nur noch liegen. Bade, weil mit kalt ist. Kratzige Kirschen, die das Rutschen im Stehen verhindern sollen mindern das Vergnügen. Zu viel Schaum erwischt. Sage meiner Cousine ab. Sie will sich Morgen treffen. Ich melde mich, wenn es passt, lasse mich auf nichts ein, was ich nicht will. Bitte um Verständnis, wir sind mit Freunden unterwegs, ich melde mich nächstes Mal. Sie ist enttäuscht, ich entschuldige mich. Schlafe fast im Sitzen ein, Hunger null. Wirtshaus in der Au, da war der Karl Valentin. Ich werde unglaublich angeglotzt. Tim ist unsere Bedienung, ob der eine Ausbildung dort macht, weil zum Studieren scheint er zu jung und die jungen weiblichen Kolleginnen müssen lange Dirndl-Röcke tragen (die tun mir immer leid und ich kann nicht beurteilen, ob sie es so schlimm finden wir ich), aber wenigstens dürfen sie Turnschuhe dazu tragen. Auch hier bin ich wieder „die Dame“ und werde gesiezt, auch wenn ich duze. Ich rolle meinen neuen weißen Mantel zu einem Donut, wie für Hühneraugen, als Druckentlastung und will so meinen wunden Hintern schonen. Dann ziehe ich einen Schuh aus und schiebe das Bein auf einer Seite nach hinten und was anderes auf die Seite gegenüber. Mit dem Nachtischlöffel kratze ich mich nicht und ich hebe ihn nicht vom Boden, sondern ich nutze ihn als Schuhlöffel unter dem, Tisch. Ich esse nur Tomatensuppe und teile mir einen Brotzeitteller auf Stelzen (gut gemacht, Schinken und Braten dick geschnitten, Obazda lecker und auch die kleinen Paprika), dann große Nachtischplatte mit Wunderkerze wird sie serviert wie auf einer Landhochzeit oder Kreuzfahrt, esse auch die Zuckerwatte. Zuckerrausch pur. Erst sitze ich mit dem Rücken zu den Bildschirmen. Dachte das erste Tor hätte gegolten und 2-0 wäre richtig schön als Vorsprung, als es dann 1-0 ist denke ich, gut, dass noch 20 Minuten halten und dann das Handspiel. Das war ja richtig unnötig und doof. Schade. Wenn sie jetzt verkacken sind sie selber schuld. Penalties und dazu das Blau der italienischen Mannschaft, nie wieder ohne Penaten auf eine Reise. Das habe ich mir geschworen. Kieselsteine auf dem Klo, dazu viel Holz, ein bisschen wie Schwarzwald und alte Foto von Bayerischen Trachten, Männer mit gezwirbeltem Bart und Floßfischer. 60 Menschen auf einem großen Holzfloß. Ich fahre mit Markus vor und er packt zur Verlängerung. Das elf Meter schießen schaue ich dann zuhause auf seinem Bett. Wir sind beide für Deutschland. Auch Politisch, nicht, dass unser Nachbar mit seinem Handspiel wieder an allem die Schuld hat. Markus hatte das erzählt mit dem Politiker, der meinte, guter Fußballer, aber den wolle nach ja nicht als Nachbar haben. Ich bin wieder fertig.

03.07. Habe beschissen geschlafen wie nie, Unterleibsschmerzen ohne erkennbaren Grund, zig mal auf dem Klo, im Bett verkehrt herum, d.h. Kopf zu Stephans Füßen, erst um halb 5 komme ich auf die Idee ein Schmerzmittel zu nehmen.

Traum: Gemeinsame Fernreise. Flughafen und der Flieger ist bereit. Wir warten noch auf eine Frau am Flughafen. Sie ist dann gekommen und nicht gleich zu uns, sondern erst mal noch mal woanders hin. Das macht man nicht, lästern welche die sie gar nicht kennen. Das kann ja heiter werden, wenn die Stimmung vorher schon so schlecht ist. Die Frau von unten aus unserem Haus will meinen Pass, habe 3 in der Tasche, Stephan muss mir meinen reingemacht haben und den von meinem Schwiegervater habe ich auch.  (Hatte den Miteigentümern geschrieben, dass Markus spätestens am 11.07. mit dem Pflasterarbeiten anfangen will). Schlange und man kann sich Burger machen lassen. Der Typ neben mir wird gefragt und sie verstehen ihn nicht. Ich übersetze, er will einen Burger wie der Typ vor ihm, aber vielleicht noch eine andere Variante und ohne Käse. Es ist 8:20, ich bin verschwitzt. Auf dem Klo dringen Gesprächsfetzen von draußen an mein Ohr. Das bayerisch klingt fremd und bellend. Da würde ich lieber eine andere fremde Sprache hören. Es sind Schotten, die sich auf eine Radtour vorbereiten und mit den Fahrradsteppschuhen durchs Haus laufen. Die ersten 20 Minuten Radweg, ist dann nicht so anstrengend, gegen 15 Uhr sind sie wieder da. Wenn die Energy nach lässt, können sie auch was essen und wenn das Wetter schön ist, auch schwimmen. Ich tusche und denke, Innenhofszene wie aus Pumuckl, aber ohne Schreinerei. Ich warte ewig bis die anderen fertig sind, aber ich bin konditionell nicht in der Lage Druck zu machen oder es würde mir nicht bekommen. Ich tusche Karten z.T. auch mit den Foto aus Williamsburg. Michi hat sich für einen jungen schwarzen Mann entschieden aus dem ich eine Gärtner mache. Ich frage ihn ob er nur das Foto will oder eine Collage dazu, weil ich ihm da nichts aufzwängen will, nicht mehr als ich es eh schon tue. Abschiedsfoto mit Dackel. Quer durch die Stadt ins Café Jasmin. Herrlich 50er und ein bisschen Wien. Frühstück mit und ohne Wurst und wir nehmen Chia mit Waldbeeren. Echt viele und aufwendige vegane Sachen. Klingt alles lecker und wer sogar die Marmelade selber kocht, ist ambitioniert. Ich mache ein Hakenfoto für Sunla. Gleich Mittagessen geht nicht. Wir trennen uns. Pinakothek der Modern kostete heute nur 1,- €. Michi hat Recht, die Architektur ist sehr schön, war mir gar nicht so aufgefallen. Pippis Raum ist toll und als wäre man bei ihr zu Besuch und ganz nahe. Ich könnte länger verweilen, aber in 10 Minuten treffen wir uns an den Rädern. Die Murano-Glas Sachen aus den 50ern sind wie in Venedig und ich bin verknallt in das Zeug. Vor lauter durch fotografieren lasse ich Stephan warten, muss nach Gefühl gehen und habe weder Uhr noch Handy. Ich habe 40 Bilder gemacht und schaffe es kaum eine Auswahl für BM zu treffen und die Anzahl zu reduzieren. Ich liebe das Zeug. Das Sedlmayer (Empfehlung aus Fürth) hat zu, dann den Biergarten mit Selbstbedienung, Muffat Halle heißt das mh. Da hätte man open air Fußball schauen können. Das Obazdabrot packe ich ein in eine Serviette für den Zug und schmeiße es dann weg. Die Vermieterin verspätet sich und wir hauen ab, treffen sie unterwegs, aber ich gehe stumpf weiter, kein Interesse, hätte sie nicht wiedererkannt und habe keine Lust auf Smalltalk.

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Im Zug, Sammelsurium aus Zugtypen, lauter Einzelwagen aneinander gesetzt. Ich bin zu unfit und lasse es mir nur schildern. Wir sitzen in einem RE-Abteil mit offenen Fenster und tierisch laut, Fahrradabteil nebenan. Männer in Wurstpelle mit Bierkästen und ein Typ aus Hamburg, der sich aufregt über das Fahrradreservierungssystem. Die beiden Dreieckstücher sind vernäht. Wir fahren nicht über Amberg und Treuchtlingen oder was weiß ich, sondern eine andere Strecke. Wenn wir Bayreuth kreuzen sollen sie das Sofa reinreichen, wie haben Markus dabei. Ein Tag im Zug. Das blau-weiß des Himmels sieht nicht mehr so reaktionär aus ab Kassel. Ich bin froh wieder da zu sein, ab Würzburg schon habe ich keine Panik mehr zu stranden und dann heißt es irgendwann mal Heidezug. Dann müssen wir ganz in der Nähe sein. Der Gassi-Hund wurde eingeschläfert. Paps wird operiert. Wir telefonieren länger und er will wissen, von wem war die Oper (Jacques Fromental Halévy, 1835). Einem Franzosen und von wann. Keine Ahnung, so ca. Wagner, so Opernschreibzeit halt und die Musik. Nein, kein Barock, halt auch wie Wagner aber eben kein Wagner. Solisten, Chor, aber wenig. Recht gefällig. Was soll ich sagen. Er musste seinen Oberlippenbart abrasieren und die Oberlippe ist total empfindlich, auch gegen einen Luftzug. Sie ist das schützende Fell seit vielen Jahrzehnten gewohnt. Mama findet es gut in ab. Wenn die Jungs zur Gartenschau kommen an dem Wochenende mit uns ist das kein Problem, das dachte ich schon und hatte 2 Gästezimmer angepriesen und Bad dazu, wir könne auch oben das mit nutzen und Luftlinie 300 Meter und so. Sie haben keine weiteren Verpflichtungen nur Pennplatz und vor meiner Schwester werden sie auch keine Angst haben. Beim Aussteigen ist eine Zugtelefonzelle mit Kartentelefon. Schon das ist superschräg an diesem zusammengeschusterten Zug.

Oberfranken in einem Monat. Da freue ich mich drauf (und die machen auch bessere Wollwürste), aber dieses Bayern kann mich erst mal. Davon habe ich die Schnauze voll- mit meinen Verwandten war es sehr nett. Ich werde Anna mal anrufen. Markus meinte München hat viel mit Franz-Josef-Strauß und geht gar nicht zu tun gehabt und ein bisschen ist es ja immer noch so.

Die Ankunft in Hannover ist super und eine Frau spricht mich am Bahnsteig an, dass ihr mein Kopfschmuck gefällt, sie duzt mich, was alleine schon großartig ist (dort wurde man überall gesiezt, ob kleiner Second Hand Laden oder Gastronomie, wo man selber geduzt hat, da war ich dann immer „die Dame“)und ausnahmsweise mache ich mehr draus und sage ihr, ich war schon arg gebeutelt durch München und das schlimme Glotzen sie: die sind da so komisch, auch wenn man nicht besonders auffällig ist, sobald man nur leicht anders sei oder so eine Aura verströme. Ich dachte auch schon, dass nicht nur die Hütchen schuld seien und die auch sonst geglotzt hätten. Als erstes fülle ich Penaten in einen kleinen Tigel. Das soll mir nie wieder passieren. Der Kaktus hat geblüht als wir nicht da waren, das sind immer nur 2-3 Tage, zwei weiße Blüten und sie sind verwelkt.

Teresa

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NY U-Bahn letzter Tag nach Flugstornierung. Heiß, es klemmte in den Rahmen der Werbung und hängt jetzt bei mir im Büro.

I love it and don’t let distance keep you away, right!

Wien- die Gruppenreise in die Diplomatie

28.04. „All change here“, die Flughafendurchsage ist Pigeon English und während sie bei Bennemühlen nicht so viel Risiko eingehen, dass das ausländische Gäste hören ist das hier anders. Hier hat uns sogar ein Messegast am Bahnhof angesprochen und gefragt, ob die Bahn zum Flughafen fährt. Das ist echt peinlich und auch in Bennemühlen merken es die Englischschüler, wie falsch die Durchsagen sind. Nicht nur der dicke Metallknopf um den Hals, meine Lurex-Strumpfhose piept, nicht umsonst kratzt die auch so. Die Stewardess hat ihr Tattoo am Puls mit einem Pflaster abgeklebt und es schaut leicht raus. Ich dachte, die sind locker von Nikki, One World, Emirate Airlines, die Liste dessen was sie aufsagen müssen wird immer länger. Am Flughafen Wien gehen die automatischen Türen nicht schnell genug auf und wir müssen beide abbremsen. Österreichische Geschwindigkeit. Wir verfehlen Kathrin, das Gepäckband vom Flug aus Zürich ist schon leer und die letzte Reisegruppe sammelt sich. Ich hatte mir extra die Lippen nachgezogen und mit diesem Fehlschlag nicht gerechnet. Stephan hat das Handy und schlägt weitergehen vor. Das ist so schade und irgendwie eine Katastrophe, dass sie nicht mitgekommen ist und gehe auch nicht davon aus, dass sie vorgegangen ist und uns am Gleis überrascht, das ist nicht ihre Art, dann fährt die S-Bahn nach Floridsdorf schon ab als wir aussteigen wollen, weil sie nur mit Handgepäck doch mitgekommen ist. Gelbe Rapsfelder, blauer Himmel. An der Geiselbergstraße steht ein gut aussehender Türke mit gepflegtem Bart und Neonjacke auf der Swissport steht. Er ist von ihrer Firma. Vor der Tür vom Meixners der epileptische Anfall. Andreas bleibt bei dem Mann und ist sehr fürsorglich, das heißt, fasst ihn auch an. Alle nehmen was Gebackenes und vor allem den Rentnern ist das zu viel. Man muss wissen, was man essen will oder hatten sie mir blind vertraut. Paps teile halt nicht so problemlos wie wir. Blunzengröstl als Vorspeise war das Beste. Eisen im Stein. Das hat was mit Gesellen zu tun. Claudia kommt nach und ich bin zickig, der Steiff-Bär ist schon vergeben, den schenke ich meinen neuen Libanon-Betreuten. Die haben eine leere Wohnung und beide Jungs können sich daran austoben. Ich nehme es der Tochter immer noch übel, dass sie damals meinte, sie hätte den gebrauchten Rechner mehr verdient als mein Betreuter im Maßregelvollzug so nach dem Motto, er wird schon was gemacht haben dafür, dass er da einsitzt. Ich fand, wir haben uns auch ihr gegenüber großzügig gezeigt und dass sie das nichts angeht bzw. gerade die gebeutelten, die nicht nur schwierige Kindheit hatten sondern Kinderheim und Pflegefamilien haben mehr verdient. ich finde das Foto jetzt auch viel besser nachdem ich weiß, dass ist nicht aus dem Katalog, sondern zuhause bei uns auf dem Teppich und Halina in jungen Jahren. Mit der Wohnung sollen wir einen großen Wurf gelandet haben. Der Concierge sei filmreif und pflegt die 96-Jährige Adelige. Paps und Andreas hängen sich auf am Begriff Klima-Card. Das Rechnung teilen ist schwieriges Kapitel und ja, klar durch Andras haben wir die Ermäßigung bekommen, manchmal denke ich, das große Ganze sollte bilanziert werden und es ist grds. schwierig, wenn man immer das Gefühl hat zu kurz zu kommen, aber ich habe bestimmt leicht reden…Wir fahren Bahn und in der letzten Tram will eine junge Frau hinter mir wissen, was in meinem Schminkkoffer drin ist und ich mache ihn auf und zeige es hier, das geht schneller als reden und wir müssen aussteigen. Unten könnte man mit einer Pferdekutsche einreiten. Das Bad sieht aus wie im Schwarzenberg (Marmor und schwarze Keramik), aber in der B Variante, zu goldenen Armaturen etwas Silber aus dem Baumarkt. Meine Eltern haben sich Zimmer gesichert und wir sollen nebenan einziehen. Da ist Kinderbett, wenn ich vorzeitig entbinde (Witz Mutterschutz und Stephan, der fragt, ob das eine Wärmflasche sei oder ich schwanger), dann kann das Baby da rein. Die beiden Wohnungen sind ähnlich und die kleinen Küchen liegen aneinander. Drüber ist ein Durchgangszimmer als Hindernis, was ich erst später schnalle, dafür haben die schöneres Parkett. Wenn was fehlte wurde es durch Laminat ersetzt. Claudia hat Schulter-OP vor sich. Andreas mag meinen Kräutertee. Arnhild will keine Mumien sehen, da sind sie zu nah dran, sondern sich eine Trachtenjacke kaufen lassen. Stephan hat schlechte Laune, Alkohol sei eine Stimmungsdroge wird ihm immer wieder gesagt, aber das hilft auch nicht. Ich weiß, was er durchgemacht hat. Email der Freundin mit der Erbausschlagung, dass der Betreuer heute einen Eiltermin beim Notar hat und sie ihn begleitet.

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29.04. Schlafe ganz schlecht ein. Mein Vater sägt durch die Schiebetür. Stereoschnarchen. Traum: Die anderen (eine Gruppe Studenten) werden durch unsere Wohnung geführt, ob ihre dann genauso geschnitten ist, sie gehen durch alle Räume. Dann wird die Pizza geliefert. Paps hatte Hunger. Wien wird für ihn das der Urlaub der Bringdienstpizzen. Arnhild schuldbewusst hat auch eine bestellt, aber zwei ganz kleine, in kleinen Boxen. Sie zahlt und wir sollen nicht sehen, was das gekostet hat (schieben Bargeld hin- und her). Sie leben ja sonst sparsam. Mama hat eine einfache Margarita. Paps hat zwei große und identische Porzellanteekannen dabei und füllt sie gerade und saut rum (nach dem Spinat neulich war Wasser in alle drei Schubladen gelaufen). Dann haben wir ja doch Teekannen!? Ich kann auch dann eine haben wenn er fertig ist. Johannes und Doro sind da und die Kinder (was wollen wir heute machen sollen sie sagen). Doro redet, es geht um eine Beerdigung einer Freundin, die schön war, weil sie in der Grundschule stattgefunden hat (die war wohl Lehrerin) und sie schaut immer nur eine bestimmte Person an, ich glaube Arnhild, egal wer mit ihr redet. Draußen steil und wie im Dschungel. Hannes will den Zug sehen (süß, denke ich, wegen Modelleisenbahn von früher Kindheitserinnerungen). Schnell, ich höre schon die Geräusche und der fährt direkt an uns vorbei und ist mit Schutt beladen. Dietrich macht verbotenerweise Fotos in einer Galerie von Fotos und schneidet das eine noch ganz schlecht ab. Das schaut sich der Galerist an und sagt nichts, schüttelt halt nur mit dem Kopf. Ein lesbisches Paar, Frederik will an einem Kiosk was mit Minze (da wird sich doch was finden lassen)….der Faden reißt ab und ich werde wach und freue mich, wie aktuell ich träume.

Dietrich kommt morgens in Unterhose in die Küche verkündet, dass wir eine gute Kommune seien. Von beiden Töchtern bekommt er jetzt Seife. „Claudia, kann ich Deine Patschuli-Seife haben“ heißt es dann morgens immer, wenn er in einer Pfütze badet und nein, die Seifenschale ist nicht aus Bakelit. Die Fenster haben lustige Feststellknöpfe und ich denke erst, ich habe es kaputt gemacht als ich es morgens öffne.

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Frühstück im Schwarzenberg. Homöopathische Feuerwehr, haha. Teilung der Gruppe. Ich mit Claudi zu dem Buchladen „books for cooks“ und sie wird fündig. The Big Taste zum Geburtstag und uns läuft beiden das Wasser. Die anderen (die nicht schwindelfreien todesmutig) Karlskirche in die Kuppel. Den Buchladen gab es schon als wir mit Thomas und Yunfeng nebenan in dem Apartment was zum Hotel gehörte gewohnt haben. Auch der Second Hand Laden nebenan. Der Typ fragt mich, ob ich wisse, was das sei. Mich!??, mit meinem alten Humanamantel mit passenden Knöpfen an. Ich: Alte Klamotten. Designerstücke, das Beste aus 100 Jahren. Karl Lagerfeld hat gesagt, der beste Laden und Kate Moos und sonst wer kauft hier ein. Ich gehe wieder. Das ist so Opernball. Sienna Miller macht Werbung für Vösslauer, das hatte ich schon im Bordmagazin gesehen und Jessica Parker für Spar Convenience. Dann Naschmarkt und erst will keiner und dann ist Gerhards Jausenplatte und die Unterhaltung dazu der Höhepunkt. In der Sonne mit Grünem Veltliner und Zahnstochern im Speck. Sperl. Soll ich mit meinen Eltern nach Hause? Steffel ist schicki micki, schlimme Mode für Spielerfrauen (wollte ich da rein?), aber die Dachterrasse mit Blick auf das Dach vom Steffel ist großartig. Muss man sich merken. Ich wäre sofort auf dem Absatz wieder raus, aber das sind die Nachteile einer Gruppe Alle rennen auseinander wie Kakerlaken, wenn man das Küchenlicht anmacht. Im Museum gehen wir Sonntag, heute ist das Wetter zu schön. Alle ins Handschuhgeschäft, nur Dietrich kauft, Dorotheum kurz zeigen. So kurz das halt geht in einer Gruppe. Hier gehen nur Arnhild und Dietrich durchs Haus. Bin zu knielahm zum Suchen, müsste sie ausrufen lassen. Hans Op de Beeck ist toll und seine Arbeiten rühren mich an. Das Weinfass was ich Birgit zeigen wollte ist im Dorotheum. Stephan vergessen wir den Rucksack zu leeren und er läuft weiter mit unseren ganzen Sachen, Jacken, Mäntel, Bücher, Pralinen durch die Stadt. Arnhild geht vor und hört uns nicht. Wir haben Glück, Bianca lässt uns rein mit einem kleinen braunen Brenda-Pudel. Die anderen sind noch unterwegs. Biergarten am Belevedere und Gin Tonic. Mein Hütchen ist auffällig, aber sie werden es verstehen wenn wir im Steirereck sind verkünde ich der Gruppe. Das geht nicht auf. Die haben komplett umgebaut. Die Decke ist futuristisch und die Akustik der Hammer. Die Chefin ist unverändert. Das neue Design gefällt mir und das Essen ist Hammer. Ich lege sonst nicht so viel Wert auf Ambiente, fühle mich hier aber wohler als in der Holzvertäfelung. Weinreise teilen haben wir nur angekündigt und nicht umgesetzt. Zuhause drückt mit Andi ein Glas Sekt in die Hand, nehme einen Schluck und verpisse mich unauffällig zusammen mit Stephan.

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30.04. Kutschkermarkt, Dirndl-Day. Ich kaufe die Mohnzelten leer. Der Typ am Wurststand liebt mein Hütchen und „auf die Faust“ was Claudia ihm sagt, kennt er nicht. Schoppenhauer, zu leer für deren Geschmack und zu groß die Gruppe für die Polstermöbel. Das Frühstück ist nicht so gut wie im Schwarzenberg. Ich trinke hier nur Kaffee und Tee und esse Müsli, auch wegen der Mohnvorspeise. Es ist klar, dass die Eier im Glas im Schwarzenberg, wo das eine Hausspezialität ist (Schwarzenberg Frühstück) besser sind als hier, wo sie nicht auf der Karte stehen und einen Extrawunsch darstellen. Arnhild kauft eine Strickjacke mit herrlichem Retromuster, wie mein Geschenkpapier mit Mustern der 50er aus dem Museumsshop und den Top dazu bekommt Claudia. Sie soll mal auf uns hören. Paps hat nicht so diese Ahnung von Mode. Partnerlook auf Tene kündigt Claudia an. Flohmarkt Neubaugasse. Hier gibt es Käse am Stiel (der ist angetrocknet und von minderer Qualität, aber ich brauchte das für ein Foto) und busenfreundliche Kleidung (hier passt auch etwas mehr rein) ist handschriftlich vermerkt. Die Vertretung macht den Preis für die Reisemadonna (2,- €) und der Standinhaber sagt böse: ich mache hier die Preise, aber für jetzt ist es zu spät und ich freue mich und werden den schönen Holzschrank in Ehren halten. 2 Kleider und Schuhe bei Humana. Wir verfehlen uns und der Fehler liegt bei uns. Dann lohnt sich die Heimkehr vor dem Essen nicht. Wir zeigen die Bankbar und das Kameel. Claudia bekommt im Meinl einen Einlauf, weil sie eine Zange für die Probierschokolade nicht benutzt hat und selbst als sie sich entschuldigt steigt die Frau ihr wohl nach und will das nicht gelten lassen. Im Kameel hat sich was geändert bei dem Personal. Da bin ich mir sicher. Draußen gibt es nur kleine Tische und mit 8 ist es utopisch. Stephan bringt Sachen zurück und ich führe die Gruppe mit Hilfe von Kathrin und Andreas (mein Stephan Ersatz) zum 25 hours. Schön gemacht. Dachterrasse und trotzdem lockere Stimmung und nicht wie im Hotel. Ich renne vor zum Punks um den Tisch zu sichern. Das Essen ist nicht so gut wie letztes Mal, aber die Bedienung aus Passau und der Prosecco vom Fass sind großartig. Ich mag einzelne Gänge, wie Lammzunge auf Erbspüree, aber bin nicht so fleißig mit dem fotografieren. Paps lästert über einzelne, vertrocknete Möhre und das nervt mich immer schnell. Nach der Völlerei von gestern ist das doch gut. Wir sind alle total froh, dass die Bühler einen Tag verlängern. Der Adelsschlag für die Gruppenreise. Nach Hause umziehen und Bründelmeier trinken als Vorglühen. Die Party ist ein abhängen in der Wohnung. Das passt gut zu dem Motto und die Gäste sehen auch spitze aus. Ich bekomme von zwei Seiten Geschenke, ein Lama aus Peru und 2 Eierwärmer von Gela und eine Austrian Airlines erste Klasse Tasche mit kulinarischem Inhalt von Julia. Ich lümmele auf dem Bett und liege sehr gerne an Julia. Kurvenreiche Frauen, die auf und an einem liegen – was für ein Vergnügen. Trinken geht nicht mehr, wäre zu krasser Abstieg. Die Bierdosen sind in der Badewanne. Im Gästebuch ist Stephans Seite besser bebastelt als meine. Die Wiener Freunde sind im Schockzustand wie nach einem 9/11 auf politischer Ebene. Ihre Mienen sind besorgt und verfinstert und sie suchen nach Erklärungen für das Unfassbare. Wir machen früh die Biege und Arnhild und Andi sitzen noch in der Küche. Die Stimmung kommt mir aufgeheizt vor und Stephan sagt: Deine Mutter kitzelt mal wieder alles raus und ich denke, wenn er sie umbringt, hat sie es provoziert und schlafe ein.

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01.05. Werde immer 3 Stunden vor den anderen wach, aber habe auch was zu basteln. Das mit Gelas Buch lasse ich so nicht auf mir sitzen. Arnhild will auch das Kochbuch was C gefunden hat und Dietrich soll es ihr sofort bestellen. Amazon ist böse, aber sie wollen nicht schleppen und Paps glaubt nicht mehr daran, dass er die Welt verändern kann. Nein, die Stimmung am Vorabend in der Küche hatte ich falsch eingeschätzt und das Messer liegt auch ohne Blut auf dem Tisch. Der Weingarten und 3 Söhne. Es hat halt immer was von einer biblischen Geschichte. Die Lebenswegen, was vorgegeben ist und was man daraus gemacht hat, was vielleicht unveränderlich ist und so kommen musste ist immer spannend. Frühstück im Prückel (ohne Stephan, der erkundet den 1. Mai in Wien und erzählt später, dass er in einer schwulen Kurdengruppe mit Regenbogenflaggen und viel Küsschen mitgelaufen sei und, dass die PKK das beste Köfte und Grillfleisch hatte im Votivpark). Hier im schwulenfeindlichen Prückel (aber was können die Angestellten für ihre Chefin, unsere Bedienung sieht aus wie Kent Clark mit Uhrkette und schwarz gegeltem Haar und ist spitze und auf ihn lasse ich nichts kommen) ist eine große Gruppe kein Problem und es ist trotzdem mehr los als im Schoppenhauer, wo wir fast unter uns waren. Ich finde mindestens 5 Gerichte gut, aber wähle lauter Sachen von der Tageskarte, die noch nicht gehen. Als der Salat auch nicht geht streike ich. Dann ist es 12, weil das Gelage eine Weile anhält und ich bestelle die Gnocchi mit Parmesan und Butter. Unten vor den Klos habe ich nicht zu viel versprochen. Der Flohmarkt der Inhaberin und es gibt einen kaputten roten Schnürsenkel für 10 Cent und bunte, flache Asiasuppenlöffel für 2,- € (sowie kosten die nicht mal neu), außerdem Leonardo Gläser aus den 80ern zu dem Preis. Auch die anderen sind fassungslos. Ich kenne das. Auch alte Bücher, die ich hier umsonst im Bücherschrank gibt kosten in Wien alle mindestens 2,50 €. Die wissen alte Sachen mehr zu schätzen, was sich negativ preislich für den Käufer auswirkt. Abschied von Kathrin, die dann doch bis abends am Flughafen ausharren muss, weil sie Pech hat und nicht mitkommt mit dem angepeilten Flieger. Das erfahren wir erst abends. Dann KHM. Hier kann jeder suchen was ihm gefällt. Ich kaufe erst den Block für Alex und merke dann bei meinem Rundgang, dass ich die Mittelalterbilder wahnsinnig liebe. Claudia liest jede Bildleiste und ich denke, das kann ja was werden. Eine wahnsinnig schlecht gelaunte Frau im Café, die die Augen verrollt, weil wir uns zu ihr setzen. 2. Runde. Mit meinen Eltern erkunde ich die Schatzkammer. Stephan nannte es Trödel oder Kitsch. Die Spieluhren mit denen die Tischgäste unterhalten werden sollten sind Hammer sowie die Glassachen, die aus Bergkristall bestehen und groß sind wie Bodenvasen. Also ich hätte diesen Kitsch gerne für zuhause. Irgendwann stößt Stephan zu uns und dann bin ich wieder komplett. Dann erst mal Würstlstand. Ich hatte schon viel davon erzählt. Eine Bosna mit Zwiebeln und Koriander mit einer Waldviertler. Das ist wichtig, die Wienneulinge in dieses Thema einzuweihen und Andreas schaut jetzt immer schon in die Auslagen. Dann noch mal zum Steffel und die Häkelarbeiten in echt schauen. Stephan führt Dietrich zum Uhrenmuseum wegen Postkarten um die Sammlung von 912 auf 920 zu erweitern, aber die haben heute zu und meine Eltern zeigen mir auch mal was Neues in Wien, den Schottenstift. Schon oft davor gestanden, aber nichts damit anfangen können. Das ist eine Kirche und weihrauchgeschwängerter Gottesdienst in vollem Gang mit gregorianischen Chören. Dietrich pirscht sich immer näher an den Altar und die Akteure ran und ich kriege es mit der Angst zu tun. Diese verblichenen Süßigkeitsläden liebe ich auch ohne Ende. Einhornfleisch – sehr lustig. Anschließend treffen wir Sunla und Andras, der lobenswerterweise wieder den Tisch klar gemacht hat und es gibt lecker asiatisch. Pho mit Extrakräutern und gebackenen Süßkartoffeln mit Scampi (das ist frittiert) und meine Eltern bestellen nach. Die Zwillinge bestellen dasselbe wie Stephan so schön sagt, Rindfleisch mit Auberginen und ich esse reichlich davon. Habe selber Sommerrollen, die mit gegrilltem Schweinefleisch, die es eben nicht immer gibt, schmecken mir sehr gut. Paps kauft einen Rosé von nebenan für Zuhause, aber wir gehen ohne die Eltern und ohne die Wiener Freunde noch mal in die Loos-Bar. Herrliche Kellner mit weißen Hemden, Hosenträger und sehr gepflegten Bärten. Sehr gut aussehende Männer und alle Blicke folgen ihnen.

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02.05. Traum: Wir sind im Theater in Berlin. Erst mal den Eingang finden. Man muss ewig einen steinigen Pfad entlanggehen, der durch eine Außenfläche führt mit Pfützen und Dreck, Müll liegt herum. Dann in der Vorstellung, neben mir echt gutaussehende, will heißen gut gestylte Frauen (die eine sehr groß mit blonden Locken), die ist mit ihrer Freundin da und muss mich ansprechen auf meine Kittelschürze mit dem tollen schwarz-weiß Muster, ist 50er (und ähnlich dem von der Twin-Set was Arnhild sich gekauft hat, wie aus meinem Mustergeschenkpapierbuch aus dem Museumsshop). Ich sage, ja, die finde ich auch toll, zwar nicht so vorteilhaft, weil Kittelschürze, aber egal, das sei es Wert. Ob sie sich das anschauen dürfe. Ich sage ja und sie findet überall Etikette, also Marke darunter tragen als ein anderes gemustertes Kleid und darüber eine knallgrüne weite Hose und darunter eine gemusterte Strumpfhose (auch in der untersten Schicht ist noch was). Sie schaut sich das alles an, außer die grüne Hose, die ich nicht so gut finde scheint eine Marke oder was Besonderes zu sein. Die Freundin zeigt ihr meine Strumpfhose bzw. die beschreiben das Muster, es ist in grün und metallic und wie russische Avantgarde. Ich finde in dem Kleid unter der Schürze, was im Muster verschiedene abstrakte Vögel an innen eingenäht Muster nach Loos (so sinngemäß). Das hatte ich noch nie gesehen. Dann auf der Bühne u.a. Christian aus Fürth und wir sitzen ganz weit vorne und ich kann ihn sehen und ich glaube, er uns auch. Er spielt heftig und ich frage mich, ob er uns sieht, weil wir 1. Reihe sitzen. Alle spielen krass, d.h. extrovertiert Irgendwas mit einer Packung Q-Tipps, die er in Publikum hält und sich in die Hosentasche steckt und umdreht und ich denke, das wird noch eine Rolle spielen. Dann sitzen wie in einem Hörsaal bis nach oben hin gestuft und die Schauspieler fahren vorbei. Ich denke, das sind ja mehr als Zuschauer. Auf einmal bin ich ausversehen auf der Bühne und muss hinter einer Stellwand versteckt und wieder weggeführt werden über den hinteren Bühnenausgang. Das war irgendwie Dietrich für verantwortlich. Ich gebe ihm die Schuld und scheiße ihn zusammen. Jetzt dürfen wir den ganzen Weg außen entlang gehen um wieder reinzukommen. Ausversehen auf der Bühne stehen, wie konnte das passieren (denke, das ist wegen der Kirchenszene mit Paps, wo ich dachte, der steht gleich vorne beim dem Pastor, der den Weihrauch schwenkt). Bis wir da sind ist das Stück vorbei. Das ist dann auch so. Nach der Vorstellung kommt ein Typ auf mich zu und reicht mir eine Visitenkarte der Produktionsfirma, die wollen mich nächste Woche sehen, dass ich vorspreche. „Uber“ steht auf der Karte, das hatte ich auch schon gehört. Auch ja, das ist die Produktionsfirma des Theaters. Ich bin jetzt echt geschmeichelt und sage ihm, ich hatte eigentlich keine Ambitionen auf die Bühne zu gehen, aber ich könne es ja ausprobieren, vielleicht würde es mir gefallen. Ich überlege dann schon, wenn das so ist, wie ich es mache mit pendeln und so.

Herr Ernst, der Hausmeister den ich bei der Übergabe nicht miterlebt habe, weil ich nicht dabei war ist echt filmreif Hans Moser mäßig mit „Küss die Hand gnädige Frau“ und die nassen Flecken auf dem T-Shirt zwischen den gestreiften Hosenträgern rühren nicht etwa daher, dass er getanzt hat, sondern die Dame des Hauses gebadet, die über neunzig ist und deren Pflegeperson er ist. Ich frage nach dem Fensterrätsel. Meine Schwägerin meinte, aus Sicherheitsgründen seien die nicht zu öffnen in Richtung der Botschaft. Nein, sie sind einfach defekt und die deutsche Botschaft nebenan wird abgerissen wegen Asbest. Das Bilderbuch für Hilda mit den kleinen Fehlern, die eingebaut sind, muss zurück bleiben. Herr Ernst kann es kaum glauben, dass wir das gefunden haben. Dann ist doch alles prima, vielleicht für die Enkel, nein, die hätten nur diesen hier im Kopf (macht Daumenspiel nach) und wir können dann noch mal zum Finale ins Schwarzenberg aufbrechen. Vorbei an schönen orientalischen Schmuck und es tut mir Leid, dass ich da nicht später noch mal hinpilgere. Ich nehme wieder den türkischen Kaffee (mit turkish delight) und reiße die Kanne mit dem langen Griff um. Meine Neuentdeckung ist die Eierspeis mit Grammeln. Bacon ist Dreck dagegen. Dann Abschied von den Eltern. Der Kellner soll sie bis 12 sitzen lassen (nach unserem Konsum haben wir die Sitzberechtigung für 3 Tage). Die bleiben bis 1, dann braucht er den Tisch wieder. Dann sind wir nur noch zu dritt. Schön, dass die Gruppe sich langsam auflöst und jetzt sind wir mit unserer alten Freundin allein. Auch mal schön. Überhaupt, es war schön und harmonisch, trotz der Unterschiede funktioniert diese Gruppe. Bei mir klappen die Massageannäherungsversuche an den Schultern z.B. nicht. Mein G-Pujnkt ist woanders sage ich Claudi während mein Mann sabbernd unter ihren Ellenbögen auf der Tischplatte liegt. Manche kenne sich mit Tesla aus und andere nur mit Radfahren. Das tut der Sache keinen Abbruch, das wichtige teilen wir, die Liebe zum Essen gehen und zu den kulinarischen Genüssen und keiner zickt, wenn den ganzen Tag gegessen und getrunken wird und man nach dem Frühstück eine Jausenplatte zu sich nimmt oder vor dem Essen noch zum Würstlstand geht und wir sind sehr familiär. Nächstes Jahr wieder. Zürich? Paps wettert dagegen, teuer und spießig. Porto? Oder noch mal Wien, hier ist es entspannt und man kennt sich schon etwas aus und es gibt noch viel zu sehen und zu essen. Beim Auschecken will ich die alte Puck fotografieren als Entschädigung, weil der geile museumsreife Wagen vor der Tür, der aussah wie ein Käfer nicht mehr da ist (war Firmung verrät uns Herr Ernst). Er stand wohl auch offen, wie jemand aus der Gruppe festgestellt hat, halt sichere Gegend. Dann kommt ein Typ rausgesprungen als wie den Feigenbaum durch die Scheibe kommentieren. Es ist der Herr des Hauses, der Stephen schon eine Joggingstrecke empfohlen hat und der ist ganz wild darauf uns seine privaten Räume zu zeigen, sein Büro, die ehemaligen Pferdeställe, in denen es Möbel, Kunst und Teppiche in einem Showroom zu sehen gibt. Da sind mir die Wiener ein Rätsel. Ich würde doch nicht meinen airbnb Gästen auflauern um ihnen mein Ankleidezimmer aufs Auge zu drücken. Vielleicht ist der Mann sehr einsam. Er hat das Haus geerbt, aber leider mit seinen Geschwistern zusammen. Dietrich nennt ihn immer Hohenzollern und fragt, wie man ihn ansprechen soll, aber macht er selber Witze über Inzucht.

Ich kaufe auf die Schnelle Schuhe in einem Laden, den ich vorher schon gesehen habe auf dem Weg in den Kochbuchladen. Gesundheitsschuhe, sehen und kaufen. Ja, ich weiß was ich will. Der Laden besteht nur aus beschrifteten und geordneten Kartons, wie Einbauschrankwände und man sieht keinen einzigen Schuh. Das können sie für Documenta anmelden sage ich dem Verkäufer, der bei mir Hand anlegt. Ein Banh Mi und Claudi lädt mich auf eine japanische Tea Ceremony ein und mag das auch. Der Laden ist echt authentisch. Ein Typ, der ausschaut wie ein Stadtstreicher mit Cowboyeinschlag bleibt vor der Scheibe stehen. Ich habe einen neuen Fan meint Claudi und der ist Millionär. In der Hand einen Gehstock und in der anderen eine riesige Oberlaa-Tüte. Eine Frau mit Rollator war beim Urbanek drin, alle Achtung. Gerhard macht mal wieder den Entertainer. Ägypten liegt am Roten Meer, Bulgarien liegt am Schwarzen Meer und in Österreich gibt es bald keine Roten und Schwarzen mehr. Tättä! Wir warten draußen beim Wurststand und werden angesprochen wo wir herkommen. Ein weiterer Typ, dem Stilwarzen überall rauswachsen, fällt beim Thema Hannover Lindener Spezial ein. Ich staune. Andere können Postleitzahlen für ihn scheint die Landkarte aus Biersorten zu bestehen. In Wunstorf sei er gewesen bei Autorennen und Neustadt am Rübenberge. Er sei Steinmetz oder Restaurator und hat 6 Jahre lang in Hamburg gearbeitet und denen ihr Stadtwappen restauriert und dann sind sie an den Wochenenden zu den Autorennen gefahren. Irgendwas mit –hagen. Hodenhagen sagt Stephan und wirft ihn aus der Bahn. Als ich dann das Stichwort Autorennen gebe weiß Stephan was er meint, Poggenhagen. Er soll zurückgehen und es dem Typen sagen. Stephan kehrt echt noch im Sperl ein und wir finden das absurdeste Schild in einem Schaufenster ever. ich habe Claudia gesagt, dass die Inhaberin dieser Boutique von Beruf Ehefrau sei oder so ähnlich und dann eine Bestätigung wie sie eindeutiger nicht mehr vorstellbar ist. Wir gehen zu Humanic sind aber schnell durch, dann noch mal H & M Home und ins Mumok zu den Nackten. Gute Bilder von Egon Schiele mit Nackten und auch krassen Themen wie tote Mutter. Auch das Motto von Klimt mit dem kannst Du es nicht allen Recht machen, dann mache es wenigen Recht, allen gefallen ist Mist, ist genau meines. Was in den 60ern geschockt hat mit Muschi und Sahne macht nicht mehr so viel her. In den 30ern ist das was anderes. Mir gefallen auch die Fotos von dem Typen, der seinen Penis mit Binden und Fisch fotografiert. Das sieht schwer nach komplizierten Untenherum-Ops aus, die verarbeitet werden müssen. Urologie sage ich nur. Die Porträts mit den Ticks, denen man den Abgebildeten sofort ansieht gefallen mir auch und das nicht als Karikatur, sondern als Auftragsarbeit in Öl.

Durch das Belevedere, wo echt hässlicher Mist herum steht, hinten Löwe und oben Tussi mit dicken Titten, ruhen wir uns auf einer Bank aus und genießen noch etwas Wien, windig ist es schon. Ich glaube Julia hat Recht, dass man es französisch ausspricht und nicht wie in der Tram mit „e“ hinter was mitgesprochen wird. Hier wirbt Sharon Stone an einem Laternenpfahl zusammen mit dem Inhaber für dessen Laden mit Klimt Devotionalien, die keiner braucht auf Tüchern und Taschen und man erkennt sie kaum, weil das Foto mindestens 20 Jahre alt ist, das reinste Jugendbild, was hier offenbar schon so lange hängt. Keine Zeit für den Schmuck, nach Hause zu Herrn Ernst. Wenn man anders abbiegt dann kommt man direkt an der steirischen Botschaft vorbei, einem lauschigen Biergarten direkt bei uns um die Ecke und den kenne ich von einem Radausflug von einem früheren Besuch. Wenn man das gewusst hätte. Von Rennweg aus kann man direkt zum Flughafen. Das spricht alles sehr für noch mal genau diese Wohnung. Fazit war, dass es trotz allen Familienstresses, der da mit dabei ist (muss auch etwas Paps abschirmen vor den Freunden, damit er nicht zu hart beleidigt oder peinlich wird, aber wenn alle sagen, ich muss nicht und wenn es mir zu krass wird schicke ich meine Schwägerin als Elternbabysitter hin) entspannter war als nur mit Freunden. Das ist wohl der Zauber von Familie und ja, ich spiegele mich in denen bis die spiegeln mich und ich weiß genau, wo die Reise hin geht, ich laufe vor wie Paps und stoße Menschen vor den Kopf und bin eindringlich und fordernd wie Mama und ungeduldig wie beide zusammen. Man muss auch das Positive sehen. Ich mag die Energie die noch da ist und das Eigenwillige.

Da wir früh in Schwechat sind gehen wir zum Demel am Flughafen, weil der Kaiserscharrn im Schwarzenberg war nicht so befriedigen und es gibt frischen Kaiserscharrn mit Zwetschenröster und der ist lecker, eine Trüffeltorte für Claudi und eine Vanillecremeschnitte für mich. Man sitzt auf Holzstühlen und es gibt echte Kaffeehauskellner und die Priese sind normal. Das ist mal Flughafengastronomie und wenn man Japaner ist oder schafft es nicht bis in die Stadt…Stephan legt nach mit Topfenpalatschinken mit warmer Vanillesauce. Schöner Abschied. Was, Morgen um 9 bin ich beim Sozialamt!? Ich bin wieder so schön in einer anderen Welt gewesen. Diesen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen reinpowern und abschalten kann ich echt gut und das ist auch gut so. Sollen wir Claudi zum Flugsteig begleiten, sie verneint, Stephan geht zu ihr hin auf dem Weg zu unserem und ich hatte das nicht so verstanden. Ich sehe sie nicht und warte bei uns und werde dann nervös und stehe dann doch noch mal auf um zu schauen, wo Stephan bleibt. Da hilft auch kein Österreichblatt zur Ablenkung. Dann doch noch mal ärgern, aber ist bestimmt meine Schuld. Nach Erdogan ist jetzt Österreich dran von deutscher Satire beleidigt zu werden. Kaiserschmarrn ist doch auch nur ein kaputter Pfannkuchen. Wir finden’s lustig.

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Laakronen für alle

03.03. Ankunft und am Förderband hängen die Bilder aus dem Kunsthistorischen, besser als wie Schnitzel und erst mal die Kelly Chips im Spar Gourmet anschauen. Senf und eine andere Sorte will ich ausprobieren, aber die muss ich mir nicht jetzt ans Bein binden. In der Wärmetheke gibt es Schopfbraten. Hatte schon im Flieger an den Metzger in der Spittelau gedacht, der auch Getrocknetes für Hunde hatte um damit Neo zu bestechen, aber Stephan sagt, abwarten, vielleicht hat er Allergie. Stephan kauft ein Klimaticket (8 Tage beliebig, total super) und wir nehmen den Intercity nach Salzburg (frage extra ob wir dürfen mit dem Ticket, wie GVH), ohne Zwischenstopp bis Hauptbahnhof und kein CAT (das stelle ich später als Rätselfrage), gut der hält woanders, Stadtmitte. Der Zug ist knallleer und die ersten Gäste haben schon ihr Bierfrühstück hinter sich. Ich schaue mir die Neubauten gegenüber an den Gleisen an. Das grau-schwarz Gemusterte schaut interessant aus. Irgendwo hier lebt Julia, praktisch, wenn man die besuchen will.

U1 vom Südtiroler Platz, dann umsteigen in den 48 A. Zweimal Friedhelm am Gleis, einmal privat, aber in aufgedunsener Version mit braunen orthopädischen Schuhen und Wiener Linien Käppi und einmal blass mit abrasieren Haaren schwarzer Strickmütze und schwarzen Walle-Walle-Strickklamotten im Bühnenoutfit und beide stehen nebeneinander. Das ist crazy. Die Schulklasse kommt aus dem Politgebäude gegenüber. Stephan hatte sich schon über das Banner mit Politik erleben gewundert, was einem so gestellt vorkommt. Sie gehen offenbar zur nächsten Busstation um dann da alle einzusteigen und sie glotzen ganz viel was mit erhöhter Unfallgefahr einhergeht. Schön Neubaugasse, sieht ein bisschen nach Haight Ashbury aus und eine Tiertherapeutenpraxis dazwischen. Ein Sozialhilfswerk mit Teilen statt Vernichten und einer Rampe sowie ein indisches Restaurant mit Mittagstisch an der Haltestelle.

Hier ist gleich die Wohnung, offenbar Erdgeschoss. Durchgehen, ein Freund, der unserem Vermieter nicht unähnlich sieht, nimmt uns in Empfang. Neo ist Scheidungskind, wie Stephan richtig rät und hat zur Zeit auch ein Futterproblem und darf nur Trockenfutter (das ist zwei Mal ein Bingo, wie Christoph Waltz sagen würde). Die Wohnung ist toll, der Typ baut und bastelt selber, aber wie ein Profi und es ist eher übersichtlich und sehr sauber. Unser Zimmer mit dem Telefonhörer der Gegensprechanlage für die Tür an der Wand ist sonst sehr gemütlich mit einem Ofen. Kräutertee ist schon gekocht, Torsten schläft noch, weil er in einer Bar an der Kettenbrückengasse arbeitet. Alles bestens. Wir empfehlen das Olafur Eliasson Treppenhaus, was nur noch bis Sonntag läuft und ich habe sogar einen Flyer dabei. Sie haben offenbar auch einen Garten und wir lernen Torsten kurz kennen um dann abzuhauen. Mittagstisch ist das Ziel. Ich gehe vor, Shaolinmönche, altersmäßig stark gemischt und mit beschrifteter Kleidung nebenan, die gerade auf der Straße was essen. Eine Show-Truppe, die auf den Tourbus wartet? Ich kann es nicht abschließend sagen. Das Café Raimund ist gegenüber dem Volkstheater, da sind wir gerade vorbeigefahren mit dem Bus. Zu dem Punks Laden in der Florianigasse. Fragen im Lampengeschäft danach. Ist echt unscheinbar und hat nur abends geöffnet. Dann Florianihof zum Mittagstisch. Der Grüntee mit dem lustigen Namen. Ich meinte Activi-tea, er meinte Dong dong. Mit Koriander und Apfel, gibt es nicht mehr. Abschüssiger Ledersitz, vorne kein Polster mehr drin. Internetsingles gehen mir am Nerv. Post, es gibt Twix.

Kraftwerk Spittelau und die Rentnerinnen sind sich sicher, dass wir nicht zu ihrer Gruppe gehören, da haben sie wohl falsch getippt. Einige Firmenfilme und rote Kacheln für die Turmfalken, hat Herr Hundertwasser so verfügt. Der Führer ist mittellustig und selber der Fotograf. Er hat vor 3 Jahren geheiratet (also Ende 40, schwierige Prognose ist eine meine spontane Idee dazu) und war auch in Australien. Ob Hundertwassser wirklich eines natürlichen Todes gestorben ist. Er deutet Verschwörungstheorien an. Unsere Gruppe wiegt 1340 kg. Die Männer mögen die Technik und die Krakengreifarme. Der Müll ist kunstvoll geschichtet (sagen die Männer) und Taubenfamilien wohnen innen in dem Müllraum. Hinter uns eine Gruppe italienischer Schüler. Das Feuer darf man leider nicht mehr sehen aus Sicherheitsgründen. Der türkische Kollege, der die Müllfahrzeuge einweist und einen harten Job hat, hat Feierabend und verabschiedet sich von allen Kollegen mit Handschlag in der Schaltzentrale. Unten ist die Fernkälte und die kleinen Schaumstoffkugeln mit denen die Tanks sauber gemacht werden. Neben den Rentnerinnen ist ein dicker Typ dabei, der immer hinterher hinkt und seine Stofftasche sofort fallen lässt wenn wir länger als 5 Sekunden stehen bleiben. Er fotografiert die Schilder. In der Tiefgarage fängt der Führer an über Tesla und die Elektroautos zu sprechen, die technischen Daten und Sunla will gehen – verständlich. Die Oriental Sandwich Bar macht erst um 17 Uhr auf.

Punks, wir sind die ersten Gäste und der Laden sieht aus wie ein Spanier mit grob verputzten Wänden und Holzstühlen mit Flechtdingsen und der Koch mit den Dreads kocht sich erst mal selber was und isst es am Nebentisch – sympathisch. Es gibt leckere Limos und Tees und Prosecco vom Fass. Wir probieren uns durch und die Fleisch Tapas sind Lunge, Milz, Magen und Zunge. Ich bin mit Skeptikern da. Ich finde das Essen totlecker, Rote Beete mit gegrillten Artischocken, Petersilienwurzel, Krautwickel mit viel Buttercroutons, der Hühnermagen ist asiatisch angemacht und köstlich und die Milz schmeckt cremig wie Gänseleberpastete und wir schaffen alles. Nachtisch gibt es nicht, nur Schnaps und Kaffee. Ich finde den Laden konsequent und supergut, für unter 100,- € für alles und wir sind glücklich. Dann zu David, kein nerviges Schlangestehen. Den Typen der ihn vorstellt hatte ich für ihn gehalten und sagte, der sieht ganz anders und viel jünger aus. Sitzt daneben am Tisch und signiert Bücher. Kann gut Deutsch und akzentfrei Flughafensicherheitskontrolle sagen und 20 andere Sprachen und hat unwahrscheinlich gute Beobachtung z.B. dass die Ösis gerne einfach irgendwo in die Menge hinein sprechen, wie ein Angler die Rute auswirft und dann schauen, wer erwidert, sprich anbeißt. Das ist so gut gesehen. Hier sei es so sauber, er hat gestern einen Bon auf der Straße gefunden. Er wohnt in England sammelt dort Müll, 8 Stunden am Tag- „He walked his ass off“. Hätte gerne einen großen, ausladenden Hintern, wie Kim Kardashian, auch wenn das bei einem 60-jährigen Mann lächerlich ausschaut, aber eben durch das viele Laufen, Arsch weg. Er erzählt von den Genugtuungen des mittleren Alters. Es tröpfelt zwar nach dem Pinkeln, aber man hat 2 Gästezimmer, die nicht nebenbei noch als Arbeitszimmer dienen und jeweils eigene Badezimmer haben. Im Frankreich hat man sich ein Bad mit den Gästen geteilt und manche hatten nicht genug Privatsphäre, so dass man einmal am Tag laut verkünden musste, dass man jetzt raus geht und das Haus verlässt und zwar genau für 25 Minuten. Er ist gegen die Todesstrafe, außer für littering, „they should be shot in the face and if they survive, so what“. Es geht auch um Leute, die den Hundekot in Beutel machen und die Beutel dann wegschmeißen. Er ist gerne im Ausland, weil man keine Verantwortung trägt. Es geht auch im Donald Trump, der sich einer vernachlässigten Gruppe von Amerikanern zugewandt hat, den Deppen. Er liest nicht nur gut, sondern ist witzig und spontan in seiner Fragestunde. Er malt neben den Widmungen, auch gerne Waffen, weil die leicht zu zeichnen sind. Da muss man nicht gleich Freudian werden und das interpretieren, Messer, Pistolen lassen sich eben leicht zeichnen. Das ist alles. Einmal habe ein Typ eine Widmung für seine Mutter haben wollen, die offensive und shocking sein sollte und er schrieb: „Doug left his teeth marks in my dick“ und dachte damit den Auftrag erfüllt zu haben und der Typ war sauer. Die einzig blöde Frage kommt von einem Wiener Schreibklub, wie er auf seine Ideen kommt. Das ist autobiografisch, hallo. Geduldig erklärt er, er habe ein Notizbuch und schreibt da rein und seine früheren Geschichten kommen ihm gewollt vor, zu sehr auf Lacher aus. Englischen Pub bzw. wohl australisch. Sportsbar. Die Tortilla-Diät, Morgen fliegt Gela nach darkest Peru (wo Paddington her kommt). Sie hat am 30. April Geburtstag bzw. feiert dann ihren 40sten. Das ist ein schöner Zufall. Ich bin müde. Die anderen bleiben noch und baggern den Kellner an.

Zahnbürsten vergessen. Das ist Stephans Aufgabe. Die eine stecke im Gerät und die andere in der Transportbox. Wie konnte das passieren. Durchsuche den Spiegelschrank, der Gastgeber hat welche. Eine teilen will ich nicht.

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04.03. Die lange Email zum Thema Bürohund und dann überlege ich was ich von den Tapas gestern noch mal bestellen würde und kann nicht mehr einschlafen. Souterrain, sehe den Garten das erste Mal bewusst. Im Fenster kann man sitzen, da sind die Polster für draußen. Das ist mir zu nah an dem Rechner und den Sachen der Gastgeber. Im Schlafzimmer das Gurren. Wir wohnen bei den Tauben wie bei Ernie und vor allem Bert. Nachts in den Schritt gefasst, klebrigen Finger, konnte nicht riechen ob das frisches Blut ist, bin kein Indianer, bevor ich den Jungs das Bett einsauen zum Klo und nachschauen, sehe keine Farbe im dämmrigen Licht. Er: und ist was, ich: was soll die Frage siehst Du was? Guckt irritiert, Klopapierkugel hängt an einem Klopapierfaden an den Schamhaaren und baumelt dort wie kleine Abrissbirne aus Klopapier. Also Trick question. Ich mag die Schiebtüren, die Totenkopflampe, die Sachen, die er baut. Studiert Bühnenbau und das erklärt einiges und ist auch gut so. Humana macht um 9 Uhr auf der Banh Mi Laden erst um 11. Das ist paradox. Der Wollladen mit dem Restekorb vor der Tür, weich 50 % Wolle und 50% Tencel, was ist da drin will ich wissen, sie liest es mir vor und was ist Wolle? Sie guckt ernst. Tencel ist die neue Viskose und wird aus Bäumen hergestellt, fasst sich an wie Seide und ist atmungsaktiv und soll irrsinnig gut für die Haut sein. 1 Knäuel in blau ist gekauft. Sie hat noch mehr. Ja, schon. Lustige Visitenkarten: Gerda Frankenstein, haha, toller Künstlername, hat gutes Olivenöl. Humana schließt gerade auf um 10, derselbe Typ den ich letztes Mal genervt habe mit meinem Blätterkleidgürtel, er saugt. Stephan setzt sich auf den Männersessel und ich mache einen Haufen mit Klamotten und Bügel auf ihn, bis er fast bedeckt ist und wenn er nicht bald von der Zeitung aufschaut, „dann fliegt was“. Das weinrote Kostüm mit Persianerbesatz und riesigen Mantelknöpfen. Ein Traum, aber ich lasse es da, kaufe trotzdem 2 Tüten voll. Dann noch mal nebenan. Sie hat mein Traumjob den ganzen Tag Tencel häkeln, sie muss auch putzen und Steuern machen. Sie hat mir keine Rechnung gegeben, den Deutschen unterstellt man immer was Ernstes, ich bin vom Finanzamt und schließe ihren Laden jetzt und das ist eine Quittung und keine Rechnung. Empfiehlt Sylvies Tauscheck und den Prosecco vom Fass für 1,80 € im Nachbarladen, wo man noch rauchen darf. Die dürfen nicht in den Ruhestand gehen. Zuhause ist der Freund fällig. Er macht doch was mit Textilien und muss sich alles anschauen. Bin wie auf Koks und dabei hatte ich noch keinen Kaffee. Wusste nicht, dass die 200ter Marke knacken mich so aufputscht. Torsten hat den Flyer der Leigh Bowery Ausstellung hängen. Da waren wir auch.

Ich mag Julia, schlau ohne Ende, aber nicht unkörperlich wie Knäckebrot, muss an unsere Nachbarn denken, sondern fleischige, weibliche Meduse mit Hirn. Woher weiß die wie Kaiserschnitt auf Englisch heißt, verdammt. Arbeitet die für einen verdammten Gynäkologen im Parlament?

Wieder los, diesmal Banh Mi und wir bekommen 5 spice Melanzani statt Lemongrass Tofu, hatten umbestellt, dann das noch als drittes und jeweils 2 Drip Kaffee mit Bambuskaffeelöffeln. Schmeckt gut, eingelegtes Gemüse könnte kleiner und könnten besser gestopft, viel Soße, aber geschmacklich. Naschmarkt, haben sie Boden neu gemacht, Schokolade und Käse (der Kunde fragt aufgeregt, ob sie den Bankomaten hier auch abgebaut hätten). Gerhard sagt, wir hätten ihm nette Leute geschickt und dann die Diskussion wegen Drinnen und Draußen, wir stören „die Einheimischenstimmung“. Sie merken auf, wenn ich so was sage. Der Dicke kauft viel Käse, ernsthaft und konzentriert, Taleggio und wird mit einer kleinen Salamisemmel gefüttert, Jausenplatte mit u.a. Trockenfleisch hatte er schon. Die Sonne scheint, laufen zur Albertina. Ich könnte auch Pause machen. Wie modern sind die Russen bzw. die russische Avantgarde, so fleischig das eine und speziell und mit eigenem Stil die anderen Sachen. Das könnte alles Dresdner Schule von letztem Jahr sein. Nicht nur eine italienische Schulklasse auch der Dicke aus dem Kraftwerk ist wieder da. Er spricht uns sogar an, dass wir uns kennen würden. Fluche als der Bus durchgeht- Ich lege mich aufs Bett und nach 10 Minuten tun die Füße nicht mehr weh, Stephan neben mir schläft. Dann duscht er und zum Reumannplatz. Billige Handarbeit, russische Ostereier, das lese ich gar nicht gerne, er strahlt mich an: „kommen Sie zu mir“. Der Rentner-DJ mit dem grauen Haaren und der großen Box ist cool angezogen und macht eine ebensolche Figur, schaut aus wie Andy Warhol. Ein paar Meter dahinter die Junkies und der dicke, corgierartige Mischling mit hängendem Beißkorb mit einem Bemsel in italienischen Farben daran sitzt aus der Bank, sie stehen daneben. Der Tichy hat noch zu. Sunla in Bademantel, cremt sich, ich sitze vor dem Bad und blockiere den ganzen Boden/Durchgang. Schlage „Hail Ceasar“ für Morgen vor, auch weil Julia so gut Englisch kann. Andras schaut in den Kinoplan und sagt wie ein sprechender Wecker Zwischenzeiten an, wann wir los müssen. Sunla weiß wieder nicht, wo es hin geht, was ich mit: „auch, wieder dieses Spiel“ kommentiere. Zum Griechen im ersten, aber die Tür nebenan, hier sei das Bistro. Hätte mir auch gut oder besser gefallen. Die Köche sind schlimm verkleidet mit getackerten schwarzen Papierhüten als Frisurenersatz. Das sieht lächerlich aus. Sie hetzen uns durchs Menü und man versteht sie schlecht. Die mittelalten Pärchenfreunde am Nachbartisch. Geschäftsmänner oder welche die halt Hemd tragen und auch während eines solchen Essens auf Tablett und als es leergespielt ist Smartphone nicht verzichten können. Yogische Körnerkette zwei Mal ums Handgelenk gebunden. Dann ein Pärchen gegenüber, die ausschauen wie aus einer evangelischen Sekte. Sie schauen böse und freudlos und sie hat traurige Haare und traurige Farben an und ich will rüber gehen und der Frau sagen, dass sie so super gespielt hat in „Paradies: Glaube“ von Ulrich Seidel (aber das wäre noch ein Kompliment, weil die Schauspieler sieht super aus und diese Frau eben wie die Rolle). Ich weiß nicht, ob ich es provoziere durch meine Bemerkungen zum karmischen Kreis, aber es fließen Tränen. Ich unterschätze die Probleme der Leute, auch die die ich lange kenne mitunter, die Päckchen, die sie zu tragen haben und bin ein unsensibler Klotz. Das Essen mit den Pinzetten anfassen und dekorieren finde ich so sexy wie Zahnreinigung. Essen soll angefasst werden, wie im Punks. Gut, der Nachtisch sieht aus wie Überwachungskameras. Das ist nicht meine Welt. Andras findet die Bar, die ich in der Umsonstzeitung gesehen hatte in der ehemaligen Bank, gegenüber dem Schwarzen Kameel, tolle Location, nette Frau aus Deutschland, gehörte zu dem Hotel, jetzt neu und wirtschaftlich getrennt. Donnerstags legt DJ auf, die Signature Cocktails schmecken nach Parfum. Die tollen Räume mit Kassettendecke, der schwarze Gürtel mit Halterungen an beiden Seiten für die Weinleiter, die St. Petersburger Hängung mit der Geschichte um Marlies. Nur Fotos an dem Automaten.

Ich mag die Hochbahnlinie. Mal fahren über die Spittelau hinaus, der urbane, geradezu großstädtische Ausblick, wie eine Metropole mit Skyline, Floridsdorf (das ist immer am Flughafen Schwechat Richtung Floridsdorf) ist die Endhaltestelle nur 2 nach dem Kraftwerk.

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05.03. Die Elektrozahnbürstenaufsätze haben sich wieder angefunden, waren im Koffer, blau auf blau. Kann ich die anderen wieder zu Torsten in den Schrank machen? Haha. So ein Rottweiler ist schon eine Hausnummer und lässt sich nicht mit eine leichten Schnalzen zur Tür oder bestechen, zumal seine Auftraggeber den Napf immer voll lassen.

Noch ein Strickrock mit Gürtel, aber 50% von 29 sind nicht 15. Ich traue mich nicht wieder unangenehm aufzufallen. Matchalatte passt nicht in den Pappbecher und kostet 5,90 € und der vegane Käsekuchen 7,50 – sportlich. Sunla ist doch sonst immer so preisbewusst. Dafür riecht es nach Räucherstäbchen. Hier ist Neubaugassenflohmarkt wenn wir nächstes Mal da sind. Ein Fachgeschäft für Wolle, Filz und Seilerwaren. Sehr skurrile Gespräche. Kaufe Gummibänder in Neon. Die haben auch Natur- und Flechtschnüre als Meterware. So gut sortiert kenne ich es nur von Wien. Ich bin wieder beeindruckt. Stephan geht ins Ost- oder Westlicht in eine japanische Fotoausstellung. Ich bleibe im Shop. Kutschkerware. „Ich hätte gerne alle ihre Mohnsteine“. Mohnzelten heißen die. Wasabinüsse beim Türken, kein Schopenhauer diesmal. Ein Goldschmiedegeschäft mit einem Goldring in Form einer Fahrradkette zieht mich an. Türdrücker und innen ein sympathischer Inhaber. Die Kettenglieder sind beweglich, war schon verkauft mit Armreif, aber die Frau hat es gegen was anderen umgetauscht, quasi Zalando sage ich. Ja, das machen sie schon für Kunden. Er fährt viel Rad, vor allem in Griechenland, wo er ein Boot hat. Seine Geschäftszeiten sind von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr, aber aufhören will nicht er auch nicht jetzt wo er es einigermaßen kann. Blumengeschäft unter der Börse. Riesig. Der Weidenkätzchenkranz für Julia. Kurz ins schwarz-weiß Treppenhaus. Es ist viel voller und aus meiner Strumpfhose kriegen sie die Farbe nicht raus. Gastwirtschaft Huth, ist mir zu fastfoodmäßig mit englischer Karte und kommt nicht ans Meixners ran. Dann Taxi damit nicht alle auf uns warten bei Julia. Zigarrenverpackung am Ring. Das passt. Der Taxifahrer findet die Straße nicht im Navi und Stephan soll im Buch nachschauen. das macht keinen Sinn. Ich stresse wieder und sage, nein, nicht am Bahnhof aussteigen, deswegen zahle ich ein Taxi, damit er mich von die Tür fährt und ich nicht suchen muss. Am Fahrstuhl Julias Eltern, die sich vorstellen und Julia hat sie rausgeworfen wegen uns. Sie sehen nett aus, sehr nett. Der Vater wie ein freundlicher Tischler. Mädchenwohnung und sehr auf Ostern, unser Geschenk passt wie die Faust aufs Auge. Dagmar und ihr neuer Freund. Ich bin wieder fies und norddeutsch und muss mich entschuldigen, weil ich gerade Julia nicht vor den Kopf stoßen will. Ja, der Freund ist Butziarzt. Ist das AKH sehenswert? Theaterprojekt im Hotel. Stundenhotel, haha will ich gleich sagen und tatsächlich erwartete einen in jedem Zimmer eine Überraschung und man landete gerne im Bett und es ging um Träume, Wegziehen aus Griechenland wenn alle Freunde gegangen sind, eine Beratung und die Inszenierung der eigenen Beerdigung, also sehr spannend und es wird sehr offen geredet. Wir trinken eine Flasche Prosecco nach den nächsten aus und die Macaron von Oberlaa (Kurkonditorei) sind die Neuentdeckung für mich. Danke Julia. Die Jungs wollen essen, aber Hunger hat keiner wegen der Naschereien. Dann planen wir das Ausgehen. Erst mal Dauerwelle für Julia, Mädchenabend mit Truth or Dare Spielen. Schwulendisko oder SM-Klub. Die Show war so krass, dass Julia froh war am Kopfende zu sein. Sie war die einzige Frau dort außer der unter die Decke gefesselten, die ordentlich ran genommen wurde. Da gibt es auch Frühstück und was bestellt man da? 2 Eier im Glas wäre konsequent. Julia zeigt uns den Haarreif und den Orden vom schwedischen Königshaus, den man nur bei der Militärparade oder dem Opernball tragen darf laut Protokoll. Sie gibt uns Wientipps, die Prachträume der Nationalbibliothek und den Rosengarten im Volkspark mit anrührenden und skurrilen Widmungen. Unser Visionen in 2 Jahren sollen wir sagen. Bei mir kann alles so bleiben und meine Eltern sind noch gesund fällt mir sehr unoriginell ein. Andras will ein ganzes Schwein verarbeiten und es geht um die Opferwurst, die aufgeschnitten wird um dem Wurstwasser Geschmack zu geben. Sunla zitiert mich falsch und ich denke, die liegt daneben und zwar so was von. Kennt die mich so wenig? Ich bin Anwältin geworden, weil ich so gerne kämpfen und schlecht verlieren kann. Das kann ich ausschließen, das mal gesagt zu haben. Ich kann das gerade alles schlecht und deswegen bin ich Sozialarbeiterin geworden nach 10 Jahren von dem anderen. Wenn es mal nicht optimal lief war es ganz grausam, die Selbstvorwürfe und wenn ich gewonnen habe konnte ich mich nicht freuen, sondern die Gegenseite hat mir Leid getan. Das ist nun nicht dieser klassische Wallstreetanwalt mit Killerinstinkt. Ich bin vielleicht auch fies, weil ich offen sage, was damals war mit Claudia. Julia ist die neue Claudia, Figur ähnlich, aber jünger und besser und Charakter genau das Gegenteil. Hier sind 8 Freundinnen in einem Kreis. Es gibt einen leckeren Schnaps von einem Nadelbaum an der Baumgrenze aus den Zapfen, die dort anders heißen wird der gemacht. Irgendwas mit Zirbel. Schmeckt etwas nach Duschgel, aber lecker und man ist nach einem schon satt. Die sind hier schnapsmäßig schon die Weltmeister, Andras zeigt uns ein Bild auf seinem Smartphone. Es gibt Menschen, die welken bevor sie richtig aufgeblüht sind, suchen immer wieder was und es klappt nicht und werden alt und grau über den Pläne und es ist als Außenstehender grausam zuzusehen. Man will ihnen ehrlich die Meinung sagen, aber das wozu man ihnen raten würde, das haben sie schon in den Wind geschossen und es ist es keine Option mehr und würde sie nur verletzen.

Wir haben einen herrlich privaten Marathon hinter uns von 15 Uhr bis 2 Uhr nachts. Julia war eine heldenhafte Gastgeberin, die Silvester gemerkt hat, dass sie keine Induktionstöpfe hat, weil sie den Herd noch nicht ausprobiert hatte. Sie hat Rundruf gestartet, dass alle schauen sollen ob sie magnetische Töpfe haben. Das könnte mich auch passieren so ähnlich.

Ich gewöhne mich langsam an den Fake-Partner, das dicke Kissen zum Einschlafen.

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06.03. Frühstück im Café Raimund. Wie kann man explizit ein weiches Ei bestellen und sich dann beschweren, dass es zu weich ist, höchstens zu hart oder? Karten schreiben. Haarreif für Julia zum Schwedenschmuck für den Opernball häkeln, wenn ihr meine Koralle gefallen hat. Hundeauflauf am Heldenplatz. Ich könnte stundenlang zuschauen. Rosengarten, aber die Rosen haben Säcke über den Kopf wie die reinsten Mafiaopfer. Frischer Baumbeschnitt. Die Prachträume der Bibliothek sind eindrucksvoll, sogar die Deckengemälde gefallen mir, Holzleiterfetischist bin ich sowieso und die Deckenhöhe von 20 Meter und die Globen aus Venedig tun den Rest. Ich nehme Headset. Das Foto mit Schildkröte gelingt leider nicht, keine Ruhe. Das ist ein Muss für die Gruppenreise und die Michaelergruft ist um die Ecke. Der Typ in der Freyung hat eine komische Ästhetik und nur mäßig Talent. Zu surreal und zu viele minderjährige, nackte Mädchen. Oberes Belvedere. Die Sonderausstellung besteht aus 2 Ketten. Gähn, die Klimt sind in echt ganz gut und der Blick auch. Treffen mit Sunla. Dreieck mit Andras. Gela ist jetzt gelandet. Cremeschnitte à la Dreieck (dreieckig) und frittierte Mars-Bar. Die backen alles aus in Österreich, wie cool und das vor dem Kino. Votivkino, klein, „Hail Ceasar“ hat schon angefangen. Danach wieder ein Pub mit Cider und Käseteller mit selbstgebackenen Cräckern. Lecker. Der Abschied von Andras, Ich habe ihn dieses Mal richtig schätzen gelernt. Er hat was von Stephan (man kann sie auf den ersten Blick unterschätzen) und liebt seine Frau und unterstützt sie und das ist gut so.

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07.03. Stephan geht ohne mich jagen und ich tusche. Herr Dünn wie Leiche schreibt mir, er will in den Urlaub, ist dann krank von der Wohnung und den Giftstoffen. Das war in der letzten schon so, o.k. hatte Krankheitswert. Sage den Jungs wenn er nicht wieder kommt haben sie mich an der Backe. Neo bellt bekräftigend. Der Mann kommt dann zurück mit Strudel vom Sperl, Wurst vom Urbenek und Markonen vom Oberlaa. Sie bekommen eine Hundepostkarte mit sehnsüchtigem Blick auf Wurst auf dem Tisch. Torsten habe ich mit „h“ geschrieben. Das Mohnteil essen sie nicht, haben es nur in den Kühlschrank gestellt. Das ist schlimm. Die Zahnbürsten bekommen wir geschenkt. Es regnet. Ich kaufe Kelly-Chips in Favoriten in der Fußgängerzone und bekomme es live mit wovon Hader immer spricht, wenn Rentner angespannt brüllen: zweite Kasse bitte. Meixners, ich will beichten, dass ich woanders Grammelknödel hatte, im Huth und es hat sich nicht gelohnt. Winterkabeljau. Mittags kommen wir nicht mehr vor der Abreise, weil der Flugplan geändert ist und der Mittagsflug gestrichen. Ein anderes Paar aus Hamburg sei vor dem Abflug auch immer ins Meixners gegangen wusste Gerhard. Wie treffen Sunla, sie hat ihre Morgenübelkeit. Andras ist krank und liegt im Bett. 48 Stunden Fieber. Abschiedsdiskussion um Obdachlose sind keine Behinderten (das ist bei mir halt nicht so ein Schimpfwort und ich denke auch es hat Krankheitswert, wenn jemand obdachlos wird um sich seinen Unterhaltspflichten zu entziehen „damit die Ex kein Geld kriegt“) und die Definition von behindert. Auf Hilfe angewiesen sind wir doch alle. In Wien sind wir es immer weniger, je mehr wir hier heimisch werden. DSC05303 DSC05302 DSC05301 DSC05300 DSC05299 DSC05298 DSC05297 DSC05296 DSC05295 DSC05294

Adler-Stiefelknecht

27.01. 10 oder mehr Stunden Schlaf haben echt geholfen. Packen für Stuttgart und Fahrkarten kaufen. Bekomme 25,- € in Münzen zurück. Die schmeiße ich auf dem Rückweg wieder in den Automaten für die Rückfahrkarte. An der Haltestelle Siloah strahlt mich eine Frau aus dem Auto an und grüßt mich. Ich gebe zu verstehen, dass ich sie nicht erkenne. Sie setzt die Brille ab, aber das hilft auch nicht. Sie hat einen Engelaufkleber hinten auf dem Auto. Wir können nicht in die Wohnungen im Asemwald. Die hat sie einer Querdenker-Stiftung vermacht und die Bevollmächtigte musste die Schlüssel abgeben. Stephan hat versucht die Stiftung zu googeln und ich bin traurig, weil ich gerne in der Wohnung noch mal Abschied genommen und mir das alles angeschaut hätte.

Es gibt neu eine Westfalenbahn mit neuen, passenden Automaten. Krass. Komme genau pünktlich auf Station, sie machen gerade Morgenrunde. Ich könnte mich dazu setzen. Zur Visite werden alle 27 Patienten auf eine Flipchart geschrieben und bis 6 wird durchnummeriert (Ich denke an die Wiener Werbung: wer ist zur Zeit auf Platz 1 in den Flipcharts?, soll irgendwas mit Fortbildung sein. Die Variante war: Meeting? Ich bin Vegetarierin). Ich bin auf Platz eins, aber Herr Ihme ist noch nicht so weit. Im Zimmer hat er auf dem Nachtisch Pflanzen dekoriert und Steine in Reih und Glied. Ich nutze die Pause und will Frau Srilanka besuchen, aber die hat Tagesurlaub. Wir starten ohne ihn. Er will nicht entlassen werden. Ich soll ihn nicht von der Seite anschauen (er ist angespannt, so nennen die das). Die Menschen in seinen Träumen und seine riesige imaginäre Morgenlatte. Es war nicht imaginär, aber so ähnlich das Wort. Ja, er ist in Höchstform. Er gibt mit mir an und ich denke, dass ich einen guten Eindruck mache ist mit bei meinen Klinikhasen immer am wichtigsten für deren Standing. Er zeigt mir zum Abschied einen schwarzen Stein und ist so stolz als wäre es ein Goldklumpen und ich sage, ja, der sei schön. Er will dann mit mir einen Kaffee trinken gehen, aber ich muss zurück ins Büro. Er soll mir nicht immer so fest die Hand drücken. Das nervt sage ich ihm.

Die Lush-Seife, die ausschaut wie ein fieser Käse mit roter Rinde ist Shampoo und völlig überteuert, aber ich will meinen Paps aufheitern.

Markthalle, Gaues-Brot für meinen Mann. Mal den Fahrstuhl testen, falsche Seite, Fasanenkrug muss wieder hoch fahren, Rentner steigt zu. Es gibt nur 0 und 1 und auf- und zu. Ich drücke die Pfeile zueinander, weil Zeichensprache kann ich noch. Da fährt mich der Typ, was ich da machen würde. Ich hätte „aus“ gedrückt, nein, Türen zu. Die seien vorher schon zu gewesen (nein, sie sind erst zugegangen). Auf meine Frage, ob er schlechte Laune habe sagt er mir im breitesten Hannoveraner Dialekt, dass er dumme Leute nicht aaabbb könne.

Ich bin endgültig zum Hai mutiert und kann so viel fressen, dass ich nach 24 Stunden ohne Essen noch knall satt bin. Trotzdem am späten Vormittag denke ich an die Käspressnockerln mit Bergkäse auf Schnittlauchsoße, schön braun angeröstet und köstlich. Salatbeilage. Ja, das können die da echt im Meixners.

Stephan rufe ich am Schwarzer Bären zuhause an und er hebt mir mit dem schweren Adler aus der Bahn, hinterer Wagen vorne bin ich. Das klappt wie ne eins. Ich mag solche Stiefelknechte, die mir vom Pferd runter helfen. Zuhause Käsebrote auf Zimmertemperatur gebracht in der Micki. Der Chilikäse ist ein Stinker und schmeckt mir am besten. Der Mohnklops schmeckt genau wie Samstag. Ich werde nächstes Mal alle aufkaufen. Das ist wie Dauergebäck, aber deutlich leckerer als Shortbread aus der Fabrik und der Mohn, hammer. Will meinen Schwiegereltern die eingepackten Mohnteilchen (Waldviertler Mohn) zukommen lassen, aber Stephan will es selber essen. Dann 1 und 2 verschenken. Meine Schwiegermutter isst wie immer nix bei uns. Mit dem Mohn hat sie eine gute Ausrede, aber Madelaines können nicht in den Zähne hängen bleiben.

Das gestückelte Geld brauche ich für die Auszahlungen, Zeitung kann ich auch Morgen zahlen. Als ich das höre bin ich aber schon aufgestiegen aufs Rad und Adler ist schwer zu besteigen.

Elisabeth war da am nächsten Tag und zwar so spät, dass nur der Psychologe da war. Den hat sie zur Sau gemacht. Gut, der muss es ab können. Heute kommt sie zu früh. Hier bei mir sieht es schlimm aus. Ein Tsunami aus Post. Wenn eine Frau vergewaltigt wird und dann von der Polizei mitgenommen wird. Der Typ hat dann so ein Takt, wenn er rammelt. Das trommelt sie mit Stift auf meinen Stempel. Der hat dann seine Finger drin in ihrem After oder wo er den Penis drin hatte. Hat wieder Visitenkarten für mich gesammelt (19 Stück) und weigert sich die wieder mitzunehmen. Von Sozialläden über Banken und Versicherungen bis hin zu Fußpflege ist alles dabei. Ein Typ Benjamin oder Torben stand vor der Tür mit einem kleinen Hund. Hat sie nicht reingelassen. Frau war dabei. Er sagte, sie schneiden dem Hund die Kehle durch und sagen sie war das. Sie sagte, sie hat schon eine Katze. Das war als wir letztes Mal den Termin hatten. Davor hat sie mir gesagt, dass sie verschlafen hat und kein Geld brauchte.

Die Sparkasse wegen der Kontoauszüge an meine alte Adresse. Ob sie mich auch zukünftig anrufen dürfen? Das müssen sie jetzt fragen von Gesetzes wegen. Ja, sie schon, sind ja kein Mobilfunkanbieter und so selten wie das passiert und es war ja meine Schuld mit den Auszügen.

Der Australier wird am 30.01. zurück geflogen und in der anderen Krankenhaussache soll die Betreuung auch wieder aufgehoben werden. Was kann ich denn abrechnen in so kurzen Intermezzi?

Der Sohn des stark übergewichtigen Musikerbetreuten im Rollstuhl, Pflegestufe II, Essen auf Rädern und Inkontinenz hat seine Lehre abgebrochen und ist zu Papa gezogen mit 17.

Die Architekteneltern von Herrn Minus wollen mir ihre neue Wohnung in Linden zeigen und ich bin da zum Frühstück eingeladen. Komme mit Suki, weil man da so schön am Fluss eine Runde Gassi gehen kann.

Die Tochter der Betreuten vor der Oper am Zug abholen und in der Bar eine Kleinigkeit essen fragt Stephan. Im Stadthaus Wien total gerne. Die Leckereien dort, Antipasti, Hühnerlebercrostinis mit Preiselbeeren oder vegetarisches Toast mit indischen Linsen und Tofu und der tolle Wein. Ich kriege eine Depression wenn ich mir die alten Brezeln, die überteuerte TK-Kost (Frühlingsrollen vom Discounter) und Lift in kleinen Flaschen vorstelle. Wir sind so benachteiligt.

Hier im Büro wurde ein neuer Wasserkocher angeschafft.

Beim Yoga: „The way you do anything is the way you do everything“. Partnerübung auf dem Weg zu Handstand. Ich war in Wien und habe so viel gemacht und Hanna die ganze Zeit in der Kühlung. Das ist sie nicht mehr, nur die sterblichen Reste und im Grab wird sie noch viel länger sein. Ewig. Ich habe wieder alles abgehetzt und nicht für sie gebetet auf dem Zentralfriedhof oder inne gehalten. Ich bin scheiße.

Vor dem Einschlafen fällt mir ein, ich kann meinen Beitrag zwar im Zug schreiben (so schön last minute), aber dann nicht mehr ausdrucken. Von Hand schreiben. Das wäre eh in ihrem Sinne gewesen.

Niki-Bordsandwich. Nice Flight, small bite. Packen, lieber Mehr mitnehmen, da fühle ich mich wohler. Keine Hobbies und das Gefühl, dass Kinder sie nicht mögen und er hat eine 1-jährige Tochter. Haha, das ist echt gut, aber der Bachelor kann mit Ehrlichkeit nichts anfangen. Mich würde genau das interessieren, besser als Selbstüberschätzung und Lügen. Die junge Familie auf dem Rotenberg treffen wir Samstag. Zur Beerdigung kommen sie nicht, weil ich sagte kommen eh genug.

28.01.16 Werde wach, ist es ganz früh und ich schreibe jetzt? Ist erst 3:30 Uhr, zu wach, habe leicht geschwitzt, wechsele ins Gästezimmer.

Man kann im Internetshop ausdrucken sagt Stephan, aber das mag ich alles nicht, extra was suchen oder auf Leute angewiesen sein. Ich bin nicht so cool wie ich tue und das ist ganz schön zu knapp für meinen Geschmack alles. Ich nehme Badeanzug mit für das Leuze, dann vielleicht mit meinen Eltern und Stephan hat mal frei.

Fotograf hat in Hannover Einwandererfamilien fotografiert in ihren Wohnzimmern. Typ aus Peru, der Panflöte in der Innenstadt gespielt hat und jetzt als Krankenpfleger und Musiktherapeut in der MHH arbeitet. Haha.

Sterbeurkunde an den Vermieter. Die Mutter meiner Betreuten ist schon am 18.11.15 gestorben.

Der Arzt aus dem NordstadtKKH. Wo genau wird er hin verlegt, welche Station usw. wegen Entlassungsbrief und so.

Die Berichterstatterin vom Landgericht wegen Frau Querulatorisch ist jung. Ich muss sie nicht belehren, tue ich nicht, will nur helfen und sage, die Betreuung wurde auf Wunsch der Betreuten verlängert und die Antwort auf die Frage nach der Geschäftsfähigkeit wird sie darin nicht finden. Die Geschäftsstelle hat mir verraten, dass sie einen Anwalt aus Berlin hat. Dann noch mal Amtsgericht, Rückmeldung warum sie die Akte ein zweites Mal wollen. Ich soll noch mal schreiben, wie es gerade steht und sie will die Betreuung versuchen aufzuheben, wenn sie sich wehrt, dann Gutachten.

Herr Auge fährt am 08.02. nach Trier. Mit dem großen Schein will er zur Bank und findet ihn hässlich. Er war neulich bei der Frau Perserin in Wunstorf bei ihrem Arbeitgeber und sie haben Spielenachmittag gemacht.

Fast die ganze Liste der Anrufe abgearbeitet. Der eine Name sagt mir was, aber ich kann ihn nicht zuordnen. Der muss noch warten. Der Groschen fällt wenig später. Es ist der Vermieter der neuen Betreuten mit dem hirnorganischen Psychosyndrom.

Herr Borderline Klein, Entgiftung abgebrochen, nicht gemeldet. Auf ein Bußgeld (nicht angeschnallt) wird zwar verzichtet, haben mir Wiedereinsetzung gewährt und niedergeschlagen. Er lässt 70 drauf bis Montag oder überhaupt und zwei Zahlungen können gemacht werden. Ich habe ihn so gefaltet dass das klappen müsste. Er kann seinen Scheiß sonst alleine machen.

Frau Mittelfeld bekommt Wohnung nicht, weil sie zu pflegebedürftig ist (das geht aus dem Aktenvermerk hervor). Ist christlicher Anbieter und Altersheim und die lassen immer 3 Interessenten vom Wohnungsamt antanzen und 2 gehen leer aus, wie beim Makler und sie suchen sich das vermeintlich Beste aus. Die hat nur Pflegestufe 1 und man kann vom Boden essen und was geht den Vermieter die Pflege an. Das organisieren wir und im Moment macht es nur die Tochter. Das nervt. Der Typ vom Wohnungsamt kennt mich und legt da viel Wert drauf. Ich kann mir kein Gesicht vorstellen.

Mein Mann sucht lieb Yoga raus für Stuttgart. Ist gleich vor der Tür.

Frau Ruanda ist heute entlassen worden. Beschluss musste nicht ausgehoben werden, war am 15.01. eh abgelaufen und sie freiwillig, schon bei unserem Gespräch am Montag darauf. Erkläre ich noch mal der Ärztin, die meinte, ich müsse ihn aufheben lassen. Bekomme Fax vom Wohnheim, dass sie dort die ersten Zicken macht. Erster Spritzentermin ist der 10.02. Das bleibt spannend.

Psychiatrie, die Frau, die mir 2 x auf den AB spricht und gestern nicht da war und heute das Handy ausgeschaltet weigert sich zurück zu rufen. Mit der Station noch mal sprechen macht keinen Sinn. Habe denen alles lang und breit erklärt, geht um Termin mit Dolmetscher am Montag. Sie ruft an, Termin ist ohne Dolmetscher um 10 Uhr.

Der Kollege muss noch mal ran, Datev ist am Telefon. Ich kann dann hoffentlich bald wieder Rechnung schreiben.

Wir holen die Tochter von der Bahn und bringen sie auch zurück. Zug hat 25 Minuten Verspätung. Der Italiener von Segafredo lobt mich wieder und Stephan, was ist mit seinem Outfit? Ich habe immer was Neues an und traue mich, die anderen sehen langweilig und scheiße aus. Wo mache ich die Sachen will er wissen. Zuhause. Ich versuche ihm derweil einen großen Braunen zu erklären. Doppelter Espresso mit heißer Milch statt Deko-Schaum.

Der Zug ruckelt und schreibe ist wie Rodeo reiten, aber mir fällt das Motto für die Trauerrede ein. „The way you do anything is the way you do everything“ aus der Yoga-Stunde.

Stuttgart. An jeder Bushaltestelle ein Krankenhaus. Egal wie sehr ich über Hamburg lästere, hier will ich nie hinziehen, 1000-mal lieber nach Hamburg. Ist so muffig und piefig hier. Muss an Günter denken, der erzählte, dass sie neulich eine Gruppe vom Flughafen Stuttgart da hatten und vielen davon hätte es hier richtig gut gefallen und sie wollten wechseln. Bei uns gleich das Linden-Museum. Hier wird unser Stadtteil ausgestellt (haha).

Wohnung wie Hotel und mit 3 Schlafzimmern. Belanglos eingerichtet. Öffentlicher Nahverkehr an der Wand wie London, kracht runter eine der Schaumstoffplatten. Alles so gewollt eingerichtet, also mir gefällt es nicht und eine Bewertung gibt das auch nicht oder eine ehrliche, gibt bestimmt Leute die auf so was stehen. Fränkischen Sekt. Mama braucht keine Teebonbons mehr und hat einen großen Vorrat, nicht, dass wir die entrümpeln dürfen, wenn sie vorher stirbt. Busstation gegenüber und 5 Minuten zum Bahnhof. Weinstube Fröhlich, wir verlaufen uns etwas an dem Parkhaus. Hanna habe sich für meinen Bruder als Patentante nicht gelohnt. Die Inhaberin ist dünn und sehr sportlich und sympathisch, weiß was Hilmar an ihr mag. Essen gut, Wein gut, Amis nebenan. Maultaschen gratiniert auf Karotten-Zuchini-Gemüse und Apfelofenschlupfer. Leckerer Süßwein, die Bedienung fragt was ich auf dem Kopf trage, d.h. andere Gäste hätten sie gefragt. Nein, nicht das was getippt wurde, sondern Dose der Nahrungsergänzungsmittel meiner schwäbischen Oma. Hat die immer obendrauf getan, die sie einnehmen musste (ca. 20 bunte Pillen, alles nicht ernst zu nehmen), ist 95 geworden und die Dosen waren viel zu schade zum Wegwerfen, hat sie Knöpfe oder irgendwas drin gesammelt. Gut, sie hat gefragt. Sie trägt mir mein Seidentuch nach als wir gehen, hatte doch 10 statt 5,- € Trinkgeld verdient. Wir bremsen Paps immer.

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Meine Eltern freuen sich auf Teneriffa und dass sie mit uns hier sind. Die 88-jährige Psychotherapeutin die Familienaufstellungen macht fand die Geschichte mit dem Fluch der Tante Elise so interessant. Sie war im Krankenhaus und hat danach bei meinen Eltern jeden Tag angerufen. Eine ganz tolle Frau. Sie war keine Freundin, hat Hanna aber lieb gewonnen im Sterben. Wir gehen von der Trauerfeier direkt in die Oper mit anderer Fliege. Paps fragt, was er tun muss um noch „in dieser Inkarnation“ noch mal mit uns ins Bareiss gehen zu dürfen, ob er sich das zum Geburtstag wünschen darf und wir sagen; ja und zum Vater- sowie Muttertag, zu Erntedank und auch zum Nasehaarschneidetag und aus welchem Grund auch immer. Er bezeichnet uns, seine Familie als Armee mit der er Morgen anrollt. Ich kompensiere eine Großfamilie. Wir sehen Morgen Birgit und Andi und ich schreibe noch etwas und suche Briefe, die ich für meinen Vortrag brauche.

29.01. Traum: Trauerfeier an zwei Orten. Wir müssen dazwischen pendeln. Zugtüren schließen. Ich quetsche mich raus, eine Frau hilft und hänge unten auf dem Gleisbett. Christiane hat Salami gekauft und wir haben davon schon was weggegessen. Das sollen 200 Gramm sein. Sie will was zurück halten wir die spätere Schicht. Kann sie bestimmt dort auf einer Platte dekorieren. Es ist erst 2:30 Uhr. Ich schreibe an der Trauerrede bis fast 5 (Mama ist in der Küche und kommt immer rein und streichelt mich) und um 8 bin ich wieder wach. Traum: Von hinten verwechsele ich Stephan, er hat eine Platzwunde am Kopf. 4 Hunde mit Stephan. Lustiges Rudel, unterschiedliche Größen. Er lässt sie Platz machen für Leckerli. Sie sind abgeleint und spielen verstecken miteinander. Mama zeigt mir Ohrringe, die großen mit dicker Perle und viel Gehänge gefallen ihr doch nicht, die goldenen Froschstecker sind nicht schön, keine Details in der Verarbeitung wie sie es mag. Lange Schlange vor der Bäckerei. Hier gibt es wohl was Leckeres. Wir sitzen auf dem Markt, Gabi und Caro sind ein Paar und ich sage zu meinen Eltern, dass wir den Steckigel für Hanna bei Gabi gekauft haben.

Paps mag die neue Lush und nutzt sie als Seife. Parkplätze direkt am Friedhof. Alles schön moosbewachsen, aber Nürnberg ist schöner. Ich gründe mit meinen Eltern eine neue Tradition. Das finde ich auch gut. Habe nach der Beerdigung verstanden, warum sie zu ihrer Tante ins Grab wollte und nicht zu den Eltern. Die Linie der Tanten. Sie kannte die Tante Elise, die den Fluch ausgesprochen haben soll, dass die weiblichen Haarernachkommen kinderlos bleiben, weil sie nach einer unehelichen Schwangerschaft von der Familie verstoßen wurde. Paps kannte sie und Hanna noch mehr. Sie war kreativ und eigenwillig und soll mal eine Nähmaschine in die Einzelteile zerlegt und wieder zusammen gebaut haben, weil sie sich ärgerte, dass die nicht funktioniert hat. Hanna hat sich im Namen der Familie bei ihr entschuldigt mit weißen Lilien (Familienaufstellung quasi) und trägt die weißen Lilien in der Hand auf dem gemalten Selbstporträt auf der Grabstele. Diese Verbindung über die Tantenlinie geht vielleicht mit mir und Katalin weiter. Wir werden sehen. Sie schreibt mir jedenfalls Briefe und ich antworte.

Es ist herrlichstes Wetter mit Sonnenschein. Johannes treffen wir auf dem Friedhof und ich sage ihm zur Begrüßung, dass er nächstes Mal meine Beerdigung organisieren darf. Alles ist vorbereitet mit der Schale mit Blumen am Grab, wie Hanna es wollte. Der Stein ist weggeräumt. Das Grab ist tierisch tief. Die kleinen Gärtnereifahrzeuge, die Friedhofsgärtnerei mit dem Igellogo halte ich an und stelle Orientierungsfragen. Wir gehen in das Salzcafé und holen die Christsterne und ich kaufe einen Mimosenzweig, den ich so schön finde sowie Pulswärmer aus schwarzen Filz mit Spitze für die Steuermitarbeiterin. Die Aussegnungshalle hat Jugendstilfenster, 3 Frauengestalten mit Glaube, Liebe, Hoffnung. Als meine Eltern zu ihr gehen, gehe ich nach. Sie liegt da, dünn und verändert, aber irgendwie schön. Die Fingerbeeren sind lila und sie hat was Lilagemustertes an. Ich muss schluchzen und bilde mir ein, dass sie atmet. Ich sage Stephan, dass sie schön aussieht und wir gehen noch mal hin. Auch 3 Wochen abgehangen haben kaum geholfen mich davon zu überzeugen, dass sie nicht nur schläft. Ich mache sogar ein Foto, aber heimlich und das wird nicht veröffentlicht und auch keinen gezeigt, es ist nur für mich. In der Kirchenbank neben uns sitzen Blankenhorns, die Nachbarn meiner Oma. Ich erkenne vor allem sie wieder und er, der alte Jäger mit dem roten, asymmetrischen Gesicht, der viel netter ist als er ausschaut, ist 88. Sie sind gekommen um meine Eltern zu unterstützen. Die Pastorin macht es sehr gut, jeder der sie kannte hatte auch einen Konflikt mit ihr. Wir sollen den Schatten des Streits und des Missverständnisses los lassen. Sie hat der Pastorin wohl auch das ein oder andere Mal richtig vor den Kopf gestoßen und sie verletzt und beleidigt. Die Zahl 13 wie eine Botschaft, am 13ten geboren und gestorben und als sie die Aussegnug machte war die Todeszeit 13 Uhr notiert, es gibt nicht nur 12 die Symmetrie, 12 Monate, 12 Apostel, sondern es gibt auch noch das andere, nicht konforme. Wie hinfällig sie war und wie es zum Schluss mühsam für sie war und sie von Bank zu Bank gegangen ist mit Pausen und dann zum Schluss auch die Schritte in der Wohnung ihr schwer fielen und sie nicht aus dem Sessel aufstehen konnte. Der Chor, die Halle ist voll. Promibegräbnis für eine 88-Jährige. Da muss sich auch was richtig gemacht haben. Am Grab eine Klangschale mitschlagen und ich weiß nicht wie, Überforderung, dann schnell zu meinem Bruder gehen als er vor tritt. Er muss doch sehr weinen und wir stehen als Familie zusammen. Das tut gut. Freundinnen singen noch mal spontan am Grab einen Kanon und es wird viel geweint. Sie hat den Menschen was bedeutet. Als ich die Mimosen zum Grab bringe mit Stephan und Hannes ist der Bagger schon zugange, der wie ein Insekt auf dem Rasen steht. Die Männer versprechen, dass sie den Zweig anschließend drauf machen. Sie hat die Stele bemalt und mit die Symbolik erläutert. Das wird in meiner Ansprache als eines der Themen vorkommen. Bei dem Vogel muss ich an einen weißen Raben denken, auch wenn er eher ausschaut wie eine Möwe oder ein Adler.

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Fritz nervt als einziger mit der kaputten Platte: „Das sind keine Maultasche, das ist ein Omelett“, „Das ist keine Hauptspeise, das ist ein Omelett“. Ich rede ihm schon vor dem Beitrag zu viel. Ich bin aufgeregt und kriege es zu 2/3 hin, finde die Briefe z.T. nicht, aus denen ich was vorlesen will (halt mein Chaos) und improvisiere, aber es kommt gut an. Danach sagen mir etliche Leute, dass sie in mir weiterlebt und, dass sie Hanna in mir erkennen und ich wie ihre Tochter bin, diese Power und Tatkraft. Besser geht es dann wohl nicht. Schulfreundinnen von ihr bedanken sich, Nachbarn. Aus dem Heilerkreis will mir die eine einen bestickten Gürtel von Oma schicken, weil ich doch kreativ sei (lustig machen über Kinesologie und Austesten ist hier nicht angesagt), der Mann einer anderen wohnt in Braunschweig (gleich neben meinem Onkel in Hondelage in Waggum) und Hanna hat ihm geschrieben wegen der Kühe. Er macht was mit aussterbenden Haustierrassen. Seine Frau ist Öko und hat einen Korb mit Blumen dabei und hat am Grab gesungen und geweint. Er schreibt mir seine Mail Adresse auf. Die Frau, die ich im Augustinum aufgetan habe, erkenne ich wieder vom Geburtstag vor 3 Jahren und sie ist doch nett und nur am Telefon war doof. Mit der Ikebanalehrerin ist sie da, die nicht von ihrer Seite weicht. Die Bevollmächtigte ist eine sehr nette Frau und Hanna hat mir ein Foto von ihr und sich mit einer Kette von mir um geschickt, als die Frau 60 wurde. Sie kennt Hanna seit 1962. Sie war ihre Lehrerin und sie hat sie verehrt. Erst dachte sie Dutt und Schottenrock, die ist total spießig und dann ist sie wegen ihr auch Musik- und Englischlehrerin geworden. Sie sind immer in Kontakt geblieben die ganzen Jahre. Die anderen, diese Frau und auch mein Bruder haben wohl auch Briefe von Hanna bekommen, aber nicht so wie meine. Wir hatten wohl schon diesen Draht zueinander. Ein Ehepaar aus der Schweiz, Solothurn, die ich nicht kenne. Die Frau schaut mich an wie Hase die Schlange, fixierend und erwartungsvoll. Der einzige mit dem ich nichts anfangen kann ist mein Patenonkel aus Freudenstadt, der von mir was weiß und dessen Frau mich so scheinheilig fragt, wie es mir geht und eigentlich wollen sie hören todkrank und ich habe Lust zu fragen, wie es der mit mir gleichalterigen Tochter von Fritz geht, die einem Heiler vertraut hat und vor Jahren an Brustkrebs verreckt ist. Ich verteile stattdessen die Gestecke, die ich oder Hanna mit Schale bezahlt haben. Meine Eltern suchen die deutsche Bank und haben auf dem Parkplatz geparkt auf Empfehlung des Jägers, weil die Schranke angeblich kaputt. Jetzt ist sie zu und das Parken nur für Kunden der Bank, aber Dietrich bekommt einen Token, weil er sagt, schöne Grüße von Herrn Blankenhorn und wir können fahren. Es geht um den Goldschatz der Familie, von einem kinderlosen Onkel, der als eiserne Reserve im Schließfach liegt. 13 kleine Tafeln. Da haben wir es wieder mit der 13. Es war ein Promibegräbnis. 50 Leute und mehr und das zum Achtzigsten. Das schaffe ich, wenn ich jetzt die Biege mache. Sie muss irgendwas richtig gemacht haben und hat vielen Menschen geholfen.

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Nachhause und kurz Ruhen. Ich nicke ein und schrecke auf und sehe das tiefe Grab. Es ist wie ein Falltraum. Ich will da nicht rein. Ich sage es auch Stephan und er sagt, es muss eine andere Lösung geben. Später frage ich ihn, was er sich überlegt hat, weil auch wenn das nur die äußere Hülle wäre, quasi Bananenschale so tut es mir um meine Bananenschale trotzdem leid und er sagt, große Tiefkühltruhe kaufen und als ich sage, das gefällt mir nicht, weil nur Interimslösung und vielleicht durchtrocknen wie eine Mumien sagt er, Organe und Gehirn müssen raus und ich sage, das sei nicht schlimm, kleine OP, wie Blinddarm und er will den Freund aus Bayreuth mit den Trockenfrüchten fragen, wie groß seine Dörrobstmaschine ist, sonst zerteilen und einzeln trocknen und wieder zusammen setzen. Das geht alles.

In die Oper, vorher Auto in die Tiefgarage, Stephan begleitet Dietrich und ich fahre mit Arnhild eine Station mit dem Bus und sie steigen zu oder wir aus. Es wird knapp. Netter, junger Mann steht zwischen uns und Dietrich lästert über die reichen Grünen, wie der Grandler aus Wien. Ich gehe dazwischen. Der Cousin aus München den er nicht leiden kann hat ihm gesagt, man müsse sich öfter treffen. Daraufhin antwortet Paps, der Zug sei abgefahren. Er ist eben knallhart und irgendwie wie seine Schwester, die auch Menschen vor den Kopf stoßen konnte oder auch ich. In der Stuttgarter Oper ist das Deckengemälde schwarz-weiß wie das Treppenhaus in Wien und die Luster sind Silber, genau wie in Wien. 3 Teile, unterschiedliche Geschmäcker. Ich hätte das silberne Konfirmationskreuz von Hanna was Mama mit mitgebracht hat in die Oper zu meinen silbernen Lametta-Ballettmädchenohrringen tragen sollen. Der erste Rang macht Daumen hoch Bewegungen und weist mir auf die Bühne. Das erste Stück von einem Forsythe oder so ist grau mit minimalistischer Musik und Stühlen und asymmetrischen Gruppen von Tänzern. 3 Frauen ein Mann und umgekehrt. Der Typ sieht sehr süß aus. Dann kommt das von Goecke mit nur einer Frau und alle haben nackten Oberkörper (die Frau mit hautfarbenem BH) und schwarze Hosen. Mein Vater nennt es Spastik für Fortgeschrittene. Das dritte ist Klassik. Mir geht Beethoven am Nerv. Die tänzerische Umsetzung ist sehr gut und zum Teil ironisch zu der Musik, so verstehe ich es. Auch Kostüme und Bühnenbild sehr stimmig und gut. Es erinnert mich an Olympiade mit einem weißen Lichtkegel als olympisches Feuer um was die Tänzer herumstehen und die Frauen im Spagat werden über den Boden geschoben wie Schlitten und das in Reihen gegeneinander. Die Steigerung in der Musik spielen sie tänzerisch nach und die Frauen tanzen die hohen Instrumente und die Männer die tiefen. Ich mag das insektenhafte mit nur Männern und einer Frau, das düstere lieber und das ist von Goecke. Da bin ich gefesselt und schaue wie auf einen Krimi was als nächstes kommt. Bei Beethoven denke ich nach einem Drittel, es reicht, ich habe die Bildsprache verstanden. Die Männer haben nicht nur six pack, sondern Beulen im Po vor lauter Muskeln, quasi selbstgemachte Cellulite in XXL. Ich habe – rein rechnerisch noch 32 Jahre, vielleicht wird es dann nicht so schlimm sein und ich werde mich mehr damit angefreundet haben. Beim Applaus müssen sie so tun als seien sie Heteropaare und dann ist die Welt wieder in Ordnung. Wie schwul die sind merkt man z.B. an den Hebefiguren. Da wird die Kollegin angepackt und wenn dabei eine Titte angefasst ist, war die halt zufällig im Weg, auch egal. Paps darf schimpfen und alles 5 x widerholen. Stephan will heute lieb zu ihm sein. Er sagt – rein rechnerisch – ist er in 3 Jahren dran und er sei noch nicht so weit. O.k. vielleicht geht es mir dann immer noch so, wie werden sehen.

Kiste, die Männer am Nachbartisch sehen aus wie Darsteller und Besucher des Balletts in dem wir gerade waren. Sie haben einen süßen Hund, nach dem Arnhild und ich uns verzehren. Ochsenmaulsalat mit Bratkartoffeln schmeckt mir am besten. Zum Nachtisch gibt es Flädle mit Preiselbeeren gefüllt, also Palatschinken. Wir planen Morgen und es gibt ein geheimes Nachspiel und abends treffen wir die Verwandtschaft. Die Versicherung: Der Australier wird erst eine Woche später zurückverlegt.

30.01. Werde um 5 Uhr wach und schaue nach Flohmärkten. Um 6:30 in das dritte Bett. Stephan hatte ermahnt es nicht zu nutzen, aber ich zahle ab der fünften Person, Betten nutzen kann ich wie ich lustig bin, vielleicht sind wir auch nicht 2 Paare. Traum. Familienfest. Irgendwelche Kiddies aus der Verwandtschaft (Kinder von Cousinen) haben mein Minionhütchen (was ich dabei habe) in Varianten nachgebaut, 2 sind wie meines gehäkelt in blau-gelb, eines mit einem Minionbaby auf einem weißen Häkelhütchen in schwarz-weiß und eines mit einem Napoleonhütchen. Das bezieht sich auf eine andere Figur, die gerade angesagt ist wie ich einem Magazin entnehme (Artikel darüber drin und Werbung hinten auf der Rückseite). Dann können wir Gruppenbilder machen, ich bin begeistert. Sie haben Dackel und Dackelbabies. Die soll ich nicht anfassen sonst wird die Mutter griffig, einen großen, dicken Hund, wie Mastiff, dem halte ich was vor, er schnappt und ich muss es ihm aus dem Maul ziehen. Der ist sehr dick und phlegmatisch und legt sich aufs Sofa. Dann ein schwuler Florist, der Hütchen für mich gebaut hat, mehrere genau mein Stil, nur 2 schenke ich weiter. Das eine hat ein auffälliges Mobile und ich lieb in sehr, dass es seine ersten seien und so gut. Ja, Technik sei sein Thema. Das andere ist eine Mortadella-Scheibe als Filz, kunstvoll zum Hütchen aufgetürmt, wie der Tiroler Hut, den mir Heike mal gemacht hat. Dann duschen an einer Glasscheibe. Hinter mir duschen Männer (eine Gruppe wie im Ballett) und vorne ist meine Dusche auch aus Glas und Parallel. Arnhild will nicht, dass ich da so hinschaue und ich will es mir nicht verbieten lassen und man sieht eh nichts. Ich dusche und behalte was an. Dietrich steht neben mir. Dann als ich auf der Straße bin, ist die Männergruppe da und irgendwie sauer auf mich und der eine spritzt mich nass mit einer Wasserpistole. Ich bin alleine und kann mich kaum wehren außer weggehen und ihn laut beschimpfen. Dem Hütchenmacher, sprich Floristen hatte ich Sachen abgekauft in seinem Laden u.a. zwei Sangria-Flaschen aus Keramik mit bunten Blumen. Die waren reduziert. Sie gehen sehr leicht kaputt und haben überall sofort Schlagstellen, wenn sie aneinander kommen und das wird immer schlimmer, d.h. immer mehr Stücke brechen ab. Die schmeiße ich gleich weg, bin aber nicht traurig, dass ich ihm das Geld gegeben habe. Dann geht es um Aufbruch in einem Wagen, einen Kombi?, von Hanna?, um irgendwas mit einem Dackel oder Vogel, aber diesen Teil konnte ich nicht festhalten.

Dietrich singt die Musik von gestern. Beethovens Siebte und Stephan nennt es Werbemusik. Das Ballett kommt eher den Männerkörpern zugute. Die Frauen sehen knabenhaft aus wie Turnerinnen, breite Schultern, schmale Hüften, Brüste wegtrainiert und die Männer bekommen ein breites Kreuz und sehr definierte Arme und Bäuche und auch den Rest. Ich überlege, dass ich das Sofa auf jeden Fall bekommen werde und wenn ist es aus der Erbmasse herauskaufen muss. Es gibt eine Testamentsvollstreckerin, die Steuerberaterin ist und die bekommt die Schlüssel und macht eine Aufstellung, ein Inventarverzeichnis. Die Christrosen können wir nicht auf Omas Grab pflanzen, das ist aufgelöst. Meine Schwiegermutter hat alle Geschwister schon verloren und ist alleine da.

Das Café Stöckle ist wie Wien mit Eiern im Glas und ganz viel selbstgebackenen Sachen u.a. Eierbiskotten, wie der Wiener sagt also Löffelbiskuit und Wiebele und Anisbrote, Käsegebäck zum Wein, Mohrenköpfe mit Sahne gefällt. Die Käsestange wird warm serviert und ist mit richtigem, leckeren Käse gemacht. Ich würde sagen Emmentaler. Das macht sie so lecker.

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Mit dem Bus zur Staatsgalerie, aber wegen der Baustelle heißt die Station nur so, er hält ganz woanders. Wir wollen erst unten durch laufen. Die U-Bahn-Station wollen sie wohl auch wegreißen. Unten verfällt alles und die Tauben sind eingezogen. Dann wieder zurück und oben lang. Dürerstiche. Man kennt sie, aber dieses Haus macht immer prima Gegenüberstellungen mit Schongau und einem niederländischen Künstlerkollegen von Dürer. Dürer ist der Beste, aber das wussten wir vorher schon. Moderne Kunst ist für mich schwer zu ertragen mit Dietrich. Willi Baumeister hat einen eigenen Raum da, er war befreundet mit Hans Arp aus Straßburg. Das erklärt Einiges. Ich vermeide die Blickkontakte, aber eine Mitarbeiterin läuft mir nach um mich zu fragen, ob sie mir was sagen dürfe und dann, dass sie mein Outfit mag. Dietrich lobt den Schlossplatz. Ich weiß gar nicht ob ich ihn so mag, aber es ist ein Park mitten in der Shoppingmeile. Zwei Männer halten eine Transparent und werben für die Solidarität mit griechischen Bauern. Feinkost Böhm, gut sortiert, aber ohne Atmosphäre. Die Stuttgarter Maultaschen sind kleiner als die Schwäbischen (6 statt 4) und es gibt zig Sorten mit Siedfleisch und Gemüse bis hin zu vegan. Ich kaufe auch die Pralinenmaultaschen, die echt gut nachempfunden sind mit weißer Schokolade für die Kinder heute Abend. Bus, Endhaltestelle, aber er fährt den Berg hoch zu der Stelle wo Oma im anthroposophischen Altersheim war mit toller Aussicht (unfreiwillige Stadtführung). Wir steigen aus und fahren zurück und dann Flohmarkt am Karlsplatz 10 Minuten, ein alter Dirndlrock mit Weste. Dann direkt zum Asemwald mit eingeschweißten Maultaschen im Gepäck.

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Ich kriege das Geld für die Tischdeko bis auf den letzten Euro wieder. Wir schneien bei der 88-jährigen Nachbarin mit der Glatze rein, weil Dietrich pinkeln muss und überhaupt. Die freut sich und bittet uns rein, sie ist am Staubsaugen und der läuft immer ganz heiß. Es gibt Sprudel, die geflochtenen Untersetzer sind in meinem Hütchen verarbeitet. Sie ist 88 und weiß alle Daten. Das ist beängstigend. Die Mutter kam aus Bremerhaven, ihr Opa war Schiffsingenieur bei der Hapag-Lloyd, ist aufgebrochen nach Australien und die wussten nicht, dass der erste Weltkrieg ausgebrochen war und wurden nach der Ankunft interniert. Das Lager war human, nur die Langeweile war schlimm. Sie haben Theater gespielt um sich zu beschäftigen. Er hatte schrecklich Heimweh nach seiner Familie und ist dann dort gestorben. Sie hat Ausbildung zur Bibel? Diakoniehelferin in Hannover gemacht. Wollte raus aus der Provinz und nach Norddeutschland. Sie musste dann zurück. Ihre Mutter ist vor 50 gestorben und sie musste das weibliche Oberhaupt der Familie sein und ihre 10 Geschwister versorgen und denen eine Mutter sein. Sie hat gelernt den Haushalt zu führen und Nachspeisen runden das Essen ab. Eine Mark hatte sie für die Nachspeise von allen. Der Vater war „Rentenverachter“ (den Ausdruck kannte ich nicht). Er hat durch Währungsreformen 2 Lebensversicherungen verloren. Er hat immer gedacht, Rente ist was für Faule. Er arbeitet weiter bis er 80 ist und hat dann noch ein paar Jahre. Mit 80 und knapp darüber ist er gestorben. Die Franzosen und die Amerikaner standen sich am Neckar gegenüber und das Elektrizitätswerk sollte gesprengt werden. Der damalige Bürgermeister hat sich mit einer Waffe davor gestellt und das verhindert. Sie hat Hanna jeden Tag einen Apfel gerieben und die hat das als Liebesdienst bezeichnet und sich gefreut wie ein Kind darüber. Geriebener Apfel ist Mutterliebe, wenn man krank ist. Das sagt Dietrich, wenn man richtig doll krank war, lag man im Bett und es gab ein Glas eingemachte Birnen, weich, geschält in Sirup. Sie war bei Hanna als sie das erste Mal gestürzt war mit Glasscherben im Po und einem gebrochenen Arm. Hanna hat sie gerufen. Sie hat gesagt, dass sie anrufen könne und Hanna hat umgekehrt auch versprochen zu ihr zu kommen, wenn was sei, könne sie anrufen, auch wenn das so was von unrealistisch war, wie Frau Frank betonte, aber der Wille zählte und trotz Scherben im Arsch und Extremsituationen hat man sich immer gesiezt. Als die Sanitäter kamen wollte sie in ein bestimmtes Krankenhaus was allerdings auf dem Gelände des Krankenhauses war, wo sie ohnehin hingefahren wurde, was sie aber nicht überblickt hat. Sie hat dann zu den Sanitätern gesagt, wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich mir ein Taxi bestellt. Ich liebe diese Selbstüberschätzung, wie Stephan zu Recht sagt, warum ist sie nicht selber gefahren. Das Auto war in der Tiefgarage, aber wohl die Batterie leer, wie Dietrich dann meint. Sie schenkt meiner Mutter das Buch der Pastorin über Tod und Sterben. Der Tod als Tor oder so ähnlich und fragt, ob sie uns zum Bus begleiten soll, draußen regnet und stürmt es. Gestern bei der Beerdigung wollte sie mir schon was tragen und ich habe sie gefragt, ob sie mich verarschen will mit 88 mit was tragen!? Ob ich sie fragen soll ob es eigentlich schwer ist für eine Person zu kochen, wenn man immer für 16 gekocht hat? Später denke ich, dass war mütterliche Liebe und Zuwendung die Johanna im letzten Lebensabschnitt erfahren hat und davon hatte sie vielleicht zu wenig und bestimmt. Das sagte sie auch, dass ihre Mutter eine Lichtgestalt, aber als Mutter wenig liebevoll und ihr das gefehlt habe.

Sonderzüge zum Fußball. Viel zu dunkel, kalt und nass für so was. Wir stranden in Untertürkheim am Bahnhof und der Taxistand ist verwaist. Der Dönerladen, den ich auch in guter Erinnerung hatte macht immer noch einen guten Eindruck und der Typ ist willig, aber die Taxizentrale besetzt. Hier trinken wir Chai und warten auf den Abholservice aus der Familie. Es schüttet und zu Fuß gehen ist keine Option. Alte Kelter in Untertürkheim. Wir sind oben im 1. Stock und ganz für uns. Es ist unheimlich gemütlich eingerichtet, der Sekt ist der beste der bisherigen Reise und geradezu köstlich und das Essen auch. Der Typ ist Maultaschenmeister (Stephan hat welche angeröstet mit Speck und ohne Omelett) und ich liebe die Spätzle mit Kalbegeschnetzeltem und frischen Champignons. Der Salatteller ist so köstlich, dass ich mir einen zweiten bestelle, gerade der Kartoffelsalat, Weltklasse. Wir schauen alte Fotos auf denen Birgit blond ist und ich sie zuerst nicht erkenne. Die Konfirmation ihrer Söhne, die jetzt studieren. Paul (2. Klasse) hat alten Autoatlas dabei von 1979/80 und interessiert sich für Tabellen, ganz komplizierte auf denen man sehen kann, wie lange die Strecke von Zürich nach Amsterdam ist. Er malt Autos, Leichenwagen wie es ausschaut und andere und schneidet Puzzle, die man erst ab 30 zusammenlegen darf. Ich denke, die Linien sind Straßen, aber es ist ein großer Minion mit einem Auge in der Mitte und zum Abschied streckt er die Arme hoch und will umarmt werden. Ich bin hin- und weg. Ich bewerbe mich für die Weinlese bei dem ältesten Bruder Gerhard und seiner Frau, zeige die Kuhfotos als Beweis meiner landwirtschaftlichen Erfahrung vor und kündige meine Kittelschürzensammlung an und vielleicht mache ich Entwürfe für Weinetikette, Sonderedition. Marketing usw. Ich bin Städterin und will viel Geld zahlen dafür, dass ich irgendwo hart körperlich arbeiten darf und ran genommen werde um mich mal wieder zu spüren, sage ich ihnen. Ich kann sowohl bei Jörg und Annette als auch bei Ingrid (kommt aus Wolfenbüttel und ist seit vielen Jahrzehnten in der Weinlese fest im Sattel und kann mich unter ihre Fittiche nehmen) übernachten. Es tut gut, Andreas und Birgit zu sehen, er hatte gerade Geburtstag. Das haben wir wieder verschwitzt und auch eine dicke Einladung zum Fünfzigsten konnte da nicht helfen. Wir sind scheiße in der Hinsicht. Barcelona oder Bareiss in der alten Kombination. Letzteres wäre einfacher, weil wir es kennen und meine Eltern alt sind und Birgit hatte letztes Mal ein Gipsbein und konnte nicht ins Wellness. Das kann man auch noch anführen. Sie laden uns ein und sagen Dietrich, dass sie gerne ihre Eltern einladen würden und es nicht mehr können. Ja, aber wir sind nicht die Eltern, lassen uns miteinladen. Annette fährt uns zurück im 7-Sitzer. Jörg ist so romantisch wie Toast-Brot moniert sie und kann alles reparieren, auch ihre Nähmaschine, wo sie doch eigentlich eine neue wollte und jetzt auch Weihnachten bekommen hat. Sie hat einen ganz lieben Mann und ist selber sehr freundlich und aufgeschlossen und unkompliziert. Die Tochter hatte ihre Buttonsammlung dabei und die von mir waren mehr als mittelprächtig. Ich laufe schnell in die Wohnung gebe ihr die Katzenbrosche mit Filz und Spitze mit, die Arnhild mir zurückgegeben hat.

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Die Verwandten vom Rotenberg sind so herzlich und warm. In das Familienbad eintauchen, wie Wellness für die Seele. Das tut richtig gut. Ich würde sie gerne öfter sehen und schlage ein gemeinsames Treffen bei der Landesgartenschau in Bayreuth vor, meine Eltern haben ein großes Haus und genügend Schlafzimmer und Betten und würden sich auch freuen. Meine Eltern sind im Übrigen mit Bareiss einverstanden und sagen, das sei genauso gut wie Barcelona.

Die eine Freundin von Hanna, die mir eine Foto schicken wollte, auf dem Hanna eine Kette von mir anhatte schreibt mir:

„hier, wie versprochen, das Foto und noch zwei andere. Das von der Chorfreizeit ist aus meiner allerersten Zeit mit Johanna im Gymnasium Wilhelmsdorf. Es war so ca. 1975. Die anderen beiden sind von Johannas Geburtstag 2014 – hiervon hab ich noch Fotos von Katia, Angelika, Annie…also Gästen, falls Du noch was magst, sag’s einfach. Da ich mich nicht selbst knipse stelle ich noch ein Foto von meinem Geburtstag dazu, als „Häkchen“, wer das nochmal war, die Babs. Du hast ja mit so vielen Menschen gesprochen.

Wenn ich noch irgendetwas tun kann, sei es für Dich persönlich oder die Haushaltsauflösungen bei Johanna betreffend, lass es mich wissen. Ich habe Johannas Umzüge ab der wunderschönen Wohnung in Esslingen alle helfend begleitet und kenne das Ausmaß und die Fülle ihrer Haushalte sehr genau…;

Ich wünsche Dir ein schönes Restwochenende!“

So lieb und Johanna spielt mit den Fingern an einer der Kette, die ich ihr gebastelt habe. Ich freue mich. Die Frau treffe ich vielleicht wieder zur Testamentseröffnung denke ich, dass ich dem Notar was faxen kann, aber wissen tue ich es nicht. Das ihre ganze persönlichen Sachen auf dem Müll laden, den Gedanken ertrage ich kaum. Sie als kinderlose Tante ist in direkter Verbindung zu mir.

31.01. Traum: Ein alternatives Kaffee, immer wieder Bahn verpasst. Beauty Case stehen lassen, gerade will ein schwarzer Mann danach greifen. Die haben Schokoladensammlung als Deko, lauter figürliche Darstellungen wie Minions und alte Schachteln. Wenn das nicht gammelt oder Insekten anzieht. 2 Kaffee und einige Kleinigkeiten sollen 50 kosten. Das kann nicht stimmen draußen hat sie uns eine andere Zahl gesagt, 30 sind auch noch teuer genug. Neue Geldscheine mit große Insekten drauf, Ameisen. Die will ich wieder und Alte geben. Sie zeigt mir Kopien und ich denke, sie will mich verarschen und rufe Polizei, nein, ich habe meine schon wieder eingesteckt. Herr Flade sucht einen neuen Kollegen. Der unsympathische Typ ist Headhunter und ist stellvertretend für eine dritte Person da. Was ist mit Tennisplätzen fragt er und als Flade sagt, es gibt nur Mail als Kommunikationsform und kein Telefon meint der Typ, dass er die Spezialistin dann vielleicht nicht bekommen wird.

Morgens in der Küche. Meine Mama erzählt von der Familienaufstellung und wie die Ahnen ihr Kraft geben. Ich lese meinen Eltern das Rilke-Gedicht vor und muss gleich heulen, weil ich das so schön finde und es so Hanna für mich ist. Hätte ich nicht machen können, aber die Professionelle, die sich vorgeschlagen hat und dann nicht kam oder erst zum Essen, konnte auch nicht gut Gedichte vorlesen. Das war überschätzt und verzichtbar. Ich will der Frau Frank eine Postkarte aus Hannover schicken aus den 50er Jahren, so wie sie es kannte. Sie interessiert sich für alte Geschichten und alte Briefe. Ich habe die von Oma und die sind getippt und ich wollte was daraus machen, sie abtippen. Als wir alle zusammen Dietrich kritisieren, sagt er, dass er für Teneriffa als Geschenk 10 rote Karten haben will, die er ziehen kann, wenn wir das Thema wechseln sollen. Arnhild kriegt wieder Panik wegen Streit und droht wieder mit Absage, aber das glaubt ihr auch keiner. Ich habe mich eingeschleimt mit den Weinbauern gestern und sage, die würden mich aufnehmen. Ich bin die Grille von Janosch, die sagt, ich habe vergessen zu sähen und zu ernten und will mal ein paar Monate umsonst bei euch wohnen und euch dafür unterhalten. Ich nehme das Konfirmationsbild von Hanna mit. Da hat sie das Kreuz um was sie mir zur Konfirmation geschenkt hat und ich jetzt habe. Ich habe mich damals verpflichtet gefühlt es zu nehmen, weil sie mir das erzählt (sie gab mir Schmuck zur Auswahl, aber ich wollte das tun, wovon ich glaubte, dass sie es will) und habe mich geärgert, dass ich nicht den Modeschmuck genommen habe, der mir besser gefallen hat (quasi Salmiakpastillen statt Lübecker Marzipan, der Höflichkeitslügen auf der anderen Seite bei meiner Oma in Travemünde). Jetzt freue ich mich. Ihr Vater hat sie verarscht und sie den Landesbischof genannt, weil sie das so ernst genommen hat. Dietrich hat diese Tradition fortgesetzt.

Die Privatklinik in der ich geboren wurde ist um die Ecke, aber die gibt es nicht mehr, das physikalisch Institut ist halt das physikalische Institut und das Linden Museum mit den Schattenpuppen und der Uhrensammlung schaffen wir zeitlich nicht. Wir gehen noch mal ins Café Stöckle und die Bedienung kennt uns schon und weiß, was wir für Kaffee trinken. Die Kuchen sind hammer und leckerer als Klaiber, Orangen-Schmand-Kuchen, fluffig mit einem Baiser als oberste Schicht. Durchaus Konkurrenz zur Topfenschnitte vom Sperl. Kürbiskerncroissants zum Mitnehmen. Es gibt nur noch zwei und ich teile mit Mama und nehme noch eines mit Käse. Auch hier wieder echter, leckerer Käse, das macht den Unterschied. 2 Croissants für 2,40 €. Der Pomerian-Hund von gestern ist auch wieder da und Stammkunde. Die Bedienung hat erfahren, dass Anlass der Reise ein trauriger war und wünscht uns eine gute Heimfahrt. Sie verrät mir das Geheimnis der Eier im Glas. Man pellt sie von Hand. Nein, eine Maschine dafür gibt es nicht. Das war die Theorie am Frühstückstisch und damit hatte Paps auf der Trauerfeier im Restaurant noch darüber doziert, wie großartig der menschliche Körper ist, Gebärmutter das am meisten durchblutete Organ der Frau und Verdauungstrakt spaltet Enzyme, da braucht man im Labor große Hitze und Druck und Riesenmaschinen und es ist wahnsinnig aufwendig und kompliziert, wenn man es überhaupt so hinbekommt.

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Packen, das Auto ist knallvoll. Immer ins Navi eintippen, Buchstabe für Buchstabe, „K“, bitte warten, „A“, bitte warten, „R“, bitte warten, „L“, bitte warten usw. auch wenn wir wissen, wo es hingeht und dann wars doch die falsche Adresse und das Ding quatscht die ganze Zeit und Mama kriegt es nicht ausgestellt. Ich will mit einem Stein draufschlagen. Paps wird angehupt, weil er zwischen den Fahrbahnen fährt. Stephan ist gut: Wir nehmen die Koffer gleich raus, weil Dietrich fährt zu seinem alten Gymnasium um dort einen Parkplatz zu suchen, also möglichst weit weg vom Zielort, der Bäckerei und wir wollen dann gleich vor der Tür in die Bahn einstiegen um zum Zug zu fahren.

Klaiber, Quittengelee, Schichtnougat und Gummibärchen, auch für die Kinder. Er kommt auch aus Villingen-Schwenningen und hat die Holzmasken und Fahnen im Schaufenster dekoriert. Hat zu wenn Fastnacht ist und fährt nach Hause, sein Vater ist gestorben, er macht angebrannte Mehlsuppe und Kutteln als Kateressen (viel besser als Gaisburger Marsch, wie er dem Kunden erklärt) und dann Maske auf und um die Häuser ziehen und nächsten Abend Ball und er hat den Schlüssel für den Saal. Er kocht gelegentlich Menüs (mit Schokolade, aber salzig) und ich will mich mal anmelden zu einem. Vielleicht als Belohnung wenn ich als Erntehelferin gearbeitet habe. Hat die Bäckerblume der Kochinnung (ich nenne es so und frage ob es umsonst ist, er widerspricht, weil der Vergleich eine Beleidigung ist und seine Hefte viel hochwertiger) und sie vertreten Deutschland und machen Catering und Schnitzelköche nehmen sie nicht. Die Tochter wiegt ganz umständlich das Fruchtgelee ab und jedes muss einzeln abgewogen werden und dann ist es zu wenig für die Bizerba und dann piept es und die Eier sind fertig und sie muss unterbrechen. Ich komme dann wieder, wenn sie fertig ist und setze mich ins Café. Michael und Max sind da und auf die Mädels warten wir. Er hatte nach dem aus ihrer Sicht missglückten Familienfest, was sie beide ausrichten wollten keinen Kontakt mehr zu ihr. Der Sohn will immer zuhause anrufen wo Schwester und Mutter bleiben. Die Klaibergummibärchen sind für ihn, nein, die muss er mit seiner Schwester teilen. Er mag sie gar nicht. Die Frauen der Familie treffen ein 25 Minuten bevor wir weg müssen. Mama hat das falsche Fußballheft mitgebracht. Er ist Prinz. Die Tochter ist süß. Ich suchte jemand mit Haarmaterial für meinen Brezelstab aus Horn. Sie hat sie schon getragen sagt die Mutter. Ihrer Oma wollte ich sie schenken wegen München, aber die hat Kurzhaarfrisur. Eine 88-Jährige hatte eine Glatze, das blüht mir auch, wenn ich so alt werde. Nein, nicht ihr, keine Angst, sie wird immer volles Haar haben. Keiner in der Runde kann sich erinnern, dass Johanna in München auf dem Familienfest dabei war. Gibt nicht nur Butterbrezel sondern auch mit Salami.

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Der Abschied von Mama ist traurig und sie ist es. Gedanken wie, es ist begrenzt, wie oft wird es noch sein, muss man verdrängen, sonst verdirbt man sich die Laune gänzlich und kann es nicht so unbeschwert genießen.

Im Zug ist es voll. Wir gehen durch, ein Typ, der ausschaut wie Prince Charming mit einem Makel. Er ist groß, jung, stattlich, dunkelhaarig, sieht blendend aus wie ein junger Prinz und hat ein deformiertes Ohr, 5 mal so groß wie das andere, verformt, d.h. viel Masse, kleine Öffnung, dunkel verfärbt, wie ein orientalischer Pilz, vielleicht sogar behaart. Ich muss mich richtig beherrschen nicht so drauf zu glotzen. Habe ich noch nie gesehen und finde ich gut, dass er es so lässt, seinen Kontrast. Er hebt einer Mitreisenden den Koffer hoch und einer anderen soll er auch behilflich sein da sagt er auf mich bezogen, lassen wir erst mal die junge Frau durch. Das Theatermagazin mit Goecke und seinem Dackel. Hebungen sind albern, Frauen sind doch keine ätherischen Wesen, die durch die Gegend getragen werden müssen und kosten außerdem viel Probezeit. Das ist ihm lästig und ästhetisch kein Gewinn. Er ist da 10 Jahre und hat jetzt Auszeichnung bekommen, wurde aber auch ausgebuht. Die Innungsmagazine der Köche. Klar, die haben das immer und wollen ins Bareiss. Ich könnte die ganze Landgasthäuser im 3-Löwen-Takt abtingeln und jeden Abend Spätzle und Sauce essen. Kalbszüngle klingt spitze und der Typ sieht niedlich aus ohne Ende. Das Treppenhauslicht wird auch noch nächstes Mal in Wien sein. Das ist toll. Vielleicht schaffen wir auch den gelben Nebel zur Dämmerung.

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Gepäck nicht auf die Sitze stellen als Durchsage, peinlich, dass man so was muss, wie bitte Klopapier benutzen, aber man muss es und der Typ baut wieder alles zu neben sich mit Kaffeepappbecher und Crobag-Croissant, als ich zu Stephan wechsele, aber zum Glück kommt die nächste. Die Therapie muss weiter gehen. Peinlich, peinlich. Ich finde das sollte Bußgeld geben wie Hundekacke liegen lassen. Stephan sagt, ich bin zu radikal. Ich lästere halt laut. Unser Käsecroissant vom Café Stöckle ist mit richtigem Käse und so köstlich, das könnte ich jeden Tag essen. Crobag das ist Mist. Noch mehr Fotos von Hanna mit Hund auf dem Schoß. Bei ihren Freunden sieht sie richtig gelöst aus und strahlend. Der einen werde ich schreiben, dass ich mich gerne anmelden würde bei ihr, falls die zeitliche Reihenfolge es her gibt, weil sie sich mit  umfangreichen Haushalten und deren Umzügen und Auflösungen offenbar auskennt und da nicht vor zurückschreckt. Nein, ich will heute nicht ins Büro und bin müde. Wir haben italienisches Weißbrot vom Böhm dabei und keine Butter. Das verlangt nach Lidl im HBH. Da ist es so voll, das man sich durchkämpfen muss und Expresskassen 4 hintereinander geschaltet. Wahnsinn. Vernissage am 19.02. in Fürth. Mein Mann geht mit seiner Schwester essen in einem Teuerladen in Wolfsburg, den ich ablehne. Da wusste ich nichts von und bin sauer. Sollte ich vielleicht mal alleine eine Reise antreten nach Fürth zu einer Vernissage. Meine Eltern bedanken sich überschwänglich, dass es so schön war und wir sind ein gutes Reiseteam, wie ich finde. Ich lösche ausversehen und ohne Vorwarnung meinen Wientext unter Notizen im Handy und bin echt genervt und sauer. Sunla und Andras haben Flüge gebucht zur Lumix. Ich gehe früh zu Bett und ohne Kuss von meinem Mann, also quasi Streit. Ich denke, es war für uns beide viel.