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Februar 15 – der Küchenkalender
Dartturnier
17.02. Heike hat einen Laden zur unvorteilhaften Winterzeit gemietet um Klamotten zu verkaufen. Es soll SM/Gruftie-Mode sein, die sich gut verkauft, alles schwarz. ich sage, gute Idee und unterstütze sie, weil das Talent hat sie. Sie zeigt mir dann ein buntes Minikleid und es gibt passende Stiefel, die zugleich Overknees sind. Es guckt nur ein kleines Stück vom Oberschenkel raus und es sieht verrückt aus. Ich muss dann durch ein schlammiges Gelände und wähle den falschen Weg und breche ein auf einer Dreckscholle und bin total schlammig und wasche die weißen Turnschuhe am fremden Waschbecken und hoffe, dass ich nicht alles verstopft habe. Ist irgendwie WG. Ich schlafe mit der ganz warmen Wolldecke, die richtig sofort Wärme ausstrahlt. Sie ist wärme als die Daunen bzw. in der Kombi nicht zu toppen. Stephan sägt neben mir Holz und muss mal zum HNO-Arzt, das ist laut und arg und man hört es durch mehrere geschlossene Türen hindurch.
Ausländerstelle, der kleine Spanier im Nebenraum. Heute ist die Sachbearbeiterin echt nett und umgänglich muss man sagen. Termin bei der Bettlägerigen habe ich heute abgesagt, das schaffe ich nicht.
Mittelmäßig viel Post.
Wenig konsumieren, mehr meditieren. Mittags zu Hause kochen. Wenn mein Mann an meinem Fahrrad schraubt, finde ich das sexy. So einfach bin ich gestrickt.
Der neue Betreute kommt heute mit einem Haftbefehl. Er ist aber lustig und sagt, er sei kein einfacher Fall und habe schon als Student Atomkraftwerke verklagt. Er ist querulatorisch und hat die Unterlagen immer woanders. Schlussendich hat er sich um gar nichts gekümmert. Mal zum Jobcenter mit einer Anwältin ist sein Traum. Der wird bald wahr. Seine Hand ist ganz schmal, d.h. die Knochen der Hand. Der Neue in der Warteschleife mit Drogen und Bewährung und Körperverletzungen ist pünktlich und auch zierlich. Er ist relativ fit, jammert aber viel. Mal sehen. Er schläft bei einer Freundin, weil sein Zimmergenosse in der Bachstraße morgens schon „eine Friedenspfeife raucht“ und er drogenfrei leben will. Die neue Richterin, die ich noch nicht kenne, war heute nicht zu erreichen. Die Geschäftsstelle kennt meinen Namen. Er will ein Praktikum in der Altenpflege machen. Da arbeitet ein Betreuter von mir seit fast 5 Jahren. Alle wollen Altenpfleger werden.
Die Sprengelschokolade, die meine Betreute mir mitgebracht hat ist unter aller sau. Ich merke es schon nach der ersten, teste aber noch 7 weitere bis ich endlich damit aufhöre. Muss ich leider verfüttern an die Kollegen oder an Alfons. Der Kollege fragt mich auch am nächsten Tag, wo die schlechte Schokolade her kommt.
Ein Typ spuckt nach mir auf dem Weg zum Sport auf der Brücke hinten dem Ihme-Zentrum. Irgendwie schaut er mich dabei an aus der Dunkelheit, aber ist zu weit weg. Irritiert bin ich trotzdem. Ich sage zu Pia beim Sport: Morgen ist Tena Lady Day (wegen Trampolin). Das versteht sie nicht, zu jung vermutlich.
Ich will nächstes Jahr noch mal Märchen. An der Ballettstange mit Knie zum Ohr ziehen und meine Silhouette dazu im Fenster fällt es mir ein, dass wir hätten Froschkönig machen sollen, aber umgekehrt. Ich als grüner Frosch und Stephan mit blonder Perücke, so wie Krümelmonster als Prinzessin geht. Ich will noch mal.
18.02. Meine unzufriedene Betreute in der Großen Pfahlstraße hätte gut zu unserem Freund gepasst, der da mal gewohnt hat. Hörspiel über geschichtliche Themen (sie merkt an meinem, Ausdruck, „das ist wohl nicht Ihre Sache“), sie ist praktisch oben ohne mit schwarzer Spitze durchsichtig und man sieht ihren Busen, die Wohnung verraucht. Wir verstehen uns gut und sie zeigt mir die Pflanzenableger, die von mir sind. Bett ist über Spende beantragt. Ihr geht es gut und wir werden noch Freundinnen. Manchmal wundert mich so eine Entwicklung, weil ich dachte, wir verstehen uns nicht und ich nehme kein Blatt vor den Mund und das eskaliert dann und ich bin sie wieder los, aber es kommt ein ums andere Mal genau anders herum.
Ich liebe Edeka auf der Lister Meile. So guten Feldsalat und andere Leckereien (griechischer Joghurt, geröstete Haselnüssen mit Cappuccino-Geschmack) kaufe ich da und die Auswahl an alkoholfreien Softdrinks ist der Hammer. Nicht nur Thomas Henry, auch lauter Ingwer, scharf, Mate-Krams. Toll! Ist auch nicht teurer als anderswo. Im Gegenteil frisches Gemüse und nicht die Phantasiepreise vom Wochenmarkt. Der ist für Marktposer und nostalgisch Veranlagte.
Wetter ist so toll, dass ich deutliche Umwege fahre und mich freue über alles was mir begegnet. Manchmal ist durch Hannover fahren wie eine Zeitreise in die Vergangenheit und lauter alte Erinnerungen kommen hoch an frühere Wohnungen, frühere Freunde, die Studentenzeit. Es gibt auch Neues zu entdecken, was schwer lustig ist.
Ein Typ in Arbeiterklamotten lehnt an Baum auf einem Verkehrskreisel in der Sonne, die Augen geschlossen und genießt. Der Frühling liegt in der Luft und es ist herrlich in meiner Stadt mit den üppigen Radwegen und dem vielen Grün.
Sie ist Showtalent, meine Betreute, die ich ewig nicht gesehen habe. Sieht nicht so aus, kann aber gleich auf die Bühne, die kleine Frau mit Brille. „Wollt der mich verführen mit Saufen. Das brauch ich nicht, mein Bruder hat genug Maria Cron geknallt“. „Hooligan“, hat Pflasterstein nach ihr geworfen (sie stellt das alles körperlich dar, während sie redet), „der halbe Meter hat sie gerettet“. „Sie war so erschöpft von dem Vieh, als sie ihn rausgeschmissen hat, hat sie den ganzen Tag durchgeschlafen“. „Beruhigungswiesen“ braucht sie jetzt, „ohne Radaukerle“. Er wohnt bei der Glocksee, da macht sie jetzt einen Bogen drum. „Nackte auf der Wiese, das ist kein Kino“. Lauter alleinstehende Frauen in Empelde, sie kennt meine andere Betreute, die dort wohnt. Bei der Tagesstätte, „der eine ist ruhig, sie kann es nicht ab, wenn die Kerle so unruhig sind“. Sie umarmt mich und ich mache mit. Ich bin wie eine Schwester sagt sie zu mir und ich fühle mich irgendwie geschmeichelt.
Die Schwester von Elisabeth Taylor heiratet, Amadeus Hotel/Restaurant in Altwarmbüchen. Die macht Geigenbewegungen, der Musiker. Rock me Amadeus, wir kommen auf Falco, der war Polizist, sagt sie. Das ist zu viel und ich muss widersprechen, der war nicht Polizist, Jeannie, das war ein Stück und er war kein deutscher Musiker, nein Wiener, einer von Drillingen, Johann Hölzel, nach dem DDR-Skispringer benannt. Kann ich schauen, ob der noch lebt oder behindert ist, nein. Katharina Witt, die DDR-Sportler mussten sich für den Playboy ausziehen, damit Geld in die Kassen kommt. Ich sehe gut aus, nähe ich das selber? Burda-Mode. Da müsste ich eigentlich sauer werden, aber ich lass es.
19.02. Beyoncé hat sich schlechte Haut, kriegt aber trotzdem Jay-Z.
Fax vom Kollegen, der die sofortige Beschwerde eingelegt hat und es jetzt doch genau so machen will, wie von mir vorgeschlagen und dafür hatte ich eine schlaflose Nacht und habe mir den Kopf zerbrochen, ob ich auch hätte Beschwerde einlegen müssen und aus Köln in der Geschäftsstelle hätte anrufen müssen usw., aber mir war dann bald klar, so tagsüber, ich habe alles richtig gemacht und muss cool bleiben und das war ich dann auch, dem Mandanten verkauft und dann erst mal nach Wien fahren.
Was haben die Chinesen gegen Schafe/Ziegen? Ich bin auch Feuer- und Wasserziege. bei Spiegel online steht, dass die Chinesinnen massenhaft schnell Kaiserschnitt machen lassen, damit ihre Kinder nicht im Tierkreiszeichen Schaf/Ziege geboren werden. Angeblich 9 von 10 unglücklich. Was soll der Scheiß?
Langsam wird Pflegebegutachtung um 8 Uhr doch meins. Der Himmel ist rotverfärbt neben der Figur auf der Waterloosäule und dann die rote Kugel am Ende einer Allee. So schön Bilder aus der Bahn heraus und tolle Mitfahrer. 2 x Junkies mit Hunden, der Gelassene, Freundliche, dem man es ansieht und der sich alles gefallen lässt und der Riesige, Aufgeregte mit der kleinen Frau, die unentwegt quasselt. Begutachtung in der Bäckerei der Dementen Heyde. Hier die Kneipe, in die meine demente Betreute immer rein geht. Soll Rotlicht mäßig sein, meint meine Betreute, um die es heute geht.
Die Betreute kann nicht offen in der Wohnung reden, weil dann andere mithören und es gegen sie verwenden. Sie ist sehr schlau und analytisch, kommt da aber nicht raus. Sie hat alles aufgeschrieben. Ich sage der Gutachterin gleich, wie wir es machen und so machen wir es auch. Es läuft alles super und sie wird Pflegestufe 0 und Sachleistungen bekommen. Sie strahlt und ich habe das Gefühl richtig hilfreich gewesen zu sein. In der Bahn ein lieber türkische Vater mit einem Sohn im Trotzalter, der immer nach ihm schlägt und er bleibt ganz gelassen. Die Daunenjacke des Sohnes ist viel zu groß und hat ein kleines Loch. Vorsichtig schiebt Papa die Feder wieder rein und der Sohn heult und schlägt und er bleibt ganz ruhig und versucht ihn zum Lachen zu bringen und abzulenken.
Nachmittags fahre ich zum Kronsberg. Das Problem ist, meine Betreute erzählt was und ich glaube ihr nichts. Sie hatte Arzttermine und die haben sie angeschrieben und ihr abgesagt. Das glaube ich nicht. Das machen Arztpraxen nicht. Mit welcher Begründung? Ähhh Fortbildung und angeblich in beiden Fällen. Sie lügt auch noch schlecht. Eine gerahmte Collage mit Fotos der Kinder, die sie nicht mehr sieht hängt an der Wand. Die ist egoistisch und mit ihren ganzen Krankheiten beschäftigt und voller Selbstmitleid und steigert sich in alles Mögliche rein und hat nur den Fokus auf sich. Meine Sympathien hat sie nicht. Das ist wirklich eine Ausnahme bei meinen Betreuten.
Ich denke den ganzen Tag schon, ob sie gut ankommen in der Wohnung und alles in Ordnung war, wie wir es hinterlassen haben und dann Wienflug gestrichen. Wohl Hotelübernachtung. Ich denke an die Werbung, über die ich heute gestaunt habe. Raucher sind flexibel. Pärchen in Badewanne mit viel Schaum, er dunkelhäutig mit Afro. Darüber: anderes Hotel, neue Freunde, Gauloise, live in the moment oder so.
20.02. Frontseite bei Standard online Lifestyle.
Das Herz hüpft. Irgendwie scheint da auch Fotoshop im Spiel gewesen zu sein, jedenfalls finde ich, wir sehen super aus und von Hautunreinheiten keine Spur. Auch Mama sagt, ich sehe glücklich aus und besser als früher. Da war noch was Unsicheres, Verkniffenes im Blick. Das Foto aus früheren Zeiten ist aufgetaucht und erstaunt mich. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wo das war, unsere alte Studentencafeteria Hanomacke. Das Kind neben mir hat mittlerweile selber 2 Kinder. Ich habe weniger Schmuck getragen und weniger Strumpfhose. Den schwarz-weiß Armreif und die Gänseohrringe habe ich aber heute noch.
Leider sind die Zitate nicht ganz richtig: ich liebe an meinem Mann, dass er meine beste Freundin ist, die mich aber gleichzeitig auch gut anfassen kann und nicht wie eine beste Freundin. Großer Unterschied. Na ja, die Presse.
Der Mann, der täglich 100,- € ausgibt (was er sich von seinen Eltern leiht usw.) und unter Betreuung steht, hat englischen Führerschein beantragt und dem Typen einen Haufen Geld gezahlt um die MPU zu umgehen. Jetzt nagen ihn Zweifel, ob das wohl klappt. Was sind die weiteren Pläne? Die Queen sucht einen Fahrer und da verdient man 30.000 € im Monat. Stephan findet am nächsten Tag raus, dass man dazu im Ausland gemeldet sein muss und da 185 Tage im Jahr leben muss. Das Geld, 600,- € ist für die Katz.
Stephan geht zum HNO, aber erst mittags als das Land unter ist. Er hilft mir vorher das an einen Betreuten zu formulieren. Der hat jetzt einen Job und ist raus aus dem SGB-II Leistungsbezug und statt die Chance zu nutzen, haut er das ganze Geld auf den Kopf und zahlt keine Miete. Ich soll aber mit seinen Altgläubigern verhandeln. Warum?
„So läuft das nicht. Ich soll da irgendwelche 10 € Raten verhandeln und Sie schaffen es innerhalb von 4 Monaten 1800 neue Schulden aufzubauen (Anm.: Überzahlung Jobcenter) und ich soll Raten für 60-90 Monate also 5-7,5 Jahre über 20-30 € ausmachen?
Ohne weiteren Termin mit Ihnen mache ich gar nichts. Ich bitte um einen Vorschlag.“
Der schwerst drogenabhängige Jordanier soll doch eine Rente bekommen auf meinen Widerspruch? Ich bin ganz erregt. Jedenfalls fragen sie nach der Kontoverbindung. Das geht in die richtige Richtung. Ich glaube es erst, wenn der Rentenbescheid da ist.
Während wir in Wien waren und darüber berichtet haben, was wir als Paar an uns lieben, haben andere eine Trennungsvereinbarung unter Dach und Fach gebracht und da es unser Haus betrifft gehen wir Mittwoch kurz zum Notar. Anschließend vielleicht Kantine mit Harald, den ich lange nicht gesehen habe und auch zum Geburtstag nicht da waren.
Herr P-Monster kommt nachmittags und hat harmlose Briefe eines Inkassodienstes bekommen und tut so als wären es Drohbriefe, quasi toter Pferdekopf im Bett, toter Hase an die Tür genagelt. Schon alleine das Bild, was sie schicken. Das sei Psychoterror….
Doppelsport mit der Burlesque-Frau. Sie geht heute ins Broncos, vorher trinkt sie zuhause einen Moscow Mule, empfehle ihr Edeka wegen Thomas Henry und so, aber das ist ihr zu weit weg.
In Gedanken ans Sperl (Schinken-Käse-Toast).
21.02. Traum, Stephan sagt mir, Kathi ist ganz krank, wollen wir Berlin ausfallen lassen. Das kann er nicht gesagt haben, er schläft noch. Ich überlege dann, das ist doch noch eine Woche hin, hat Stephan schon Opernkarten? Dann noch Traum, einem Jungen gebe ich einen Ring, den ich zweifach habe, er ist eng, weil sehr lang auf dem Kinderfinger. Wenn der Finger anschwillt, nicht ziehen, sondern nach oben halten und mit Wasser kühlen oder Spucke nehmen. Dann andere Szene Stephan lässt den Hund sitzt machen an einem Kanal, der sitzt auf einem runden Rohr, geht noch etwas zurück, fällt ins Wasser, er schwimmt kurz, geht dann unter wie ein Stein. Es ist Feininger. Stephan springt hinterher. Der Hund ist nicht tot und atmet wieder, warum kann der nicht schwimmen? Um 7 Uhr ist die Nacht vorbei.
Wer alles Modebloggerin werden darf. Das scheint eher ein Indiz für das Gegenteil zu sein. Langweiligste Billigklamotten bei phantasielosen Ketten kaufen. Was hat das mit Mode zu tun? Als würde ich mich als Food-Bloggerin behaupten und alle meine Maggi-Fertigprodukte zeigen, die ich zuhause stehen habe. Warum dürfen solche Spießertussis über Mode schreiben? Kein echtes Fell, weil sie hat Meerschweinchen, aber viel Leder in Billigläden. Kann man so doof sein? Sie kann nicht verstehen, dass man was sammeln kann. Natürlich kann sie es nicht.
Standardkommentare über uns. Diese Spekulationen, was machen wir wohl beruflich, warum sind wir überhaupt ein Paar, wir passen nicht zusammen, auffallen um jeden Preis. Jetzt soll Stephans Gemächt so groß sein, dass die Hose aufplatzt. Oh Mann. Und ja klar, Fasching ist vorbei. Den Vergleich mit der Supergranny finde ich lustig (und entdecke wirklich eine gewisse Ähnlichkeit)
und dass Carola Pojer, diese superlangweilige Wiener Modebloggerin (ich habe nachgeschaut) mal mein Outfit tragen sollte. Außerdem wird ein Link zu diesem Pärchen gesetzt
oder wie Simone de Beauvoir und R. Düringer sollen wir ausschauen…
Stephan macht ausgiebigen Mittagsschlaf. Ich kann mich nicht zur Tai Chi Party motivieren, auch wenn Sabine dort auflegt, was natürlich reizt, aber das andere drum herum. Weiß nicht was ich da soll, schaue wieder Wienapartments. Esse die Madelaines von Meinl (Vanille, Zitrone, Roggen, Sesam, Kokos, Mohn) und mache Hütchen aus den Resten der Verpackung. Oh weia, das wird wieder für Verwirrung sorgen bei manchen. Es gibt Pasta mit dem Speck vom Urbanek und der ist so lecker, das ist der Wahnsinn. Ich esse das Fett am liebsten pur.
Den Kollegen hatte ich nach Monster Magnet gefragt, weil ich Stephan morgens gesagt habe, die Entscheidung sei bei mir gefallen, ich gehe auf keine Großkonzerte mehr, egal wer da spielt und deshalb Capitol forever. Der Kollege rät ab, der Sänger sei nicht mehr das was er mal war. O.k. er kennt sich besser aus und muss auch nicht sein um jeden Preis. Dieselben Songs noch mal aufnehmen spricht nicht für Antrieb und Einfallsreichtum.
Gehe früh ins Bett, aber kann nicht einschlafen. Bloß nicht wieder raus ans Licht und kein Fernsehen mehr, sondern im Bett liegen und genießen. Vielleicht Morgen Flohmarkt und nach Hainholz/Rehagen in den Schrebergarten? Kommt aufs Wetter an.
22.02. Wir sind in einer Disko, aber es ist schrecklich da. Es werden Namen aufgerufen von vier Mädels, die sexuell belästigt worden sind und die müssen zu Türsteherinnen gehen, die rote Beratungszettel hochhalten. Die eine gibt mir Post mit für ihre Eltern. Der Umschlag ist zerrissen und unfrankiert. Später werde ich Verfahrensbeistand. Es ist ein auswärtiges Gericht, Düsseldorf oder so und immer wieder Taschenkontrolle. Anderswo reicht der Anwaltsausweis. Ich rege mich auf. Mein Schützling, eine Russlanddeutsche, hat angeblich erzählt, es sei nicht schlimm gewesen, was sie alles schon mit ihrem Freund gemacht habe und hat damit geprahlt. Sie war unter Schock, wollte es nicht wahrhaben und kleinreden. Sie ist Einserschülerin und hat nur Einsen im Zeugnis und weiß bestimmt, dass auf Briefe eine Marke muss. Wir sitzen in einem Hörsaal, ich neben ihr und einer Freundin und es geht um ein Theaterstück für schwererziehbare Jugendliche. Unser Junge spielt ein Kind ohne Arme. Erst mal müssen alle Mittagstisch wählen. Es gibt 3 Gerichte zur Auswahl. Ich nehme Hühnchen mit Rigatoni und die Mädels neben mir beide auch. Da ist eine älterer Lehrer oder Typ und irgendwie will ich Sex mit ihm und hoffe er merkt es. Er ist grauhaarig, hat aber gute Zähne und ich räkele mich etwas auf ihm und flüstere ihm ins Ohr, was das längste Theaterstück sei. Er gibt einen Tipp ab (das Stück kenne ich nicht) und ich sage darauf, ob er nicht gehört hat, dass ein Improtheater 1 Jahre lang durchspielt. Die überlegen vorher einen Handlungsstrang und dann können die Leute ins Theater kommen und zusehen, wann sie wollen wie eine Art Big Brother als Theaterstück. Wir fahren mit dem Bus durch eine Wohngegend, soll Empelde, nein irgendwo in der Region Hannover sein und der Name meiner Betreuten aus Sri Lanka steht an einer Hausfassade in kursiv und ich denke, Familie von ihr. Man kann ins Haus rein schauen und dicke Goldfische küssend auf Steppbetten sind als riesige Stoffe an die Wände gehängt und als Bettüberzüge und ich kreische vor Vergnügen. Nach dem Aufwachen muss ich mich mal wieder wundern.
Flohmarkt in Hainholz. Wir treffen gleich den Ex von Claudia, mit der ich morgens telefoniert habe. Mr. Space Junks schaut ernst und ist alleine unterwegs. Ich umgehe ihn gekonnt. Nein, mit dem würde ich nicht zusammen kommen, wie Stephan mir unterstellt, dann mit dem old school Skater, der mich Hip Hop Franzi nennt, nein auch nicht, ist mir nicht intellektuell genug. Ich kaufe nur bei Leuten, die mit sympathisch sind. Wurstplatte und hässliches Schild mit durchsichtiger Plastikkuppel. Wo soll das sein, am Rhein. Holzimitat aus Plastik. 50 Cent. Es braucht einen Platz auf einem Balkon, d.h. draußen, aber überdacht oder im Treppenhaus. Beim Gehen findet der Toffifee-Verkäufer es lustig, dass ich seinen Berg mit Altpapier fotografiere und mich fragt ein anderer Mann, ob er meine Plastiktüte unter dem Sattel haben darf für seine Einkäufe. Nein, das ist doch mein Sattel-Regen-Schutz. Kennt er das nicht? Der Schrebergarten ist verwaist und der Froschteich leer und mit niedrigem Wasserstand. Ins Rossi, die Hände sind knallrot und kribbeln, bei wieder Wiedererwärmen, dann Glühen die Ohren. Wir treffen Wolfgang mit Pfleger und ich zeige meine Schätze. Es gibt Marmorkuchen und Kaffee. Die Quiche ist mit Tiefkühlgemüse (!) und bedruckter Zettel ist mit eingebacken (!). Nicht so lecker. Das war das Schmitz in Köln doch eine andere Liga.
Nähsession mit Steffi. Sonntag läuft keine Shopping Queen. Suki lässt sich angeblich nicht gut fotografieren, sonst. Nähe Baumwollärmel an das Weezer-T-Shirt bzw. Steffi macht das für mich, soll asiatisch anmuten und gefällt mir besser als vorher. Stephan hat lecker gekocht als ich nach Hause komme und das Essen ist schon so gut wie fertig. Pasta und Radicchio mit Sahnesoße, der hammerleckere Speck aus Wien. Dann schauen wir Silver Linings, den ich sehr gut gespielt finde, aber da war ich wohl nicht die Einzige und ich bastele meine neuen Hütchen zu Ende. Brigitte aus Berlin hat geschrieben und würde uns gerne sehen. Ich mache gerade Fastenzeit mit Alkohol. Da wird es schwierig und überhaupt brauche ich etwas Ruhe von den ganzen Reisen und das geht sicherlich auch ein andermal. So geht das Wochenende zu Ende. Die restlichen Collagen von Wien wurden auch nicht gemacht.
BM-Outfit 20.02.
Wien Teil 2
12.02. Wir haben zum Glück die Fluggesellschaft gewählt, die heute nicht streikt. Die hatten wir letztes Mal. Ein unangenehmer Versicherungs- und Rentenberechner telefoniert bis zur letzten Minute „am Handy“, ja ich bin schon auf Wien eingestellt und boardet dann die Maschine nach Stuttgart. Die Koffer sind voll, der zerrissene Pelzmantel, der Holzkoffer mit Stempelset und ein großer Philipps-Wecker dienen als Füllmaterial. Wenn der kurze braune Wollmantel mit dem graphischen Muster noch da sein sollte bei Humana in der Josefstädter Straße, dann sehe ich das als Zeichen. Wir fliegen über Wien, wie ich irgendwann eingestehen muss. Viele Fußballplätze sind hell erleuchtet und ich kann die Figuren sehen, wie sie laufen. Dann ein Schloss mit Säulen davon in einem riesigen dunklen Loch. Das ist wohl der Park drum herum. Leider war es da schon dunkel, aber auch davor, ohne Stadt, war der Flug sehr schön.
Erst kommt nur mein Koffer und gaaanz lange der andere nicht, d.h. 50 Gepäckstücke dazwischen. Ich wäre schon wahnsinnig geworden und überlege schon, was ich von meinen Sachen da drin habe: die Zahnbürste, die Wärmflasche. Sunla und Andras holen uns ab. Ich sehe einen Typen mit roter Michael Schumacher Mütze und denke, das sei Andras und steuere auf den Falschen zu voll verpeilt und weil man dann genau das sieht, an unseren Freunden vorbei. Es ist schön, sie zu sehen und ich fühle mich sehr verwöhnt durch das abgeholt werden. Wir fahren ins Gasthaus Stern. Die Vorspeise Rote Beete Suppe mit Blunzenzucker (ein Blätterteigstange) ist gut, von den Hauptspeisen schmeckt mit Sunlas mit Maronen-Risotto und leckeren Geflügelfleisch am besten und die Cremeschnitte, die Andras zum Nachtisch wählt, ist eindrucksvoll, die reinste Familienportion. Unser Fazit, d.h. von Familie Arnhold ist, das kommt nicht ans Meixners ran und da hilft auch keine Lederkarte, aus der der Stern so schön ausgestanzt ist. Darauf kommt es nicht an, das Essen zählt.
Ich erzähle von meinem Vorhaben mit der Mensblutung Performances zu machen. Andras nimmt es gelassen in bester Pfadfindermanier (bei ihm hatte ich Bedenken, weil Stephan kennt es und mit Sunla ist es eh Thema) und zeigt mir Fotos auf dem Handy einer Freundin, die einen Blog scheibt und kleine Schnapsgläser aus Gummi statt Tampons verwendet um gegen die Wegwerfprodukte eine Alternative zu setzen. Die verfärben sich mit der Zeit und das ganze interessiert mich. Kommt die auch zum Faschingsparty oder zum Geburtstag?
Die Bedienung scheint uns zu mögen und will wissen, was hier heute noch vorhaben. Nix. Wir fahren nach Hause. Die Geschenke und Bestellungen werden ausgepackt. Altes Stempelset, 2 x T-Shirts, niedlich 2000, ein altes mit Collage von mir und eines mit einem Kunstwerk hinten drauf aus dem Frieda Burda Museum, vergesse immer wer das ist, ein Hund auf dem Kopf, ist das Baselitz?, 2 Röcke, Tabak und Zahnbürstenköpfe für die Elektrische. Die neue Kette gefällt. Es läuft Opernball und ich übe mich in alternativen Kommentaren. Ich finde leider die farbigen langen Kleider alle schlimm und neige doch zu schwarz. Die, die rot-weiße Schärpen tragen, haben Pommes bestellt und sind gekennzeichnet, damit die Ober sie wieder finden. Ach so, das ist in der Oper stelle ich nach 90 Minuten fest. Leider ist Julia krank und wir können sie nicht zum Essen im Dreieck treffen. Da sage ich dann ab und Sunl fragt an, ob sie auf Krankenbesuch steht. Um kurz nach 12 gehen wir zu Bett. Die Geschenke für Andras soll es Morgen geben (Geburtstagstisch). Ich schwitze doll und schlafe dann ohne was oben und dann im Angoraunterhemd weiter bis 8:30 Uhr.
13.02. „In diesem Haus (re.) wurde Ingrid K. beim Zigarettenrauchen überrascht und getötet“. Sunla macht Kaffee, Andras gefällt der Wecker (ein Glück) und er macht fetten Sound. Nein, ich will die Kosmetik nicht ausprobieren, die Ute vertreibt und will mich damit nicht schminken lassen von meiner Freundin, auch nicht wenn es ein Valentinsspecial gibt. Da bin ich eine Runde zu hart in der Gegenwehr, wie ich an Sunlis Reaktion merke. Am Freitag den 13. passieren weniger Unfälle, weil die Menschen aufmerksamer sind. Ich bin doch eine gute Beraterin in Sachen Beziehung und habe offenbar vor langer Zeit den Tipp gegeben, dass wir nach einem Streit nie im Streit nebeneinander einschlafen, sondern das immer vorher klären. Andras schickt Sunla einen Auslandskrankenschein zu holen und die haben vielleicht nur bis mittags auf. Wir ziehen los und Stephan ist schlecht drauf und hat Ohrenschmerzen- apropos Auslandskrankenschein. Wir gehen in die Gemäldegalerie, wo Adolf Hitler abgelehnt wurde. Ich kenne es nicht, Stephan schon. Er sagt, er versteht das, das Hitler dann den Krieg begonnen hat nach der Ablehnung hier. Beim Reinkommen spreche ich gleich den älteren Typen hinter der Scheibe an. Der hat nichts mit der Austellung zu tun, die Räume sind oben. Das hier ist auch Uni und er Hausmeister, so meine Schlussfolgerung. Bemalte Decken und etwas studentischer Ranz machen eine gelungene Mischung, in der wir uns sofort wohl fühlen. Vereinzelt steht im Vorraum ein Kopierer und man kann lesen, wer hier Dozent ist und wer im Vorzimmer sitzt und es gibt Aushänge, Werbung für Kulturelles und Mehr. Die Ausstellung ist mittelprächtig. Das Triptychon von Bosch ist schon eindrucksvoll und ein paar weitere Bilder auch. Die ständige Ausstellung haut einen nicht vom Hocker. Ich kaufe einen Glasring mit mexikanischem Totenkopf mit Blumen als Augen in Blautönen. Die Frau im Museumsshop zeigt mir ihren hässlichen Ring, der irgendwas mit ägyptischen Gräbern und dem Grundriß zu tun hat und böse Energie abwehrt; das hat eine Heilseherin ihr alles gesagt und aktiviert. Stephan verdreht wohl die Augen und sie sagt: die Männer verstehen das nicht. Aber ich bin in dieser Hinsicht durch und durch Mann und will nur Zahlen. Die Klos sind stylisch und modern. Draußen scheint die Sonne. Es ist herrlichsten Wetter und ich habe meine Wien-Stulpen an. Yuhuu!
Wir gehen ins Sperl und ich bestelle unschuldig ein Körnerschnitzel, weil ich keinen Kuchen will und denke, das ist ein Grünkernbratling. Abends gibt es ja schon Steak zu Andras Geburtstag. Und was wird geliefert? Ein üppiges Schnitzel mit einer eindrucksvollen Panade, in die erfolgreich Cornflakes und Kürbiskerne eingearbeitet wurden. Dazu ein leckerer Erdäpfel-Vogerl-Salat. Es macht mich glücklich, aber ich lache auch über die kulinarischen Missverständnisse und die Bedienung, die ich daran teilhaben lasse, ist genauso überrascht nur umgekehrt, weil für sie selbstverständlich ist, dass ein Körner-Schnitzel eben ein großes Stück Fleisch ist. In der Apotheke, die mit alten Einrichtungsgegenständen versehen ist und auf Naturkosmetik macht, riecht es gut, aber ich weiß nicht, was ich hier soll.
Wir nehmen den Bus zu Humana. Beim Umsteigen, dunkle Autos und ein Fotograf, dann erkennt Stephan Bouffier, den hessischen Ministerpräsidenten. Ich sehe nur mehrere Frauen und die großen Taschen mit Hessen-Aufdruck, wie Umsonstware auf einer Messe. Schnell steigen alle in das Fahrzeug mit Schiebetür hinten ein und die Tür wird von dem Helfer/Fotografen von außen zu gemacht und dann geht es mit Blaulicht auf dem Dach, aber leise, los.
Der kurze Mantel oder die Jacke, je nachdem, ist weg, weil gerade Mäntel-„Abverkauf“ ist und es gibt sie ab 7,- €. Den hätte ich kaufen und bei Sunla deponieren sollen. Es sind zwei akademisch wirkende Frauen um die Mitte 50 im Laden, die beide sehr gut aussehen. Die eine schaut immer zu mir rüber und kommt dann auf mich zu und sagt: „Ich finde Sie toll, so mutig und es steht Ihnen auch alles. Ich will so sein wie Sie.“ That kind of makes my day. Ich kaufe – wie immer – einen tollen Morgenmantel mit einem Muster, was an Kunst und Glasfenster erinnert und ein Polyester-Blumenkleid mit tollem Stiefmütterchenmuster, was eine Frau wohl selbstgenäht hat mit Stoff bezogenen Knöpfen. Ich halte mich also zurück und verlasse trotzdem glücklich den Laden. Die Marktleiterin erzählt uns an der Kasse, dass es einen dritten Vintage Humana in der Taborstraße gibt. Das ist im zweiten. Da hin und dann kann man gut mit der U 1 zum Reumannplatz, so der Plan. Mein Mann begleitet mich. Wir fahren mit der Bim vorbei am Hotel Stefanie (ich meine dem ältesten Hotel der Stadt aus dem Buch unnützes Wienwissen). An der Taborstraße hat man einen herrlichen Blick auf einen der Flacktürme. Kurze Orientierung und dann will ich einen Kaffee. Ich steuere ins Café Magistrat. Schöne Raucherkneipe. Die Bedienung sieht aus wie eine Mischung aus polnischer Putzfrau und Puffmutter. Der Kaffee ist 1 a von Illy, die hat sogar eine Pressvorrichtung aus Metall und es gibt eine reiche Auswahl an Schnäpsen und da drunter steht ein Tic Tac Ständer. Erst verstehe ich es nicht, dann doch. Falls Alco-Probe beim Auto-Lenker…..Neben dem Humana ein Sanitätshaus, vor dem mehrere Männer stehen und in die Auslage glotzen, als sei es Beate Uhse. Kissen mit Einkerbungen für die Arme??? Eine Anziehhilfe für Gummistrümpfe. Das will ich später von Andras Partygästen wissen, was das zu bedeuten hat. Immer ein bisschen Uli Seidel sei da mit im Spiel, ist ja meine Theorie.
Stundenlang probiere ich lauter Sachen durch, viel Nachtwäsche, lange, asiatische Seidenkleider mit Seerosen in rot-orange, ich kaufe ein paar gefütterter Stiefel „Made in Austria“, ein Traum, warm, Kreppsohle, suche ich schon ewig und ein paar helle Halbschuhe mit Metallschnalle sowie ein graues Wollkleid, was einen Couture-Eindruck macht. Die Uhrzeit habe ich gar nicht im Blick und dachte, Stephan warnt mich vor. Es ist schon kurz vor halb 5. Da wollte ich längst in der Wohnung der Gastgeber sein, weil die 5 vor 5 das Haus verlassen wollen mit uns zusammen. Wir rennen und fahren und ich überlege, ob ich jetzt anrufen muss, aber man wird sich in die Arme laufen und so ist es auch. Wir kommen zur Wohnung und sie gehen gerade aus der Tür. Brauchen wir lange? Nein. Sie gehen noch um Bankomaten und ich habe 10 Minuten und dann treffen wir uns am Reumannplatz. Schnell umziehen, das Ananashütchen und den Schmuck rangemacht und die Geschenke für Gela eingepackt, fertig. Das Steakhaus St. Ellas ist sehr lecker. Daneben ist ein Laden mit Haushaltsauflösungen (Verlassenschaften), aber ich will den Bogen nicht überspannen. Die Cocktails sind sehr lecker. Ich trinke 2 oder 3, der Dritte, Thai Massage, ist der Beste. Der Barkeeper hat mehrere Kinder, die er nebenbei bespaßt. Es ist 18 und dann 19 Uhr und damit sehr früh. Ein Mädchen kniet auf einem der Barhocker und der Jeansrock ist hochgerutscht und man sieht die kruckelige Naht der Wollstrumpfhose. Sie schaut nach oben zu dem freundlichen Mann, der mit ihnen Späße macht, dazwischen die Cocktailutensilien, Schirmchen usw. Ein herrliches Bild, aber so was darf man heutzutage nicht mehr fotografieren, wie Sunla zu Recht feststellt. Da wird man gleich erschossen oder verhaftet. Die Pärchen essen absolut synchron und während Sunla und ich gegrillten Pulpo mit cremiger Polenta und Pesto, lecker zubereitet (9,50 €, eigentlich als Vorspeise gedacht) essen,
nehmen die Männer das Steak mit zwei Saucen, Pommes und Cole Slaw, sehr frisch und lecker. Ich esse auch etwas von Stephans und bin sehr zufrieden. Es gibt hier auch schöne Gewölbeklos mit herrlicher Beleuchtung. Auf dem Männerklo blendet die Beleuchtung wohl etwas oder man geht weiter nach hinten und dann trifft man nicht. Wir haben trotz unserer Verspätung reichlich Zeit. Dann geht es in die Aka-Bar. Hier arbeitet ein Mann, der ständig eine Zigarre im Mund trägt, der Inhaber. Es laufen österreichische Wintersportereignissen auf einem großen Flachbildschirm und dafür gibt es keine Musik. Sunla und ich sagen, dass man mehr aus dem Laden machen könnte, z.B. eine Bar, die auch Atmosphäre hat und dafür die sperrigen Sitzmöbel rausschmeißen. Sunla forografiert viel und mein Mantel ist der Backdrop. Die Gäste sind nett und ich kenne etliche von Gelas Partys aus den Vorjahren, der Pinguin und Che Guevara sind z.B. da. Auch die nette Kathrin und ihr gut aussehender türkischer (?) Mann. Ich mag Barbara sehr gerne, die in Istanbul 40 wird. Ja, mein Vierzigster is schon eine Weile her. Der war wie Gelas Fasching, Superheldenparty im Zirkuszelt und Sunla war als Lara Croft da. Ich finde das älter werden auch nicht schlimm, verrate ich den um den Stehtisch umherstehenden Damen. Bei mir ist es einfacher. Mein Körper war nie so richtig jung und hat sich wenig verändert, also gibt es nichts zu hadern und die Jahreszahl passt sich mehr meinem Zustand an. Die Fitness ist dabei eher besser geworden und das man weiß, wer man ist und die Unsicherheiten weg sind, ist auch ein sehr angenehmer Nebeneffekt. Wir gehen mit Sunla um 1 Uhr. Gela kommt mit. Wir machen lustige Fotos vor einer Gemeindebau-Werbung. Das erinnert an Fasching letztes Jahr. Sunla macht das von uns. Als wir zuhause bei ihr ankommen ist es auch schon 2 und es war ein toller Tag.
14.04. Auch wieder früh wach. Sunls Grindberg-Kurs fällt aus. Der Typ vom Standard wartet auf eine Antwort von Stephan. Ich hatte so viel geschrieben, warum ich meinen Mann liebe, dass ihn das ausgebremst hat, dabei kommt eh nur eine Zeile ins Magazin. Stephan soll schreiben, warum er mich liebt und der sagt, ich soll für ihn antworten. Ich weigere mich, finde das so unromantisch wie nur was und will schreiben, dass wir uns getrennt haben und er das Paarfoto nicht veröffentlichen darf. Am Montag ist Deadline. Wir einigen uns dann später doch auf eine Antwort. Stephan entscheidet sich und sagt es mir mündlich und ich tippe es ein (quasi Kompromiss, wie halt in einer guten Beziehung). Nach dem morgendlichen Kaffee gehen wir zum hiesigen Markt, der durchaus auch sehr interessant ist. Es gibt einen Laden, der Kittelschürzen nicht nur verkauft, sondern offenbar auch herstellt, als Neuware. Sunla kauft Börek, der sehr lecker ausschaut und auch ist und ein Appel und ein Ei kostet, sogar Su Börek gibt es hier. Auch Fleisch wird amtlich gegrillt und dazu gibt es Kräuersalz und Zitrone, schön puristisch. Gefällt mir der Laden. Es gibt auch lustige Sprachprobleme, weil sie den Inhalt der Blätterteiggebilde erfragen will und das nicht verstanden wird und sie es mit Zeichensprache probiert, indem man die Form des Teilchens in die Luft malt. Wir gehen zum Hofer und auch hier gibt es Marille. Sunla findet Edelmarillenfruchtaufstrich, der tatsächlich unsere Hausmarke von Billa toppt. Sie geht für uns zu Billa und macht dort noch mehr Marille-Erledigungen für uns und kauft meinen Ingwer-Tee mit ihrer Kundenkarte und nimmt unsere Einkäufe mit nach Hause, so dass wir weiter ziehen können. So lieb. Bei Billa ist heute Valentinstagspecial und ab 14 € gibt es 14 % für Mitglieder. Sunla ist mit ihrem Einkauf, der getrennt gezahlt wurde, 9 Cent über die Hürde gekommen und fühlt sich als Glückskind des Tages. In der Apotheke muss man eine Nummer ziehen wie beim Amt. Ich kaufe eine Flasche mit Blasenteekonzentrat, was mit Wasser verdünnt werden soll. Ich schlage vor als Flachmann für unterwegs. Sunla sucht Zwei-Komponenten-Kleber und so kommen wir erst am Bastelgeschäft vorbei und werden dann weitergeschickt zu einem wahnsinnig gut ausgestatteten Haushaltswarenladen. Die haben alles von Meisenknödel bis Rattenfallen, von Duscheinlagen mit Holzimitatmuster bis hin zu Gummidichtungen für Einweckgläser und Glasflaschen (Dinge, die man sonst nirgends findet, weil man denkt, die gibt es nicht mehr) und jede Menge Töpfe, Pfannen, Gläser bis hin zu Hunde- und Katzentassen….alles alles. Vor der Tür treffen wir die Ex von Andras Bruder mit ihrem Neuen. Ich denke, es ist eine Freundin von Sunla und sage mehrfach was, aber sie kann mich offenbar nicht anschauen, schaut so ganz bewusst daneben. Net amol ignoriert heißt das dann wohl.
Wir fahren zur Minoritenkirche und schauen uns das Abendmahl aus Mosaik-Steinen an. Die Kirche ist italienisch. Die Stühle gefallen mir und Zimmerpflanzen gibt es auch in der Kirche…..
Dann Griensteidl, Demel, Schwarzes Kameel, überall ist es brechend voll und die Touris stehen auf der Treppe Schlange. Ich kehre dann zum Ärger meines Mannes bei Aida ein, weil ich in Ruhe sitzen will und außerdem die salzige Torte probieren. Es gibt sie in normal und mini, ich nehme mini mit Schinken und Erbsen und die schmeckt sogar. Es ist ja mein Running Gag, dass wir eine der Aida-Filialen, die per Franchise vergeben werden sollen (es sind laut Zeitung 20), übernehmen und dann nach Wien ziehen. Die Torten bekommt man bestimmt geliefert, dann etwas einheimische Bedienungen finden und einstellen und wir sind selbständig in Wien!
Ich will dann wieder in die Wohnung und chillen. Fotos von gestern schauen und Freundinnengespräche. Sunla ist Ästhet und mag keine Hässlichkeiten an ihren Freundinnen, zumindest wenn sie was daran ändern könnten, wie Zahnfarbe. Ich mache da wohl eine Ausnahme mit meinen unrasierten Beinen und fettigen Haaren. Ich verstehe auch nicht, warum Makel an der Hausfassade als ästhetisch interessant empfunden und fotografiert werden, aber sonst so wenig ästhetischer Spielraum ist. Ich denke, es ist vor allem für einen selber hart mit so einem perfektionistischen Anspruch zu leben, der sich dann wohl auch vor allem gegen einen selber richtet. Dann braucht man halt 4 Stunden im Bad und kann vorher nicht aus dem Haus gehen. Meine Ästhetik ist auf jeden Fall mehr Natürlichkeit und ich verstehe nicht, dass man das Natürliche gerade nicht schön findet. Das ist auf jeden Fall anstrengend dann. Stephan und ich legen uns ins Bett um uns auszuruhen und aufzuwärmen. Er schläft sogar ein. Dann geht um die Fotoqualität und warum Haare scharf und Gesicht unscharf ist und es sind auf jeden Fall – gerade bei den geblitzten Fotos – auch gequälte dabei. Sunla unterbricht und kocht Dal. Stephan fängt um 19 Uhr an mich zu schminken und ist ein Naturtalent. Ich hatte ihm eine rote Eselsbrosche hingelegt zuhause auf seinen Schreibtisch, aber nichts dazu gesagt. Das war zu dezent und er hat sie nicht eingesteckt. das hätte ich auch machen müssen oder es ihm zumindest erklären, was das soll, weil herum liegen tut genug bei uns. Das fällt nicht weiter auf. Dafür trägt er sie dann nach Wien.
Ich trinke Red Bull Cranberry (darauf hatte ich mich schon die ganze Zeit gefreut) und um 22 Uhr gehen wir dann los. Ich dekoriere meine neuen Plastikringe. Es gab 4 Stück zu 1,- € im zweiten Humana. Ich hatte natürlich auch schon welche dabei und auf der Hahnplatte, die ich bei Andras entsorge, muss ich sie noch mal in Szene setzen.
Der Pfadfinder hat leichte Orientierungsschwächen und wir werden auf der Mariahilfer von einem freundlichen jungen Mann angesprochen, der sich als Freund von der Gela herausstellt, ob wir auf die Feier von der Gela wollen.
Er führt uns hin und ich blamiere mich richtig gut und frage nach, ob er aus der Stadt Kärnten kommen würde. Nein, das ist das Bundesland, Klagenfurt war die Stadt. Na ja, ich kenne halt nur Wien. Er sieht es mir nach. Auf der Feier sind weniger Leute dieses Jahr, aber die Stimmung ist bestens. Die, die da sind, haben sich viel Mühe gegeben und sind gut drauf, u.a. die Transe aus dem Gemeindebau. Der Typ erinnert an Marilyn Manson von Wien und hat eine gut aussehende dunkelhaarige Frau als Schneewittchen von Disney im Schlepptau. Es gibt verschiedene Variationen von Rotkäppchen und der böse Wolf, die sehr interessante Varianten des Themas bieten, so dass Stephan sagt, man hätte auch auf ein Märchen beschränken sollen. Auch lustig. Ich lasse Schnappschlüsse machen u.a. mit „meinen Schafen“ und der müde Hund. Die Gruppenbilder der Stadtmusikanten hat Sunla mit ihrer Kamera gemacht und sie fehlen hier. Gela als Tischlein Deck Dich ist auch ganz groß.
Ich trinke keinen Alkohol und tanze stattdessen mit den Schafen. Um ca. 1 Uhr gehen wir. Die Gastgeber müssen früh nach Istanbul fliegen. Wir sagen Baba und wollen noch den Würstelstand aufsuchen, der Bosna-Hotdog mit Koriander verkauft.
Eine sehr gute Entscheidung, wie sich heraus stellt. Hier arbeiten zwei Männer und der eine hat deutlich einen sitzen. Die Gäste haben Verständnis, was sonst, der steht hier ja schon seit heute Morgen und ich darf endlich den Text sagen: „ich bin ein Hund und brauche eine Wurstberatung“. Ich will nicht immer die Käsekrainer essen, sondern auch mal was anderes probieren. Wir nehmen die Bosna mit frischem Koriander, leider sind die Zwiebeln aus und eine scharfe Wurst, dazu einen Grüner Veltliner im perfekt gespülten Glas. Das schmeckt so lecker, dass wir dann doch eine Käserkrainer nehmen und eine Bratwurst, dünn und würzig, anders als bei uns die Bratwurst, sagt der Verkäufer. Ich spreche zwei Spießer an, die neben uns stehen, der eine war gerade in Aachen auf einer Sitzung und das sei super gewesen und ich sage: wir stehen nicht auf Karneval oder Fasching und er nur: ne, is klar und lacht. Wie soll man dem jetzt den Unterschied zwischen den organisierten Massenveranstaltungen im Rheinland und anderswo und einer privaten Mottoparty erklären? Könnte man schon, will ich aber nicht. Es hat sich eine Schlange gebildet und ich sehe, dass ein junger Typ sich eine Curry-Wurst machen lässt mit selbstgemachter Tomatensauce auf die das Curry-Pulver draufgestreut wird. Ich schicke Stephan ein letztes Mal hin, die Bratwurst als Curry. Ich sehe nur, wie der Typ hinter der Scheibe den Kopf schüttelt und will schon ausflippen, wenn das jetzt abgelehnt wird, war aber ein Witz. 5 Würste, das Schachtfeld unseres nächtlichen Imbisses, mir ist schlecht. Ein junger, gutaussehende Typ steuert auf uns zu und strahlt. In den Händen mit zwei Getränke, die er vor sich her trägt. Er mag uns, wir sind großartig, wir hätten Charakter und Klasse und er will uns ein Getränk ausgeben, Wein oder frisch gezapftes Bier ist die Frage, die er stellt. Das ist so nett und ich fühle mich so geschmeichelt, aber ich muss sagen: der Hund ist müde und muss nach Hause. Ich liebe meine Fans in dieser Stadt. Mit der U 1 nach Hause. Es ist halb 3 und wieder einmal bin ich glücklich.
15.02. Wir sind alleine. Die neuen airbnb Gäste, wie Sunl witzelt und sie hat mir ein Postit an der Heizung hinterlassen, obwohl ich es auch mündlich verstanden habe wie ich sie herunter drehen soll auf manuell. Mein Problem ist, dass ich das Licht im Klo vergesse, aber das passiert mir jetzt nicht mehr. Kaffee heute mit Soja, dann schlage ich Sigmund Freud Museum vor, dann ist es so schön draußen und so viele Vögel finden in der Stahlkonstruktion an der U-Bahn-Haltestelle und in den benachbarten Büschen Platz, dass ich fasziniert stehen bleibe und genauer schaue. Stephan will ins Kameel, Faschingskrapfen mit Marille essen, aber mir ist das zu viel nach der Wurstorgie und weil wir um 12:30 Uhr einen Tisch im Meixners haben. Streit und dann Straßenbahn 67 in beiden Richtungen zur Endhaltestelle. Mir taugt es. Es gibt viel zu sehen. Lauter Asiaten steigen ein, Japaner, an einer Haltestelle weiter draußen an Schrebergärten. An der Endhaltestelle steigt ein Pärchen ein. Sie haben nur Scheine und brauchen Münzen für den Automaten in der Bahn, fragen den Schaffner, der durch den Zug läuft und bestimmte Kontrollarbeiten verrichtet und sie so mitfahren lassen will, weil ihr Tagesticket erst eine Stunde abgelaufen ist und der zuerst Deutsch mit ihnen spricht, bis sie entdecken, dass sie eine andere gemeinsame Sprache fließend miteinander sprechen können, die wir aber dann wieder nicht verstehen. Stephan wechselt 50 €. Dann ein dicker Weißer mit kleiner thailändischer Frau, die er fragt: „you have one or a make you ticket“. Der erzählt ihr, wie leicht man mit Uni-Anschluss hier einen Job findet. Überhaupt hört man nur ihn reden und sie kein Wort. Der Stadtteil ist interessant an jeder Ecke. Ich sage nur Kebab Del Mar. Es gibt viele Schüsseldienste ist uns aufgefallen und die Auslagen der Sicherheitsfachfirmen bei uns um die Ecke sind eindrucksvoll verstaubt und Stephan entdeckt überall tote Insekten. Auch der Wurstico fasziniert uns irgendwie, aber wir waren nicht drin.
Im Meixners ist es wieder so toll. Rote Beete Carpaccio mit Krenmousse und Stephan eine Suppe mit Schweinsfuß abgezupft und frischen Kren mit Paprika-Note. Dann nehme ich den Tafelspitz und Stephan einen Giraldi-Braten oder so ähnlich mit vielen Kapern und köstlichem Semmelknödel, der überhaupt nicht dröge schmeckt, sondern frisch, eihaltig und würzig mit Petersilie, köstlich. Nachspeisen essen wir vier, erst zwei und dann noch mal nachbestellen, der Palatschinken ist nach wie vor der Beste ever und platzen fast aus allen Nähten.
Neben uns macht ein Pärchen Weinprobe. Die Tochter malt ein Malbuch aus. Dann eine 1-Kind Familie mit erwachsenem Nachwuchs. Eltern dick, sie studiert, keiner redet und der Hund wird permanent vom Tisch gefüttert. Der wird bestimmt mehr gestreichelt als die Eheleute einander anfassen. Da sind wir uns sicher. Am Tisch neben uns eine Gruppe, auch irgendwie miteinander verwandt, ein junges Pärchen, Eltern, Tante. Der Vater moniert, dass „sie sagte, sie muss für die Matura lernen und dabei war sie mit ihren Freundinnen im U 4“. Das ist die Disko wo es Andras und die restlichen Partygäste nach der Cocktailbar hin verschlagen hat. Wir schleppen uns nach Hause, der Bauch schmerzt. Ich rege mich wieder über mein Handy auf, dass ich eine Geheimzahl eingeben muss um meine Mailbox abzuhören. Er ist genervt von meinen Zickereien und schläft. Ich tusche. Dann schreibt Gela eine email um 16:30, ob wir uns um 17:15 im Gartenbaukino treffen. Den Mann wecken, schnell, schnell. Wir treffen sie an der Station. Mein Mann ist noch sauer. Gela mag das grüne Oberteil mit den stilisierten Blumen oder Kleeblättern und es steht ihr eins A. Ich habe ja von ihr einen gesteppten blauen Morgenmantel bekommen, genau wie dieser (das Foto schickt sie mir nach Wien von einer Hütte):
Ich liebe das Gartenbaukino, Original 50er Jahre, aber groß wie Cinemaxx sage ich immer. Der Film ist toll, Inherent Vice auf so großer Leinwand. Ich bin hingerissen. Vor uns gehen welche, also er scheint nicht jedem zu gefallen. Komisch. Ich tue endlich mal die geilen Damenklos etwas dokumentieren mit einem Eingang vor den Klos und hinter nach dem Schminkbereich, der Ausgang. Ich liebe es!
Wir gehen in das kleine Café. Hier arbeitet eine Frau mittleren Alters, die irgendwo zeitlos aussieht und an Brigitte aus Oberfranken und 80ern ausschaut und auch ein bisschen nach Maus. Es wird hart geraucht und meine Augen brennen. Gela erzählt vom Alpenverein und dass Leute ihre Kinder mit 4-6 Monaten schon als Mitglieder anmelden und wir könnten eine Außenfraktion Hannover gründen. Das wäre geil, aber das müssen Michi und Markus machen, weil die auch wettbewerbsfähig sind. Ich kann null wandern und bin die Superpumpe, aber Tanzveranstaltungen und wechselseitige Besuche, das würde mir schon taugen und da geht die Phantasie wieder mit mir durch. Wir stromern noch etwas herum und gehen ganz spät in den Steffel. Er scheint offen zu sein und tatsächlich. Da ist nachts eine Messe am Laufen und wieder geht es ums Thema Wandern, diesmal mit einem 50 kg Rucksack, der Vergleich zum beschwerlichen Leben als Christ und wie es eben nicht sein soll. Oh weia, der Typ hat leider wenig Charisma. Stephan entdeckt einen Fahrstuhl, der runter zur U-Bahn fährt und ich entdecke Chucky-Puppen in der Auslage der Aida-Filiale und verliere meine Bezugsgruppe aus den Augen.
Gehe früh zu Bett, bin platt.
16.02. Ich bin schon um 7 Uhr wach, habe aber gut geschlafen. Die Kirche am Antonsplatz schlägt Alarm, Minarett nichts dagegen. Die Hasenohren stehen mir auch gut und ich nehme sie wieder nach Deutschland mit sowie meinen zerschlissenen Pelzmantel, den ich auch unabhängig von Fasching und Hund viel getragen habe (und dann natürlich auf den Schlitz angesprochen wurde, das er kaputt ist hinten, wie damals als Punkerin in Prag mit Laufmasche in der Strumpfhose, ich werde daran erinnert) und der Ersatz quasi, neue Jacke von Humana, war ja nicht mehr da. Auch den Ledemini, der mir laut Sunla gut steht, habe ich die Tage über getragen und er hat mir gute Dienste geleistet. Ein Spaßfoto mit den Katzenohren muss auch sein, auch wenn mein Auge recht deppert ausschaut.
Das Wetter ist wieder prächtig und wieder fängt der Tag mit Streit an und ich weiß nicht warum. „Mit der Erziehung sind schon andere an mir gescheitert“. Diesen Satz habe ich unzählige Male schon gesagt. Er bleibt fast in der Bahn, will aber ins Kameel und will nur zeigen, er fährt aus Protest zu jeder Endhaltestelle, auch unterirdisch. Ein kleiner Milchreis, der so groß ist wie ein Gruß aus der Küche kostet 6,90 € und der große Braune ist kalt. Das ist schon eine Frechheit, ich kann mich auch selber verarschen…. Der Kellner fragt Stephan wie’s geht und dann auf die Antwort „gut“. Das sieht man, sonst hätte ich mich nicht so selbstbewusst zu fragen getraut. Oh Weia. Meine Sympathien hat der Laden nicht mehr so wie früher, auch wenn die Brötchen lecker sind. Man sollte sie nur aufrecht transportieren, sonst passiert das. Komischerweise haben sie sogar diese Hölle gut überstanden und ließen sich wieder zusammen bauen als wäre nix gewesen und auch abends in Hannover, geschmacklich einwandfrei. Das muss ich sagen.
Fotoausstellung, Landschaften im Forum Austria. Langweilig, nur wir im Weltall ist ganz gut. Ich bin schnell durch und warte innen auf Stephan und er außen und wir lesen beide. Irgendwie stimmt es nicht mit den Absprachen/Harmonien und ich rege mich auf. Eine ½ Stunde hat das gekostet und meine Nerven liegen blank.
Zum Katzenkaffee, aber ich schaue nur rein, dann stoßen wir zufällig auf eine Ausstellung Dokumentation über Widerstand gegen Hitler in Österreich. Es sind Opfer, aber warum Widerstand. Stephan fragt den Studenten am Eingang warum die Berechnung hier mit 1934 anfängt, das war schon auf dem Mahnmal am Reumannplatz so und der will ihm alles erklären, weiß aber auch keine Antwort. Ja, ja, schon klar, 1933 Machtergreifung, 1938 Anschluss Österreichs, aber warum 1934? Bei uns ist immer 33-45. Irgendwie versteht der Typ die Frage nicht.
Krapfn ohne „e“ in der Sonne am Brunnen. 3 Ringe aus Holz und Horn aus dem Allerweltsladen, dann Naschmarkt. Ich trinke Grüntee, habe aber die Stempelkarte nicht dabei. Zur Erinnerung an gestern fotografiere ich an Stephans Zeitungskiosk einen eingeschweißten Esel. Dann noch etwas bummeln in der Sonne. Der Laden mit Spülschwämmen als Notenschlüssel beeindruckt mich besonders…..
Bei Urbanek sage ich, ich kann auch mal selber die Sachen holen, sonst wollen die Stammkunden, die es uns bringen umsonst trinken. Die zahlst Du sowieso, meint Gerhard, das sei Erlebnisgastronomie; ein Fotograf, angeblich aus New York knipst alles und ist auch später im Sperl und bei Stadtmusikanten will Gerhard wissen, wer war der Esel, der da alles zahlen musste. Heute fühle ich mich total ausgenommen und wir haben viel zu viel gezahlt für eine Jausenplatte und ein bisschen Wurst zum Mitnehmen. Gut, der Schinken ist köstlich, aber der kann ja nicht so viel kosten. Der eine Stammgast als ich sage Speck zum Mitnehmen, er hätte Speck, wenn ich Speck mitnehmen wolle, müsse ich ihn mitnehmen und streicht über seinen Wanst. Vor der Tür zwei betagte Pelztussis, die rauchen. Die eine erzählt der anderen von ihren jugendlichen Liebhaber, dass sie sich gefühlt hätten wie 17 bei ihm. Heute ekelt es mich an, das Gesockse hier. Unser Turnerin bedient uns im Sperl und ich bin mir sicher, dass es einen Codeword in der Küche gibt. Die Portionen sind doppelt so groß wie am Freitag. Ich esse zum Abschied noch mal ein Körnerschnitzel (selbst Stephan wundert sich, was da alles rein geht in seine Frau), jetzt im voller Bewusstsein der Bestellung und bin danach geschafft.
4 x Topfenschnitte, ohne fremde Tupper. Ich kriege einen Impuls die Brötchen aus dem Kameel in die Tonne zu treten, mache es aber nicht. Wir fahren noch mal schön Öffis zum Augarten, obere Augartenstraße, herrlich sieht das aus, wie die Bäume beschnitten sind, knollig, wie schwere Arthritis, aber so schön und jetzt hier über den Fluss und auch zur Endhaltestelle und die Sonne und den Tag genießen, aber die Zeit reicht nicht. Im Biba kaufen zwei – es müssen Professionelle gewesen sein – für 160,- € Putzmittel. Auch hier eine gemeinsame Sprache mit der Kassiererin, die ihnen zu 10 % Rabatt verhilft. Ich suche Binden, die Sorte die Sunl empfohlen hatte und kaufe Marillen, getrocknet. Dann mit einem frustrierend langsamen Bus durch den 1. tuckern. Erst warten sie 5 Minuten bis er los fährt um 200 Meter damit zu fahren? Warum? Mich überrascht das, aber sie kennen es und machen es trotzdem, eine junge Mutter und ihr Sohn. Schnell raus hier, ich verliere die Nerven. Den Fahrstuhl am Steffel in die U-Bahn nehmen. Die Tupper zurück in den Schrank. Lichter kontrollieren, den Schlüssel zu zaghaft in die Wohnung werfen, aber das lässt sich nicht wiederholen. Holzdielen in der Bim sind mit dicken, schweren Koffern eine Herausforderung. Den ganzen Tag zitieren wir Inherent Vice, d.h. ja, der Film war tatsächlich so gut. „Mol to Pan e ca ko“ sage ich nur. Der Entwerter geht nicht und wir haben noch mal Fahrkarten zum Aufstocken Flughafen fürs nächste Mal. Auch schön.
Mein geliebtes OMV. Severin schickt den Text für den Standard ein letztes Mal vor dem Abflug in gekürzter Version und Freigabe durch uns. Ich kann gar nicht sagen, wer jetzt schlecht drauf war, mein Mann oder ich. Der Streit entzündet sich an denselben Stellen. Konstruktiv daran arbeiten und es überwinden fällt schwer, aber immerhin reise ich gerne mit ihm und will nicht nur Gruppenreisen unternehmen, bloß nicht. Mord in Wien. Soll ich die Postkarte dem Strafverteidiger aus Hannover schicken, versteht er die?
Fazit: wir mögen Wien, wir mögen Gela, Andras und Sunl sowieso, auch die anderen Freunde, Julia, jetzt Barbara und das Gartenbaukino und das Meixners. Lustig wäre noch gewesen unserem neuen Würstlstand an der Albertina Sonntag ein paar Zwiebeln aus Sunlas Küche mitzubringen. Die hatte einen ganzen Sack unter dem Tisch. Ich werde an den Interaktionen mit den Einheimischen weiter arbeiten und wir werden wiederkehren.
BM-Outfit 12.02.
BM-Outfit 10.02.
Blutfleck
10.02. Morgens Treffen mit dem Bezirksschornsteinfegermeister. Meine Betreute, Frau Crack, hatte gestern den Termin mit dem Mitarbeiter und hat ihn per SMS abgesagt wegen Kopfschmerzen. Er probiert es heute noch mal um 13 Uhr, letzte Chance. Dann Anruf meinerseits, ob es geklappt hat und der Chef widerwillig: jetzt hat sie für Morgen Termin mit Mitarbeiter vereinbart…. Er soll mir Bescheid sagen, ob er geklappt hat.
Fahre zur Ausländerstelle der Region Hannover in der Maschstraße hinter dem Haus der Jugend. Da war ich noch nie. Statt Pförtner ist unten abgeschlossen und ich darf ein Spagat zwischen Tasche und offener Tür machen als einer raus geht. Der Stellenleiter ist ein Körperbehinderter mit langen Haaren, aber unangenehmer Einstellung „im gehobenen Dienst“, wie er sich vorstellt. Faktischer Inländer ist das richtige Stichwort für den Jordanier, der langjährig drogenabhängig ist.
Die Frauenärztin will mit der Kollegin reden weil ich mich beleidigt fühlte. Das muss sie nicht. Sie findet Gebärmutter gut abgrenzbar und ist zufrieden. Insgesamt wenig Veränderungen. Will mir erst Hormone anbieten, die natürlich sind und total gute Laune machen und dann ist davon nicht mehr die Rede. Ich bin glücklich.
Neuer Betreuter, hätte selber Anwalt werden können, so gut kann er formulieren. Jobcenter hat ihm Job als Koch in der IGS angeboten. Da hat er Abi gemacht. Das geht doch nicht. Hat über 4.600 € Mietschulden, bekommt viel zu wenig Geld vom Jobcenter (insgesamt 222,- € Wohnkosten bei 592,- € Miete und 157,- € Stadtwerkeabschlag) und soll bis heute seine Wohnung räumen sagt das Anwaltsschreiben. So genial. Er sieht aus wie ein Toter.
Abends Theater, die reinste Krankenstation. Von überall her hustet es unentwegt. Ich verstehe die Geschichte ganz lange nicht. Ein getrenntes Pärchen trifft sich bei einem Friedhof, weil sie hier ein gemeinsames Grab haben, für welches sie offenbar die Verantwortung tragen. Wie geht das? Sind es doch Geschwister? Eltern sind tot. Ach so, totes Kind. Da bin ich nicht drauf gekommen und das hatten wir doch auch, sogar dieselbe Todesart, Auto, nur dass unseres Fell hatte. Warum müssen Toten wegen Bodenbelastung (Gift) umgebettet werden? Das ist nun echt unlogisch. Die sind doch schon tot. Nach der Vorstellung fühlt es sich komisch an zwischen den Beinen. Das muss ja nicht immer was bedeuten, manchmal läuft man auch farbneutral aus. Schnell nach Hause. Blutung, ich habe ich Unterhose voll geblutet, aber das war noch nicht alles.
11.02. Blutfleck im Schwimmbad auf der Badehose hinten (Traum von neulich und ich dachte, wo schaut er denn hin, war mein Bruder oder so im Traum). Ich bin unausstehlich. Die Mitarbeiterin ist panisch und sagt mir vor dem Mandanten und einem Patienten im Flur, Frau A., sie haben da einen Fleck hinten auf ihrem Kleid. Ja klar, das hat sie mir gestern schon gesagt und da war nichts. Ich sage genau das und sie: das sei aber ein neuer Fleck. Ich stampfe sie zusammen, dass sie sich gefälligst um ihren eigenen Kram kümmern soll und es dann noch mal mittags probieren könne mit ihren Hinweisen. Ich mache weiter, Mandant verarzten, kopieren. Dann später sehe ich den riesigen dunklen Blutfleck auf dem hellblauen Wollkleid. Auswaschen, mit hochgezogenem Kleid da sitzen, damit ich nicht zu sehr friere, Wärmflasche. Ich erkläre dem Kollegen später, das komme davon, wenn man ständig warnt und da ist nichts. Das sei wie im Märchen, in dem immer vergeblich „Wolf“ gerufen wird.
Pralinen von Lindt. Die Betreute habe ich bestimmt 1 Jahr nicht gesehen. Ich bin eine Gute und habe so viel für sie getan.
Nachmittags die Manische, die Traumatherapie machen will wegen Entlassungsberichten der letzten Jahre, die dort verlangt werden. Sie sieht schlecht aus und hat an nichts Freude. Ich sage Yoga ab. Schmerzen zu doll und es kommen rote Stückchen raus.
Ich kann mit dem Scheißprogramm keine Rechnungen erstellen, kein Yoga, sage in letzter Minute ab, weil es echt nicht geht, nachts kein Schlaf. Schaue Tiervideos von 2 bis 4 Uhr. Konan, der US Talker mit einem schwarzen Papagei…
12.02. Meine war betrunken selber zur Polizei gegangen, weil sie ihr in der Kneipe die Handtasche geklaut haben. Rad in der Bahn, Hund dabei, dann die letzten Meter auf dem Rad gefahren, 3,1 Promille, Anzeige. Sie sei doch gerade gefahren. Sie soll dem Richter erklären, warum das eigentlich verboten sei. Oh, weia, Fangfrage, aber sie lässt sich nicht aufs Glatteis locken. 150,- € für Violetta. Der kleine Praktikantenhase und meine Alkoholikerin, die jetzt aber Therapie machen will, gräbt in ihrer Tasche und darin sind verfleckte Briefe in Klarsichthülle, Steuernummer, halbe Rentenbescheide, alles was wir hier nicht brauchen. Sie: „Ich hab alles dabei, was ich brauche, außer Kondome“. Der lernt der Kleine gleich was fürs Leben. Er geht um strenge Richter, die ihre Macht ausnutzen und die Unterschicht quälen wollen. Holger erzählt, dass er und ein Kollege mal bei der Urteilsbegründung aufgestanden und gegangen sind aus Protest: Es ging um eine Junkie-Frau, die einen Diebstahl begangen hatte in Kirchrode (dem Linden der Rentner, wie ich immer sage). die Richterin in der Urteilsbegründung: jetzt ist man nicht mal mehr in unseren Vierteln sicher. Die Perserin vom ambulant betreuten Wohnen fragt den Praktikanten was er später machen will, wohl Jura studieren. Aber er wird mal ein netter Richter, ermahnt sie ihn.
Die Querulantin, die jetzt in der Schweiz beim Heiratsschwindler ist, die Betreuung wird wohl aufgehoben, dafür neuen Straffälligen, der am besten heute schon vorbei kommen will (aus der Kanzlei des Strafverteidigers). Letztes Gespräch mit Deutschen Rentenversicherung in Sachen Frau Q., ob ich in den letzten 2 Wochen noch was klären kann. Sie haben keine Legitimation von mir, ist die neue Ausrede und warum haben sie mich dann als Vertretungsberechtigte angeschrieben im August 2014 und im Oktober. Das sei aus Freundlichkeit gewesen. So ein Blödsinn.
Schornsteinfeger kam doch rein. Vorher hatte ich der Frau von der Anlagensicherheit noch gesagt, dass sie das zu negativ sieht, weil per SMS melden und Termin absagen, das sei total viel Mitarbeit im Universum meiner Betreuten um die es geht. Und jetzt habe ich Recht behalten. Sie sagt dem Vermieter Bescheid. Der hat mich auf den Plan gerufen.
Betreute zum Geld abholen kommen nicht. Frau Wohnheim kommt nicht, ist sonst so zuverlässig. Jetzt muss ich mal wieder nett sein eine Runde zu der Mitarbeiterin. Das Geld bekommt mein Kollege.Das drücke ich ihm auf’s Auge bevor ich zu Kreuze kriechen muss. Das mach ich nämlich nicht.
Die Waschmaschine wird Samstag geliefert. Ich bekomme den Darlehensbetrag auf mein Konto, damit die Bezahlung gewährleistet ist. Mein übergewichtiger Betreuter, da muss täglich gewaschen werden und die Pflegedienstleitung war schon am Durchdrehen. Gut habe ich das alles gemacht und organisiert mit Hilfe meiner Connections. Ich habe Verständnis für die letzte Folge Breaking Bad und wie gut es sich anfühlt, wenn man alles perfekt oder so gut es eben geht durchorganisiert hat. Dann kann man loslassen.
Noch 2 x Fristverlängerungen beim Sozialgericht, wo ich echt nicht weiß, was ich da noch schreiben soll und den Sinn der Klagen nicht verstehe, die ich selber betreibe. Sie ist auch Querulatorin, die Betreuten und ich kriege schon Pickel, wenn sie mit seitenweise emails schreibt (die ich nur überfliege oder gar nicht lese). Ich habe eine innere Abwehr das alles zu Lesen und mich mit dem Scheiß zu beschäftigen und immer sind irgendwelche Fahrtkosten angeblich falsch berechnet, aber dann sich beschweren, dass die Verfahren jahrelang dauern und sie in ihren Grundrechten verletzt ist. Das macht sie selber. Das ist der Lebensinhalt, leider fehlt die Erkenntnis.




































































































































































































