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Ärzte mit Patienten zum Verwechseln

07.07. Mittags zu Bodhi Chay. Probiere es immer wieder. Klar sitzt man da besser, weil das Publikum normaler ist und es ist nicht die Blase vom Lindener Marktplatz, aber das Essen schmeckt wie frittierte Luffaschwämme oder wie diese Naturalbürste der Ökos heißt.

Ich bekomme Postkarten aus dem Altersheim in Langenhagen von einer Betreuten, die ich vor Jahren schon aufgegeben habe (Betreuerwechsel auf eine Ehrenamtliche). Sie hat mich immer angerufen am Wochenende und im Urlaub und ich war feste Bezugsperson. Auch nach Jahren der Zurückhaltung meinerseits geht das offenbar nicht weg. Ob ich sie nicht als ehrenamtliche Betreuung übernehmen wolle, fragt mich Stephan. Die Post ist meist unfrankiert und falsch adressiert und findet trotzdem zu mir. Sie reißt gerne Pappe irgendwo ab. Die eine Karte lautet auf „Frohe Ostern“ und ist mit Pastelltönen und zwei lachenden Hasen. Die andere ist Pappe abgerissen mit „Eilige Blumengrüße aus Langenhagen!“. Hinten schreibt sie: „Liebe Fr. Anna u. Susan! Denkt Ihr. Ich bin der liebe Gott das ich nicht’s benötige, u. Ihr hier nicht mehr zu. Kommen braucht“. Ich bin fast geneigt, es so zu machen wir Stephan mir vorschlägt, wobei ich nicht weiß, ob er es ernst meint.

Herr Yoga wollte mal einen Mercedes verkaufen und 2 Motorräder. Die Karre steht beim Autohändler. Da soll ich mal nachfragen. Mache ich ganz freundlich und jetzt kommt Anwaltsschreiben, dass sie 2.200,- € Stellgebühren wollen oder den Fahrzeugbrief um ihn dann zu verschrotten. Wen wollen diese Autodealer eigentlich verarschen. Geld oder kein Geld und dafür weiteres Geld investieren. Wer soll das glauben?

Nachmittags fahre ich zu Frau Tod. Sie ist genau in dem Zustand wie ich sie vor 2,5 Wochen eingeliefert habe, weil sie ihre Medis abgesetzt hat. Der Freund erzählt was von japanischen Mönchen, die Singen mit den Patienten um die Körperfunktionen zu harmonisieren und dann braucht man keine Chemie, da wird einfach 16 Stunden am Stück meditiert. Das halte ich nicht für zielführend. Sie braucht Menschen, die ihr sagen, dass die Einnahme gut und richtig ist. Sie kann in dem Zustand gar nicht meditieren, sie kann dem Gespräch nicht folgen und geht immer wieder raus. Dann sage ich dem jungen Arzt, dass ich von den Stationsmönchen gerne wissen möchte, warum man das hinnimmt, dass sie die Medikation absetzt und mir keiner Bescheid sagt. Ich habe die Unterbringung zu verantworten und so ist es Freiheitsentziehung ohne Behandlung und eine Zeitverschwendung. Sie würden halt nicht gleich fixieren und zwangsbehandeln. Das hatte ich nicht vorgeschlagen, sondern Zuwendung zum Patienten, japanische Art, sich etwas Zeit nehmen und dann darauf hinwirken, dass sie die Medis nimmt, in Gesprächen zu einem Behandlungsabkommen gelangen. Das wäre mein Vorschlag oder mir Bescheid sagen, dann wäre ich eine halbe Woche früher angerückt. So musste ich von einer Betreuten erfahren, dass was nicht stimmt und habe den frühestmöglichen Termin vereinbart, den die angeblich zuständige Oberärztin mir nannte, die einfach nicht auftaucht. Dann hätte ich auch früher kommen können. Die bekommt eine fünf in Compliance von mir. Sie seien hier immer noch zuständig für die Behandlung. Ich sage, ich muss mein Büro schließen und dränge mich nicht auf, wenn sie es hinbekommen, aber wenn nicht, will ich halt auch Bescheid wissen und ja, ich bringe unter, es ist nach Betreuungsrecht und das Gericht genehmigt meine Entscheidung, die ich treffe und ich denke, dass sie gut auf mich reagiert. Ich lass andere machen, weil ich muss mein Büro schließen für solche Termine, aber ohne mich hätte sie sich nicht herbringen lassen und sie hat mich auch ausgewählt als Betreuerin und ich glaube schon, dass ich einen gewissen Einfluss auf sie habe bzw. weiß es. Nach dem Gespräch hole ich sie aus dem Raucherzimmer und wir sind bei ihr im Zimmer, vor der Tür fährt ein Mitpatient auf einem Standrad. Er hat ihre Uhr verstellt und sie schimpft mit ihm. Er entschuldigt sich. Das Zimmer ist gemütlich eingerichtet, drei Frauen, eine aus England und eine Muslimin und sie. Sie sagt mir, eine Fixierung wäre nicht erforderlich gewesen, wenn ich da gewesen wäre und sie konnte mich nicht erreichen. Ich sage, die sind doof hier und das wusste ich nicht. Ich werde ab jetzt alle paar Tage von mir aus anrufen. Sie bedankt sich. Ich gehe.

Nach Wunstorf etwas in der Stadt herumtreiben und gleich zum Sport. Heute sage ich „Mäuschen“ zu Jenny als sie mir einen Haltungstipp an der Ballettstange geben will. „Näher ran geht nicht Mäuschen, weil Arme sollen gerade und mein Knie muss vorne auch vorbei“. Das ist dann anatomisch nicht möglich. Angeblich mag sie es, wenn ich sie Mäuschen nenne. Gebratene Aubergine und ein Salat mit Holunderblütensirup im Dressing und Apfel. Dazu Currymajo aus der Schweiz. Echt lecker. Ich will unbedingt zu diesem Thai-Laden in San Francisco wo Stephan 1999 am letzten Abend Essen geholt hat. Steigere mich schon mal rein mit der Speisekarte, . Das war augenöffnend und ich weiß es noch so als wäre es gestern gewesen.

08.07. Traum von Gondeln mit ganz kleinen Sitzen, Fachgespräche über Kunst und Künstler und Haare malen, Rentner, die Eltern von Teenagern sind, Blick auf den Mond, schlafende Menschen, die auf der Mondoberfläche liegen während wir mit dem Raumschiff daran vorbei fahren und ich mir durch die Zugfenster hindurch das ganz genau anschauen kann.

Davor die Tage hatte ich von toten Föten in Bäuchen geträumt. Klar der Bauch geht nicht automatisch weg, nur weil Inhalt gestorben ist, er verschwindet nicht von alleine und wird flach.

Telefonat mit dem Lebensgefährten von Frau Tod. Sie will Beschwerde einlegen und wann es auf die Offene geht. Er will Betreuer werden. Ich sage gegenüber gestern hat sich nichts geändert. Keiner will sie länger da behalten als erforderlich und er soll ihr bitte keine falschen Hoffnungen machen. Über die Beschwerde entscheidet das Landgericht erst in Wochen, vermutlich erst wenn es sich eh schon erledigt hat durch Zeitablauf und der Beschluss ohne abläuft. Er versteht es jetzt und bedankt sich bei mir.

Ich fahre im Regen nach Kleefeld und versaue meine neuen Schuhe. Erst der Bedarfsfestellungsdienst bei meiner neuen Betreuten. Dienstschnüffler, dürfen sie auch mal ins Schlafzimmer schauen. Peinlich wäre mir das. Das Schlafzimmer besteht nur aus Bett. Doppelbett ist bezogen hat letztes Mal ausgereicht um festzustellen, dass der Alkoholiker ihr Untermieter ist und dort wohnt. Heute sieht es genauso aus. Wie lange ist er nicht mehr da. Sie antwortet einige Wochen und hat sie sonst Verbindlichkeiten. Sie verneint. Ich sage, deswegen hat sie eine Betreuung mit Einwilligungsvorbehalt, weil die Informationen nur bedingt von ihr zu kriegen sind. Sie hat Mietschulden und das Telefon ist abgestellt und der Typ hat Ende Februar am 27.02. ans Betreuungsgericht geschrieben und mitgeteilt, dass er da nur vorübergehend gewohnt habe als seine Wohnung renoviert wurde und er das nicht vertragen hat mit der Farbe. Sein Mietvertrag fing am 20.01. an. Jetzt können sie ja mal überlegen. Ich bin bedient allerdings auch von der übereifrigen Helferin, die auch auftaucht und ihr den Typen besorgt hat. Sie ist immer so einsam. Gut, ich organisiere Tagespflege. Ich gehe zu meiner Betreuten um die Ecke. Hier ist die Mutter neben mir Betreuerin des Sohnes, der in meinem Alter ist. Sie kümmert sich um ihn und ich um die Ämter. Im Keller hat es gebrannt und während sich alle Sorgen gemacht hätten, d.h. ihre Kinder, waren sie evakuiert und haben im Wohnwagen Fußball geguckt. Sie haben ihnen Kaffee angeboten, da fragt man nicht auch gleich ob man telefoniere darf. Sie lacht sich tot. Sie hatte sich die Schulter gebrochen, kann sie aber wieder bewegen. Das lobe ich. Das gute Geschirr wird auf dem Schrank geholt und sie hat dicke Blaubeerkuchenstücke gekauft mit Sahne. Er hat viel Rührteig und schmeckt mir nicht, aber ich esse das monströse Stück, das gehört sich und spüle es mit 3 Tassen Filterkaffe runter. Sie erzählt von ihren vier Kindern und dass sie so dankbar ist, dass sie so ein gutes Verhältnis hat und der einzige Enkel, der hänge sehr an ihr. Die Mutter hat gearbeitet und sie hatte eine Vollmacht und hat ihn und manchmal auch den Freund aus dem Kindergarten abgeholt und dann hat man alle möglichen Unternehmungen gemacht. Da hatte man viel mehr Zeit als bei den eigenen und wenn er sie mal Mama genannt hat, hat sie das gleich korrigiert. Ich mag die Frau, sie ist einfach und Bayern München Fan. Ja, die spielen viel mit bei der WM, weil die eben die besten Spieler haben. Eben! Alte Frauen, die 4 Kinder großgezogen haben, mit dem psychisch kranken Kind zusammen leben, Analphabeten sind und derzeit keine Zähne tragen, dürfen Fußballfans sein. Mittags gibt es Pellkartoffel mit Hering. Ich kann da bleiben. Das würde ich am liebsten tun. Wenn ich man abtauchen will, dann da. Da findet mich keiner. Der Nachbar sammelt übrigens Modellflugzeuge. Das wusste Frau M auch nicht, aber im Zuge des Kellerbrandes kam sein Hobby zum Vorschein.

Flugzeugschrott Tobias M

Ich schlafe schon und werde von den überlauten Tröten geweckt (Fliegeralarm der WM). Die jungen Männer über uns flippen aus und trampeln anschließend durchs Treppenhaus. Ich gehe aufs Klo und Stephan erzählt mir den Spielstand. Ich finde es wenigstens cool, dass so viele Tore gefallen sind und nicht immer dieses Rumgeeiere. Ich würde die Spielregeln gravierend ändern, damit da mehr Bewegung reinkommt. Ich meine beim Basketball stehen sich auch manchmal gleich starke Mannschaften gegenüber. Das ist keine Ausrede.

09.07. Treffen mit Herrn Ihme beim Bewährungshelfer. Rufe vorher an, ob der Termin auch stattfindet. Schönes altes Haus mit schönen Kacheln, es sei das frühere Rathaus von Linden.

Fliesen

Meiner kommt spät und in Begleitung des Pflegedienstes. Will erst nichts mit mir zu tun haben. Das Jobcenter hatte versucht mich anzuschwärzen. Das ist wohl eine Milchmädchenrechnung. Bald schlägt die Stimmung um und er will da mal richtig ausflippen, sie hässliche doofe Sachbearbeiterin, die einfach nicht auf den Knopf drückt für die Geldüberweisung. Er quält die Zimmerpflanze, die auf dem Tisch steht, so dass der Bewährungshelfer ihn auffordern muss, sie in Ruhe zu lassen, damit andere sich auch noch daran erfreuen könnten. Er will über nichts reden. Braucht keine Hilfe, genug Scheißhelfer und er kann alles, neue Wohnung, Arbeit, alles kein Problem. Man muss beschwichtigen gerade mit seinen Gewaltphantasien dem Jobcenter gegenüber anbelangt. Der Bewährungshelfer, der eigentlich kein Geld mehr geben will, stellt ihm 5,- € wenn er vorher bei der Lindener Tafel war und um 14 Uhr kommt. Erst denke ich inkonsequent, ist aber vielleicht ganz geschickt und die Chancen, dass er das tut stehen bei unter 1 %. Er hat Kakerlake im Ohr und gestern wurde die Spritzendosierung hoch gesetzt. Beides hört er nicht so gerne, wenn der Pfleger das erzählt. Er war in diversen Krankenhäusern und ist überall abgewiesen worden, u.a. war er in Wunstorf. Die haben gesagt, dass garantiert keine Untersuchung des Kopfes stattfinden würde. Beim Gehen lobe ich die Keramikfiguren in dem Büro. Die seien von einem Suchtpatienten, der hätte auch immer kein Geld gehabt. Vor der Tür frage ich, ob er nicht zurück wolle nach Wunstorf, da gebe es wenigstens Vollverpflegung. Im Büro rufe ich dort an. Die sollten mir doch nächstes Mal Bescheid geben, wenn er dort aufschlägt. Das war die Absprache mit der einen Oberärztin. Zentrale sagt mir: „warum, der ist doch noch bei uns“. Sie verbinden mich und ich frage mich, wer da verrückt ist, meine Betreuten die ich einweise oder die auf der Gegenseite. Die Ärztin sagt, warum nach meinem Betreuten würde doch gefahndet, weil er gestern nicht aus dem Ausgang zurück gekommen sei. Ich frage nach der Rechtsgrundlage. Die kann sie mir auch nicht sagen, dafür, dass sie sich Sorgen gemacht hätten, „weil er so in seinem Wahn drin sei“. Und warum sei ich nicht informiert worden, dass er bei ihnen ist. Er habe ganz absprachefähig auf sie gewirkt und man habe ihn gefragt, ob er selber seiner Betreuerin Bescheid sagen wolle oder das seitens der Klinik gemacht werden solle. Er wollte es tun, hat es dann doch nicht getan auf Nachfrage, aber offenbar sie auch nicht. Ich will am liebsten fragen, wo sie studiert hat, sage dann nur, dass ich keinen kennen würde, der so wenig absprachefähig sei wie mein Herr Ihme. Wie können wir das denn verbessern, dass sie ihn mal dabehalten will ich wissen. Sie will mich zurück rufen. Tut es auch auf dem Handy und im Büro. Eine Rücksprache mit dem Oberarzt habe ergeben, dass ich einen Antrag bei Gericht stellen könne und dann würde ein Gutachter beauftragt. Ich unterbreche, ob sie gerade erklären wolle, wie ich eine Unterbringung nach 1906 BGB beantrage, das wisse ich. Ich will aber nicht bei ihm die Tür aufbrechen mit Feuerwehr, sondern dass sie ihn da behalten, wenn er schon da ist. Was ist daran so schwer zu verstehen. Er bekommt ambulante psychiatrische Pflege und geht zum Arzt, so dass ich keine Veranlassung sehe seine Unterbringung aus der Wohnung über das Gericht zu beantrage, zumal er über kurz oder lang wieder in Wunstorf laden wird, aber dort hält man es dann nicht für notwendig mir Bescheid zu geben und lässt ihn wieder gehen. Sie: „ich kann Ihren Ärger verstehen“. Ich: „darum geht es nicht, sondern mein Betreuter hat Leidendruck, denkt, dass er Insekten im Kopf hat und wird überall wieder nach Hause geschickt oder man lässt ihn abhauen. Ich möchte, dass der Drehtüreffekt beendet wird und er einer Behandlung zugeführt wird“. Gut, es sei jetzt alles notiert. Das habe letztes Mal nicht geklappt, weil es die Suchtklinik gewesen sei und sie hier seien ein anderes Haus. Frage beim sozialpsychiatrischen Dienst bei der Ärztin nach, wie es sein kann, dass einer die Spritze bekommt und trotzdem so verrückt ist. Die Antwort lautet: Beikonsum. Ist wie Eimer mit Loch, man schüttet oben rein, aber es wird nicht voller, außerdem sei es zu wenig was der Hausarzt spritzt. Ich informiere die Pflege und en Bewährungshelfer.

Die Tochter von Frau Tod ist von der Reise wieder da und braucht Kindergeld. Sie kommt Morgen vorbei.

Nachmittags kommt die Betreute aus Sri Lanka wegen Geld mit dem Sohn. Das mag ich nicht und bin dann immer ganz angespannt, weil ich denke, ein Kind hat da nichts zu suchen. Ich kann mich dann gar nicht auf das konzentrieren, was ich mit ihr besprechen will. Die Gerichtsvollzieherin hat sich angekündigt. Ich nehme die Post entgegen und schicke sie wieder weg.

Draußen ist es bedeckt, aber schwül und ich genieße das Schwitzen beim Sport und wische mit die Stirn mit dem T-Shirt ab und mache mir keine Gedanken über Bauchnarbe und so was. Ich will, dass er mir von der Stirn auf die Matte tropft.

10.07. Telefonat mit Frau Yoga. Ja, ich halte mich an meine Zusage. Vor 2 Tagen hatte ich es nachmittags 4mal probiert und sie war stundenlang im Ausgang mit Familie. Da dachte ich irgendwann, es wird wohl ganz o.k. heute sein bei dem Programm.

Mittags gehe ich mit dem Bürohund raus. Er will nicht. Der erste Hund, den ich kennen lerne, der nicht raus will. Er will weder angefasst werden noch läuft er mit. Er scheint kein Vertrauen zu Menschen zu haben. Er ist schreckhaft. Wir holen Hundeverstärkung von Steffi. Dann Kackstreifen. Hier will er spielen, aber die Laufleine fehlt (mein Fehler). Im 11 A gibt es Pute mit Butter-Lauch-Reis. Wir treffen einen Kommilitonen von früher. Die Hunde verbreiten etwas Chaos, d.h. sie wollen unter dem Tisch kämpfen, vor allem der Welpe fängt natürlich immer wieder an. Ich bin unlocker. Der Kollege kennt das, hat 3 Hunde und 4 Kinder. Für Leckerli kann der Bürohund Kommandos, aber ich bin beunruhigt, dass er kein Bezug zu Menschen hat und überhaupt nicht so was wie Urvertrauen. Er scheint sehr schlecht sozialisiert zu sein. Ich dachte, das machen Züchter besser.

Ich brauche Attest für Herrn PM, nicht dass die die Wohnkosten zusammenstreichen, wenn ich in Kalifornien bin. Erst mal mit dem Sachbearbeiter telefonieren, wo es so lang geht und was er braucht. Dann am späten Nachmittag mit dem lustigen Hausarzt. Der gefällt mir, erst zögert er, wer ich bin usw., meinen Betreuerausweis, den ich ihn 2010 zugefaxt habe, den hat er nicht mehr, um dann als er Vertrauen geschöpft hat, voll loszulegen, dass der immer Randale machen würde und wenn er eine Scheune anzündet und sich immer einbildet, dass seine Organe ausgetaucht wurden. Der sei doch nicht deliktfähig. Das müssten doch auch diese Polizisten einsehen, aber die könnten ja nur Radfahrer jagen. Neulich hätten sie ihn angehalten als er mit dem Adler unterwegs war, aber mit Licht hinten und vorne und wollten wissen, ob er was getrunken habe. „Ja, sage ich, 2 Biere, ob er ihnen einen blasen soll“. 0.2 Promille sei dabei herausgekommen und sie sagte zu ihm, dass er in Zukunft gerader fahren soll. Er meinte, wenn sie ihm den Strich dafür zeichnen würden. Hey, der Punker gefällt mir, mit dem müsste ich mich mal zusammen tun. Er würde uns ein Attest schreiben, wenn ich ihm faxe, was ich brauche und nein, Geld wolle er dafür nicht.

Abends kein Sport, keine Lust auf der Matte zu liegen und Kopf hin- und her zu bewegen. Ich sitze auf dem Sofa und glotze in die Luft. Manchmal läuft es etwas weniger energiereich bei mir ab. Ich hatte meiner Mama geschrieben, wie lecker ihr Holundersirup ist und dass ich das noch lernen muss. Sie schrieb zurück, dass es keine Hexerei sei und dass sie meine Sukkulente vom St. Johannis Friedhof eingepflanzt hätten in eine extra angefertigte Bodenmischung und es Spaß machen würde ihr beim Wachsen zuzusehen. Ich habe so Glück gehabt mit meinen Eltern und bin so dankbar dafür. Das ist etwas was das ganze Leben prägt und mir niemand nehmen kann.

11.07. Streite etwas mit meinem Mann über Klugscheißereien und Kritik an Freundinnen, bin aber selber dabei ungerecht und fies zu meinem Mann. Will ihn verletzen.

Spiegel online lobt die Kniebeuge. Ich arbeite vor mich hin, Fristsachen abarbeiten. Mache keinen Mittagstisch mit dem Kollegen und einer Freundin.

Die Kollegin hat Komplikationen mit dem Gelenk und leidet und tut mir leid.

Wollen wir noch kurz an die Ballettstange, fragt Steffi kurz vor Ende des Kurses. „Vielleicht auch nur darüber reden? Das soll ja genauso effektiv sein“, meine Spontanreaktion. Lacher. Auf dem Heimweg am Kreisel. Pistazienkekse gibt es heute nicht. Ich bin die, die die sonst immer aufkauft. Ja, von mir hat er schon gehört. Welche mit Sesam und getrockneten Früchten, Cranberries und Cashew-Shortbread. Sie wollten mal neue ausprobieren. Wieder Rabatt für den außer Haus Kauf.

Heute ist Geburtstermin der Nachbarin, die letzte Woche Geburtstag gefeiert hat und wir treffen den Ex vor der Tür an der Haltestelle. Spreche ihn gleich an, aber er wird es nicht als Erstes erfahren. Das stimmt auch.

Langsam freue ich mich doch auf unser Jubiläum. Wermutstropfen nur, dass Dienstag die Feier in Berlin ist sollte Deutschland Weltmeister werden wovon wir fast ausgehen müssen. OMG.

19:30 Uhr holen wir sie ab. Sabine fährt Rennrad, der goldene Metallsattel lächelt unten ihrem Po beim Fahren. Der neue Schnitt der Hosen. Ja, Stephan hat zu muskulöse Unterschenkel. Die sitzen wie Stützstümpfe. Wir wählen Essen und bleiben draußen auch wenn ein paar Tropfen fallen. Die Menschen hier sind anders als in Linden und flüchten jung wie alt gleich in die Hundehütte, damit ihr Fell nicht nass wird. Der „Regen“ besteht aus Tropfen, die man einzeln zählen kann und ist zu wenig für eine Erfrischung. Sehr liebevoll gemachter Vorspeisenteller und einfach gutes Essen. Die asiatische Hauptspeise ist lecker und scharf. In Potsdam gibt es einen Asiaten und gute Pizza. Wir kommen noch mal. Diese Lage direkt an dem Schlosspark war einfach traumhaft. Wir sprechen über die Schülerverabschiedungsparty. Ja, sie hatte zwei Kabel gelegt, weil die Schüler mit ihren Smartphones ankamen und fragten „spielen Sie das mal?“. Hip Hop und Reggae sind out. Wir sprechen über Musikgeschmack. Sabine weigert sich Helene Fischer zu spielen, das hat sie nicht und sie spielt es auch nicht. Die Leute fragen danach. Wolfgang Petri der Bildungsbürger wie sie meint. Sie erzählt von der guten Laune am Morgen, die ich total verstehen kann, wenn der Tag von vor einem liegt und man erst mal Kaffee trinkt und dem Schlaf in 2 Etappen nach der Nachtarbeit. Das würde ich vermutlich nicht so gut abkönnen. Ich bin eher diejenige, die regelmäßig abends in Bett muss. Wir sprechen über die Langweiligkeit von Eigentümerversammlungen, dass Sabine rauchen gehen musste als der Tagesordnungspunkt Rauchmelder dran kam. Ich glaube nicht an so was, aber erfahre, dass die Versicherung dann auch nichts zahlt im Falle eines Falles. Leckere Vorspeisen, leckeres Essen. Die Chefin gesellt sich zu uns. Eine Frau hinter uns hat alleine gegessen. Sie hat wohl immer pikiert geguckt, wenn ich so was wie „Kackstreifen“ gesagt habe. Sie will immer einen anderen kleinen Vorspeisenteller wird erzählt und Sabine hat beobachtet, wie sie drei kleine Scheiben Brot aus dem Korb in der Hand mitgenommen hat beim Gehen. Sie habe gerade 3 Apotheken verkauft. Es geht dann um die Menschen von früher, Angst vor Krankheiten und Tod, das Kopfkino, Dinge nicht richtig oder gut genug gemacht zu haben, die internationalen Standards beim Kochen, dass die Kartoffel immer rechts liegen. Was ich angeblich auch wüsste, Regeln im Job. Ja, ich bin nicht so adrett, dass ist kein Versprecher, sondern stimmt sogar und ich stehe dazu. Zahnpastaflecken gehören zu mir und ich bemühe mich noch nicht mal darum sie zu vermeiden oder zu entfernen. Punk im Alter, halt. Ich finde den Zugverkehr mitten in der Nacht beachtlich und laut ist er, so laut, dass man das Gespräch unterbrechen muss. Sie fragt nach Bedienungen aus Linden. Es geht um das aufreibende Arbeiten in der Gastronomie, Servicekräfte, die den Absprung schaffen müssen, weil man das nur eine Weile durchhält. Kinder, die Lagerist gelernt haben und zu VW wollen und bei Meyer-Menü arbeiten. Ja, bei Mr. Thang ist es leckerer als in der Street Kitchen. Ja, und da schweifen die Arnholds wieder thematisch etwas ab. Bald gibt es leckere Lakritze in Berlin. Ölmassage statt Thaimassage. Wie süß Larissa früher ausgeschaut hätte mit Kleidchen. Es wird viel getrunken, was meines Erachtens auch nicht gut ist für die Stimmung, die kippt dann leicht ins Traurige oder Peinliche, schlechtes Gewissen. Bekomme Lob für meine Disziplin, dass ich nicht trinke. Brauche ich gar nicht. Die ehrliche Aussage kommt nur aufzuhören, wenn wirklich ernste gesundheitliche Probleme einen zwingen. Bei mir reichte es schon, dass ich so ein Arschloch war und mir jetzt besser gefalle und mich fitter fühle und es irgendwie nicht brauche und auch nicht vermisse. Diese Art des Rausches gefällt mir einfach nicht mehr. Punkt. Bin froh, dass es vorbei ist und will es nicht wieder. An dem Mond kann ich mich nicht satt sehen. Auf einmal kommt ein Taxi vorgefahren mit einem wütend gestikulierenden Fahrer. Er sei extra aus Langenhagen gekommen und sie noch nicht fertig, die ihn bestellt hat, dabei sei sonst was los, in der Stadt, Schützenfest. Wir lachen, was soll los sein. Entspann Dich erst mal, meint Sabine zu dem Mann älteren Datums. Wir räumen die Gläser rein und verschnüren den Tisch mit den Stühlen. Als ich mein Fahrrad aufschließe gibt es Sprüche von zwei jungen Männern, die vorbeilaufen. Es sind wohl Bedienungen aus der Insel, die um 2:30 Uhr unseren Weg passieren, wie der Taxifahrer weiß und sie haben Tüten dabei, wohl mit Brot. „Entenfutter“ sage ich, er lacht. Sabine bekommt eine Flasche Wein geschenkt und Brot wird ihr auch noch angeboten.

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Wir fahren am Maschsee zurück und biegen am Sprengelmuseum ab Richtung Schwarzer Bär. Betrunkene torkeln auf die Straße. Ein Taxiaufkommen wie in Paris, Gare du Nord. Ich kann es nicht glauben. Schlage vor sich die Szene auf dem Platz mal anzuschauen, die Betrunkenen und Aggros, die Reste der Nacht, die sich um die Uhrzeit da noch rumtreiben, ich so in nüchtern. Irgendwie fehlt dann doch die Abenteuerlust, weil schon spät. Auf der Brücke zum Lux warten wir auf die anderen und unter jeder Lampe eine dicke Spinne, wie früher. Ich habe genug, erst die surreale Horrorshow auf dem Schützenplatz und dann Spinnenparade. Das ist mir zu viel. Sabine geht noch aus und wir verabschieden uns und fahren mit Larissa weiter. Ich finde es total schade, dass sie nicht dabei sind in Wien. Ich mag sie beide sehr, sehr.

12.07. Traum von meinen Strickfreundinnen aus Mann. Die mit dem Hund hat einen neuen Mann und der Sohn (den es in Wirklichkeit nicht gibt und der im Traum ca. 10 Jahre als ist) leidet, will mit ihr wegziehen, sie hält zum Mann und sagt ihm, er muss da durch. Er ist geknickt, weint und geht weg. Andrea, eine andere Strickfreundin bekräftigt sie darin, dass sie das so vertritt. Ich gehe heimlich zu ihm raus und sage, dass ich das schon länger beobachte und auf seiner Seite stehe bzw. ihn verstehen kann. Er ist nicht alleine, soll durchhalten und das einfach wissen, dass ich es so sehe. Komischer Traum.

Die einzigen Brötchen die ich in Hannover mag gibt es nur am Wochenende. Sie heißen Gersterbrötchen und ich esse sie am liebsten nur mit guter Sauerrahmbutter, 2 cm dick.

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Tyark und Sandra waren gestern im Grunauer. Die Haz am Wochenende. Die kreativen Hannoveraner. Die, die sich gestern beim Schützenfest zurück gehalten haben, backen eine Deutschlandpizza in der Markthalle oder basteln den Eisbären im Zoo eine essbare Deutschlandfahne ins Gehege. Geht es noch doofer, frage ich mich. Ja, geht es das Wochenendprogramm beim Schützenfest. Udo Jürgens Coverband „Mit 18“ und der Sohn von Wolfgang Petri „Wolle“ namens Achim Petry tritt auf, warum sein Hund und das Gay people Zelt lockt auch mit Partyveranstaltungen. Was ist Schützenfest will ich von Stephan wissen. Dom mit Lütje Lage und Menschen, die schlecht sitzende grünblaue Uniformen tragen. Ich verstehe es nicht. Ein zweites Rathaus soll am Schützenplatz entstehen. Na dann! Außerdem sehen wir Angela Kaiser von der Klickmühle wie sie ihr fast volles Panini-Sammelalbum durchblättert. In dem Glas neben ihr ist buntes Granulat in den Deutschlandfarben zu sehen.

Stephan hat Post gemacht. Meine neue Betreute bekommt die drei Monate nachgezahlt, die die andere Betreuerin verbockt hat. Ich mag eigentlich nichts Dienstliches am Wochenende, aber das sind sehr gute Nachrichten. Miet- und Telefonschulden können bezahlt werden und neuer gebrauchter Kühlschrank und Waschmaschine sind vermutlich auch noch drin, also alle Probleme auf einen Schlag behoben.

Mittagschlaf. Bei Movenyo soll man einen Parcours mit einem Spielzeugauto fahren auf Zeit. Mir wächst eine Stilwarze am Knie, ich kann dabei zusehen und ich kriege die Beine nicht mehr zusammen, weil das an der Stelle schmerzt. Werde viel zu meinem Beruf gefragt, was ich so mache. Ich darauf, z.B. eine Klage wie es das Rechtsprechung sieht, zumindest das Amtsgericht, ob ein Ei 40 Cent kosten darf oder das verfassungswidrig ist. Zwei komische Träume an einem Tag.

Ich denke an die Zecken bei den Honigbienen. Das wären Blutsauger so groß wie Kaninchen auf den Menschen umgerechnet.

Beim Packen für die Reisen kann ich innerhalb kürzester Zeit die Wohnung in totales Chaos verwandeln.

Michi und Markus holen uns ab und wir fahren nach Empelde zu dem Kali-Berg. Am Fußende liegen schlimmer Siedlungen, aber auf dem Berg ist es toll. Vor vielen Jahren war er noch weiß und die Vorgeneration der Fahrradkuriere hat sich im Mountain biken ausprobiert, während wir Mädels bewundernd daneben standen. Da gibt es ein Foto von mir mit einem sehr gehaarten Mischlingshund, Spitzmischling würde ich meinen von der Rettungsstaffel. Dann waren wir mal da als bunte Gießkannen auf dem Berg verteilt waren, eine Kunstinstallation. Heute schauen wir uns das erste Mal den Weinberg an, den Teich mit vielen Frösche und wunderschönen Wasserpflanzen, die Bühne. Noch mal das Bienenthema, wie der Imker der Königin mit dem Daumennagel den Kopf abgetrennt hat, weil sie fremd gegangen ist und sie dann hat liegen lassen und die anderen um sie herum waren und sie untersucht haben während der Körper noch zuckte und ein ganzes Bienenvolk mit Schwefel töten musste, weil sie eine ansteckende Krankheit haben, wie Hund einschläfern. Dann die Frau aus Österreich, die Königinnen züchtet und dann kennzeichnet mit einem Metallicpunkt auf den Rücken und mit Hofstab in eine kleine Holzkiste mit Gitter gibt, zu tackert und per Post verschickt. Michi zeigt mir eine tote Blindschleiche, die ist kaum größer als ein Regenwurm und ich fasse sie an um dann zu kreischen, d.h. es ist eher ein aufquicken. Nein, sie hat sich nicht bewegt und ich verstehe meine Reaktion doch auch nicht und sie ist mir peinlich. Dann hoch zum Sonnentempel an die gedeckten Tische. Mit Sonnenergie wird die Kuppel indirekt beleuchtet und da drunter ist in hinter einer Glasplatte im Boden versenkt ein Kegel mit Salz. Friedhelm wiedersehen und zu den Gedichten gibt es Essen. Ein älteres Pärchen gesellt sich zu uns an die Sechserbiertischtafel. Ihr gefällt mein Hütchen und er stellt fest, dass die Schnecken rechtsdrehend sind. Das sei die häufigere Variante. Er kennt sich aus, auch mit Kali-Salz wie sich später herausstellt, was viel seltener vorkommt als das Kochsalz, dazwischen muss es herausgeholt werden. Ein Akademiker, Chemiker vielleicht sogar, weil aus Kohlenstoff wird das und das, der aber nicht doziert, sondern sein Wissen nur auf Nachfrage Preis gibt. Frank, der Betreiber des Berges, der die Visionen hat und umsetzt, hat gesagt, dass in Wunstorf noch Kali abgebaut wird und wie viel noch da sei. Es sei entdeckt worden als Düngemittel und habe damit die industrielle Revolution ermöglicht, weil man mehr Leute ernähren konnte. Man braucht es für Plastik. Ich weiß ja gar nicht, wie kommt das Salz in die Erde, verdunstete Dino-Pisse. Zwerge, die es abbauen und Schneewittchen ist jetzt mit ihnen weiter gezogen zum Steinhuder Meer. Wir stellen fest, dass an den im Kreis gepflanzten Apfelbäumen nur an einem Äpfel hängen und nachdem Stephan und ich heute schon die Kahlheit des Pflaumenbaums bei uns im Garten bemerkt haben rätseln wir woran das liegt. Bienen? Irgendwas im Klima falsch gelaufen. Es gibt solche Jahre, sagt Michi. Ich sage dem Frank, dass Grün überbewertet wird und ich die Schuttseite des Berges auch sehr mag. Da kann man Bauschutt hinbringen und auch wieder kaufen. Das Postgiroamt liegt dort, weiß Markus und eine Tonne Bauschutt ist wirklich billiger als man denkt. Friedhelm schenkt mir zum Abschied sein neues Buch.

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Nach der Veranstaltung gehen wir ganz nach oben und bestaunen den Vollmond, zuvor gab es Sonnenuntergang und dazu die tolle Aussicht auf Hannover, immer gibt es was zu sehen, beleuchtete Raupen, die sich durch die Landschaft schieben, Blumen, die blühen, wenn es dunkel wird (gelbe Nachtkerzen), Blüten, die ausschauen wie Finger und viel Mondschatten (moon light shadow). Unsere Umrisse als lange Schattenriesen. Die LKW-Waschanlage will ich auch noch sehen. Nein, durchfahren soll ich nicht mit dem Rad. Dann wieder nach Linden, erfahre auf dem Weg was meine Freunde so alles studiert haben. Noch ein Fundstück im Industriegebiet von Linden. Was ist es? Ich muss zurück fahren und es aufheben. Es ist eine kleine Tasse mit abgebrochenem Griff in der Größe eines Schnapsglases und auf ihr steht: „Wo früher unsere Leber war, ist heute eine Mini-Bar!“. Herrlich, das passt ja super. Vor der Tür bekommen wir Infos zum Sommerfest von Feinkost Lampe aus erster Hand. Dann noch einen kurzen Abstecher in die Galerie Lunar. Hier sitzt der Kollege vor der Tür mit auswärtigem Besuch von anderen Ende der Welt, gegenüber liegende Seite quasi, sowie einheimischen Fans. Innen gibt es Schaukästen mit indischen Verpackungen. Ich will noch eine Pizza essen auf der Limmerstraße, aber die haben schon zu. Auf den letzten Metern bekomme ich einen Platten. Glück gehabt, dass das nicht schon draußen „vor den Toren Hannovers“ passiert ist. Die Putzschnecken nerven schon eine ganze Weile und manchmal denke ich schon, dass ich mit den Hütchen übertreibe und es mich dann doch etwas quält, aber nur ein bisschen.

Die Kollegen schreibt mir, dass der Bürohund eines Tages auch mit mir schmusen wird und schickt mir einen Link zu einem Video. Darauf ist es zu sehen, wie er in der Sonne döst und sich räkelt. Missverständnis, ich will nicht, dass der Hund mit mir schmust, ich werde genug angefasst. Ich hatte festgestellt, dass er menschlich Berührung nicht mag und davor zurück schreckt und, dass ich das nicht einschätzen kann bzw. mich darüber gewundert, weil Zuwendung sonst die höchste Form der Belohnung darstellt. Wenn sie mir jetzt ein Video mit dem Hund in Interaktion mit ihrer Familie geschickt hätte, wäre das entkräftet worden, aber dass in der Sonne schlafen kann und auch tut, hatte ich nicht in Abrede gestellt.

Sunla will die schwarze Sporthose aus Fairtade, die ich mal teuer in Wien gekauft und nie getragen habe. Echt gute Qualität, aber zu schlicht, falsche Farbe und sie muss von einer großen Frau mit langen Beinen getragen werden, aber ich wollte sie nicht umsonst wieder reimportieren und frage daher nach. Ich freu mich.

13.07. Packen für Wien. Bleibt nur zu hoffen, dass Stephans Hemden aus Paris von dem Schneider, der jetzt Fotos verkauft vor Wien ankommen. Das mit dem Geschirrhandtuch mit dem geilen Gugelhupfrezept. Ich würde durchdrehen. Penetrantes Angerufe auf meinem Bürotelefon. Stephan hat wieder Brötchen gekauft und die letzten bekommen. Beim fünften Mal gehe ich ran. Polizeiinspektion West. Herr Ihme. Ich denke gleich, er ist tot. Körperverletzung im Gesicht, Frederikenstift, er soll nach Wunstorf, ist quasi unterwegs. Dann noch mal die Polizisten, das dauert wohl noch einige Stunde mit den Untersuchungen CT usw. Ich will gleich hinfahren. Dann denke ich an das rechtliche Chaos was das letztes Mal verursacht hat durch meine Anwesenheit als Betreuerin mit dem Aufgabenkreis Aufenthaltsbestimmung. Sie sagt auch, dass sie nicht wisse, ob ich mir das sonntags antun wolle. Die Kollegen würde eh vor Ort bleiben wegen des PsychKG-Beschlusses. Ich rufe statt dessen in Wunstorf an und lass mich mit der diensthabenden Oberärztin verbinden. Sie denkt die Betreuung macht ein Mann und, dass sie keine Daten hätten. Warum ich mich nicht gemeldet und Bescheid gesagt hätte, es würde nach meinem Betreuten gefahndet. Ich habe doch Mittwoch mit der Stationsärztin, ihrer Kollegin, mehrfach telefoniert und zwar von mir aus nachdem ich Herrn Ihme an dem Tag getroffen habe (also quasi zufällig) und die hatte alle Daten, hat mich auf meinem Handy angerufen. Was kann ich tun, wenn die die Infos nicht weiter gibt… Wie Stephan zu Recht sagt, wem hätte ich Bescheid sagen sollen, den Mitpatienten? Die scheinen besser informiert als das Klinikpersonal. Ich beantrage Montag die Unterbringung. Die Flohmarktidee zu Obi zu fahren ist jedenfalls gestorben für heute.

Quark mit roten Johannisbeeren und Hütchen basteln. Ich weiß, es ist eine schlimme Fixierung, aber die kandierten Erdnüsse (Billigprodukt) kaufen und zwar Tütenweise und auf neue Kekse von Sainsbury’s hoffen. Die letzte Packung davon war schon leicht drüber und wurde heute vertilgt. Gut, es was Salzkaramell, die mögen wir beide nicht ganz so gerne wie die Schoko-Nuss-Fraktion. Holunderblütensirup und überhaupt die Sirupe, die ich gerade entdeckt (seit Paris Minze und seit Bayreuth Holunder) mal im Augen behalten. Alleine schon für die Salatsoßen! Als Stephan beim Sport ist, kracht die große Tomatenpflanze runter, aber ich bin unschuldig und habe nicht in der Nähe gesessen. Das chinesische Spannseil, eine rosafarbene Paketschnur hat nachgegeben d.h. sich zersetzt. Ich wollte ins Koki, ein Film über eine Wientouristin, die ihre kranke Schwester besucht und vor dem winterlichen Wien ins Museum flüchtet und sich in einen Aufpasser im Kunsthistorischen verliebt. Wäre eigentlich schön gewesen zu Einstimmung, aber ich verlasse heute das Haus nicht.

Frau Tod ruft auch aus Wunstorf an und wundert sich, dass ich am Sonntag zu erreichen bin. Ob ich Widerspruch gegen den Beschluss einlegen kann. Nein, ich habe ihn ja beantragt, aber ich bin doch ihre Betreuerin. Das schon, aber ich bin ja der Meinung, dass sie behandelt werden muss. Sie auch, aber kürzer, 4 Wochen reichen. Ich sage, wenn es ihr vorher besser geht, dann wird sie vorher entlassen. „Dann ist gut, ich bin brav“

Wir haben Karten für die Antwoord in Oakland. Wutang Clan in SF klappt nicht, aber das hier ist viel wichtiger. Balcony, Sitzplätze. Sitzplätze? Wir werden den Laden auseinander nehmen, Alter!

Gut, ich habe die Bügelwäsche von mehreren Monaten gemacht und gedacht: Fußballhörspiel dazu, jetzt wird ja angeblich Geschichte geschrieben mal schauen, ob Du was merkst. Vielleicht erschließt sich mir doch irgendwas, aber nein. Der dämliche Kommentator, wie Jungs, die in einer Favela ein Spiel gewonnen haben da denkt keiner an einen Euro oder an Geld….ähhh? Spielerfrauen in Highheels auf dem Rasen, aber ein Trost bleibt, so sympathisch sieht dieser Mr. Messi auch nicht aus und irgendwie sympathischer als Lothar Matthäus und diese blonden Jungs mit Minipli, die Holländer anspucken sind sie auch.

Ich muss schon die ganze Woche an den Konflikt in Nahost denken. Er begleitet mich wirklich mein ganzes Leben seit ich denke und politische Nachrichten wahrnehmen kann.

Der Unterschied zwischen „hier“ und „da“

30.06. Heute ist Fotosession im Büro. Meiner Mama hat mein Hütchen gestern so gut gefallen, dass ich es dafür anlasse, dabei hatte ich andere Pläne mit einer rosa Raupe auf Robbenfelltäschchen. Das Graue ist eines aus dem Nachlass von Käte. Im Bioladen hat es Bobby gefallen und der ist sonst zurück haltend wie ein vorbildlicher Hannoveraner und hat mich noch nie angesprochen auf ein Outfit. Heute ein Kompliment und das hat mir Mut gemacht. Den kann ich heute gebrauchen. Ich merke, dass ich ganz schön beleidigt bin und gerade nicht in bester Stimmung für die tollen Bürofotos, die es werden sollen. Meine rote Tasche vom Flohmarkt in Berlin ist auch fertig (endlich, immer nennt er mir Termine und hält sie nicht ein, er soll Weihnachten sagen, aber sich daran halten und  mich nicht immer umsonst antanzen lassen.  Der Schuster lobt sie. 4,- € gekostet und der neue Reißverschluss jetzt 29,- €, ist unterm Strich trotzdem günstig und auch unbezahlbar, weil man solche Taschen gar nicht mehr bekommt. Das stabile Kunstleder. Wäre bei guten Schuhen genauso.

Frau K. eine türkische Betreute (hier geboren) ruft an und dann noch mal. Die Tochter hat eine Lehrstelle bekommen bei mir in der Nähe. Ich rate gleich wo, weil ich sie dort neulich noch getroffen habe. Ich bin stolz, sie kann ruhig auf einen Kaffee mal vorbei kommen und ich freue mich so für sie beide.

Ich habe Bayreuther Grillfleisch, u.a. Lammspieße und kaufe einen Sack Reis dazu. Weiße türkische Schokolade zum Sofortverzehr. Meine Fotos gefallen mir nicht und ich merke, was es für einen Unterschied macht, jemanden anzulächeln, den man liebt. Gut, den anderen gefallen ihre noch weniger. Was soll’s, einfach eines auswählen und zur Tagesordnung übergehen. So wichtig ist das nicht.

Der Oberarzt, den ich kenne, hat Frau Tod abgegeben an eine Kollegin und hofft darauf, dass wir uns bald in einem anderen Zusammenhang wieder begegnen. Ich glaube, er fand das doof, die Zusammenarbeit mit mir oder ich bin paranoid, aber die Rollen sind auch verteilt und ich bin die nervige Betreuerin.

Ich koche heute innerlich und schmeiße die Türen, schaue bewusst vorbei und keinem in die Augen. Dann ziehen sich alle zurück (verständlich). Die Kollegin wird operiert und ich raffe mich doch noch auf ihr zu schreiben und rudere zurück, kann ja nicht sein, dass ich mich bald mit gar keinem mehr verstehe. Ich bin deutlich übellaunig und sehr eingeschnappt. Ich bin chaotisch und kann kein Datev. Soll ich den Beruf aufgeben? Sind das Hormone? Gibt es da Pillen dagegen oder geht das von alleine wieder weg? Halte es für opportun prophylaktisch eine Entschuldigung anzubieten. Können das die Hormone sein, die Wechseljahre, die mich so durchdrehen lassen?

Ein Trennungsfall in der nahen Umfeld relativiert wieder alles. Der Familienvater ist schon ausgezogen. Das sind ernsthafte Krisen, nicht mein Geplänkel, in das ich mich hineinsteigere.

Abends Lumixkataloge durchblättern, was alles schön war. Fotos von Slabcity waren am Wochenende in der Taz, wollte ich eigentlich ausschneiden. Das war Claire Martin. Von der hätte ich mir auch ein Foto gekauft. Weiß gar nicht von welchem Fotografen meines ist. Erste Lumix war ohne Katalog.

Die Algerier sehen wesentlich besser aus als die Deutschen. Junge Frank Zappas mit grünen Ganzkörperanzügen. Langärmelig? Haben die früher nicht mehr Haut gezeigt? Die Körper kann man trotzdem gut erkennen. Der Torwart gefällt mir. Er ist eine Mischung aus Quentin Tarantino und Islam.

01.07. Ableger zu meiner Betreuten hinbringen. Die zwei Schreiben von der Versicherung und Kabel Deutschland waren nur Werbung und meine Betreute hatte noch gefragt, ob es denn reichen würde wenn ich es heute hole. Jetzt ist es ihr ein bisschen peinlich, aber nicht so sehr, dass sie mich nicht auf weitere Ableger anhaut oder zukünftig einfach mal ein Schreiben aufmacht. Sie spricht mich auf mein Fensterblatt an (nennt immer die korrekte Pflanzenbezeichnung) ob ich ihr da auch einen Ableger bringen kann. Ich hatte angedeutet, die ganz los werden zu wollen, aber sehe meine Aufgabe nicht darin Ableger für Betreute Ableger auf der Fensterbank zu ziehen, aber irgendwie ist seitdem die Beziehung viel besser und ja, das Balkonregal, was sie abgeschliffen und geölt hat sieht gut aus. Trotzdem blocke ich etwas ab und gehe nach wenigen Minuten.

Ich will zu dem Philatelie-Stand in die Ernst-August-Galerie. Wie in die Höhle des Löwen. Es ist knallvoll so unter der Woche, tagsüber. Jede Gastronomie, was machen die Leute hier. In Planlesen bin ich so was von behindert. In jeden Gang reinlaufen, bis ich die Post sehe. Ich bekomme die Musikinstrumentenbriefmarken. Aber das sei ja nur die Klarinette und hier würde –instrumente stehen, also Plural. Ja, das ist Serie, die kommen noch. Gibt mir DIN-A4-Zettel mit den Öffnungszeiten mit, weil Briefmarken ist nicht mehr das was es mal war. Auch in der Post ist es knallvoll. Ich will noch zu Lush. Zum nächsten Plan, ah das war gleich in der Nähe. Dann gehe ich am besten zum ersten Plan zurück. Ahh, hier ist es wieder weiter weg eingezeichnet. Dabei habe ich früher in der Sesame Street den Unterschied zwischen hier und da geguckt, wie er Grobi erklärt wurde. Hilft alles nicht. Wie peinlich. Ich finde mich selber peinlich. Kaufe Seife, ja, ich kenne mich mit den Produkten aus und bekomme ein winziges Stück geschenkt.

Dann Strafverhandlung bei Frau Dr. Pinski. „Kommt denn Ihre Betreute, Frau Kollegin?“ fragt mich der Strafverteidiger. Sie ist aufgeregt. Ihr Alter in vollen Jahren, wird sie gefragt und sie: „wo ich geboren bin?“ Sie hat kein Rachebedüfnis und der Typ, der mit Handschellen vorgeführt wird, hat ihr wesentlich mehr angetan als das was heute gehandelt wird: ein Jochbeinbruch und eine Bedrohung. Sie hat mutig ausgesagt, meint Frau Pinski und der Angeklagte muss sich merken, dass er zukünftig da einen großen Bogen drum macht, auch wenn er wieder entlassen wird. Sie will nur weg,die 2,50 € haben wir uns auch trotzdem geholt und ich habe dabei für mich neue Amtsstuben des Amtsgerichts betreten, wie Bankschalter. Nach der Auszahlung habe ich gesagt, dass wir jetzt damit einen drauf machen werden.

Lauter Schnäppchen im Fairkaufhaus sogar was für die amerikanische Verwandtschaft. Eine tolle Ledertasche, die schwer nach achtziger Jahre ausschaut, vor allem das Blau. Innen ist so gut verarbeitet und sieht eher älter aus. Micky Maus Comics für die Schweiz. Ich will Trudy eine hübsche, europäische Teekanne kaufen. Muss mich noch mit meiner Mama beraten. Ai Wei Wei Early Bird Tour nach Alcatraz um 8 Uhr etwas. Das ist teuer, aber es gibt eine Spezialbegrüßung und ein Geschenk.

Der Kollege sagt ab wegen Wien. Das tut mir leid, jetzt kommen 3 aus Hannover und 3 aus Hamburg, auch schwach für die eigene Heimatstadt. Ich will ihn nicht unter Druck sage aber trotzdem, dass er fehlen wird und es mir leid tut.

Frau Tod will sofort entlassen werden. Ich sage, bisher hätte ich nur gehört, wie gut sie dort aufgehoben sei und dass sie ein Jahr dort bleiben will und jetzt sofort nach Hause. Das ginge auch von Null auf Hundert. Ich rufe die neue Oberärztin an und vereinbare für Montag einen Termin. Ein anderer Betreute von außerhalb will ab Freitag dort entgiften. Könnte 2 Fliegen mit einer Klappe bedeuten.

Die OP der Kollegin hat gut geklappt und ja, ich kann den Welpen gerne mal die Treppe hochtragen. Die Antwoord spielen in Oakland gleich am Abend unserer Ankunft. Cool, aber das ist auch ein Stück ungerecht, weil ich mir aus solchen Konzerten nicht so viel mache, mein Kollege, der mir die Band einst ans Herz gelegt hat, hätte das wirklich verdient und könnte es mit Sicherheit mehr schätzen als ich und ich würde auch mit ihm tauschen, wenn dieses beamen möglich wäre. Er schreibt mir, dass die Beastie Boys als Vorband spielen. Haha.

Mein Arzt ruft mich an, etwas Smalltalk und ich erzähle ihm, wie die Therapieumstellung mein Leben positiv verändert hat.

Sport bei Berna. Es ist der Kurs Balance, einst aus der Not geboren, als Ballettstange und Therabänder wegen Renovierung nicht zur Verfügung standen. Mit Besenstil wird gearbeitet und damit lassen sich Kraft- und Gleichgewichtsübungen verbinden. Die Vorturnerin denkt sich gerne was Neues aus und heute steckt sie den Holzstab im Vierfüßlerstand zwischen die Beine und verkreuzt einen Arm auf dem Rücken, aus meiner Perspektive sieht es aus als würde sie sich die Stange in den Po stecken, zumindest verschwindet sie hinter einem Bein. Ich muss über die Perspektive lachen und sage, da müsse ich erst mal meinen Proktologen fragen, ob ich das machen darf. Dann Knie kreisen in der Brezel (macht Po-Muskeln). Heute sollen wir mit dem Knie eine acht malen. Euphorisch wie ich heute bin, schlage ich vor, dass wir unsere IBAN Nummer mit dem Knie schreiben.

Hole abends nach dem Sport einen Gutschein von der Weinbar, für eine Schwangere, aber den kann man auch in der Kostprobe einlösen und dazu will ich ihr raten, Mittagstisch mit schönem Blick auf die Kastanie.

02.07. 2 Träume zwischen 7 und 8. Käse schneiden. Immer neues Messer soll ich benutzen, weil es sich so gehöre und ein Stück auf Brot und eines ohne Brot dazu, schmeckt dann anders. Messegäste, bauen neue Küche ein, die aus unserem Apartment in Mission über airbnb. Wohnung ist voll und sie räumen auf und streichen Türkis, das Bad, es sieht herrlich aus.

Andrea muss vollschichtig arbeiten und kann nicht mit nach Nappa Valley, sondern uns nur an den Wochenenden sehen. Verweist wegen Übernachtung an ihre Schwiegermutter Trudy. Dann kann ich sie gleich fragen, was für eine Kanne ich kaufen soll. Wienerschick, eierschalenfarben mit Goldrand oder Blumenmuster. Ich habe eine blau-weiß gesehen, dass wäre klassisch niederländischer Stil oder grob die Richtung. Ich glaube ihnen gefällt alter Trödel aus der alten Welt.

Nur die Pillen klemmen in der Dose und ich brauche eine neue. Davon habe ich ja genug und so kommt eine rautenförmige, die früher französische Süßigkeiten drin hatte zum Einsatz. Martin kommt heute doch nicht vorbei, sonst hätten wir ihn mitgenommen zu dem Geburtstag. 2 Doktoren der Biologie hätten sich bestimmt prächtig verstanden. Sie wünscht sich Rezitationen. Ich hatte geplant, dass Martin lateinische Tier- und Pflanzennamen aufsagt. Das wird jetzt nichts. Daher muss ich ran. Die Gastgeberin ist Biologin und wir hatten mal das Thema, dass die Schäfer immer behaupten, es war der Wolf, wenn ein Schaf verendet seit es wieder wenige Wölfe in Norddeutschland gibt, weil sie dann eine Entschädigung bekommen und ihr Amt das dann klärt, ob es wirklich einer war:

Ist das Schaf gerissen, so war’s nicht automatisch der Wolf,

vielleicht war es auch der Terrier „Rolf“.

Biologen können so was merken und wie,

sie schauen sich die Spuren an, auch mal am Knie.

 

Ein Weingutschein, dafür ist doch gerade kein Raum.

Wir wollten Dir nahe legen die „Kostprobe“ mit dem Blick auf den Baum.

Da kannst Du mittags eine Kleinigkeit essen,

gerade von den Pistazienkeksen mit Butter sind wir ganz versessen.

Heute geht der Betreute, der ewig im Ausland war (im Iran) zur Gutachterin. Ruft mich sogar vorher noch an. Bin zuversichtlich, dass es klappen wird.

Das Jobcenter zahlt Herrn Ihme kein Geld. Das hätte schon vor 2 Tagen da sein müssen. Heute sind 32,38 eingegangen, ist ja ein bisschen wenig. Durch die 15 € für die neue Karte, die Rücklastschrift von RWE, denen eine Einzugsermächtigung erteilt hatte ohne das Konto gedeckt zu halten und durch die Quartalsbankgebühren von 20,85 war sein Konto aber mit 33,52 im Minus, deswegen ist er immer noch mit 1,14 im Minus und wird also nichts abheben können. Ich kann den Betrag nicht nachvollziehen und es reicht nicht. Irgendwie meint die Fallmanagerin, die mit der Leistungsabteilung nichts zu tun hat, aber die Einzige ist, die mit mir spricht, sie hätten die 190,- € aufgerechnet und er hat wohl gar keinen Anspruch mehr für den Rest des Monats. Ich sage, dass ich ihn täglich vorbei schicken werde. Es gibt keine adäquate Reaktion ihres Hauses und keiner beschäftigt sich mit dem Fall. Was bleibt mir. So wollten ja wöchentlich einteilen.

Meine Friedhofspflanze schlägt Wurzeln und meine Mama hat ein ebike namens Roberta. Meine Laune ist nicht mehr so peinlich beschissen und ich kann wieder im Büro normal reden. Ich lasse einen Sportkurs ausfallen, weil ich Arbeit habe, vor der ich mich gedrückt habe und die Trainerin nicht mag. Die hat es gewagt mich letzte Woche beim Pilates zu korrigieren. Das habe ich nun wirklich nicht nötig und kann es im Zweifel besser als sie und gerade Haltung und Körpergefühl sind gut. Jetzt trage ich mich aus ihren Kursen aus, also eine kleine Klatsche scheine ich doch zu haben.

Brillenversicherungen und Maßregelvollzug vertragen sich nicht.

Das Leben bei mit hat mir 40 begonnen. Frau ist 39 geworden und bekommt in ca. 9 Tagen ihr zweites Kind. Der Sohn ist 17. Auch spannende Lebenskonstellation. Hat einen grünen Daumen und Tomaten und Erdbeeren auf dem Balkon und teilt sich mit ihrem Ex den Garten. Die Topfpflanzen wachsen anders als bei mir. Zierliche Figur und sehr schwanger, wie ein Sattelschlepper, der in einen Smart-Parkplatz einpacken muss, man denkt, es geht nicht, kommentiere ich die anstehende Entbindung. Ja, Geburt, sie weiß was sie erwartet und das wäre auch das schlimme. Sie hat Geburtstrauma. Will sehen, wer ihr das angetan hat. Der gutaussehende, kräftige Mann kommt aus Wuppertal und genießt es in Hannover kein Auto mehr zu brauchen. Alte Industriestadt, da kommt Engels her, es gab früher schon Slums der Textilindustrien. Ja, Engels war auch in Manchester, unsere Stadtführung mit dem Thema Suffragetten und „Friedakangols“ hat sie junge Frau immer gesagt und uns vielsagend angeschaut. Die Gäste sind total nett. Musiker, die zwischen Fusion und Musikunterricht pendeln und auch Löffel als Schlaginstrument beherrschen. Ein lauer Sommerabend mit guten Gesprächen. Stephan wird für seine Frau gelobt und ich amüsiere mich sehr gut. Ich freu mich auf den Nachwuchs und denke, das wird ein ganz entspanntes Kind, ein Mädchen. Dann kann ich ja doch noch was in dem Bio-Kinder-Laden kaufen, so ein niedliches Stofftier was mir dann gefällt und ich habe einen Grund zum Kaufen.

Befahren des Gewässers Penispflanze Nasenspülplan

03.07. Jasmin schreibt mir, dass der jüngere Sohn nicht nur Seepferdchen gemacht hat, sondern Bezirksmeiste im Tennis wurde. Sie sind stolz auf ihn. Hoffentlich kann das sein großer Bruder, dessen Sport das eigentlich immer war, gut wegstecken. Ich mag beide unheimlich und würde sie gerne bald sehen. Ich freue mich sehr aus das Haus an der Amalfi-Küste 2015, aber das ist noch lange hin. Jasmins Schwester und Mann, die in Wien wohnen wollen auch kommen.

Total Butter. Kekse aus Flandern, sehen aus wie kleine alte Pappstücke, aber die schmecken und der Atem riecht nach Butter.

Meine Betreute aus Döhren treffe ich nicht zuhause an. Sie ist schlecht auf mich zu sprechen und zeigt allgemein Rückzugstendenzen. Ich habe schon richtig viel gemacht und irgendwas passt ihr trotzdem nicht. Sie hat in der Krankheitsphase halt das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder verloren und kreidet das uns/mir an. Man kann nicht alles wieder ausbügeln und wenn sie jetzt nicht mitarbeitet, wird es noch schwieriger und ich kann nicht garantieren, dass die ihr nicht den Geldhahn zudrehen vom Jobcenter. Die Schwester ruft an als ich beim nächsten Termin sitze, aber der sage ich nichts, weil sie es nicht will.

Neue Räume der Weinstraße. Doofe Ärztin, keine Hilfeplanung ohne die betroffene Person. Ich kenne es aber schon so. Soll sagen, wo und die bekommen eins auf’s Dach. Ja dann bestimmt nicht. Ich halte dagegen, dass sie es falsch sieht. Dafür bin ich doch gerade da. Das Gericht hat mich bestellt, um für den Betroffenen zu handeln, wenn dieser nicht kann. Meine Betreute war morgens schon da und jetzt kommt sie nicht, die Unterstützung die hier besprochen wird, hat sie aber bitter nötig und dazu kann ich auch Auskunft geben und rechtlich sogar an ihrer Stelle. Irgendwann fragt sie doch, ob wir schon anfangen wollen. Ich sage, die Auflage war immer Therapie finden, sonst kein ambulant betreutes Wohnen. Die Frau ist ihr ganzes Leben lang krank, hat schon zig stationäre Aufenthalte hinter sich. Keiner will sie, weil sie eine anstrengende Borderline Patientin ist, z.T. wird sie nicht für therapiefähig gehalten. Dieses Bestehen auf eine Therapie und keiner kann sagen, ob das überhaupt was bringt, ist total falsch angesetzt meiner Meinung nach. Stationär wurde abgelehnt, weil sie angeblich zu dick ist. Hallo, das sind doch Ausflüchte, ist schon mal ein Krankenhausbett aus Metall zusammengebrochen, weil jemand übergewichtig war? Die wollen sie doch auch nicht. Es geht darum den Status Quo zu erhalten. Sie braucht für alles Begleitung und sonst knallt es, dann sieht sie ihre Kinder nicht mehr, die in einer Einrichtung leben seit Jahren. Ohne das ambulant betreute Wohnen sind wir aufgeschmissen. Neuer Psychiater, der sportlich ist und gut ausschaut. Als die Betreute dann doch auftaucht, will sie gleich bei ihm eine Therapie machen und strahlt ihn an, ob er so was auch anbieten würde. „Na also, dann wäre der Therapieplatz doch endlich gefunden“, kommentiere ich das Ganze lachend. Die natürlich „nein, nein“. Sie berichtet, wie sie überall abblitzt und die ihr dann sagen, nachdem sie da war, dass Borderline doch nicht zum Behandlungsspektum gehören würde. Ja, sie verstehen, dass es schwierig wird mit ambulanter Therapie, d.h. ja, auch die anwesenden hier haben Verständnis, dass ihre Kollegen so unvorteilhafte Patienten nicht haben wollen oder können es sich zumindest vorstellen, dass das wirkliche Leben so ausschaut. Am Schluss läuft es dann doch so, wie ich gesagt habe. Dann wird um den Umfang und die Dauer der Bewilligung gefeilscht. Im Warteraum kann man sich auf den Besucherstühlen hinter einem Riesenberg gefalteter Karton verstecken. Herr Schlieckau war in den Fahrstuhl gestiegen als ich mit der Sozialarbeiterin gewartet habe. Man grüßte sich. Sie würden es nicht hinbekommen, die abholen zu lassen oder die abzuholen meint er bezogen auf das Umzugsgut. Ich frage jetzt, ob wir die Maßnahme nicht so lange machen können, wie die Umzugskartons draußen liegen und ob sie dafür auch eine Hilfeplanung machen würden. Ich könne an dem Ratenspiel teilnehmen und schätzen, wie viele es seien. Und was kann man gewinnen, will ich wissen „ein Abendessen mit Herrn Schlieckau im 11 A“. Die Ärztin meint gleich: „ach was, da kann man noch nicht mal in Ruhe aufessen“.

Elisabeth Taylor kommt und endlich bin ich wieder da. Ich kann mir alles erlauben zu Stephan will sie nie wieder- Mein Mann war ja eine Zumutung und hat sich nicht vorgestellt, nie wieder. Ich erkläre ihr, dass bei mir auch mal was dazwischen kommt und ich mich vertreten lassen muss. Ja, aber nur ich bin die Betreuerin und nur mit mir will sie was zu tun haben. Ich lese und schreibe nebenbei und verabschiede sie mit Frau Gez. Ich darf alles und sie lacht höchstens. Wenn sie in die Kanzlei kommt, dass nur um mich zu sehen, dann bespreche ich schon mal Urlaubsvertretung, die brauche ich ja dann nicht, kann ich meinen Kollegen auch ersparen und gebe ihr Geld für 3 Wochen mit, weil ich bin ja dann nicht da. Sie ist einverstanden.

Die blöde Krankenkasse von Herrn Ihme überweist mir den Vorauszahlungsbetrag von 46,92 € zurück und behauptet, er sei bei der AOK Niedersachsen versichert. Ich zahle davon RWE, die wollen 47,23 € mit Fristsetzung bis Morgen. Schreibe, dass sie mehr nicht bekommen werden und die Zahlung überhaupt nur sehr glücklichen Umständen zu verdanken haben und 31 Cent ausbuchen sollen. Ein Anruf genügt. Bei der AOK war er nur im August 2013 11 Tage über eine Zeitarbeitsfirma. Die haben ihn wieder abgemeldet. Das hätte diese andere, unbekannte Krankenkasse auch mal machen können. Chaos pur. Ich bin dafür, dass sie ihn befreien ohne das Geld, weil sie hatten ihre Chance.

04.07. Lebensgefährte von Frau Tod. Er war gestern da mit Picknicksachen und sie ist aggressiv geworden und hat sich dann abgewandt und zu Mitpatienten gesetzt. Ich sage, ja, sie war ja gestern auch fixiert, weil sie die Medikamente nicht nimmt und mit Äpfeln auf Mitpatienten wirft. Psychiatrie ist scheiße, kein Urlaub und man kümmert sich nicht, deswegen muss sie sich um Mitpatienten kümmern. Ich: dass sei Akutstation, kein Spaziergang, wusste sie vorher. Die bieten in erster Linie Medikamente an und die kann man nehmen und dann am sonstigen Therapieangebot teilnehmen oder es lassen und dann irgendwann Ausgangssperre und Fixierung. Das kann man sich halt aber auch so oder so gestalten. Im Übrigen sehe ich das sich kümmern wollen als Zeichen der Erkrankung. Sie hatte am Tag der Einweisung Carepakete für die Flüchtlinge am Weiße Kreuz Platz gepackt. Sie muss sich erst mal um sich selber kümmern. Sie will Tochter vom Flughafen abholen Montag und würde deswegen auch abhauen. Er traut es sich zu, sie dort hinzufahren mit dem Auto und dann wieder zurück zu bringen. Ich halte das für naiv, sie hat leider die Kraft von 5 Gorillas, wenn sie manisch ist und er ist überfordert damit. Wie schnell sich der Wind drehen kann, merkt er doch immer wieder selber. Dass sie nicht absprachefähig ist, merkt er vielleicht auch. Das wichtige Sommerereignis ist dann schon vorbei, wenn der Beschluss bis zum 01.08. geht und außerdem war sie bei der letzten Geburt der Tochter auch in der Psychiatrie. Wenn ihr diese Termine alle so wichtig sind, hätte sie das Medikamenteabsetzexperiment vielleicht auf September verschieben wollen. Entweder sie hat es absichtlich oder unterbewusst vor den Wand fahren lassen, weil sie das alles überfordert und sie es nicht will oder sie hat zumindest andere Prioritäten gesetzt. So sehe ich das. Meine Argumente haben wohl was für sich.

Telefonsex mit der Telekom. Das sage ich denen auch so. Das abgestellte Telefon meiner neuen Betreuten, die ich von der unfähigen Vorgängerin übernommen habe. Emails können sie nicht verschicken, aber wegen desselben Sachverhalts Mal um Mal anrufen. Hätten sie vielleicht doch Bundesbehörde bleiben sollen.

Die Oberfinanzdirektion in Aurich hat auf jeden Fall genügend Personal, aber alle haben die Telefone umgestellt und selbst der Springer ist nicht da.

Eine Betreute zu der ich selten Kontakt habe und die eine tolle Sprache hat, gerade wenn sie schimpft, ob mündlich oder schriftlich. Giftbock, hat selber nicht alle Tassen im Schrank und versteht keinen Spaß (sie meint den Leiter der Beratungsstelle), mit ihrem Freund, der auch mal zu mir unter Vertrag sollte, hat sie Schluss gemacht. Der war so negativ und hat Margarine geklaut aus ihrem Kühlschrank, sich einfach genommen ohne zu Fragen und ist zu faul zum Laufen, wenn man kein Fahrtgeld hat. Gibt es genügend Bänke zum Ausruhen unterwegs. Das kann sie alles nicht gebrauchen.

Mittagstisch mit Katharina, wir essen nach einander. Wir erst Vorspeisen ohne sie. Sie reklamiert das Hauptgericht, weil das Fleisch nicht richtig durch sei und wir essen in der Nachbratzeit unsere Pasta. Die Frau vom Rossini freut sich, mich zu sehen. Das Essen ist wieder super und das Siezen werde ich ihr noch abgewöhnen. Fragen nach sex life, vielleicht etwas zu direkt. Ich wäre so gespannt, wie ich das handhaben würde, dass sich dafür schon fast eine Probetrennung lohnen würde. Das kann ich nicht beurteilen, wie ich da jetzt ticken würde, weil ich schon zu lange in einer Beziehung bin. Ist wie Bankraub, weiß man vorher auch nicht, wie man reagieren würde. Vor Stephan war ich ein leichtes Mädchen, aber jetzt. Frauen in meinem Alter handhaben es so verschieden mit dem Sex. Würde ich mich schnell auf Neues einlassen oder das als erniedrigend empfinden, nur mechanisch und man ist sich zu schade. Dann geht es um den Tod, Sterbebegleitung und nigerianisches Leichenschauhaus ohne Kühlung. Madeleines im Schweizer Hof, aber das Rezept bekommen wir nicht.

Ravioli Madeleines

Dojo, aber nicht nur zum Reinschnuppern und vorübergehend. Der Meister nimmt das ernst und will so was nicht. Second Hand Laden mit neuer Inhaberin, fragt ob ich die Freundin bin und meint Jasmin, die nun keinerlei Ähnlichkeiten zu mir aufweisen kann. Ich sage, klar, wie früher beim Denver Clan, zack Verkehrsunfall und ich bin die neue Darstellerin nach einer Gesichts-OP. Nein, die heißt nicht Gudrun. Sie kauft, ich berate und bin erleichtert, dass ich heute mal aussetze. Es sind die schönsten 3 Teile, die die ich nicht gekauft habe. Eine große Erleichterung, die 3, die nicht auch noch auf den großen Berg oben drauf kommen.

Unser Psychologe hat noch Kundschaft als Deutschland schon spielt. Seine Tochter fragte, es ist ein Typ. Den finde ich sexy und will ihn kennen lernen. Ich habe wieder eine Yogalehrerin vermittelt. Der reinste Eigennutz, weil ich bei der ja Unterricht nehmen will für meine Mitgliedsbeiträge. Ich bin zu böse beim Sport und die Mädels schauen mich geschockt an. Fußball, ja schlimm und Frauen, die sonst nicht flach gelegt werden und sich jetzt mit Deutschlandfarben schmücken und hoffen, dass ein Betrunkener rüber steigt. Nach dem Sport muss ich eingestehen, es ist noch schlimmer. Ich würde ja gucken, aber nur anti-national. Ich mochte nur Balotelli. Guter Körper, gute Modellfreundin (seine Mutter) und dann erst Deutschland demütigen und dann sagen, warum ein Briefzusteller will auch nicht gelobt werden dafür, dass er einen Brief zustellt. Der gefällt mir, optisch und von der Einstellung her. Zumindest bin ich mit meinem Mann auf einer Linie und wir regen uns über die Handwerker auf, die alle und am schlimmsten ihre Autos mit Deutschlandfahnen behisst haben. Nie wieder will man auf die angewiesen sein und weiß im gleichen Moment wie unrealistisch das ist.

Abends läuft Stummhorrorfilm im Glockseeinnenhof mit einem DJ dazu. Das Café macht Sommerpause, aber das Indigo zieht durch. Da könnte man hin bei dem warmen Wetter, ja könnte, aber das war schon lange nicht mehr der Fall.

05.07. Viel nackt in Wohnung. 7 Hütchen aus Ü-Ei-Figuren. Zartrosa, so fängt es an, was nicht mehr aufhören will. Dann Kaffee und alles Mögliche dazu im Rossi, zu früh nach Eilvese von Leinhausen.

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Zug ist zu voll, Wochenendausflügler, die nach NRW wollen, Rentner kommt aus der Nähe von Hamburg, „das ist dann auch NRW“, meint sein Gegenüber. Schlechte Laune meinerseits, Zwangspause in Wunstorf und mit dem eigentlichen Zug 20 Minuten später fahren hilft auch nicht. Ich bin gefrustet, weil ich doch Morgen schon wieder da bin oder übermorgen. Habe extra Äpfel gekauft, aber mein Pferd ist nicht am Start. Der Schokoladen hat auch zu. In Eilvese war starker Regen und lauter Baumteile liegen in den Vorgärten und die kleineren Baumfinger türmen sich auf den Gullideckeln. Der Konfirmand will wegen Fußball eine Krankschreibung. Hat nur Sexualunterricht. Wir nehmen auf dem Rückweg die Tochter des Landwirts mit, mit unserem Gruppentagesticket. Ihre Oma hat sie zur Station gefahren. Sie hat knallblaue Augen, trägt Platteau-Highheels und könnte unsere Tochter sein. Die Kühe haben geschrien, stelle ich fest. Sie weiß nicht warum frage ich sie. Eine hat gekalbt, aber das ging leise zur Sachen, Boxen sind alle voll. Ja, die kennt sich aus mit Sexualkunde. Freundin wird 18 im Schützenzelt. Sie darf noch nicht nach Hannover, „nicht mal zu Primark?“ will ich fragen. Wo will sie denn hin? Dax, die Bierbörse ist erst ab 18. Eine Gruppe (white trash vom Land mit Shorts, der Frau gefällt mein Hütchen) steigen mit Kinderwagen ein. Als die Kontrolle kommt, haben sie nur eine Regio-S-Card und steigen mit ihr aus, der Rudelführer „scheiß Deutsche Bahn“ schimpfend. Der Mitarbeiter nimmt es gelassen. 2 hätten wir auch noch mitnehmen können.

Pistazienkekse 4 für 3. Ich kriege gleich Preisnachlass. Der Vorstandsmanager-Typ aus der Wedemark glotzt interessiert, sein Alte vor der Tür zu ihm „was hatte die denn auf dem Kopf“.

Schneyder, dieser kleine Holländer, der gerne großen Männern eine Kopfnuss geben würde hat viel Testosteron auf wenig Körpergröße verteilt. Mein Hütchen aus den Tuben der französischen Kondensmilch was ich nebenbei nähe ist nun echt zu hoch und geht nicht. Stephan gefällt es trotzdem. Da muss ich weiter sammeln und eine dezentere Höhe wählen.

06.07. Klassikumzug, später Schlager. Viel Schützenauszug, aber nicht die ganz frühe Runde. Nachbarjunge hat Blasinstrument geschenkt bekommen. Stephan sagt es wäre ein Schlagzeug. Das Üben klingt schlimm, aber ist wohl normal. Telefoniere mit Claudi, es sind Schlagermove und Harley Days, wenn man wie ich Hamburg nicht mag, wie ich, sollte man derzeit fern bleiben. Essen, Ablage, Essen. Nähen sage ich ab, lieber mal nicht nur dem Hedonismus und der Freizeit frönen, sondern was tun, was wirklich gemacht werden muss. Mein Mann macht sogar gerne mit mir Ablage. Er muss mich lieben, wenn das stimmt, so schlecht gelaunt wie ich da bin. Ich bin ihm dankbar ohne Ende, weil dieses Chaos und vor allem die unerledigten Aufgaben machen mir ein schlechtes Gewissen und danach fühlt es sich viel aufgeräumter und ich gehe lieber zur Arbeit und mit mehr Selbstbewusstsein. Er sagt, nicht darüber nachdenken, gehört einfach dazu. Ja, ich funktioniere nur im Team. Auch meine Geschichte von dem Plan, auf den einen schauen und zu dem anderen zurücklaufen und sich über die andere Perspektive wundern, findet mein Mann lustig, statt die Scheidung einzureichen.

Reise in die fränkische Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

27.06. Jetzt ist es soweit. Die Kollegin schreibt mich an, weil ich über den Hund lästere. Zu wenig Unterstützung und Solidarität. Hat sie vielleicht auch Recht, aber immer wenn ich was gesagt habe, wurde das Verhalten des Hundes gerechtfertigt. Da muss auch ein Auftrag vorhanden sein sich in eine fremde Erziehung einzumischen. Frauchen muss allen im Büro sagen so und so haben wir uns zu verhalten gegenüber dem Hund. So klappt Erziehung, dass alle das gleiche tun und dazu müssen sich die Erwachsenen absprechen und erst mal einig sein, was ist das Richtige, was das Ziel, was die Methode. Ich will mich ihm bei einem langen Spaziergang vorstellen und nicht im Büro anbiedern. Ignorieren scheint mir derzeit das Beste. Wir haben uns wegen des Bürohundthemas in der Wolle und ich darf morgens 1 Stunde auf Vorwurfsemails reagieren statt Tagebuch zu schreiben. Es ist nur ein Hund, wie Stephan meint. Ich glaube aber jetzt nach dem Schreiben, er steht für viele emotionale Themen und die entladen sich daran. Andere Dinge, wie dass ich oft merke meine Betreuten werden nicht akzeptiert oder schräg angeschaut von den Kollegen, gerade von ihrer Mitarbeiterin, Die werden quasi von den Kollegen angebellt. Herr PM stinkt, beschwert sie sich oder Herr Ihme war wieder ohne Termin da usw. Sie will mir das vielleicht auch nur mitteilen, aber es kommt anders bei mir an.

Topfe Stephans Tomaten um. Das ist meine Aufgabe. Erst hatte ich mich geweigert, aber hey, so wenig wie ich mache, kann ich das wirklich tun und so sind die Aufgaben und Stellungen halt verteilt in unserer metrosexuellen Beziehung. Ich bin für die Wäsche (aufsetzen und bügeln, nicht wegräumen) und das Umtopfen zuständig. Die Ableger von Markus Pflanze, der kranke Penis, der ejakuliert und sich selber fortpflanzt mache ich in einen Plastiktopf der frei geworden ist. Das hätte wohl nicht sein müssen und war vielleicht sogar falsch und feuchtes Zewa morgens hätte auch gereicht bzw. wäre besser gewesen, weil dann werden sie wieder umgetopft. Die wachsen ja nicht an in 4 Tagen. Ich will sie meiner Frau Miesepetrig, mit der ich mich jetzt sehr gut verstehe und sie in Frau Balkon umbenenne vorbeibringen am Dienstag wenn ich vor einer Gerichtsverhandlung Post bei ihr abhole. Umtopfen ja, aber gießen tue ich sie nicht vor der Reise.

Wegen fehlender Kommunikation verfehlen wir den Zug um 9:26, weil Stephan nichts gesagt hat, sich rasierte und ich noch nackt auf dem Sofa sitze. Ich hole noch die Zeitung, meide aber das Büro. 10:26 hat aber Verspätung. Hoffe, es reicht für das Bratwursthäuschen in Nürnberg, aber das wird es wohl bei unseren Prioritäten. Ich spiele mit dem neuen Plastikspielzeug und plane schon die ersten Hütchen. Das wird tolle geben. Ich plane schon und bilde kleine Grüppchen mit Figuren. Die Putzschnecken mit dem weichen Vorderteil gefallen mir. Ich merke, dass ich wohl lange keine Ü-Eier mehr gekauft und gegessen habe. So finde ich es auch viel besser, den Konsum nicht aktiv unterstützen und doch so viele Teile bekommen. Eines setze ich allerdings gleich aus.

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Ich halte die vielen Reservierungsmeldungen Fulda-Würzburg in unserer Nähe für einen Systemfehler (einer wurde auch vom Zugführer angekündigt). Aber nein, es kommen die Fulda-Würzburg-Kurzstreckensitzplatzreservierer. Es sind mittelalte Menschen, die keine körperlichen Gebrechen haben und offenbar andere gerne verjagen. Es gibt genug freie Plätze, aber wir müssen umziehen. Dafür haben sie ja auch gezahlt. Wir lästern laut. Stephan meint, die haben länger am Bahnsteig gestanden als sie jetzt ihre Sitzplatzreservierung auskosten (der Zug hat 30 Minuten Verspätung). Wir verbessern uns und ziehen nach gegenüber in Fahrtrichtung. Die Wolken sind hier auch viel schöner.

Würzburg ist schön, die Wolken auf blauem Himmel über den Weinbergen bieten einen besonderen Anblick und lecker war es hier auch. Da sollten wir noch mal hin.

Die Zugführer haben keinen Anstand im Leib. Mein französisch ist grottenschlecht, aber wenn ich Durchsagen zu machen hätte, würde ich doch an den Wochenenden so lange Privatunterricht nehmen, bis ich diese 5 Sätze fehlerfrei und mit akzeptabler Aussprache hinbekomme!

Ankommen, Bratwürstchenhäuschen an der Sebalduskirche. Erst mal unten in der U-Bahn. Eine Säule die ganz laut tickt für Blinde.

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Habe ich noch nie gesehen, habe die hier in der alten Nazihochburg besonders viel wieder gut zu machen und demonstrieren jetzt Behindertenfreundlichkeit?

Oberfränkische Motorradfreunde sitzen im Biergarten neben Japanerinnen, die sich 6 Würstchen (die kleinste Einheit) teilen, dazu eine Cola und ein Weizen und die Würste hier sind totlecker, vor allem auch wegen der konsequenten Spezialisierung, aber sie werden auch immer kleiner. Neben uns ein japanisches Pärchen und die haben etwas mehr Appetit. Er hat eine Haxe gegessen und isst noch ihr Essen auf. Die Bedienung penetriert beim abräumen mit der lauten Frage „was it good?“ „hast’s geschmeckt“ und macht so lange weiter mit der Befragung bis sie ein „ja“ bekommt. Neben uns erzählt eine Oma von der Schulter-OP. Ewig könnte ich dem Dialekt zuhören.

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Ein Bratwursthäuschen Bus, der aus verschiedenen Segmenten, wie eine Kindereisenbahn besteht, fährt vorbei mit Touristen. Wer nicht hier war, der war nicht in Nürnberg.

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Wir laufen zur Station Lorenzkirche vorbei am Wochenmarkt, der sehr reizvoll ausschaut, aber wir haben keine Zeit. Mein Schuhwerk ist sehr unpassend für das Straßenpflaster. Ich liebe den Dialekt und könnte mich gleich stehen bleiben, wenn sich zwei alte Weiber über ihre Krankengeschichte unterhalten. Das unterscheidet diese Stadt von meiner Geburtsstadt Stuttgart. Wir fahren zum Plärrer und dann noch 3-4 Stationen zu einer Endhaltestelle und gehen dort zur Galerie Oechsner.

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Auf dem Weg treffen wir schon Andreas, mit dem wir verabredet sind. Die Gegend ist die Bronx von Nürnberg, dann eine türkisch geführte Autowerkstatt und die Galerie in einem modernen Gebäude, wo sich die Kunst sammelt.

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Wir laufen schnell und rücksichtlos durch die Ausstellung, wie es unsere Art ist und verärgern den Andreas. Ich mag ihn halt lieber als seine Sachen und sage ihm das auch. Sie gefallen mir schon, aber für Fleiß- und Geduldsarbeit habe ich von Haus aus wenig übrig. Ein älterer Typ meint auch zu ihm, dass es wohl vergebene Liebesmühe mit uns sei. Er hat Fotos von weißen Rosenblättern auf dunkler Wasseroberfläche. Andreas erkennt gleich was es ist. So einfach, wie er meint, die Frage alleine schon eine Beleidigung seiner Intelligenz. Die Galeristin hatte ihn gefragt, ob künstlich oder natürlich . Schönes Muster, vielleicht eine Vorlage für zukünftige Zeichnungen.

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Andreas und ich haben auf anderer Ebene Gemeinsamkeiten. Wir halten die Fahne hoch für die Provinz, er Nürnberg und Fürth und ich eben Hannover. Er mag Paris nicht sagt er selbstbewusst, die zehrten auch nur von der ruhmreichen Vergangenheit und in der Gegenwart sei wenig davon zu spüren. Kritisch gesehen könnte man auch sagen, dass Nürnberg etwas angebaut hat gegenüber dem Mittelalter, aber was soll’s. Ich sehe es ähnlich wie er und Arno Schmidt.

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Wir unterhalten uns mit der Galeristin, deren Mann in Wien für die ARD stationiert ist und tauschen Erfahrungswerte aus sowie Essenstipps. Sie rät auch zu einem Waldschwimmbad mit Blick auf Wien. Als es um den Zentralfriedhof geht, meint sie, wer was auf sich hält, der müsse dafür sorgen, dass er vor allem nach seinem Ableben den Menschen im Gedächtnis bleiben und sich für ein prächtiges Grab entscheiden. Das ist natürlich eine Steilvorlage für uns und wir sagen, dass wir uns hier in Nürnberg eingekauft hätten, gräbermäßig. Sie glaubt zuerst, dass wir sie verarschen. Dann geht es um den Tod der Eltern, Grab als Stätte um Emotionen abzuarbeiten. Wir verabreden uns lose für Wien und ich freue mich über das gute Gespräch und wir umarmen uns zum Abschied als die Putzfrau kommt. Andreas fährt Morgen mit dem Bus nach Berlin und dann weiter nach Marseilles und hat hier eine Auftragsarbeit als Kunstmaler. Einen besseren wird man nicht finden können. Die Einladung zum Grillen schlagen wir aus und wegen einer Reservierung im Essigbrätlein. Es ist heiß und ein Busfahrer hält den Daumen hoch und strahlt mich an als er vorbei fährt. Ich habe Glück, weil der Draht zu den coolen Säuen klappt offenbar städteübergreifend.

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Erst mal zu unserem Friedhof, der so üppig ist zu der Jahreszeit. Durch kontinuierliches Besuchen will ich zumindest was abarbeiten. ich schau mir immer wieder an, wo es dann hingehen wird, auch wenn das abstrakt bleibt. Die schönen Gräber gehören oft Metzgern und Privatierswittwen sind hier auch zu finden. ich lege mich auf eine Grabplatte und das ist Stephan  unangenehm bzw. „wenn einer das sieht“ (bzw. wegen des Denkmalschutzes und weil man das nicht anfassen soll). Und ich denke: Probeliegen für später und was soll ich dabei kaputt machen? Ich entferne nur Staub und Dreck. Stephan und ich sind gleichermaßen wieder total begeistert von unserem Friedhof und bereuen es nicht, uns eingekauft zu haben. Stephan meint nur, wenn die erste Mietzeit abgelaufen ist, könnten wir noch Grabstätten tauschen und in eine bessere Nachbarschaft umziehen, näher an Dürer. Süß!!! Ja, es gibt bessere Gräber und unseres ist schlicht, aber durch die Nachbarschaft zu den beiden Engeln finde ich es immer und es liegt am Weg und was soll’s- ist halt mittelprächtig, wie wir. Passt doch.

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Ein Skaterpark vor der Stadtmauer, man schaut von oben darauf. Meine Füße tun weh, keine überteuerten Turnschuhe kaufen. Tolles Schaufenster. Ist es wieder Luis Vuitton? Mit Pusteblumen. Einzelne Segmente mit Schirmchen sind schon rausgeweht und fliegen mit einem Edelstahlsamen durch die Gegend. Das passt zu den handwerklich perfekt umgesetzten Arbeiten unseres Freundes. Kaffee auf der Brücke, Latte Fredo

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und dann sind wird die ersten Gäste, mein Lieblingssommelier hat Urlaub, hat aber ganz sicher vorher die Weinauswahl getroffen. Das kann er und unterscheidet den Laden von vielen anderen. Hier ist die Weinreise Pflicht, wenn man auf so was steht und lohnt sich wirklich. Wir sitzen am Fenster hinten den Butzenscheiben. Was hier auch total cool ist, ist dass sie die Klos so lassen und das heißt, wie in einem fränkischen Landgasthof mit braunen Kacheln mit Blattmuster. Gut, de Waschbecken und Klos sind neu und Handtücher gibt es auch, aber ansonsten old school ohne Ende. Es hat was, ein Alleinstellungsmerkmal.

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Einige erwachsene Kinder, die sich von ihren Eltern offenbar aushalten lassen (Zahleoma, wie wir das früher im Clichy genannt haben). Ein Student sitzt neben uns mit Eltern, die ausschauen wie die von Otto Dix. Einzelkind? Ruhen die ganzen Hoffnungen auf ihm? Hoffentlich studiert er auch Jura und ist nicht nur eingeschrieben, dass sich das alles lohnt. Ich lasse den Cousin von Carlotta irgendwie grüßen. Er kocht hier und war früher am Timmendorfer Strand. Ein Studentenpaar aus Erlangen. Sie wirkt steif und spaßfrei, trinkt keinen Alkohol und ist Vegetarierin. Er ist nicht so alkoholgewohnt wie die anderen und hat nach der Weinbegleitung ordentlich einen sitzen. Beim blutigen Lammfleisch muss er die Augen schließen. Deutlich ist es ihm anzumerken, wie geil er das findet. Sieht ein bisschen aus wie Sex und ja, da kann man schon mehr drauf durchdrehen als auf Kohlrabi und Rote Beete. Wir hatten bekannt gegeben, dass wir einen Zug erreichen müssen und müssen dann selber drängeln. Das wäre dem Sommelier nicht passiert. Am besten schmeckt mir übrigens der erste Fischgang mit Sashimi und Gurken, eingelegt (süßlich) und frisch (wegen der Fischgänge hatten wir diesen Laden immer vorgemerkt sollten sich doch die Japaner aus Kyoto mal nach Europa verirren) und das Lamm mit Dillblüten und Auberginen (Mus und nacktem weiße, eingelegte Auberginen). Der Nachtisch begeistert nicht und ich vergleich es mit einem Coitus interruptus. Ich würde extra einen Patissier einstellen, weil ich finde das muss sich noch mal richtig steigern gegenüber dem Hauptgang zum Schluss hin und es den Gästen so richtig besorgen der Nachtisch. Am liebsten 2 wie im Artisan früher. Schön ist es schon und auch lecker und sie können nicht nur klein schneiden, sondern arbeiten sehr aromatisch und Gemüse lastig und dann kommt ein kleines Stück Fleisch und da hat man dann richtig Bock drauf und das ist richtig gut gemacht und das Tier nicht umsonst gestorben.

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Ich würde auch nicht Hannover gegen Nürnberg eintauschen, weil hier kann man 1 x im Jahr hin, sonst halten die sehr fest an Dingen, die sie entwickelt haben und das wäre das langweilig. Da gehe ich lieber zu Dieter Grubert. Der kann auch Fisch und Nachtische besser.

Wir warten auf die U-Bahn, deren Ankunft nirgends ersichtlich ist, alte Klapptafeln, kein Plan. Stephan findet den Schließfachschlüssel nicht. 60 Sekunden später und wir hätten den Zug nicht bekommen. Es ist voll und stickig und wir setzen uns ins Kinderabteil neben einem DB-Mitarbeiter. Als Stephan die Koffer hoch macht, wird dieser mit Staub berieselt. Das ist nicht unsere Schuld, wenn hier immer nur Pendler ohne Gepäck unterwegs sind und die Staubschicht schon so dick. Ich sitze neben ihm und er hat seinen Laptop aufgeklappt und lauter ebay Sachen mit alten Bahnhofsuhren am Laufen und liest dann ein Fachblatt der Bahn. Der Typ ist hard core. Paps schreibt eine SMS, dass sie doch zuhause sind und schon mal ins Bett gehen. Der letzte Streckenabschnitt quält. Ich kenne Schnabelwaid nicht. Taxi, der Knast steht noch. Morgen soll das Wetter schmuddeliger werden und Sonntag ganz schlecht, wenn er frei hat. Typisch wieder. Ich nutze mein Licht am Handy um den Schlüssel zu finden und mein Paps ist am nächsten Morgen entsetzt, dass ich nicht weiß, dass es Licht in der Garage gibt. Kein Tee, den Arnhild liebevoll gebrüht hat, nur noch ins Bett.

28.06. Früh wach und meine Eltern sind da. Nach dem Frühstück fahren wir mit Paps in die Stadt. Mama sagt, wir sollen bald wieder kommen, es sei eine Entbehrung für sie uns gehen zu lassen. Der neue Radweg. Für die Landesgartenschau 2016 wird der Main breiter gemacht, bekommt seinen natürlich Lauf zurück und einen neuen See und Parkplatz gibt es auch. Wir besuchen die Trödelläden der Vergangenheit. Im ersten gibt es nur eine Holzavocado und einen Jüngling, den ich entdecke um Blumen zu stecken. Hier gibt es ein tolles Quilt USA 1920. Ich finde es handwerklich eine eins, aber was soll ich damit, also nur Foto.

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Dann Zwischenstation bei der Kultmetzgerei Rauch. Der Bußfahrer hält mit seinem Bus davor und lässt sich ein Labla mit Sülze machen, duzt die Verkäuferin, „da machste mir 3 Scheiben drauf“ und steigt wieder in sein Fahrzeug ein, was direkt vor dem Schaufenster steht. Es gibt ein Hinterzimmer und sie biete Mittagstisch an. Da würde man mich regelmäßig finden. So viel ist klar. Zu Media-Markt, die Super-8-Filme abholen. Hier wirbt Herr Gloeckler über den Behindertenparkplätzen. Wir hatten Morgens so oft angerufen bis eine Stimme am anderen Ende meinte, dass er schon gemerkt hätte, dass ich ständig anrufen würde und gerne zurück rufen würde, er hätte gerade Kundschaft. 19,- € für 3 Minuten-Film, aber wir sind alle aus der Familie sehr gespannt, was sich in dem Überraschungspaket befindet.

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Dann weiter zu der Frau aus der ehemaligen DDR. Der Typ ist an Krebs verstorben und sie macht den Laden weiter. Kennt uns von früher. Dietrich hat mir hier meine Zuckerdose gekauft und ein Emaillewerbeschild haben wir auch im Keller mit einem Hofnarr drauf (Zigarrenwerbung). „Freilich kennt sie mich noch von früher“. Dietrich kauft Bleigewichte für seine Uhr aus dem Schwarzwald, der er gerade repariert und einen alten Aschenbecher von Bingen am Rhein, eine Figur, die den Franzosen mit der Faust droht, dass sie es nicht mehr wagen sollen über den Rhein zu kommen, ich Holzspielzeug aus dem Erzgebirge aus den 50er Jahren, 2 Spitze und 4 Tauben (Bauernhof, wobei ich die Ziegen und Küken zurück lasse), dann kleine Katzensammeltassen von der Sorte superkitschig für eine Kette zu meinem Briefmarkenhütchen und einen Windhund aus Plastik bekomme ich geschenkt sowie ein Briefmarkensammelbuch aus den 50ern. Ich mache einen Witz, dass ich ihr nur die Stadttiere abnehmen würde, Spitz und Tauben, um den Preis zu drücken. Sie erklärt mir, dass Spitze früher Hofhunde waren. Das weiß ich, die kläffen gut, sind klug und mutig, verteidigen und gehen auch mal ran und sind mittlerweile fast ausgestorben. Es geht um ihre Tochter im Ministerium auf die sie stolz ist, sie ist verbeamtet, was sie immer wollte und das Enkel, den sie mit einem Mann aus Südamerika gezeugt hat, sieht süß aus. Mein Vater erzählt von seiner Tochter, die auch gerade Karriere gemacht hat (meine schwerbehinderte Schwester) im Heim und durch Schuhe ins Klo stopfen, beißen und konsequent und absichtlich in die Hose machen sie jetzt in eine andere Abteilung durchgekämpft hat. Sie hat einen neuen Partner, ein alter Freund ihres Mannes. So kommt es ja oft und ich frage Stephan, mit wem ich dann zusammen kommen werde, mit Günter? Dann Bratwürste, Gottfried, ein Basset von beträchtlichen Ausmaßen, der sich immer gleich hinlegt während Herrchen in der Schlange vor dem Bratwursthäuschen steht, bekommt auch welche. Es ist „Handwerkmarkt“ und man kommt mit dem Fahrrad nicht durch, eine regionale Firmenschau und es gibt neben Nippes und Kinderbespaßung unseren Optiker Fischer und die älteren Herrschaften mit denen ich unterwegs bin, lassen sich die Brillen putzen und richten. Daneben ist konsequenterweise das Bestattungshandwerk angesiedelt und einen Mann im Rollstuhl haben sie davor abgestellt. Ich kaufe mit Paps Kissenbezüge für Arnhild und heute ist 3 für 2 genau auf diesen Artikel (als hätten sie es gewusst) und dann noch bunte Gummibänder für die Hütchenproduktion. Was werde ich eines Tages machen, wenn sie die hier aus dem Sortiment nehmen? Wir gehen ins Rossi und lassen Stephan alleine sitzen und auf die Bestellung warten. Ich kaufe bequeme Schuhe in schwarz-weiß mit Gummisohle und flach für 39,20. Sie sind von 49 ,- noch mal 20 % reduziert. Ja, Bayreuth ist unsere Einkaufsstadt. Der Eiskaffee ist zwischenzeitlich angekommen und man hat einen Blick auf den Lottohandwerker, der daneben seinen Stand aufgebaut hat. Dietrich hat seine frisch geputzte Brille mit Sahne eingesaut und seinen fast getrunken als ich ankomme. Wir ziehen ohne ihn weiter und kaufen eine Hose für Stephan. Die meistens sind an den Waden viel zu eng, aber die Verkäufer bemühen sich redlich um ihn. Ich bekomme Aufkleber geschenkt. Roboter mit Brustbehaarung. Das gefällt mir, dieser Trend mit den rasierten Männerbrüsten in T-shirts mit V-Ausschnitt sei falsch, erkläre ich dem jungen Mann an der Kasse, der zuvor einem Kunden erklärt hat, dass man jetzt wieder die Schleife sehen dürfe bei Turnschuhen und dieses Reingestecke von Knoten und Schnürsenkel passé sei. Es sei zum Laufen schon immer total unpraktisch gewesen. Wir gehen weiter zu Rainer, einem Freund von früher und schauen uns die Wohnung an und machen einen kurzen Kontakt, Zwischenstand, was gerade so ansteht bei ihm im Leben, aber in der kurzen Version. Seinen Sohn, die schon groß ist, d.h. Pubertät, muss er uns aufzwingen, wir haben mehr Interesse an seinem Hund. Drehen eine Runde mit Luis durch den Hofgarten an meiner früheren Schule vorbei und dem Kriegerdenkmal wo wir früher demonstriert haben am Volkstrauertag als Gegendemonstranten, ich zumindest als Schülerin. Es ist eine Rosenausstellung und alles schön herausgeputzt. Der Hund orientiert sich gut, ein echter Follower, er hat schwere Knochen und keine Kondition. Ein trächtiger Spring-ins-Feld ist interessiert, aber er nicht. Das läufige Weibchen ist auch nicht ihres, wie uns die Studentin mitteilt. Na dann könnten wir es einfach ausprobieren, aber Kaiserschnitt ist das sicherlich fällig bei der Geburt, so schmal wie sie gebaut ist, das Miniaturreh. Luis Zunge ist gerollt wie ein Blatt und er heuchelt und ist supersüß. Eine Mischung aus Mops und französischer Bulldogge, sieht auch aus eine englische Bulldogge in Miniatur. Ich liebe es wie er die Beine nach hinten klappt und den Bauch auf dem Küchenfußboden kühlt als wir wieder zuhause sind.

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Zwischen Hiphop und Reststubbe Mittelalter….Die Gaststätte Eule, wo Festspielgäste absteigen und unsere Freundin Brigitte früher gejobbt hat, gibt es immer noch.

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Wieder zuhause, die Haare in Lockenwicklern, angespannte Stimmung, etwas helfen. Ich hole mir tiefe Kratzer an den Beinen, aber bestücke den neuen Ikebanaständer, den wir gefunden haben.

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Die Gäste kommen um 18 Uhr u.a. mein früherer Deutschlehrer, mit dem ich dieses Mal das Du klar mache und Freunde meiner Eltern in unserem Alter, die im Wald wohnen und Geschwisterkater halten gegen die Wühlmäuseplage. Sie wohnen in Hof und sind damit ganz dicht an Tschechien und viel näher an Städten wie Karlsbad und Marienbad, wie ich vermutet hätte. Der Künstlerfreund des Hannoveraner Verlegers mit der Paketsendung ist dieses Jahr verhindert. Um nach 22 Uhr kommt die zweite Hälfte der Gäste, die in einem kirchlichen Kabarett waren und mein Halbbruder, wie ich ihn nenne, der Techniker, den mein Vater 1980 eingestellt hat und der ihn ergänzt und heute noch auf Reisen begleitet (sie waren gerade in Israel) grillt noch einmal auf dem Elektrogrill. Er hatte damals schwere psychische gesundheitliche Probleme und hat jetzt 4 erwachsene Kinder darunter 2-3 hochbegabte, die Stipendien bekommen. Das sind halt mal bald 35 Jahre. Ein weiterer später Gast ist eine Frau, die viel und lustig redet, auch Kunst mag und Bridge sehr ernst betreibt. Es ist eine lustige Mischung, einmal kommt die Polizei wegen einer Ruhestörung, die gemeldet worden sei als es gerade heftig regnet. Sie stehen mit ihren olivgrünen Uniformen im Garten und wir erklären, dass sie nicht uns gemeint haben und der Anlass ist auch schon vorbei seit einer halben Stunde. Mein Paps ist hardcore und ruft laut „Ruhe“, wenn er seinen Gästen was sagen will. Die kennen ihn und es tut mir gut, hier nicht angespannt sein zu müssen, sondern zu wissen, dass sie ihn so kennen und auch lieben. Wer weiß, ich werde vermutlich auch so enden. Holzhammer halt. Erst um halb 2 geht der Abend zu Ende. Wir haben draußen gesessen unter einer großen Markise mit Heizstrahlern. Mein Vater freut sich und als alle gegangen sind und der Tisch notdürftig abgedeckt ist wollen wir endlich die alten Schätze gucken als Belohnung. Das machen wir auch im Freien an Stephans Rechner. Die Filme zeigen mehr meinen kleinen Bruder als mich, sind aber trotzdem interessant und erfreuen das Herz. Er ist ein Bewegungstalent und unternimmt mit 5 Monaten erste Gehversuche, wie wir anschließend in den Fotoalben aus dieser Zeit nachlesen. Er darf auf Beton mit Stufen seine ersten Gehversuche machen und alles klappt, er hält sich fest oder geht runter auf den Boden und überwindet jedes Hindernis und entdeckt alles heldenhaft alleine. Dann misshandelt er die Schreibmaschine, die noch im Einsatz ist, aber auch hier lässt man ihn gewähren. Alles steckt er sich in den Mund, auch Holzbalken, die herumliegen. Ich staune, wie er zielsicher das Plastiktelefon aus dem Spielkorb nimmt und auf der Wählscheibe herumfuhrwerkt und sich den Hörer ans Ohr hält. Hat er schon voll kapiert. Klar konnte ich mit unter 18 Monaten ganze Sätze sprechen, aber die Papageien sind mit den Flugsauriern verwandt und plappern nur ohne höhere Intelligenz. Auf das Verstehen kommt es an. Ich spiele nur am Rande eine Rolle, weil wohl mit den Kurzfilmchen 1974 der Stammhalter für die Verwandtschaft in Übersee dokumentiert werden sollte und lege eine Tanzeinlage ein. Das Springen mit Hüpfseil gelingt mir grottenschlecht, weil es irgendwo hängen bleibt, am Hinterkopf oder am Ohr oder mir aus der Hand fällt. Arnhild herzt ihn nur mäßig in meiner Anwesenheit um Eifersucht vorzubeugen. Das habe sie ausgiebig tun können, wenn ich morgens in der Schule war. Ich habe blonde, lange Haare und bin schüchtern und zurückhaltend und ja, süß. Am besten gefallen mir die Szenen mit Tinkel, unserem Kurzhaarzwergdackel. Er war damals mein Baby und auch noch ein Welpe/Junghund. Ich greife hinter mich und zack befördere ihn nach vorne und er schaut interessiert auf mein Essen, was ich vor seiner Nase herumwedele, beherrscht sich aber. Ja, das mit der Hundeerziehung hatte ich damals voll drauf. Diese Selbstverständlichkeit mit der man dem Tier begegnet ist war der Zauber, kein Zögern, keine Angst, machen. Da ist mir auch viel von verloren gegangen durch Nachdenken und dadurch Ängste, Bedenken, Zögern. Das kann man da alles nicht gebrauchen. Machen und nicht fragen, alles musste er sich gefallen lassen und war dafür super sozialisiert und kinderverträglich, was bei dieser Rasse der Wadenbeißer nicht selbstverständlich ist. Meine Querulatorische Betreute schreibt mir: „ich bin wieder mit meinem Partner zusammen (der im Innenministerium arbeitet“. Verpisse mich ins Bett auf französisch.

29.06. Wieder viel zu früh wach. Noch mal die Filme, wie das Leben früher war. Kleinkinder haben beinhart und ohne Helme Gehübungen auf Betonstufen gemacht und durften sich alles in den Mund stecken, aber alte Holzplanken. Schauen auch die korrespondierenden Fotoalben durch. Arnhild hat so schöne schwarz-weiß Fotos gemacht und auch selber abgezogen. Im Album finden wir aber auch ein Foto von Arnhild und einer anderen Deutschen mit bodenlangen Musterröcken, dass man erblinden könnte, oben schwarz und flankiert von den Ehemännern im Anzug. Absprachen wegen Kalifornien, die Daten noch mal durchgehen, IBM-Mitarbeiter von früher im Internet suchen. Etwas Karten spielen und dann wird der Grill erneut angeschmissen und ich esse Würste bis ich nicht mehr kann und Sauerkraut. Heute schmeckt alles besser als gestern und Kuchen aus roten Johannisbeeren gibt es auch. Stephan isst Riesenstücke.

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Wir nehmen Grillfleisch mit. Ich habe mit in den Holundersirup verliebt (die Enkel helfen bei der Produktion, aber er ist zu zuckerhaltig) und nehme mir zwei Gläser aus dem Keller und mache sie in den Koffer, Marmelade gibt es auch noch und Cherrytomaten hätte ich auch mitnehmen sollen zum Blauschimmelkäse, den wir Freitag in der Feinkostabteilung gekauft haben und der schon einiges an Wegstrecke hinter sich hat.

Am Bahnsteig in Nürnberg ist ein skurriles Paar, Mutter und Sohn. Beide sehen aus als wären sie direkt den 50er Jahren entstiegen. Er sieht aus wie ein Möchtegernjurist, konservativ gekleidet, einer, der sich nach Karriere anzieht, aber noch zuhause lebt. Er schimpft viel mit Mutti, aber sie hat die Hosen an. Sie beweist Dominanz und ignoriert das Schimpfen und er geht immer wieder zu ihr. Im ICE ist der schönste Himmel. Woran liegt das? Vielleicht weil man durch die Landschaft braust bis er sich auftut und teilweise auch einen tollen Weitblick hat.

Frühpubertäres Mädchen fängt an zu weinen. Man spürt förmlich den Weltschmerz. Mutter tröstet kaum, tätschelt etwas und lenkt ab mit Gesprächen über Schuhe, die gekauft werden sollen. Die sollte man in den Arm nehmen oder zumindest das Gespräch suchen. Am besten beides. Richtig körperlich. Tut etwas weh, dass sie es gar nicht tut. Es geht wohl um getrennte Eltern und Umgang. Sie sind in Fulda zugestiegen und ich habe gehört „im Sommer bist Du auch eine Woche bei mir“ und „wollen wir Zelten“ und die Tochter, nein lieber was Ausgefallenes machen. Zelten sei ausgefallen.

Ein Hund, der ruhig vorne im Fahrradkorb sitzt mit brauner Schmiere unter den Augen gefällt uns beiden und ich denke zuerst, Tinkel war Kinderersatz für mich und deswegen bin ich da so darauf konditioniert und wollte keine Kinder, sondern reagiere statt dessen stark auf Hunde. Vielleicht ist es so, aber mein Mann ist angesteckt.

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Das Foto ist Juli 1973.

War heute schlecht drauf (zu wenig geschlafen, mehrere Nächte in Folge). Nicht mal die Filme habe ich auf den Rechner laden lassen und ein Ladegerät haben wir auch liegen lassen (gut, dass war weniger ich). Was ich vergessen habe war ein Sukulentenableger von unserem Friedhof. Dann hätte ich einen vom Friedhof Montparnasse gehabt und einen von dort. Steffi hätte ich im Heim anrufen sollen, weil man das jetzt machen soll nach meiner Mutter, auch da habe ich mich verweigert. Irgendwie war die Energie nicht da.