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BM-Outfit 04.02.
BM-Outfit 03.02.
BM-Outfit 01.02.
Thainudeln in der Mikrowelle
01.02. Traum: Sind zu Drecka eingeladen. Ach so, der hat Geburtstag. Kein Geschenk und ich gratuliere ihm nicht. Gehe noch mal hin. Zahle 500 für Tätowierung für eine Betreute, deren Mutter gestorben ist, soll ihr Name tätowiert werden und darüber die Eltern, wie auf einem Stammbaum. Der Name ist falsch geschrieben. Das war ich sehe ich auf den Quittungen, habe 5 bekommen. Gehe noch mal hin. Zum Glück fehlt nur hinten ein Buchstabe. Der Freund einer früheren Freundin aus dem Umfeld schlägt vor, dass wir uns küssen. Sage ihm, dass ich davon schon geträumt hätte, aber ich will es nicht umsetzen. Das macht zu viel Ärger, will Drecka Geld zurückgeben, weil die Tätowierung hat nur weniger als 100,- € gekostet. Komplizierte Rechnerei (logisch, müsste ich ja auch Geld bekommen denke ich beim Aufschreiben) stellen wir an und wer behält welchen Durchschlag, dass wir nicht durcheinander kommen. Habe auch Quittungsblock dabei und er soll für ihn unterschreiben. Ich zeige ihm die Schreibweise des Namens anhand meines Betreuerausweises. Soll den Namen um den fehlenden Buchstaben erweitern, auch wenn die perfekte Symmetrie dadurch leidet. Soll man die Tätowierung ergänzen um nicht zurechnungsfähig oder so was? Die Schrift kommt auf die Stirn. Komischer Traum irgendwie ohne die Betreute. Das viele Tischschmuck zahlen und Geld wiederbekommen und zum Essen eingeladen werden, warum eigentlich auch wir als Nassauer, wir wollten Jörg und Annette einladen, die letztes Mal für uns gekocht haben und nicht uns einladen lassen. Irgendwas ist da schief gelaufen. Mit meinen Eltern ist es sehr unkompliziert, außer dass sie gerne viel Trinkgeld geben und alles bezahlen (mein Paps). Es ist wie eine Kasse und alles wird zusammengezahlt und dann anschließend geteilt oder mal zahlen sie das Frühstück und am nächsten Tag wir.
Ich habe abends noch gesagt, Hannover in der 50er war bestimmt urspießig so ohne Glocksee, weil Frau Frank ja meinte, Norddeutschland, raus aus der schwäbischen Provinz. Ich glaube das hat den Traum beeinflusst.
Ich schaue mir jetzt erst an, was Mama geflickt hat an meinem roten Nachthemd. Suche Geschenke für ihren Geburtstag aus meinen Sachen. Meine Haare fühlen sich gut an. Das Lush-Shampoo ist offenbar sehr gut für sie, aber so in fest und in Seifenform ist es voll mit meinen Haaren, die ausfallen und sich rumwickeln, wenn ich es benutze und es ist ganz aufgeweicht und schmiert alles voll und dann bin ich wieder Ferkel wie in Stuttgart in der Dusche und es ist angetrocknet und das macht man gleich sauber usw. Ich betrachte meine Klopapiersammlung im Badezimmerschrank. Das braune mit Blumenmuster aus der Stuttgarter Oper. Der Koch in Lausanne hat sich erschossen wo wir beim Hochzeitstag waren vorletztes Jahr. Da war die Stimmung auch sauschlecht in dem Laden und ich wäre da kein zweites Mal hingegangen, wie das Aqua, durch mit dem Thema, jetzt schlauer und weiß, was mir daran nicht passt und was ich nicht unterstützen will und was stattdessen. Aqua ist chichi, steif und viel zu teure Weine. Das 4-Jahreszeiten in Hamburg fand ich z.B. gut letztes Mal. Läden können sich auch ändern – klar.
Denke am Schwarzen Bären da steht ein Edeka-Container, aber es ist nur ein Lkw.
Ich will nie wieder ausversehen was im Handy löschen von meinem Text. Ich habe das Büchlein und übe Schrift. Weiß gar nicht, wie viel verloren gegangen ist. Das nervt. Denke an das Fastnachtsgepäck mit den lustigen Formen. Ich versuche mir unterwegs Sachen mit Bildern zu merken und das klappt gut. Ohne Akte nach Wunstorf. Ich trage Lila in Gedenken an Johanna. Ich sehe, wie sie schnell ihren Kopf dreht. Sie hat für mich viel von einem Vögelchen. Ob ich Babs meinen Blog ans Herz legen sollte oder das Paar aus Braunschweig noch mal wiedersehen werde? Ob ich Ohrringe für meine Mama, die sie eigentlich haben will, noch finden werde? Macht es Sinn in Wunstorf zu suchen? Die gemusterte Strickjacke, die ich fürs Verschicken ins Büro mitnehmen wollte und dann doch angezogen habe, werde ich jedenfalls behalten. Ins Fahrradabteil steigt eine rumänische Familie mit ein. 6 Kinder, der Mann sieht etwas älter aus, die Frau ist barfuß, trägt Goldschmuck und Kleidung mit Glitzermuster. Ihre Zähne sind gut. Es sind 3 ältere Mädchen und dann 3 Jungs. Die Mädchen sehen oft aus wie der Vater, zwei sind dünn, eine korpulent mit kurzen Oberschenkeln, 30 cm? Sie sind irgendwie süß, wie sie sich von einem Cousin oder jüngeren Onkel verabschieden, der noch lange draußen steht. Sie sitzen so, dass sie Köperkontakt haben, die 4 älteren, die beiden kleinen Jungs sind mehr bei den Eltern. Handys werden geteilt und der ältere Bruder gibt klaglos ab, wenn es angesagt wird. Ein Zischlaut der Eltern, wie bei Cesar Milan beendet einen beginnenden Streit zwischen den jüngsten Brüdern.
Ich heute lila mit schwarzem Hut. Undertaker heißt Bestatter auf englisch. Viel besser. „Die schöne Leich“ war aber so beschissen übersetzt mit „a good send-off“.
Frau Srilanka ist aus dem Häuschen. Ich sehe so gut aus, immer so gut angezogen und schick die Betreuerin. Eltern auch da. Sie ist infantil und Mama soll bei ihr schlafen, kichert als hätte sie schwer gekifft und fällt immer um auf Mama drauf, die neben ihr auf dem Sofa sitzt und hält ihre Hand und sagt, sie hat ihre Eltern viel angelügt und Handy und Arnhold ist manchmal scheiße drauf. Upps, Hand vor den Mund als sei ihr was rausgerutscht. Ich bestätige, ja bzw. nein, das stimmt Arnhold scheiß drauf, wenn sie so viel Finanzchaos macht und Akte dick. Die von der Klinik sind selber verwundert, weil sie so instabil ist und der Handtremor, den ich gleich anspreche, weil er richtig auffällig ist, war ihnen noch gar nicht aufgefallen. Erst lehnt sie ab und will keine Fremden, aber als ich es vorschlage mit der APP ist sie einverstanden und die Eltern sind dankbar für Entlastung und das noch jemand drauf schaut. Das muss erst organisiert werden und sie muss noch bleiben. Das will sie nicht, hat das Bett schon abgezogen. Das hätte die Klinik auch besser organisieren können. Das geht so nicht mit dem Rückzieher, das hatte die lange genug Zeit und ich merke, dass sie wenig schwingungsvoll darauf reagiert um in deren Jargon zu bleiben. Ich kenne einen entsprechenden Pflegedienst und rufe da an. Sie nimmt die Verordnung mit.
Edeka in Wunstorf ist spitze. Kaufe Rosenkohl, später fällt mir das Herdproblem ein und ich erfahre von Stephan auf penetrante Nachfrage, dass wenn das Zwischenstück nicht da ist, der Typ erst in 2 Wochen kommt. Ich drohe mit Auszug und nein, ich will nicht beim Nachbarn kochen. Wozu in aller Welt haben wir Maultaschen (3 Sorten) vom teuren Böhm gekauft. Ich rege mich auf, aber fühle mich zu krank und erkältet um richtig Alarm zu machen.
Im Zug finde ich einen Flyer, dass das Niedersachsenticket jetzt auch bis Groningen geht. Da könnte man auch mal mit fahren und vielleicht ein Restaurant ausprobieren.
Dieses Laugenkürbiskerncroissant von Stöckle war am nächsten Tag noch so lecker, dass es zum Heulen ist und man nichts anderes essen will. Da kann der Kollege sich was dazu verdienen und alles was er mir mitbringt von dieser Bäckerei und spätestens am nächsten Tag bei mir abliefert kaufe ich ihm zu doppelten Preis ab (quasi Zusatzgeschäft).
Hole Gerichtspost. Mein Ex-Betreuter, der sich immer gerne im Gericht herumtreibt kommt mir entgegen. Vor einiger Zeit noch hätte man ihn mit weißem Hemd für einen Richter halten können, aber mittlerweile hat er einen grauen Rauschebart wie Nikolaus. Keiner ist im Anwaltszimmer und der Kloschlüssel fehlt. Frau Reimann kommt das auch komisch vor und sie schaut nach mit ihrem Zweitschlüssel und das Klo ist leer. Da hätte ich lange warten können. Die Frau bei dem Antiquitätengeschäft muss per Knopfdruck rein lassen. Frage nach Ohrringen, weil ich genaue Vorstellungen habe und sie ihr Sortiment besser kennt. Denkste. Es ist alles im Schaufenster und ich soll selber schauen lautet die abweisende Replik. Werde fündig, klein, Brillis, echte Perle, rund, keine Zuchtperle. Preis angemessen, der Typ wundert sich selber, dass die so günstig sind. Dezent, halt für jeden Tag. Erzähle vom überteuerten Schmuck aus dem ersten und frage nach dem Dackel. Der alte ist längst tot, aber sie haben Nachschub besorgt, immer Langhaar. Jetzt habe ich doch genau was ich wollte und was sie bestellt hat. Bei Mövenpick machen sie die Terrasse neu, große Baustelle. Sehe ein Klapprad was ich mal gut finde. Di Blasi steht darauf. Muss ich mal googeln. Schornsteinfeger mit Lehrling, der ein Milchgesicht hat, in dem die Zartheit nicht durch Bartwuchs gestört wird.
Mache dem Typen vom Schauspielhaus Ohrlöcher und stecke sie rein. Ich will das mit Versicherung los schicken.
Auf dem AB nur Knaller. Herr ADHS ist in eine Kontrolle reingeraten und hat sich in den Hose gemacht, weil sie in nicht aufs Klo gelassen haben. Die Hose ist nass und wird gerade durchsucht und sein Vormund soll sich mal melden.
Ein Arzt aus Australien, den ich zurück rufe. Langes Gespräch, die sprechen undeutliches Englisch und langsam wie die Schweizer. Der Rücktransport findet vom 7.-10. statt. So lange wird er doch nicht unterwegs sein. Nein, aber sie müssen erst mal hinfliegen. Sie holen ihn ab, d.h. der Unfallchirurg aus Australien kommt hierher. Sie sind seit Wochen dran und bekommen nicht die richtigen Informationen von der Versicherung, wie viel Sauerstoff er braucht und die Klinik, die sie ausgesucht hatten war ungeeignet, weil sie keine Neurochirurgie hatte. Er kommt nach Brisbane. Die Versicherung holt 20 Angebote ein. Er ist auch genervt und sagt, sie warten auf die endgültige Kostenzusage.
Die Schwester hatte mir eine Mail geschickt. Herr P-Monster ist verschwunden und hat der Nachbarin seine Katze gegeben. Er hat die Polizei gerufen, weil angeblich in ihre Wohnung eingebrochen werden würde. Seine Wohnungstür steht offen. Er hat Dinge gesehen und sie hatte Angst vor ihm und musste sich abgrenzen, muss Katzenfutter und Streu kaufen, soll die Bons aufheben, damit sie die Kosten wenigstens erstattet bekommt. Sie hat auch die Eigenbedarfskündigung bekommen und muss in 2 Jahren raus. Auch bei ihrem Einzug hat der Vermieter gesagt, dass Eigenbedarf nicht geltend gemacht wird, aber damit wird man keinen juristischen Blumentopf gewinnen können. Eine spätere Ansage ist die Klinik aus der ich gerade komme, dass er dort ist.
Ich esse Thai-Nudeln von Lidl. Stephan macht es auf meine Anweisung, Packungen auf, vermischen, Micki im Büro können wir nicht bedienen. Sind sogar scharf und etwas Warmes braucht der Mensch. Yoga fällt aus, auf den anderen Sport habe ich keinen Bock. Bin erkältet. Stephan ist wieder zu Hartmut El Kurdi verabredet. Mittwoch um 7:30 Uhr kommt der Gastyp. Ich will Hatefull 8 OmU schauen, aber am Abend vorher ist mir zu spät. Erfolgserlebnis des Nachmittags, dass meine unvorteilhafte Frau mit der Spalthaut am Bein, Frau Babykatze, einen im freiwilligen sozialen Jahr bekommen soll, der sie übernehmen kann. 1 x die Woche, außer Urlaub oder Fortbildung bis August. Das ist großartig. Erreiche sie nicht und habe Angst, dass sie nein sagt und es verbockt. Ergotherapeutin, dann auch die Betreute selber. Ist das große Glück. Die Ablehnung von abW kam im Oktober und ich hatte nicht mehr damit gerechnet. Sie findet es auch gut und ich rufe die Frau vom Seniorenbesuchsdienst noch mal an um zu sagen, dass ich beim Erstgespräch nächste Woche mit dabei bin, damit nichts schief geht. Danach wird es ein Selbstläufer und das ist es mir Wert, dass es gut anfängt. Fahre nach Kleefeld. Morgen gleich Termin beim Jobcenter. Daran erinnern, dann langes Telefonat mit Claudi, Stephan ist schon weg als ich heim komme.
Werde nachts wach und Stephan kommt ins Bett. Ist 1 Uhr. Traum: der eine Schauspieler hatte 6 Jahre Pause nach dem Film, beim anderen Karrieredurchbruch nur wegen eines Fotos. Der Fotograf hat ihm gesagt, an was er denken soll bei der Aufnahme, dass Gandhi ermordet wurde und so kam der Gesichtsausdruck zustande, der zum Karrieresprungbrett wurde.
Was wird mit der Stele von Hanna? Muss die Bestatterin noch mal nerven. Ich will auch Sarg bemalen oder Stele. Die Dreiteilung schreit nach Vorspeise, Hauptgericht, Nachtisch. Grammelknödel, Backfleisch und Palatschinken sowie eine italienische Variante. Da müssen die Friedhofsbesucher wenigstens lachen. Geht vielleicht nicht in Nürnberg, meint Stephan.
Professionelle Hilfe entlastet, Bestatter schon mal 10.000 € geben. „Home“ von Talking Heads verfügen und schon mal Adressliste anlegen. Gästeliste alle 5 Jahre aktualisieren, aber man hat schon einen Stamm zum drauf aufbauen. Es ist gut, wenn das automatisch abläuft und man sich nicht kümmern muss. Wenn der Partner gestorben ist, hat man dafür keine Nerven, dann erst eine Gästeliste zusammen zu stellen. Kann ja fragen, ob sie jemanden in Hannover empfehlen kann. Das Grab sah so leer aus. Knochen und Sargreste werden ausgeräumt, wie läuft so was ab, technisch, weil das Grab ist leer und man sieht nur Erde. Wird das durch ein großes Sieb gelassen? Ich bin neugierig. Friedhofsgärtner ist eine Mischung aus Baustelle und Gärtner, wie Bob der Baumeister in schwarz mit Hut.
Das Holz in der Gaststätte mit dem Ikebanatischschmuck korrespondierte zu dem Sarg mit dem Gesteck. Hätte ich gerne angemalt, wäre auch schön gewesen. Ich will nicht holzfarben. Das gefällt mir nicht, wenn schon nicht mit Bemalung und Collage wenigstens einfarbig, hellblau, gelb, blau, irgendeine Farbe, muss es auch in umweltfreundlich geben. Briefe von Oma muss ich noch suchen. Frage die Daten des zweiten Weltkriegs ab, 1.9.39 Überfall auf Polen. Wann wurde mein Opa eingezogen? Stephan erzählt, dass Hartmut El Kurdi krank war und man ihm Genesungswünsche in ein Buch eintragen sollte und ein Typ hat einen Text über die angeschlossenen Gießkannen auf Friedhöfen vorgelesen. Das Phänomen hat mich auch schon beschäftigt, weil es sind Hunderte und jede ist mit einem Schloss gesichert. Sind die so begehrte Diebstahlsobjekte, dass jede Plastikgießkanne mit einem Fahrradschloss gesichert werden muss und wenn ja, kann man sich die nicht teilen und die Kombination bekannt geben? Das gehört zu den wirklichen Rätseln des Friedhofs. Seine Erklärung, dass die Toten sie sonst als Trompeten von Jericho benutzen leuchtet mir nicht ein.
Traum: Constantin wohnt bei uns und war abgetaucht. Kümmert sich nicht um Schule und Ausbildung, seine Freunde, Kunst und Skate Board fahren.
Morgens Hütchen sortieren. Eine Tüte mit Wienhütchen und eine mit Istanbulhütchen. Eine mit Filz-, eine mit Stoffhütchen und eine mit schwierigen, von denen immer Teile abbrechen, eine mit kleinen und eine aus Wolle mit Haarspangen dran. Im Fairkaufhaus nach Blöcken und Statistikbüchern für Paul schauen. Nehme doch stabile Schmuckkartons mit für die Ohrringe und nicht nur Briefumschlag. Das ist mir doch zu heikel. Mama würde ich gerne einen Diamanten so groß wie ein Tennisball kaufen und schenken.
Auf dem Weg zum Jobcenter Mirjam vollgequatscht. Sie fliegt mit der Schwester nach Wien, aber nur fürs Wochenende und Meixner hat geschlossen. Die Sachbearbeiterin gibt uns nicht die Hand, weil die Grippewelle im Anmarsch ist. Es ist ungünstig die Frau, mit der wir jetzt zu tun haben werden, zu verbessern, aber meinen Betreuten zu ermahnen mit den Worten „step for step“ (weil er langsam machen soll) ist selten dämlich. Wozu Schritt für Schritt mit englischen Worten sagen, es drückt nichts anderes aus und man macht Fehler durch direkte Übersetzungen, weil es auf Englisch step by step heißt. Fazit meines Betreuten: Wenn ich als Rechtsanwältin mit komme, dann klappt alles. Gegenüber im Frederikenstift. Der Betreute ist da nicht mehr. Kann man wohl aufheben lassen die Betreuung.
Gerichtspost, der Kurierfahrer macht schon extra einen Umweg wegen Neustadt, Holzminden liegt ganz weit weg. Dass ich mit nacktem Po durch die Gegend laufe und fahre unter den ganzen Sachen liegt nicht an der schwarzen Baumwollstrumpfhose von Lidl, die Markenstrumpfhose heute wird genauso von der Lilaleggings nach unten gezogen. Fairkaufhaus und lauter nützliche Dinge, vor allem zum Verschicken an die Zwillinge in Stuttgart. Suche auch Rahmen für die 2 Fotos von Hanna, aber es ist nichts dabei. Einen machen lassen will ich auch nicht, dann lieber weiter suchen. Als ich ins Büro kam war ein Mandant schon da (der aber erst nachmittags um 15 Uhr dran ist) und der Gerichtsvollzieher für Herrn Schwitzehand. Ich wüsste schon Bescheid, tue ich aber nicht.
Eintopf auf dem Markt. Frau Stimmen hat Attest, dass sie im Frauenwohnheim Einzelzimmer braucht. Schicke Fax, die rufen gleich an. So ein Attest haben dort alle Frauen. Sie sei auf der Warteliste. Welcher Platz, will ich wissen. Weiß die Frau nicht. Dann soll sie mal nützliche Informationen rauskriegen und nicht anrufen, weil mein Fax angekommen ist, dass muss sie nicht melden, davon gehe ich aus. Sie ruft zurück. Platz 9 von 60 Frauen. Ich rufe jetzt jede Woche an und frage nach dem Stand. Ich glaube nerven bzw. zeigen, dass da jemand dran ist, könnte helfen. So einen nervigen Zeugen und Aufpasser haben nicht alle, Wettbewerbsvorteil im Land der Attestinhaber.
Die Schwester von P-Monster wegen Wohnungssuche. Ich gebe ihr Tipps, sie will ihm helfen und ich erkläre, wie das gehen kann und warum zu viel Aktivität von mir schädlich ist (bin nicht zu faul). Er soll es als Chance sehen, der letzte Umzug war auch eine Verbesserung, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Er braucht eine Garage oder Platz zum Schrauben, vielleicht Wunstorf, da hat er jetzt Kontakt zur anderen Schwester und seine Glockseetage sind doch vorbei.
Den Mandanten nachmittags warne ich vor meinen Kollegen, weil Beratungsschein geht nicht für Bußgeldsache. Er soll aufpassen, dass er keine dicke Rechnung bekommt.
Eine Betreute, die ehrenamtlich als Pflegemutter arbeitet und die ich ganz selten sehe. Sie hat sich mit Vielen überworfen und keinen Kontakt zur Tochter, auch die Suche nach einem neuen Hausarzt war schwierig, aber mich mag sie unverändert. Es geht um die Vergangenheit, die sie hinter sich gelassen hat. Silvester war sie zuhause und hat Fernsehen geguckt, aber der Ex hat nur seine Mutter und sonst niemanden, weil er „das Gute nicht gewollt hat“. ich frage nach Geschwistern. Der Bruder ist 10 Jahre jünger und hat studiert und ist „was Höheres“. Sie ist kurzatmig und muss immer aufs Klo wenn sie bei mir war. Sie erzählt von Schilddrüse, sie hat Beule und muss ein Mal im Jahr zum Ultraschall und Medikamente nehmen. Ich habe mittlerweile eine zweite Beule an der Schilddrüse (habe ich vor einigen Monaten entdeckt), weiter oben rechts und kleiner. Sollte auch mal wieder hin.
Unsere Schauspieler sind besser als in HH und Wien, die spielen übertrieben und ich nehme es ihnen nicht ab. Bei uns spielen sich auch durchgedreht und überkandidelt, aber glaubwürdig dabei. Das ist wohl die Kunst, dass man nicht die Rolle vor Augen hat, sondern es ihnen irgendwie abnimmt, was sie sagen und spielen. Sport tut gut, zuhause muss ich aufräumen, d.h. die größten Berge wegschaufeln. Frage die Bestatterin in Stuttgart ob sie einen Tipp für Hannover hat, einen Kollegen, den sie empfehlen kann. Trauerfeier in Hannover. Ich hinterlege die Adressliste und dann Überführung nach Nürnberg und Sarg bemalen, falls eine Holzstele dort nicht geht wegen Denkmalschutz oder weil die schwere Grabplatte gleich wieder rauf kommt. Ich würde denen viel Geld anvertrauen für eine schöne Leich und habe mehr Vertrauen als zu den Bankern. Der Berufsstand erscheint mir anständiger. Ich schaue mir die Stoffproben an, die die Polstertante da gelassen hat. Dicke Bücher. 4 von 5 scheiden gleich aus, weil der Stoff sich arg anfühlt nach Plastik statt Wolle und die Muster derbe symmetrisch sind. So was wollte ich nicht und es weist keinerlei Ähnlichkeiten zum Bestand auf. Kann man der Frau vertrauen, die einem so was vorschlägt? Schreibe meiner Schwägerin wegen Aqua und Teneriffa. Truxal wurde an Heimkindern getestet. In den 60ern hatte man doch die Sprache der Nazis. Es geht um die Kinder- und Jugendpsychiatrie Wunstorf. Ach, da. Hateful 8 kriegt eine schlechte Kritik. Der Tag wird auch kommen, dass wir einen Tarantino-Film nicht mehr gut finden. Ich mochte Reservoir Dogs nicht, alle danach sehr, aber was habe ich Jim Jarmusch geliebt bis zu diesem Film mit den Linien (weiß den Namen nicht mehr) und wie schwer war ich da enttäuscht. Es wird kommen, bestimmt. Ich muss mich rüsten.
Was meine Tante schon für ein Loch reißt. Das hätte ich nicht gedacht. Wie wird das erst wenn….ich mag es gar nicht aussprechen. Stephan sagt, Tod ist doof, dann sind wir ewig getrennt, dabei hat er immer gesagt, es wäre gerade schön, weil es so endlich ist. Er hat das doch so bestellt. Vor unserer Geburt waren wir auch ewig getrennt (solch abstraktes hilft mir auch nicht weiter) und man kann offenbar auch nur alleine sterben und nicht, wenn andere dabei sind. Unsere Eltern werden uns hoffentlich im positiven Sinne zeigen und vormachen, wie das alles geht.
03.02. Traum: Flug mit Claudi. Sie will ganz lange im Duty Free shoppen. Schaut auf einer Anzeigentafel wer alles spielt und hat eine Kurzhaarfrisur mit langem Deckhaar und einem Rest Blond. Ich will gar nichts, kaufe dann doch nacheinander 3 elektronische Gadgets. Wir Eis in der Waffel und man drückt auf einen Knopf und es spielt sich was ab. Die Musik nervt und man kann den Finger davon halten, das es nicht so stört und dann bewegen sich die Bilder, Figuren verändern sich, irgendwie spacig, aber auch langweilig, weil immer gleich und man hat es dann gesehen. Bei einem ist es ein Männchen, was immer neue Spaghetti-Haare bekommt. Wir sitzen wieder im großen Flieger und ich zeige es. Stehe am Fenster und schaue auf die Stadt, San Francisco wegen der Häuser, die Betonwüste ist LA. Beim Landeanflug fliegen wir ganz dicht über Gestein, was man ganz genau von oben sieht. Wir sind schon ganz schön tief. Ein Typ geht zum Tresen und will ein Eis. Wird von der Sekretärin auf seinen Platz zurück geschickt, weil der Tresen geschlossen ist, wir landen gleich.
Stephan steht früh auf, ich werde auch wach. Der Gastyp kommt. Er sagt was zu den Vorwahlen in den USA. Bernie Sanders, der alte Mann, der auch die Wahrheit sagt, aber mit weniger Hass als Donald Trump. Das habe ich einen jungen weißen Wähler sagen hören, der sonst Republikaner wählt. Mehr weiß ich zu dem Typen nicht, außer „old is the new black“. Hat nur 1/10 von dem Geld und ist gleich auf mit Hillary. Na ja, wer braucht heutzutage noch Fernsehspots oder Wahlplakate, es gibt doch soziale Netzwerke. Der Herd ist kaputt. Stephan erzählt es gleich weiter, es reindrücken, so empfinde ich es, was meine Laune nicht bessert. Ich brauche Jörg, der Sachen reparieren kann oder einen Mann, der mich anstrahlt auch wenn ich noch so unausstehlich bin. Was ist da wohl die wichtigere Tugend? Bin ich wie Cookie Monster, der sich mit drei Wünschen der Zahnpastafee immer größere Gefäße wünscht und dann keinen Wunsch mehr frei hat für den Inhalt, das Wichtigste, die Kekse. Schön blöd wäre das. Ich suche die Briefe und finde u.a. ein altes Sesame Street Plakat. Das ist antik, ob Elena es zu schätzen weiß oder haben will. Wiese ist ganz gut glaubt sie antwortet die Frau Rolf und meine Schwägerin, dass Teneriffa nicht Chicago ist. Das stimmt. Die Gesellschaft, die sie erwartet ist auch in etwa so gegensätzlich wie diese beiden Reiseziele würde ich vermuten.
Kaufe Kaffee beim Spanier und Chips mit Trüffelgeschmack. Sie haben die Ampel gegenüber der Posthornstraße zur Deisterstraße hin abgebaut. Dieses ganze Gejammere meinerseits um den Tod. Ich komme mir vor wie ein Weichei und denke an den Bericht bei 37 ° gestern über den körperlich Schwerbehinderten und seine Kumpels, die ihn duschen.
Die Betreute aus der Schweiz, irgendein Problem mit Autoanmeldung. Gehört natürlich wieder nicht ihr, sondern ist auf den Sohn zugelassen und sie nutzt es nur. Macht alles so kompliziert. Klageverfahren, heute Frist zur Verteidigung, irgendein Mobilfunkanbieter, ich habe keinen Bock und weiß nicht, was ich schreiben soll, vielleicht doch Insolvenz, sagt sie, kann ich das machen. Firma gegründet in der Schweiz. Passt alles nicht zusammen. Will mich behalten und sonst sich umbringen. Doch nicht wegen so was.
Der türkische Mitarbeiter war bei Frau Srilanka (sie ruft an) und ich habe 55,- € für Mittagsverpflegung des Sohnes überwiesen. Sie bedankt sich.
Frau Ruanda verweigert sich schon vor der ersten Spritze und zieht die Decke über dem Kopf zusammen und hört Bibel-TV und schaut keinen an. Ich frage den Notar wegen der Testamentseröffnung, wie so was abläuft.
Statt 210,- € Mietanteil 199,65 € an den Vermieter. Wegen Fasching frage ich den Sachbearbeiter und immer nicht zu erreichen, Dienstbesprechung. Im Bescheid steht 210, da nehme ich an alles läuft und muss es vom Vermieter erfahren, dass nicht. Flüchtlingen sind keine Ausrede für schlechte Arbeit. Das ärgert mich.
Die Alkoholikerin hat keinen Kontakt zur Tochter. Hatte ja auch eine schwere Kindheit, vielleicht will sie ihr eins auswischen. Hat jetzt Hund, Französische Bulldogge und Katze, Hauptsache sie kann das alles bezahlen. Von ihr sei nichts zu erwarten. Ich sage, vor allem auch Enkelkind. Das hat sie vielleicht 3-mal nur gesehen bisher. Mit dem Typen ist sie nicht mehr zusammen, der hat wohl eine Neue. Wie die Mutter, so die Tochter, Pech mit den Männern. Vielleicht wenn die Tochter mal bei ihrer Schwester im Garten ist im Roderbruch. Sie soll sie doch mal anrufen, wenn sie Kontakt will. Sie ist die Tochter und kann sich bei ihr melden. Ja, aber da wäre ich nicht so rechthaberisch. Hat die Nummer wohl nicht und soll sie auch nicht kriegen. Kontakt läuft nur über ihre Mutter, die Oma. Sie bedankt sich für meinen Anruf.
P-Monster, gut, dass ich wieder gelandet bin, Fliegen ist zur Zeit gefährlich.
Dietrich schreibt die Daten, wann sein Vater in den zweiten Weltkrieg rekrutiert wurde. Er will noch mal nach Stuttgart weil neue Verwandtschaft aufgetaucht ist, dann Stöckle und der Frau was Gutes tun, rät Stephan. Er schickt mir und Johannes heute eine geheimnisvolle Karte, bin ich mal gespannt. Noch mal geht es um Hanna, die sich nach Steffi erkundigt hat und dann nicht mehr. Ich muss für die kinderlose Tante in die Bresche springen. Die hat Michaels Kinder Instrumente geschenkt, Johannes Kinder und war die Tante von allen Nachkommen im ganzen Rudel und hat sehr viel gegeben. Meiner Mutter ist es immer zu wenig mit meiner behinderten Schwester. Da kann keiner genügen. Ist so.
Die Insolvenz bei Frau Renovierung wurde eröffnet. Habe mit allen telefoniert und Erstgespräch vereinbart. Der Arzt mit den neuen Hüften schreibt mir wegen der Renovierung, die wohl gründlich schief gelaufen sei. Der soll mich mal anrufen und ich erzähle ihm ein paar Takte.
Komme mit meinen vielen BM-Texten durcheinander. 3 auf einmal auf 2 Rechnern, da verliere ich en Überblick. Nachbar hat Schlüssel im Gartentor stecken lassen. Das ist ein Zeichen, dass wir beim ihm Maultaschen braten sollen.
Frau Stimmen kommt von der Ergo. Der Arzt der Region, der neue Hüften hat, hat ihr 10 x verordnet und sie macht es 2 x die Woche und näht Striche und Kreise auf ein Blatt Papier (will nähen lernen). Rock ist am einfachsten, aber trägt sie nicht, Beine angeblich zu dick. Sucht wieder eine Wohnung. Die Hausverwaltung die sie nennt sind Verbrecher, aber wenn sie 1-Zimmer Wohnungen mit Balkon am Klagesmarkt haben. Die Perser-Frau vom abW hat ihr auch diese Urlaubsleute (Erholungshilfe) vermittelt und sie ist begeistert. 2 Wochen ans Meer oder in die Berge.
Fax von Frau Ruanda, die keinen mit dem Messer bedroht hat, nicht krank ist, zurück will und sich als Prophet bezeichnet. Trüffelaroma ist krass und ich muss derbe danach aufstoßen, aber es schmeck krass doll. Sollte ich als Gag Sunla kaufen und aufs Kopfkissen legen, wenn sie zur Lumix kommt.
Rasiert wie ein chinesischer Junge in zwei Stufen, vorher ganz kurz und hinten ein Kreis in schwarz und 1 mm. Grell geschminkte rote Lippen dazu wie eine Transe. Schon im Treppenhaus führt sie laute Selbstgespräche und ich will sie als erstes fragen, mit wem sie da eigentlich spricht. Das ist immer so, durch die Gegensprechanlage höre ich sie schimpfen und sie legt sich mit Leuten an. Die können doch nicht durchfeiern von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch, da ist ja dann alles vorbei angeblich (guter Hinweis, ich sollte Susann mal schreiben). Abfüllen und flach legen. Das kann man zu fünft bei einer Frau mit Gewalt, wie in dem Film mit Jody Foster. Alkohol in die Speiseröhre, die haben vergessen warum das importiert und eingeführt wurde um Böden zu desinfizieren nicht um in den Adern und Venen und den Stoffwechsel zu gelangen. Wilde Geschichte, wie sie in Köln verkuppelt werden sollte, sollte den Typen küssen und dann haben sie sich noch eine Brücke angeschaut. Meine Haare sind heute streng. Ich sage, dass die LHH ihr Geld nicht überwiesen hat und ich habe angerufen und es war deren Fehler und wird nachgezahlt, aber das geht doch nicht, dass die verlangen, dass sie mit ihnen feiert und schläft nur um das Geld zu bekommen. Alkohol muss nicht sein und Sex auch nicht. Camenbertbrötchen bei der üstra gekauft und sie sollte sich bücken, aber sie arbeitet hier doch nicht und ist keine Mitarbeiterin. Bücken tut man sich nur zuhause beim Putzen und nicht auf der Straße, sonst verliert man sein Ansehen, wenn man sich auf der Straße bückt. Jetzt will sie die Kirche aufgeben und keiner Gruppe angehören, weil die das Individuum zerstören wollen. Manchmal ist es schwer, sie wieder loszuwerden. Langsam führe ich sie in Richtung Tür. Dann sage ich gewagte Frisur und sie lächelt. Den Überraschungseffekt nutze ich um die Tür zu schließen.
Die Krankenkasse der Schweizer Betreuten. Der Teamleiter hatte am 05.01. schon Krankengeldzahlung zugesagt, mir gegenüber, scheiß freundlich, aber wohl nicht gemacht. Jetzt Morgen die Freigabe durch ihn, liegt schon alles vor, aber er ist heute nicht da und morgen früh als erstes und Bestätigungsmail an mich bis Mittag. Das ist ein Monat her, wovon sollen die Leute leben. Ja, sie weiß. Die hat auch Mediationsseminar belegt, aber die Leute gehen mir am Nerv. Die Betreute schreibt mir noch mal es geht um das Formular E 106 nicht E 121, wie ich geschrieben hatte (das ist für Rentner). Sie kennt sich bei den Zusatzstoffen der Krankenversicherungsunterlagen besser aus als ich. Ich korrigiere noch mal und sage, dass wird die Fachabteilung der KV wissen.
Ich will lieber eine Sozialwohnung der GBH mit Küche, als ein Schloss ohne Herd. Wir sind technisch überfordert mit dem Smeg und 2 Campingplatten als Interimslösung und dann Induktionsherd wäre prima.
Essensasyl beim Nachbarn. Stephan brät Maultaschen, die wir schubweise essen. Berliner Theater. Wenn es mal nach Essen in seiner Wohnung riecht, waren wir da mit seinem Schlüssel. Ich hätte gerne eine Tabelle wann es um 20 Uhr wieder hell ist, d.h. so eine komplizierte Diagonale wie im Autoatlas die Berechnung der verschiedenen Strecken in Europa zwischen den Städten, die mich null interessiert. Stephen rechnet es aus, aber das Ergebnis weiß ich nicht mehr, 42 Tage oder 84 Tage, bin zu müde. Verpisse mich nach unten, wollte noch Tschüß sagen.
Dann schaue ich Bestatter. Wiese hat viele Filialen und eine Tussi, die Särge bemalt als Auftragsarbeit, aber ausschaut wie eine Sozialpädagogin. Eine Betreute hatte mal Kluge, die waren gut, aber die sind eher Nordstadt. Lauterbach in der Teichstraße hat einen sehr minimalistischen Internetauftritt mit klaren Ansagen, der mich anspricht und einen Bestattungsmeister und das in der fünften Generation. Das ist eindrucksvoll. Das Problem ist, man weiß nicht, wer in 30 Jahren am Drücker ist.
04.02. Traum: Villa vom Chinesen mit Thomas und Yunfeng sind wir da. Die haben 4 Rassekatzen, die von dem Mann gebürstet und gescheitelt werden. Schuhe vor der Tür ausziehen, Wasserfleck auf Teppich im Eingangsbereich. Thomas auf Krücken. Die eine Katze hat riesige Zecke, das sieht man weil das Fell an der Stelle auseinander fällt. Eine große Flache, wie aus Papier finden wir beim Suchen. Die andere dick und drückt das Fell auseinander. Fotoshooting wegen Bienen. Im Garten hinter dem Tor sind Bisons und große Affen. Es findet ein Feuerwerk statt in der Dämmerung, damit die Nachtruhe nicht gestört wird. Wir wollen noch Fotos machen und es wird bald nicht mehr hell genug sein. Es da sind verschiedene Affen. Ich sage, die Kleinen, Totenkopfäffchen, stehen unter Artenschutz. Yunfeng sagt nein und warum. Wir machen Fotos auf einem Spielplatz. Ich mit einer anderen Frau. Geht um chinesisches Prosecco-Fest. Am Tisch viele Frauen u.a. Andrea aus den USA, die sich beschwert, dass sie nicht eingeladen wurde, aber ihre Schwiegermutter. Da sollte ihr und ihre Freundinnen Bescheid gesagt werden statt den Alten. Sie zählen auf wer da war. Noch eine Fotoidee von meiner Muschi. Ich setze einen Werbepappschirm auf, der mit drauf soll. Gehen in anderen Raum, damit wir alleine sind, auf gelben Teppich, das kommt farblich gut. Was soll man scharf stellen. Schirm oder unten (ich mache Yogaübung). Ich will das Bild vorher sehen. Dann geht es um das Geld was wir für die Bestattung eingezahlt haben und wir wissen nicht mehr an wen, aber ist eh zentral bei einer Treuhandstelle hinterlegt. Frau telefoniert für uns und ich höre, die haben Insolvenzantrag gestellt und wir können es übertragen auf entweder diesen Bestatter in der Eppersstraße, sie nennt den Namen und sagt, sie seien ja auch in Linden oder der in der Teichstraße und ich sage: ja, Lauterbach, die habe ich mir ausgesucht (weil ich auf deren Seite geguckt hatte Bestattermeister und in 5. Generation und so. War schön schlicht gehalten und Kluge zeigt mehr die Fahrzeuge und hat eigene Trauerfloristik. Wen interessiert das.
Ich muss neues Outfit für die Oper anziehen. Thema Einkaufswagen. Habe Hütchen ja gerade etwas sortiert und da fällt mir der eine aus dem Istanbulthemenbereich ein. Stephan hat auch Lust mal wieder Suki zu sehen. Ist schon so lange her. Zusammen Mittag essen. Ich bin spät dran und als ich Suki hole ist es 5 vor halb und ich weiß nicht genau, wo ich hin muss. Der Hund spurt und läuft gut an der Leine. Ich bin am Fluß und sehe keine Hausnummern. Rufe an, sie sollen sich mal auf dem Balkon blicken lassen. Suki kackt noch mal, was jetzt echt nicht passt und ich finde dann den Eingang und sehe eine Hausnummer 11. Die Straße heißt so wie der Alterswohnsitz, den meine Eltern sich vor Jahren gekauft haben in der Bayreuther Innenstadt, der aber vermietet ist, weil sie doch bei sich im Haus bleiben wollten. Es stehen weiße Lilien auf dem Tisch und dann kommt die weiße Tischdecke und die Brötchen sind in Scheiben geschnitten. Monatskarte statt Leihwagen, wenn das Auto in der Werkstatt ist. Sülze vom Markt. Ricklingen hat auch Wochenmärkte. Ach ja, sie kommen aus Hannover und sie hat 36 Jahre im Innenministerium gearbeitet. Alles schwarz-grau und Fliesen. Nix an den Wänden, sind ihre Sachen schon da? So ruhig und schöner Blick auf Wahrzeichen der Stadt und im Sommer, wie ein Baumhaus. Keine Butter zum Frühstück und Merci Schokolade. So was kann ich nicht ernst nehmen. Sie hadern mit der Krankheit ihres Sohnes. Suki wickelt sie um den Finger, beide. Nur, wenn seine nasse Schnauze sie berührt, zuckt sie weg und hält ihn fest, als eine Tür aufgemacht wird, weil er durch die Gitterstäbe fallen könnte.
Wie ein muslimischer Sohn verehre ich meine Mutter und würde ihr gerne einen Diamanten schenken so groß wie ein Tennisball. Bei ihr allerdings besser einen Opal. Bin superhektisch beim Schreiben und Einpacken (soll Stephan zur Post bringen) und mache dabei die Karte kaputt und reiße was ab und derbe Rechtschreibfehler, einfach eingehackt und nicht geschaut. The way you do anything…. Mama weiß Bescheid.
Ich trinke jetzt Cortado im Marktkaffee. Das ist großer Brauner. Mein Tagebuch wird mit Charlotte Roche verglichen. Schweres Kompliment, danke Peter. Aus der Realität der Angepisste, schön gesehen, Der Kollege sucht nach kleinen Clubs. Fragt mich nach Wien, da muss ich selber fragen.
Termin klappt nicht. Ist keiner da, der Hund jault und merkt, dass es nicht so sein soll, dann versuche ich Herrn Ratte als Pausenfüller. Auf dem Rückweg probiere ich es noch mal und der Hund weiß, wo er abbiegen muss, als ich ihn lobe, freut es sich, als hätten wir uns wechselseitig verstanden. Er läuft ohne Leine wie mit einer unsichtbaren. Erst bei Kluge, dann Königbestattungen in Hainholz. Ich finde einen zerplatzten Fußball mit Nikeabzeichen im Dreck. Der ist aber gut erzogen. Schön Park und Matsch, bekomme Taschentuch gereicht von einer Hundebesitzerin. Rote Handgelenke und dreckige Schuhe als wir wieder im Büro sind.
Telefonat wegen Herrn Schwitzehand und der Therapienachfolge, Berufspraktikum, Gruppe immer montags, Einzelgespräche. Notiere alles. Spectre haben wir verpasst.
Die Frau aus dem Heilerkreis im Schwarzwald schickt mit einen Gürtel meiner Oma, den sie in Kreuzstich bestickt hat und den sie zu einem grünen Seidenkleid getragen hat. Stimmt, da fehlte immer ein Gürtel, aber ich habe das Kleid weiterverschenkt.
Die Tochter die wir am Bahnhof abholen, muss ich anrufen, sie wartet unterm Schwanz. Biete ihr gleich das Du an, vielleicht zu viel des Guten. Passe zum Bühnenbild wie eine eins, in rot/gelb sehe ich aus wie die Wahrsagerin, die aber ihrerseits ausschaut wie Boy George oder Leigh Bowery und auf den Tischen tanzt mit Maschinengewehr. Sie ruft die Massen zum Krieg auf und die folgen willfährig. Wir hören uns die Einführung an und die Themen scheinen alle wir gemacht für die Tochter meiner Betreuten. Geliebter ist Ausländer und Vater dagegen. Vater wird ausversehen erschossen, als sich Schuss löst, Unfall. Daraus wird Geschwisterhass und Rache, Flucht und Verfolgung, die das ganze Leben andauert. Menschen, die aus Einkaufswagen leben waren auch mal Kinder und ihnen ist was Schlimmes widerfahren. Kinder auf der Bühne spielen die Spiegelbilder der Erwachsenen und sind ihre Opfer. Werden verschachert mit Schildern wie Frischfleisch, Spielzeug, Wunschkind… Harter Stoff. Ich rufe am nächsten Morgen die Betreuerin an um das mitzuteilen. Alvaro (haha, wir kennen einen, der so heißt) singt super, die Hauptdarstellerin ist unglücklich besetzt und wirkt auch unglücklich in ihrer Rolle. Ich mag es, wenn zwei Männer ein Duett singen, statt immer Mann und Frau. Der Dirigent hat frisch gewaschenes Haar und macht damit energisches Head banging direkt vor uns (der geht richtig mit). Die Harfespielerin muss relativ hart ran und spielt auf dem Teil wie Jimmy Hendrix im Vergleich zu anderen, die ich schon gesehen habe. Meine rot und gelben Fingerhüte auf dem Hütchen interessieren unsere Nachbarin. Sie hat 20 Jahre als Schneiderin im Opernhaus gearbeitet und ja, früher gab es den Verkauf der Kostüme, aber Jeans will keiner. Ich biete der Tochter an beim Fairkaufhaus sich mit ihr zu treffen, weil sie für die Musicalrollen Kostüme braucht, eine spanische Tänzerin und ein Vampir muss u.a. abgedeckt sein. Ich denke an den Widerspruchsbescheid, dass ich gegen den Gerichtsbeschluss hätte Beschwerde einlegen müssen und dass es jetzt zu spät ist. Früher wäre ich schlaflos gewesen deswegen und hätte mich verrückt gemacht, weil das heißt, ich habe was falsch gemacht und jetzt denke ich, mal gucken ob die Recht haben und ein Rechtsmittel hat meist ohnehin wenig Aussicht auf Erfolg, weil die das ganz gut überlegt haben in der ersten Instanz. Es geht um Herrn Yoga und ab wann er mittellos war und das Gemauschel mit seinen Eltern. Wir warten eine halbe Stunde in der Bahnhofsvorhalle auf die S 1 und den Schützling dort hinzubringen. So hat man noch die Gelegenheit sich zu unterhalten, sonst hätte man rennen und schnell in den Zug abschieben müssen. So viel Mühe muss man sich geben, auch wenn ich sehr müde bin und mir nichts Originelles mehr einfällt. Die Mutter ist aus der Reha wieder Zuhause. Sie und ihr Bruder legen immer auf, wenn sie anruft.
Ja, so schreibe man Mammut, ich bin doof, sehe es ein. Wir sind erledigt, ich zumindest, geradezu erschlagen und ich kann kaum noch Konversation machen.
Bestatterin Stuttgart, wie sie das Infomaterial vom Bestattungsmuseum fand. Das sei nicht angekommen. Manchmal brauche die Post länger. Nix Post, habe ich ihrer Mitarbeiterin mitgegeben. Danach Funkstille, wo sie sonst chattet. Jetzt sei es aufgeklärt worden und ist es von einem anderen Interessierten aus der Deko-Box genommen worden…..Alles Ausreden. Wie soll man denen eine Leiche anvertrauen.
05.02. Hail Cesar OmU sind wir im Theater. Dann im Gartenbaukino schauen. Das ist eh eine gute Idee, wenn das da läuft. Yuhu, Stephan hat das Dreieck nächstes Mal vorgesehen. Am Donnerstag vor David Sedaris aber Meixners, weil die durchgehend Küche haben. Da kann man um 17 Uhr was essen und sich dann mit Andras und Sunla in die Schlange einreihen.
Ich mag langbeinige sprungfreudige Hunde, die ohne Anlauf auf die Mauer hochspringen, einfach so aus Lust an der Freude und oben lang balancieren. Suki hat mein Hundeschönheitsideal verschoben weg von kurzbeinig und Dackel. Telefonat mit der Rechtspflegerin, wenn mich Maler, der ein paar Ersparnisse hat, zahlen muss, wo er keine Betreuung wollte und vielleicht auch keine brauchte, dann finde ich das scheiße und mache das nicht mehr zukünftig, wenn ich gefragt werde. Internet kaputt. Geldanlegen ist unsexy. Will Theater in Hannover unterstützen oder niedliche Tierheimhunde streicheln als Dividende und keine Versicherung der Postbank, Tochterunternehmen und dann wird aus Geld mehr Geld. Kann man nicht mitnehmen und lieber dem Bestatter 100.000,- € geben für eine P-Diddy-artige Feier. Will alle noch mal zum Lachen bringen auf meiner Beerdigung. Weiß noch nicht wie. Bin schlecht drauf und könnte alles absagen, aber das bringt auch nichts. Gummibärchen von Klaiber und Minzeis mit Schokobezug bringt auch nichts. Den Rest der Gummi-Bärchen an Eli verschenken da mir richtig schlecht wird. Paps: Verwandtschaft der Neue ist mittelmäßig und die anderen haben Lieblingsrezept von Tante Luise, die Füllung der Maultaschen (Fleischbrät und Spinat) im Gugelhupf im Wasserbad und gefüllt mit Tomatensauce. Paket bei der Post abholen. Das ist vermutlich meins. Blutige Filme vertrage ich heute nicht.
Wie ein Hund leben, der nicht weiß, dass er stirbt. Im Treppenhaus bei movenyo ist mehr los, es sind türkische Mamas und Papas. Die Trainerin meint auch Jacken reinnehmen, wenn sie teuer waren. Ich lasse meine draußen und glaube nicht, dass eine türkische Mutti die gebrauchen kann oder dass das die Leute sind, die klauen. Erst Lauryn Hill, dann Kate Bush. Das macht mich immer emotional. Zum Schluss: „Why do birds suddenly appear, every time you are near? There like me, they want to be, close to you.“ Ich setze den niedlichen Rucksack von Steffi auf und trage ihn quasi auf dem Rücken. Praktisch, wenn man den Turnbeutel hinten rauf schnallen kann und steht mir sagt mein Mann.
Komplimente bei Kestner für mich. Zementsäcke auf Paletten und beiger Teppich. Mein vorläufiger Tiefpunkt mit dieser Institution und ich gehe während der Eröffnung wieder auch wenn man durch die Zuschauer durchdrängeln muss. Stephan will einen Weißwein, aber dann hätten wir das weitere Programm nicht geschafft. Ich will jeden Tag in der schwarz-weiß Treppenhaus, wenn wir in Wien sind und dort picknicken und Eissorten raten.
Bei Urfa Sofrasi werden wir begrüßt wie Stammgäste. Die dicken Männer neben uns machen sie Zitrone aufs Künefe. Gute Idee, aber ich wehre mich dann nicht als meine ausgedrückten, die auf dem alten Besteck und Papierzelt für das Besteck liegen, abgeräumt werden. Irgendwie will ich nicht widersprechen und dann halt nächstes Mal. Das muss ich mal probieren, die Zitrusnote zu dem ganzen Süßen, das ist dann wie warme Zitronentarte. Das Ayran ist wieder besonders schaumig heute, wie dreckiges Wasser mit Salzanteil in einem Brunnen werden kann. Familien oder Männergruppen oder Frauengruppen. Mit der Linsensuppe vorweg tut mir der Bauch weh.
Postkutsche mit 6 Pferden lenken ist wie Lkw-Führerschein, aber noch krasser. Pferde mit einem durchgehen, nicht umsonst das Sprichwort. Nicht mein Lieblingstarantino, die Geschichte ist simpel und nicht so originell, sondern eher schlicht, aber tolle Schauspieler. Hang Man, Kurt Russell als Kopfgeldjäger, der sie lebendig überstellt. In den Rücken schießen und aufs Pferd schnallen bringt genauso viel Geld, aber „no one said it was supposed to be easy“, außerdem braucht der Henker auch Arbeit und sein Arbeitsplatz will gesichert sein. Dieser Film hat viel mit dem privaten Essen am nächsten Abend zu tun, nur, dass im Film Blut fließt.
06.02. Mary eine kurzbeinige Labradorhündin mit weißen Pfoten. Wollstoffe gibt es schöne und Salz- und Pfeffer ist ein Klassiker, den man durchaus noch nachkaufen kann, sonst ganz was anderes und lila-pink gemustert. Die eine Firma sitzt in Süddeutschland und produziert für Lufthansa. Yoga, Steffi zieht die Disko-Leggings aus Wien gleich an. Der Tag beinhaltet alles einer Existenz, gestern ist nur ein Traum und Morgen eine Vision. Es gibt nur das heute und darum nutze es gut und aus jedem Gestern wird ein wundervoller Traum und jedes Morgen wird eine zuversichtliche Hoffnung. Den Gastgebern Zotter Trinkschokolade mitbringen statt Blumen. Ich glaube, hier sind unsere Geschmäcker verschieden. Während Savasana mache ich die Augen auf und schaue in das helle Sonnenlicht. Wie schön. Steffi muss mit Ina zur Automesse wegen eines Nähauftrages. Depressive Perserkatzen mit tollen Bildunterschriften, Ihr Freund hat an mich gedacht. Wie nett. Sie ist wieder online und dann ist ja alles gut und sie kann mir schreiben. Ach ja, ich habe ja kein Internet. VERGESSEN. Nicht ärgern, richtig gearscht ist mein Kollege, der denen seine Handynummer gegeben hat. Der Jack Russell Welpe der Yogalehrerin hat große Pfoten und ist winzig und aufgeregt. Die Inhaberin sieht aus, als hätte sie ein kleines Tier mit spitzen Zähnen in die Hand gebissen. Sie muss wirklich leiden, die Arme. Es ist herrlichstes Wetter und man kann sich Frühling vorstellen. 24 ° ist der Kaffee viel besser geworden und der Laden ist echt nett eingerichtet und man kann so schön in der Sonne sitzen. Der Friedhof in der Strangriede. Ich kannte nur den Steinmetz Egon Schmidt. Großer jüdischer Friedhof, es muss eine sehr große jüdische Gemeinde in Hannover gegeben haben. Am Judenkirchhof auf dem Hügel gibt es ja auch noch. Lange Inschriften, unser herzensguter, innig geliebter Vater und Bankdirektor a.D. Eine ganze Wiese voller Menschen wie Du und ich, die geliebt wurden und um die getrauert wurde und es wird einfach überschrieben. In der Nordstadt gibt es die besseren Straßennamen, am Klepperberg und Am Puttensener Felde und so. Das muss ich feststellen und neidvoll anerkennen.
Das Polstereitraditionsunternehmen hat einen türkischen Inhaber und macht viel weniger her als gedacht. Die Wollstoffe sind viel zu fein und wie für einen Anzug (aus recyceltem Garn, das hält doch nichts aus, wie Altpapier) und dann gibt es Musterbücher bei denen wir aufjaulen und man blind werden könnte. Bluthund und das kleine Schwein mit Arnds Sohn unterwegs.
Nachmittags daddeln. Wolle wieder total ineinander verknotet. Arbeitstherapie für Stephan. Aufs Bett und aufwärmen. Käsebrote mit Paradeiserchutney und Senfgurken, nicht zu verhungert zur Essenseinladung. Auf der Automesse gab es Nackthunde.
Die Gastgeber haben eine tolle Wohnung, gemütlich und kochen ganz großartig. Über dem Tisch hängt ein Glaspapagei und Blumen in kleinen Glasvasen wie Parfumflaschen. Ein Mobile. Eine ausgeprägte Kochbuchsammlung und ein tragbarer Kamin, der rückstandsfrei verbrennt. Alles perfekt eingedeckt, weiße Tischdecke, die ich mit Bratensaft einsaue, was sonst. Besteckbänkchen aus Glas, eingelassene Lichter und Kerzen auf dem Klo. Leckeres Wasser, was die Ökos gerne trinken mit dem Mönch vorne drauf. Man ist halt sehr verschieden, die einen kennen sich echt aus mit Marken und Kunst und wissen, dass Jackson Pollok nichts mit New York zu tun hat (wie blöd von uns). Ich finde Beuys scheiße und würde das gerne sagen, tue es aber nicht. Der Koch darf moderne Kunst scheiße finden. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Das hat ja auch was mit Sympathie zu tun. Stephan macht blöde Sprüche und trinkt viel Rotwein mit dem Koch. Der muss als Arzt nachts Kollegen am Telefon beraten wenn er Hintergrunddienst hat. Es geht um den Umgang der Deutschen mit Führerschein und bestimmte Diagnosen bei denen man nicht fahren soll, was irgendwie eine Diskriminierung darstellt gegenüber der Fahruntüchtigen die keiner überprüft. Unfälle, Mehrbettzimmer, Radfahren. Mit den Blumen und meiner Einschätzung habe ich richtig gelegen. Habe nur ganz kleinen Strauß bei Gaby gekauft mit eingefärbten Weidenkätzchen und erzählt von der lila Gruftiepflanze, die ich sogar fotografiert habe und den getrockneten und pink gefärbten Baumfrüchten, die ausschauen wie Haieier und an den Zweigen hängen.
Ja, wir reisen viel, gehen viel ins Theater und gehen viel Essen. Ich kann nur second hand gut finden, weil ich mir auch neue Sachen leisten könnte (nein, schon als Student, das Gegenargument von Stephan wird nicht ernst genommen). 200 Mark Miete, Klo auf halber Treppe, keine Dusche, da strahlte mir auch die Sonne aussem Arsch. Das ist meine Veranlagung. Für Arme ist es eine Zumutung gebrauchte Sachen kaufen zu müssen. Die brauchen Primark für ihre Würde. Das sehe ich anders. Selbstbewusstsein kann man nicht durch so etwas bekommen, das ist wie der Versuch durch eine Schönheits-OP mehr mit sich selber zufrieden zu sein. Klappt in 99% der Fälle nicht nach meiner Theorie. Der Vorwurf reich zu sein (klar, im Gartenbaukino in Wien den nächsten Film schauen, das wird einem übel genommen und Stephan sagt so etwas unvorsichtig). Dann fahre ich eben demnächst mit dem Geißens in den Urlaub, die wissen auch nix von Jackson Pollok, das passt dann besser. Der Koch darf sagen, dass die Primarkkäufer die Zukunft ihrer Kinder gleich mit ruinieren, weil die dann keine Ausbildungsstellen mehr kriegen und gleich arbeitslos werden wie ihre Eltern. Dafür bin ich in anderer Hinsicht nicht so radikal. Ich halte vegan nicht grds. für krankhaft und eine Essstörung, sondern es kann ein Anreiz sein und es ist immer graduell. Bei Vergiftung macht es auch die Dosierung. Nur halb so viel Fleisch essen macht einen großen Unterschied und da hilft es Alternativen aufzuzeigen. Da bin ich eben phantasieloser Primarkkunde und Konsument. Ja, Kinder stecken einen an und dann ist man krank. Und dann geht es um Bestatter, die sich nicht an Tempolimits halten und Radfahrer fast über den Haufen fahren. Verfolgen, zur Rede stellen und jetzt sind sie unten durch. Dann passt es ja, wenn ich gerade den Laden beauftrage. Die Billa-Papiertüte bleibt unter dem Tisch liegen. Dann geht sie halt ins Altpapier. Gut, dass ich andere aus Venedig, die ich extra gekauft habe zurück gehalten habe. Das hätte mich dann geärgert und die schenke ich lieber dem 1000sten Primarkkunden am nächsten Samstag. Stephan hatte die Espressi und schläft, ich gehe rüber.
07.02. Stephan liest mir aus dem Schulbuch vor, in dem einem Geschichte durch Geschichten näher gebracht werden soll. Nazis hatten keine Glatzen, die Opfer haben sie geschoren. Sie selber hatten Scheitel und Stufenschnitt. Dann geht es um Ägypter und Leichen balsamieren. Ich glaube, das Gehirn durch die Nase ziehen verdient mehr als ein Halbsatz. Das stelle ich mir sehr schwierig und aufwendig vor und dann ist der Clue, dass der Praktikant seinen Korb mit Datteln in die Mumie einnäht oder darin vergisst. In Salz einlegen und dann wieder befüllen und ausstopfen mit Stoffresten wie Puppen. Die veganen Kekse vom 24 ° schmecken nicht besonders. Suki können wir nächstes Wochenende nehmen.
Paps hatte Personalausweis dabei um das Paket abzuholen und das nutzt aber nicht. Er sei ehrbarer Bürger und der Typ soll sich mal umdrehen, während er die Vollmacht fälscht, seine Frau hat Morgen Geburtstag. Gut heutzutage seien die Ehen nichts mehr Wert. Es klappt. Meine Schwester ist lustig drauf und feiert Fasching. Der abgewiesene Verwandte aus München hat besonders nett geschrieben nach der Trauerfeier. Der hat vor Jahren schon seine Frau verloren sage ich. Sie feiern heute in Hof mit Übernachtung. Wir sollen nicht so viel machen und uns mal ausruhen. Ruft noch mal an. Habe ich Traumata durch die OP im Katharinenhospital, nein.
Wieder meine sinnlosen Wollhaufen, schnell ist alles aufeinander geworfen und dann ein großes Durcheinander. Häkeln rückwärts. Ich suche die Perlmuttlöffel raus für die Sammlung, die ich gestern Abend im Schrank gesehen habe, außerdem 9 Kochbücher und eine Glasvase auf der Wasser steht in einer Edgard Wallace Schrift. Ich habe Brooklyn Apartments gefunden. Das eine ist toll direkt am Park und auf dem Flachdach ein Blick nach Manhattan und bis zum 13.05. gebucht. Schnell, klar machen. Macht er einfach nicht, mein Mann. Schlägt mir Mittagsschlaf vor und macht ihn prompt selber, auf dem Rücken liegend mit gefalteten Händen, wie man Leichen dekoriert. Unbequem ist das Portemonnaie, stellt dann aber fest, dass er keines in der Hose hat und schläft weiter.
Mary’s. Gute Milchschnitte, sehr leckerer Fisch mit Curry, würzig und Hirseplätzchen mit Rosenkohl, Pilzen und Kürbis. 3 gängig vegetarisch für 28,- €. Das ist die Preisklasse von Mövenpick und die bilden aus hier (kein Backshop, der nicht ausbildet). Der Koch im ersten Lehrjahr bringt die Amusegeule auf einem großen Tablett und nennt die Terrine Ravioli. Er ist dick und unsicher und erinnert an Herrn Schwitzehand, der ein Praktikum in der Gastronomie anfängt nach der Entlassung vom Kronsberg. Die sagen bei Suchtproblematik ist das nicht so ratsam, aber er will es und die bilden aus im Haus der Jugend in der Maschstraße wo wir schon mal Mittagstisch gemacht haben. Ein älteres Paar mit einer jungen Frau, die heute noch nach Hameln oder Hildesheim fahren muss und nur ein Glas Weißwein trinken will, der nicht so viel Säure haben darf. Das ältere Paar bestellt Menü ohne Muscheln und sie á la carte. Bei der Älteren sehe ich nur die ordentliche Haarsprayfrisur. Er ist aus Ägypten eingewandert und spricht akzentfrei. Den Wert von 200 DM durfte man mitnehmen in der Währung damals. Schwere Zeiten, auch wirtschaftlich, aber das schweißt zusammen. Wer ist sie? Die Freundin vom Sohn, der schwierig ist. Sie hat Hotels in Hamburg nach ihm abgesucht und war flexibel und hätte dort auch eine Praxis aufmachen können und merkt die Endlichkeit und plant nur immer ein Jahr und viel Urlaub. Der Oberkellner ist dort schon seit 20 Jahren und sehr gesprächig, über die Fluktuation der Länden, ist vielleicht eher Werbung bei Lumas und die machen Umsätze im Internet. Bestellt selber im Internet. Hat jetzt Weste bei Galeria gekauft statt 93 € um 30 % reduziert kostet normal im Internet 67, also ein Drittel billiger. Da sagen sich die Leute doch, wir sind nicht doof. Es kommt eine Gruppe alter Männer rein. Kommt mir vor wie Jura-Profs, die ich von früher kenne im Ruhestand. Sie sind laut, wohl schwerhörig. Tipp ist ausgewiesen. Der Oberkellner will Stephan einen schwarzen Wollmantel verpassen.
Der NP-Kritiker fragt, ob wir im Urlaub waren. Der Rotwein des Vorabends macht die Gesichtsbräune. Er bestellt Wasser und das gibt es in niedlichen Fläschen. Viele Kollegen der Schauspieler unter den Zuschauern. Der Typ hinterm Tresen ist mir immer sympathisch, auch heute mit seinem Fußball-T-Shirt, was auch originell ist. Der dicke Typ neben mir sitzt auf meinem Platz, also da auf der Bank wo meine Nummer steht. Ich kann an meinen Mann kuscheln und muss mich nicht beschweren. Das Stück erzählt verschiedene Geschichte, die zusammen gehören, wie es auch in Filme sehr en vogue war. Babel hieß der eine mit Brad Bitt und der marokkanischen Wüste, zwei Kinder, die mit einer Waffe herumspielen und eine Touristin anschießen. So eine Art des Geschichtenerzählens, parallel und Ding ist als Theaterstück eine besondere Herausforderung und mit 4 Schauspielern und einer Bühne ohne Wechsel oder Vorhang. Gut umgesetzt, die Fertigung in Shanghai, der Callcentertyp mit religiösen Anwandlungen, der 2 x im Monat Sex hat gegen Geld und gedeckelte Aggressionen. Sie essen 2 x die Woche Französisch, weil der Mutterkonzern dort sitzt und die Kunden, sie heißen alle gleich wenn sie sich am Telefon melden. Französische Vornamen für Männer und Frauen, immer derselbe. Der Head of Quality, der durch die Welt fliegt und nicht weiß wie spät es ist und wo er ist und mit Frau und Sohn chattet und zugleich sich von Angel 05 die Brüste zeigen lässt. Die Perfektionistin, die Multitasking macht, 30 Programme öffnet und alles perfekt machen will, das Kindermädchen mit der Webcam überwacht, Angst hat, dass ihre Kinder aufhören zu atmen und in der Mittagspause ein vegetarisches Sandwich isst. Sie arbeiten mit einer Box auf der Bühne, die gedreht wird. Sie fährt hoch und runter und hat einen Spiegel, in dem sich das Publikum spiegelt und ist halbtransparent und mit diversen Kameras, die innen angebracht sind. Die Liebesgeschichte in Shanghai bliebt schwach angedeutet sowie das Plakatmotto: Freundschaft kostet die Firma Geld findet sich nicht wieder in dem Stück, weil die sich eher alle hassen oder isoliert sind. Der Freund von Sabine, Micha? legt zur Premierenparty auf und fragt, ob ich mit Larissa da sei. Er legt gut auf, die Schauspieler werden noch Spaß haben, es sind genug davon da und die müssen Morgen nicht raus. Er macht das seit 2001. Ich bin müde. Stephan hat Schlomo Herzl nicht erkannt. Ich fand die dunkelhaarige Frau mit den leicht asymmetrischen Augen, die den Mann spielt in Shock Headed Peter auch klasse, also die beiden älteren der vier Darsteller. Der Lockige spielte wieder etwas seine übliche Rolle. Ich bin müde, Kultur ist anstrengend, aber es war ein schöner Abend so wie in Saus und Braus. Zwei Tauben fliegen in die fensterlose Einfahrt einer Tiefgarage neben dem Üstra-Center am Kröpke und der Kröpke-Passage. Das sieht irre aus. Die wohnen wohl da unten. Mama ist in Hof, hoffe die feiert schön.
BM-Outfit 28.01.
Adler-Stiefelknecht
27.01. 10 oder mehr Stunden Schlaf haben echt geholfen. Packen für Stuttgart und Fahrkarten kaufen. Bekomme 25,- € in Münzen zurück. Die schmeiße ich auf dem Rückweg wieder in den Automaten für die Rückfahrkarte. An der Haltestelle Siloah strahlt mich eine Frau aus dem Auto an und grüßt mich. Ich gebe zu verstehen, dass ich sie nicht erkenne. Sie setzt die Brille ab, aber das hilft auch nicht. Sie hat einen Engelaufkleber hinten auf dem Auto. Wir können nicht in die Wohnungen im Asemwald. Die hat sie einer Querdenker-Stiftung vermacht und die Bevollmächtigte musste die Schlüssel abgeben. Stephan hat versucht die Stiftung zu googeln und ich bin traurig, weil ich gerne in der Wohnung noch mal Abschied genommen und mir das alles angeschaut hätte.
Es gibt neu eine Westfalenbahn mit neuen, passenden Automaten. Krass. Komme genau pünktlich auf Station, sie machen gerade Morgenrunde. Ich könnte mich dazu setzen. Zur Visite werden alle 27 Patienten auf eine Flipchart geschrieben und bis 6 wird durchnummeriert (Ich denke an die Wiener Werbung: wer ist zur Zeit auf Platz 1 in den Flipcharts?, soll irgendwas mit Fortbildung sein. Die Variante war: Meeting? Ich bin Vegetarierin). Ich bin auf Platz eins, aber Herr Ihme ist noch nicht so weit. Im Zimmer hat er auf dem Nachtisch Pflanzen dekoriert und Steine in Reih und Glied. Ich nutze die Pause und will Frau Srilanka besuchen, aber die hat Tagesurlaub. Wir starten ohne ihn. Er will nicht entlassen werden. Ich soll ihn nicht von der Seite anschauen (er ist angespannt, so nennen die das). Die Menschen in seinen Träumen und seine riesige imaginäre Morgenlatte. Es war nicht imaginär, aber so ähnlich das Wort. Ja, er ist in Höchstform. Er gibt mit mir an und ich denke, dass ich einen guten Eindruck mache ist mit bei meinen Klinikhasen immer am wichtigsten für deren Standing. Er zeigt mir zum Abschied einen schwarzen Stein und ist so stolz als wäre es ein Goldklumpen und ich sage, ja, der sei schön. Er will dann mit mir einen Kaffee trinken gehen, aber ich muss zurück ins Büro. Er soll mir nicht immer so fest die Hand drücken. Das nervt sage ich ihm.
Die Lush-Seife, die ausschaut wie ein fieser Käse mit roter Rinde ist Shampoo und völlig überteuert, aber ich will meinen Paps aufheitern.
Markthalle, Gaues-Brot für meinen Mann. Mal den Fahrstuhl testen, falsche Seite, Fasanenkrug muss wieder hoch fahren, Rentner steigt zu. Es gibt nur 0 und 1 und auf- und zu. Ich drücke die Pfeile zueinander, weil Zeichensprache kann ich noch. Da fährt mich der Typ, was ich da machen würde. Ich hätte „aus“ gedrückt, nein, Türen zu. Die seien vorher schon zu gewesen (nein, sie sind erst zugegangen). Auf meine Frage, ob er schlechte Laune habe sagt er mir im breitesten Hannoveraner Dialekt, dass er dumme Leute nicht aaabbb könne.
Ich bin endgültig zum Hai mutiert und kann so viel fressen, dass ich nach 24 Stunden ohne Essen noch knall satt bin. Trotzdem am späten Vormittag denke ich an die Käspressnockerln mit Bergkäse auf Schnittlauchsoße, schön braun angeröstet und köstlich. Salatbeilage. Ja, das können die da echt im Meixners.
Stephan rufe ich am Schwarzer Bären zuhause an und er hebt mir mit dem schweren Adler aus der Bahn, hinterer Wagen vorne bin ich. Das klappt wie ne eins. Ich mag solche Stiefelknechte, die mir vom Pferd runter helfen. Zuhause Käsebrote auf Zimmertemperatur gebracht in der Micki. Der Chilikäse ist ein Stinker und schmeckt mir am besten. Der Mohnklops schmeckt genau wie Samstag. Ich werde nächstes Mal alle aufkaufen. Das ist wie Dauergebäck, aber deutlich leckerer als Shortbread aus der Fabrik und der Mohn, hammer. Will meinen Schwiegereltern die eingepackten Mohnteilchen (Waldviertler Mohn) zukommen lassen, aber Stephan will es selber essen. Dann 1 und 2 verschenken. Meine Schwiegermutter isst wie immer nix bei uns. Mit dem Mohn hat sie eine gute Ausrede, aber Madelaines können nicht in den Zähne hängen bleiben.
Das gestückelte Geld brauche ich für die Auszahlungen, Zeitung kann ich auch Morgen zahlen. Als ich das höre bin ich aber schon aufgestiegen aufs Rad und Adler ist schwer zu besteigen.
Elisabeth war da am nächsten Tag und zwar so spät, dass nur der Psychologe da war. Den hat sie zur Sau gemacht. Gut, der muss es ab können. Heute kommt sie zu früh. Hier bei mir sieht es schlimm aus. Ein Tsunami aus Post. Wenn eine Frau vergewaltigt wird und dann von der Polizei mitgenommen wird. Der Typ hat dann so ein Takt, wenn er rammelt. Das trommelt sie mit Stift auf meinen Stempel. Der hat dann seine Finger drin in ihrem After oder wo er den Penis drin hatte. Hat wieder Visitenkarten für mich gesammelt (19 Stück) und weigert sich die wieder mitzunehmen. Von Sozialläden über Banken und Versicherungen bis hin zu Fußpflege ist alles dabei. Ein Typ Benjamin oder Torben stand vor der Tür mit einem kleinen Hund. Hat sie nicht reingelassen. Frau war dabei. Er sagte, sie schneiden dem Hund die Kehle durch und sagen sie war das. Sie sagte, sie hat schon eine Katze. Das war als wir letztes Mal den Termin hatten. Davor hat sie mir gesagt, dass sie verschlafen hat und kein Geld brauchte.
Die Sparkasse wegen der Kontoauszüge an meine alte Adresse. Ob sie mich auch zukünftig anrufen dürfen? Das müssen sie jetzt fragen von Gesetzes wegen. Ja, sie schon, sind ja kein Mobilfunkanbieter und so selten wie das passiert und es war ja meine Schuld mit den Auszügen.
Der Australier wird am 30.01. zurück geflogen und in der anderen Krankenhaussache soll die Betreuung auch wieder aufgehoben werden. Was kann ich denn abrechnen in so kurzen Intermezzi?
Der Sohn des stark übergewichtigen Musikerbetreuten im Rollstuhl, Pflegestufe II, Essen auf Rädern und Inkontinenz hat seine Lehre abgebrochen und ist zu Papa gezogen mit 17.
Die Architekteneltern von Herrn Minus wollen mir ihre neue Wohnung in Linden zeigen und ich bin da zum Frühstück eingeladen. Komme mit Suki, weil man da so schön am Fluss eine Runde Gassi gehen kann.
Die Tochter der Betreuten vor der Oper am Zug abholen und in der Bar eine Kleinigkeit essen fragt Stephan. Im Stadthaus Wien total gerne. Die Leckereien dort, Antipasti, Hühnerlebercrostinis mit Preiselbeeren oder vegetarisches Toast mit indischen Linsen und Tofu und der tolle Wein. Ich kriege eine Depression wenn ich mir die alten Brezeln, die überteuerte TK-Kost (Frühlingsrollen vom Discounter) und Lift in kleinen Flaschen vorstelle. Wir sind so benachteiligt.
Hier im Büro wurde ein neuer Wasserkocher angeschafft.
Beim Yoga: „The way you do anything is the way you do everything“. Partnerübung auf dem Weg zu Handstand. Ich war in Wien und habe so viel gemacht und Hanna die ganze Zeit in der Kühlung. Das ist sie nicht mehr, nur die sterblichen Reste und im Grab wird sie noch viel länger sein. Ewig. Ich habe wieder alles abgehetzt und nicht für sie gebetet auf dem Zentralfriedhof oder inne gehalten. Ich bin scheiße.
Vor dem Einschlafen fällt mir ein, ich kann meinen Beitrag zwar im Zug schreiben (so schön last minute), aber dann nicht mehr ausdrucken. Von Hand schreiben. Das wäre eh in ihrem Sinne gewesen.
Niki-Bordsandwich. Nice Flight, small bite. Packen, lieber Mehr mitnehmen, da fühle ich mich wohler. Keine Hobbies und das Gefühl, dass Kinder sie nicht mögen und er hat eine 1-jährige Tochter. Haha, das ist echt gut, aber der Bachelor kann mit Ehrlichkeit nichts anfangen. Mich würde genau das interessieren, besser als Selbstüberschätzung und Lügen. Die junge Familie auf dem Rotenberg treffen wir Samstag. Zur Beerdigung kommen sie nicht, weil ich sagte kommen eh genug.
28.01.16 Werde wach, ist es ganz früh und ich schreibe jetzt? Ist erst 3:30 Uhr, zu wach, habe leicht geschwitzt, wechsele ins Gästezimmer.
Man kann im Internetshop ausdrucken sagt Stephan, aber das mag ich alles nicht, extra was suchen oder auf Leute angewiesen sein. Ich bin nicht so cool wie ich tue und das ist ganz schön zu knapp für meinen Geschmack alles. Ich nehme Badeanzug mit für das Leuze, dann vielleicht mit meinen Eltern und Stephan hat mal frei.
Fotograf hat in Hannover Einwandererfamilien fotografiert in ihren Wohnzimmern. Typ aus Peru, der Panflöte in der Innenstadt gespielt hat und jetzt als Krankenpfleger und Musiktherapeut in der MHH arbeitet. Haha.
Sterbeurkunde an den Vermieter. Die Mutter meiner Betreuten ist schon am 18.11.15 gestorben.
Der Arzt aus dem NordstadtKKH. Wo genau wird er hin verlegt, welche Station usw. wegen Entlassungsbrief und so.
Die Berichterstatterin vom Landgericht wegen Frau Querulatorisch ist jung. Ich muss sie nicht belehren, tue ich nicht, will nur helfen und sage, die Betreuung wurde auf Wunsch der Betreuten verlängert und die Antwort auf die Frage nach der Geschäftsfähigkeit wird sie darin nicht finden. Die Geschäftsstelle hat mir verraten, dass sie einen Anwalt aus Berlin hat. Dann noch mal Amtsgericht, Rückmeldung warum sie die Akte ein zweites Mal wollen. Ich soll noch mal schreiben, wie es gerade steht und sie will die Betreuung versuchen aufzuheben, wenn sie sich wehrt, dann Gutachten.
Herr Auge fährt am 08.02. nach Trier. Mit dem großen Schein will er zur Bank und findet ihn hässlich. Er war neulich bei der Frau Perserin in Wunstorf bei ihrem Arbeitgeber und sie haben Spielenachmittag gemacht.
Fast die ganze Liste der Anrufe abgearbeitet. Der eine Name sagt mir was, aber ich kann ihn nicht zuordnen. Der muss noch warten. Der Groschen fällt wenig später. Es ist der Vermieter der neuen Betreuten mit dem hirnorganischen Psychosyndrom.
Herr Borderline Klein, Entgiftung abgebrochen, nicht gemeldet. Auf ein Bußgeld (nicht angeschnallt) wird zwar verzichtet, haben mir Wiedereinsetzung gewährt und niedergeschlagen. Er lässt 70 drauf bis Montag oder überhaupt und zwei Zahlungen können gemacht werden. Ich habe ihn so gefaltet dass das klappen müsste. Er kann seinen Scheiß sonst alleine machen.
Frau Mittelfeld bekommt Wohnung nicht, weil sie zu pflegebedürftig ist (das geht aus dem Aktenvermerk hervor). Ist christlicher Anbieter und Altersheim und die lassen immer 3 Interessenten vom Wohnungsamt antanzen und 2 gehen leer aus, wie beim Makler und sie suchen sich das vermeintlich Beste aus. Die hat nur Pflegestufe 1 und man kann vom Boden essen und was geht den Vermieter die Pflege an. Das organisieren wir und im Moment macht es nur die Tochter. Das nervt. Der Typ vom Wohnungsamt kennt mich und legt da viel Wert drauf. Ich kann mir kein Gesicht vorstellen.
Mein Mann sucht lieb Yoga raus für Stuttgart. Ist gleich vor der Tür.
Frau Ruanda ist heute entlassen worden. Beschluss musste nicht ausgehoben werden, war am 15.01. eh abgelaufen und sie freiwillig, schon bei unserem Gespräch am Montag darauf. Erkläre ich noch mal der Ärztin, die meinte, ich müsse ihn aufheben lassen. Bekomme Fax vom Wohnheim, dass sie dort die ersten Zicken macht. Erster Spritzentermin ist der 10.02. Das bleibt spannend.
Psychiatrie, die Frau, die mir 2 x auf den AB spricht und gestern nicht da war und heute das Handy ausgeschaltet weigert sich zurück zu rufen. Mit der Station noch mal sprechen macht keinen Sinn. Habe denen alles lang und breit erklärt, geht um Termin mit Dolmetscher am Montag. Sie ruft an, Termin ist ohne Dolmetscher um 10 Uhr.
Der Kollege muss noch mal ran, Datev ist am Telefon. Ich kann dann hoffentlich bald wieder Rechnung schreiben.
Wir holen die Tochter von der Bahn und bringen sie auch zurück. Zug hat 25 Minuten Verspätung. Der Italiener von Segafredo lobt mich wieder und Stephan, was ist mit seinem Outfit? Ich habe immer was Neues an und traue mich, die anderen sehen langweilig und scheiße aus. Wo mache ich die Sachen will er wissen. Zuhause. Ich versuche ihm derweil einen großen Braunen zu erklären. Doppelter Espresso mit heißer Milch statt Deko-Schaum.
Der Zug ruckelt und schreibe ist wie Rodeo reiten, aber mir fällt das Motto für die Trauerrede ein. „The way you do anything is the way you do everything“ aus der Yoga-Stunde.
Stuttgart. An jeder Bushaltestelle ein Krankenhaus. Egal wie sehr ich über Hamburg lästere, hier will ich nie hinziehen, 1000-mal lieber nach Hamburg. Ist so muffig und piefig hier. Muss an Günter denken, der erzählte, dass sie neulich eine Gruppe vom Flughafen Stuttgart da hatten und vielen davon hätte es hier richtig gut gefallen und sie wollten wechseln. Bei uns gleich das Linden-Museum. Hier wird unser Stadtteil ausgestellt (haha).
Wohnung wie Hotel und mit 3 Schlafzimmern. Belanglos eingerichtet. Öffentlicher Nahverkehr an der Wand wie London, kracht runter eine der Schaumstoffplatten. Alles so gewollt eingerichtet, also mir gefällt es nicht und eine Bewertung gibt das auch nicht oder eine ehrliche, gibt bestimmt Leute die auf so was stehen. Fränkischen Sekt. Mama braucht keine Teebonbons mehr und hat einen großen Vorrat, nicht, dass wir die entrümpeln dürfen, wenn sie vorher stirbt. Busstation gegenüber und 5 Minuten zum Bahnhof. Weinstube Fröhlich, wir verlaufen uns etwas an dem Parkhaus. Hanna habe sich für meinen Bruder als Patentante nicht gelohnt. Die Inhaberin ist dünn und sehr sportlich und sympathisch, weiß was Hilmar an ihr mag. Essen gut, Wein gut, Amis nebenan. Maultaschen gratiniert auf Karotten-Zuchini-Gemüse und Apfelofenschlupfer. Leckerer Süßwein, die Bedienung fragt was ich auf dem Kopf trage, d.h. andere Gäste hätten sie gefragt. Nein, nicht das was getippt wurde, sondern Dose der Nahrungsergänzungsmittel meiner schwäbischen Oma. Hat die immer obendrauf getan, die sie einnehmen musste (ca. 20 bunte Pillen, alles nicht ernst zu nehmen), ist 95 geworden und die Dosen waren viel zu schade zum Wegwerfen, hat sie Knöpfe oder irgendwas drin gesammelt. Gut, sie hat gefragt. Sie trägt mir mein Seidentuch nach als wir gehen, hatte doch 10 statt 5,- € Trinkgeld verdient. Wir bremsen Paps immer.
Meine Eltern freuen sich auf Teneriffa und dass sie mit uns hier sind. Die 88-jährige Psychotherapeutin die Familienaufstellungen macht fand die Geschichte mit dem Fluch der Tante Elise so interessant. Sie war im Krankenhaus und hat danach bei meinen Eltern jeden Tag angerufen. Eine ganz tolle Frau. Sie war keine Freundin, hat Hanna aber lieb gewonnen im Sterben. Wir gehen von der Trauerfeier direkt in die Oper mit anderer Fliege. Paps fragt, was er tun muss um noch „in dieser Inkarnation“ noch mal mit uns ins Bareiss gehen zu dürfen, ob er sich das zum Geburtstag wünschen darf und wir sagen; ja und zum Vater- sowie Muttertag, zu Erntedank und auch zum Nasehaarschneidetag und aus welchem Grund auch immer. Er bezeichnet uns, seine Familie als Armee mit der er Morgen anrollt. Ich kompensiere eine Großfamilie. Wir sehen Morgen Birgit und Andi und ich schreibe noch etwas und suche Briefe, die ich für meinen Vortrag brauche.
29.01. Traum: Trauerfeier an zwei Orten. Wir müssen dazwischen pendeln. Zugtüren schließen. Ich quetsche mich raus, eine Frau hilft und hänge unten auf dem Gleisbett. Christiane hat Salami gekauft und wir haben davon schon was weggegessen. Das sollen 200 Gramm sein. Sie will was zurück halten wir die spätere Schicht. Kann sie bestimmt dort auf einer Platte dekorieren. Es ist erst 2:30 Uhr. Ich schreibe an der Trauerrede bis fast 5 (Mama ist in der Küche und kommt immer rein und streichelt mich) und um 8 bin ich wieder wach. Traum: Von hinten verwechsele ich Stephan, er hat eine Platzwunde am Kopf. 4 Hunde mit Stephan. Lustiges Rudel, unterschiedliche Größen. Er lässt sie Platz machen für Leckerli. Sie sind abgeleint und spielen verstecken miteinander. Mama zeigt mir Ohrringe, die großen mit dicker Perle und viel Gehänge gefallen ihr doch nicht, die goldenen Froschstecker sind nicht schön, keine Details in der Verarbeitung wie sie es mag. Lange Schlange vor der Bäckerei. Hier gibt es wohl was Leckeres. Wir sitzen auf dem Markt, Gabi und Caro sind ein Paar und ich sage zu meinen Eltern, dass wir den Steckigel für Hanna bei Gabi gekauft haben.
Paps mag die neue Lush und nutzt sie als Seife. Parkplätze direkt am Friedhof. Alles schön moosbewachsen, aber Nürnberg ist schöner. Ich gründe mit meinen Eltern eine neue Tradition. Das finde ich auch gut. Habe nach der Beerdigung verstanden, warum sie zu ihrer Tante ins Grab wollte und nicht zu den Eltern. Die Linie der Tanten. Sie kannte die Tante Elise, die den Fluch ausgesprochen haben soll, dass die weiblichen Haarernachkommen kinderlos bleiben, weil sie nach einer unehelichen Schwangerschaft von der Familie verstoßen wurde. Paps kannte sie und Hanna noch mehr. Sie war kreativ und eigenwillig und soll mal eine Nähmaschine in die Einzelteile zerlegt und wieder zusammen gebaut haben, weil sie sich ärgerte, dass die nicht funktioniert hat. Hanna hat sich im Namen der Familie bei ihr entschuldigt mit weißen Lilien (Familienaufstellung quasi) und trägt die weißen Lilien in der Hand auf dem gemalten Selbstporträt auf der Grabstele. Diese Verbindung über die Tantenlinie geht vielleicht mit mir und Katalin weiter. Wir werden sehen. Sie schreibt mir jedenfalls Briefe und ich antworte.
Es ist herrlichstes Wetter mit Sonnenschein. Johannes treffen wir auf dem Friedhof und ich sage ihm zur Begrüßung, dass er nächstes Mal meine Beerdigung organisieren darf. Alles ist vorbereitet mit der Schale mit Blumen am Grab, wie Hanna es wollte. Der Stein ist weggeräumt. Das Grab ist tierisch tief. Die kleinen Gärtnereifahrzeuge, die Friedhofsgärtnerei mit dem Igellogo halte ich an und stelle Orientierungsfragen. Wir gehen in das Salzcafé und holen die Christsterne und ich kaufe einen Mimosenzweig, den ich so schön finde sowie Pulswärmer aus schwarzen Filz mit Spitze für die Steuermitarbeiterin. Die Aussegnungshalle hat Jugendstilfenster, 3 Frauengestalten mit Glaube, Liebe, Hoffnung. Als meine Eltern zu ihr gehen, gehe ich nach. Sie liegt da, dünn und verändert, aber irgendwie schön. Die Fingerbeeren sind lila und sie hat was Lilagemustertes an. Ich muss schluchzen und bilde mir ein, dass sie atmet. Ich sage Stephan, dass sie schön aussieht und wir gehen noch mal hin. Auch 3 Wochen abgehangen haben kaum geholfen mich davon zu überzeugen, dass sie nicht nur schläft. Ich mache sogar ein Foto, aber heimlich und das wird nicht veröffentlicht und auch keinen gezeigt, es ist nur für mich. In der Kirchenbank neben uns sitzen Blankenhorns, die Nachbarn meiner Oma. Ich erkenne vor allem sie wieder und er, der alte Jäger mit dem roten, asymmetrischen Gesicht, der viel netter ist als er ausschaut, ist 88. Sie sind gekommen um meine Eltern zu unterstützen. Die Pastorin macht es sehr gut, jeder der sie kannte hatte auch einen Konflikt mit ihr. Wir sollen den Schatten des Streits und des Missverständnisses los lassen. Sie hat der Pastorin wohl auch das ein oder andere Mal richtig vor den Kopf gestoßen und sie verletzt und beleidigt. Die Zahl 13 wie eine Botschaft, am 13ten geboren und gestorben und als sie die Aussegnug machte war die Todeszeit 13 Uhr notiert, es gibt nicht nur 12 die Symmetrie, 12 Monate, 12 Apostel, sondern es gibt auch noch das andere, nicht konforme. Wie hinfällig sie war und wie es zum Schluss mühsam für sie war und sie von Bank zu Bank gegangen ist mit Pausen und dann zum Schluss auch die Schritte in der Wohnung ihr schwer fielen und sie nicht aus dem Sessel aufstehen konnte. Der Chor, die Halle ist voll. Promibegräbnis für eine 88-Jährige. Da muss sich auch was richtig gemacht haben. Am Grab eine Klangschale mitschlagen und ich weiß nicht wie, Überforderung, dann schnell zu meinem Bruder gehen als er vor tritt. Er muss doch sehr weinen und wir stehen als Familie zusammen. Das tut gut. Freundinnen singen noch mal spontan am Grab einen Kanon und es wird viel geweint. Sie hat den Menschen was bedeutet. Als ich die Mimosen zum Grab bringe mit Stephan und Hannes ist der Bagger schon zugange, der wie ein Insekt auf dem Rasen steht. Die Männer versprechen, dass sie den Zweig anschließend drauf machen. Sie hat die Stele bemalt und mit die Symbolik erläutert. Das wird in meiner Ansprache als eines der Themen vorkommen. Bei dem Vogel muss ich an einen weißen Raben denken, auch wenn er eher ausschaut wie eine Möwe oder ein Adler.
Fritz nervt als einziger mit der kaputten Platte: „Das sind keine Maultasche, das ist ein Omelett“, „Das ist keine Hauptspeise, das ist ein Omelett“. Ich rede ihm schon vor dem Beitrag zu viel. Ich bin aufgeregt und kriege es zu 2/3 hin, finde die Briefe z.T. nicht, aus denen ich was vorlesen will (halt mein Chaos) und improvisiere, aber es kommt gut an. Danach sagen mir etliche Leute, dass sie in mir weiterlebt und, dass sie Hanna in mir erkennen und ich wie ihre Tochter bin, diese Power und Tatkraft. Besser geht es dann wohl nicht. Schulfreundinnen von ihr bedanken sich, Nachbarn. Aus dem Heilerkreis will mir die eine einen bestickten Gürtel von Oma schicken, weil ich doch kreativ sei (lustig machen über Kinesologie und Austesten ist hier nicht angesagt), der Mann einer anderen wohnt in Braunschweig (gleich neben meinem Onkel in Hondelage in Waggum) und Hanna hat ihm geschrieben wegen der Kühe. Er macht was mit aussterbenden Haustierrassen. Seine Frau ist Öko und hat einen Korb mit Blumen dabei und hat am Grab gesungen und geweint. Er schreibt mir seine Mail Adresse auf. Die Frau, die ich im Augustinum aufgetan habe, erkenne ich wieder vom Geburtstag vor 3 Jahren und sie ist doch nett und nur am Telefon war doof. Mit der Ikebanalehrerin ist sie da, die nicht von ihrer Seite weicht. Die Bevollmächtigte ist eine sehr nette Frau und Hanna hat mir ein Foto von ihr und sich mit einer Kette von mir um geschickt, als die Frau 60 wurde. Sie kennt Hanna seit 1962. Sie war ihre Lehrerin und sie hat sie verehrt. Erst dachte sie Dutt und Schottenrock, die ist total spießig und dann ist sie wegen ihr auch Musik- und Englischlehrerin geworden. Sie sind immer in Kontakt geblieben die ganzen Jahre. Die anderen, diese Frau und auch mein Bruder haben wohl auch Briefe von Hanna bekommen, aber nicht so wie meine. Wir hatten wohl schon diesen Draht zueinander. Ein Ehepaar aus der Schweiz, Solothurn, die ich nicht kenne. Die Frau schaut mich an wie Hase die Schlange, fixierend und erwartungsvoll. Der einzige mit dem ich nichts anfangen kann ist mein Patenonkel aus Freudenstadt, der von mir was weiß und dessen Frau mich so scheinheilig fragt, wie es mir geht und eigentlich wollen sie hören todkrank und ich habe Lust zu fragen, wie es der mit mir gleichalterigen Tochter von Fritz geht, die einem Heiler vertraut hat und vor Jahren an Brustkrebs verreckt ist. Ich verteile stattdessen die Gestecke, die ich oder Hanna mit Schale bezahlt haben. Meine Eltern suchen die deutsche Bank und haben auf dem Parkplatz geparkt auf Empfehlung des Jägers, weil die Schranke angeblich kaputt. Jetzt ist sie zu und das Parken nur für Kunden der Bank, aber Dietrich bekommt einen Token, weil er sagt, schöne Grüße von Herrn Blankenhorn und wir können fahren. Es geht um den Goldschatz der Familie, von einem kinderlosen Onkel, der als eiserne Reserve im Schließfach liegt. 13 kleine Tafeln. Da haben wir es wieder mit der 13. Es war ein Promibegräbnis. 50 Leute und mehr und das zum Achtzigsten. Das schaffe ich, wenn ich jetzt die Biege mache. Sie muss irgendwas richtig gemacht haben und hat vielen Menschen geholfen.
Nachhause und kurz Ruhen. Ich nicke ein und schrecke auf und sehe das tiefe Grab. Es ist wie ein Falltraum. Ich will da nicht rein. Ich sage es auch Stephan und er sagt, es muss eine andere Lösung geben. Später frage ich ihn, was er sich überlegt hat, weil auch wenn das nur die äußere Hülle wäre, quasi Bananenschale so tut es mir um meine Bananenschale trotzdem leid und er sagt, große Tiefkühltruhe kaufen und als ich sage, das gefällt mir nicht, weil nur Interimslösung und vielleicht durchtrocknen wie eine Mumien sagt er, Organe und Gehirn müssen raus und ich sage, das sei nicht schlimm, kleine OP, wie Blinddarm und er will den Freund aus Bayreuth mit den Trockenfrüchten fragen, wie groß seine Dörrobstmaschine ist, sonst zerteilen und einzeln trocknen und wieder zusammen setzen. Das geht alles.
In die Oper, vorher Auto in die Tiefgarage, Stephan begleitet Dietrich und ich fahre mit Arnhild eine Station mit dem Bus und sie steigen zu oder wir aus. Es wird knapp. Netter, junger Mann steht zwischen uns und Dietrich lästert über die reichen Grünen, wie der Grandler aus Wien. Ich gehe dazwischen. Der Cousin aus München den er nicht leiden kann hat ihm gesagt, man müsse sich öfter treffen. Daraufhin antwortet Paps, der Zug sei abgefahren. Er ist eben knallhart und irgendwie wie seine Schwester, die auch Menschen vor den Kopf stoßen konnte oder auch ich. In der Stuttgarter Oper ist das Deckengemälde schwarz-weiß wie das Treppenhaus in Wien und die Luster sind Silber, genau wie in Wien. 3 Teile, unterschiedliche Geschmäcker. Ich hätte das silberne Konfirmationskreuz von Hanna was Mama mit mitgebracht hat in die Oper zu meinen silbernen Lametta-Ballettmädchenohrringen tragen sollen. Der erste Rang macht Daumen hoch Bewegungen und weist mir auf die Bühne. Das erste Stück von einem Forsythe oder so ist grau mit minimalistischer Musik und Stühlen und asymmetrischen Gruppen von Tänzern. 3 Frauen ein Mann und umgekehrt. Der Typ sieht sehr süß aus. Dann kommt das von Goecke mit nur einer Frau und alle haben nackten Oberkörper (die Frau mit hautfarbenem BH) und schwarze Hosen. Mein Vater nennt es Spastik für Fortgeschrittene. Das dritte ist Klassik. Mir geht Beethoven am Nerv. Die tänzerische Umsetzung ist sehr gut und zum Teil ironisch zu der Musik, so verstehe ich es. Auch Kostüme und Bühnenbild sehr stimmig und gut. Es erinnert mich an Olympiade mit einem weißen Lichtkegel als olympisches Feuer um was die Tänzer herumstehen und die Frauen im Spagat werden über den Boden geschoben wie Schlitten und das in Reihen gegeneinander. Die Steigerung in der Musik spielen sie tänzerisch nach und die Frauen tanzen die hohen Instrumente und die Männer die tiefen. Ich mag das insektenhafte mit nur Männern und einer Frau, das düstere lieber und das ist von Goecke. Da bin ich gefesselt und schaue wie auf einen Krimi was als nächstes kommt. Bei Beethoven denke ich nach einem Drittel, es reicht, ich habe die Bildsprache verstanden. Die Männer haben nicht nur six pack, sondern Beulen im Po vor lauter Muskeln, quasi selbstgemachte Cellulite in XXL. Ich habe – rein rechnerisch noch 32 Jahre, vielleicht wird es dann nicht so schlimm sein und ich werde mich mehr damit angefreundet haben. Beim Applaus müssen sie so tun als seien sie Heteropaare und dann ist die Welt wieder in Ordnung. Wie schwul die sind merkt man z.B. an den Hebefiguren. Da wird die Kollegin angepackt und wenn dabei eine Titte angefasst ist, war die halt zufällig im Weg, auch egal. Paps darf schimpfen und alles 5 x widerholen. Stephan will heute lieb zu ihm sein. Er sagt – rein rechnerisch – ist er in 3 Jahren dran und er sei noch nicht so weit. O.k. vielleicht geht es mir dann immer noch so, wie werden sehen.
Kiste, die Männer am Nachbartisch sehen aus wie Darsteller und Besucher des Balletts in dem wir gerade waren. Sie haben einen süßen Hund, nach dem Arnhild und ich uns verzehren. Ochsenmaulsalat mit Bratkartoffeln schmeckt mir am besten. Zum Nachtisch gibt es Flädle mit Preiselbeeren gefüllt, also Palatschinken. Wir planen Morgen und es gibt ein geheimes Nachspiel und abends treffen wir die Verwandtschaft. Die Versicherung: Der Australier wird erst eine Woche später zurückverlegt.
30.01. Werde um 5 Uhr wach und schaue nach Flohmärkten. Um 6:30 in das dritte Bett. Stephan hatte ermahnt es nicht zu nutzen, aber ich zahle ab der fünften Person, Betten nutzen kann ich wie ich lustig bin, vielleicht sind wir auch nicht 2 Paare. Traum. Familienfest. Irgendwelche Kiddies aus der Verwandtschaft (Kinder von Cousinen) haben mein Minionhütchen (was ich dabei habe) in Varianten nachgebaut, 2 sind wie meines gehäkelt in blau-gelb, eines mit einem Minionbaby auf einem weißen Häkelhütchen in schwarz-weiß und eines mit einem Napoleonhütchen. Das bezieht sich auf eine andere Figur, die gerade angesagt ist wie ich einem Magazin entnehme (Artikel darüber drin und Werbung hinten auf der Rückseite). Dann können wir Gruppenbilder machen, ich bin begeistert. Sie haben Dackel und Dackelbabies. Die soll ich nicht anfassen sonst wird die Mutter griffig, einen großen, dicken Hund, wie Mastiff, dem halte ich was vor, er schnappt und ich muss es ihm aus dem Maul ziehen. Der ist sehr dick und phlegmatisch und legt sich aufs Sofa. Dann ein schwuler Florist, der Hütchen für mich gebaut hat, mehrere genau mein Stil, nur 2 schenke ich weiter. Das eine hat ein auffälliges Mobile und ich lieb in sehr, dass es seine ersten seien und so gut. Ja, Technik sei sein Thema. Das andere ist eine Mortadella-Scheibe als Filz, kunstvoll zum Hütchen aufgetürmt, wie der Tiroler Hut, den mir Heike mal gemacht hat. Dann duschen an einer Glasscheibe. Hinter mir duschen Männer (eine Gruppe wie im Ballett) und vorne ist meine Dusche auch aus Glas und Parallel. Arnhild will nicht, dass ich da so hinschaue und ich will es mir nicht verbieten lassen und man sieht eh nichts. Ich dusche und behalte was an. Dietrich steht neben mir. Dann als ich auf der Straße bin, ist die Männergruppe da und irgendwie sauer auf mich und der eine spritzt mich nass mit einer Wasserpistole. Ich bin alleine und kann mich kaum wehren außer weggehen und ihn laut beschimpfen. Dem Hütchenmacher, sprich Floristen hatte ich Sachen abgekauft in seinem Laden u.a. zwei Sangria-Flaschen aus Keramik mit bunten Blumen. Die waren reduziert. Sie gehen sehr leicht kaputt und haben überall sofort Schlagstellen, wenn sie aneinander kommen und das wird immer schlimmer, d.h. immer mehr Stücke brechen ab. Die schmeiße ich gleich weg, bin aber nicht traurig, dass ich ihm das Geld gegeben habe. Dann geht es um Aufbruch in einem Wagen, einen Kombi?, von Hanna?, um irgendwas mit einem Dackel oder Vogel, aber diesen Teil konnte ich nicht festhalten.
Dietrich singt die Musik von gestern. Beethovens Siebte und Stephan nennt es Werbemusik. Das Ballett kommt eher den Männerkörpern zugute. Die Frauen sehen knabenhaft aus wie Turnerinnen, breite Schultern, schmale Hüften, Brüste wegtrainiert und die Männer bekommen ein breites Kreuz und sehr definierte Arme und Bäuche und auch den Rest. Ich überlege, dass ich das Sofa auf jeden Fall bekommen werde und wenn ist es aus der Erbmasse herauskaufen muss. Es gibt eine Testamentsvollstreckerin, die Steuerberaterin ist und die bekommt die Schlüssel und macht eine Aufstellung, ein Inventarverzeichnis. Die Christrosen können wir nicht auf Omas Grab pflanzen, das ist aufgelöst. Meine Schwiegermutter hat alle Geschwister schon verloren und ist alleine da.
Das Café Stöckle ist wie Wien mit Eiern im Glas und ganz viel selbstgebackenen Sachen u.a. Eierbiskotten, wie der Wiener sagt also Löffelbiskuit und Wiebele und Anisbrote, Käsegebäck zum Wein, Mohrenköpfe mit Sahne gefällt. Die Käsestange wird warm serviert und ist mit richtigem, leckeren Käse gemacht. Ich würde sagen Emmentaler. Das macht sie so lecker.
Mit dem Bus zur Staatsgalerie, aber wegen der Baustelle heißt die Station nur so, er hält ganz woanders. Wir wollen erst unten durch laufen. Die U-Bahn-Station wollen sie wohl auch wegreißen. Unten verfällt alles und die Tauben sind eingezogen. Dann wieder zurück und oben lang. Dürerstiche. Man kennt sie, aber dieses Haus macht immer prima Gegenüberstellungen mit Schongau und einem niederländischen Künstlerkollegen von Dürer. Dürer ist der Beste, aber das wussten wir vorher schon. Moderne Kunst ist für mich schwer zu ertragen mit Dietrich. Willi Baumeister hat einen eigenen Raum da, er war befreundet mit Hans Arp aus Straßburg. Das erklärt Einiges. Ich vermeide die Blickkontakte, aber eine Mitarbeiterin läuft mir nach um mich zu fragen, ob sie mir was sagen dürfe und dann, dass sie mein Outfit mag. Dietrich lobt den Schlossplatz. Ich weiß gar nicht ob ich ihn so mag, aber es ist ein Park mitten in der Shoppingmeile. Zwei Männer halten eine Transparent und werben für die Solidarität mit griechischen Bauern. Feinkost Böhm, gut sortiert, aber ohne Atmosphäre. Die Stuttgarter Maultaschen sind kleiner als die Schwäbischen (6 statt 4) und es gibt zig Sorten mit Siedfleisch und Gemüse bis hin zu vegan. Ich kaufe auch die Pralinenmaultaschen, die echt gut nachempfunden sind mit weißer Schokolade für die Kinder heute Abend. Bus, Endhaltestelle, aber er fährt den Berg hoch zu der Stelle wo Oma im anthroposophischen Altersheim war mit toller Aussicht (unfreiwillige Stadtführung). Wir steigen aus und fahren zurück und dann Flohmarkt am Karlsplatz 10 Minuten, ein alter Dirndlrock mit Weste. Dann direkt zum Asemwald mit eingeschweißten Maultaschen im Gepäck.
Ich kriege das Geld für die Tischdeko bis auf den letzten Euro wieder. Wir schneien bei der 88-jährigen Nachbarin mit der Glatze rein, weil Dietrich pinkeln muss und überhaupt. Die freut sich und bittet uns rein, sie ist am Staubsaugen und der läuft immer ganz heiß. Es gibt Sprudel, die geflochtenen Untersetzer sind in meinem Hütchen verarbeitet. Sie ist 88 und weiß alle Daten. Das ist beängstigend. Die Mutter kam aus Bremerhaven, ihr Opa war Schiffsingenieur bei der Hapag-Lloyd, ist aufgebrochen nach Australien und die wussten nicht, dass der erste Weltkrieg ausgebrochen war und wurden nach der Ankunft interniert. Das Lager war human, nur die Langeweile war schlimm. Sie haben Theater gespielt um sich zu beschäftigen. Er hatte schrecklich Heimweh nach seiner Familie und ist dann dort gestorben. Sie hat Ausbildung zur Bibel? Diakoniehelferin in Hannover gemacht. Wollte raus aus der Provinz und nach Norddeutschland. Sie musste dann zurück. Ihre Mutter ist vor 50 gestorben und sie musste das weibliche Oberhaupt der Familie sein und ihre 10 Geschwister versorgen und denen eine Mutter sein. Sie hat gelernt den Haushalt zu führen und Nachspeisen runden das Essen ab. Eine Mark hatte sie für die Nachspeise von allen. Der Vater war „Rentenverachter“ (den Ausdruck kannte ich nicht). Er hat durch Währungsreformen 2 Lebensversicherungen verloren. Er hat immer gedacht, Rente ist was für Faule. Er arbeitet weiter bis er 80 ist und hat dann noch ein paar Jahre. Mit 80 und knapp darüber ist er gestorben. Die Franzosen und die Amerikaner standen sich am Neckar gegenüber und das Elektrizitätswerk sollte gesprengt werden. Der damalige Bürgermeister hat sich mit einer Waffe davor gestellt und das verhindert. Sie hat Hanna jeden Tag einen Apfel gerieben und die hat das als Liebesdienst bezeichnet und sich gefreut wie ein Kind darüber. Geriebener Apfel ist Mutterliebe, wenn man krank ist. Das sagt Dietrich, wenn man richtig doll krank war, lag man im Bett und es gab ein Glas eingemachte Birnen, weich, geschält in Sirup. Sie war bei Hanna als sie das erste Mal gestürzt war mit Glasscherben im Po und einem gebrochenen Arm. Hanna hat sie gerufen. Sie hat gesagt, dass sie anrufen könne und Hanna hat umgekehrt auch versprochen zu ihr zu kommen, wenn was sei, könne sie anrufen, auch wenn das so was von unrealistisch war, wie Frau Frank betonte, aber der Wille zählte und trotz Scherben im Arsch und Extremsituationen hat man sich immer gesiezt. Als die Sanitäter kamen wollte sie in ein bestimmtes Krankenhaus was allerdings auf dem Gelände des Krankenhauses war, wo sie ohnehin hingefahren wurde, was sie aber nicht überblickt hat. Sie hat dann zu den Sanitätern gesagt, wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich mir ein Taxi bestellt. Ich liebe diese Selbstüberschätzung, wie Stephan zu Recht sagt, warum ist sie nicht selber gefahren. Das Auto war in der Tiefgarage, aber wohl die Batterie leer, wie Dietrich dann meint. Sie schenkt meiner Mutter das Buch der Pastorin über Tod und Sterben. Der Tod als Tor oder so ähnlich und fragt, ob sie uns zum Bus begleiten soll, draußen regnet und stürmt es. Gestern bei der Beerdigung wollte sie mir schon was tragen und ich habe sie gefragt, ob sie mich verarschen will mit 88 mit was tragen!? Ob ich sie fragen soll ob es eigentlich schwer ist für eine Person zu kochen, wenn man immer für 16 gekocht hat? Später denke ich, dass war mütterliche Liebe und Zuwendung die Johanna im letzten Lebensabschnitt erfahren hat und davon hatte sie vielleicht zu wenig und bestimmt. Das sagte sie auch, dass ihre Mutter eine Lichtgestalt, aber als Mutter wenig liebevoll und ihr das gefehlt habe.
Sonderzüge zum Fußball. Viel zu dunkel, kalt und nass für so was. Wir stranden in Untertürkheim am Bahnhof und der Taxistand ist verwaist. Der Dönerladen, den ich auch in guter Erinnerung hatte macht immer noch einen guten Eindruck und der Typ ist willig, aber die Taxizentrale besetzt. Hier trinken wir Chai und warten auf den Abholservice aus der Familie. Es schüttet und zu Fuß gehen ist keine Option. Alte Kelter in Untertürkheim. Wir sind oben im 1. Stock und ganz für uns. Es ist unheimlich gemütlich eingerichtet, der Sekt ist der beste der bisherigen Reise und geradezu köstlich und das Essen auch. Der Typ ist Maultaschenmeister (Stephan hat welche angeröstet mit Speck und ohne Omelett) und ich liebe die Spätzle mit Kalbegeschnetzeltem und frischen Champignons. Der Salatteller ist so köstlich, dass ich mir einen zweiten bestelle, gerade der Kartoffelsalat, Weltklasse. Wir schauen alte Fotos auf denen Birgit blond ist und ich sie zuerst nicht erkenne. Die Konfirmation ihrer Söhne, die jetzt studieren. Paul (2. Klasse) hat alten Autoatlas dabei von 1979/80 und interessiert sich für Tabellen, ganz komplizierte auf denen man sehen kann, wie lange die Strecke von Zürich nach Amsterdam ist. Er malt Autos, Leichenwagen wie es ausschaut und andere und schneidet Puzzle, die man erst ab 30 zusammenlegen darf. Ich denke, die Linien sind Straßen, aber es ist ein großer Minion mit einem Auge in der Mitte und zum Abschied streckt er die Arme hoch und will umarmt werden. Ich bin hin- und weg. Ich bewerbe mich für die Weinlese bei dem ältesten Bruder Gerhard und seiner Frau, zeige die Kuhfotos als Beweis meiner landwirtschaftlichen Erfahrung vor und kündige meine Kittelschürzensammlung an und vielleicht mache ich Entwürfe für Weinetikette, Sonderedition. Marketing usw. Ich bin Städterin und will viel Geld zahlen dafür, dass ich irgendwo hart körperlich arbeiten darf und ran genommen werde um mich mal wieder zu spüren, sage ich ihnen. Ich kann sowohl bei Jörg und Annette als auch bei Ingrid (kommt aus Wolfenbüttel und ist seit vielen Jahrzehnten in der Weinlese fest im Sattel und kann mich unter ihre Fittiche nehmen) übernachten. Es tut gut, Andreas und Birgit zu sehen, er hatte gerade Geburtstag. Das haben wir wieder verschwitzt und auch eine dicke Einladung zum Fünfzigsten konnte da nicht helfen. Wir sind scheiße in der Hinsicht. Barcelona oder Bareiss in der alten Kombination. Letzteres wäre einfacher, weil wir es kennen und meine Eltern alt sind und Birgit hatte letztes Mal ein Gipsbein und konnte nicht ins Wellness. Das kann man auch noch anführen. Sie laden uns ein und sagen Dietrich, dass sie gerne ihre Eltern einladen würden und es nicht mehr können. Ja, aber wir sind nicht die Eltern, lassen uns miteinladen. Annette fährt uns zurück im 7-Sitzer. Jörg ist so romantisch wie Toast-Brot moniert sie und kann alles reparieren, auch ihre Nähmaschine, wo sie doch eigentlich eine neue wollte und jetzt auch Weihnachten bekommen hat. Sie hat einen ganz lieben Mann und ist selber sehr freundlich und aufgeschlossen und unkompliziert. Die Tochter hatte ihre Buttonsammlung dabei und die von mir waren mehr als mittelprächtig. Ich laufe schnell in die Wohnung gebe ihr die Katzenbrosche mit Filz und Spitze mit, die Arnhild mir zurückgegeben hat.
Die Verwandten vom Rotenberg sind so herzlich und warm. In das Familienbad eintauchen, wie Wellness für die Seele. Das tut richtig gut. Ich würde sie gerne öfter sehen und schlage ein gemeinsames Treffen bei der Landesgartenschau in Bayreuth vor, meine Eltern haben ein großes Haus und genügend Schlafzimmer und Betten und würden sich auch freuen. Meine Eltern sind im Übrigen mit Bareiss einverstanden und sagen, das sei genauso gut wie Barcelona.
Die eine Freundin von Hanna, die mir eine Foto schicken wollte, auf dem Hanna eine Kette von mir anhatte schreibt mir:
„hier, wie versprochen, das Foto und noch zwei andere. Das von der Chorfreizeit ist aus meiner allerersten Zeit mit Johanna im Gymnasium Wilhelmsdorf. Es war so ca. 1975. Die anderen beiden sind von Johannas Geburtstag 2014 – hiervon hab ich noch Fotos von Katia, Angelika, Annie…also Gästen, falls Du noch was magst, sag’s einfach. Da ich mich nicht selbst knipse stelle ich noch ein Foto von meinem Geburtstag dazu, als „Häkchen“, wer das nochmal war, die Babs. Du hast ja mit so vielen Menschen gesprochen.
Wenn ich noch irgendetwas tun kann, sei es für Dich persönlich oder die Haushaltsauflösungen bei Johanna betreffend, lass es mich wissen. Ich habe Johannas Umzüge ab der wunderschönen Wohnung in Esslingen alle helfend begleitet und kenne das Ausmaß und die Fülle ihrer Haushalte sehr genau…;
Ich wünsche Dir ein schönes Restwochenende!“
So lieb und Johanna spielt mit den Fingern an einer der Kette, die ich ihr gebastelt habe. Ich freue mich. Die Frau treffe ich vielleicht wieder zur Testamentseröffnung denke ich, dass ich dem Notar was faxen kann, aber wissen tue ich es nicht. Das ihre ganze persönlichen Sachen auf dem Müll laden, den Gedanken ertrage ich kaum. Sie als kinderlose Tante ist in direkter Verbindung zu mir.
31.01. Traum: Ein alternatives Kaffee, immer wieder Bahn verpasst. Beauty Case stehen lassen, gerade will ein schwarzer Mann danach greifen. Die haben Schokoladensammlung als Deko, lauter figürliche Darstellungen wie Minions und alte Schachteln. Wenn das nicht gammelt oder Insekten anzieht. 2 Kaffee und einige Kleinigkeiten sollen 50 kosten. Das kann nicht stimmen draußen hat sie uns eine andere Zahl gesagt, 30 sind auch noch teuer genug. Neue Geldscheine mit große Insekten drauf, Ameisen. Die will ich wieder und Alte geben. Sie zeigt mir Kopien und ich denke, sie will mich verarschen und rufe Polizei, nein, ich habe meine schon wieder eingesteckt. Herr Flade sucht einen neuen Kollegen. Der unsympathische Typ ist Headhunter und ist stellvertretend für eine dritte Person da. Was ist mit Tennisplätzen fragt er und als Flade sagt, es gibt nur Mail als Kommunikationsform und kein Telefon meint der Typ, dass er die Spezialistin dann vielleicht nicht bekommen wird.
Morgens in der Küche. Meine Mama erzählt von der Familienaufstellung und wie die Ahnen ihr Kraft geben. Ich lese meinen Eltern das Rilke-Gedicht vor und muss gleich heulen, weil ich das so schön finde und es so Hanna für mich ist. Hätte ich nicht machen können, aber die Professionelle, die sich vorgeschlagen hat und dann nicht kam oder erst zum Essen, konnte auch nicht gut Gedichte vorlesen. Das war überschätzt und verzichtbar. Ich will der Frau Frank eine Postkarte aus Hannover schicken aus den 50er Jahren, so wie sie es kannte. Sie interessiert sich für alte Geschichten und alte Briefe. Ich habe die von Oma und die sind getippt und ich wollte was daraus machen, sie abtippen. Als wir alle zusammen Dietrich kritisieren, sagt er, dass er für Teneriffa als Geschenk 10 rote Karten haben will, die er ziehen kann, wenn wir das Thema wechseln sollen. Arnhild kriegt wieder Panik wegen Streit und droht wieder mit Absage, aber das glaubt ihr auch keiner. Ich habe mich eingeschleimt mit den Weinbauern gestern und sage, die würden mich aufnehmen. Ich bin die Grille von Janosch, die sagt, ich habe vergessen zu sähen und zu ernten und will mal ein paar Monate umsonst bei euch wohnen und euch dafür unterhalten. Ich nehme das Konfirmationsbild von Hanna mit. Da hat sie das Kreuz um was sie mir zur Konfirmation geschenkt hat und ich jetzt habe. Ich habe mich damals verpflichtet gefühlt es zu nehmen, weil sie mir das erzählt (sie gab mir Schmuck zur Auswahl, aber ich wollte das tun, wovon ich glaubte, dass sie es will) und habe mich geärgert, dass ich nicht den Modeschmuck genommen habe, der mir besser gefallen hat (quasi Salmiakpastillen statt Lübecker Marzipan, der Höflichkeitslügen auf der anderen Seite bei meiner Oma in Travemünde). Jetzt freue ich mich. Ihr Vater hat sie verarscht und sie den Landesbischof genannt, weil sie das so ernst genommen hat. Dietrich hat diese Tradition fortgesetzt.
Die Privatklinik in der ich geboren wurde ist um die Ecke, aber die gibt es nicht mehr, das physikalisch Institut ist halt das physikalische Institut und das Linden Museum mit den Schattenpuppen und der Uhrensammlung schaffen wir zeitlich nicht. Wir gehen noch mal ins Café Stöckle und die Bedienung kennt uns schon und weiß, was wir für Kaffee trinken. Die Kuchen sind hammer und leckerer als Klaiber, Orangen-Schmand-Kuchen, fluffig mit einem Baiser als oberste Schicht. Durchaus Konkurrenz zur Topfenschnitte vom Sperl. Kürbiskerncroissants zum Mitnehmen. Es gibt nur noch zwei und ich teile mit Mama und nehme noch eines mit Käse. Auch hier wieder echter, leckerer Käse, das macht den Unterschied. 2 Croissants für 2,40 €. Der Pomerian-Hund von gestern ist auch wieder da und Stammkunde. Die Bedienung hat erfahren, dass Anlass der Reise ein trauriger war und wünscht uns eine gute Heimfahrt. Sie verrät mir das Geheimnis der Eier im Glas. Man pellt sie von Hand. Nein, eine Maschine dafür gibt es nicht. Das war die Theorie am Frühstückstisch und damit hatte Paps auf der Trauerfeier im Restaurant noch darüber doziert, wie großartig der menschliche Körper ist, Gebärmutter das am meisten durchblutete Organ der Frau und Verdauungstrakt spaltet Enzyme, da braucht man im Labor große Hitze und Druck und Riesenmaschinen und es ist wahnsinnig aufwendig und kompliziert, wenn man es überhaupt so hinbekommt.
Packen, das Auto ist knallvoll. Immer ins Navi eintippen, Buchstabe für Buchstabe, „K“, bitte warten, „A“, bitte warten, „R“, bitte warten, „L“, bitte warten usw. auch wenn wir wissen, wo es hingeht und dann wars doch die falsche Adresse und das Ding quatscht die ganze Zeit und Mama kriegt es nicht ausgestellt. Ich will mit einem Stein draufschlagen. Paps wird angehupt, weil er zwischen den Fahrbahnen fährt. Stephan ist gut: Wir nehmen die Koffer gleich raus, weil Dietrich fährt zu seinem alten Gymnasium um dort einen Parkplatz zu suchen, also möglichst weit weg vom Zielort, der Bäckerei und wir wollen dann gleich vor der Tür in die Bahn einstiegen um zum Zug zu fahren.
Klaiber, Quittengelee, Schichtnougat und Gummibärchen, auch für die Kinder. Er kommt auch aus Villingen-Schwenningen und hat die Holzmasken und Fahnen im Schaufenster dekoriert. Hat zu wenn Fastnacht ist und fährt nach Hause, sein Vater ist gestorben, er macht angebrannte Mehlsuppe und Kutteln als Kateressen (viel besser als Gaisburger Marsch, wie er dem Kunden erklärt) und dann Maske auf und um die Häuser ziehen und nächsten Abend Ball und er hat den Schlüssel für den Saal. Er kocht gelegentlich Menüs (mit Schokolade, aber salzig) und ich will mich mal anmelden zu einem. Vielleicht als Belohnung wenn ich als Erntehelferin gearbeitet habe. Hat die Bäckerblume der Kochinnung (ich nenne es so und frage ob es umsonst ist, er widerspricht, weil der Vergleich eine Beleidigung ist und seine Hefte viel hochwertiger) und sie vertreten Deutschland und machen Catering und Schnitzelköche nehmen sie nicht. Die Tochter wiegt ganz umständlich das Fruchtgelee ab und jedes muss einzeln abgewogen werden und dann ist es zu wenig für die Bizerba und dann piept es und die Eier sind fertig und sie muss unterbrechen. Ich komme dann wieder, wenn sie fertig ist und setze mich ins Café. Michael und Max sind da und auf die Mädels warten wir. Er hatte nach dem aus ihrer Sicht missglückten Familienfest, was sie beide ausrichten wollten keinen Kontakt mehr zu ihr. Der Sohn will immer zuhause anrufen wo Schwester und Mutter bleiben. Die Klaibergummibärchen sind für ihn, nein, die muss er mit seiner Schwester teilen. Er mag sie gar nicht. Die Frauen der Familie treffen ein 25 Minuten bevor wir weg müssen. Mama hat das falsche Fußballheft mitgebracht. Er ist Prinz. Die Tochter ist süß. Ich suchte jemand mit Haarmaterial für meinen Brezelstab aus Horn. Sie hat sie schon getragen sagt die Mutter. Ihrer Oma wollte ich sie schenken wegen München, aber die hat Kurzhaarfrisur. Eine 88-Jährige hatte eine Glatze, das blüht mir auch, wenn ich so alt werde. Nein, nicht ihr, keine Angst, sie wird immer volles Haar haben. Keiner in der Runde kann sich erinnern, dass Johanna in München auf dem Familienfest dabei war. Gibt nicht nur Butterbrezel sondern auch mit Salami.
Der Abschied von Mama ist traurig und sie ist es. Gedanken wie, es ist begrenzt, wie oft wird es noch sein, muss man verdrängen, sonst verdirbt man sich die Laune gänzlich und kann es nicht so unbeschwert genießen.
Im Zug ist es voll. Wir gehen durch, ein Typ, der ausschaut wie Prince Charming mit einem Makel. Er ist groß, jung, stattlich, dunkelhaarig, sieht blendend aus wie ein junger Prinz und hat ein deformiertes Ohr, 5 mal so groß wie das andere, verformt, d.h. viel Masse, kleine Öffnung, dunkel verfärbt, wie ein orientalischer Pilz, vielleicht sogar behaart. Ich muss mich richtig beherrschen nicht so drauf zu glotzen. Habe ich noch nie gesehen und finde ich gut, dass er es so lässt, seinen Kontrast. Er hebt einer Mitreisenden den Koffer hoch und einer anderen soll er auch behilflich sein da sagt er auf mich bezogen, lassen wir erst mal die junge Frau durch. Das Theatermagazin mit Goecke und seinem Dackel. Hebungen sind albern, Frauen sind doch keine ätherischen Wesen, die durch die Gegend getragen werden müssen und kosten außerdem viel Probezeit. Das ist ihm lästig und ästhetisch kein Gewinn. Er ist da 10 Jahre und hat jetzt Auszeichnung bekommen, wurde aber auch ausgebuht. Die Innungsmagazine der Köche. Klar, die haben das immer und wollen ins Bareiss. Ich könnte die ganze Landgasthäuser im 3-Löwen-Takt abtingeln und jeden Abend Spätzle und Sauce essen. Kalbszüngle klingt spitze und der Typ sieht niedlich aus ohne Ende. Das Treppenhauslicht wird auch noch nächstes Mal in Wien sein. Das ist toll. Vielleicht schaffen wir auch den gelben Nebel zur Dämmerung.
Gepäck nicht auf die Sitze stellen als Durchsage, peinlich, dass man so was muss, wie bitte Klopapier benutzen, aber man muss es und der Typ baut wieder alles zu neben sich mit Kaffeepappbecher und Crobag-Croissant, als ich zu Stephan wechsele, aber zum Glück kommt die nächste. Die Therapie muss weiter gehen. Peinlich, peinlich. Ich finde das sollte Bußgeld geben wie Hundekacke liegen lassen. Stephan sagt, ich bin zu radikal. Ich lästere halt laut. Unser Käsecroissant vom Café Stöckle ist mit richtigem Käse und so köstlich, das könnte ich jeden Tag essen. Crobag das ist Mist. Noch mehr Fotos von Hanna mit Hund auf dem Schoß. Bei ihren Freunden sieht sie richtig gelöst aus und strahlend. Der einen werde ich schreiben, dass ich mich gerne anmelden würde bei ihr, falls die zeitliche Reihenfolge es her gibt, weil sie sich mit umfangreichen Haushalten und deren Umzügen und Auflösungen offenbar auskennt und da nicht vor zurückschreckt. Nein, ich will heute nicht ins Büro und bin müde. Wir haben italienisches Weißbrot vom Böhm dabei und keine Butter. Das verlangt nach Lidl im HBH. Da ist es so voll, das man sich durchkämpfen muss und Expresskassen 4 hintereinander geschaltet. Wahnsinn. Vernissage am 19.02. in Fürth. Mein Mann geht mit seiner Schwester essen in einem Teuerladen in Wolfsburg, den ich ablehne. Da wusste ich nichts von und bin sauer. Sollte ich vielleicht mal alleine eine Reise antreten nach Fürth zu einer Vernissage. Meine Eltern bedanken sich überschwänglich, dass es so schön war und wir sind ein gutes Reiseteam, wie ich finde. Ich lösche ausversehen und ohne Vorwarnung meinen Wientext unter Notizen im Handy und bin echt genervt und sauer. Sunla und Andras haben Flüge gebucht zur Lumix. Ich gehe früh zu Bett und ohne Kuss von meinem Mann, also quasi Streit. Ich denke, es war für uns beide viel.
BM-Outfit 27.01.16
BM-Outfit 20.01.16
Ein Chihuahua in Wien
Meine Lieblingsdurchsage: „You have connecting trains to Bennemühlen“. Ob hier die Übersetzung jemals schon gebraucht wurde? Wir wollten eigentlich U-Bahn und Bus, aber aus Gewohnheit latschen wir wieder zur S-Bahn und merken es erst bei der Durchsage Langenhagen-Mitte. Günter ist nicht nur verheiratet, sondern auch fast Nichtraucher. Ausversehen zieht er sich den Pullover über als er seine Arbeit für uns unterbricht (alte Gewohnheit). Die Kollegin von Günter, die mal durchgedreht ist weil er unser Gepäck schon eingecheckt hatte, fertigt uns am Businessschalter ab (ich hätte mich da gar nicht angestellt). Sehen wir uns gleichwieder im Flieger will Stephan sie fragen und spielt auf die Szenen letztes Mal an, als sie mit Security in den Flieger gekommen ist um uns ob unseres gelben Koffers (den wir nicht haben) zur Rede zu stellen. Es geht um Stuttgart und günstige Zugtickets. Stephan ist das Gegenteil vom Schnäppchenjäger, aber dafür gibt es kein Wort. Sie rufen schon auf alle Fluggäste gebucht für den Flug nach Wien…. Hektisch gehe ich pinkeln und spüle nicht. Tagebuch hilft die letzten Male zu rekonstruieren, auch wenn man nicht alles lesen kann. Erst Yppenplatz und dann Sunla und Andras und sie sind nach Istanbul gefahren also wir hatten ihre Wohnung als airbnb. Stephan hat Tupper vergessen, wenn das jetzt meine Aufgabe sein soll, dann haben wir wenigstens was dabei. Der Himmel ist so knallrot am Horizont wie ich es noch nie gesehen habe. Blutrot wie der Hades und es wird –verständlicherweise – viel fotografiert, wenn man am Fenster sitzt.
St- Elias, so hieß auch der Steakladen in dem wir zu Andras Geburtstag waren. Chihuahua-Welpe Franzi schwerkrank (Nabelbruch, Knickschwanz) ausgesetzt.
Wien Mitte ist auch Landstraße. Die Plakate für Star Wars im MAK sind gut gemacht.
Türkenschanzpark wird seitens der Gastgeber empfohlen. Katze haben sie mitgenommen, die ist nachts sehr aktiv und das würde uns stören. Schöne Wohnung mit Instrumenten, Mandoline glaube ich und die Puppen kommen mir bekannt vor. Industrienähmaschine, Stoffe im Regal und Teppiche an den Wänden, alles sehr liebevoll gemacht. Hier würden meine Simituntersetzer reinpassen wie Faust aufs Auge. Die schicke ich ihr noch. Das Aufklappbild Istanbulansichten aus der alten Zeitung wäre auch schön gewesen mit den alten Anzeigen, egal, hat meine Kollegin schon. Ich muss in Hannover bei der Kloaktion mein Kind verloren haben, weil es ist nicht mehr da.
Der Einstieg ist gleich von null auf hundert, die Kurse in hellbeleuchteten Räumen. Erst Gebäudesanierung, interessierte Männer vor Bildschirmen, eine Schuttrutsche ist zu sehen und vorne hält einer einen Vortrag (ich muss an die Zeitverschwendung beim Yogaseminar ohne Praxis denken und will lieber nächstes Mal diesen Kurs buchen), Gymnastik- oder Tanzkurs im Kolpinghaus, alle stehen im Kreis, vorwiegend Frauen und hüpfen und schwingen die Arme (wehe wir erwischen Sunla und Andras hier) und die Fantasy-Männer mit Tribal und Spiele haben ihren eigenen Laden (frauenfreie Zone). In der Gaststätte sitzt ein Pärchen. Er sieht aus als wollte er zu seinen Spielerfreunden und muss aber mit der Frau essen gehen. Er ist so traurig, dass er sein Bier nicht mal austrinkt.
Mag Wien zur Winter- und Faschingszeit am meisten. Die Einrichtung mit der trostlosen Faschingsdeko, Ballons und Luftschlangen in verblichene Farben sieht wieder aus wie aus einem Ulrich Seidl Film. Trennwand aus hellem Holz und geschliffenen Glaselementen (schlechte Handyfotos). Im Weinwohnzimmerschrank steht, „Auch Gutscheine zu haben“ und oben drauf haben sie Flasche dekoriert und davor jeweils ein Kochbuch, Suppen, Wild usw. Gastronomie mit Stammtrinkern am Tresen. Einer der 2 Schnaps, die er zum Bier trinkt, ext. Langsam Werner, er muss um 6 raus und ist stramm als das Taxi kommt, der andere isst mit einer Frau, seiner Tochter (?), die nach der Zwiebelsuppe abhaut, er geht Cash holen und will dann Kaffee und 1/8 wenn er wiederkommt, dann zweite Runde Kaffee und Weißwein (muss sehr lecker sein). War an seinem 57igsten so besoffen, dass er vor seinem Bett umgefallen ist und sich nicht mehr ausziehen konnte, „schäm Dich!“ ist die Reaktion, wir trinken, aber gehen noch gerade, die Bedienung muss mitkonsumieren als Animation, es läuft Scorpions, Wind of change, die Musik ihrer Jugend, sie dreht auf). Der Stammgast schaut sich die Einbaukühlschränke hinter Holzverkleidung an, die unterschiedlich schließen. Er schaut auf die Technik und wo es hakt. Da könnte er was machen. Die Kühlschränke sind riesig, skurril und sehen von vorne aus wie Türen, sind in den Tresen eingebaut. Hier könnte man auch Hanna drin kühlen. und einem Wirt, der selber kocht bis hin zu Salzburger Nockerl (hat mir gleich das Rezept gesagt, 5 Eier (!), Schneenockerl kocht man übrigens in Milch und nicht im Wasserbad wie ich vermutet hatte) und Nußschnaps. Nach Vor- und Hauptspeise 3 Palatschinken und die Salzburger Nockerln. Er wundert sich, mein Mann ist ein Tier, Ist tatsächlich eine Portion wie für eine Familie. Die Bedienung muss sich von dem Kunden an den Po fassen lassen. Mit den Männer flirtet sie, die Frauen kriegen ein freundschaftliches Küsschen und hat sich auch sehr um uns bemüht, („wenn’s uns halt gefällt, dann kommt man auch wieder“ auf uns und Wien bezogen) und wenn wir bis Dienstag da sind, dass man sich die Tage vielleicht noch mal sieht…sie haben auch Mittagsangebote. Der Koch freut sich über uns, ich sage mein Mann ist ein Tier als wir die riesigen Nachtischberge mit 3 Palatschinken und den Salzburger Nockerl bestellen. Er probiert auch gerne was Neues. Kamera nicht dabei, Handy wieder leer. Gerne hätte ich das Beef Tartar pikant mit geröstetem Brot und Salatgarnitur, die Rinderbouillon mit dem großen Grießnockerln fotografiert. Teigtaschen mit Spinat und brauner Butter, geschmorten Kirschtomaten und Grana Padano, Backhendltag mit Bio-Huhn. Ausgelöstes Backhendl sind Chicken McNuggets für Piefkes. Das Fleisch fällt von den Knochen und ist saftig. Man kann mit dem Messer arbeiten. Stephan pickt das Fleisch mit der Gabel, wie ein Mädchen kurz vor der vegetarischen Phase. Ich rate ihm nächstes Mal das Schnitzel zu nehmen, da hat er mehr von und kann es besser zum Erdapfel-Vogerl-Salat, der köstlichen Beilage mit einer Salatsoße zum Hinknien, essen. Stephan schlägt das schon vor für meinen 50zigsten. Biergarten haben sie vor der Tür. Ist deutlich leckerer als Prillisauer und Gmoa-Keller. Das Essen ist spitze und die Atmo auch. Der Raucherbereich ist für geschlossene Gesellschaften perfekt. Sabine soll auflegen. Internetpaket ausversehen geklickt.
Die Metzgerei mit Kaffee und den tollen Fliesen und dann noch Würste aus Wolle, gestickt und Nussschnaps mit handgeschriebenem Etikett. Ich kriege mich nicht mehr ein. Auf dem Rückweg lese ich das Angebot: Frisches Schweinshirn. „Sweet Memories“ macht das Licht aus als wir vorbeigehen und ich reinschaue. Überall die Schnapsflaschen im Schaufenster,
Beerdigungsmuseum, Morgen Führung. Morgen ist auch Ball der Alsergrunder 5ziger mit Bands Square Dance ab 16 Uhr inklusive Wiener Schnitzel für 35,- €. Das wäre ein Ball, der mich noch mal interessieren würde und Romeo und Julia im Burgtheater mit Live Musik und tatsächlich 3 Paare parallel (wie ich es mir um Thalia vorgestellt hatte). Das wäre mal ein Vergleich, aber ich werde Rabe sein. Wenn Stephan krank wird, dann hüte ich mit ihm die Wohnung und mache nur ganz kleine Ausflüge bei denen ich mich nicht verlaufen kann, auch gut.
Statt Schnee liegt weißes Salz auf den Straßen, aber die Luft in Wien wird immer besser.
Dremelset und Yoga bei Lidl. Stephan spricht mit Sunla und ich höre, dass ich schon schlafe. War am Einnicken, bin aber hochgeschreckt.
22.01. Prüfungstraum. Die Prüfungsordnung haben sie geändert. Wir sitzen in Essen oder NRW, alle Sitze sind belegt mit Taschen, wir sind alt und schwerbehindert und setzen uns einfach. Nur noch eine philosophisch-juristische Frage. Der Raum ist so, dass es 2 Hälften gibt, ein Teilnehmer beschwert sich, dass man nicht von einer Stelle aus alles oder die Tafel sehen kann. Wenn man Autobetrug macht, wird das teuer, alles gibt Aufschlag auf den Schaden als Strafe. Zwei Personen spielen in dem Fall, die ich mit S und H abkürze. Sind Autobahnbrücke Fehmarn (oder irgendwas Geographisches in D) der eine 45 ° und der andere 32°. Das ist die Aufgabe? Das sagt mir nichts. Würde Stephan gerne was fragen, wie weit das auseinander ist, was wo liegt, nördlich, südlich, das scheint ja wichtig zu sein, wann die sich treffen, aber wir sitzen auseinander oder Leute dazwischen.
Die Bahn fährt unentwegt, ist doch mitten in der Nacht. Ich denke an das Kalenderblatt meiner Eltern im Januar mit Teneriffaanspielungen, Kalifornien, dem Stuttgarter Museum, aber vor allem dem Teelicht aus der Gaststube Fröhlich, muss Stephan mit dem Finger anmacht (Großaufnahme). Bin ich Hellseherin?
Ich frage mich, warum die Bim alle 5 Minuten fährt mitten in der Nacht. In der Ankerbäckerei ist schon Licht, 5:30, daneben steht: „Überdreht? Wie der Mond unser Leben beeinflusst“. Die neue Serie in der Krone ab 24.01. Die Frauen räumen innen und sitzen dann vor der Tür und rauchen. Nach der Rauchpause stellen sie das Klappschild raus.
Die Versicherung aus Australien meldet sich wegen Krankenhaus dort und Kosten, scheint alles zu laufen. Frau Mittelfeld mit dem Kopftumor will die angebotene Wohnung meldet die Tochter. Chatten mit der Bestatterin aus Stuttgart. Klangschalen an der Beerdigung von Hanna. Wir wollen hier in das Bestattungsmuseum gehen. „Die Wiener und der Tod“. Das soll toll sein schreibt sie. Bringen ihr Prospekt mit. Divan. Mode jenseits von Alter und Geschlecht. Old is the new black. Irgendwie voller Werbung ist so was. Spa-Behandlung im Sacher und Hüttenzauber, Werbung für Hotels in den Bergen. Die neuen Stiefel kenne ich auch alle schon seit Jahrzehnten…Wo ist das Handy frage ich den schlafenden Mann. Wenn das heute nicht aufgeladen ist, habe ich den ganzen Tag wieder Stress. Da sorge ich jetzt für. Drogenberatung und auf dem Bild Joints und ein Aschenbecher. Das ist vorbei an der Realität (siehe gestern). Gemeindebaumord, der Kochlehrlinge wurde von der Witwe (72) aufgefordert nicht im Treppenhaus zu rauchen und der hat ihr mit einem Blumentopf den Kopf eingeschlagen und 19 Mal auf die eingestochen. Er hat sich in einen regelrechten Blutrausch hineingesteigert und soll dem Psychiater vorgeführt werden. Letzter Satz: „es gilt die Unschuldsvermutung“. Sehr schön. 7:30, es wird hell und die Szene vor dem Anker wird geschäftiger. Gegenüber steht auch „Mensa – mitten im Leben“. Im Neubau spiegelt sich der Altbau, vom Hundertwasserdick steigt Rauch auf und die Sonne scheint. Die Wohnung hat auch sehr originelle Ansichten, die Lampen aus Wasserrohren und macht viele Knackgeräusche, wohl die Heizung. Hier hängt auch eine Bleistiftzeichnung, die total an Andreas Oehlert erinnert mit einem 3-dimensionalen Muster. Strickstulpen und Rabenkopf. Noch nie habe ich so gut in eine angemietete Wohnung gepasst.
Ich reiße einen der Dreads raus beim Bürsten, aber schmerzfrei und dann waren es nur noch 3. Draußen im Treppenhaus klingelt einer überall im Haus und wirbt für Fensterputzen.
Fotos der Umgebung, der Computertyp kommt raus als wir ein gestelltes Foto machen und will uns aufs Maul geben. Der erste Second Hand Laden ist spurlos nicht da, der zweite wegen Krankheit geschlossen. Günters Rückensalbe, die es in Deutschland nicht gibt. Ich kaufe Eibischkissen oder so was. Streetbody ist der neue Backshop. In jedem Block, warum ständig trainieren, wenn 20 Minuten reichen. Beim nächsten reichen 15. Da könnte man zu dem ersten und fragen, warum 20 Minuten trainieren, wenn 15 reichen. Beim Metzger mit den Strickwürsten und den tollen Fliesen gibt es auch Nußschnaps mit handgeschriebenem Etikett. Die Kaffeemaschine ist leider kaputt. Er hat viel Hundefutter zwischen den menschlichen Wurst- und Fleischwaren, getrocknete Ohren und so was, das läuft bestimmt super, weil für die Hunde tun die Wiener alles. Alles sehr sauber und super dekoriert.
So teuer wird der Opernball, Mineralwasser um die 7,- € heißt das hier und „alle unsere normalen Pizzen um die 6,50 €“ ist zu lesen. Ich habe Kaffeedurst. Inder, Mittagstisch, Chai Tea? Irgendwas. Gegenüber ein Eckkaffee. Trockene Backwaren, das einzige schlechte Essen in Wien, aber dafür weniger als 8,- € und zwei große Braune mit dabei. Inhaber aus Srilanka, Rentner trinkt das Dosenbier in großen Dosen, was im Sonderangebot ist und 0,69 kostet und Schnaps. Fragt den erwachsenen Sohn, ob er zum Bahnhof fährt, seinen Lottoschein abgeben für über 13,- €. Das erinnert an das sinnlose Internetpaket, aber Lotto spielen fange ich trotzdem nicht an. Der dritte Second Hand sieht gut aus, aber es hängt ein Schild, dass die Verkäuferin kurz weg ist und um 11:45 Uhr wiederkommt. Ich warte hier nicht in der Kälte, das wirkt verzweifelt und sie kommt nicht und ich hab eh genug. Dann 48er Tandler, die haben ihre eigene Band, wie die Berliner Verkehrsbetriebe. Die Tochter ruft ihren Papa an um zu sagen, dass sie fleißig lernt. Aussteigen, weil Stephan den Zettel nicht dabei hat. Was ist das für ein Sternbild was ausschaut wie eine Hähnchenkeule. Ach so, das sind die Umrisse unseres Gastgeberlandes. Tolle Station, sieht aus wie Fasching, d.h. Konfetti. Wenn man nach dem Weg fragt sind alle abweisend. Wir finden es trotzdem, sehr sauber, kein Trödler, gehen wieder. Belevedere. Was wollen wir hier. Die Lichtkunst war doch woanders. Hier auch. Ich muss pinkeln. Hier nur ein Objekt und Eintritt 14. Zahle lieber 0,50 fürs Klo, sehr sauber, ich zahle mit 5,- €, weil Vorkasse und sie wirft ein 50 Cent Stück in die Tür und hält sie mir auf und wärme die Hände mit warmem Wasser und Fön. So nach dem Reinfall wieder ich. Will in den englischen Chariteshop bei der britischen Botschaft. Wie letztes Mal unterhalten sich die Frauen auf Englisch und sortieren dabei die Sachen. Hier ganz in der Nähe war ein echter Trödelladen mit alten Schuhen. Frage und wir landen wieder beim Lusterladen. Ja, der unfreundliche Kerl ist ihr Schwiegervater in spe. Das hat sie uns letztes Mal schon erzählt, wird Zeit, dass sie mal unter die Haube kommt. Man siezt sich. Sie hat tolle Taschen und Hüte, aber nicht meine Preislage, dann wenigstens Foto. Sie gibt uns Tipps, neuer Second Hand beim Sperl und Café Jelinek mit dem englischen Ofen al Tipp. Swarowsky hat sie und ihren Freund zum Opernball eingeladen. Sie macht den Laden offenbar als Hobby und wird von ihrem Freund ausgehalten und zahlt in dem Laden keine Miete. Faschingsfeier, ihre Freunde seien Muffel, gerne mal verkleiden mit Latexschwert, aber Fasching da wollen se nicht. Fahrräder werden geklaut wird hier wieder behauptet. Das halte ich für ein Gerücht, weil offensichtlich keiner eins will in Wien oder alle sind so arm, z.B. die Studentin (Tochter von Beruf) aus der Bim, dass sie sich keines leisten können. Wir lachen jetzt immer, wenn ein Fahrradparkplatz knall leer ist mit keinem einzigen Rad und sagen: alle geklaut.
Lichtausstellung ist ganz toll mit vielen Prismen und Spiegeleffekten. Im Treppenhaus ist alles schwarz-weiß und das Gold ist Silber und sieht aus wie Bleigießen an Silvester. Stephan sagt, wir sehen aus wie Tote, lässt sich aber nicht fotografieren, der Effekt. Durch Spiegel verdoppeln sich Räume und auch einem Halbkreis wird ein ganzer und man sieht sich selber durch den Metalltunnel gehen wie in eine Arena, Stephan will nach Hause wegen Hemd und umziehen, ich bin dagegen. Wir verärgern den Kellner im Frauenhuber und verstehen ihn nicht, nur so viel, dass er mich scheiße findet. So wird das bei Hader. Nusspalatschinken mit Schlagobers. Da gibt es keine Verständigungsprobleme. Madelaines bei Meinl. Tochter 65 und Mutter 85 und hat Haarsprayfrisur, Kamelhaarmantel mit Pelzkragen und zahlt ganz langsam. Die Geldbündel werden von Geldklammern gehalten. Ganz freundliche schöne Kassiererin mit goldenem Haar. Ich verstehe, wir sind ein interessantes Paar, Stephan sagt, er habe eine interessante Partnerin, haben sie strahlend festgestellt.
Zu früh bei der Führung. Alle sammeln sich vor der Tür, aber keiner wird vorzeitig reingelassen. Liechtensteinpalais mit italienischen Bauherren, Luster wiegt 1,5 Tonnen. Thonet hat die Fußböden gemacht. Das Muster in Laminat liegt zum Schutz darüber. Kann man mieten. 10 Stunden kosten 6.500 € aber ohne Bestuhlung und Verpflegung, reine Raumkosten. Schnäppchen im Vergleich zu Versailles. Dann ein Engländer, der Neorokoko reingemacht hat mit Pastelltönen zu dem ganzen Stuck und Gold, Seidenbespannung an Wände und Möbeln, passende Vorhänge, Rosen, Marmorimitat. Die Figuren aus Stuck schimmern durch Fischschuppen. Gemäldesammlung. Lerne über Biedermeier. Rückzug ins Private, weil man ausspioniert wurde aus Angst, dass die Französische Revolution nach Österreich überschwappen könnte. Der erste Stil der bürgerlich geprägt war. Motive aus dem Leben. Bauern, Straßenszenen. Halt sehr kitschig, bei den Möbeln hat man das Holz wirken lassen und einfacher gearbeitet, dass es sich jeder leisten konnte, pressen statt schnitzen und Goldfarbe statt Blattgold. Der eine Fürst war streng religiös und hat alle Nackten verkauft aus der Sammlung u.a. Rubens Samson und Delia, was jetzt im Ryksmuseum hängt (ja, war mehr Kunst als der Biedermeierkram, den er behalten hat) oder Lendenschurz rübergemalt. Die Führerin nennt das bigott, meint aber was anderes. Sonst waren die Fürsten immer so klug in geschäftlichen Entscheidung z.B. reich heiraten konnten sie gut oder das Eigentum von vertriebenen Protestanten, die nicht konvertieren wollten, sich einverleiben, aber das war geschäftlich gesehen ein Griff ins Klo würde ich meinen. Die Töchter hat sie alle strategisch gut verheiratet, eine nach Neapel, der Typ war fies und hat ihr auch noch 18 Kinder gemacht. Sie sagt, wenn wir wieder rausgehen ins Treppenhaus wird eine Last abfallen von unseren Augen. Das sieht der Schweizer in der Gruppe auch so, der mich anspricht. Trägt die Schweizer Uniform, Freitagtasche.
Nachhause und dann zu Pramel & der Wolf, 4 Stationen mit der Bim. Praline mit Fettglasur und flüssiger Sellerie als Gruß aus der Küche. Er spricht mich auf mein Hütchen an und ich greife die gebogene Pinzette, die bei ihm vorne drin in der Tasche steckt. Hat die Form eines Reihers. Die braucht er um die Kollegen zu piksen, wenn sie nicht schnell genug arbeiten. Ich finde es äußerst lecker und viel besser als das Tian, was überteuert und doof war. Die schlichte Einrichtung Zimmerpflanzen, die verkehrt herum hängen und dem abstrakten Wolf finde ich super. Schaffell auf den Bänken. Viel mit Gemüse, aber tolle Fleischsaucen, Leber, Hirschfond, Schwein, ungewöhnliche Weine. Teile mit Sunla die Weinreise. Sie schmeckt den Trüffel nicht moniert das mehrfach, was einem den Spaß am Essen halt etwas kaputt machen kann. Am besten ignorieren. Sie war mit Rückenschmerzen lahm gelegt tagsüber und konnte nicht so lange sitzen. Wir tauschen dann die Plätze. Erzählt sehr süß, dass ihr Papa beim Skypen der Bildschirm abfotografiert und sie dann sein Foto und wir jetzt ihres. Der Tresen mit Kursivschriftzug (erinnert mich an Wurlitzer oder wie sie heißen) und holzverkleideten Kühlschränken wie gestern ist alt, aber abgeschliffen. Ich finde ihn toll.
Ich finde das Baby wieder. Hier ist nicht Uni. Das war mal. Sunla zieht die BM-Strumpfhose mit dem braun-grauen Eiskristallmuster unter.
23.01. Hatte das falsche Hütchen auf, wollte Tony Hohlfeld-Krebsschere tragen. Wäre viel besser gewesen. Jetzt muss mal besser geplant werden! Das schwarze Kleid hätte ich heute zum Beerdigungsmuseum anziehen können, habe es aber gestern Sunla und Andras mitgegeben. Ich verbocke die Klamottenplanung. Gut, das Bestattungsmuseum hat Samstag und Sonntag zu.
Im Haus hat einer seinen Christbaum entsorgt und die Tannennadel und –zweigespur würde unzweifelhaft den Täter überführen. Wir hatten gestern das Thema, dass das reglementiert wurde. Hier ist ein Trafik frei, die Typografie ist meine große Liebe in Wien neben den Wandbildern und -plastiken, aber mehr noch die verschiedenen Typos. Hier Gentlemen Club, Collage aus unterirdischen Dildo-, Blase- Barfotos. keine Mitgliedschaft, unverbindlicher Flirt, sollte Stephan mal reingehen, vielleicht verpasst er was und hätte anschließend was zu erzählen, wie trockener Alkoholiker in eine Bar, erlebt man was. Wenn die ihm zu nahe kommen, auf die Werbung verweisen und sagen, er sei noch nicht so weit und unverbindlicher Flirt. Alles in Wien ist ein Puff, auch wenn Kindergarten dran steht. Nur skurril, Apotheke Auge Gottes, Würstelstand und heiße Maroni daneben. Dann wieder eine Bar, die mit Kaffee wirbt und voller Alkoholiker ist, hinten an der Wand eine Dartscheibe, die vormittags in Benutzung ist und daneben ein ACDC Flipper. Ich schaue interessiert rein und habe Angst, dass ich wieder einen Typen provoziere und rauslocke (und meine damit keinen arabischen Asylwerber). Es schneit. Kutschkermarkt, Trüffelgouda und Chilikäse (will was heute Abend mitnehmen). Diese Mohnklumpen sind der Hammer. Schoppenhauer, guter Kaffee und das Müsli, Stephan hat Eier im Glas von freilaufenden Hühnern, der Kellner ist dickfällig und braucht ewig um Milch zum Kaffee zu bringen und die Semmel zum Ei (muss man extra bestellen, aber er hätte auch fragen können, zwei Eier ohne Brot, diese Art der Trennkost wird wohl selten gegessen denke ich mir). Da wäre ich 5 x selber gelaufen und alles wird kalt, aber das ist gefährlich. Im Frauenhuber hat Stephan selber die Karte gegriffen und der Kellner ist fast ausgerastet. Ich sagte, das ist als ob Mandanten Rechtsschreibfehler in meinen Schriftsätzen finden und sie verbessern, als würde einer sagen, der macht seinen Job nicht richtig, aber wozu habe ich dem heute 2,- € Trinkgeld gegeben. Es läuft ein Film der kommentiert wird in den Pausen. Stephan: erklärt einer die Witze? Die Zuschauer lachen nicht, die Lacher kommen alle vom Band. Es gibt noch Schach für Frauen. Ein großer Weimaraner liegt auf einer Decke und total im Weg. Hunde können auf dem Boden liegen, manchmal legen sie sich freiwillig neben die Decke, aber man sieht wieder das Bedürfnis von Frauchen, was dahinter steckt. Ich liebe den Laden, er ist herrlich gemütlich und immer so schön unaufgeregt und leer. Die Kuchen sehen toll aus, Schokoladentarte usw. aber der Mohnstein liegt schwer im Magen.
Kaufe 2 Humana leer. Der erste schließt gerade und ich habe einen Gürtel von einem der gekauften Kleider (tolles Blättermuster) im Laden vergessen oder es wurde nicht eingepackt. Hätte aussteigen sollen aus dem Bus, als ich es gemerkt habe, aber denke, die lässt mich eh nicht mehr rein, so wie die drauf war und dann flippe ich noch mehr, beschäftigt mich den ganzen Tag und ich mache Piefkealarm im zweiten Laden. Da arbeitet ein Heteromann, gut, die können das nicht verstehen. Mit dem Bus zum Sperl. Teuerladen Frau Kleidsam mit echt alten, auch historischen Klamotten. Glaube nicht an die Ansage mit Paris, dass sie das Teil aus Paris mitgebracht hat, aber klingt wohl besser. Ein toller Mantel aus grün eingefärbtem Persianer. So was habe ich noch nie gesehen, gottseidank passt er mir nicht. Die Frau mit fast keinen Zähnen mehr bessert die Sachen aus, aber sie siezen sich. Sie kriegt einen Kaffee gemacht. Sperl ist zu voll, d.h. mit langer Schlange und wir gehen ins Phil. Da ist es auch voll und echt nette eingerichtet zwischen Büchern. Es gibt Matchalatte und Speisekarte auf Englisch. Die hängen mit dem Gartenbaukino zusammen „Gartenbaukino forever“ und die Lesung mit Sedaris ist ausverkauft. Flyer von Hatefull eight, aufs Klo und wieder raus. Sie müssen hier den Bon aushändigen wie in Italien, erklärt der Typ beim Bücherverkauf einer Kundin. Ein leicht behinderter Kavalier an der Haltestelle, sehr süß, bitte, will, dass ich vergehe, warnt wegen Rutschgefahr. Zuhause im Bett aufwärmen. Heute nicht viel geschafft, halt 12 neue Klamotten. War wohl anstrengend, einen tollen gemusterten weinroten Mantel, ein grünes Kostüm, leicht trachtig, einen englischen Modellhut mit Feder um die 12,- €. Ich habe echt gute Sachen gefunden. Mail an Humana.at wegen des Gürtels bringt auch nichts, mache ich trotzdem.
Zu Sunla und Andras. Der Schriftzug „Fernwärme Wien“ sieht toll aus. Mit dem Schneeräumen nehmen sie es hier echt ernst und vor der Haustür arbeitet der Hausbesorger und am Kolpinghaus auch einer und Spittelau sind lauter Räumfahrzeuge unterwegs. Ich bin mit Sandaletten unterwegs wie die reinste Engländerin. Stephan sagt, sie lassen sich das hier nicht bieten und wissen damit umzugehen, sind außerdem Bergvolk und wollen zeigen, dass sie es im Griff haben. Machen sich lustig über die vielen Glatteisunfälle in Deutschland. Am Reumannplatz sagen wir, dass wir in 3 Minuten da sind. Es gibt tolle Chicken Wings von Andras und Rosésekt, den Käse habe ich vergessen. Sunla will eine türkischen Kaffee machen, aber die Zeit reicht nur zum Haare machen und Make Up. Gela erzählt von den Abstürzen in Kitzbühel und, dass es das gefährlichste Rennen ist und ich frage, warum sie das machen bzw. nicht verbieten. Es sei halt eine Mutprobe. Außerdem sind 4 ° plus die ideale Schneetemperatur weißt die Frau vom Alpenverein. Sunla erzählt (als ich die Überschriften und Zeitungsgeschichten referiere), dass die Wiener es mit dem Tod echt drauf hätten, erst sich selber und dann die Frau erschossen wäre neulich die Überschrift gewesen. Ja, die können’s, die Wiener. Treffen Freunde von ihnen in der Bahn. Wieder Orientierungslosigkeit an der Mariahilfer. Nur bei Stephan nicht.
Die Gäste sind wieder so was von phantasievoll, Gastgeberin Rakete, die nette Juristin und Theaterexpertin ist Rauchfangkehrer (die wenig Freunde unter den Juristenkollegen beklagt, was ich bestätige, aber auch glaube dass das viel besser bei mir in Hannover ist), der DJ ist Rocky, Rucksacktourist mit kurzen Hosen und Flip Flops, Reklamheft, R-Kelly, Rambo, Raben gibt es außer mir mindestens 3, am besten gefällt mir die Schwangere mit rotem Band und Plastikfolie um den Bauch als Raffaelo mit passendem Haarreif. Als sie geht darf Stephan die Schokolade aus ihrem Haar essen. Freue mich Julia zu sehen, die wohnt am neuen Bahnhof in einem Neubau, ist eine Genossenschaft und alle Mieter, die bewusst gemischt werden für eine gewisse Ausgeglichenheit, sind an einem Tag im Dezember eingezogen und man kann mit dem Fahrstuhl direkt in den Interspar fahren. Die Wände sind zu hart für Nägel meint Sunla, aber sie bohrt auch gerne. Unsere Gastgeber sind recycelter Rollrasen und der Rhabarabarbarabarbarbarenbartbabier, was ich erst kurz vor Ende kapiere. Julia empfiehlt eine Führung im Hundertwasserkraftwerk. Anhand der Fotos sehe ich, dass später noch Rennfahrer und eine erstklassige Ratte dazugestoßen sind, aber wir hauen früh ab.
Kurz vor der Albertina kann ich es sagen: Rhabarabarbarabarbarbarenbartbabier. Waldviertler doppelt geräuchert ist die beste Wurst, Käsekrainer, er verzieht das Gesicht, päh, isst er nie.
Überall sind die Hausbesorger und die 48er unermüdlich im Einsatz, auch nachts. Ich bin beeindruckt. Später entdecke ich die intensive Werbung (stecken auch die 48er dahinter) und weiß warum die Personal ohne Ende haben.
Der Grandlerakademiker, erst ein lächeln, dann ein Gespräch über das Wetter, weil es bei den Bahnen zu Verspätungen kommt wegen Glatteis, aber in Wirklichkeit hat Stephan Vorhersage gestimmt und der Schnee ist fast wieder weg bzw. Schneematsch. Es steht seit 10 Minuten 2 Minuten dran für die Linie D mit dem Hinweis auf Witterungsverhältnisse, der nicht nachvollzogen werden kann, eben, kein Glatteis und Schnee am Tauen. Er lästert über die Regierung (ihrer ist der kleiner Bruder von der Merkel) und über die Vizebürgermeisterin, die aus Griechenland stammt, den dicken Bürgermeister, den er mal erwischt hat wie er betrunken über eine rote Ampel gegangen sei und die reichen Grünen, die alle außerhalb im Grünen wohnen und als Normalsterblicher wohnt man in der Stadt und muss halt die Heizung aufdrehen. Dann wird es persönlich/politisch und er erzählt von seiner Lage mit zwei Ex-Frauen, für die er zahlt, für eine etwas weniger. Die Söhne sind nichts geworden, dem einen hat er 10 Jahre lang das Studium gezahlt, der andere hat nicht mal die Matura geschafft und bekommt vielleicht Grundabsicherung, so viel wie ein Syrer auch, aber das sei auch Kaisern und Königen schon passiert, dass die Söhne nichts geworden sind. Er war als Offizier im Nahen Osten und kennt das alles dort viel besser als die Politiker und selber die Christen in Syrien haben mehrere Frauen. Wenn die erste ihnen keinen Sohn schenkt z.B. Aber er habe ja auch zwei Frauen, halt nacheinander und Ex und warum hat er eine zweite genommen nach dem ersten Sohn will ich dann wissen. Jetzt kommen die ganzen jungen Wehrdienstleistenden her, hoffentlich finden sie eine und vergewaltigen keine.
Bei der ersten Reise bzw. Erzählung davon von meinen Eltern fand ich ihre Geschichte von dem Stadtführer, den sie am Trafik kennen gelernt haben beim Kauf eines Spiegels und der dann eine Stadtführung mit ihnen gemacht hat bis er nach Hause musste zur Insulinspritze, erstaunlich und bemerkenswert. Mittlerweile denke ich, vor denen kann man sich nicht retten. Der Grandler hatte vor uns ein Paar aus Lichtenstein am Wickel als die Bim stehen geblieben ist. Die machen nichts anderes als sich Touristen aufzudrängen (siehe damals Zentralfriedhof, der Typ dessen Frau an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben war und der täglich dort unterwegs war auf der Suche nach Opfern/Zeitvertreib mit seinem Fersensporn und sonst nach Istanbul zum Röntgen gemusst hätte, gemeint war der 10. Bezirk und er weigerte sich Andras seinen Namen zu sagen, das tue nichts zur Sache, Strange ohne Ende).
24.01. Träume von kleiner Bildunterschrift: „Mit der Bestatterin unterwegs“ und will die ins Wientagebuch kleben als Erinnerung an diese Zeit. Werde wach davon. Dann soll ich wohl basteln.
Chaitee von Leyla und Zucker vom Frauenhuber, den ich mitgenommen habe. So beginnt der Tag gut.
Hannes musste ich zwei Mal die Abfahrt verbieten, auf Kitzbühel bezogen, wird meine einzige Postkarte dieses Urlaubes. Die Polizei verteilt Taschenalarmgeräte am Praterstern, Sexmob, Autolenker konnte helfen. Anita Z. wurde Opfer und ist von hinten abgebildet und verängstigt mit Mops Lima, den sie aus dem Tierheim geholt hat. Stephan hatte sich über die Ausgabe schon beschwert mit Dieben aus Ungarn auf Beutezug, die Kettensägen im Burgenland geklaut haben. Genau der rassistische Quatsch, den der Typ gestern offenbar eins zu eins nachgeplappert hat. Krebs im zunehmendem Mond. Heute keine Haare waschen und Körperhaare entfernen (hatte ich eh nicht vor, aber wäre auch ungünstig laut Aberglaube) und einen Salat- und Fastentag einlegen. Der hat ja nachts am Würstelstand begonnen und das Kameel steht heute an, so dass sich das nicht ausgeht, würde ich meinen.
Wien ist die Stadt der verzogenen Hunde und der Schwerstalkoholiker und die in den Mittelmeerländern können gar nicht so viele Straßenhunde produzieren, wie die hier retten wollen. Ein Welpe will Tauben jagen und springt in die Leine. Hier immer gewähren lassen, das macht einen freien Charakter, denken diese Hundefreunde. Ich kann es mir kaum anschauen. In Wien vergeht mir die Lust auf Hundehaltung. Dann doch lieber wieder den Blick in die Umsonstzeitung werfen: Wirt lässt Politiker nicht rein, kein Essen wegen Rauchverbot und Kassa.
Endhaltestellensightseeing mit der Bim. Ist viel besser als Bus, kann man auch besser rausschauen, zumal die Busfenster sehr dreckig sind. Uli sollte hierher ziehen. Die können immer Tierärzte gebrauchen, an jeder Ecke ist einer neben einem Hundefriseur und wenn man noch Dr. ist bekommt man bestimmt Freikarten für irgendwas. Schlumberger Sekt. Plachuta Nußdorf, der Tafelspitz war lecker, aber ein bisschen Moral habe ich schon beim Essen. Ein Vietnamese in einem alten gelben Wirtshaus löst einen Streit aus. Ein Typ mit einem spitzenmäßigen Mischling (breiter Rücken, wie Stephan meint) steigt ein. Er ist brav, aber der Bub soll sich nicht in den Gang legen. Ist ein Malakow, was klingt wie eine Nachspeise oder Torte soll ein belgischer Schäferhund sein, zumindest vom Charakter her. Sie weiß genau, wo sie aussteigen müssen. In einem Einkaufscenter ist ein Mann auf einen Hund getreten und der ist Tod. War es Absicht? Er behauptet Gleichgewicht verloren, soll aber gesagt haben: „Was, Sie sind traurig, ich kaufe ihnen einen neuen Hund“. In der Zeitung die Blutspritzer wie aus dem reinsten Splatterfilm. Das muss auch ein sehr kleiner gewesen sein, der wie ein Insekt zertreten wurde. In den nächsten Tagen ist zu lesen, dass das Einkaufscenter ein generelles Hundeverbot erwägt. Dazu hat der Wiener Tierschutz wieder eine Meinung. Diese Chihuahuas sind irrsinnig beliebt und denen dann Klamotten anziehen und sie viel auf dem Arm tragen oder in Taschen. Es wurde in einem langen Artikel vor den Gefahren des Schneefressens durch Hunde gewarnt. Das kann zu Rachenentzündungen führen, hallo es sind Hunde und die brauchen keine Jäckchen und Deckchen!!?! Aber wer warnt die anderen Tiere, dass das gefährlich sein kann? An der Endhaltestelle kontrolliert der Fahrer ob die Kasten mit den Bremssteinen voll sind und stempelt Fahrkarten ab um zu kontrollieren, ob die Stempler alle in Takt sind. Es gibt Mohnsteine während der Fahrt. Für die könnte ich sterben und töten.
Ein Brunnenhäuschen für Waschungen im Türkenschanzpark. Schöne türkische Kacheln. Wenn Du Dich nicht selber kennst, was nützen Dir die Bücher.
Alter Kasten, Uni für Bodenkultur oder so ähnlich. Ein Ausflugslokal und ich gehe vermeintlich durch den Raucher, aber wie wir bald darauf merken ist alles offen in dem kleinen Achteck aus Holz und es wird gequarzt was das Zeug hält, was mir meinen Joghurt mit Früchten etwas verdirbt. Selbst die Oma, die Suppe und Schnittlauchbrot isst und schwer nach Reformhaus ausschaut steckt sich danach gleich eine Filterkippe an. Innen sitzt ein vom Leben und Alkohol gezeichnetes Pärchen und sie trinken Aperol und die Frau ist verheult, darüber Luftschlangen und mehreren Bahnen zur Mitte hin und da hängt ein Luftballon. Es sieht wieder schwer nach Ulrich Seidel aus. Dazu passt natürlich eine Zigarette. Meine Augen brennen. Draußen baut ein Junge einen Schneemann, Oma und Mutter sehen gleichalt aus und der Schneemann bekommt einen Becher von McDonalds als Hut, den Strohhalm in den Kopf gesteckt. Bus fahren. Hier sind Villen und es wohnen die Leute darin, für die Meinl am Graben der Rewe ist. Schlickplatz.
Seit wann heißt Forum Austria Freyung, hat Piefke-Sunla ihm das neue Wort beigebracht und es ist ihre Geheimsprache. Der Platz heißt so und er bezweifelt, dass die Leute das Forum Austria kennen. Da könnte er auch Recht haben. Bildungsdagmar. Sie schreibt später warum es Freyung heißt. Schotten waren von der Gerichtsbarkeit befreit oder von Friedhof, auch Marktplatz. Rambo (der sagte Puff, nur einen am Gürtel…) ist seit 14 Jahren mit Rohschachtest zusammen. Russische Avantgarde. Rot, Petrol und schwarz sind als Farben Hammer zusammen. Es geht um Künstlerpaare und das eine erinnert mich stark an Heike und Georg aus Berlin. Die eine Frau hat den ersten weiblichen Akt gemalt als Frau und kann alle Stile. Sie hatte echt mehr Talent als ihr Mann. Ihr Selbstporträt ist naiv gemalt mit einem Augenzwinkern und macht uns gute Laune. Das wollen wir eher haben als den abstrakten Kram. Der Typ bei der Garderobe hilft mir über den Tresen in den Mantel. Das hatte ich auch noch nie. Kavaliere gibt es hier viele.
Im Schwarzen Kameel gibt es tollen trüben Birnensaft, der ganz weich und nach Fruchtfleisch schmeckt und saisonale Schnittchen, Kohl mit Geselchtem, schmeckt Hammer und wird deswegen auch nie langweilig, weil immer neue Sorten und dann die Klassiker. Sunla will solche Brotaufstriche zuhause machen. Brot backen sie ja auch selber. Es ist schön, wenn man alles besser kann und zuhause nachbaut. Diese Gabe ist uns nicht gegeben bzw. mir fehlt da auch der Ehrgeiz. Ich esse es gerne bei den Brötchenexperten (so heißen die Brote hier, die schmecken wir Gerster). „Home fucking is killing prostitution“. Wir kennen keine Bedienung im ganzen Laden. Generationenwechsel? Schwarz-weiß im Treppenhaus ist philosophisches Experiment. Es ist dasselbe Objekt, aber durch den Verlust der Farbe wirkt es anders. Da hatte Dagmar schon recht, die feststellte man schaut den Stuckmännern auf den Penis, was sonst nicht so ihre Art ist, aber die Oberflächen und Formen sind viel intensiver. Dagmar gibt mir den Klotipp, unten hinter dem Bookshop. Der ist Gold wert. Ich sage immer, wir gehen in die Oper, auch wenn es Theater ist. Halt Banausentum. Das Bühnenbild ist reduziert und sehr kraftvoll. Mir laufen die Tränen. Es ist auf die Fresse Theater und davon brauchen die hier, wir alle ganz viel als Gegengewicht. Burgtheater wie eine Kirche. Das ist mir zu viel. Wir hatten beim Reinkommen den Geheimaufgang benutzt mit niedriger Decke.
Sperl schließt. Im Phil gibt es leckere heiße Schokolade und wir setzen uns dazu. „Die Herrschaften wollen auch bestellen“ versucht die junge Frau gegenüber den Druck auf den Kellner zu erhöhen. Sunla denkt an Tupper für uns und bringt sie mit zum Essen. Mama Luis Sons. Die waren auf jeden Fall im Hakasan und haben sich von der Einrichtung inspirieren lassen. Hausgemachte Limonaden, Dim Sum, Hot Pot. Sunla und Andras folgen Dagmars Empfehlung und wählen den besseren mit Kokosmilch und Thaigewürzen, unserer ist sehr scharf. Der Hot Pot ist wie Fondue Chinoise und man macht sich eine leckere Suppe.
Wien ist eine Frühaufsteherstadt. Sperl schließt um 19:30 und Humana macht schon um 9 auf. Alleine hinfahren bevor Stephan wach wird? Ich will eigentlich mit ihm zusammen was machen, dann lieber auf den Gürtel verzichten.
26.01. 5 ist mir heute zu früh, schlafe noch mal und träume komisch. Ich bin im Nachthemd im Büro. Mein Betreuter hat geheiratet und die Frau will sein Haus teilen. Ich frage, wann er geheiratet hat und sage, dass ich die Scheidung gleich einreiche. Kurze Ehedauer, da wird nicht geteilt. Sie heult. Ich hake mich bei ihm ein um ihn zu stärken (Körpersprache, die Macht der zufälligen Berührung ein Psychologiemagazin hat eine Frau auf dem Flug gelesen und ich sagte zu Stephan, das weiß doch jeder und ich setze anfassen bewusst ein um Betreute zu stärken, das wirkt mehr als 1000 Worte). Sie können trotzdem zusammen sein von mir aus. Sie kennt sich mit den medizinischen Begriffen aus und erinnert ihn an seine Medikamente und unterstützt ihn dort und entlastet auch mich, soll aber nicht so geldgierig sein. So bestärkte ich jetzt sie. Ich verwechsele die Frauen. Die eine hat was mit Steuern zu tun. Sie putzen mein Büro, vorher hatte ich 2 eklig große Fliegen drin (die liegt bestimmt an den grotesken Perleninsekten in dem Laden im ersten, Ameisen und ein riesiger Hase aus Zuchtperlen, wir haben sie angeschaut beim Window shopping Dagmar und ich. Nebenan hatte ich nach Ohrringen für meine Mama gefragt (sie wünscht sich weiße zum Geburtstag), man musste klingeln und die winzigen Blumen aus 4 Zuchtperlen sollten 180 € kosten, voll überteuert und als ich „zu winzig“ sagte, verstand die Frau zu günstig, ja, die sind mir günstig (?), die anderen „kosten eh 1.000“ sagte sie dann. Im ersten wird man voll über den Tisch gezogen bzw. kostet alles das Doppelte und dreifache habe ich Stephan erklärt, alleine wegen der Mieten. Das ist für Wienanfänger, er gibt auch gute Trödler am Yppenplatz) und suchte eine Fliegenklatsche um sie zu töten. Sie waren dabei den Vorhang aufzufressen. Die eine, die ich fand in der Küche auf dem Schrank war defekt und zu schwach. Gleich weg damit. Monika hat auch eine und freut sich, wenn es hier weniger wird. Jetzt ist das Bad blitzblank und nass oder war es meine Schwiegermutter. Die sind auch da. Dieter lässt einen Dackel auf sich hochspringen. Er sitzt dabei auf der Couch. Sie sollen sich einen Hund anschaffen. Da freut sich auch Kathrin. Dann Fernsehbericht über meine Arbeit als Betreuerin. Alle Lobhudeln, sie haben jetzt Kinder und er geht ihnen gut. Was ich für eine tolle Unterstützung war und das sagen auch die Frauen der Betreuten. Der eine ist szenig und ich kann mich gar nicht an ihn erinnern. Der hat jetzt auch 2 Kinder und sie sind im Fernsehbericht im Kettenkarussell zu sehen. Ich kann mich gar nicht an den Filmbericht erinnern und werde aber auch interviewt und hatte an dem Tag sogar den Termin vergessen und war im Nachthemd (erzähle ich im Traum quasi den Traum). Wegen putzen und aufräumen stehen alle Tassen und Porzellansachen jetzt eng im Schrank. Vorne eine Kindertasse mit Untertasse und Teller. Sehr schön, mit Tierfiguren, aber brauche ich nicht. Verschenke sie indem ich frage, wer hat denn ein Mädchen und kann das gebrauchen, aber nicht gleich kaputt machen, vorsichtig behandeln, habe ich selber geschenkt bekommen. Ist vielleicht wertvoll, doch nicht teuer, die Preiszettel sind dran. Kathrin hilft mir die Sachen zu verteilen. Man kann mehreren was schenken davon, das ist gerechter. Ein Mädchen findet mein englisches Porzellanset (grün mit Jagdszenen gut, aber das will ich noch behalten). Eine Jazzband spielt und der szenige spielt mit und ich soll die Visitenkarten in den Korb legen (Namensseite oben) und verteile sie auch an interessierte Fans. Werde wach und denke wieder an die Anziehoptionen, aber jetzt ist es 8. Das passt. Ich denke an Apfelstrudel zum Frühstück. Stephan fühlt sich beleidigt und das war beim Einschlafen schon so und hält noch an. Wechselseitige Beleidigungen.
Sonnentortees gibt es bei uns auch. Die Janoschmarke muss ich mir merken, kaufe lose Nana Minze von Bergkräutertee.
Der Gürtel war ihr schon aufgefallen, doch die Tasche und eine 80er Discoleggings mit Grundfarbe schwarz für Steffi um die 3% zu kriegen. Lohnt sich null, nur aus Prinzip.
Wasser zum Kaffee heißt Mineral. Für 18,- € Kaffee aus einer WMF und sie haben auch asiatische Speisen. Das Westend ist für mich gestorben. Bei dem Inder mit dem Turban neue Fahrtkarte kaufen. Die Wien an der Donau Tasse mit Goldrand für Alex? Er hat schönen Schmuck um. Es sei alles was er hat und kein Safe und kein Zuhause, so dass er ihn tragen muss. Kindergarten „Zam, Zam“ und die Fickey-Station (phonetisch: Ficki). Hier will ja auch keiner wohnen scherze ich, wie Claudias Mutter wegen der geklebten und betagten Metalleingangstür bei Elena, Marcel schämt sich vor seiner Mutter bzw. deswegen kommt die aus Erlangen nicht zu Besuch. Die Bim durch den zehnten kenne ich. Eine Frau mit Kopftuch (um die 70) steckt sich den kleinen Finger in den Mund und dann ganz tief in die Nase bis zum Fingeransatz. Ich bin noch mehr beeindruckt als sie ihn rauszieht und ich sehe, dass er einen sehr langen spitzen Nagel hat. Das Gehirn kratzen und nichts anderes.
Es gibt einen Hip Hop Ball. Das wäre doch vielleicht was. „Bitte seien Sie achtsam, andere brauchen ihren Sitzplatz vielleicht notwendiger“ wird mein neuer AB Spruch. Warum immer diese sinnlosen Bandansagen in leeren Bussen, wer drückt den Knopf und sie weisen einen auf die Baustelle hin und die Einschränkungen, auch dann wenn man da gar nicht lang fährt!?
Museum ist auf den Gelände des Zentralfriedhofs. Toller Shop: „Der letzte Wagen ist immer ein Combi“. Falco Bestattung, die Fernsehübertragung, tolle Trauermode, Klingeln aus dem Sarg, d.h. die Strippe um die Glocke zu ziehen reicht bis dort hinein, ein Messer für einen Herzstich um das lebendig begraben zu verhindern, quasi sicherheitshalber vorher umbringen. Holzsärge mit Klappe, die nach unten öffnet und eine futuristischer Sarg, weinrot in Pillen-, Bobform. Der gefällt mir und schützt besser vor den Maden. Keine Rose schenkt man mir so viel bedacht wie die letzte. Ein besticktes Grabtuch mit dem Spruch: „Hier lieg ich und muss verwesen, was ihr seid, bin ich gewesen“….Schilder mit zu viel Text haben Tradition. Wir machen uns lustig über „Bitte sich festzuhalten“ in der Bim, weil Bitte festhalten auch reicht und 6 Buchstaben zu viel, wie Stephan meint. Ich kaufe eine Postkarte von der Leichenwagenstraßenbahn und hätte mehr kaufen sollen (die haben hinten so tolle Aufkleber). Die kriegt jetzt Frau Rolf und ein kleines Glas Honig aus den Naturgärten vom Zentralfriedhof für Michi, weil die haben hier auch Bienenstöcke und viele Tiere in den Anlagen, Dachs am Grab und Eichhörnchen streitet mit Krähen um Futter.
Eine Frau hinter mir sagt: Gips binden? Und ich denke Gipsbinden, aber es war eine Frage und ihrer Begleitung antwortet sie: Ja, hamse. Auf dem Rückweg Meixners, was wir erst nicht finden vom Gellertplatz aus. Da vorne das gelbe Eckhaus. Nein, ist anders Café. Ein Typ mit Plauze und Handwerkerkäppi ist laut-wienerisch am Telefonieren auf der Straße. Auf seinem T-Shirt steht: „Chill to the Max“. Weltklasse. Im Nichtraucherstüberl hängt ein Breugel aus dem KHM. Es ist echt gut gefüllt für einen Montag. Vielleicht machen die absichtlich am Wochenende zu, weil das auch so ausreicht. Stephan sagt, es hängt mit den Steuern und Löhnen zusammen, aber da ist doch Hauptkampfzeit in der Gastronomie und die Umsätze doppelt und dreifach und jetzt denke ich, so frei haben am Wochenende ist doch auch nicht schlecht, wenn man es sich leisten kann. Über die Motive bzw. kaufmännische Entscheidung wird spekuliert von unserer Seite her. Toll, man muss sich gar nicht zwischen saftig und fettig entscheiden. Ich denke zuerst, Beschwerde, wir haben kein Schnitzel bestellt, weil ich immer wieder darauf hereinfallen und denke gebacken ist im Ofen und nicht frittiert. Halt noch ein Depp und doch kein Wien-Profi. Die Panade ist perfekt und man kann beim Schneiden die Senfschicht sehen mit der es eingestrichen wurde und innen der Rostbraten. Wahnsinn, das können die echt. Mit der Beilage haben sie sich auch was gedacht. Zwiebelrostbraten (nicht gebacken) Bratkartoffel und Altwiener Backfleisch, Kartoffel-Endivien-Salat. Balance, Feng Shui der Wiener Küche. Grammelknödel auf Speckkraut (das können sie in keinem Gourmetladen der Welt besser) und die Kartoffelsuppe mit den Stückchen drin ist urköstlich. B’soffener Kapuziner, weniger besoffen als die Schneenockerl, die mit Schnaps serviert werden, Eierlikör und Stephan hat Recht, Granatapfelkernen, man hört das Knacken am Nachbartisch.
Die andere Gaststätte ist direkt ans Schwimmbad „rangepickt“, es geht um das Parken. Was nimmt sie Tafelspitz (hoffentlich ist der zart), bestimmt meint die andere. Trotzdem gebackene Leber, das macht sie sich so selten. Viel Sauce bei der gebackenen Leber, sie machen viel Gulasch und nutzen anderen Bratensaft, das ist nicht alles Lebersaft. Eine ist vom Pferd gefallen und hat einen Bandscheibenvorfall. Ein Typ geht mit 60 in Rente und was macht er dann. Er hat seine Modelleisenbahn (wie mein neuer Betreuter im Frederikenstift, scheint beliebtes Hobby bei Männern zu sein). Die Frau, die keine Freundin ist, eher wie eine Nachbarin ruft sie jetzt immer an um zu sagen „Ihr geht es gut, ihr geht es eh gut“.
Libro ein Notizbuch, damit ich das Handy nicht nutzen muss dafür. Jetzt habe ich auch eines, wie dieser Typ, der die ganze Zeit einzelne Buchstaben oder Zahlen und viele Querstiche dazwischen in ein Notizbuch schreibt beim Busfahren, was mir Rätsel aufgibt. Stephan sagt, er führt Buch, wie oft eine Frau guckt und die Striche sind Nieten, also nicht geguckt. Dann zu Sunla und das Handy in die Steckdose und ihr nacheinander das Klo vollscheißen. Ich spüle sofort, damit es nicht so stinkt, aber die Wurst liegt unbeeindruckt oben und hatte nur eine Dusche und der Spülkasten ist leer. Sie schenkt mir Thymian-Tee aus Istanbul und wir machen ein kleines Urlaubsexperiment und krachen dann bei ihr auf der Couch zusammen. Stephan fragt auf das Klavier bezogen: „und darauf sollen wir schlafen?“ Ich bicke an Stephan ran und rede und kichere viel und springe immer wieder auf. Irgendeine Fotoausrüstung wird nicht nach Österreich geliefert. Inklusion und Teilhabe hat mehr mit den Blicken der Mitösterreicher (und anderen Bewohnern) zu tun als mit einem pdf Foto was schlecht beschrieben wird. Das sehe ich später beim Umsteigen am Karlsplatz, ein Körperbehinderter im Rollstuhl versucht sich rückwärts aus dem Fahrstuhl rauszumanövrieren und die angeekelten Blicke der anderen Fahrgäste, keiner hilft.
Häkeln in schwarz-weiß. Man sieht das Muster viel besser. Ich schreibe auch viel sorgfältiger in mein Heft. Zwei junge Mädels machen eine Fotosession. Auch mein Blättergürtel ist die Farben verloren gegangen. Ich könnte ewig hier sitzen. Ein Leben in schwarz-weiß. Ein Raum mit heller Beleuchtung zum Nähen und wenn es auf Farben ankommt und hier häkeln und abhängen. Wiener Werkstätten nach Ohrringe für Mama. Hier ist die Qualität geprüft und man wird nicht übers Ohr gezogen. Wir haben keine Zottertrinkschokolade und waren so nah. Im Billa Corso (ich gehe wegen der Tüten hier her) hatten sie eine riesige Auswahl der ganzen Produkte, aber keine Grammel und Stephan meinte, die gibt es am Naschmarkt und das haben wir nicht mehr geschafft. Hätten wir lieber schon mal das andere einkaufen sollen und wer weiß, vielleicht gerade nicht verfügbar und da hätte es sie auch nicht gegeben. Ich denke, das Geld kann ich nicht mitnehmen und bin innerlich bereit 400,- € für eine schräge Perlenameise zu zahlen, aber die kosten eher 4.000 und der Hase hat ein Ohr voll mit Diamanten. Gut, das ist mir dann doch zu krass und ich würde das gleich verlieren und dann durchdrehen.
Ur kann man nicht nur an lieb ranhängen zur Verstärkung. Er war alleine in der Wohnung und urbrav. Es geht wohl um einen Hund. Stephan sagt, die brauchen schon die ganzen Flüchtlinge um die ganzen verunfallten Skifahrer zu versorgen in den Spitälern (laut Umsonstzeitung 400 am Tag). Erst zum H& M Home auf der Mariahilfer (ich hatte die Gastgeberin nach den tollen gemusterten Spültüchern gefragt und dachte die sind nur Klamotten. Ich kaufe eins zu wenig, weil ich das mit dem grafischen Muster, was an orientalische Fliesen erinnert Larissa schenken will. „I’m a survivor“ und „Grow up“ Blumenübertöpfe für Hippster, metallic und Schrift, aber gefällt mir. „Es hat aufgehört zum Regnen“. Man ich rede schon wienerisch. Der Regen hat aufgehört korrigiere ich mich selber. Dann kaufen wir die beiden letzten Topfenstrudelstücke im Sperl auf (Apfelstrudel vom Sperl hatten wir diesmal gar nicht, das ist hart, wie hart weiß ich erst seit heute und dem Café Westend) und lernen das Jelinek kennen. Fragen nach der Richtung und eine junge Frau weiß, da ist ein Spar an der Ecke. Sehr schön abgenutzt und der Ofen bollert. Andras, wenn Sunla angeblich zuhause arbeitet, bestellt sie den ganzen Tag Sachen im Internet petze ich. Der Gespritzte schmeckt mir besser das Champagner gestern in der Burg, erfrischend und wenig Alkohol. Speiseauswahl klein, aber Käsebrötchen liebevoll. Der Rocker von der Party (auch sehr nette Frau) vertritt Julia. Wir kennen das Hader-Programm, aber ich genieße es trotzdem. Alles Grau, die Häuser, die Gesichter, er hat heute einen Leichenwagen gesehen und gute Laune bekommen, weil der wenigstens schwarz war. Ein Lied: In 70 Jahren wird keiner mehr wissen, wer Du warst und Deine Magnetsammlung am Kühlschrank und unsere Liebe…. Er sagt, die Altersgereiztheit im letzten Drittel sei toll. Man sagt im Interview, keine Ahnung, weiß ich nicht und bringt das Gegenüber aus dem Konzept. Das Stadthaus ist nicht einfach eine Stadthalle, sondern wieder superschön und urgemütlich mit einer tollen 50er Jahre Lampensammlung und gemusterter Tapete mit Autogrammbildern (Transen in schwarz-weiß). Abschied ist traurig. Ich könnte noch in der Bar verweilen und ein Hühnerlebercrostini mit Preiselbeeren essen oder ein vegetarisches Toast mit indischen Linsen und Tofu, aber ich traue mich nicht vor der Gruppe weiter zu fressen. Wir müssen unseren Hedonismus und das unentwegte hemmungslose Fressen etwas verbergen. Was soll ich machen. Kann es Sunla nur so erklären, ich bin wie ein Pornostar beim Essen, ich kann immer. Wir sagen baba und erledigen stattdessen das Kapitel Waldviertler. Ist gut besucht. Der Profi vor mir nimmt eine Pfefferoni dazu, aber die Silberzwiebeln schmecken auch super. Leberkäse (Chili und Käseleberkäse) haben wir noch vor uns.
27.01. Irgendwas geträumt, weiß ich aber nicht mehr. Es ging um einen Schatz auf einer Insel und Jahre ackern wir dafür (6 und immer pärchenweise aneinander gebunden zum Arbeiten, Feldarbeit und so was (und wollen ihn dann aufteilen und es ist kaum noch was da. Vom Gold nur Krümel statt ganze Barren und von den Diamanten auch viel weniger. Das gibt Streit, weil einer hat ihn vielleicht vorher an sich genommen. Das Polizeiboot ist an der Insel gelandet und ich bin zur Stelle und begrüße die Ordnungskräfte. Die Heizung knackt nicht nur, sie spielt ganze Stücke. Viertel vor 7. Michi schreibt aus Lissabon, wo die Reliquien ihn weiter verfolgen und es ganze Schränke davon gibt. „Und im Landesmuseum hätte ich mir fast eine Schabe-Madonna gekauft. Die war aber nicht wirksam, da nicht gesegnet. Eine Schabe-Madonna ist gepresster Lehm mit Knochenmehl oder anderen eingerührten Körperteilen. Der Lehm wird dann in Madonnenformen gepresst. Bei Bedarf kann man den Kranken oder Bedürftigen von der Madonna was ins Essen „schaben“. Auch eine super Erfindung.“
Zotter und Marillenmarmelade vielleicht am Flughafen? Sonst nächstes Mal. Im Treppenhaus Baugeräusche. Da wird eine Wohnung hergerichtet. Ich denke an Tafelspitz, aber mit frischem Kren. Das sind so meine Tagträume.
Nach einem Billa fragen (und nein kein Interspar, das nutzt mir nichts wenn ich eine Billa-Hausmarke will und suche). Sportstudio mit Tanz. Trinkflaschen und ein Kruzifix an der Wand. Der Cocker mit dem Beißkorb quietscht vor der Tür. Frauchen ist englisch-sprachig. Billa kennt keiner einer, aber ich, wenn ein Bipa da ist, ist der Billa nicht weit. Das sagt die Erfahrung. Hatte ich doch gesehen, gut, der ist etwas versteckt und verkleidet außen. „Sweet Memories“ als letzte Station. Raucherbar, sie putzt mit Glasreiniger und macht uns nebenbei einen kleinen Braunen. Gute Kraft. Aus dem Radio kommt „urpeinlich“ und ich übe schon mal: ich war urpünktlich werde ich sagen und das als Verstärker überall ranhängen. Die Frau hat Bezüge nach Hannover (die Freundin des Chefs wohnt da mit ihren Kindern). Sie gibt Tipps, Hundertwasser und im Carmen gibt es die besten Kartoffelpuffer. Da kommen sie von überall her wie für die Martinigans von Retzineck (oder wie der heißt, spreche es falsch aus und sie verbessert). Und der Billa wo wir waren schließt eh, weil ein Hofer daneben aufgemacht hat und der nur klein war und hatte immer die Hälfte nicht von dem was man braucht und ein großer Interspar auch ums Eck.
Nehmen Paket an in fremder Wohnung für den Nachbarn und halten am Gourmetspar an der Seestraße, direkt an der Station und ich kaufe Trinkschokolade. Eine Frau im Kamelhaarmantel mit blau-grauem Farbverkauf. Superschön. Hammer. Der wird vielleicht auch mal bei Humana hängen, aber dann für eine andere. Rebhuhn in der Schlickgasse, der Eingang mit Weinfass, sieht sehr speziell aus. Urlustig. Nächstes Mal? Einer der rechten Politiker zeigt sich mit seinem 26-jährigen Austromodell auf dem Jägerball. Die Tennisbälle von ihr sind gut platziert. Terrorwarnung für den Opernball. Lottozettel mitgewaschen und das lustigste ist: Neuer Planet entdeckt und die bange Frage: Sind jetzt alle Horoskope falsch? Oh mein Gott.
Ist so leer im Meixners, dass ich mal Tacheles reden kann. Ich steh auf den Laden und sie sind endgeil, also urgut und ich habe mir frischen Kren zum Nachwürzen überlegt. Sunla brachte mich darauf, weil sie das beim Asiaten macht mit scharf und Chili, weil der Tafelspitz ist mir zu lasch so wie er hier gegessen wird mit Apfelmus, nein, nichts weglassen. Ich mag das alles auch total gerne, halt noch was zum Nachwürzen. Ja, kein Problem. Ich mag die ältere Frau, die reinkommt, schwer atmet und genau weiß was sie will und bestellt bevor sie sich hingesetzt hat. Ein Soda-Citron, aber nicht zu kalt. Gebackene Leber und dann wird wegen der Beilagen diskutiert. Das ist so gut beobachtet in dem Mein Kampf-Stück von Tabori, immer geht es beim Essen um die Beilage und sie fragen sich gegenseitig: „und welche Beilage? Kein Salat?“ Die Anzugträger hat er gefressen. Tisch reserviert und wollen sich umsetzen. Ich denke komisch, zu viel Zugluft, sind doch Männer und höre wie der Inhaber zu ihm sagt: „wir sind hier im Wirtshaus und nicht im Büro“ und augenrollend zu mir: „Geheimnisträger“. Ich spreche sie auf die Deko an. Das machen Cheeef und Cheefin. Er hat von einer guten gelernt, die für den Berufsverband Tourismus oder so die Deko gemacht hat und vor 2 Jahren viel zu früh verstorben ist. Thema Winter. Holz und rote Beeren. Der Scheißfasching mit den Luftschlangen geht ihm am Nerv. Kunstschnee im Rexglas wird auf den Kaffee gestreut. „Die Leut fressen alles zam“. Die Leut sind so deppert, Nüsse aus der Deko fressense auf, hams geschmeckt, Antwort: ja, er dann: waren aber 12 Jahre alt. Amalienbad. Rambo ist hier mal doof angemacht worden in der Sauna, aber mir gegenüber so tun als gäbe es nur einen Puff am Gürtel und er weiß nicht, was ich meine. Männersauna, hallo? Er hat es doch auch gewollt. Wolken mit Granatapfelregen. So, das wird umbenannt, die Schneenockerln. Trauerrede nicht geschrieben, aber viele Anregungen dafür und die Zugfahrt nach Stuttgart wird reichen. Ich kann gut denken bei vorbeifahrender Landschaft und habe auch schon 10 Seiten gleich geschrieben. Es geht darum eine Struktur zu machen und die Essenz herauszuarbeiten, aber das wird mir gut gelingen. Keine einzige Postkarte getuscht, nur das Material gesammelt. 2 gelbe Federn für Sunla zum Abschied.
Zam, zam, zam um seine Sportflasche auszutrinken. Da denkt man, wenn man Richtung Heimat fliegt, sprechen die wieder astrein hochdeutsch, aber die Frau im Flieger lispelt derbe und kann kein Englisch und redet wie Mini Mouse Sextelefon. Sympathisch ist, dass sie bei ihren Durchsagen selber total lachen muss als hätte sie was inhaliert was breit macht und eine komische Stimme. Der Pilot erinnert an Hader mit dem „small word treasure“ and „third teeth probleme“. Er sagt tatsächlich: „That is all from my side“. Wie lustig ist das denn? Landen kann er gut.
Ich kenne mich (und nicht die Bücher) und weiß, dass ich nach einer Reise nicht zum Sport gehe, deswegen habe ich mich auch gleich abgemeldet. Noch kurz ins Büro, das muss sein.
Schwarzfahren in Hannover. Fahrkartenkauf hat nicht geklappt. Bahn fährt aber los und nur alle halbe Stunde. Stephan rät mir auf die Kontrolletti zuzugehen (ich wäre klammheimlich ausgestiegen) und die hat auch ein Gerät in der Hand, verkauft aber angeblich keine Fahrkarten und spricht mit süddeutschem Dialekt und will meinen Ausweis sehen. Der Zug hält noch an der Station und dann schnell raus hier (fliehen vor der Kontrolle) in Langenhagen Pferdemarkt oder was das ist und auf den Bus warten. Und ja, kostet 3,40 € und die Automaten wäre nicht einfach manchmal und Kontrolleure wären grausam weiß die Fahrerin zu berichten. Protec sind unsere Hausbesorger. In Wien heißen sie Attensam und Dimi. Wir tuckeln nach Hause und treffen Karin im Hauptbahnhof. Georg war eine Woche in Italien und was meinen wir, wie sie übereinander hergefallen sind als er wieder kam. Ja, wir waren in Wien und New York will auch geplant werden.
Zuhause im Büro 31 auf dem AB (und noch ca. 10 Nummern ohne Ansage).
Gut, dass ich nicht einen halben Koffer bunter Häkelwolle mitgeschleppt habe. In schwarz-weiß da in dem Treppenhaus wäre sich das eh nicht ausgegangen. Ich bin wieder neu verliebt. Ich will hier nicht wohnen, aber so oft wie möglich her kommen.
Keine einzige Karte getuscht.





























































































































































































































































































