Archiv des Autors: administrator

Köln unterschätzt

06.02.2015. Doch morgens los. 9:31 Uhr. Streit davor, verbunden mit der kurzen Androhung nicht mitzukommen und alles platzen zu lassen. Nach Köln. Am Hauptbahnhof fällt mir ein, dass wir letztes Mal einen neuen Nachbarn getroffen haben, der aus Wuppertal zugezogen ist und hier ein Kind (Eskimobaby) gemacht hat. Der hat 100 mal das Stück Indien gespielt, d.h. den Film mit Hader als Bühnenstück. Wir waren nach Wien unterwegs und er nach Köln um eine Location für die Jubiläumsshow zu finden.

Vor 25 Jahren wurde nach einem Bombenanschlag in München eine abgehackte Hand gefunden, die nicht zugeordnet werden konnte, ob ich das noch weiß, will mein Mann wissen. Nein. Jedenfalls hat sich jetzt eine Krankenschwester aus Hannover gemeldet, die damals einen mit Armstumpf behandelt hat. Na und? Kann man da noch was machen (wegen Hand) oder läuft es darauf hinaus, dass wir immer an so was beteiligt sind wie damals R.A.F. in Langenhagen?

Stephan kauft im Zug 4 Ü-Eier mit Hundebabys mit großen drehbaren Köpfen, aber die Figuren sind nicht mehr was sie mal waren und ich will so ein Zeug nicht mehr. Sie bleiben in Köln.

Bahn-Magazin. Dirk Steffens war in 120 Länder und mag den Bahnhof Dammtor am liebsten. Da merkt man wie verstrahlt diese Hamburger sind. Von sich selbst überzeugt ohne einen nachvollziehbaren Grund. Der muss mit Augenklappen gereist sein, wenn das sein Fazit ist oder das Bahnmagazin hat für die Antwort einen Batzen Geld gezahlt.

Die Fahrt vergeht wie im Flug. Was ist das für eine BASF-Fabrik? Zack, Minden. In mein Stulpenmuster muss ich mich wieder neu reindenken. Das ist so lange her, aber jetzt liebe ich die Dinger. Man, ab Hagen finde ich es immer interessant und hänge am Fenster. Ist es vermutlich nicht mal, aber so schön hügelig und dann kommt meine Schwebebahn. Irgendwann mal will ich damit fahren, schön nach Wuppertal, über die Wupper. Stephan sagt, da wäre ein Babyelefant mal rausgefallen und der Kölner Gastgeber gibt ihm später Recht.

Im Taxi sage ich: man, die haben viele Kirchen hier. Da sollte man annehmen, dass dieser Dom zu einem gewissen Sättigungseffekt geführt hätte….. Den Fahrer schocke ich damit und merke es. Tolles Haus, mittendrin mit Bahnhofsuhr an der Fassade mit ganz steilem 50er Jahre Treppenhaus mit Glasbausteinen.

DSC09444DSC09478 DSC09476

Martha lässt uns rein und putzt noch. Telefoniert mit Mutti, warum hängen hier Fotos von der Putzfrau an den Wänden? Auch so, dass ist die Vermieterin. Die Teekanne hat weiße Stückchen drin und wurde schon lange nicht mehr sauber gemacht. Das hätte ich vor dem ersten Aufguss mal kontrollieren sollen. Rudolfplatz. Kiosk mit großer Gummitheke. Ich kaufe alle möglichen Süßwaren, die alle nicht schmecken. Ich sage nur Goldnüsse mit Waffelbruch. Ist halt Zucker pur.

DSC09446

Südstadt. Mittagstisch im Erdmanns. Entscheide mich für Kartoffelbratlinge mit dreierlei Dips statt die hausgemachten Rote Beete Spätzle. Die Kartoffelbratlinge sind keine Puffer, sondern einfach junge Kartoffel. Das ist etwas enttäuschend, aber scheinbar eine Bildungslücke von mir.

DSC09447 DSC09448

Alles voller Karneval-Deko. Hier kann keine Aspirin in der Apotheke verkauft werden ohne ein Plastikfunkenmariechen daneben in der Auslage/Schaufensterdeko. Das hatte ich unterschätzt. Jeder Optiker usw. macht mit. Viele Fischgeschäfte, schräge Häuser, die Tribünen stehen schon und warten. Ein Automat mit Affen, die sich zu Musik bewegen. Kostet nur 5 Cent. Hey, mein Bruder steht auf Adams Family Flipper. Stephan macht einen Schnappschuss von einem Vollpfosten. Es ist kalt, ich will zurück.

DSC09464DSC09449 DSC09451 DSC09452 DSC09453 DSC09454

In einem 1,- € Laden bittet eine Frau in einem Elektrorolli um Hilfe. Ihre leblose „böse“ Hand hängen runter und sie kann sie nicht wieder hoch nehmen aus eigener Kraft. Sie ist in der Auslage hängen geblieben. Die Finger sind schwarz und die Nägel rot lackiert. Ein dicker weißer Verband ist über einen Zugang auf dem Handrücken gewickelt. Die wird Morgen punktiert sagt sie uns allen und davor hat sie so Angst. Keiner sagt was, ich auch nicht, aber ich finde es beklemmend.

Dann Karnevalausstatter auf 3 Etagen mit Türsteher. Hier findet man alles für die Mottoparty, den Kinder- oder runden Geburtstag, die Tiki-Bar, die Pokerrunde. Kunstblut gibt es im Literfass. Im Untergeschoss die Fertigkostüme. Gut situierte Frauen um die 50, die fragen ob es zu dem Geisha-Kostüm auch Fächer gibt. Ich habe vor lauter Fotos machen (wir nehmen die Bremer Stadtmusikanten schon vorweg, zumindest Katze und Hahn und ich kann gar nicht genug kriegen von den ganzen Masken) meine Wollmütze ins Regal gelegt und vergessen, was ich am Ausgang bemerke. Ich irre durch den Laden; Stephan hat sie gleich in einem leeren Einkaufswagen am Eingang gefunden. Gesichtstuschkasten für 29,99 €, einen Bling Bling Ring mit den Worten „Boy Stalker“ für 2,99 € muss mit und die Werwolfhandschuhe. Darin mal Yoga machen. Das passt zu den nicht rasierten Beinen und macht dann wirklich allen Angst.

DSC09455 DSC09456 DSC09457 DSC09459 DSC09460 DSC09461 DSC09462 DSC09463DSC09466DSC09837

Eine Gitarrengirlande für Susann habe ich auch mitgenommen. Die anderen Sachen holen, die wir aus Hannover mitgebracht haben und auf nach Ehrenfeld. Am Bahnsteig gegenüber lauter Leute in Montur. Eine Gruppe, die zu einer Veranstaltung mit dem Motto Schlagermove will und alle haben was aus dem selben Stoff, eine Schlaghose oder ein Stirnband, ein Typ im Anzug mit großen Tiertatzen, die unten rausschauen und ältere Pärchen, die mit erster Miene zu einer Sitzung wollen als sei es eine WEG-Versammlung und die ernsteste Veranstaltung des ganzen Jahres. Das hatte ich wirklich unterschätzt, weil ich dachte, es ist ja noch nicht Karneval, aber weit gefehlt. Wir halten bei dem coolen Second Hand Laden. Die Frau erinnert sich an mich (ich hatte letztes Mal einen anderen Faszinator an….ach) und will mir das gelbe Wollkleid, was nur 30,- € kostet auch noch umsonst umnähen. Das lohnt sich nicht, weder für mich und schon gar nicht für sie. Ich lästere über den öffentlichen Nahverkehr. Man wartet immer 10 Minuten auf die Bahn und der Bus hält genau am Gürtel wo die Bahn auch hält. Der Sinn eines Buses ist jedoch, dass er in das Wohnviertel rein fährt und damit näher an das Ziel und nicht genau dieselbe Station anpeilt wie die S-Bahn. Dann kann man sich das schenken. Alain hat einen Schnauzer, die Küche ist neu und Susann hat Bier-Kohl-Kümmel-Eintopf mit Rindfleisch gekocht. Ihr steht meine grüne Jacke und auch Alain ist der Meinung, dass sie mehr Farbe tragen sollte. Unsere Sachen kommen gut an, die Salami-Pralinen und der Käse werden noch im Laufe des Abends angetestet. Auch der Rembrandt-Teller gefällt. Nur das grüne Polyesteroberteil mit dem abstrakten Blumenmuster nehme ich wieder mit. Erste Kölner Erfolgstory. Ich nähe mein Seidenkleid was hinten total aufgeplatzt ist. Politische Diskussionen und Alain vertritt den konservativen Standpunkt. Susann, unsere Freundin, hat sich hingegen gehalten. Und heute war was über ehrenamtliche Arbeit in der JVA im Wochenblatt, was ich im Treppenhaus aufgabele, also genau das was ich eigentlich machen will. Man kann Handarbeits- oder Sportgruppen anbieten oder Nachhilfe. Alain wird Montag Fünfzig und wir haben uns zum Frühstück mit ihm verabredet. Auch der afrikanische Taxifahrer erklärt es mir noch mal. Seit dem 11.11. geht das und nächste Woche ist der Höhepunkt, aber auch das Ende. Zu viel Rotwein, meine Waden machen sofort wieder Probleme. Ich schlafe schlecht.

07.02. um 8:30 Uhr war es genug. Postkarten zu Ende tuschen. Stephan kommt mir krank vor. Martha hat viele Putzmittel. Im Café Krema gegenüber gibt es Mini-Waffeln, die schon auf der Karte ziemlich unappetitlich ausschauen. Die haben einen verrückten Namen und es gibt sie mit Karamell und so was. Der Kaffee ist ganz gut. Essen tun wir nix, sind die einzigen Gäste. Ein Typ, der ein Toast gegessen hatte, wischt jetzt alle hart eingeschweißten Speise- und Getränkekarten, die vorher von der Kollegin von den Tischen wieder eingesammelt werden mit Einweg-Wischtüchern ab. So, das reicht dann jetzt mal. Wir landen im Café Schmitz, weil Stephan nicht so viel draußen rumlaufen will. Das mochte ich letztes Mal schon. Das Birchermüsli ist leckerer Joghurt mit Früchten, hat mit Bircher aber nix zu tun. 2 x leckere Quiche. Apfel-Zwiebel-Speck und Ziegenkäse mit ganz vielen Tomaten. Sehr gut. Dazu trinke ich frischen Ingwer-Minz-Tee. Das Konzept scheint nur ein wenig unstimmig. Mal bestellt das Frühstück ein Haus weiter in einer ehemaligen Metzgerei und muss auch gleich zahlen, wenn es einem über die Straße rüber gebracht wird. Nein, Durchbruch geht nicht, ist Flur dazwischen. Statt solche Ständer mit Nummer in Holz oder Plexiglas zu verteilen, irren die Bedingungen umher und suchen, wer das Frühstück mit der Eierspeise nun bestellt hat. Ich habe das Gefühl, dass jede 2. Bestellung nicht zugeordnet werden kann. Ob das dann Sinn macht oder cool ist, mag dahin gestellt sein. Eher nicht. Gegenüber gibt es das Yoga, was ich ins Auge gefasst habe und „Sugaring zum Preis von Waxing“. Bei diesem Plakat meint Stephan, das habe der Betreffende für seine Eltern drucken lassen und aufgehängt, damit sie ihm weiter das Geld zahlen. Finde ich sehr plausibel, die Einschätzung.

DSC09474

Wir fahren zum Bahnhof die Freunde abholen und kaufen auf Empfehlung von Susann das Mucosulvan als Lutschtablette und Thymian-Tee, der mit Honig so köstlich geschmeckt hat und Honig haben wir im Apartment in einem großen Glas. In der Apotheke schickt Stephan mich immer vor bzw. bleibt dezent im Hintergrund. Ich protestiere lautstark, dass ich nicht krank sei, sondern „er“ und das sei wie Beate Uhse für den Nachbarn bestellen. Dann vom Friesenplatz zum Apartment laufen und noch mal in den Oxfam und den Ringer-Einteiler der amerikanischen High School oder College Mannschaft mit Bock als Logo „Rams“ in rot-hellblau kaufen für 4,-€. Einem der Jungs wird das stehen und sie können es zum Yoga tragen. Hier in Köln darf man so was. Michi kauft einen Baumwollpullover von Carhartt, den er gar nicht mehr auszieht. Ich einen Karnevalanhänger Rheinmatrosen Mühlheim, den ich Alain Montag schenken will. Die haben schließlich mal in Mühlheim gewohnt. Stephan sagt, ist vielleicht vom falschen Klan und man bekommt Ärger, außerdem sei sein Zimmer schon voll. Michi hat mir zugeraten.

DSC09589

Dann finde ich in einem teuren Designerklamottenladen Simon und Remondi mit Jugendstilschrift noch ein Buch mit berühmten Kölnern, die man entdecken kann. Immer eine kurze Geschichte und ein paar Fotos, irgendwie ansprechend. Die Jungs gehen vor und ich bin beruhigt, dass ich jetzt für den Geburtstag ausgestattet bin. Wir wollen ins Hallmackenreuther damit die Jungs auch eine Kleinigkeit essen können. Sie hatten vorher erzählt, dass sie 60er Jahre Anzüge für eine Hochzeit im Sommer suchen. Auf dem Weg ins Kultcafé laufen wir einem Second Hand Anzugsspezialisten in die Hände. Den Laden, der aus einem vollgestellten Garagenschlauch besteht und Galant heißt, kenne ich von Vorbesuchen, hatte ihn nur vergessen. Der Typ erinnert an den Gebrauchtwagenverkäufer aus der Werbung. Hier gebe es die beste Anzugsberatung Deutschlands und das würde 3 Stunden dauern und mit alten Anzügen wird viel Quatsch erzählt, 60er gibt es kaum noch original, alle schreien immer 50er und dabei waren die Schnitten scheiße. Er weiß Bescheid und das kostet. Schlussendlich hat Michi einen schwarzen mit Streifen, schwarz in schwarz, Dreiteiler an, der ihm sehr gut steht, nur die Beine sind zu kurz, vor allem die tief ausgeschnittene Weste mit rundem Ausschnitt sieht Hammer aus, aber er soll 1.800,- € kosten (ein gebrauchter Anzug). Ja, die neuen sind bei ihm die billigsten, der von Hugo Boss, der auf Retro macht kostet nur 350,- €. Zu allem Überfluss kaufe ich überteuerte dunkelblaue Wildlederherrenschuhe, ganz spitz. Ich liebe sie aber, also kein Fehlkauf. Ich hatte keine Lust auf Diskussionen mit dem Typen, den ich unsympathisch fand, dann lieber zahlen und gehen oder klauen hätte ich sie auch können. Sie standen verstaubt unter einem Ständer voll mit Klamotten und er wusste nicht einmal, dass er sie hat. Im Hallmackenreuther ist das Pistazienparfait alle und der Koch kommt raus und will mir was anderes anbieten, Schokoladenmousse. Nein, alles gut. Gehen heute Abend groß essen und war eh nur Verfressenheit. Trinke Grüntee. Im 10 vor vier der plötzliche Entschluss bzw. auf Vorschlag der Jungs, die noch mal alleine zu dem Anzugsfritzen wollen, gehe ich doch zum Yoga. Um 25 nach dachte ich zu knapp. Ich brauche wohl immer eine Challenge. Zum Wohnung rennen, so schnell es eben geht. Stephan begleitet mich und hält meine Sachen und zahlt und macht alles mit, damit es klappt meine 8,- € Probestunde. Der Typ ist eine Vertretung, gut aussehend, schwul, Schnäuzer, sympathisch, auch wenn er halbherzig Yogasprüche absetzt, aber kein großes Unterrichtstalent. Trotzdem war es gut. Nachher geht es mir immer besser. Will in den Bio-Supermarkt, aber ich habe Stephan mein Portemonnaie mitgegeben. Ins Le Moissonnier mit dem Paninitoaster. Sind um 5 vor 7 die ersten Gäste. Marc und Jasmin kommen nicht und haben sich verfahren. Die erste 4/5 Stunde bin ich noch locker, dann nicht mehr. Fast 1,5 Stunden zu spät kommen sie, aber die Laune ist nicht so schlecht wie erwartet. Das neue GPS-Gerät. Bei dem ersten Anruf wo sie bleiben hatten sie sich schon verfahren und waren jetzt am Dom. Wie man dann noch mal ¾ brauchen kann, ist mir unverständlich und warum man nicht auf old school Methoden zurück greift wie Taxi-Fahrer fragen. Ich habe das Krustentierhütchen auf, das dem Chef gefällt. Er fragt, ob alles mit mir stimme, ich sei so still. Halt nicht betrinken, stellt Stephan zu Recht fest. Das Essen ist wieder Hammer. Den Koch finde ich auch süß. Gemüse Wan-Tan in Brühe mit Espumo von jungem Knoblauch und grüner Mandel, sage ich nur oder der doppelte Schweinebauch, süß lackiert. Fisch in Buttersoße mit Spinat. Jasmin und ich nehmen Nachtisch á la carte. Erdbeermais mit Gewürzbutter. Toll, toll, toll.

DSC09491 DSC09493 DSC09499 DSC09500 DSC09502 DSC09504

Wir bringen den schweren Toaster zum neuen Hybridauto (sehr hässlich) und verabschieden uns. Stephan musste sehr viel niesen und wir gehen nach Hause, d.h. wir laufen noch etwas durch Köln und an einer Ramba-Zamba-Meile von Köln entlang und können nicht mehr um die Häuser ziehen bzw. wollen es vielleicht auch nicht, obwohl die Werbung für die Veranstaltungen z.T. verlockend klang.

DSC09473

08.02. Markus hat morgens gebadet. Wir gehen ins Schmitz frühstücken und fahren dann nach Rolandseck. Chaos mit der Fahrkarte, keine Beratung. Kaufen die falsche. Vier Fahrten kostet mehr als eine Tageskarte für 5 in der Zone. Das macht keinen Sinn. Dafür fahren wir schwarz zurück und ich freu mich schon auf eventuelle Diskussionen, eine Gruppentageskarte Zone 1 haben wir auch zu viel gekauft, theoretisch. Da steigt keiner durch, durch das Preisgefüge. Landschaftlich ist es herrlich und sieht schwer nach Rheinidylle aus, Berge mit Burgen, der Fluss, Loreley-mäßig. Das Museum ist toll und heute ist Tag der offenen Tür und es kostet keinen Eintritt. Unten gibt es türkisches Büffet von Hausfrauen gemacht zu kleinen Preisen für einen örtlichen Verein. Jetzt haben wir also ausgesprochen Glück. Das tolle Museum haben sie in den alten Bahnhof reingebaut, dann unter den Gleisen einen Tunnel und dann einen Anbau auf der anderen Seite. Der Fahrstuhl ist gläsern und unten ist er verkleidet mit interessanten Betonverschalungen. Man fühlt sich wie Nibelungen, die aus dem Schacht kommen und dann zum Licht fahren. Oben sieht das Ding aus wie eine weiße Rakete. Tolle organische Objekte, Raumteiler und Räume von Ernesto Neto. Die Zelte sind gemütlich und toll, das Licht, der Stoff, die Stimmung. Wir sind uns einig, dass wir so was gerne zuhause hätten. So ein helle Stoffhöhle mit Lichtsauna. Wir relaxen, erschrecken Kinder, die kurz reinschauen und machen Fotos nach Herzenslust und haben unseren Spaß. Die bunten Dinger am Boden sind mit Bleikügelchen gefüllt.

DSC09511 DSC09567 DSC09568DSC09512 DSC09513 DSC09515 DSC09516 DSC09517 DSC09518 DSC09519 DSC09521 DSC09523 DSC09531 DSC09532 DSC09536 DSC09537 DSC09538 DSC09539 DSC09541 DSC09543 DSC09544 DSC09545 DSC09546 DSC09547 DSC09548 DSC09549 DSC09550 DSC09551 DSC09552 DSC09553 DSC09554

Oben ist Max Ernst und Arp. Das gefällt mir weniger, dafür finde ich die Sachen von Ernesto toll. Die Rentner lästern und sagen despektierlich „Privatbesitz des Künstlers“, also ich hätte es gerne und lieber als was von diesem Arp, den ich langweilig finde, wie Miro gepaart mit einem Architekten. Die Sitzsäcke darf man nicht mehr anziehen, weil die schon kaputt gegangen sind und die Styroporkügelchen auslaufen beschwert sich der Museumangestellte so nach dem Motto, das taugt nichts. Na und, das muss man halt nacharbeiten, wenn es benutzt wird. Das ist doch normal. In die Hängematte darf nur einer. Ich drücke ab als die Hinweise erteilt werden.

DSC09556 DSC09555DSC09569 DSC09571 DSC09572 DSC09573 DSC09574 DSC09575 DSC09577DSC09557

Ich fahre dann mehrfach mit dem Fahrstuhl hoch und runter und schaue mit den Strang aus Strumpfhose mit Bohnen an, der hier hängt. Die Rentner trauen sich nicht einzusteigen und ich sage: „Kommen Sie ruhig rein. Ich bediene den Fahrstuhl und bringe sie hoch“. Das könnte ich noch ausbauen und als Performance den ganzen Tag machen. Auf der weißen Seite gab es Cello-Musik eines Schülerchors. Ein toller Tag. Die Sonne scheint.

DSC09558 DSC09560 DSC09563 DSC09564DSC09578DSC09580DSC09581DSC09582DSC09583

Doch kein Dom, zurück, fertig machen. In Mühlheim zum Türken. Ich denke an den Anschlag in der Keupstraße. Der Türke ist leider mittelmäßig und Stephan bekommt auch kein Künefe.

IMG_1166-1

Die ganze Bahn war schon voller junger Hippster und ich frage mich, wo ich da reingeraten bin. Wir schauen erst nach oben und kämpfen uns dann mit Markus nach vorne. Besoffene junge Männer sind der Meinung, dass wir es wohl doll getrieben hätten. Zwischen Stephan, der fies ausschaut und Markus, der echt kräftig ist fühle ich mich sicher, habe nur Angst, dass Bier auf mein Seidenkleid verschüttet wird. Die Band ist toll. Ich frage mich, wer noch singt. Ich sehe alle und kontrollieren ihre Münder, d.h. den beeindruckenden Schlagzeuger, der erhöht sitzt und zwischen mehreren Geräten wechselt mit seinen schwarzen langen Gummihandschuhen und den Bassisten, der auch Gitarre spielt oder nur Gitarre. Wer ist das das? Markus will mich immer zu sich ziehen. Nein, ich sehe super, alles gut. Ich frage mich dann auch, wo die Geräusche herkommen, die wie Kinderinstrumente klingen. Macht die der Bassist, der Gitarrist ist mit dem Fußpedal. Irgendwann greift mich Markus und zieht mich zu sich und zeigt mir den Keyboarder, der ganz links steht und den ich nicht gesehen hatte. Geil. Ich muss lachen, wie ignorant ich sein kann. Das finde ich lustig an mir. Nach dem Konzert wollen 5000 Leute ihre Garderobe abholen. Leider schließen die Tresen. Als man dann mit Absperrband nach vorne getrieben wird wir Schafe, verschlechtert sich die Laune. Wir kriegen einen Bus. Ein junges Mädchen hält ein Schild vor der Brust und will noch nach Aachen. Stephan bekommt doch nicht das Künefe, was ich ihm versprochen hatte. Der Kellner hat es vor dem Konzert nicht auf die Reihe bekommen. Die Bahn fährt auf einmal nicht mehr in 5 Minuten, wie eben auf der Anzeigentafel zu lesen war, sondern in 22. Die Öffis sind hier echt b-mäßig. Wir fahren U-Bahn. Ein abgehalftertes Faschingspärchen, um die 50, dem Alkohol zugewandt, reichlich schon getankt, die Perücke bunt, die Schminke verwischt, immer wieder fallen die Augen zu wie sie aneinander gelehnt da sitzen, begleitet uns. Auch heute kein Ausgehen.

DSC09506 DSC09505

09.02. Den Typen auf der Etage mit den Pflanzenvorhängen kenne ich schon vom Sehen. Der steht morgens immer am Fenster und telefoniert. Alt-j. Das ist das Zeichen, was die eine ältere Frau bei uns in der Ecke auch immer wieder während des Konzerts gemacht hat, aber als Einzige, so nach dem Motto, ich kenne mich aus und tanze auch ganz viel und gucke immer, ob einer guckt.

DSC09472DSC09509DSC09584DSC09585

Was getrennt machen, wir zu Alain, sie noch mal ein bisschen Köln schauen, es ist ihr erstes Mal, sich später treffen. Wir gehen zu einem Humana mit einer ganzen Etage Faschingssachen. Da landet alles aus dem Kaufhaus wo wir waren. Kaufe nur ein winziges Seidentuch mit Blumen und Schmetterlingen für meine Mama für 2,- €. Sonst viel Mist. Alain treffen, den dritten Tag in Folge im Schmitz. Die Klos sind ja toll.

DSC09592 DSC09593 DSC09594DSC09590

Ihm gefällt das Buch und er kann es sogar vielleicht beruflich nutzen. Er erzählt was von einem Friedhof in Flensburg, der schön ist, irgendwas mit den dänischen Nachbarn und einem riesigen Sockel, auf dem steht ein Löwe, Stephan versteht eine Möwe. Der Witz des Tages. Da Alain auch Karikaturen zeichnet, wird der vielleicht mal umgesetzt. 3 Quiche für zuhause, Süßkartoffel-Chorizo gestern war so lecker. Das Papier vom Schmitz ist auch schön. Noch mal Zuckerware in der U-Bahn. Nein, ich gebe noch nicht auf. So leicht nicht. Bahlsen Kekse, dunkler Keks, weiße Schokolade. Eulen nach Athen tragen, aber ich habe sie hier noch nicht gesehen. Die Koffer in den Automaten, dann zum Dom. Es ist windig. Am Kölnisch Wasser Haus und den römischen Resten gehen wir auch noch vorbei. Die Ausstellung über entartete Kunst, die beschlagnahmt war und in einem Keller gefunden wurde, haben wir nicht geschafft.

DSC09596 DSC09598 DSC09604 DSC09600  DSC09607 DSC09608 DSC09609 DSC09610

Im Zug kein Mahjong, stattdessen lesen, Schokokekse essen, stricken, zum Fenster raus schauen. Ich spüre es wenn die Schwebebahn in der Nähe ist. Vielleicht mal eine Schiffsfahrt auf dem Rhein. Mir fällt ein, dass ich meinen TCM-Tee habe stehen lassen. Wie passend, hatten wir doch eine TCM-Apotheke gleich nebenan.

DSC09595DSC09611DSC09612DSC09606

Es war ein sog. Granulat in einer weißen Plastikdose. Ich frage die Jungs, ob sie was gesehen haben. Ich hatte in ganz schlechter Schrift Regel drauf geschrieben, weil es dafür wohl mal verordnet war bzw. gegen entsprechende Beschwerden. Markus hatte gelesen „Regal“ und hat es ordentlich wie er ist, Martha in den Schrank gestellt. Auch lustig, wie ich finde. Ich verwerfe die Idee zu versuchen es zurück zu bekommen. Ich mag zwar solche ehrgeizigen Projekte, aber verwerfe es doch, weil es bedeutet andere zu nerven, Martha und vielleicht auch Susann. Nein, das will ich nicht. So viel war da auch nicht mehr drin. Zu aufwendig, alles verrückt machen. Abends kein Kino, Inherent Vice OmU muss warten, schaffe ich nicht, vielleicht in Wien im Gartenbau, meinem Lieblingskino. Sport schaffe ich auch nicht, nur Sofa und Quiche und früh ins Bett. Die tolle Leuchtreklame an der Hausfassade gegenüber mit dem Typen, der sich langsam mit Bier füllt und dadurch gelb wird und dann Locken bekommt, hatte ich leider nicht nachts fotografiert. Tags macht es nicht so viel her.

DSC09586 DSC09587 DSC09588DSC09605

Ein Zwölftel ist vorbei

01.02. Der Esel war schon in die Jahre gekommen und konnte nicht mehr so schwer tragen. Da wollte der Müller sein Futter nicht mehr bezahlen. Da dachte sich der Esel, was Besseres als den Tod finde ich überall und er machte sich auf nach Bremen um Stadtmusikant zu werden. So fing alles an. Am Kostüm basteln, packen. Ausmisten in der Küche, Stephan macht das. Gewürze durchschauen usw. Unser Paninitoaster geht nach Essen. Da wird immer groß gebruncht mit Kindern. Das macht mehr Sinn. Meine Cousine hat einen süßen neuen Hund. Ich liebe Puddelmischlinge, auch wenn dieser ein echter sein soll, klein und karamelfarben. Natürliche Frisur. Toll. Stephan schneidet mir die Haare ab. Lederkette für Straßburg, Schmuckset mit Papagei, auch auf dem Kopf. Geht das zu weit?

02.02. Ich träume von einer Gerichtsverhandlung. Ist irgendwie wie Schiedsverfahren. Die setzen vorne und machen was sie wollen und nach wenigen Minuten ist es schon vorbei und es geht um Existenzen. Steffi meldet sich und sagt, was alle denken, dass sie es scheiße findet, dass die sich nur über den nächsten Urlaub unterhalten und Smalltalk machen und nicht mehr Mühe geben mit dem Fall. Alle applaudieren. Es soll Ruhrgebiet sein. Immer wieder Bauruine, alter Putz, hier sollten Luxuswohnungen entstehen und der Fluß, dessen Strömung uns mit sich reißt, aber angenehm, wie im Spaßbad schwimmen wir darin. Dann Bus fahren, sich verabschieden. Morgen fliegt einer von uns aus den USA wieder zurück. Ich kapiere den Traum nicht ganz, aber die Szene mit der Zivilcourage ist sehr eingängig.

Elisabeth Taylor ruft an und wollte nur mit mir sprechen und fragen wie es geht und Suki grüßen lassen…

Bei meiner Betreuten, zu der ich seit geraumer Zeit keinen Kontakt habe und sie nimmt Crack und lässt mich nicht rein oder fertigt mich im Treppenhaus ab, soll die Wohnungstür geöffnet werden, weil sie den Schornsteinfeger nicht rein lässt. Der Vermieter ruft an und habe sich ganz nett am Samstag im Treppenhaus mit ihr unterhalten. Dann hat er mehr Glück als ich, aber ich will alles tun und rufe in der Folge beim Substitutionsarzt an usw.

Die Grace-Lehrerin hat bald Knie-OP. Ich platze wieder vor Energie. Die Unterarme in den langen gefütterten Lederhandschuhen ohne Armreife nach dem Sport. Das ist wie Porno für mich, vermutlich wie die aufregendste Reizwäsche tragen für andere Frauen. Spagetti mit Paprika-Sahne-Schafskäse Sauce und eine große Tafel Schoggi aus der Schweiz. Apartment klappt doch nicht. Gernsbach, über eine Stunde mit Öffis ist Baden-Baden entfernt und das sieht alles so unterirdisch aus. Da kann man gleich ins Hotel. Ein Apartment vor Ort. Meinem Bruder gebe ich den Vortritt.

Putzsüchtige, die alles desinfizieren, ekeln mich an.

03.02. Traum von meinen Schwägerinnen. Anke erkennt den Typen, der mit ihrem Chef befreundet ist und duzt ihn. Der Rentner lobt Kathrin, dass sie gut ausschauen würden. Kevin raucht und ist doch erst 12 oder 13, aber man kann wohl nichts machen, wenn man es verbietet, macht er es heimlich.

Mein Bruder hat die eine Wohnung genommen, den Tipp gab ich ihm. Auch gut, war ja so gedacht.

Termin falsch, ich habe was im Kopf und schaue dann nicht mehr nach und bin eine Stunde zu früh beim Richter. Gehe dann wieder und rufe den zukünftigen Betreuten aus dem Gerichtsflur vom Handy an. Er kann Morgen zu mir kommen, wenn ich bestellt bin. Stellt sich später heraus, dass er nicht aufgetaucht ist. Umso besser, dass ich einfach weiter gemacht habe. Ich war eigentlich unmissverständlich. Der Richter geht bald zum Landgericht. Er soll uns erhalten bleiben und Betreuungschefrichter werden. Ich habe schon einen festen Karriereplan für ihn. Er lacht. Er will ja auch wieder kommen. Mehr verdienen tun nur die Vorsitzenden der Kammer.

Die Tempos haben innen Katzenbilder aufgedruckt. Nein, das ist kein brauner Auswurf. Ich fahre nach Langenhagen. Die Spielhalle Glückpilz gibt es noch und sie macht Werbung auf einer Apothekentüte. Da hat mal eine Bekannte in den Neunzigern gearbeitet. Ich habe vergessen Lauch zu kaufen und in Langenhagen ist auch Wochenmarkt. Wie praktisch. Ich habe Hunger und halte erst mal am Imbiss. Hier gibt es Käsekrainer und zwei Yorkshireterrier kläffen sich die Seele aus dem Leib. Herrchen telefoniert: ach so, bei Dir ist auch ein Hund, deswegen…Nein, nicht deswegen, sie kläffen durchgehend. Seine Frau isst Pommes und nimmt zwei mal den Kartoffelsalat für zuhause als Beilage für ihre Fischfrikadellen, aber den mit Essig-Öl. Ich habe die Riesenwurst, die nicht lecker schmeckte fertig und gehe zu meinem Fahrrad und will es aufschließen und es sticht ganz doll in meiner Wade. Hat mich eines der Ratten von hinten in die Wade gebissen. Ich gehe weiter ohne was zu sagen. Ich kaufe eine Lauchstange für 30 Cent am Nachbarstand. Ich habe no touch, no talk no eye contact gemacht nach Cesar. Die sind richtig gestört. Man hätte das melden sollen. Was hat mich gehindert. Ich wollte keine Diskussion mit den Besitzern und war auch irgendwie geschockt. In der Psychiatrie steht die Schwarze hospitalismusmäßig im Flur und begrüßt mich mit den Worten: ich habe keine Zeit. Dann mache ich weiter und probiere es auf Englisch, weil sie englisch spricht und sie: lass mich in Ruhe. Ich bin 3 Minuten später wieder draußen. Die Mitarbeiterin tun geschockt. Die Ärztin, die immer Zeit haben wollte außer zwischen 13 und 14 Uhr ist krank. Was soll ich noch da?

Auf dem Rückweg klingele ich bei meiner Crackpatientin. Keiner Zuhause. Kaufe Lebensmittel und praktische Geschenke für Köln. Die Idee kam mir beim Bahn fahren. Käse ist eh besser als Schokolade. Kleine Salamipralinen im spanischen Supermarkt. Das kam schon immer gut an bei Susann und die japanischen Pieker bekommt sie auch. Es gibt eine Filiale vom Fairkaufhaus auf der Deisterstraße. Ich bin begeistert. Zwei schlimme Sammelteller für die Kölner und eine Nofretetespiel vom Museum lizensiert. Der Typ hat Humor. Ich zeige das Spiel stolz vor im Büro. Larissa soll es bekommen. Die kommt so gut wie nie vorbei, heißt es. 3 Stunden später ist sie da und nimmt es mit.

Bei meiner Spielsüchtigen wollen sie die Tür aufbrechen lassen von der Polizei (der sozialpsychiatrische Dienst), weil sie keiner erreichen kann. Sie macht mir dann noch Vorwürfe, dass ich ihre Tochter angerufen, sprich „da mit reingezogen“ habe. Ich sage, wenn sie unter taucht, so dass die Tür aufgebrochen werden soll, ob sie da nicht auch Schuld bei sich erkennen könne. Ich bin echt genervt. Es wirkt, sie lässt sich Termin geben.

Sissi-Eis mit Sahne. Lavendel. Herrlich violett. Ich mag’s. 3 Kugeln mit Sahne, ich stoße sonst immer so doof nach der Wurst auf.

Die Oma von Herrn Ihme wird von ihm bedroht, wenn sie kein Geld rausrückt. Er droht ihr mit der Eisenstange über den Kopf zu hauen und Außerirdische würden die Wohnung dreckig machen. Das wird bald eskalieren. Ich sage, sie soll sich das nicht gefallen lassen.

Abends beim Sport bin ich wieder Klassenbeste. Wir schauen Birdman, den wir im Kino verpasst haben.

Wo war noch mal das japanische Kaufhaus, wo ich die Plexiglasdinger gekauft habe? Irgendwie war meine Schwägerin dabei als ich die Eierpresse, die gekochte Eier eckig drückte oder so ähnlich kaufte, die dann in der Folge meinen Schwiegereltern oder sonst wem geschenkt wurde. Es war nach Japan und teuer, aber nicht so teuer wie noch mal nach Tokyo fliegen und ich war noch im Rausch. Nein, es war nicht Paris. Es muss London gewesen sein neben dem Lonsdale-Laden wo ich immer die Sport-BHs kaufe.

04.02. Traum. Lauter in die Jahre gekommene Punks, Freunde von Hilmar, wir hängen rum und sie machen Musikimpro, haben Probleme mit der Gema. Ich liege auf dem Bett neben Gerd. Sie haben tolle Hunde, die sehr auf mich abfahren und alle mit mir kommen, wenn ich sie rufe, auch weil sie wenig raus kommen. Es sind kleine dicke Mischlinge. Der eine Typ ist sehr begabt und Hilmar filmt ihn wie er spielt. Dann ist es 22:59 und ich rufe die GEZ an und erreiche eine Frau und sage, dass wir dabei sind auf ihr Scheiben vom 06.07 zu antworten. Sie will wissen, warum das so und so sei, wenn derjenige immer schon musikalisch so begabt gewesen sei und ich sage, ich habe ihn damals noch nicht gekannt. Das ist dann so wichtig, dass ich alle zusammen trommele. Wir übernachten vor Ort, auf dem Fußboden usw. Irgendwie gibt es eine Szene, dass ein Bauer Schafe hat und gerade eines erschießt. Es ist hell im Taschenlichtscheinwerfer und er zielt irgendwie auf unsere Gruppe. Wir sind gerade draußen und gehen Gassi mit den Hunden. Dann versuchen etwas zu schlafen. Morgens muss ich los und will in ein anderes Zimmer um keinen zu wecken. Da schläft einer der Typen von dem ich mich dann verabschiede und zwar so laut, dass alle wach werden. Katinka und Schwarzi sind auch da. Unterwegs treffe ich Peggy, die auf dem Weg zur Arbeit ist, höflicher Smalltalk, Sunla sagt mir, dass sie ganz aussteigt aus der digitalen Welt und kein facebook und auch keine emails mehr schreibt. Irgendwie ist dieser Traum sehr raumgreifend als hätte ich in allen Details der WG-Wohnung usw. die ganze Nacht davon geträumt. Ach ja und die Typen sind dann irgendwie bei uns zu Besuch in Hannover, irgendwie haben wir wieder Expo oder so, aber übernachten können sie in der WG, weil da 8 Personen schlafen können.

Ich ziehe meinen herrlichen schwarzen Wienmantel an. Der schönste Mantel aller Zeiten. Wir gehen Freitag zu Susann. Sie will kochen. Ich freue mich und habe alles Mögliche für sie dabei von Karneval bis hin zu einer Jacke und die Lebensmittel und anderen Sachen. Wo machen wir Mittagstisch, Kölner Küche oder asiatisch? Das ist noch die Frage.

Der neue Schornsteinfegermeister, der den Kehrbezirk 121 übernommen hat, ist zuständig.

Alle haben Angst vor Elisabeth und auch gestandene Sozialarbeiter stehen unter dem Eindruck des Erlebten und können kaum telefonieren. Sie hat das ambulant betreute Wohnen aufgekündigt. Nur bei mir ist sie so handzahm, aber ich weiß, dass der Schalter umgelegt wird von jetzt auf gleich und dann bekommen ausgewachsene Männer Angst vor ihr und wissen nicht, wo sie hingucken sollen.

Mittags zuhause, Rest von gestern mit Kartoffel und Sellerie und Linsen und Kokosmilch, war sehr lecker, für abends vorkochen, Radicchio-Sellerie-Blauschimmel Pastasoße mit Wallnüssen. Außerdem wieder 2 Kugeln Sissi-Eis. Stephan schmeckt es auch und die Farbe ist der Hit. Ich könnte jeden Tag zwei Kugeln davon vertragen. Es steht mir.

IMG_1165

Mein Bremszug ist doch nicht gerissen. Ich gehe zu Rad Up und alles funktioneirt und der junge Mitarbeiter guckt mich an, alle hätte ich sie nicht alle und fragt, wie ich darauf gekommen sei und ich komme mir ganz doof vor. War eingefroren.

Anruf aus dem Knast. Eine neue Mitarbeiterin lässt meinen Schützling, den Hasen, telefonieren und ich bedanke mich überschwänglich bei ihr. Eine gute Tat.

Beim Yoga freue ich mich, dass ich kein Kopfschmerztyp bin und, dass ich mich wohl fühle in meinem Körper und er genau richtig ist für mich. Der Kopf ist auch nicht schlecht, wird aber überschätzt oder vielleicht ist gerade er es, der zum Wohlbefinden im Körper führt und ich freu mich über meine Wollstulpen. Ich entdecke sie gerade, wie toll sie sind. Ich hasse Fleece und liebe echte Wolle. Das ist erblich bedingt. In Köln zu Vishnus Couch Yoga mit den Jungs. Warum spricht man Japan und Yoga eigentlich vorne gleich aus? Ich treffe sie an der Ampel am Küchengarten und denke, sie sind Spießer und wollen schimpfen, weil ich bei Rot gefahren bin, d.h. ich erkenne sie nicht mit Helm und so. Sie kommen von ihren Gartenfreunden. Sie sind offen für Probestunde in Köln und ich sage lieber kleine Sporthose mitnehmen und ich freue mich, dass die Hannovervase am richtigen Ort steht und auch noch benutzt wird.

Ich bekomme meine Buchstaben wieder, die die doch was Besonderes sind, aus Gummi und Metall und bringe sie nach Wien, wo sie mehr gebraucht werden.

Ich kann mit Heike basteln während mein Mann mit seiner Schwester in die Oper geht. Das sind schöne Aussichten. Wie abgegeben werden im Spieleparadies während die Eltern einkaufen.

05.02. Koche zur Zeit viel und habe irgendwie die Lauchstange, die ich extra in Langenhagen besorgt habe vergessen und Eier haben wir auch, die verbraucht werden müssen bevor wir in die Domstadt aufbrechen.

Traum u.a. ich will Spätzle machen und ein dicker Strang fällt ins Wasser, unterarmdick. Ich will ihn erst noch zerschneiden, aber er ist lila-grau und sieht ekelhaft aus und schmeckt nicht, wegschmeißen. Ich habe auch das Ei vergessen. Dann später. Überfall. Gangster, sie wollen alle Erwachsenen umbringen, vielleicht nur die Männer. Ich laufe einem der Gangster im ersten Raum über den Weg, der nach Sozialhilfe und vielen Klamotten aussieht, die Schränke von Poco sind halb kaputt und stehen auf. Er hält mir die Waffe an den Kopf, lässt sie sich dann aber irgendwie abnehmen und ich schieße dann das Magazin leer und fliehe nach draußen mit einem Jungen. Wir legen uns zu anderen flach auf den Boden hinter einen Wohnwagen. Dann weiter. An der Unterführung bei meinen Eltern ist die Einfahrt gesperrt durch ein Auto. Ist ein Rettungswagen und es ist gesperrt wegen Überschwemmung, ganz tiefe Pfütze. Wir sollen nach oben steigen, einen kleinen Abhang hoch. Ich gehe erst vor, sie schauen geschockt, weil der Junge nicht mitkommt und abrutscht. O.k., das Kind soll vor gehen. Oben ist ein Wohnwagen, in den Mann rein geht. Man läuft auf Baumstämmen, die in Schlangenlinien verlegt sind (ich sage, ein Fahrradweg, haha. Im Traum sind meine Witze nicht so komisch) und setzt sich dann an einen Tisch. Der ist gedeckt mit Tischdecke und über kleine Teelichter, die automatisch angehen, wenn man was drauf stellt, quasi Induktionsherd, kann man was kochen. Ich brate Eier an. Die Flamme geht immer wieder aus. Ich bin von der Technik fasziniert. Man hat eine halbe Stunde Zeit. Wir hatten Glück, jetzt ist eine Schlange vor dem Wagen. Auch hier muss ich alles noch mal machen, weil ich die Stange vergessen habe. Das muss der Lauch gewesen sein.

Beim Aufwachen erzählt mir Stephan, dass er gerade geträumt hat, dass bei Wecker statt der normalen Weckgeräusches einen lauter Leute aus einem Theaterstück anschreien und da sei er lieber vorher freiwillig wach geworden. Ich sage, das läge daran, dass er heute einen kaufen will in der Stadt und wie kommt er darauf, dass im Theater geschrien wird, wenn dann geklatscht und davon wird man wach. Dann sprechen wir von diversen Beschimpfungstexten, am besten von der Mutter des zu Beschenkenden, die als Weckgeräusche hinterlegt werden

Morgens um 8 zuhause gleich Herr Müller vom Arbeitsamt. Elisabeth Taylor sitzt bei ihm und will in Arbeit vermittelt werden. Ja, Rente auf Zeit. Er wird sie wegschicken. Das kann gefährlich werden.

Anfrage von Steffi wegen Suki. Ich wollte faul sein, aber wenn ich es ernst meine, dann kann ich ja jetzt schon mal mit haben Tagen üben. Elisabeth kommt auch wieder heute Nachmittag. Leider kann ich ihr den Hund nicht anvertrauen zum Gassi gehen. Ich glaube Suki würde sich weigern und außerdem hat die schon angeleinte Schäferhunde vor Rewe entführt…..

Telefonat mit dem Kollegen wegen zweier Kostenfestsetzungsbeschlüsse. Ich will es praktisch und eine Schlussstrich ziehen und er erwägt die sofortige Beschwerde. Er hatte mal 27 Kostenfestsetzungsbeschlüsse in einer Sache. Er lacht und ich frage, ob er perverse Neigungen hat.

Die Königstraße ruft an, die Afrikanerin, die die Medis abgesetzt hat muss dort hin wegen Beurteilung ob der beantragte Deutschkurs bewilligt werden kann. Frau K. lacht darüber, dass Elisabeth Taylor sie und ihren Chef angeblich erwischt hat. Jetzt wisse ich es, es würde bei ihnen zugehen wie bei Sodom und Gomorra und auf mein Einwand, dass Meine christliche Therapeuten wolle, sie seien dort alle so was von unchristlich. Später sagt die Betreute, dass sie den Deutschkurs nicht will und zuhause üben wird so wir sie neulich wieder zurück wollte in die Asylbewerberunterkunft, wo ich sie gerade rausgeboxt habe. Oh Mann, das ist anstrengend.

Endlich spreche ich den Richter vom Verwaltungsgericht in Sachen Herr Kabul. Er ruft zurück. Ich probierte es seit gestern etwas 7 mal. Um 10:20 Uhr ist er noch nicht am Platz. Um 12 Uhr macht er Mittag bis 14 Uhr und um 15 Uhr macht er Feierabend. Das sind enge Zeitfenster. Ja, ja, PTBS ist Allerweltsdiagnose und es sei auch nicht gerade das Fachgebiet des Arztes. Wie verklickere ich das jetzt dem netten schwulen Substitutionsarzt? Ich will eine email schreiben und die muss gut werden. Ich bedanke mich immer für seine Hilfe.

Mein lernbehinderter Betreuter glaubt sein Kindergeld wurde nicht gezahlt. Dann muss ihm die Werkstatt mehr Lohn zahlen, um das auszugleichen. Auch eine Logik. Er ist total krank und hatte 38 ° Fieber. Die andere Lernbehinderte, die sich zur Zeit Geld einteilen lässt. Ich frage sie, warum sie immer zwanghaft das Konto leer räumt. Sie hat Angst, dass ihr jemand das Geld wegnimmt.

Runde mit dem Hund vor dem Essen, dann zuhause kochen und Kaffee Bonbon und noch mal eine Runde. Mein Knie zickt, die eine Übung, die wir gestern beim Yoga gemacht haben und die angeblich nicht schlimm ist für Knie mögen meine nicht, eine krasse Verdrehung. Die mache ich nicht mehr. Ich nehme wirklich Rücksicht und habe deswegen eine andere schon sein gelassen, weil ich bin gut und muss es da niemandem beweisen. Ich mache eigentlich die Übungen die mir gut tun. Basta. Nach dem Essen turne ich etwas in der Küche und Suki macht mir. Wir sollten ein Jane Fonda Video zusammen drehen. Stephan hat Gerichtspost geholt und Elisabeth hat für sich selber eine Betreuung angeregt, weil sie eine schwere Psychose habe. Die Richterin bittet mich um eine Stellungnahme. Was soll ich dazu sagen? Ich werde sie fragen, ob sie mir eine Beschäftigungstherapie beschaffen will bzw. zu ihrer früheren Betreuerin zurück will und der Richterin werde ich versuchen in wenigen Worten deutlich zu machen was das für ein schwerer Fall ist.

Ich gehe eine große Runde mit Suki, Kackstreifen, Kochstraße, Faust über die Brücke, an der Sportuni vorbei und dann bis zum nächsten Brücke und zurück. Das soll dann unsere Runde werden. Ich überlege immer ein lustiges Foto von ihm zu machen. Heute vor dem Deichkindplakat auf gefrorenem Untergrund. Er muss auch was für mich tun und tut es gerne.

IMG_1164

Mit Hund lernt man die tollsten Leute kennen, z.B. die Nachbarn von Herrn Ihme, die total fertige Mischlingen haben, also Schönheitsbomben, der eine dick, weiß und verwachsen und macht einen Handstand wenn er pisst. Zum Schießen. Der andere, ein, ebenfalls dicker Dackelmischling kläfft und jagt mit Suki. Er oder sie wird Zicke betitelt. Ich würde gerne mehr mit ihnen anbandeln, störe aber offenbar bei einem Drogengeschäft. Es wurde mit dem Handy angerufen und jetzt erscheint ein Typ und es wird ein Rucksack übergeben. Das hat auch schon einen Aasgeier angelockt das Ganze. Ich muss hier nicht zusätzlich stören und gehe weiter. Es gibt wieder zwei Kugeln Lavendeleis und Suki muss vor der Tür warten üben. Im Büro hat Alfons Ungeziefer und muss separiert werden.

Ich bin doch bestellt worden für den Neuen, er war gestern da. Erst wollte er absagen, weil die Witterung zu feucht sei, aber der Richter meinte, dann erst im Mai und das dauerte ihm dann zu lange. Ich rufe ihn an, ob er heute will und ich vorbei kommen soll. Ich hätte mich mit Hund angekündigt und dann wären wir mit dem Rad nach Vahrenwald gefahren. Das wäre mal ganz schön gewesen auch für den Büroschlaf danach. Er kann heute nicht und kommt Dienstag zu mir. Der Hund gewöhnt sich ein und schläft auch entspannt auf der Seite. Ich telefoniere und hantiere mit Akten über ihn hinweg und er bleibt ganz gelassen. Nur wenn Leute zu mir reinkommen. Daran muss ich noch arbeiten.

Ich habe mich entschieden Morgen gar nicht rein zu gehen und mich ganz auf die Reise zu konzentrieren. Das ist auch schön und so bin ich schon in Wochenendstimmung.

Ausschwitz- die Zahlen des Bösen und die Bürokratie der Unmenschlichkeit

26.01. Traum: Wir sind mit Mats, unserem Fliesenleger und seiner Frau unterwegs. Sie hatte sich Wollpullis von mir geliehen, weil ihr kalt war (einen hellblauen und den roten mit Twipsy vorne drauf) und Mats sagt, sie würde mir die auch abkaufen für 2,- € das Stück. Ist wohl angemessener Preis für gebrauchte Pullover sage ich (1,- € wäre mir zu wenig gewesen). Stephan und Mats haben Räder dabei und wir müssen auf der Rolltreppe nach oben zur Bahn sprinten. Ich habe Lähmung in den Beinen und komme nicht voran. Sie müssen die Zugtür ganz lange für mich aufhalten. Dann erzählen sie, dass Kathrin bei ihnen war und so überzeugend mit dem Chef gesprochen hat. Alle waren beeindruckt. Ich frage, ob sie mit Tupper da war (aber nur um einen Scherz zu machen und die anderen schauen fassungslos). Ich sage, meine Schwägerin ist auch gut. Irgendwie hat sie auch total abgenommen und ich sehe sie am beleuchteten Fenster im Büro und sie trägt einen langen Strandrock und ein bauchfreies Oberteil dazu. Dann kommt heraus, sie ist Dschungelkönigin geworden und hat die aktuelle Staffel gewonnen. Jetzt ist sie nicht nur sehr gut, sondern auch prominent.

Ich fühle mich nicht gut und sage Stephan morgens im Bett, dass ich heute krank bin und zuhause bleibe. Das bewahrheitet sich dann später.

Erst ins Büro. Die Kosten der Kurzzeitpflege, Telefonate mit der Krankenkasse und dem Heim. Wie kompliziert kann es sein? Ich verliere schnell die Geduld. Ich bedanke mich bei der Kollegin für das Fleisch und will sie zur offiziellen Lieferantin machen. Ich habe keine Connections für Hirschfleisch. Meine Betreute mit dem aufgeplatzten Bein bekommt mehr Schmerzmittel. Der Hausarzt hat schon reagiert. Das Bistum Osnabrück verzichtet auf eine Forderung gegen einen Betreuten von mir, dessen Mutter dort Mieterin war und er hat das Geld auf den Kopf gehauen. Donnerstag der Testlauf mit Suki und dem Bürohund. Gemeinsames Gassigehen auf der Hundeauslauffläche. Herr Unbeholfen bekommt für den 04.02. seinen Termin für die Eignungsprüfung im Jobcenter. Es geht um den Hauptschulabschluss, den er nachmachen will. Sie wollen testen, ob das realistisch ist oder er zusätzlichen Unterstützungsbedarf hat. Ich habe mir notfallmäßig Termin bei einer fremden Ärztin geben lassen. Da muss mal einer schauen, welcher Teufel in mir drin ist. Mittwoch hole ich die Duldung von Herrn Kabul persönlich ab, weil das mit der Post nicht so klappt. Ich habe ihnen alte Duldung geschickt, schon im November, die nicht ankam, sie haben mir neue zurück geschickt, die nicht ankam. Irgendwer wird gemoppt oder die Post ist so schlecht.

Frauenärztin. Sie ist angeekelt von meiner großen Gebärmutter mit dem Myom. Hallo, das ist mein Körper. Ich bin daraufhin abwehrend und dann später beleidigt. Ich soll es rausschneiden lassen und neue Eierstockzysten habe ich auch wieder, auf beiden Seiten. Was sonst? Im Übrigen sieht man vor lauter Gebärmutter nichts auf dem Ultraschall. Ich sage, dass die Blase sich nicht gut anfühlt und es stechende Schmerzen sind, als würde mir einer mit einer Stricknadel in den Bauch stechen. Ich komme in 2 Wochen wieder, wenn ich es nicht aushalte, dann früher. Doch, ich werde es aushalten, aber die Unsensibilität macht mir schlechte Laune. Ich sage meine Termine ab und sehe mich heute nicht imstande noch ins Büro zu gehen. Man soll sich ja dann sofort Ruhe gönnen bei so was-

Es gab 125 Außenlager, allein von Buchenwald, die KZs waren so übers Land verteilt, dass die gesamte Bevölkerung das mitbekommen hat in der zweiten Kriegshälfte. Die Verwaltung des Todes. Woanders werden auch Studenten abgemakkelt, aber man verscharrt sie. Auch noch Buch zu führen und die Mäntel und Hosen der Ermordeten durchzuzählen und mit Schreibmaschine in Tabellen einzutragen. Das ist mehr als böse und irgendwie hat es mit Zahlen und einer bestimmten Denkart zu tun. Bei einem der Außenlager, einer Munitionsfabrik an der ehemaligen innerdeutschen Grenze im Harz, wo Menschen im Munitionslager untergebracht wurden, Chemikalien ohne Schutzkleidung einfüllen und dann Lebendauer 2 Monate bis zum Tod durch Vergiftung, ohne Heizung, ein Bunker im Waldboden, 8.000 und ein Klo und so was, will die Gemeinde den Boden säubern und einen Neustart, einen Schlussstrich ziehen, alles bereinigen. Bei über 6.000.000 Toten. Wie soll das gehen? Ich sage mal pro Toten ein Monat Baustopp und dann mal nachrechnen ob wir schon so weit sind. Ich glaube nicht. Die Nazis waren zu doof, die Lager alleine zu bauen. So ein Möchtegernarchitekt, bei dem es nicht zum Abschluss gereicht hat, lässt einen jüdischen Häftling die Planung und Umsetzung machen. Die durften die Lager selber bauen und auch noch entwerfen. Das Schild „Arbeit macht frei“ ist ein einer Bauhausschrift und soll ein Ausdruck des Protests des Mannes, der es entwerfen musste, darstellen. Ich hatte mich tatsächlich einmal über die fortschrittliche Schrift gewundert. Fernsehen bildet.

Schmerzmittel helfen nicht. Buscopan Plus bringt gar nichts. Ibuprofen hinterher.

27.01. Schlafe durch, keine Schmerzen. Muss Beckenbodengymnastik machen und das tue ich echt ungern, aber es muss sein. Ich muss mich zwingen. Normaler Sport geht doch auch und da hat es auch geholfen und gut, meine Arme sind nicht die von Michelle Obama, aber lang nicht mehr so schlabberig wie sie mal waren. Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Meinen Außentermin heute habe ich noch gecancelt. Altpapier runtertragen bei einer Betreuten und dafür nach Vahrenwald fahren, das schaffe ich heute nicht.

Bagels auf dem Markt bei den Food Lovers, dann zur Post und das Einschreiben abholen. Ist die Duldung. Seit wann reicht der Stadt das Empfangsbekenntnis nicht aus? Ich muss extra zur Post und es kostet die Stadt Hannover 4,80 €. Das muss doch nicht sein.

Bin so launisch. Mal albern und gut gelaunt. Die Flaschenbürste aus der Schweiz, haha, die Marktreinigungsmaschinen haben auch schöne Bürsten, ich will dann die Arbeit schwänzen und mit Stephan einen Ausflug in die Stadt machen und das Fairkaufhaus unsicher machen, dann drückt der Bauch und ich schwänze Sport in letzter Minute, auch weil ich noch so viel unerledigte Arbeit habe. Man, man, wo führt das hin. Die Diktatur des Unterleibs.

Nachmittags muss ich Kontoauszüge kopieren. Das kostet immer meine ganze Konzentration und ich hasse es.

Sage dem Vermieter Bescheid wegen Fenster Herrn Ihme nachdem der Pfleger mir grünes Licht gibt. Der ist ganz aufgeregt. Soll Morgen gesichert werden, damit da keiner raus fliegt, das fällt sonst auf sie zurück.

Abends häkel ich mir eine Spitze für den Hals. Das gefällt mir. Mein Mann ist lieb zu mir. Wieder Probleme beim Einschlafen. Ich halte das durch. 2 Jahre bis zu den Wechseljahren oder 3. Das haben Leute in Ausschwitz überstanden. Das sitze ich auf einer halben Arschbacke ab. Die dicke Wolldecke habe ich mir um den Leib gebunden.

Schlafe schwer ein. Träume, dass Rahel verschwitzt zu mir kommt und jetzt doch einen der Mäntel will (aber die trage ich jetzt doch, sogar im Schlaf, das ist wohl die dicke Wolldecke, die ich in den Traum einbaue). Welchen? Sie kann höchstens den blauen haben nicht den braunkarierten meiner Oma. Beide haben Insekten drin. Wie kann man die töten. Ich werde wach. Stephan kommt ins Bett. Die Wolldecke fliegt raus.

Weitere Träume. Montags immer Probeklausuren, der Jura-Prof ist jung und steht auf mich, wir sind zu früh da. Alle Plätze besetzt. Die jungen Dinger werden eh durchfallen und können das noch später machen. Danach Party, ein Typ tanzt Tango mit mir, will ich Zigarette? Nein, ich rauche nicht, will aber tanzen, dann ob ich Tango kann, lasse mich führen und er macht ausladende Bewegungen und ich hänge mich rein und er muss mich halten. Darf ich jetzt Tangokurs mit einem anderen Typen machen, wenn es nur sportlich gemeint ist?

28.01. Ich nutze die neue Flaschenbürste, sie ist toll. Morgens ruft mich eine Detektei aus Freiburg an, ob ich ich sei. Wer will das wissen? Es geht um meine querulatorische Betreute, die er vertreten hat, weil sie einem Schweizer Heiratsschwindler aufgesessen ist, der über seine Herkunft und seine Einkünfte falsche Angaben gemacht hat. Irgendwie kam raus, dass es eine Betreuung in Hannover gibt und sie sagte, die Betreuerin müsse ihr in den nächsten Wochen eine halbe Millionen besorgen und er habe im Internet die Texte von ihr gelesen und das merke man ja schon, dass da was nicht stimmt und das alles keine Aussicht auf Erfolg habe und er wisse ja nicht, ob das eine tickende Bombe sei, so Menschen seien ja schwer einzuschätzen und wollte sich als Zeuge zur Verfügung stellen. Ich schreibe seine 0800-ter Nummer auf und will mich nie wieder melden, weil das schaffe ich schon alleine. Er ist in den folgenden 2 Tagen 4 x auf meinem AB. Er scheint auch Stalker zu sein.

Ausländerstelle geschlossen. Ich habe das einzige Fahrrad davor. Leere Flure. Austausch der Duldungen im Flur zwischen Tür und Angel. Die tricksen einen immer aus. Die Wohnsitzauflage war nicht gestrichen. Die Duldung erlischt mit dem Ende des Verfahrens ist ein neues Zusatz. O.k. stand in veränderter Form auch früher drinne.

IMG_1160

Königstraße, die Bilder meiner Ex-Betreuten gucken. Mein Betreuter, der gerade eine Wohnung verkauft hat, für die leider eine Wohnraumgenehmigung fehlt, bei seinem Arzt treffen. Er ist zwischen Yoga und AWD. Die Welt retten oder Omas über den Tisch ziehen für eine Provision, weil es stellen ihn nach vielen Jahren der beruflichen Abstinenz nur Leute ein, die nichts zu verlieren haben. Er arbeitet auf Provision als Blender und das hat ihn letztes Mal schon krank gemacht. Der Arzt nickt zustimmend. Das Büro ist staubig, er mag meine analytische Sichtweise. Das merke ich und ich weiß, dass ich das kann. Das Wesentliche sehen und zusammenfassen. So. Er macht viel Fitness und Yoga, ja, aber da verdient man nichts. Alle wollen für wenig Einsatz das große Geld. Wie die Promis im Dschungelcamp. Ich sage, es macht ihn aber vielleicht glücklich und das Hochspekulative macht ihn vielleicht krank. Er muss es wissen. Bei der beruflichen Reha wird er andere Kandidaten treffen und dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder die Haltung: die sind alle weit unter meinem Niveau und das habe ich alles Anfang 20 schon im Assessment Center gelernt und ich weiß, wie man sich kleidet und auftritt und kann das alles besser oder ich bin auch psychisch krank und hier aus einem bestimmten Grund, weil ich 12 Jahre nichts gemacht habe außer Sohn sein und kleine Mädchen aus der Nachbarschaft beeindrucken und ich muss hier kleine Brötchen backen. Ich bin genau richtig, neben dieser unvorteilhaften Frau und auf einem Level mit ihr, weil wir haben alle verschiedene Päckchen zu tragen und verschieden Talente. Das soll er sich vorher überlegen, weil dann kann er sich und anderen viel Zeit sparen.

Schöne schwarze Schuhe für 8,- €, 2 Stücke für meine Mutter, 3 nehmen, 2 zahlen. Kurz Büro, dann TCM-Ärztin. Die Mitarbeiterin der Kollegin ist genervt, dass ich viel unterwegs bin, aber bin ich ihr zur Rechenschaft verpflichtet? TCM-Ärztin sagt, alles normal, d.h. dass Gebärmutter oft groß ist, wenn man auf die Wechseljahre zusteuert. Lieber Fußbad, statt Wärmflasche auf den Bauch. Könnte doch Blasenerkältung sein, nein es brennt nur beim Wasserlassen, wenn es Blasenentzündung ist, aber es gibt auch Erkältung. Beckenbodengymnastik soll man immer an den roten Ampeln machen. Gerstenkorn steht für schlechte Ernährung, keine Milchprodukte, kein Käse, kein Zucker. Hey, das sind meine Grundnahrungsmittel. Nach Hause, essen, Essen vorkochen.

Ich habe gestern eine Einbürgerungsanfrage in meiner kurdischen Betreuungssache vorformuliert und mein Betreuter heult, weil ich es so rührend geschrieben habe. Er bedankt sich und woher weiß ich das alles? Akteneinsicht.

Meiner Mutter tue ich leid. Muss ich nicht. Ausschwitz war schlimm, nicht ein bisschen Unterleib mit allem Komfort, Essen, Heizung, Freizeit und Schmerzmitteln. Viele haben Migräne, jeder hat was, warum soll ich mir leid tun? Ich tue mir nicht leid. Punkt. Seit 1945 keine Nacht ohne Schlafmittel. Das ist hart.

Beim Yoga tut es so weh, dass ich denke, ich muss abbrechen und wie schaffe ich es aus dem vollen Raum abzuhauen? Dann geht es doch und abends tue ich mir dann doch leid, weil ich Krämpfe habe, wie ich mir Wehen vorstelle, auf den Boden trampel und Sachen kaputt mache, heißes Fußbad muss ganz schnell her, die Plastikwanne zerkrümelt, weil die Weichmacher raus sind. Schön wenn der Schmerz nachlässt. Ich male die Eselsohren an. O.k. die Wechseljahre dauern 10 Jahre und sind im Schnitt mit 52 vorbei, also habe ich noch 4 Jahre. Wir schreiben das Jahr 1941.

29.01. Suki kläfft, aber alle lieben ihn. Ich gehe gerne mit ihm raus. Das ist eine schöne Abwechslung, kostet aber Zeit. Meine Selbstmorderprobte sagt immer ganz leise “ich muss jetzt schlafen“ oder wenn die Morgen kommen „bin ich weg“. Ich kann ihr Problem nicht ganz nachvollziehen. Es gibt die ambulante psychiatrische Pflege nicht, wenn sie in der integrierten Versorgung ist, o.k. das wusste wir vorher nicht, aber sie wusste nicht, ob sie das überhaupt will und alle Helfer reißen sich ein Bein aus und wollen alle Bemühungen verstärken, also hat sie nichts verloren und auf keinen Fall weniger als vorher. Wo ist die Krise? Ich finde ihre Haltung überzogen und undankbar und kann wenig damit anfangen. Elisabeth Taylor hat den Regionsarzt mit seiner Sprechstundenhilfe erwischt. Sie lag auf der Behandlungsliege. Das hat sie gesehen. Ich schreibe ihm das spaßeshalber, dass ich jetzt Bescheid wüsste aus gesicherter Quelle. Die Mitarbeiterin hatte Kreislauf und hat bei ihm auf der Liege gelegen und er konnte keinen Blutdruck mehr messen, hat aber darauf verzichtet, sie für tot zu erklären. Eine neue Betreute, die sich zumindest darum bewerben will aus Augsburg mit 4 Töchtern, ein Kuddelmuddel der Vätern und Aufenthalte und Kampfhund hat die Tochter, total anhänglich. Jack Russel ist bellfreudig und nervig, würde sie nie wieder nehmen. Kann ich verstehen. Ihre Wohnung ist wegen Mietschulden gekündigt.

30.01. Schulbehörde anrufen. Meine Betreute will das Referendariat nachmachen. Sie hat sich beim Abwaschen mit einem Messer einen Nerv im Finger durchtrennt. Wenn sie die Bewegung zeigt, wie sie mit Schwamm durchgezogen hat, dann wird einem schlecht. Sie hat die Hand aus dem Spülwasser gezogen und die Küche sah aus wie bei Kill Bill. Werde mit Arbeit nicht fertig, gut, dass ich Morgen eh im Büro verabredet bin…

Mein Bruder lädt ein zur Flippereinweihung, Adams Family. Er freut sich so. Er mag meinen Blog, das hatte er mir vor einigen Wochen gesagt und ich freue mich darüber und auch, dass wir uns zum 40igsten meiner behinderten Schwester treffen. Wenn Stephan nicht mit will, machen wir mal ein Geschwisterding.

Der Mann der die rosa Kätzchen abholen will (Motivtempos aus Wien) lässt auf sich warten.

Tanzen und essen gehen. Der Zug aus Wunstorf hat Verspätung. Die neuen Schuhe machen mich zu einem Riesen, aber die Füße tun weh und irgendwie fühle ich mich wie eine Transe. G. hatten wir die Einladung zu seinem 60zigsten geschenkt. Männerchor. Er und K. sind verliebt ineinander, wie Jugendliche. Das ist ganz süß. Wie läuft so ein typischer Tag in der Villa ab, will ich wissen, weil wir im Sommer zusammen da sein werden. Morgens Schwimmen und Vögeln antwortet sie. Damit kann ich was anfangen. Wie ein Teenager spielt er mit dem Smartphone. Filme, wie er Baum fällt mit Kettensäge mit Ton. Stephan will im Boden versinken. Morgen ist ein Orgelkonzert in der Marktkirche und er will mir selbstgemachte Würste geben, die er auch auf dem Telefon zeigt, wie sie zum Trocknen über einer Holzstange hängen. Das ist doch Grund sich das mal anzuschauen und mein Mann ist auf einer Käse und Weinprobe. Dann habe ich auch Programm und kriege was Leckeres.

Keiner macht Gänsestopfleber wie Dieter Grubert, inklusive aller Sterneläden in denen ich je war und die Nachspeisen. Cappuccino Panna Cotta und warmes Topfensoufflée. Die in die Jahre gekommene Prolls, die Frau traut es sich kaum sagen, aber das sind Leute, die haben noch nie Hummer gegessen, planen eine späte Hochzeit und haben den Meisterkoch mit Beschlag belegt. Er hat neue Angestellte, ganz junger Typ.

DSC09416  DSC09418 DSC09419 DSC09420 DSC09421 DSC09422 DSC09423 DSC09424

Der Bürotermin zum Ausmisten Morgen wird abgesagt von meinem Kollegen. Ist mir auch Recht.

31.01. Der Hermes-Typ stürzt durch das Treppenhaus und es klingt, als würde eine volle Lotte hinfallen mit samt seiner Lieferung. Dann Büro, der Schredder gibt den Geist auf. Shoppingqueen aus Hannover. Die Einkaufsbegleitung von Daniela, die ich vom Sehen kenne, ist sympathisch. Das Hotel in Gernsbach hat schlechte Bewertungen und wir suchen ein Apartment.

Die ganzen Klamotten, die mir nicht mehr gefallen oder stehen.

Paralleluniversum Orgelkonzert. Die Backsteinkirche ist kalt, auch von der Ausstrahlung her. Es ist fußkalt. Hüte werden schon getragen, aber es gibt so hässliche. Das ist unfassbar. Der Organist hat eine blondierte Dauerwelle, die rausgewachsen ist und auf den Plakaten ist ein Jugendfoto, so dass er kaum zu erkennen ist.

IMG_1161

Hier spielt jeden Samstag einer ein Orgelkonzert. Wow, was hier alles los ist. Gut gefüllt. Das Publikum drängt sich auf eine Seite. Die wissen bestimmt, von wo man am besten sehen kann. G. spricht vom Friedensgebet montags und da kann er nicht und hat Fußpflege, „die macht das schwarz und kann nur montags“. Das viele Essen und der Wein seien anstrengend gewesen. Ich habe schon bedenken, aber die Orgelfreude stehen auf den Krach. Gut, jetzt ist der Teil im Programm, der Improvisation, das höre ich wohl auch. Die Profis werden wohl wissen, wann es vorbei ist und geklatscht werden darf. Ich denke, es kommen gleich Buh-Rufe, aber die sind ganz aus dem Häuschen. Wie funktioniert die denn technisch, macht man Töne mit den Füßen und den Fingern wie beim Klavier. Die kann man so lange halten, wie man das Gaspedal gedrückt hält oder die Luft aus einem Blasebalg anhält? Selbstgemachte Wurst bekomme ich keine. Das war mein Antrieb, aber was soll ich machen? Danach betteln? Das gehört sich auch nicht.

Ich lasse mich doch auf die After-Show-Party der Wein- und Käse Gesellschaft locken von der lieben Larissa und Sabine sagt: bis gleich. Da ist ein Karnevalsexperte aus Hannover, der eine Woche Urlaub im Karneval macht und der mit Timoschenko-Verkleidung so authentisch ausschaut, wie eine Frau, alles perfekt, künstliche Wimpern, so dass Frauen auf ihn zukommen und sehen wollen, ob er eine ist. Im Karneval gibt es keinen Schmerz, er konnte in den Stilettos laufen, aber dann hat er seine Zehen 2 Monate nicht gespürt. Ich frage zu unserem Wien-Vorhaben. Der Esel braucht einen Mehlsack auf dem Rücken, weil er dem Müller davon gelaufen ist und man soll „Ih-Ah“ auf dem Smartphone aufnehmen zum Vorspielen. Es gibt Aquarell-Farbe fürs Gesicht, die man mit Pinsel und Wasser auftragen kann. Er hat nur gute Ideen. Ich sage, mich würde der Aschermittwoch interessieren. Das sei auch am lustigsten, wenn der Nubbel verbrannt wird, der an allem schuld ist, wenn der Kölner FC schlecht spielt oder man fremd gegangen ist im Karneval. Das eine Jahr habe der Pastor keinen Bock gehabt und er sei eingesprungen mit den Worten: „Dat soll et schon jewesen sei?“ Er übernahm die Pastoren-Trauerrede und keiner merkt, dass er nicht aus Köln kommt. Im bürgerlichen Leben arbeitet er in Sachen Raumforschung und Landesplanung. Guter Typ. Meine Katze aus Japan bekommt neues Zuhause. Es tut gut, Dinge los zu lassen.