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Wien – der Fortsetzungsroman
Ohh Gott, entgegen der BM-Regeln wird jetzt noch mal über den zweiten Wienbesuch im Februar berichtet, also entgegen der chronologischen Reihenfolge und eine weitere Gesetzesänderung, ich mache das Abschnittweise, quasi Fortsetzungsroman, damit der Text mit Fotos nicht so lang wird, weil es mir angenehmer ist und vielleicht auch dem geschätzten Leser.
Es ist der 21.02. und in meiner Küche hängen die Misteln.
Ich arbeite nach einem Horrorvormittag nur bis 14 Uhr. Sunla schreibt eine SMS, dass wir Puschen mitbringen sollen, weil sonst die Socken staubig werden. 1. Was heißt staubig und 2. Kann man die Socken nicht im Zweifel besser waschen als die Hausschuhe. Papalapap, Socken müssen reichen. Da heute ein großer Tag der Unzufriedenheit ist bedingt durch meine dienstlichen Termine, überlege ich auf dem Weg zum Flughafen mit was ich an mir zufrieden bin und weiß es auch, mit meinem Mund. Er macht, geschminkt, einen geradezu vorbildlichen Kussmund auf Papier, wie es optimaler nicht sein könnte. Wenn ich auf Papier küsse, sieht das aus wie Bilderbuch. Wir haben Karten fürs Burgtheater, das Wetter soll sonnig werden und um 20 Uhr einen Tisch im Meixners. Meine Laune wird sich bessern. Jetzt ist Wunden lecken angesagt. Manchmal denke ich als Anwalt wird man dafür bezahlt, Schläge einzustecken für den Mandanten. Stephan hat die Tupper für die Strudelorgie vergessen. Das ist nun eindeutig seine Aufgabe. Er will mal mittags ins 11 A und zwar dann, wenn er will und nicht wenn wir mit einer Freundin dort ohnehin verabredet sind. Ist mein Mann in den Wechseljahren? Wir wollen Günter treffen, der am Flughafen arbeitet, allerdings nicht in der Abflughalle zu sehen ist. Mein Mann läuft mit versteinerter Miene hin und her. Ich rufe Günter an und er isst gerade was in Terminal B, backstage. Jetzt holt sich Stephan auch was zu Essen und ich hoffe, seine Laune wird besser. Wir gehen vor die Tür, weil Günter rauchen will. Er hat bald fast einen Monat Urlaub und fährt nach Asien. Er ist voller Vorfreude. Ich zähle die Seiten in meinem Wientagebuch. Es sind noch 50. Das reicht für viele Reisen, mindestens noch zwei, aber es wird immer dicker und enger. Am Flughafen ist immer so ein Shop mit Manna-Sachen, aber die Waffeln schmecken nicht. Ich hätte gerne einen Sport-BH in der Manna-Hautfarbe mit blauer Schrift. Das wäre cool. Wir landen und am Förderband ist es 18:38 Uhr. Ich denke, die Bahn geht um :48 Uhr, aber wenn Stephan anfängt zu laufen, muss ich das ernst nehmen. Sie fährt um :43 oder so, wir springen jedenfalls todesmutig und ohne Fahrkarten rein in die S-Bahn, die nur alle 30 Minuten fährt. Uns ist alles egal, Hauptsache wir sind pünktlich im Meixners. Wir steigen Geiselbergstraße aus und lösen vor der Weiterfahrt selbstverständlich unsere 72 Stunden Tickets. Ich will dieser geliebten Stadt nichts schuldig sein. und freuen uns, dass wir wieder superpünktlich sind und alles wie am Schnürchen klappt. Ich freue mich über die Tram mit den Holzdielen mit Profil und dem nostalgischen Aussehen, auf dem noch besonders herumgeritten wird und muss meiner Freude durch Fotografieren ein Ventil verschaffen.
Mit den dicken Koffern erst mal zu Sunla. Die Gasleitungen im Haus werden ausgetauscht und Sunla zeigt mir stolz, die Katze, die ihr die Handwerker in die Wand geschlagen haben.
Es werden Geschenke übergeben. Eine Kette von mir, das Edelweiß gefällt ihr, der Fimoanhänger und das kleine rosa Schweinchen ist nicht ganz ihre Sache. Ich sage ihr, die Kette gehöre aber so bzw. es sei der bewusste Stilbruch, quasi von der Macherin so gewollt. Die rote Totenkopfradiergummis aus Kopenhagen haben fast 1 Jahr auf ihre Übergabe gewartet. Dann auf zu Meixners, auf unseren Stammplatz im Raucher. Nebentisch Eltern + Sohn oder Tochter mit Anhang, älteres Pärchen und junges Paar. Der ältere Mann liest aus einem Brief vor. Für uns kommt’s ganz schlimm: die Spagetti mit Chili und Garnelen sind aus (darauf hatte ich mich im Vorfeld über Internetspeisekarte schon fixiert). Das ist ein Schlag, den ich erst mal verkraften muss. Stattdessen gibt es die Pasta in Lachs-Sahne mit Dille. Ja, der Österreicher nennt das Gewürz nicht Dill, sondern Dille, war ziemlich behindert klingt. Ich nehme die Presskasknödelsuppe nach Beratung und das Viech, was unter der getrübten Oberfläche nach oben gehoben wird, beeindruckt schon durch seine Erscheinung sehr und der Geschmack noch mehr. Hammer!!!
Stephan nimmt die Blattsalate mit Ziegenkäse im Speckmantel mit Kernöl. Auch eine gute Wahl.
Andras nimmt den Wiener Suppentopf, der mich auch interessiert hätte, aber dann blass ausfällt im Vergleich zu meiner Suppe, deren Einlage ich einen Namen verpasse sollte. Das Vitello Tonnato hätte mich auch sehr interessiert, weil wenn die eines können, dann ist es Fleisch und Nachspeisen. Wie dem auch sei, ich bekomme ein Donnerwetter (leckerster Apfel-Birnen-Saft) und die Jungs trinken Chardonnay in der Tonflasche. Sehr urig. Sunla nimmt das schwere Ding als Vase mit. Als Hauptspeisen wähle ich Skreifilet gebacken mit Erdäpfelmayonnaisesalat, Sunli nimmt Fischgröstl und Andras Kutteln, Stephan den legendären Zwiebelrostbraten. Toll, toll.
Zum Nachtisch gibt es Malakofnockerln, klingt nach Waffe, ist aber Löffelbiskuit oder Biskotten wie das hier genannt wird und Mohnpanacotta mit richtig viel Mohn, richtig lecker. Das können die hier. Andras nimmt die Dessertvariation und darauf ist das Tagesdessert, gebackener Palatschinken. Das will Stephan nachbestellen, ist aber 20 Minuten zu spät. Dafür nimmt er Marillenpalatschinken und danach noch eine Portion. Er teilt aber auch und füttert uns alle. Ich bin im 7. Himmel.
Andras hat über Delinski bestellt du wir sparen wieder 30 % oder so. Dafür gibt es ein gutes Trinkgeld, aber ein bisschen schlechtes Gewissen habe ich auch. Ich stelle es mir total lustig vor, wenn ich an den Nachbartisch gehe, sie sitzen immer noch da und trinken und erzählen, der Vaterfigur auf die Wange küsse und sage: „danke, Herr Delinksi“, wie diese Tankstellenwerbung, bei der die Studentin sich als Tochter ausgibt beim Zahlen und dem Nachbar an der Zapfsäule unverhofft ein Küsschen aufdrängt von wegen “danke, Paps“. Was kein Spaß ist, ist unsere Liebe zu diesem Laden. Ich bin um 22 Uhr bereit den Rückflug anzutreten und es hätte sich alles gelohnt und zwar so was von.
Mein Ausgehdrang ist verflogen, ich hatte mir noch flache Schuhe angezogen und angekündigt mit meiner 72 Stunden Karte einen drauf machen zu wollen. „Ich gehe zu der Dance Hall Veranstaltung im siebten“ oder „ich fahre zum Steffel, einfach so, zum Schauen, ich will mal schauen, ob er noch steht, ich schaue mir das schöne Dachmosaik an“. Statt dessen nur nach Hause und etwas Tee in der Küche mit meiner Freundin. Ich habe einen kleinwüchsigen Hund mit grauer Schnauze in der Zeitung entdeckt, der ein neues Zuhause sucht und will da Morgen mal anrufen, also ab in die Gästebetten. Die Gastgeberin hatte sich angesichts meiner Kritik an frisch gewaschenen Bettbezügen in der airbnd Wohnung Gedanken gemacht, ob ich mich wohlfühlen würde und ich sage, dass alles gut, riecht nicht so doll nach Weichspüler, halt frisch, aber wenn sie es gut meinen würde, könnte sie nächstes Mal so rücksichtsvoll sein, bei sich die neuen Bezüge zu verwenden und uns ihre alten aufzuziehen. Dann fühle ich mich noch wohler….
BM Outfit 21.03.
BM Outfit 19.03.
Napoleon und die gutaussehenden Sechzigjährigen
15.03. Das ganze Wochenende besteht nur aus Basteln. Ich lege jetzt los mit der japanischen Buchbinderei und mache mehrere Bilderbücher mit Text zu alten Zeitschrifteninhalten und Werbung. Natürlich ist das Ergebnis nicht so ordentlich, aber ich werde besser und es gefällt mir und macht sehr viel Spaß die Blätter in einen neuen Zusammenhang zu stellen und ich bin ganz stolz auf die Ergebnisse.
Nur Samstagabend verlasse ich kurz das Haus. Freunde eines Freundes aus Bayreuth, die jetzt in Hamburg leben sind in der Stadt und haben Gutscheine fürs Plenum. Ich hätte schwören können, dass mein Mann sich weigert da hinzugehen, aber er sagt, wir könnten das mal ausprobieren bzw. „dem Laden eine Chance geben“. Wie früher als Studenten. Schlechte Cocktails in großen Gläsern mit Dekofransenstäbchen. Das Dal schmeckt nur nach Tomate aus der Konserve. Die Gruppe war in Wolfsburg. Die Frauen im Outlet und die Männer in der Sportsbar. Sie wollen nach Hause. Es geht um allerlei Schicksalsschläge der vergangenen 12 Monate, so dass einem vom Zuhören schon schwindelig wird. Mir weht es das Hütchen von Kopf, was mir schlechte Laune macht, aber es gibt ja eine tolle Busverbindung in die Nordstadt. Wir fahren zur Vernissage „Art meets music/ Starry night“ (?). Tolle Location über einem Parkhaus im zweiten Stock steht man auf einem großen Parkdeck und hier ist der Anbau in dem das Ganze stattfindet. Sollte eine Zahnarztpraxis werden, erzählt man sich. Riesengroß, aber schlechte Musik, instrumental-elektro oder auch „elevator music“, wie ich es gerne nenne. Die Schlange am Tresen ist lang und wird nur sehr langsam von 2 Kräften abgearbeitet. Es gibt Cocktails, die Magnum-Grand-Marnier-Flasche zeugt davon. Wir kaufen einem Bekannten sein Bier mit, der sich zu uns in der Schlange gesellt. Er ist gelegentlich Küchenhilfe beim Weinweib und war gerade zum Karneval in Köln als Julija Timoschenko. Er zeigt uns beeindruckende Fotos auf seinem Handy. Der Bus kommt nicht und wir stehen im Wind. Ich denke, dass ich eine 16-Jährige Tochter erkenne, die treffen wir dann tatsächlich 2 Haltestellen später. Sie fährt gerade mit ihren Freundinnen Heim aus der Korn. Der beliebte Treffpunkt der Mädels. Die Schwester hat ihren 16. Geburtstag auf der Veranstaltung gefeiert, die wir verlassen hatten und war bis morgens da.
Sonst ist alles Nachthemd und Papier.
17.03. Mein Betreuter mit der Glatze, der immer dicker wird und substituiert ist, kommt vorbei. Letzte Woche war er schon mal da und hatte ein pinkfarbenes, enges Polyester-T-Shirt an und eine neongelbe Trainingsjacke darüber. Sah spitzenmäßig aus. Er ist über den 1,- € Job im Fahrradladen wieder zum Koks gekommen und will entgiften. Da er auch eine Borderline-Persönlichkeitsstörung hat, fliegt er aus der stationären Entgiftung raus. Handys mussten sie abgeben und die wurden dann von 18 bis 21 Uhr ausgehändigt. Er dachte, kein Problem, er hatte ein Tablett dabei und wollte damit emails schreiben z.B. an mich und sich um eine Anschlusstherapie kümmern (also nur ehrenwerte Vorhaben, ist klar). Das wurde ihm untersagt. Ein Russe durfte seines behalten und bei ihm hieß es, ginge das nicht, weil Spielsüchtige auf Station seien und deswegen kein Internet benutzt werden solle und dann hieß es, dass eines geklaut worden sei und er solle mit der Sozialarbeiterin nach einer Therapieeinrichtung suchen. Das sei Kinderkram und er habe mich und seinen ambulanten Wohnbetreuer und die hätten sich immer widersprochen in den Begründungen und die Mitarbeiter hätten selber den ganzen Tag an ihren Geräten gedaddelt im Stationszimmer. Die „Hygiene“ sei allerdings „einwandfrei“ gewesen. Ich frage ihn, was er damit meint. Es habe Hygienetücher auf den Klos gegeben. Das habe er so noch nicht gesehen und es habe ihm gefallen. Ich denke immer nur, „toll“ und „lustig“. Außerdem hat er Probleme mit der Polizei. Die haben ihn mit Cannabis erwischt und observiert und dachten, er sei Dealer. Die wussten, wann seine Eltern zu Besuch waren und es gab eine Hausdurchsuchung er sagt zu ihnen: „hey, Leute, warum kommt ihr nicht gleich vorbei, sondern verhaftet mich mitten auf dem Schünemannplatz?“. Sie haben ihn observiert und er bekommt Strafanzeige wegen Cannabis und hat den Vorfall schon seiner Bewährungshelferin gemeldet. Ich sage, dass ich jetzt immer wegen einer anderen Betreuungssache am Schünemannplatz vorbei fahre und die schönen Listenhunde bewundere und ich frage ihn, wie er mit seiner Hundephobie auf dem Platz klar kommt. Er weiß mittlerweile, wie die Hunde ticken. Der große Schwarze heißt Pinsel. Spitzenmäßiger Name.
Heute kommt er, weil er aus der zweiten Klinik rausgeflogen ist. Sie haben sich geweigert ihm sein Subutex zu geben und haben ihm ein Generika stattdessen verabreicht. Das verträgt er aber nicht und es folgten Telefonate am Wochenende mit seinem Arzt und der Arzt hat mit dem Krankenhaus gesprochen. Erst hieß es, dass sein Medikament das Budget sprengen würde, dann, dass damit getrickst wird. Auch hier haben sie ihn also wieder verarscht. Ich sage, ich verstehe nicht, dass man ein inhaltsgleiches Präparat nicht verträgt, aber ich verstehe auch nicht, warum das Krankenhaus einem nicht das gibt, was der Arzt verordnet hat. Die können schlecht sagen, die Herzmedikamente sind uns zu teuer. Er kommt gerade vom Arzt mit seiner Mutter und die durften das nicht zermörsern, sie hätten es dadurch verändert in seiner Wirkung. Sie haben sich strafbar gemacht, weil sie das Medikament verändert haben, Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz und Körperverletzung. Er will Strafanzeige erstatten. Ich frage nach seiner Intention und die scheint zu sein, dass er denen einen reinwürgen will.
Nachmittags der 60ste Geburtstag im Wilhelm-Busch-Museum. Eine Gruppe von ca. 25 Frauen trifft sich während das Museum montags geschlossen hat. Erst führt die Gastgeberin durch die Ausstellung und ich lerne wieder allerhand Neues. Dass der Ausdruck Grotesk von Zeichnungen auf den Wänden von Grotten stammt, auf denen Abbildungen gefunden wurden, die halb Mensch, halb Tier waren. Während die Renaissance sich dem idealen Menschen versuchte anzunähern, hat sich diese Kunstrichtung, die zeitgleich entstanden ist, der übertriebenen Darstellung von Makeln und der Hässlichkeit verschrieben. Dass der erste Berufskarikaturist aus Italien kam. Dass diese Kunst auf fruchtbaren Boden gefallen ist in England, dem Land in dem der Humor sehr fortgeschritten ist und die Menschen auch die Gabe habe über sich selber zu lachen. Dass damals die Männermode sehr ausgefeilt war mit hunderten von Schneidern in London und das Dandytum erfunden wurde. Dass es einen Mann gab, der Beau Brummell hieß und Frauen regelmäßig ohnmächtig wurden, wenn er aufgetreten ist, weil er so schön war und Riechsalz bereit gehalten werden musste. Dass dieser Mensch bis zu 4 Stunden an seiner Fliege gebunden hat bis diese optimal saß, so dass er das Haus verlassen konnte und die Karikaturisten ihn dargestellt habe, indem sie eine große Fliege gezeichnet haben mit einem kleinen Kopf darüber und kleinen Beinen unten dran und alle wussten, was gemeint war. Dass Napoleon die meist karikierte Person der Weltgeschichte ist und sie haben eine tolle alte Zeichnung, die zunächst unauffällig aussieht, aber sein Gesicht besteht aus Leichenteilen und der schwarze Hut ist ein Vogel, der zusammengefaltet auf seinem Kopf liegt, der angesteckte Kreuz ist ein Spinnennetz. Weitere Infos, dass offenbar das Museum in Hannover so einen guten Ruf hat, dass die Erben F.K. Wächter die Sammlung hierher gegeben haben statt nach Frankfurt. Auch Marie Marcks wird wohl vom Wilhelm-Busch-Museum beerbt werden. Hier hängt ein Hippiemann, der die schwere Last der Weltkugel auf den Schultern trägt und die Frau sagt nur: „Roll ihn doch, Du Trottel“. Auch eine ganz toll die Zeichnung von Hader mit zwei Frauen am Wasser vor einem Sonnenuntergang, einer jungen, knackigen Frau mit Vogeltattoo am Po und einer faltigen mit geblümter Badekappe, die zu ihr sagt, „meines war auch mal ein Adler“ und man sieht die Reste des Vogels aus den Falten ihres Hinterns hervorschauen. In Krems muss es ein gutes Karikaturenmuseum geben, was sehr sehenswert ist. Ich sagte ja zu Sunla bei letzten Besuch in Wien, dass die Menschen dort oft sehr diesen Karikaturen gleichen, so dass man überall Deix sieht und auch denkt, der hat gar nicht stark übertrieben, sondern hat nur Augen im Kopf und kann gut malen. Ich würde an seiner Stelle dasselbe tun.
Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen und die tolle Ansprache der jüngeren Schwester die erzählt, wie sie das Geburtstagskind in spe immer bewundert hat, die früh schon Steinsammlungen angelegt und in Kartons gesammelt hat und Stifte, während ihre Wachsmalkreiden immer nur in die Ecke flogen und die sich später bei den Eltern beschwerte als beide während des Studiums und der Ausbildung zusammen wohnten, dass die Schwester Zeitung lese und sich nicht mit ihr unterhalten würde und ihr langweilig sei. Es ist außergewöhnlich was für gut gekleidete und sympathische Frauen um die 60 ich treffe. Ich staune immer wieder, wo sie diese in Hannover aufgetrieben hat. Die Französin mit dem dunklen Brillengestell, die ich vom Sommer kenne ist wieder dabei und es gibt wieder Kekse wie Petit Four vom Holländischen Kakaostübchen. Ich lerne Niki kennen und wir unterhalten uns angeregt, sie hat GbRs in Ostdeutschland gerettet und stellt sich das ähnlich vor wie meine Betreuungsfälle. Man bekommt einen verworrenen Haufen und muss Ordnung schaffen. Wir reden über Karriere, das Leben, die Liebe, sie hat erst mal Kinder bekommen und sich dann weiter fortgebildet, Steuern, Immobilienfachausbildung. Als ich frage, wie alt diese sind, guckt sie mich verwundert an und sagt, der jüngste sei 36 und ich sage, na ja, ich dachte 4 und 7, man wisse ja nicht wegen Gianna Nanini. Sie lacht. Der Sohn lebt in South Kensington auf 60 Quadratmeter. Ich sage, riesig und, dass die Immobilienpreise leicht höher seien als in der List, wie sie sicher am besten wisse. Wir reden beruflich und privat bis sie feststellt, dass ich schlau und gutaussehend sei und ich etwas verliebt bin in ihre Grübchen, also quasi kurz vor dem Zungenkuss, aber man siezt sich. Sie kommt dann mit der Französin im Schlepptau und will sie mir vorstellen und ich sage, wir kennen uns schon und sind schon weiter, wir duzen uns auch schon, „nicht war Mäuschen?“. Eine andere Frau erzählt von der Haushaltsauflösung der Mutter. Alles Original 50er Jahre, „man konnte nicht alles behalten, aber man wollte auch nicht alles wegschmeißen“. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Eltern tot, man sei eine Position aufgerückt. Das kann ich nachvollziehen und habe Bange vor dem Schnitt bei uns im Leben. Was für ein erfüllter Nachmittag in einer ganz anderen Welt. So schön und auch eindrucksvoll und ganz ohne Rausch und sogar mit Siezen. Komisch. Warum wollen die Männer jüngere Frauen? Das kann man auch nicht verstehen, so viel Schönheit und auch Sexappeal der hier von der Gruppe ausgeht, dass ich selbst drauf reinfalle. Beschwingt und heiter fahre ich zum Yoga.
18.03. Werde wach mit einem Traum, dass mein Mann eingreift als die Nachbarn ihre Kinder anschreien. Habe die Geräuschkulisse wohl in den Traum eingebaut.
Nachdem wir versuchen 20 Freunde nach Wien zu lotsen und einen gemeinsamen 97. Geburtstag ausgelobt haben, erfahren wir, dass das Meixners diesen Jahr ausnahmsweise ab dem 13.07. Betriebsferien macht. Ich bin am Boden zerstört und Stephan soll schreiben, dass ich bettlägerig bin und dann, dass sich mein Zustand verschlechtert hat und ich zu Michael Schumacher auf die Station verlegt werden musste, aber sie zuversichtlich sind, dass nach dem 20.07. mit der Aufwachphase begonnen werden kann.
Morgens ist die Strafverhandlung. Meiner kommt spät, weil sie ihn nicht früher aus dem Bett geholt haben. Ich fahre in einem offenen Fahrstuhl vom Erdgeschoss bis in den Eingangsbereich. Vor dem Saal warten schon alles anderen Beteiligten, inklusive der Jugendgerichtshilfe, die mich auf meinen neuen Betreuten, der Stimmen hört, anspricht. Der eine Schöffe hat Kopfhörer auf, weil er schwerhörig ist. Der Tatvorwurf wird eingeräumt. Der Jugendliche ist einer schweren Gehirnwäsche unterzogen worden und sagt, dass er erstmalig am 15.01.2013 gekifft habe und seit dem 02.11. „clean“ sei und weg von der Sucht. Er habe dem Vater angeboten was zu besorgen, aber der habe auch davor schon mit ihm Joints geraucht und würde sich nicht so gut kümmern, so dass er sich wundere, warum der noch Sorgerecht habe. Der übereifrige junge Staatsanwalt will ein neues Verfahren einleiten wegen des Tatvorwurfs eines Verbrechens wegen der Weiterreichung von Joints an einen unter 18-Jährigen. Der Verteidiger legt sich ins Zeug. Schließlich einigt man sich darauf, dass der Jugendliche sich noch mit seiner Mutter berät und man das heute nicht vertieft. Der Staatsanwalt fordert 1 Jahr Mindeststrafe auf Bewährung für den Vater. Die Ex hält das Plädoyer des Verteidigers nicht aus, der über medizinisches Marihuana und politische Änderungen, die uns bevorstehen spricht, dass jemand der schwer krank ist nicht mehr in die Illegalität abgedrängt wird und verlässt den Sitzungssaal, weil sie es nicht mehr ertragen kann mit entsprechenden Gesten und Geräuschen. Als es um letzte Worte vor dem Urteil geht sagt sie „ich wollte noch sagen, dass ich meinen Ex nur kiffend kenne“. Meiner ist gelassen und sagt anschließend, dass er sein Ex auch nur kiffend kennt, aber er hat es nicht nötig so um sich zu hauen. Der Stiefvater ist ein Wicht, der als ungelernter Koch im Altersheim arbeitet. Es kommt heraus 100 Tagessätze zu 20,-. Berufung von beiden Seiten noch offen. Der Verteidiger sagt uns, dass ein weiteres Verfahren kommen wird und wir haben alles keine Zweifel, dass diese hasserfüllte Mutter ihren Sohn zur Polizei schleppen wird und da werden sie jeden einzelnen Joint, der weitergereicht wurde zur Anzeige bringen. Das löst nicht die Probleme dieser Familie, wie mein ehemaliger Studienfreund richtig in seiner Verteidigungsansprache gesagt hat. Ich fühle mich leicht angeschlagen. Ich finde meinen sehr behinderten Betreuten sehr großartig. Natürlich was es seine Schuld, der Sohn kann nichts dafür. Er leidet darunter, dass er eine Kontaktsperre hat und auch den jüngeren nicht sehen darf. Das Handy meines Betreuten geht nicht und sein Festnetz auch nicht, schon seit einigen Wochen. Er bekommt es nicht hin, ich soll mich kümmern. Ich gehe erst mal eine Runde ins Fairkaufhaus um mich etwas abzulenken. Ein Nähetui aus Leder mit Schere für 50 Cent.
Die Dauerpatientin ist wieder zuhause und war heute beim Facharzt. Es fangen wieder die Telefonsexanrufe in der Praxis an, weil ich immer die Mitarbeiterin anrufen und mich erkundigen muss. Ich scherze darüber mit ihr. Die Spritze bekommt sie am 01.04. und am 15.04. sind Osterferien und sie muss zur Vertretung.
Kabel Deutschland, Modem ist offline. Nachmittags geht das Telefon wieder. Dafür erfahre ich, dass meiner eine Tür kaputt gefahren hat und ich das der Haftpflicht melden soll. Er ist eindeutig ein Grobi, aber ich mag ihn und er musste heute viel einstecken.
Die, die es immer eilig haben und sich beschweren, weil alles zu lange dauert, schieben selber alles auf die lange Bank. Psychologie ist so einfach. Der Braunschweiger, der ab übernächsten Monat eine Erprobung für eine Umschulung macht und für den die SGB III Leistungen auslaufen und auf SGB II umgestellt werden müssen. Er hatte Termin heute, will aber lieber nächsten Dienstag kommen. Ist ja nicht mein Neuantrag.
Der Umzugshelfer meines Betreuten PM, der Messie mit der Räumungsklage, ist krank geworden. Es schleppt sich hin.
Ich schicke dem Geburtstagskind einen schönen Wollschal mit lila Blumenmuster, leicht unscharf, die mich an Monet erinnern, verbunden mit einem Dankeschön für gestern. Ich hoffe, das kommt gut an. Sonst trägt sie gerne grau und schwarz, aber Wolle und auch Blumenmotive könnten passen. Sonst hat sie ja genug Freundinnen, die als Abnehmer in Frage kommen.
19.03. Morgens eine herrliche Ruhe ohne Bus und Bahn vor der Tür, wie Urlaub. Die können wochenlang streiken von mir aus. Was, die wollen Amor aus dem Museum verbannen? Die spinnen total. Natürlich sind das explizite Darstellungen. Das zeigt nur, dass es diese Ästhetik und dieses Interesse schon vor dem Internet gab. Zensur der klassischen Kunst, ich glaube, wir sind kurz vor den Bücherverbrennungen angelangt und das vertrete ich mit Vehemenz und dabei interessiere ich mich sexuell für türkische Bauarbeiter und nicht für haarlose Kinder. Ich weiß nur, heute verbieten sie das, Morgen jenes und ich bin solidarisch. Im Büro die Kühlschrankpolizei. Kollegin hat abgelaufene Joghurts rausgestellt. Weiß sie nicht, dass die noch Jahre später unbedenklich verzehrt werden können. Ich esse 3.
Die Rente des Iraners wird verlängert. Schnell dem Amt anzeigen, dass die weiterzahlen müssen.
Viel in meiner neuen Betreuungssache, der Stimmen hört und nicht zu Terminen kommt. Er soll untergebracht werden. Oma war Samstag da und hat ihm Geld gebracht. Da war nur noch 1 Brief im Briefkasten (ein offizieller mit einem Fenster). Anhörung bei der Richterin am 11.04. Das Betreuungsgutachten hatte wohl betreuungsrechtliche Einweisung und Unterbringung empfohlen. Meine Reaktion: das habe ich nicht. Habe ich doch, aber wohl noch nicht gut gelesen. Ärztin kann verstehen, dass ich zögere ihn gegen seine Willen mit Polizei und Feuerwehr aus der Wohnung zu holen. Ich faxe ihr das Gutachten und wir vereinbaren, dass sie ihn nächstes Mal wirklich da behalten und nicht auf den Hof rauchen lassen, wenn er da ist. Bewährungshelfer sagt, es sei schon alles probiert worden und Medikamenten und ambulanter Therapie. Viele Telefonate also.
Meine Freundin ist jetzt 60 geworden und hört die Pharell Williams CD, die sie sich gewünscht hatte und freut sich über das Wolltuch und wollte in den Wes Anderson Film, er ist ihr Lieblingsregisseur. Das bestätigt nur mein Bild von ihr. Ich sollte doch noch mal in Ruhe Tiefseetaucher anschauen.
Telefonate mit meiner Tante in Stuttgart. Beim Ikebanakurs muss geschwiegen werden. Am Schluss gibt es einen bunten Abend und man redet, vorher schweigt man und ist kreativ. Wie herrlich. Vielleicht sollte ich das Hobby wechseln. Wir treffen uns beim Landtag in Stuttgart am 13.06. und gehen anschließend in die Stoffausstellung. Vielleicht will meine Tante über Pfingsten zu einem gregorianischen Seminar in Hildesheim. Ja, da würde ich auch hinkommen um sie zu treffen, aber von Hildesheim kann ich nur abraten. Langweiliges Kaff. 1000 jähriger Rosenstock, gähn. Die haben ein großes Metallportal mit biblischen Geschichten drauf, Adam und Eva und alle wundern sich, wie sie das ohne Schweißnaht geschafft haben, aber die Begeisterung hält sich bei mir in Grenzen. Engen Grenzen.
Heute vielleicht zu Kundalini. Das könnte ich mal wieder gebrauchen und dann in der Schlussrunde asig sagen: ich will nichts sagen. Das viele Gelabere hat mir hier auch alles kaputt gemacht. Dass die Menschen nicht mal die Klappe halten können und immer alles breitlabern, das macht die Stimmung kaputt.
Ein schöner Abend mit Doppelyogastunde. Mehrere Frauen freuen sich, dass ich wieder da bin und sagen es auch. Ja, ich bin lustig. Eine Teilnehmerin war lange schwanger und ist es wieder. Ich fass es am Bauch und an will wissen: „wer hat Dir das angetan?“ Sie lacht. Sie darf ganz viel Kundalini nicht mitmachen. Da heißt es immer, alle, die nicht schwanger ist. Sie fühlt sich danach nölig. Ich sage, Du wurdest ja auch viel diskriminiert. Es soll bald einen Kundalini Kurs für Schwangere geben. Sie sagt, hoffentlich vor Juli. Ich „was, bis Juli? Das Ding muss vorher raus“. Ihr Zahnarzt hat sie gefragt, ob sie noch andere Hobbys habe. Nach Kundalini sagt die Lehrerin, dass man Tage habe, da würde man nach Hause gehen und sich eine Pizza reinziehen, weil einem alles egal sei. Ich teile mir an diesem Abend tatsächlich noch eine Familienpizza, dazu Blumenkohl überbacken und Schokolade zum Nachtisch und frage mich, wie man so eine negative Einstellung zum Essen haben kann und was hat die Frau gegen Pizza und wovon leben diese Yogis. Mein Körper braucht nach so einer Doppelsession erst mal Kalorien und dann Schlaf.
20.03. Morgens um vor 9 war der stimmenhörende Mann ohne Termin da. Die Mitarbeiterin des Kollegen schickt mir eine email, weil sie mich nicht erreichen konnte das verursacht Stress und schlecht Laune. Sie will wissen, wann bin ich immer im Büro. Ich sage trotzig: keine Kernarbeitszeit. Ich bin dann im Büro, wenn Leute einen Termin mit mir ausgemacht haben. Sie ist nett, aber ich fühle mich genervt von ihrer Art und lasse mir ungern in meiner Arbeit hineinreden. Es ist nicht ihr Problem, sie soll sich keine Gedanken machen. Nein, die Post muss sie auch nicht mitnehmen. Das mache ich, so wie ich es immer mache, alleine und ohne fremde Hilfe. Die brauche ich nicht.
Ich nenne ihn Herrn Ihme, er wollte um 9:20 Uhr wieder kommen, er kommt um kurz vor 12. Er überrascht mich damit, dass er einen Antrag für ambulant betreutes Wohnen dabei hat und für eine Zeitarbeitsfirma arbeiten will. Er möchte mein Telefon benutzen und ruft bei diversen Firmen an, denen er erklärt, dass er seine Schulpflicht absolviert hat und als Lagerist eine Anstellung finden möchte. Er drückt sich umständlich aus, schließlich schreibe ich eine Bewerbung anhand seiner handschriftlichen auf dem Rechner für ihn und drucke sie 10 mal aus. Er lobt meinen Drucker. Ich sage, ob er glaubt, dass er das hinbekommt mit unseren Terminen und auch einer Arbeit. Da müsse er pünktlich da sein, dass sei das Mindeste was erwartet werde. Er bejaht. Er habe Schwierigkeiten mit den Weisheitszähnen, die faulig seien und die Bakterien wären das Problem gewesen, nicht die Psychose. Er habe gespürt, wie die Antibiotika die Bakterien in seinem Blut bekämpft hätten (Gras wachsen hören, nichts dagegen). Er trägt nur schwarz, erklärt er mir, das würde am besten zu ihm passen und, dass er nur noch eine Packung Cornflakes und einen Liter Milch habe bis zum Ende des Monats und er könne gleich nach Hause und den Kühlschrank leeren. Ich frage nach Suppenküche. Da will er nicht hin, er wolle „lieber auf dem Stein liegen und nicht dem Moos“. Außerdem wolle er da nicht Kohlrabi schneiden. Ich frage, was er gegen Kohlrabi habe. Nichts, den mag er. Wenn wir Anhörung haben am 11.04. soll ich ihm ein Fahrrad leihen und damit abholen. Ich verabrede mich nächste Woche mit ihm und sage, er soll mal so tun, als sei das sein erster Arbeitstag bei mir. Dann ruft er seine Oma an, die gleich vorbei kommen wird. Sie wollen zusammen was essen gehen. Ich bin so was von gespannt, wie dieser Fall weitergeht. Stephan ist begeistert, dass er ein Fahrrad irgendwo hinfahren und dann zu Fuß zurück laufen soll, der Kerl könne zum Amtsgericht laufen.
Nachmittags kommt der Erbschaftsfall mit Beratungshilfe. Wir stellen fest, dass der Insolvenzverwalter die Hälfte haben will und dann bleibt genau das übrig was sie behalten darf, dass das Amt nichts fordert. Dafür würde ich mich nicht mit der Lebensgefährtin meines Vaters streiten, auch wenn die Todesanzeige für über 200 teuer war. Sie sieht es genauso wie ich und ich erkläre dem Ehemann, der neunmal klug ist und sie vertritt, wie die nächsten Schritte ausschauen könnten, weil meine Arbeit für eine Beratungsschein damit erschöpft sind und ich nichts mehr tun will. Die Lebensgefährtin ist umgänglich und man kann mit ihr reden, einfach anrufen. Dann Erbschein beantragen, dann Termin mit Insolvenzverwalter. Ich wünsche den beiden alles Gute. Man muss seine Grenzen kennen und die den anderen auszeigen. Das konnte ich schon immer gut und es wird respektiert. Wie viel soll man auch machen für so wenig Geld? Das kann keiner erwarten, dass ich für 100 eine Erbschaftauseinandersetzung mache. Mache ich nicht. Sage ich klar.
Abends kommt Thomas und wir gehen ins 11 A. Ich setze meine neuen Salz- und Pfefferstreuer in Szene.
Wir versuchen ihn von der Wienidee zu überreden und wie herrlich man in der Wachau wandern kann. Einen ganzen Natururlaub kann man darum herum basteln und lecker Essen gibt es überall dort und Weine, landschaftlich schön wie aus Märchenbüchern von der Lorelei, die Felsvorsprünge und Burgen, der Blick auf den mächtigen Fluss von oben. Außerdem können wir uns alle 2-3 Apartments teilen und zusammen schöne Tage in Wien verbringen und einen drauf machen. Ich freue mich sehr, dass er uns einen Besuch abgestattet hat. Er wird im Herbst 50 und überlegt was mit uns zu machen. Das freut mich, er ist halt ein alter und sehr guter Freund. Brav schaut er sich die Ergebnisse meiner Buchbinderei an.
Ich habe was ausgeplaudert über den Wechsel einer Kollegin und diese Kollegen sind wie Haie. Es lässt sich aber nicht wieder rückgängig machen. Dass es sowieso rausgekommen wäre, tröstet mich heute nicht. Ich komme mir dämlich vor.
Nachts schreibt mir eine Mandantin, von der ich noch 1000 € bekomme, sie hat den nächsten Auftrag, ich will erst mal mein Geld. Ich antworte so taktisch klug, wie es mir um 23 Uhr möglich ist.
21.03. Ich lasse es langsam angehen, konnte schlecht einschlafen. Ich bewundere meine Schätze und bin fest entschlossen, die Arbeit einer anderen zu Ende zu bringen. Das wird spannend. So liebevoll ist der Nachlass durchsortiert, dass es mir Respekt und Bewunderung abnötigt. Das sind Liebesdienste der besonderen Art, posthum:
Hier ist mein Haufen nach einer sorgfältigen Auswahl:
Ich freue mich auf das Ostermenü heute Abend. Zwei Freunde von Georg und Karin kommen auch. Mal sehen, ob es viel Generve gibt, weil ich nur Wasser trinke oder der italienische Winzer Verständnis hat. Die Zeit zwischen Sport und Essen werde ich Ostereier für die Jungs aus Essen kaufen. Das Buch ist fertig, das Paket will gepackt werden. Ich frage, ob wir uns dort treffen wollen und nein, mein Mann holt mich gerne ab. Er ist so süß und der beste Mann der Welt für mich.
Meine Betreute, die einen Putzjob hat und dafür nachts um 3 Uhr aufsteht und Handykosten von 300,- hatte wegen Telefonate nach Srilanka und lauter Versicherungen abgeschlossen hat, die ich wieder rückgängig machen darf, kommt übermüdet und braucht Geld für Kinderklamotten. Der Sohn ist gewachsen und braucht neue Sommerschuhe. Ich erzähle ihr vom Fairkaufhaus und drucke die Kleiderkammer Burgstraße aus. Sie ist begeistert, wenn ich da auch Sachen kaufe, sie wusste es nicht. Beste Nachricht des Tages. Das gesperrte Konto der Betreuten in der Insolvenz ist wieder frei und die Bank will nicht mehr 950,- € an den Insolvenzverwalter abführen, die wie angespart haben. Eine andere Betreute hat eine Kontopfändung wegen Tierheimkosten. Ich hatte einen Verzicht, hilfsweise eine Stundung beantragt und die Vollstreckung ist die Antwort darauf. Ich sage der Stellenleiterin, dass es eine Welt gibt in der normale Bürger, wie Sie und ich leben und eine Welt meiner Betreuten, die auf einem anderen Planeten stattfindet und da bekommt man die Tierheimkosten aufgebrummt, wenn man ein herrenloses Tier abgibt. Andere können ruhig die Tierrettung anrufen, wenn sie eine angefahrene Taube irgendwo finden, die dann für hunderte von Euros wieder zusammen geflickt wird. Es war nicht ihre Katze, der Terrier ist unverträglich mit Katzen. Ich soll noch mal en Detail darstellen, warum sie keine Raten bezahlen kann. Das kann sie nicht, weil das Geld nicht reicht, sie Raucherin ist und selbst eine Zahnzusatzversicherung, die sie abgeschlossen hat für 5,- € wieder zurück gebucht wird und gekündigt werden musste. Heute ist Sisyphusarbeit angesagt.
Ich schaue mir die Seite des Hutladens an, weil ich wissen will, wie lange Andrea morgen arbeitet. Sie hat eingewilligt mir neue Sachen aus meinem neuen Fundus zu nähen. Lauter bekannte Gesichter. Es ist mir trotzdem unsympathisch und ich muss solche Sätze lesen, wie es erfordere Mut einen Hut zu tragen. Schwachsinn, wer das glaubt und auch noch vertritt, sollte es lassen.
Eine Betreute will zu mir wechseln und „klagt das jetzt ein, den Betreuerwechsel“ so die engagierte Freundin. Was es alles gibt.
Ich überbringe schlechte Nachrichten, weil eine Einwohnermeldeamtsanfrage negativ verlaufen ist. Wenn die Person keine Meldeadresse hat, kommt man mit dem Forderungseinzug nicht weiter.
Ich kaufe ein paar Schokoeier für knapp 14,- €. Teuer ist das Zeug, aber es macht Kindern Freude. Ich verzichte lieber auf die niedliche Form und kaufe mir dafür lieber gleich eine Tafel. Da habe ich mehr davon. Die Eier und das Kinderbuch:
Im Rossini erwartet man uns schon und es wird ein sehr netter Abend. Karin und Georg haben Freunde aus Wunstorf mit dabei, die Oper lieben und La Traviata in Hannover sehr empfehlen. Sie waren schon 6 Mal drin und erleben das Stück immer neu. Offenbar hat man die Sänger bis auf eine im Publikum postiert, so dass man wahlweise im 2. Rang beim Chor oder im 1. beim Tenor sitzt und so eine ganz andere Wahrnehmung hat, zumindest wenn man opernsensibel ist. Die Oper sei allerdings in diese Spielperiode bereist ausverkauft. Da die Frau schon „Der Hals der Giraffe“ gesehen hat und es uns noch nicht gelungen ist dafür Karten zu ergattern, muss ich die Kulturtipps besonders ernst nehmen. Der Typ liebt Ballett, Schwanensee, obwohl er nicht schwul sei, (ich hatte zuvor gesagt, dass Wagneropern vom schwulen Publikum leben und dafür interessierten sie sich auch). Sie war Lehrerin und hatte Whippets. Wir zeigen Fotos von Suki. Da ist sie natürlich hin- und weg von dem schönen Tier. Dann geht es darum, dass er aus dem Resten des Pflaumenmuses, den Kernen, Amaretto macht und jetzt mittlerweile den Brotaufstrich nur noch macht um an die Kerne heranzukommen. Die werden mit Alkohol und Kandis eingelegt. Die Tischnachbarn sind erstaunt und betonen mehrfach bewundernd, dass wir mit dem Rad da sind und noch fahren wollen. Ja, schlimm für mich wäre, wenn ich noch nach Wunstorf müsste. Der Amaretto-Opern-Mann sagt, wenn er es nicht gewusst hätte, dass wir beide keinen Führerschein haben, hätte ich bei mir auf Mini getippt. Seine Frau meint dann, Quatsch, viel zu klein und „wie soll sie da rein passen?“. Ich brauche eine Weile bis ich schnalle, dass sie auf Automarke tippen, quasi Straßenverkehrshoroskop.
Das Rossini ist unter neuer Führung. Die Griechin, die sagt, ich wäre die Frau mit den Blumen im Haar. Auch heute lobt sie wieder mein Outfit. Ich würde sie auch für eine Italienerin halten, aber sie ist Griechin und hat den Laden vor 2 Monaten übernommen und bis 4 Uhr morgens in der Küche gestanden. Wir rauchen zusammen und ich erfahre etwas mehr. Sie hat früher das Au Camenbert gemacht und Köche von früher heute als Verstärkung angefordert. Dann hat sie den Laden verkauft und ist wieder nach Griechenland, weil ihre Mutter krank wurde. Als die in Athen verstarb merkte sie, dass sie sozialisiert sei von 30 Jahren Deutschland und dort nicht mehr zu recht kommt und kam zurück. Man bekommt viel für sein Geld an diesem Abend. Das Amusegeule ist Schafskäse in Blätterteig auf Artischockensalat (roh und dünn gehobelt) mit Minze, dann geht es weiter mit Tartar von Kalb (hat Auszeichnungen gewonnen, das Fleisch, einfach köstlich), gefolgt von Scampi auf Bohnenmus (sehr lecker), Risotto mit ganz viel Spargel und dann Milchzicklein, statt Lamm. Das mögen die anderen Frauen am Tisch nicht so. Ich finde es gut und wie Georg zu Recht sagt, dieses Fleisch enthält keine Chemie. Der Nachtisch, Crespelle mit knusprigen Krokantstückchen innen drin und Eis mit Orangenfilets und Zesten, sehr aromatisch und köstlich versöhnt wieder alle.
Ich habe auch keine Schwierigkeiten beim Wein auszusetzen. Er scheint mir nicht so reizvoll. Ihr wird wohl von einem Gast erklärt, dass sie ihr Essen zu billig verkaufen würde und sie fragt ihn, was er macht und er sagt: Computerfachmann. Sie sagt, davon verstehe sie nichts und er offenbar nicht von Gastronomie, also sollten sie das Thema lieber lassen. Sie bekommt die Hälfte vom Wein und Fleisch geschenkt und warum solle sie das nicht an ihre Gäste weitergeben, außerdem sei sie noch in der Bewährungszeit, wo alle sich fragen, ob sie es hinbekommt und alles so gut ist, wie bei ihrem Vorgänger, dessen Sohn an diesem Abend bedient und wohl bald studieren will, der Vater ist zurück gegangen nach Italien. Da sei so ein Abend Werbung und sie würde sonst nichts für Werbung ausgeben und zufriedene Gäste seien unbezahlbar. Außerdem würden die dann zum Mittagstisch wieder kommen. Ich glaube, ihre Rechnung geht auf und mich hat sie jedenfalls überzeugt. Ich nehme das Geschenk gerne an und bedanke mich herzlich bei ihr beim Gehen. Sie fragt, ob ich Alexas Sorbas kennen würde, was ich leider verneinen musste. Ich schlage ihr einen Filmabend im Sommer vor. Auf d dem Weg zurück machen Autos total beschissene und gefährliche Autorennen in der Stadt und Krach in dem Tunnel zum Gericht. Wenn mich mal so ein Wichser erwischt, dann wäre es der schlimmste Tod, den ich mir vorstellen kann, weil ich da so dagegen bin, dann soll mich lieber der Krebs holen.
Außerdem gibt es eine weitere und spontane Zusage für Wien von Steffi und ich freue mich dermaßen, dass so viele Freunde verrückt genug sind unserer Einladung zu folgen und ich glaube, das wird richtig gut und ich werde bei der Gelegenheit auch schon mal meinen Fünfzigsten vorfeiern.
Nach der ersten Runde Wochenendbasteln kommt Steffi vorbei. Sie entdeckt in den Schatzbergen aus Handarbeitsmaterialien von Käte noch Neues, was ich übersehen hatte (Brokatband mit Selbstklebender Folie in einer tollen Schachtel).
Ich weiß, warum ich den Lindener Markt am Samstag vermeide. Es nervt nur. Andrea schenkt mir eine ganze Tüte voller selbstgenähter Kleidung u.a. den silbernen Rock mit dem Tapetenmuster, den ich jetzt schon liebe. Er wird total gut zu Suki passen mit seinen Grau- und Silbertönen. Ein Haufen Öko-Kuchen sowie 2,5 kg Kartoffeln springen auch dabei heraus. Ich habe ihr einen Stoff aus der Hinterlassenschaft gebracht, ein grobes Material mit Druck, was total nach Waldorf Schule, Eurhythmie, 60er Jahre, Brauntöne ausschaut. Klingt alles fruchtbar, aber der Rock wird toll und er wird eine Kellerfalte haben zum Fahrradfahren. Ein Originalmetallreißverschluss aus dem Fundus ist auch dabei. Dafür fahre ich sogar extra noch mal nach Hause.
Das Gewebepuzzle einer Anderen zu Ende bringen ist Schwerstarbeit, weil ich ungeeignet bin für das nach Plan arbeiten und so wie ich rechts und links verwechsele und immer in die falsche Richtung den Bahnhof verlassen will, weit jenseits der normalen 50-50 Wahrscheinlichkeit, beklebe ich hier mal um mal die falsche Seite, obwohl ich daneben sitze und es immer wieder teste und fluche viel dazu. So bin ich eben. Dafür wird das erste Gehirn aus Wollresten richtig gut und dürfte sowohl wärmen, als auch beim Radunfall nützlich sein, zumindest um das Blut aufzusaugen, was dann aus meinem Kopf fließt.
Schwieriges Telefonat mit meiner Mutter. Das belastet immer. Eine schwer behinderte Schwester, die aus der Reihe tanzt und unführbar wird, eine Mutter, die das Schlimmste befürchtet und zu fast allem bereit ist, eine Schwester, die am Wochenende manchmal keine Nerven für so was hat und sich dann brutal abgrenzen muss. Das trifft an diesem Tag alles aufeinander und knallt.
Ich muss das puzzeln abbrechen und wir gehen ins Boca und treffen Detlef. Hier ist es sehr lecker heute, der Bohnensalat mit Trüffelcreme und die Maiscremesuppe mit Polenta und Popcorn. Die kleinen Jungs aus der Ole Deele bekommen das schon hin, wenn man sie nur lässt. Es regnet und wir fahren ins Sprengelkino. Wenzel ist schon da und jemand, den ich scheinbar total schlimm am Telefon beleidigt habe ohne es zu merken, weil sie mich mit jemandem verwechselte und bei der Arbeit anrief. Ja, da bin ich in einem anderen Modus, Freunde wissen das, außerdem erkenne ich die Leute nur schwer am Telefon und reagiere daher oft ungehalten auf ein „hallo, ich bin’s“ was ich nicht zuordnen kann. Gerd ist der Meinung, dass das verschwunden Flugzeug vermutlich ins All geflogen ist. Wenzel besorgt es uns richtig. Der Glanz dieser Tage, Popel von Messdienern sammeln und dann in Geheimgängen des Vatikan einlagern. Die Trinkerbilder aus Hildesheim Anfang der 80er sind immer wieder spitze. Paulus, der Vermittler, der fremde Trinker wegschickt oder akzeptiert und dann dürfen sie mittrinken. Elitetrinker, die bei Edeka aufs Klo durften. Es wird die Vergangenheit wiedergekäut, aber es ist trotzdem immer wieder schön, wie ein anderer Filmklassiker. Aus Sommer der Liebe lernen wir, dass die Texte oft eins zu eins der Bravo und anderen Zeitschriften entstammten. Diese langhaarigen Hippies, die kennen keine Tempos und Servietten, Fehlanzeige, da werden die fettigen Finger an der nächst besten Jeans sauber gewischt. Jürgen Höhne erklärt, dass Szenen aus dem Leben nachgespielt wurden. Der Hippie, Claudias Bruder im Kornfeld mit einer Frau am rummachen und alle steigen über sie drüber. Er sei einmal mit seiner Frau spazieren gegangen und sie seien Mitte auf dem Feldweg auf ein Liebespaar gestoßen. Seine Frau habe umkehren wollen und er sagte: nee, den ganzen Weg zurück, nur weil die zu doof sind, dann sollen sie sich eine bessere Stelle aussuchen.
Freundinnen erzählen in der Pause von einer Tierärztin, die Notdienst hatte und im Heideviertel ein verwahrlostes Reihenhaus bewohnt. Sie empfängt die Patienten mit blutverschmiertem Kittel. Sie bewohnt das Haus, das sie vorher noch aufräumen wollte, mit 9 Katzen und alles stinkt nach Tierscheiße, alles ist voller entsprechender Flecke. Die Untersuchung der Katze findet auf dem Schoß der Ärztin statt, aber sie hat viele Qualifikationen und die Behandlung kostet nur 45,- € inklusive der Medikamente. Die Katze hatte bereits im Sommer eine Bluttransfusion bekommen. Stephan fragt bei der Gelegenheit, ob Katzen Blut spenden und ich finde die Vorstellung sehr amüsant, dass Katze auf dem Rücken auf einer Liege vom Roten Kreuz den Arm hinhalten. Wenzel Storch artige Welten der Jetztzeit. Zuhause helfen mir Stephan und Detlef noch ein bisschen bei meinem Puzzle und schauen mir bei der Lösung einfach geduldig zu, was genauso hilfreich ist. Ich habe gefuscht und muss morgen einige Figuren noch mal machen, aber nicht bei schlechter Beleuchtung mitten in der Nacht basteln. Das sagt mir die Lebenserfahrung.
BM Outfit 15.03.
Liebe Verwandte und Andere
BM Outfit 14.03.
eine kurze, kulinarische Woche
10.03. Es ist so gutes Wetter, dass wir mittags in der Stadt essen. Wir sitzen im Rossini und es dauert mir zu lange. Ich bekomme schlechte Laune. Außerdem sind mir zu viele Kollegen da. Das ist sowieso ganz schlecht für meine Laune. Es gibt Artischockensalat und Pasta mit Fisch. Beides sehr lecker. Neureiche Schnösel essen hier, das Einrichtungshaus Bock ist auch vertreten. Das Sitzkissen wird vorher abgebürstet. Früher haben die jeden Tag im Clichy gegessen. Das wurde mir zumindest mal gesagt. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob es ein Pärchen ist oder Mutter und Sohn. Jüngere Schnösel sind auch vertreten. Eine Frau mit Königspudel, zwei russische Männer, die das Salatbett nicht essen unten den gegrillten Pulpo und viel telefonieren. Die Bedienung nennt mich, die Frau mit den Blumen im Haar. Dafür entscheiden wir uns nächsten Freitag mit Georg und Karin zum Ostermenü dort aufzuschlagen, auch wenn ich bei der Weinprobe passen muss. Ich trau mich trotzdem zu kommen und das Essen klingt sehr lecker.
11.03. Ganz früh beim Rentengutachter. Er will mich nicht dabei haben, ich fahre zum Gericht. Dort treffe ich den Betreuten, der seinen Betreuerausweis einmal aufgegessen hat. Ich sehr ihn sonst nie und nehme das zum Anlass ein paar Worte zu wechseln. Er sieht sonst nach Männerwohnheim aus, treibt sich aber viel im Gericht herum und könnte auch ein Richter sein mit seinem blendend weißen Krawatten und weißem Hemd. Er erzählt mir, dass seine Rente zu niedrig sei und man im Winter keine Wohnung finden könne, weil die Leute erst im Frühjahr umziehen. Gut, er ist immer noch schwierig. Im Anwaltszimmer liegt eine NP aus und so erfahre ich, dass die Tochter einer früheren Yogafreundin sich als Covergirl für ein Tauchmagazin bewirbt und sehe, wie die jetzt aussieht und zwar als Wassernixe. Mein Betreuter ruft mich auf dem Handy an und ist fertig beim Gutachter. Wir treffen uns bei der nächsten Fachärztin, die das Betreuungsgutachten machen soll, aber vom 10. -21.03. ist die Praxis geschlossen. Er will einen Monat in den Iran fahren, sein Vater ist verstorben. Es soll keiner wissen. Im Laufe des Tages nervt er mich mit diversen Telefonaten. Ich sage ihm, dass wir das hinbekommen. Um die Zeit zum nächsten Termin zu überbrücken kehre ich bei Efendi Bay ein und trinke einen Cai und esse eine Su Borek. Es ist knallvoll in dem Laden. Das Frühstücksbüffet ist sehr umfangreich, alles von salzig bis süß. Eierspeisen, Gurken, Gemüse, Waffeln und kostet 6,90 € und Heißgetränk ist auch enthalten. Schnäppchen. Parallelwelt. Wie einmal in Istanbul, aber zu viele Kopftücher machen die Illusion kaputt. Auch ein deutscher Bauarbeiter hat sich verirrt und lässt es sich schmecken. Kaffee machen sie auch gut. Die Mitarbeiter frühstücken alle am langen Tisch. Türkisches Frühstück mit Tomaten, Gurken, Schafskäse- ich mag den Anblick von oben, auch wenn das Foto scheiße geworden ist.
Nachmittags kommt Herr PM, der seit gestern einen Umzugshelfer hat, der sogar über ein eigenes Fahrzeug verfügt. In meiner Betreuungssache von vormittags will das Amt die Leistungen einstellen zum Ende des Monats, weil die Rente befristet ist. Ich soll mich ans Jobcenter wenden. Das kann ich nun nicht gebrauchen, gerade wenn der Typ im Ausland ist. Die Rente wird aber während des Rentenweiterbewilligungsverfahrens auch weiter bezahlt. Teamleiterin, stressige Telefonate und Faxe. Das nervt etwas. Ich verwechsele die Uhrzeiten und komme zu spät zum Sport, will erst gar nicht hin und gleich nach Hause, traue mich dann doch.
12.03. Morgens kommt ein Selbständiger aus der Nachbarschaft, der Ärger mit seiner Steuerberaterin hat und die soll ich anschreiben. Eine Kunde hat mich empfohlen. Wir machen viel Smalltalk. Er erzählt mir, wer alles bei ihnen Kunde ist, egal ob mich das interessiert oder nicht. Dann kommt eine Betreute aus der Türkei, die mir eine Haarspange mitgebracht hat. Die ist kitschig, aber gefällt mir und ich mache sie gleich rein. Dafür will sie heute umarmt werden von mir als Gegenleistung so kommt es mir vor, aber das macht nichts oder geht sich aus, weil „hugs“ gibt es eh „for free“. Sie bekommt eine Erwerbsunfähigkeitsrente und hat einen Nebenjob in einem Lottoladen. Da ist sie beliebt bei dem Chef und den Kunden und freundlich, zuverlässig und ehrlich. Gibt auch stapelweise Geld heraus, was liegen gelassen wurde und so was. Dafür lobt sie sich selber sehr. Sie hat Probleme mit der Security-Firma, weil sie sich mit den Männern angelegt hat und ein Hausverbotsschreiben dabei, was ihr außerhalb der Arbeitszeiten für das ganze Center Hausverbot ausspricht und nicht unterschrieben ist. Ich halte es für getürkt. Es stinkt zum Himmel und ich werde die in Hamburg ansässige Firma anschreiben. Das wird mir ein Vergnügen sein.
Die Tochter des Kollegen hat heute Geburtstag und wird 16. Wie süß. Gefeiert wird mit der Familie in der Kaffeepause. Ich habe nachmittags Aufräumen bei Frau W. zweite Runde. Der Sohn hat die Küche natürlich nicht geputzt, wie versprochen, dafür schläft er nachmittags um 16 Uhr. Ich sage, das sei ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus und der steuere auch auf eine Betreuung zu. Alle lachen, aber ich meine es halbernst. Die ambulante Wohnbetreuung ist ein Schatz und spült 2 Stunden lang den ganzen Berg Abwasch. Ich mache Fotos und sage, dass schicke ich ihrem Chef, damit er weiß wo die Fachleistungsstunden geblieben sind.
Sie konnte heute früher, weil der Sohn nicht mehr Zirkus machen darf wegen seiner Rückenprobleme. Ich sage, Zirkus am Haus der Jugend? Sie: nein, die Waldorfschule habe einen eigenen Zirkus, der sei sehr schön und die Aufführungen dort auch. Ich: nee, aber ich da kein Kind und dass ist dann knapp an der Grenze zu Stufe 2 Pädophilie, wenn ich mich da herumtreibe und ich wolle nicht in so eine Ecke gedrängt werden. Sie lacht und fragt mich, ob ich ein Umzugsunternehmen kennen würde, weil sie privat umzieht. Sie habe einen Unternehmer angerufen und der habe erst mal sie gefragt, ob sie ein Auto habe. Ich sage, vielleicht die Möbelbewegung, die wären nett und unkompliziert. Während dessen bekommt sie auf dem Handy einen Kostenvoranschlag, abbauen, umziehen, aufbauen für 650,-. Klingt gut? will sie wissen. Ich sage, erst mal schon. Ich weiß ja nicht, was sie alles hat. Oberstudienräte und Lehrer seien problematisch beim Umzug. So viele Bücher. Da seien die Frauen meiner Strickgruppe auf Jahre hinaus traumatisiert gewesen (ich war gottseidank krank), weil Klaus nicht nur so viele Bücher hatte, aber auch zu doof zum Packen war und die normalen Kartons randvoll gemacht habe, so dass die keiner tragen konnte. Sie daraufhin, der Lehrer und der Bücherschrank würde da bleiben. Sie zieht mit dem Sohn aus. Gut, dazu kann man sie nur beglückwünschen. Ich sortiere wieder Papier und Plastikmüll. Es sind unzählige Pillenkartons dazwischen. Neuroleptika und Schmerzmittel wie Smarties. Das hat auch was. Meine Betreute überrascht mich immer wieder. Nicht nur, dass sie sich weigert Müll zu trennen und da völlig taub ist auf dem Ohr, sie sagt auch zu einem Haufen Kleingeld, dass es „auch weg könne“. Ich hatte zunächst gesagt, wenn ich 20 Cent zusammen habe, mache ich Feierabend und dann ein Nest voller Kupfergeld gefunden.
Sie ist der Meinung, dass man es schlecht „umgetauscht“ bekommen würde. Ich sage: Das brauchen sie nicht umtauschen. Es ist die gültige Währung. Sie: ja, aber die nehmen es nicht so gerne. Ich: das ist egal. Man brauche es ja nicht auf einmal nehmen, aber immer wieder 20 Cent davon. Gerade im Supermarkt haben die doch gerne diese Preise mit 99 hinten, die bräuchten 1 und 2 Centstücke. Es ist doch Geld. Ich glaube, meine Worte verhallen. In zwei Wochen machen wir weiter. Ich habe wieder vergessen den Türkranz mit der Metallschrift „believe“ zu fotografieren, dafür habe ich ca. 30 Marktkauf und Penny Tüten für zuhause mitgenommen. Ich spare am richtigen Ende. So viel steht fest. Halte auf dem Rückweg beim Rattenkönig, aber der ist nicht da und nur seine Freundin über die Gegensprechanlage. Auf der Höhe Marktkauf wechsele ich die Straßenseite und ein moslemischer Typ in voller Montur überholt mich und reißt den Arm nach oben und schimpft, weil ich eine Schlangenlinie gefahren sei. Ich pöbele zurück, dass ich manchmal auch ausweichen müsse, wenn eine Unebenheit in der Fahrbahn sei und er aufpassen muss beim Überholen und er tut dann so als würde er in mich reinfahren. Ich sage, das kenne ich auch, das sei schneiden, aber er kann auch klingeln, wenn er von hinten kommt und überholen will. Längst strahlt er mich an und fährt in verkehrsgefährdender Weise neben mir mit seiner alten 70er Jahre Gurke in metallicblau mit Schrift, so dass die Fußgänger ausweichen müssen. Er wolle zur Moschee. Ich sage: Weidendamm und er: ich würde mich auskennen. Ich: nein, das würde ich nicht behaupten, nur weil ich weiß, wo die Moschee ist. Ich frage, wann es los geht. Wenn die Sonne untergeht. Mhhhmm, das ist ganz schön anspruchsvoll. Ja, jeden Tag anders. Er erzählt von den Propheten an die sie glauben, Moses, Jesus, Mohammed. Das waren Moslems. Nee, Jesus war Jude, sage ich. Er ist in Tücher gewickelt und hat einen Vollbart und wir geben ein spitzenmäßigen Pärchen ab. Als wir uns trennen müssen, soll ich mir die Internetseite wwe.weginspardies.de anschauen. Dann soll ich mir seine Nummer aufschreiben. Nein, sage ich. Ich will nicht. Er sagt sie mehrfach auf und will wissen, ob ich sie mir gemerkt habe. In 2 Monaten soll ich ihn anrufen. Nein, mache ich nicht. Anlächeln tue ich ihn trotzdem. Komische Begegnung. Gefällt mir. Schön flirten auf dem Weg zum Abendgebet. Der lässt halt nichts anbrennen.
Ich habe heute Yoga abgesagt und wir gehen ins Apollo zu Blue Jasmin, der heute um 20:15 läuft. Das Popcorn schmeckt und die Schokolade. Den Film finde ich mittel. Ich finde die Hauptdarstellerin überzogen, affektiert und nicht glaubwürdig, auch die Geschichte hat deutliche Schwächen nach meinem Dafürhalten. Den Oscar für die beste Hauptrolle hätte ich anders vergeben.
13.03. Viele Bürotermine, Geld abholen. Abends kommt der Iraner und holt den Scheck von der Krankenkasse. Der Vater des jungen Mannes, der nicht spült und nur uns die Wohnung aufräumen lässt, hat die Bafög-Unterlagen nicht hingeschickt, wie abgesprochen. Ich hatte ihm alles geschickt und erklärt, was zu tun ist. Die ganze Familie ist reif für Betreuung. Ich erkläre ihm, dass wir für ihn die Neuberechnung anstreben und erkläre noch mal ganz genau, was er machen muss. Erst sagt er, er habe die Unterlagen weggeschmissen, findet sie im Laufe des Telefonats doch wieder. Mittags gehen wir zu Piu, wo es riesige Pastaflatschen gibt, gefüllt mit Ricotta und Spinat. Ich nehme den große Insalata della casa. Guter Laden. Es ist voll. Neben uns Vater und Tochter Momo, viel Locken, ganz dünn. Beide bestellen Spagetti Bolognese und der Vater beschwert sich bei ihr, dass sie noch nicht einmal die Hälfte einer halben Portion gegessen habe und Stephan wundert sich, was ist das für ein Vater, der das Essen seiner Tochter nicht aufisst. Auch bei der Bedienung kommt das schlecht an und sie konfrontiert die beiden mit dem fast vollen Teller. Dafür gibt es für Töchting einen Lolli zur Belohnung.
Abends Buchbinderkurs. Ich empfinde es als anstrengend heute mich nach einem vollgepackten Arbeitstag zu konzentrieren und eine Frau redet ohne Unterlass und nervt alle, beschlagnahmt die Arbeitsmaterialien usw. Mit dem peniblen Mann habe ich mich angefreundet. Als ich nicht mehr kann, klebe ich Tüten aus alten Schulbüchern, weil das gerade noch geht. Er: jeder nach seinen Fähigkeiten. Ich stimme zu. Ich bin eher fürs Grobe und Richtung Maßregelvollzug. Die Nervbacke will von mir wissen, wofür ich die Tüten machen würde- weil sie allen schon seit knappt 3 Stunden auf den Wecker fällt, kommt von mir: sag ich Dir nicht. Laura und die anderen sind geschockt und schauen mich ungläubig an. Vielleicht wenn ich zu faul bin Geschenke einzupacken setze ich noch nach um die Situation zu entschärfen. Es sei doch egal. Eigentlich wollte ich sagen, dass ich eine große Tüte klebe und sie reinstecke und dann mit dem Knüppel drauf schlage. Der nächste Termin ist erst am 03.04. Das ist auch mal gut eine Pause zu machen. Hole mir fettiges Essen vom Türken.
14.03. Morgens habe ich heute Zeit. Bekomme von Claudia vier emails mit Tattoofotos und denke zunächst an eine Fotomontage, weil ich es gar nicht einschätzen kann. Sie hatte unlängst in Straßburg über die Weiber im Bikramyogastudio abgelästert, die sich „Viva la Vida“ ins verwelkte Dekolleté reinstechen lassen. Da wir es nicht einschätzen können schreibe ich ihr: hat die Fahrradversicherung so viel Geld gezahlt? Sie hat heute frei und wir telefonieren. Ja, es ist echt. Es sei der Entwurf einer Freundin nach ihrem Körper, Muskeln und Muttermale gemacht und dann übertragen und es habe sich gut angefühlt. Ihre Tochter, die schon seit Jahren tätowiert ist, habe gesagt, sie wolle doch nur ihre Eltern provozieren. Sie sei eben immer für eine Überraschung gut und dem kann ich nur zustimmen. Dafür liebe ich sie auch.
Mittags treffen wir eine Freundin, die wir lange nicht gesehen haben, im 11 A. Sie sieht aus wie Diana Ross. Sie ist Psychotherapeutin und ich erzähle ihr, wie ich mit den Psychos hier im Büro umgehe. Die Kollegin frage ich, ob sie nicht doch lieber wieder nach Paris fahren wolle, wie letztes Jahr statt nach Tansania. Ich meine, in Paris gäbe es Buttercroissants und dort haben die Leute nicht genug zu essen und sie landet womöglich im Kochtopf. Ich schätze sie so ein, wie eine Weiße, die sich in einen Massai verliebt und dann gleich da bleibt und ein Buch darüber schreibt, wie diese Schweizerin. Ich frage Dieter, ob er dann ihre Patienten übernimmt, wenn sie nicht zurück kommt und Dieter sage ich, dass ich einer Patientin von ihm unten aufgeschlossen habe und die hat mir hier oben die Tür vor der Nase zu gemacht und mir sei es egal, ob die bei ihm in Therapie seien, die sollen sich zusammen reißen. Ich habe mir das Gesicht gemerkt und erwarte eine Entschuldigung beim nächsten Mal. Das könne er ihr als Teil der Therapie verkaufen. Es wird dabei viel gelacht. Die Freundin hat jedenfalls derbe Schicksalsschläge hinter sich und atmet wieder etwas auf. Sie macht eine Ausbildung zum Seelenheiler und man ruft hier die spirituelle Welt an durch Gesänge. Klingt etwas nach Teufelsaustreibungen mit Chorprobe verbunden. Ist wohl auch so ähnlich, aber passt zu ihr. Wir wollen uns jetzt alle 2 Monate mittags verabreden. Sie will uns auf die Heißgetränke einladen, weil wir die Sache ins rollen gebracht haben. Ich sage, damit bräuchten wir gar nicht anfangen freue mich aber über das Treffen und hoffe, dass sie auf dem Behindertenparkplatz kein Ticket bekommen hat. Sie wäre sonst zu spät gekommen. Die Begründung leuchtet ein.
Abends beim Sport, die Lehrerin, die immer etwas unsicher ist. Als sie ankündigt, dass sei die letzte anstrengende Übung des Abends, rufe ich spontan: das könne sie doch nicht wissen und alle lachen.
So, was tun mit dem Abend? Konzert im Pavillon. Interessiert mich beides nicht. Lesung im literarischen Salon mit Synchronsprecher, weiß ich auch nicht. Da hilft nur essen gehen. Habe mittags ja schließlich nur eine Suppe zu mir genommen. Wir kriegen einen Tisch im Titus. Es ist nicht mal ausgebucht. Die Bedienung mit dem Alkoholproblem ist wohl weg vom Tisch. Der Chef überreicht mir ein Geschenk aus Wien, niedliche Verpackung vom Demel, hier wäre das Frühstück besonders gut und ein Marillenkernöl von Gegenbauer. Ich freue mich. Wir essen richtig lecker. Schon das Amusegeule „macht komische Dinge in meinem Mund“, wie ich beim Abräumen des leergefegten Tellers anmerke. Es ist Lachs Chili-Speck von Urbanek und dazu eine speziell bearbeiteten Karotte und gepufften, kleinen Körnern darauf, die irgendwie nach Fisch schmecken und hammerlecker sind. Sehr toll:
Der Mann kann einfach kochen, vor allem Fisch ist großartig zubereitet, gute Qualität und sorgfältig und ideenreich verarbeitet. Es gibt Pulpo, Gänseleber, Fisch, Bandnudeln mit Morcheln satt, Spannferkel, Taube mit Sesam, Käsegang sowie Nachspeisen. Hier ist das tollste eine Sauermilch in einem kleinen Schälchen. Sieht aus wie Creme Brulée. Ich sage beim Abräumen, die Milch in der Schale hat Katze am besten geschmeckt.
Die Nachbartische: Einmal in der goldenen Ecke ein lockiger Typ, den ich vom Sehen her irgendwie kenne, der mit zwei jüngeren Grafikdesignern isst. Die erklären sich gegenseitig die Welt, vor allem der Ältere den anderen natürlich. Die Bedingung soll mal die Weinflaschen von der Weinprobe alle herzeigen, damit die Grafikdesigner sich die Logos anschauen können und das passiert und sie werden alle auf dem Tisch aufgestellt. Stephan macht Witze, dass wir auch die Flaschen sehen wollen. Das sagt er aber nur zu mir. Hinter uns sitzt ein dunkelhäutiger Mann mit einer europäischen, dunkelhaarigen Vegetarierin, die nach Öko ausschaut und auch kein Fisch isst. Die essen nur 3 Gänge und lassen ein Glas Rotwein stehen. Ich frage Herrn Grubert später, ob das ein Problem gewesen sei und er meint, nein, besser wäre es jedoch das vorher anzukündigen, weil Gemüse habe er genug da, aber das wolle genauso vorbereitet werden wie Fleisch und so habe er genommen was da war, Pasta mit Morcheln und so, auch nicht schlecht. Im anderen Fall hätte es sich mehr überlegen können. Guter Mann. Am härtesten finde ich ein Pärchen, von dem ich zunächst denke, es sind Vater und Tochter, aber es ist wohl doch ein Paar. Sie sieht aus wie Miss Piggy und er ist dick und relativ alt. Sie tätscheln sich viel im Gesicht und irgendwie sind sie mir sehr unsympathisch. Beim Nachtisch und wenn Herr Grubert eines kann, dann Fisch und Nachspeisen, lassen sie sich die beiden Nachtischen aufsagen und dann heißt es ihhh, nein, keine Orange und oh Gott, bloß keine Ananas. Sie nehmen beide den Käsegang, den wir auch einmal hatten und uns geteilt haben, mit kleinen Bratkartoffeln, sehr lecker gemacht. Als sie dann sehen, wie die anderen Gäste die Nachspeisen bekommen, wollen sie doch wissen, was das für ein Eis gewesen sei. Ach so, grüner Pfeffer und Holunderbeere und eine Schokoladenmousse haben sie doch auch, will der Typ wissen. Sie bestellen dann genau das. Die Mousse mit den Eissorten. Ich finde es nur dämlich, dass man einem guten Koch so wenig vertraut, der nun eine Nachtischkombination sich überlegt hat und dann stattdessen die einzelnen Komponenten bestellt, die vielleicht so gar nicht zusammen passen. Arme Trottel. Das hilft nur noch eine Runde an der Nase des Gegenübers zwicken mit den Fingern um das Bild komplett zu machen. Ach, was soll’s. War lecker, der Abend!! Ich wäre auch lieber mit dem Essen in einer anderen Umgebung gewesen.


















































































































