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Outfit 03.08. Gassi gehen für 2 Std. laminiertes Nashorn von Heike

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Den Text hinter „Palettenhütchen“ kann man leider nicht lesen und der ist ja so wichtig bei dem Hütchen. Hier also die Auflösung eines Rätsels, was keines war, weil keiner fragte, aber die Antwort aufgedrängt wurde: als optische Warnung Einsatzbereich: Für Kartons, Waren und Paletten auf die nichts Weiteres gestapelt werden soll.

Das passt doch, oder?

Rahmenforschung

Mein Mann ist viel feinfühliger als ich. Ich bin ein Holzklotz. Ich bin immer wieder erstaunt, dass Menschen so ein falsches Bid von mir haben und mich z.B. für eete-petete halten? Mich! Ich bin die größte Schlampe und kann kein Buch anschauen, ohne meine Spuren zu hinterlassen. Jede Seite, die ich mir angeschaut habe, markiere ich unfreiwillig mit einem fettigen Fingerprint und bin immer wieder aufs neue erstaunt: „dhoo“, wie Homer. Ich lache auch sonst, weil ich das Gegenteil von Prinzessin auf der Erbse bin und schon auf mehreren Schere nebst Stiften, Büchern und Geodreiecken, Linialen, geschlafen habe.

Stephan hatte sofort gemerkt, dass nur ich eingeladen war, als ich schon für uns beide zugesagt hatte. Er hatte auch die Intuition, dass es als anlässlich eines Geburtstages sein könnte. Ich war ahnungslos. Er hatte Recht. Ca. 15 Frauen treffen sich im Wilhelm-Busch-Museum zu einer privaten Führung der Gastgeberin. Sie ist mit Leib und Seele Kunsthistorikerin und das steckt an. Sie erklärt so viel zu den Bildern, dass es für mich so ist, als würde ich sie noch mal sehen, ganz neu, d.h. ich war zur Vernissage bereits dort, aber die vielen Menschen und die vielen Glotzer haben mich in die Flucht geschlagen. Heute lerne ich neue Worte wie „Rahmenforschung“, dass der Wechselrahmen erst erfunden wurde und davor das Bild eine Auftragsarbeit war mit einer festen Bestimmung in einem Schloss oder in einer Kirche zu hängen und da war der Rahmen fester Bestandteil der Arbeit. Erst als Bilder als Wertanlage entdeckt wurden kam der Bedarf ein Bild auch mal dem bisherigen Rahmen zu entnehmen. Alles was ich hier schreibe steht unter der Prämisse, dass ich es hoffentlich richtig verstanden habe. Das will ich mal ganz klar stellen, bevor ich fortfahre. Interessant war auch die Bildersprache, dass mit bestimmten Tieren etwas angedeutet wurde. Ein Schwertfisch oder eine Eule als Nachttier sollten jedem klar machen, dass die Dienstleister, die auf dem Bild dargestellt wurden windige Zeitgenossen oder Quacksalber waren. Auch ein Schmetterling, der auf einem riesigen Bild mit Tiermalerei (Kühe und Schafe) gegenüber einem Pärchen winzig klein in der anderen Ecke des Bildes zu entdecken ist, soll andeuten, dass der Flirt der zwischen den Menschen dargestellt wird, eben nur ein Flirt ist und die Liebe nicht von Bestand. Dass die Jagdstilleben so beliebt waren, weil die Jagd dem Adel vorbehalten war und das Bürgertum, welches zu Geld gekommen war seine Räume trotzdem nicht mit Geweihen schmücken konnte und sich dann den aufgehängten Hasen neben totem Fasan und Rebhuhn dekorativ umrahmt von Blumen sehr gerne als Motiv hat malen lassen. Dass es in Amsterdam mehr Maler als Bäcker und Metzger gab zur Zeit der Blüte der niederländischen Malerei. Es ist kühl im inneren des Museums, gefühlte 12 ° und die Damen, die eine Strickjacke dabei haben nutzen sie auch.

Wilhelm Busch liegt der Gastgeberin besonders am Herzen und ich bin nun kein Wilhelm Busch Kenner, überhaupt nicht, finde es aber total interessant Neues über ihn zu erfahren, weil es eben so interessant erzählt wird. Am meisten hat mir die Erkenntnis beeindruckt, dass er im Alter nicht konservativer wurde, sondern eher Richtung moderne Malerei gegangen ist. Er war Fan der niederländischen Malerei und das ist ja auch Thema der Ausstellung, hat sich in seinem Spätwerk aber von seinen früheren Vorbildern gelöst und sehr modern und abstrakt gemalt. Auch für mich erkennbar ein Vorreiter der Moderne. Das war sehr interessant nachzuvollziehen mit professioneller Hilfe. Außerdem gefällt es mir gut, wenn einer in diese Richtung tendiert, die ich auch an mir selber feststelle, dass ich mutiger werde, mehr zu mir selber finde und nicht konservativer, aber das Gegenteil. Das andere scheint normal zu sein. Als Jugendlicher Punk und dann Banklehre und Perlenstecker. Aber, es muss nicht so kommen.

Anschließend gibt es einen Sektempfang und ich habe kurzweilige Gespräche mit einer Französin, die ein schönes Möbelgeschäft in der Innenstadt betreibt und die ebenfalls Salzbutter liebt und einer sehr sympathischen Zahnärztin mit viel Ausstrahlung u.a. über das Projekt der Tochter für den Kunstleistungskurs eine Truhe mit Papageienfedern und Papageienlauten und einer mechanischen Vorrichtung zu bauen á la Rebecca Horn. Außerdem über das Gebiss des OB-Kandidaten Waldraff auf den Wahlplakaten. Ich erfahre nämlich, dass meine Zähne schwierig sind für die Prothesenherstellung, weil man bei mir das Zahnfleisch sieht. Das leuchtet ein und hat sogar einen eigenen Namen. Was für ein schöner Nachmittag, der damit abschließt, dass ich in einen Kreis aufgenommen wurde, zu dem ich vorher nicht gehört habe und die Gastgeberin mir das Du anbietet.

Für die Verabredung mit Freunden bin ich zu früh dran. Ich will auf eine schattige Wiese, aber wegen Fährmannsfest ist alles weitläufig abgesperrt. Auf der Limmerstraße merkt man deutlich, dass die Hitze die Psychosen geradezu ausbrütet, wie bestimmte Bakterien auch in einem bestimmten klimatischen Milieu am besten gedeihen. Mein lieber Swan. Gut, dass ich nicht für die alle zuständig bin. Als nächstes denke ich mein Fahrrad hat einen krassen Platten, weil ich auf einmal abbremse bis ich merke, dass sich der Teer wegen der extremen Hitze erweicht hat und ich darin quasi stecken bleibe.

Beim Essen läuft mir die Brühe den Körper herunter und ich muss mit der Papierserviette meine Kniekehlen auswischen. Die junge Bedienung frage ich, ob es warm genug sei, wie in Italien und sie sagt, zu warm, weil dort könne man Abkühlung im Wasser finden und hier gäbe es nur den Maschsee und da würde sie nicht reingehen wegen der Leichenteile. Da würde doch zurzeit immer wieder Unglaubliches in der Zeitung stehen. Das muss man sich in einer sizilianisch geführten Trattoria von der sizilianische Bedienung sagen lassen, wie unsere Freundin zu Recht feststellt. Anschließend wollen wir noch mal draußen sitzen. Der Versuch im eigenen Garten scheitert wieder, weil es zu abenteuerlich ist, zu viel Natur, nass vom Rasensprengen, dunkel, ich verlege sofort meinen Schlüssel und bekomme Panik, dass ich uns in den Garten eingeschlossen habe. Meine Füße sind nass, wir verlegen das Ganze auf den Balkon. Dort ist man der Zivilisation näher. Auch das ist bei uns Abenteuer, Möbel rausstellen, schnell wieder die Balkontür zumachen, damit keine Mücken und Falter in die Wohnung geraten, im Dunkeln sitzen. Die Sterne sind nicht mehr so herrlich klar wie am Vorabend, aber es ist schön draußen zu sitzen. Wenn ich Glück habe, werde sich diese Freunde auch nach Wien locken lassen.

Samstag weiß ich noch lauter Träume, habe aber den Ehrgeiz schon wieder verloren, sie zu behalten oder aufzuschreiben. Es ist wieder Traumdemenz angesagt. Immer wieder einschlafen und noch mal wirres Zeug träumen. Es ist herrlich. Beim Kaffee lese ich in meinem neu erworbenen Otto Dix Kunstbuch im Wintergarten. Das habe ich gestern aus einer Flohmarktkiste im Wilhelm Busch Museum erstanden und sehe dann, dass es aus der DDR stammt (VEB) aus meinem Geburtsjahr. Wir lieben Otto Dix. Wie der einen Dackel oder einen Schäferhund malen konnte und die Porträts, auf denen das Wesen der abgebildeten Menschen erkennbar wird. Dann die tollen Porträts seiner Kinder, Ursus und Jan und Nelly (seine Tochter). Wer war Bettina? Ich lese es nach dank Internet. Seine Tochter Nelly hat Zwillinge geboren, die verstorben sind und dann Bettina und ist dann im Alter von 33 Jahren an den Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs gestorben, so dass Otto Dix Bettina adoptiert hat, die Tochter seiner Tochter. Ganz schön tragisch. Den verbleibenden Vormittag und auch Nachmittag verbringe ich damit die Fleischbilder aus den Edeka beilagen auszuschneiden und daneben ein paar Buttons aus der Presse jagen.

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Ich bin leicht krank und weinerlich und das Chaos in der Wohnung nervt mich und die Erdbeeren mit Vanillejoghurt schmecken nicht (beides sind Zeichen, dass ich krank bin) neben den körperlichen Symptomen, Halsschmerzen stärker, Kopfschmerzen, Gefühl der Schlappheit und wie Fieber, aber bei den Temperaturen weiß man nicht, was ist krank und was ist Wetter.

Ich will es nicht einsehen, dass ich ins Bett gehöre und will eher eine Aspirin nehmen, sonst gar nicht meine Art, aber das passt mir einfach nicht ins Programm. Ich bäume mich auf. Wir werden sehen, wer diesen Kampf gewinnt. Körper oder Geist.

Was Essen gehen mit einem Freund geht noch, aber Zweierskateboarding findet ohne mich statt.

Beckmann gratinierter Ziegenkäse Beckmann Martini

Ich werde mehrfach wach und Stephan ist noch nicht zuhause. Schließe das Fenster und ziehe ein anderes Nachthemd an, weil ich verschwitzt bin.

Sehr intensive Traumwelten. Zuerst bin ich bin einer Betreuten zu Besuch und zufällig kommt eine ganze Gruppe Richter zu einer Anhörung um mir zu sagen, dass meine Anträge, die ich im Februar gestellt habe überwiegend unzureichend sind. Ich sage, die Amtsgerichtsrichterin, die das entschiede habe und jetzt aber nicht mehr zuständig sei (es ist im Traum eine befreundete Staatsanwältin, die es im wirklichen Leben gibt) habe mich darin bestätigt, dass die Familie mindestens dies und jenes brauche (was ich im Einzelnen argumentiere). Sie habe es deswegen damals so entschieden. Außerdem hätten sie mir ja sagen können, dass ich die Anträge umschreiben müsse wegen richterlicher Hinweispflicht und überhaupt, wenn sie das jetzt ablehnen würden, dann fahre ich ins Büro und formuliere alles neu mit Hilfe meiner Freundin und sie dürfen erneut darüber entscheiden. Das mache nur mehr Arbeit. Ich kann sie schließlich überreden, statt nur dem Wanddurchbruch 3 von 4 Punkten zuzustimmen und wir schließen einen Vergleich. Wieder im Büro angekommen ruft mich die Geschäftsstelle an und sagt, wir müssten das noch mal vergleichen und dazu mündlich verhandeln. Ich sage, wir hätten uns doch schon geeinigt und das sei auch mündlich gewesen und weigere mich jetzt noch mal deswegen zu einer Verhandlung zu kommen.

Dann treffe ich die Frau eines Kollegen, mit denen das Verhältnis etwas abgekühlt ist seit man sich mal in einem Fall gegenüber stand. Ich war da nachtragend. Ich bin ernst einmal blöd zu ihr, wie immer. Ich habe auch einen Dackel dabei und sie will mir was zeigen. Ganz spielend bringt sie dem Hund eine kleine Choreographie bei mit der Pfote, die einzelnen Fingerglieder werden bewegt, 2 mal damit, dann 2 mal damit und dann der Äußere, der Daumen und der Äußere (irgendwas Komplizierteres Abfolge schließt das Ganze ab). Sie zeigt es ihm einmal und mein Dackel kann es auf Anhieb und hat auch noch Spaß daran. Ich bin irgendwie gerührt und es hat mich weich gemacht und ich liege weinend in ihren Armen.

Irgendwann zwischendurch schaue ich mir die Farbe meiner Zähne an und sie sind ganz hell gelb. Es ging am Freitag im Gespräch mit der Zahnärztin um Sauerstoffbleaching. Ich glaube daher.

Dann zweite Traumhälfte: Stephan und ich sind im Theater und es ist englisch sprachig und sehr schlecht besucht, aber das Stück ist toll. Es tanzen unwiderstehliche junge Mädchen unterschiedlichen Alters und Könnens in niedlichen Kostümen (wie Ballett, aber in individuelle Ausstattung) und dann gibt es tolle Verkleidungen mit Gesichtsmasken, so dass man die Schauspieler nicht sieht und tolles Bühnenbild und es wird mit den Masken und Sprache gearbeitet und dann wieder Tanzeinlagen und alles ist sehr innovativ und auf Englisch. In den Pausen machen die Schauspieler Impro und reden mit dem Publikum und reichen Werbematerialien. Ich sitze in der ersten Reihe und wir bekommen ein paar rosa halterlose Strümpfe für 6,95 € und innen ist eine Orange eingepackt. Das Mädchen neben mir will wissen, ob ich die kaufen will/anziehen will und sagt selber, dass ich dafür wohl zu alt sei. Es ist Größe M (das sind Sequenzen aus Shopping-Queen, ich muss wohl das ganze schlechte Fernsehprogramm aufarbeiten, was als Hörspiel lief während ich mit halber Kraft gebastelt habe). Ich sage, dass ich nur den Text lesen wolle. Dann nehme ich die Orange aus der Packung und pelle sie und esse sie und mache die Packung wieder zu und hoffe, dass sie mir dafür nicht 6,95 € in Rechnung stellen. Ich will eigentlich schon gehen, weil es mir dann reicht, aber irgendwie ist abgeschlossen und man wird wieder hineingeleitet. Dann erzählt der Regisseur und Schauspieler, wie er die Leute rekrutiert, dass es Laiendarsteller seien, straffällig Gewordene zum Teil und was er für Vorurteile gehabt habe und spielt mit einem jungen Mann die Szene nach, wie sie sich kennen gelernt haben. Dann ist das Stück vorbei und es gibt einen Plan von Niedersachsen, der N’esque heißt und in Landkreise aufgeteilt ist mit unterschiedlichen Farben und man sieht wo sie überall spielen werden im Umland. Ich finde das witzig und will unbedingt die Werbetrommel dafür rühren (das hat sich damit was zu tun, dass mein Kollege eine Karte der Landgerichtsbezirke der OLG Celle an der Wand hängen hat, Stadthagen, Hildesheim und ich kommentiere das, Hannover ist zu klein und auf Verden und Stade bezogen, das sei auch Niedersachsen). Dann sollen wir auf einen Schauspieler warten und der hat einen sehr unerzogenen Schäferhund, der randaliert, d.h.in die Leine springt und Stephan will den auf Teufel komm raus und 10 Minuten erziehen (wir haben kurz Herrn Rütter geguckt und uns wieder gewundert, was Tierbesitzer sich alles von ihren Vierbeinern gefallen lassen). Erst dreht Stephan auf und will dadurch irgendwie Dominanz ausdrücken, was den Schäfer noch mehr aufputscht. Dann geht er mit ihm raus und ist superstreng und will ihn schlagen und ich sage, das dürfe er nicht, es sei ein fremder Hund. Dann befreit sich der Hund von der Leine, kommt aber auf Rufen wieder und lässt sich wieder einfangen, d.h. gerade als ich ihm das Halsband ummachen will, beißt er hinein und ich werde wach. Es ist erst 8 Uhr, aber ich habe genug geschlafen.

Es ist bewölkt. Alleine zum Flohmarkt habe ich keine Lust, außerdem ist es hier eh zu voll und Hütchen und Bastelmaterialien habe ich genug. Dann lieber so aufregende Dinge tun wie die Bügelwäsche, den großen Berg, einmal abarbeiten.

Ich fange stattdessen an mit Hütchen basteln und stelle erneut fest, wie mich das Berlinwochenende mit Heike nachhaltig inspiriert. Heike, die eigentlich aus dem Bereich Nähen kommt hat mich neu aufs Kleben mit der Heißklebepistole gebracht. Ich war da schon ganz weg davon, so von wegen schlechte Arbeit, Pfusch, darf man nicht. Total Quatsch und es hilft einfach verschiedenen Materialen zu verbinden und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ich mache erst mal 3 Hütchen, 1 genäht und zwei geklebt mit Plastiktüten und Papier. Herrlich, dann wecke ich Stephan weil ich der Meinung bin, dass er wohl genug geschlafen hat. Insgesamt werden es heute 6 Hütchen. Das mit dem Schwein ist von einem Weinkarton vom Winepunk.

Haarschmuck 1 Haarschmuck 2 Haarschmuck 3 Haarschmuck 4

Daneben tut sich aber nicht so viel. Die Fleischcollagen bleiben unfertig und irgendwann muss ich sie wieder einsammeln, weil sonst kein Platz mehr auf dem großen Esstisch ist, so wie ich überhaupt die ganze Wohnung in Beschlag nehme….Beim Bügeln läuft mir die Suppe runter. Ich habe noch nie eine Folge Shaft gesehen, aber auch die stehe ich nicht bis zum Schluss durch.

Die Woche der Berlinhütchen und das Kapitel im Wiener Roadtrip

A.

PM hat mir Sonntag auf die Mailbox gesprochen, dass er sich ein teures Hand auf Station kaufen musste um mich anzurufen und wegen seiner Katze…..Wieder Termin Jobcenter. Ich treffe meinen auf den Weg dahin und fahre eine längere Zeit unerkannt auf dem Fahrrad hinter ihm her. An einer Ampel spreche ich ihn dann an. Sein Rad hätte vorne einen Platten, daher sei er nicht so schnell gefahren. Ich sage: Platten? Ich sehe nichts. Das sei ein unkaputtbarer Reifen. Da würde man den Platten nicht sehen, aber daran merken, dass er beim Fahren schlackert. So was habe ich noch nie gehört. Ist das wie leeres Glas, aber statt Milch ist jetzt Dickmilch drin?

Die Sachbearbeiterin ist sehr erstaunt und unvorbereitet, dass ich dabei bin. Es ist eine Mutti mit wirren Haaren, die an Schambehaarung erinnern. Sie hat eine kupferne Perlenkette und spitze Finger mit denen sie nach oben zeigt. Meiner ist 1000%iger und will immer jede Formulierung verstehen und jede AGB und befürchtet immer dieses oder jenes könnte passieren und was ist wenn das usw. Meiner macht einen VHS-Lehrgang in Bilanzierung und Steuern nach dem anderen und besteht mit Bestnoten. Heute geht es darum über die ärztlichen Dienst die Erwerbsfähigkeit abklären zu lassen und meiner fragt bei der Unterschrift: mit diesem Kugelschreiber? Es liegen mehrere da, die aber alle gleich aussehen. Ob es daran liegt, dass ich dabei bin, weiß ich nicht. Jedenfalls werden alle Eventualitäten und Textbausteine der Eingliederungsvereinbarung vorgelesen, wie beim Notar beim Hauskauf. Kürzungen was, wie hoch, mehrere neben einander möglich bis zu 100 %, dann keine Krankenversicherung. Ortsabwesenheit melden, möglichst 2 Wochen im voraus. Gilt es schon als ortsabwesend wenn er zu seinen Eltern fährt, will meiner wissen. Mit Übernachtung streng genommen ja, aber das interessiere sie nicht sagt Mutti. Dann hat meiner eine Kostenrechnung des Gerichts bezahlt und mir dann geschickt. Ich sage, warum das denn. Ich mache das doch mit Stundung. Er hatte Angst, weil da was mit Vollstreckung drin steht. Ich sage, er muss dickfälliger werden. Wie soll ich das Geld jetzt zurück bekommen, wenn das erst mal gezahlt sei? Mit der Ansage, dass meiner verblödet sei? Wir müssen beide lachen. Er verspricht zukünftig zuerst zu fragen und keine Panikreaktionen.

Ich verabschiede mich und gehe nach gegenüber zu Frau P. ins Heim.

Sessel

Sie ist nicht in ihrem Zimmer. Ich schaue unter dem Bett und aus dem Fenster auf den Balkon. Dann ruft jemand. Sie sitzt im Flur mit am Tisch mit dem Rücken zum Gang und isst Mittag (es ist noch vor 12 Uhr). Ich freue mich, weil ich sie das erste Mal am Tisch essen sehe und nicht im Bett. Sie ist so überrascht, dass sie gleich aufhört zu essen. Außer ihr sitzen zwei Damen am Tisch, die mit Brei gefüttert werden. Beide reden nicht und die Schwester schiebt abwechselnd Brei rein, der zum Teil wieder rausgedrückt wird. Warum redet sie nicht mit den Frauen, frage ich mich. Das erscheint mir unwürdig, kommentarlos zu füttern, auch mit einem Kleinkind würde man doch sprechen, wenn man es anfasst oder irgendwelche Verrichtungen vornimmt oder sogar mit einem Tier. Frau P. spricht mit mir, der Lebensgefährte hätte total schlecht ausgesehen „wie Jesus am Kreuz“. Ich frage sie zu der Augen-OP, die sie abgesagt hat und sie, an dem Tag sei es so „grimmig heiß“ gewesen. Ich sage, was war es? Ich kenne nur grimmig kalt und nicht grimmig heiß. Das gibt es meines Wissens nicht und sie nur: bei mir schon. Alles klar. Das gefällt mir, wie sie kontert. Sie trägt zwei auffällige Ringe. Es hat doch was bewirkt, dass ich ihr den Schmuck herüber gebracht habe.

Auf dem Rückweg fahre ich zu Efendi Bey und der ganze Laden ist ausgestorben. Ramadan. Man, man, man. Da braucht man seine Kneipe gar nicht aufschließen. Kommt keiner. Nicht mal Getränke kann man tagsüber verkaufen. Auch mal ein neuer Einblick. Deswegen war vielleicht neulich um nach 22 Uhr noch so viel los bei dem Steintorgrill, weil alle erst abends zum Essen kommen.

Mein Eilverfahren ist erfolgreich außergerichtlich erledigt. Sie zahlen weiter. Das ist eine große Erleichterung, weil ich mir Vorwürfe mache, dass es soweit gekommen und ich nicht im Vorfeld mehr Gas gegeben habe. Ich hatte die Kürzungsdrohung irgendwie nicht ernst genommen. Jetzt war es Mehrarbeit, aber alles ist wieder in der Spur.

Herr PM will mir den Schlüssel für seine Wohnung schicken und hat Morgen Anhörung durch die Richterin. Da gehe ich nicht hin. Gibt auch sonst genug zu organisieren, außerdem ist es ungewöhnlich, dass die Betreuer dabei sind. Eher Arzt, Richter und Verfahrenspfleger.  Mittwoch ist das Landgericht bei meiner Betreuten, die in ein geschlossenes Wohnheim soll. Da wollte ich schon dabei sein und meine Entscheidung verteidigen bzw. diskutieren und Rede und Antwort stehen. Der Richter will es aber nicht, weil er befürchtet, dass sie noch mehr ausrastet oder unkontrollierbar ist. Diese Landgerichtsrichter (Beschwerdeinstanz) oder überhaupt welche, die es selten machen, haben da manchmal etwas Berührungsängste mit der Psychiatrie.

B.

Die Oberärztin ruft mich an. Meine Wohnheimkandidatin musste in die Vollfixierung. Sie sei gestern durchgedreht und habe in ihrem Zimmer Stühle übereinander gestapelt und das Zimmer wegen der Unwetter unter Wasser gesetzt. Sie ist anscheinend doch sehr aufgeregt wegen der Anhörung. Der Richter erzählte, dass sie ihn auch ständig anrufen würde.

Als ich mein Fahrrad auf dem Innenhof hole, ist wieder ein dicker brauner Vogel im Garten und ich bin mir sicher, dass es kein Spatz ist. Er kämpft auf einem Hügel voller Erde, die ausschaut wie Humus mit einem dicken Käfer, den er immer wieder pickt und auf den Boden drückt um ihn zu töten oder nach und nach zu fressen, wie ein großer Burger, der nicht auf einmal in den Schnabel passt. Ich schaue eine Weile zu und gehe dann.

Der Schlüssel von meinem Verlobten ist in der Post. Ein Einschreiben ohne Absender oder Anschreiben. Andere Schlüssel erwarte ich allerdings nicht. Ich will sie bei den Nachbarn abgehen und habe mir vorher versichern lassen, dass sie das machen wollen: Katzenklo sauber machen und die Pflanzen gießen. Heute muss ich den anderen Schlüssel von Herrn W. zum Entrümpelungsunternehmen bringen, weil Morgen die Wohnung entrümpelt wird, die zum 31.07. von mir gekündigt wurde. Vorher habe ich beim Amtsgericht angerufen und mir telefonisch bestätigen lassen, dass die Genehmigung meiner Wohnungskündigung rechtskräftig geworden sei. Da der Entrümpler und die Wohnung des Herr PM an entgegengesetzten Seiten der Stadt liegen, ist heute bei mir Kilometergeld angesagt, wie bei den Schließern vom Amtsgericht.

BierverkaufHorrorhagel Kleingärten platt

Beim Entrümpler kaufe ich mir eine herrliche Bodenvase mit Hannovermotiven für 7,- € (Ulmer Keramik). Ist bestimmt ein Schnäppchen. Der Mann, mit dem ich wegen des Schlüssels verabredet bin, erkennt Hannover nicht und ich muss ihm die verschiedenen Motive erklären.

Vase Kröpke Vase Marktkirche Vase Maschsee

Eine Frau neben mir kauft drei schwarze, billige Plastikregale á 3,- €, die man auseinander bauen kann und die schon vom Anschauen umfallen so flapsig sehen die aus und scheiße dazu. Ich schaue auch gar nicht hin, aber sie zu mir: sind für den Garten, Metall rostet und Holz verzieht sich, da nehme sie nun Kunststoff. Schwarzer Sondermüll für 9,- €. Im Büro schicke ich dem Vermieter erst mal ein Fax an diverse Nummern, nur eine geht durch. Es ist eine Wohnungsbaugesellschaft mit Sitz in Berlin und ich habe langsam den Eindruck, die wollen ihre beschissene Wohnung nicht wieder zurück haben. Seit Einzug hat der Vermieter bestimmt 3 x gewechselt und es war jeweils keine Verbesserung.

Zur Post gehe ich auch und bringe ein Paket weg für Berlin. 100 Sachen neu. Da musste eine weg.

Bei der Post am Lindener Marktplatz flirte ich immer mit den Mitarbeitern. Es gibt mehrere, die ich einfach großartig finde. Ich muss immer an Men in Black Teil 2 denken, dass es Außerirdische sind, die dort eine ruhige Kugel schieben. Bei dem einen, der mich heute bedient ist das jedenfalls total gut vorstellbar. Sie sind heute alle in Flirtlaune und tragen blaue T-shirts der Postbank. Er schiebt mein Paket durch den Schlitz oder versucht es und ich sage: pressen und er sagt was vom Meissner Porzellan. Wenn er wüsste…

Schale Rosen nah Schale Rosen Schale Rückseite

Bevor ich zu Herrn PM fahre, Telefonat mit der Schwester, die ganz erstaunt ist, dass ich den Schlüssel habe. Der wird alles zu viel. Auf die kann ich nicht zählen. Kurzes Telefonat so nach dem Motto: sie wird ihre Gründe haben, die muss sie mir nicht erklären. Ich muss jetzt weiter machen. Die Katze ist putzmunter. Frau A. entsorgt die schimmeligen Erdbeeren, die aufgeblähten Mozarella-Tüten, den stinkenden Müll und gießt die Pflanzen alle mal durch. Manche sind Attrappe, aber die meisten echt. Hinter dem Bett liegen Zombie-Filme und in der Küche hängt eine Klinikum Region Hannover Tasse an der Wand.

Altholz

Zwei unterschriebene Quittungen für Wohnungsschlüssel sind im Wesentlichen mein Tagwerk. Melde auch Herrn PM Vollzug. Dass er eine Strafanzeige wegen Widerstand hat, thematisiere ich heute nicht. Das kann noch warten.

C.

Jeden Morgen umstylen kostet zu viel Zeit. Ich mache es diese Woche, weil es die Woche der Berlin-Hütchen ist. Dem aufmerksamen Leser wird es schon aufgefallen sein. Erst Traum aufschreiben, dann stylen und Fotos. Bin erst um 9:30 Uhr im Büro. Dauerhaft geht das nicht und ich kann Kleidung durchaus auch 3 Tage nacheinander tragen, sowohl von der Abwechslung als auch vom Geruch her.

Hausverwalter von W. ruft mich an. Er ist zufällig aus Magdeburg vor Ort und hat Umzugsfirma angesprochen und ob ich zuständig sei. Er soll sich Schlüssel aushändigen lassen und wir vereinbaren für Morgen einen Termin zur Wohnungsübergabe.

Mal ein Wort zu meiner Hütchenmode: Ich kann es nicht leiden, wenn ich dem Hutladen bei uns im Haus zugeordnet werde. Zuletzt  am Dienstag vor einer Woche meinte der Typ, der den Kaffeewagen am Markttag betreibt, dass wieder eine Frau total begeistert gewesen sei von meinem oder unserem Laden und ich sage. Ich gehöre da nicht dazu. Auch beim Fahrrad abschließen werde ich des Öfteren gefragt, wann wir aufmachen. Ich finde in vielen Fällen macht Professionalität lieblos. Zu viel Technik tötet die Phantasie bzw. es ist ein anderes Arbeiten, wenn man improvisiert und das macht man nicht, wenn man etwas gelernt hat und weiß, wie es richtig geht.

Gleich steht Anhörung ohne mich bevor. Die Sozialarbeiterin aus der Weinstraße ruft an. Wahrendorff hat neongrün gestrichene Stationen. Sie macht mir noch eine andere Empfehlung.

Ich muss heute oder Morgen noch mal in die Wohnung von Frau P. die Zählerstände ablesen. Die Stadtwerke wollen die Zählerständer zum 11.07. nicht gelten lassen, obwohl eigentlich keiner in der Wohnung war. Der Lebensgefährte war kurz zuhause und kam dann wieder in die Klinik. Er hat jetzt auch eine Betreuerin, die oldschool arbeitet und noch zur Bank muss, bevor die schließt. Sie scheint mir etwas überfordert mit dem Fall und will immer von mir die Telefonnummer von ihrem Schützling und andere Informationen und fragt, wo er Geld her bekommen könne, von meiner vielleicht. Sie weiß nicht, ob er es überhaupt noch in der Wohnung packt, weil es ihm wohl schlecht geht. Dann haben wir reichlich aufzulösen. Das ist auch klar. Er sollte zum 01.08. das Mietverhältnis übernehmen. Das war bevor er die Kornkreise, die in der Nähe von Hannover besonders häufig aufgetreten seien so gedeutet hat, dass Jesus Großes mit Hannover vorhat und dem Amtsgericht geschrieben hat, dass eher ein Dicker durch ein Nadelöhr passt als dass ein Reicher in den Himmel kommt auf mich bezogen.

Mein wichtigster Termin des Tages ist eine sehr schwierige Klientin, die viel Unterstützungsbedarf hat, aber kaum einen außer mir akzeptiert. Sie ist sehr exzentrisch und eckt überall an. Die Sozialläden der Stadt frequentiert sich täglich und weiß wo es an welchen Tag für 1,50 € Frühstück gibt. Heute ist ein Dreiertreffen weil sie beim letzten Mal in dieser Konstellation (das mag ca. 3 Wochen her sein) der ambulanten Wohnbetreuung unvermittelt gekündigt hat mit deutlichen Worten. Sie haben schlechte Erfahrungen gemacht mit Frauen, die dicker seien als sie selber. Die seien meistens neidisch. Die Wohnbetreuerin habe ihr geraten auf den Strich zu gehen und es mal mit Negern zu versuchen. Die junge Sozialarbeiterin ist leicht geschockt, auch weil mein Schätzchen sehr aggressiv ist und ich beende das damals und bedanke mich für die geleistete Arbeit und verabschiede sie. Die Widersprüche spielen bei meiner eine große Rolle. Sie will nichts von sich preisgeben. Die Frau B. hätte sie immer ausgefragt, anderseits will sie wissen, welche Religion die Wohnbetreuerin hat, weil mit evangelisch-lutherisch hat sie die besten Erfahrungen gemacht und wenn die das nicht beantworten wollen, weil es Privatsache sei, dann hat sie kein Vertrauen. Meine kommt aus dem muslimischen Bereich und ist zum Christentum konvertiert, d.h. von der inneren Einstellung her und hat sich selber einen christlichen Vornamen gegeben. Manchmal hat sie Angst vor dunkelhaarigen und will nur mit Blonden in der Straßenbahn fahren, dann wiederum hält sie diese für Rassisten. Sie zieht sich gerne aufreizend an und spricht über Intimpiercings in den Kitzler und bestellt Klamotten bei Beate Uhse oder Orion. Dann fährt sie auf christliche Freizeiten und fliegt dort auch raus. Bei mir kommentiert sie gerne meine Klamotten oder meine Figur, die sie gerne hätte. Sie mag meine Waden und ich soll mich freuen, dass ich nicht so behaart bin, nur die Augenbrauen müsste ich mir mal machen lassen. Ich kann sehr gut mit ihr und das wichtigste ist, dass ich wie sie sagt, ihre „letzte Instanz“ bin, d.h. ich kann sie lenken und auf mich hört sie.

Eine Woche nach dem Eklat mit Frau B. kommt der Sinneswandel. Sie habe gemerkt, dass Frau B. doch viel für sie getan habe und sie wolle einen Neuanfang. Das Schätzchen kommt wöchentlich zu mir und holt Geld ab und es vergeht keine Woche, in der es keinen Konflikt gibt. Arztpraxen sind besonders beliebt und das endet dann gerne mit einem Hausverbot. Jetzt rief mich der Nachbar an, dass meine die junge Betreuerin seines behinderten Kindes bedrohen würde und die hätte Angst vor ihr und der Träger der Maßnahme habe gesagt, dass sie dann nicht mehr zu ihnen kommen müsse. Jetzt habe er zusichern müssen, das junge Ding immer zur Straßenbahnhaltestelle zu begleiten um sicher zu gehen, dass sicher gestellt sei, dass sie meiner nicht ungeschützt ausgeliefert sei und überhaupt meine müsse in die Klinik. Ich sage, das habe immer noch ich zu entscheiden.

Frau B. kommt zuerst, dann meine und sie sagt, die neue Sprechstundenhilfe sei fies. Es handelt sich um einen jungen Studenten, der für meinen Kollegen arbeitet und ihr die Tür geöffnet hat. Ich sage, der ist nicht fies. Dann kommentiere ich heute mal ihr Outfit (statt umgekehrt), weil sie einen Ganzkörperanzug mit ägyptischen Motiven darauf an hat, der echt sehr speziell aussieht (walk like an egyptian sage ich nur). Sie ignoriert Frau B. Ich erzähle ihr dann von dem Anruf des Nachbarn und sie ist beleidigt und will gleich abbrechen so von wegen die tyrannisieren sie, das Kind klopft und klingelt grundlos an ihrer Tür und sie hätte vor denen Angst und ich sage, das gäbe es auch, dass beide Seiten wechselseitig Angst hätten und das sei ein Kind. Das darf alles. Ich sage, ich kenne das manchmal haben Leute vor mir Angst und ich bemerke das gar nicht. Dann Thema Vermieterin, die wolle, dass sie für sie Erde hole beim Baumarkt (sie wird des Öfteren für Dienstleistungen eingespannt von ihr). Das sei bestimmt wegen der Kakerlaken. Sie habe neulich eine in der Wohnung zertreten mit dem Absatz und jetzt wenn es irgendwo jucken würde, würde sie welche krabbeln sehen wie damals bevor sie in die Klinik musste. Die Vermieterin wolle bestimmt die Erde um die Kakerlakenlöcher zuzumachen, damit die nicht mehr raus kämen. Die wolle immer wissen, was sie mit ihrer Anwältin besprochen hätte und ich sage, darauf müsse sie doch nicht antworten. Sie könne höflich sagen, darüber wolle sie nicht sprechen oder sie sagt „übers Wetter“ und wünscht ihr noch einen schönen Tag. Sie lässt sich erklären, wie wir es zukünftig machen. Wenn ein Ball geworfen wird, müssen wir ihn nicht fangen und zurück werfen, wir können ihn auch auf den Boden fallen lassen. Dann ist das Spiel vorbei. Es ist immer eine Entscheidung bei so einem Spiel mitzuspielen. Irgendwie leuchten ihr meine Worte ein. Dann geht es darum, dass Frau B. sagt, wenn die Zusammenarbeit fortgesetzt werden würde, möchte sie, dass kritische Themen gleich auf den Tisch kommen, nicht, dass sich alles wieder so anstaut bis sie überschäumt. Dann sage ich meiner, auch das hätten wir gemeinsam. Das innere Konto. Eine Freundin macht was, was mir nicht gefällt, aber ich sage nichts und mache einen Strich in einer inneren Liste, dann kommt wieder eine Verärgerung meinerseits dazu und noch eine bis sie eines Tages zu spät kommt in die Eisdiele und ihr zu ihrer Verwunderung wegen einer Lappalie eine 20 jährige Freundschaft gekündigt wird. Ich sage dann, nicht nur Eisdiele heute, sondern damals 1994 schon war…. Ich sage, da sind wir schuld, weil das Gegenüber nicht merkt, dass was nicht stimmt und ahnungslos ist. Ich sage, wenn wir schon beim Thema sind, was passe ihr denn an mir nicht. Ich sei sehr autoritär, rigoros würde man das nennen und würde sagen, wo es lang geht und keinen Widerspruch dulden, aber das müsse ich sein. Ich sei Anwältin und hätte meinen Ruf und mein Einkommen und meinen Mann und meinen Freundeskreis um mich herum und meine Partys und wäre ganz fest verwurzelt, so dass man das überhaupt nicht erschüttern oder auseinander reißen könne. Ich sage, das Bild gefällt mir und ist auch treffend. Außerdem sei es so, dass sie mich durchaus emotional machen könne und wenn sie immer von einem Thema zum anderen springe müsse ich den Faden behalten und den Überblick und die Struktur vorgeben, sonst müsse ich Brotkrumen in ihren gedanklichen Wald streuen, damit ich wieder heraus finden könnte.

Sie fragt mich nach meiner Armnarbe und woher ich die habe und ich sage, es war ein Rollschuhunfall. Damals 1980 in Kalifornien, als die Rollschuhe noch 4 Räder hatten, da war für mich das größte der Aloha-Rollerring. Der hat Eintritt gekostet und ich bin dort vielleicht einmal die Woche mit meinem Vater hingegangen. Der war hawaiianisch aufgemacht mit einer blumenumrankten Kleiderordnung an der Tür, dass Männer nicht in kurzen Hosen und freiem Oberkörper usw. Die Stimmung darin war aufgeheizt und die schärfsten Schwarzen mit knallengen Schlaghosen und Girls mit „Foxy Lady“ T-shirts hätten zu Saturday Night Fever Hits die coolsten Moves getanzt und gefahren. Darauf wäre ich richtig abgefahren. Dann kam ein langsamer Romantiksong für Pärchen zum Anfassen und ich durfte mit meinem Vater rückwärts fahren üben. Der Unfall sei aber dann auf der Straße an einem steilen Berg mit meinem Bruder passiert. Sie will wissen, ob ich in Shows aufgetreten sei. Ich sage: ich war 13. Vor meinem inneren Auge bestimmt. Sie freut sich, dass ich was persönliches erzählt habe, weil sie hat geglaubt, dass ich früher Polizistin war und wollte eine Tasche kontrollieren und dabei hat mir einer mit einem Messer den Arm aufgeschnitten. Schön, dass wir das klären konnten.

Beim Gehen mache ich sie darauf aufmerksam, dass ihr Einteiler Skarabäus-Käfer im Aufdruck hat, die ausschauen wie Kakerlaken. Ich sage, merken Sie was? Frau A. will ihnen ihre Klamotten madig machen und abschwatzen. Das würde mir auch gut stehen. Ich sage, ich glaube, ich sei zu alt dafür und es würde einfach gut an ihr aussehen. Punkt.

Mittags bekomme ich Halsschmerzen und fühle mich leicht fiebrig. Nicht jetzt krank werden vor dem nahenden Besuch. Da hilft das Hütchen nicht unbedingt, was eng am Kopf sitzt und den Kopfschmerz macht oder verstärkt und die Eicheln schlagen rhythmisch gegen meine Schläfe. Wenn ich krank bin, dann überfordert mich mein Schmuck noch mehr als bei heißem Wetter. Ich will das Zeug einfach los werden, überall bammselt was und ich freue mich, dass Buttermusch ihr eigener Herr ist und einfach nach Hause auf die Couch kann auch wenn es erst 17 Uhr ist.

Vorher noch ein Anruf in der Klinik bezüglich Herrn PM. Ich vereinbare ein gemeinsames Ärztegespräch auf Station nächste Woche und will ihn ganz klar über die Alternativen aufklären: Wohnungsamt  50 qm Wohnung und entrümpeln oder Gerichtsvollzieher und Schulenburger Landstraße (Obdachlosenunterkunft) kann ich mir da vorstellen. Da werde ich wieder autoritär rüber kommen, aber es geht nicht anders. Wer die Lage so falsch einschätzt, braucht jemand der ihm die Wahrheit vor Augen führt, außerdem müssen hier Entscheidungen her und das muss ihm auch klar werden.

D.

Heute bin ich um 9 Uhr im Büro trotz der Widrigkeiten, Halsweh, eine Wäsche nach der anderen machen wegen neuer Bettwäsche, der man das aber nicht anmerkt, dass sie es ist, weil sie schon zu lange in irgendeiner Truhe liegt. Ich bearbeite Post und habe ein tolles Schreiben einer Nachbarin, welches mir schon angekündigt wurde. (Ich hoffe diesmal habe ich alles gelöscht an Personendaten).

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Ich merke, dass ich recht gereizt bin. „Es geht um einen alten, versifften Klostuhl und die Geschichte dazu habe ich schon 4 mal heute Morgen erzählt“. Das reinste Klostuhlmärchen. Es ist wieder Kilometergeld angesagt. Erst zu Frau P. ins Wohnheim. Da will ich jemanden ausfindig machen, der mit rüber kommt und den alten Klostuhl aus der Wohnung holt, damit er von dort abgeholt werden kann. Ich laufe im ganzen Haus umher und rufe laut „Hallo“. Kein Mitarbeiter weit und breit. Ich fahre erst mal den Schlüssel holen und soll das heute quittieren. Ich sage, das war noch nie und ich hole diesen Schlüssel heute das dritte Mal. Die Frau, auch wieder 50er Retro-Look, sie müsse das machen. Ne, ist klar, aber die Kolleginnen haben das nicht machen müssen die Male davor.

Tür automatisch

Dann treffe ich beim Zurückkehren einen Gärtner mit einer Frau, die mich beide grüßen. Ich erkenne die Gelegenheit und frage, ob sie zu dem Seniorenstift dazu gehören würden und wegen Klostuhl 100 Meter schieben. Das dürfe er nicht, er dürfe nur Abfall entsorgen. Ich könnte ausrasten. Das ist eine der Hauptprobleme, diese Menschen, die alles Mögliche nicht dürfen. Ich darf das zwar einen alten Klostuhl über die Straße schieben, habe aber keine Lust mehr dazu.

Die Zeit drängt. Eine dicke Akte der Staatsanwaltschaft muss weggebracht und Gerichtspost geholt werden. Dann fahre ich zu einem ehemaligen Heimkind, den mit 34 Jahren keiner mehr haben will. Er ist allen zu anstrengend. Bei dem Wetter lasse ich mir Mineralwasser vom Hartz-IV servieren. Den Ratten hat er das Sofa überlassen. Eine bekomme ich auch zu sehen. Dickes, unkastriertes Männchen und meiner stellt fest, dass die Ratten mal auf Diät müssten. Überall steht das Futter herum und gammelt zum Teil vor sich hin (das müsse er wegwerfen, weil Fruchtfliegen dran seien). Ich sage, die bekommen auch Gourmetfutter, Akademikerstudentenfutter sage ich (von den Hartz-IV Sätzen, denke ich). An der Wand ist die Hintergrundfolie für ein Aquarium dekoriert. Auch apart.

Rattenspielplatzsofa Uhrgirlande

Die Sozialarbeiterin erklärt mir anhand eines Stadtplans wie ich zum nächsten Termin fahren muss. Sahlkamp.

Ich bin zu früh und schaue mir den Nachbarschaftsladen an. Da werden Altkleider für 50 Cent feilgeboten und Mittagessen wird angeboten. Ein Salat mit Schafskäse und Putenstreifen für 4,50 €. Alt und Jung sitzt zusammen und ich denke, wenn man nur arm ist und nicht Alkoholiker und solche Treffs noch wahrnehmen kann, ist es vielleicht gar nicht so schlecht hier. Morgen ist Vernissage. Es gibt einen tollen Wollrock in dunkelblau-wollweiß Pepitamuster, aber Größe 38. Da habe ich ja noch mal Glück gehabt, sonst wäre ich hier wieder auf den Leim gegangen. Ich gehe 5 Minuten vor der Zeit vor die Tür und werde schon erwartet. Ich sage, hätte ich das gewusst, hätte ich mich nicht so lange in dem Nachbarschaftsladen herum gedrückt. 5 Minuten vorher da sein, das gehöre sich. Der Mann aus Magdeburg ist da und sagt, bei ihnen wäre alles topsaniert, als wir beide im Uringestank im Fahrstuhl stehen und er ausversehen Etage 16 gedrückt hat, weil die 1 weggerubbelt war und da hätten die Leute immer was über Plattenbauten in der DDR gesagt. Ich finde er macht die Wohnungsabnahme semi-gut. Er schaut nicht in die Schränke, ob sie leer sind, Küche, Einbauschrank im Flur, Küche. Ich wäre da genauer, aber ich muss es hier nicht sein. Mit meinen Entrümplern bin ich sehr zufrieden. So sieht besenrein aus und selbst vor den taubenverzeckten Sachen auf dem Balkon haben sie sich nicht gegruselt bzw. wie Profis alles entfernt.

Peekfußboden miot Fuß Taubenkackenbalkon 1 Taubenkackenbalkon 2

Der Hausmeister tauscht das Schloss als ich sage, das ging ja schnell meint er, ist einfach, könne sogar eine Frau. Dann trägt er die Rollstuhlrampe (Eigentum der AOK, aber Sonderanfertigung), die ich mitnehmen will für mich wie ein Kavalier alter Schule.

Goldrampe

Ich hatte immer im Verdacht, dass Kavalier sein und Chauvi zwei Seiten einer Medaille sind. Das Klo sieht desolat aus und die Fußbodenheizung war an. Im Keller hieß es noch, dass da jemand den Strom anzapft. Jetzt sind alle Sicherungen draußen. Während er die Kreuzchen macht und den Zustand erfasst richte ich in Gedanken die Wohnung ein. Ausblick gibt es immerhin in der 6. Etage. Auf dem Rückweg verfahre ich mich doch und bin bei irgendeinem Militärgelände. Dann wieder auf Spur ruft der Wiener Besuch an und ich erkenne erst nicht, wer es ist und bin recht unfreundlich. Sie fahren in einer halben Stunde aus Hamburg los. Strandperle hätte man noch empfehlen können bei den Temperaturen, aber ob die tagsüber überhaupt geöffnet hat. Lustig, dass wir in ihren und sie in unserem Land Urlaub machen. Sie fahren sogar nach Ostdeutschland. Warum das denn Kroatien reicht normalerweise, wenn man in Wien wohnt. Ihr Bus darf wegen Feinstaub nicht in die Stadt, aber zum Glück wohnen wir an der Stadtgrenze (Brücke Richtung Real) und von dort aus können sie zu uns laufen. Ich kündige einen früheren Feierabend an, wenn Herr A. Geld geholt und die restliche unaufschiebbare Post gemacht ist.  Wir wollen ins 11 A und ich hoffe, der tätowierte Wiener arbeitet heute. Andererseits ist das wirklich so originell, den Wienerinnen einen Exilwiener vorzustellen, mal was ganz Neues, quasi.

Schweinekotelett

Wenn ich mich schon nicht traue fremde Karikaturen online zu stellen, versuche ich es mal mit der Kunst/dem Kunstkalender meiner Freundin Sunla. Mal schauen, ob die mich abmahnen lässt.

Sunls Kalender

F.

Ich kann meine Traumerzählwoche nicht zu Ende machen und trage daher heute auch kein Berliner Hütchen. So. Der Himmel war gestern mittelblau hinter dem Heizkraftwerk und dem Rollifahrer auf einem umgebauten Fahrrad (Mad Max-Stil) wurde vor unseren Augen umgeschubst und die Kappe geklaut. Jugendliche nahmen die Verfolgungsjagd auf. Das war beim Fluchtachterl vor dem Ihmerauschen auf den Betonsitzgelegenheiten (urbanes Leben). Auf dem Rückweg spreche ich dicke türkische Männer an mit der Sprache, die mir der 4-jährige Leander beigebracht hat: „mmmhhh, Wasserlone“. Sie strahlen und verstehen mich sofort.

Pfirsicher Zuccker Ohnekerne

Traum funktioniert einfach besser mit weniger Weißwein oder keinem und vor 12 ins Bett gehen und nicht danach. Der Schlaf hat eine schlechtere Qualität und ich werde ab 6 Uhr morgens wach, weil mir der Rotz aus der Nase läuft, vermutlich wegen der Halsschmerzen, die jetzt am abklingen sind und da ärgere ich mich schon in punkto Traum. Ich schlafe noch mal ein und kriege einen Frusttraum hin, dass wir zwei befreundete Pärchen parallel verklagt haben irgendeine Feststellungsklage wegen Essen gehen und es wäre wohl ganz einfach gewesen, denen das zu erklären. Jetzt wurden schon Zeugen vernommen, Rechtslage unklar und der Termin zur Verkündung einer Entscheidung steht an und ich schreibe hektisch Mails, in denen ich die Beendigung der Freundschaft androhe, wenn sie nicht einlenken (alles irgendwo viel zu spät). Ich habe so was wie Geburtstag und bekomme nur Mist geschenkt, ganz schlecht gebackene Kekse, die aussehen wir kleine Kuchen aus Beton mit Steinen, Dinge aus Bastelgruppen, die gleich kaputt gehen, einen roten, hässlichen Gürtel, der reißt. Ich soll zu einer Bastelgruppe gehen, die aber schon vor 40 Minuten begonnen hat. Da kann gleich der Gürtel umgetauscht werden, sage ich. Eine ehemalige Mitbewohnerin hat Honig auf meine Sache verschüttet, aber ca. 1 Liter und weil ich dumm rum stehe, läuft der Honig von einem Morgenmantel zum nächsten und ich ärgere mich nur, weil ich alles auswaschen darf und bin auch auf die Frau sauer, von wegen, wie kann man einen ganzen Eimer Honig verschütten?

Stephan hat mit den Wiener Frauen noch länger gemacht und ich gehe arbeiten, zumal das Telefon immer wieder klingelt. Ich kann nicht ewig Schmuck durchwühlen. Das stört die Gäste. Mein Hütchen passt zu der Wilhelm Busch und die alten holländischen Meister Privatführung durch die Frau meines ehemaligen Kollegen, die heute Nachmittag um 16 Uhr ansteht, für Frauen. Wegen der Windmühle. Das ist doch hoffentlich deutlich. Auf die Privatführung bin ich gespannt.

Ein Betreuter hat sein Gewerbeobjekt auf dem Land nicht richtig geräumt. Der Beton den er vor die Tür gekippt hat ist ausgehärtet zu einem harten Block und er hat sich nach den Kontobewegungen zu urteilen erst mal an die Nordsee abgesetzt. Ich bekomme meinen neuen Ausweis, weil die gerichtliche Zuständigkeit aufgrund des Umzuges gewechselt hat. Jetzt muss ich versuchen ihn über seine Freundin, die in einer Zahnarztpraxis arbeitet und somit erreichbar ist, anzufunken, wie es hier weitergehen soll.

Ich habe zwei Abmeldungen bei den Stadtwerken. Frau P und Herrn W. Da rufe ich gerne noch mal an und stelle sicher, dass alle Daten vorliegen und die Endabrechnungen in Arbeit sind. Bedanke mich für die gute Arbeit bei der Entrümpelung. So was ist wichtig, weil ich sicherlich noch mal deren Dienste in Anspruch nehmen werde.

Dann ruft Frau C. an, dass ich mit kommen soll, wenn sie wegen der Einstufung der Schwerbehinderung zu dem Arzt des Landesamtes muss. Nicht, dass das wieder so ein „Giftbock“ ist.

Frau K. kommt mit Hund und wir formulieren eine Unterlassungsverfügung. Ihre Oberweite ist eindrucksvoll und dann geringelt und halterlos. Ich hätte da Angst. Ich rufe das Wohnheim an und lasse mir bestätigen, dass derjenige, der nervt, auch dort wohnt. Ich brauche eine zustellfähige Anschrift. Dann muss ich noch mal den netten Sachbearbeiter in der Hamburger Alle stören kurz vor dem Wochenende. Er ist Simpsons Fan und hilft immer sofort aus, so auch heute, holt die Akte und ruft mich zurück. Sie haben ihr 15,- € zu wenig per Scheck geschickt.

Dann erfahre ich, dass unsere Gäste eine Gastgeberversorgungslücke erwischt haben. Ich war schon weg und mein Mann noch nicht im Gastmaschinenmodus. Ohne Kaffee wieder on the road und ohne Verabschiedung. Das haben wir nicht so gut hinbekommen.

Herr A. ist in seinem neuen Wohnheim eingecheckt. Es gefällt ihm nicht, aber ich gebe mal vorsorglich meine Daten durch.

Herr PM ruft an. Ich frage ihn, warum man 300,- € braucht wenn man im Krankenhaus ist. Er sagt was von internetfähigem Tablet (in der Postbank gegenüber der Klinik habe man keinen Ratenzahlungsvertrag mit ihm abschließen wollen, mir ist sonnenklar warum) und Wohnungssuche und auf die 1.600,- € angesprochen, die er diesen Monat durchgebracht hat, er habe Gegenwerte geschaffen, die ich mir anschauen könne, z.B. eine Goldkette für 400,- €, die er um den Hals trage und die jederzeit wiederverkäuflich sei. Ich glaube ja, das ist wie Neuwagen, wenn er sie erst mal getragen hat, Wertverlust von 30 %. Ich sage, sein Konto ist irgendwie gesperrt und ich kann da nicht mehr einsehen. Das ist für ihn die Bestätigung, dass er gut angelegt hat in Schmuck, weil mit dem Konto immer was Komisches passieren kann. Das Tablet für die Wohnungssuche hat er sich ohne Hilfe der Postbank beim An- und Verkauf besorgt. Er muss ja online sein. Ich bin nicht überzeugt von diesem selbsternannten Financial Wizzard und seinen Ideen. Ich komme nächsten Mittwoch. Vorher schicke ich auch nichts per Post.

Alles klebt und mein Sport fällt aus mangels Teilnehmerinnen. Man schwitzt ja auch schon ohne sich zu bewegen. Die Krönung des Tages ist ein Großbrief aus Gernsbach. Ganz lieb hat Antje mir die Edeka-Beilagen gesammelt und ich flippe aus vor Begeisterung. Die Centerfolds mit Fleischauslage zeige ich überall im Büro herum. Da werde ich am Wochenende was zu basteln habe.

Die AOK will die Metallrampe wieder, die ich gestern auf dem Fahrrad im Korb ins Büro balanciert habe. Ich darf die Hilfsmittel ja bekanntlich von A nach B bewegen und freue mich, dass sich der Aufwand lohnt und die AOK ihr Eigentum wieder haben will, weil Sonderanfertigung für eine Türschwelle, die es so nicht mehr gibt.

Nach dem Museum geht es hoffentlich nach draußen. Wir treffen Freunde und die Woche ist vorbei. Mal schauen, ob das mit der Träumerei weiter geht. Mit den Berlinhütchen bin ich jedenfalls noch lange nicht durch.

Hier meine schöne Tapetenwand im Büro mit dem neuen Bild von mir (Geburtstagsgeschenk in Berlin):

Bürowand

 

Traum 01.08. Die Meeressäuger und der gelbe Werbekuli

Es ist erst 6:15 Uhr und ich schlafe noch mal ein. Hoffe, dass es die Träume nicht überschreibt, aber das ist wichtiger angesichts der Halsschmerzen.

Erster Abschnitt des Traumes. Wir übernachten in Wien bei der Freundin mit der das Verhältnis abgekühlt ist (die gibt es tatsächlich und im Traum ist sie es auch). Sie will auf einmal Geld für die Übernachtung. Ich lehne ab und sage, wir seien gekommen, weil sie zu ihrem Geburtstag eingeladen habe, dass es nun so komisch geendet sei, da könnten wir nichts dafür und außerdem hätte sie oft genug bei uns übernachtet und überhaupt wäre das Verhältnis des Geben und Nehmens 10 zu 1 zu unseren Gunsten. Ich sage ihr richtig meine Meinung, warum das Verhältnis von meiner Seite abgekühlt sei und dass ich unbedingt solidarisch zu der gemeinsamen Freundin wäre. Irgendwie vermittelt hier schon ein alter Freund Tyark, der dabei ist und aus Norddeutschland kommt und die beiden Wienerinnen von früher kennt und selber mittlerweile in der Nähe von Wien lebt. Sie tickt weiter aus, weil sie meine Pillen berührt hätte, die auf dem Tisch liegen und das würde jetzt brennen an der Stelle. (Ich denke mal dieses Ganz Wiengeträume hängt damit zusammen, dass zwei Wienerinnen im Anmarsch sind und am 01.08. bei uns eintreffen werden).

Nächste Szene ist, dass ich mit Tyark auf meinem Motorboot fahre, aber es ist nur der Motor, man sitzt dabei im Wasser. Wir sind jederzeit an einem großen Meer. Ich muss mich an ihm festhalten. Als wir eine Weile fahren, sage ich, dass ich immer tiefer sinke und mich kaum noch halten kann. Dann sind wir irgendwie an der Küste und ich kann mich wieder aufrichten. Wir gehen dort entlang und finden einen verwaisten Tresen, wo offenbar gefeiert wurde. Tyark guckt in den Kühlschrank nach einem Bier und ich überlege ob ich mein leeres Weinglas nicht hier lassen soll (vielleicht eine Anspielung auf den Glasbruch japanische Ikebana-Vase, den ich gestern verursacht habe). Wir gehen weiter und uns kommt ein Pärchen mit Hund entgegen, ein brauner Setter. Es wird langsam hell. Wir kommen dann zu einer Bucht und da sind riesige Seehund, der eine hat Hängeaugen. Es sind 4 hinter einander, die immer zugleich oder synchron auftauchen. Wir setzen uns unten einen Unterschlupf und ich versuche ein Foto zu machen, muss aber so viel halten, dass es nicht gelingt. Tyark fotografiert unentwegt. Schließlich rutscht mein gelber TUI-Kugelschreiber aus meiner Hand, ich balanciere mehrere Plastikteile, herunter ins Meer und ein Fisch kommt aus der Tiefe und schnappt ihn, d.h,. er beißt den Stift mittig und verschwindet wieder. Ich habe diesen Stift wirklich:

TuiKuli

Alle (d.h. andere Menschen sind auch da und Kinder sitzen über uns) sind entsetzt wegen der Umweltverschmutzung. Auch ich mache mir etwas Sorgen, was aus dem Fisch wird. Es ist mir ja nicht absichtlich passiert. Dann fallen mir andere Bilder der Reise ein. Wie wir über eine Brücke gelaufen sind und darunter ist gerade ein riesiger Wal vorbei geschwommen, den man hätte anfassen können. Das wäre aber gefährlich gewesen meint mein Begleiter, weil der dann vielleicht ausgeschlagen hätten. Ich sage noch krasser war es mit den beiden riesigen Haien, die ganz nah an Stephan waren als wir das Boot wechseln mussten, aber das Wasser war recht flach, so dass sie nicht an ihn heran gekommen sind, aber die sind immer wieder gesprungen und ich habe eindruckslos ihre Silhouetten gesehen wie aus dem Weißen Hai, aber sie seien etwas kleiner gewesen und dunkel. Dann setzt es einen lauten Krach und der Himmel öffnet sich und es fängt an zu schütten. Alle hauen ab, nur noch wir sitzen zu dritt unter dem Unterschlupf, der auch einmal ein Plastikzelt ist. Tyark sitzt am Rand und bekommt am meisten Wasser ab und zieht die Plane herunter und ich habe den besten Platz und bleibe relativ trocken. Dann ist der Spuk vorbei und als wir gehen wollen, sehe ich meinen Kugelschreiber, wir es an der Wasseroberfläche treibt und frage Tyark, ob er da ran kommt. Er holt ihn mir raus und er hat ein paar Dreckspuren vor seinen Abenteuern im Meer, aber ich konnte ihn wieder bergen.

(Anm.: heute komischerweise kein Kaffee. Ich bin ja auch noch nicht richtig wach und schlafe noch eine Runde).

Die Gutscheinvitrine Traum vom 31.07.2013

Irgendwas mit Berlin, wir sind mit Studenten unterwegs und unternehmen was. Nachts ziehen wir durch die Straßen und Kneipen. Meine Berliner Geburtstagsgäste sind zum Teil da, die beiden Jungs aus Hannover. Bei Georg aus Berlin bedanke ich mich überschwänglich. Dieser Traum ist blass (weiß nur, dass wir gestern versucht haben Georgs Pasta mit den Zuckerschoten nach zu kochen, nachdem ich die Zutaten auf dem Markt eingekauft habe. Das könnte der Anlass sein).

Bus fahren im Schnee. Karten werden kontrolliert. Eine liegt am Boden, der Typ sagt die hat so und so viel Geld gekostet und hebt sie auf und gibt sie mir. Sie waren offenbar für die Fahrräder. Überall stehen Fahrräder und ich dazwischen. Soll ich sie jetzt für ihn verwahren oder wie lange, frage ich den Kontrolleur, der neben mir steht. Er nimmt sie an sich. Irgendwie ist Schneechaos. Das Fahrzeug steht am Fahrbahnrand und kann nicht mehr in den Verkehr rein. Auf einmal sehe ich, dass er Bus zwei Lenkräder hat und mit beiden Seiten gefahren werden kann, vorne und hinten sitzen Fahrer. Das kommentiere ich. Alle Fahrgäste müssen aussteigen. Wir warten in einer Halle. In einem Schaukasten werden kitschige Dinge, d.h. ein Lamettaweihnachtsbaum in Silber ausgestellt und Gutscheine. Ich mache mehrere Fotos. Man kann die Gutscheine wohl kaufen. Ein Gutschein für eine Coca Cola aus den 60ern. Ich sage, wenn der nicht befristet ist, könne man dafür wohl noch eine Cola bekommen und wundere mich aber darüber, wer die Gutscheine kauft. Wir warten alle auf einen Ersatzbus. Ich muss nur noch eine Station fahren. Meine Schuhe passen vermeintlich nicht mehr und ich habe die Fersen nicht im Schuh, sondern trage sie wie Schlappen. Ich kann kaum laufen. Die Bustreppen muss ich mich hochziehen mit Kraft meiner Arme (habe etwas Muskelkater in den Beinen und kenne das kaum noch, ist das der Grund?). Die Stufen sind dick belegt mit festgetretenem Schnee. Ich bin auf der zweiten, die Tür ist noch offen, aber der Bus fährt schon los. Gut festhalten, denke ich und hoffentlich kommt es nicht zum Unfall und ich falle raus und auf die Straße. Das passiert aber nicht. Irgendeine Frau, etwas älter als ich ca. 15-20 Jahre will, dass ich sie noch zum Kaffee einladen oder ich biete das an. Wir sind in Wien (das liegt vielleicht daran, dass wir am Donnerstag Übernachtungsbesuch aus der Donaumetropole erwarten. Die Ladies machen einen Roadtrip und halten hier). An der Station liegt vermeintlich das Schwarze Kameel in einer Passage (sieht aber im Traum ganz anders aus als in echt). Ich wollte erst vorschlagen dort hinzugehen und überlege dann, dass ich sie was vorschlagen lasse. So lerne ich was Neues kennen. Als wir vorbei gehen, sage ich den Namen. Die Kellner sind am Aufbauen und Eindecken der Tische. Sie mag den Laden nicht. Die eine Bedienung kennt sie aber. Ein Typ mit längeren Haaren kommt aus einer Schwingtür und unterhält sich mit ihr. Wir gehen weiter. Ich sage ihr das, wie ich erst was vorschlagen und dann was dazu lernen wollte. Sie sagt, sie wisse, wo wir hingehen. An einer Ampel ist es sehr steil und Tiefschnee. Ich rutsche ab und kann mich nicht halten und rolle immer tiefer mitten auf der Fahrbahn. Es ist dunkel auf der Straße. Der Gegenverkehr naht und wiederrum hoffe ich, dass nichts passiert. Die habe ja wohl Licht an und strahlen mich dann an und werden mich sehen. Ich hangele mich an den Rand und dort ist ein bewachsener Zaun. Es ist ein Mädchen, die mit mir spricht, aber sie hilft mir nicht. Oben sehe ich, wie zwei Frauen in einem Zimmer nähen. Das kommentiere ich. Ich bin offenbar daneben mit der Frau verabredet. Sie sitzt an einem kleinen runden Tisch im Garten und der Kaffee steht schon auf dem Tisch. Als Keks zum Kaffee bekommt man kleine goldene Löffel aus Papier, auf denen ein klitzekleiner runder Butterkeks liegt und das in eingeschweißt. Das brauche ich unbedingt zum Basteln. Es sehe es genau vor mir. Irgendwie fehlt mir noch die dunkelblaue Wolljacke von meiner Oma. Wir sitzen oben und ich habe einen Ausblick auf die Straße. Ich sehe, dass ein anderer Mann an der Stelle gestürzt ist, wo ich gefallen war und ein anderer hilft ihm auf. Er lag offenbar auf meiner Jacke, die jetzt zum Vorschein kommt. Ich laufe runter und sage, dass sei meine und lasse sie mir von dem Helfer aushändigen. Irgendwann zwischendurch habe ich entdeckt, dass meine Schuhe mir doch passen und wenigstens einen wieder angezogen. Jetzt läuft es sich wieder besser. Dann bin ich wieder oben und die Besitzerin von dem Laden sitzt mit am Tisch. Ich lobe das Kaffee und es kommt heraus, dass der Frau mit der ich da bin dieser Laden früher selber einmal gehört hat. Das Mädchen ist auch wieder da. Ich empfehle ihr zu den beiden Frauen zu gehen, die nähen und sich das einmal anzuschauen.