Archiv des Autors: administrator

Der geschenkte Weihnachtsstern

14.12. Interessant geträumt, weiß aber nicht mehr was. War ich drüben oder normal? Wir sind beide unsicher. Ich will den Termin heute Nachmittag absagen. Können wir auch am Telefon besprechen. Die Kundschaft der Psychologin treffe ich vor der Tür. Sie geht jetzt ins Marktcafé und wartet noch 20 Minuten. Elisabeth auf dem AB, dass meine „tolle Mitarbeiterin in welcher Firma auch immer“, das ist dann die Frau vom abW mit dem englischen Namen, die hat ein Pillenrezept auf ihren Namen verlangt, da werden Rezepte verteilt, weil die Mudschaheddin wieder da sind. Das alles nur um sie ins Bett zu kriegen, Sex bekommt ihr nicht, davon wird sie blind. Der Kollege psychologisiert im Nebenraum am Telefon. Postit an der Heizung im Flur: „Heizung bitte anlassen, ist mit Herrn V. so abgesprochen.“ Das soll wohl unser Bürocheffe sein und der Hinweis an mich, weil ich so was nachts und am Wochenende herunterdrehe, spontaner Impuls mich zur Weihnachtsfeier krank zu melden.

Die Mitbetreuerin wartet unten, das ist die Mutter mit der ich mir die Betreuung für den Sohn teile, die Analphabetin ist. Ich gehe runter, sie hat Kontoausdrucke zum Kopieren dabei und ist nicht so gut im Treppensteigen. Ich mache die Kopien und bringe sie ihr wieder runter, über 4.000 € auf dem Konto wegen Pflegegeldnachzahlung. Sie fährt in den Urlaub und holt sich neue Couchgarnitur. Hat einen Weihnachtstern für mich dabei. Das passt gut, zumal der Flur dieses Jahr ohne Deko ist und ich gerade auf Weihnachtssterne stehe (fand ich früher grässlich, hat sich geändert).

Habe ich schon so ein Nichts von Hütchen auf, ein Haarreif, der unangenehm drückt mit ein paar Holzperlen versehen und der Vater der geistig Behinderten, der bis 2011 im Staatsdienst war und Linden anregend findet, kommt aus dem Glotzen nicht mehr raus. Er kann mit seiner Tochter nichts anfangen, weil mit der kann man sich nicht unterhalten. Dann gehen sie ins Kino, da muss man weniger reden. Seine Ex, das sei vorbei. Die Tochter hat ihn gefragt, ob er mit geht wenn die Urne im Friedwald beigesetzt wird, nein, das will er nicht und sieht keinen Sinn darin. Seine Tochter unterstützen? Das ist mein Hinweis. Wenn sie ihn fragt, dann vielleicht. Hat sie ja schon. Männer als Autisten.

Die Kumpel meines Kollegen sind alle in der Kantine. Harald ist da und ich freue mich ihn zu sehen und habe richtig gute Laune. Durch die Hochzeitsfotos ist mir wieder ins Bewusstsein gerückt, dass man sich schon so lange kennt und das liegt sicherlich auch an der gemeinsamen Liebe zur Stadt. Das wir nicht abhauen. Harald wundert sich über Frauen, die sich was dabei denken, wenn sie auf einer Party am Unterarm angetoucht werden, was ich allerdings auch verstehen kann. Harald und ich lassen es uns gut gehen mit Vorsuppe und Nachspeise.

IMG_1695

Ich habe leider nur noch einen Ohrring. Harald sagt, Käsespätzle mögen wir und mit einem Schlüssel im juckenden Auge bohren, genau das soll man nicht tun. Helfe Harald gegen seine Kaufhemmung anzukämpfen und zeige ihm das Fairkaufhaus, ein herrliches Puppenhaus mit Bügelperlenvorhang, aber Harald steht nicht so sehr auf Puppenhäuser, weiter in die Haushaltswarenabteilung (auf Haralds Nachfrage: hier gibt es 100 Stockwerke) neue Wolle und den perfekten Retrorahmen für das Kindheitsfoto mit Schildkröte und Geschwister und Oma, aber seine Arme sind zu lang, kein Sakko will passen dafür könnte ich wieder einen Mantel kaufen, Kamelhaar in Grau, ja, der steht mir. Kind mit dem lauten Handyspiel, Harald findet so was Nerviges sollte man Kindern gar nicht geben und ich: und dann wundern sie sich, dass die in den Jihad ziehen. Wir haben denselben Humor. Von mir bekommt er einen Distelteller mit goldenem Rand und ein kleines Sylter Brot als Einstieg in das Bummelprogramm.

IMG_1700

Noch einen Weihnachtstrauß, aber richtig schön mit Amaryllis. Soll man auf einen Kaffee vorbei kommen bei den Architekten am Fluss. Durch den Umzug hat die schmale Frau weitere 7 Pfund abgenommen, ein gewisser stolz schwingt in der Stimme mit, weniger auf den Gewichtsverlust als auf die Energie mit der man noch mal einen Umzug bewältigt hat. Irgendwas scheine ich irgendwie richtig zu machen, wer Ende des Jahres so viele Geschenke bekommt. Das muss auch was heißen.

Beim Yoga soll man sich nicht ärgern, weil man wackelt oder ein schlechtes Gleichgewicht hat. Doch nicht ernsthaft als Erwachsener, oder? Die eine Frau ist wie die Krankenhauskerle und labert unkontrolliert im Yogaunterricht und stört den Ablauf. Wirklich genau der Typ als Frau. Anstrengend so was, aber vermutlich auch für sie selber.

Steffi leiht sich Outfit für die Weihnachtsfeier Winterwonderland und bekommt 5 Armreife, einen Käfer als Bügelbild auf goldenem Strick aus einem Atelier aus Berlin und sogar Sukis Geweih als Leihgabe. Sie hat meistens was von mir an, heute ein blau-braunes Polyesterkleid aus Wien und dann freue ich mich. Der Kollege sagt, ich darf das Foto aus dem Theaterstück auch mit Quellenangabe nicht verwenden oder er weiß es nicht und warnt mich. Dann werde ich eben verhaftet. Soll sie mich verklagen und ruinieren. Habe doch so schön davon geschwärmt.

2te Folge Oliver Kittridge: Depressionen als familiäre Veranlagung. Der Sohn heiratet. Der Schulfreund, zu dem die Mutter einen starken Bezug hat, ist zu Besuch. Die Mutter macht dem Blumenmädchen Angst, weil sie ihr sagt, sie soll die Blumen nicht pflücken, das seien nicht ihre. Die Ehefrau des Sohnes ist nett. Die Mutter fragt den Vater: und bin ich nett zu Dir und die Frage muss man verneinen und „are you happy“ und das bejaht er wohl. Die Braut und ihre Freundinnen zerreißen sich das Maul über das selbstgenähte Kleid der Mutter, die hört mit und klaut darauf einen Ohrring, einen Schuh aus dem Schrank und malt einen rosa Strich auf ein weißes Hemd als Rache. Der fehlende Ohrring fällt der Braut gleich in der Hochzeitsnacht auf, weil alles bei ihr so aufgeräumt und übersichtlich ist und sie zeigt ein wenig ihre andere Seite, die nicht „nice“ ist. Die eine neue Wolle löst sich komplett auf und reißt immer wieder ab. Bei alter Wolle, gerade aus Kunststoff, ist die Substanz manchmal einfach nicht mehr vorhanden. Weichmacher rausgegangen (hihi)? Die 2,50 € hole ich mir aber wieder bzw. tausche die aus gegen andere. Das kommt als Stammkundin nicht in Frage und wehe, die bocken.

Milchreis und Türkish Delight (das ist nicht „kein Geschenk“, sondern mir am liebsten, was zu essen). Das Wiener Burgtheater hat krasse Sachen im Angebot. Ist das dann gut oder eher anstrengend und nervig. Das kann ich heute nicht mehr sagen. Batterie alle, gehe genervt und müde zu Bett. Über Haarspaltereien diskutieren und es führt im Kreis. Die Matratze ist so schön weich und das Bett warm und die Dunkelheit mein Freund.

15.12. Schlafe herrlich durch und sage Stephan, dass Streit dazu gehört und er hat da familiär einen gewissen Nachholbedarf und ich kann immer schlecht aufhören, sondern muss immer noch einen drauf setzen und erwidern. Der Kultursenator soll was unternehmen gegen die Freischützinszenierung. Was nur, Bücherverbrennen oder Menschen oder nur ein Bußgeld, frage ich. Stephan findet es nur lustig, aber vermutlich sehen es viele so. Berlin will keine Touristen. Wusste instinktiv, dass wir da nicht willkommen sind. Rollkoffer haben wir auch. Komme heute Mittag zum Essen nach Hause. Meine Flugsaurier sind so 90er. Hoffentlich verliere ich nicht von jedem alten Ohrring den ich auskrame einen. Nur ein Brillenglas hat den Vorteil, dass nur eines beschlägt, wenn ich mit meinem Atem zu dicht dran komme und auch nur eines geputzt werden muss.

Harald schickt mit Foto Distelteller mit Brot. Sieht schön aus und freut mich.

Distelbrot

Beste Nachricht des Tages, bei Herrn Hodga wurde die Therapie bewilligt. Erst sagt mir Krankenkasse, dass ich bei ihnen keinen Antrag stellen kann, wenn Rentenversicherung zuständig ist, aber ablehnt, wenn nur unzuständig und falscher Kostenträger (keine inhaltliche Entscheidung) geben die das automatisch weiter, aber das war hier nicht der Fall. Freue mich doll, dass das druckvolle Schreiben geklappt hat. Bluffen hilft manchmal, weil ich glaube, die haben 6 Monate Zeit über Widersprüche zu entscheiden und meine kurze Frist wäre mir vermutlich im Gerichtsverfahren um die Ohren geflogen. Glück gehabt.

Die Herzlichkeit reißt nicht ab und Betreute rufen an um mir frohe Weihnachtstage und einen guten Rutsch zu wünschen und mir für meine Arbeit im vergangenen Jahr zu danken. Es sind lustigerweise die Fälle, die kaum Arbeit gemacht haben.

Die Steuermitarbeiterin fragt mich heute nach über einer Woche, ob ich da Creme am Auge habe, eine Entzündung? Was soll ich sagen, bin letzte Nacht davon wach geworden wie ich mir im Auge herumwühle. Im Schlaf kann ich nichts dafür.

AOK automatische Antworten, dass sie nicht da sind und die mail nicht weitergeleitet wird unter Angabe des nächsten Kontaktperson. Beim vierten Mal wird es langsam lustig und ich frage den Mann, ob noch einer da ist bei der AOK?

Der Grundschulfreund von Stephan hat geheiratet nach vielen Jahren der Partnerschaft, am 10.12. Hat ihn Stephan nicht eindringlich genug vor dem Dezember als Eheschließungsmonat gewarnt? Und deswegen will er seinen Sektkühler aus Paris, der bei der Sammlung von Übertöpfen dabei war, zurück haben. Soll er einen Ferrari reinmachen und als Geschenk ausgeben. Heute habe ich an seine Banane gedacht, die eine steht hier und ist sehr unglücklich und es schmerzt ihr beim Sterben zuzusehen. Es ist nicht hell genug, aber in den Wintergarten passt nur eine, zumindest, wenn sie dann ausgewachsen sind und weiter wachsen lassen um sie dann zu töten ist wie mit dem männlichen Küken, wo jetzt sie Geschlechtsbestimmung im Ei stattfinden soll.

Standard-Essenbericht von Cortin Severin oder wie der heißt, der die immer schreibt über einen Laden mit Märchennamen (und der Wolf kommt darin vor, fast wie der Rotkäppchennachfolger). Man bekommt, was gekocht wird, der Typ ist Autodidakt und von Hause aus Unternehmensberater und hat bei Mraz gelernt. Das wäre doch mal was zum Ausprobieren.

Die zierliche Zahnärztin sieht so freudlos und ausgetrocknet aus. Mit der will ich nicht tauschen Wenn man sich die Eltern anschaut, weiß man warum da nichts draus werden konnte. Ich bin so froh um meine Eltern, die lieben konnten und sich auf ein Kind einlassen. Das ist der Grundstein für alles. Apropos Mama. Frage ob sie Rinti besorgen kann, dann müssen wir nicht schwere Hundefutterdosen durch Deutschland schleppen, über Nürnberg nach Bayreuth und das ist kein Problem und wird erledigt. Meine Mutter ist zuverlässig und gut organisiert. Da bin ich froh, dass es etwas abgefärbt hat. Bei manchen, die gelobt werden für ihr Orgatalent denke ich viel: Der Einäugige, der die Blinden führt. Habe den blonden Pelzmantel an, den sie mir in wochenlanger Arbeit zusammengeflickt hat. Ich liebe ihn besonders und entdecke immer neue kleine Kaninchenflicken dazwischen. Post, der erste Kalender ging ohne Zollerklärung in die Schweiz, für die St. Galler muss ich eine machen. Hat das was zu bedeuten? Eine Stunde zuhause reicht für Essen und mehr. Suche Fotos raus für meinen Fanbrief an Frau Arnold. Will Foto von uns beiden, aber nicht so offensichtlich. Wähle eines auf einer Rolltreppe im Museum in Paris. Habe sogar goldenen Umschlag, den ich recyceln kann, passend zum Showoutfit.

DSC04445

Das Foto von dem Stück habe ich sicherheitshalber gelöscht. Das lohnt nicht, dass man dafür Ärger riskiert, wozu gibt es 24 Buchstaben? Fotografen sollen auch Künstler sein und sind dann beleidigt, keine Ahnung. Immer dieses Copyright. Die lichten doch nur ab und zwar eine öffentliche Veranstaltung. Wenn man wenige Ideen hat muss man umso besorgter sein, dass jemand einem was wegnimmt. Bringe Gabi das Puzzle und den weißen Übertopf aus der weißen Schicki-Micki-Blumenladen in der Galerie Luise, den ich mal gekauft habe und der der ausschaut, als hätte man Latex um eine Metallgestänge gespannt, etwas wie die Lampen mit Tierhäuten bespannt. So eine hatte mal Carsten. 60er? Er gefällt ihr und sie will ihn nach Hause nehmen. Dann ist ja alles gut. Mona bedankt sich für die Koppenhagen-Fotos. Stephan hatte geschimpft, dass es zu viele seien, aber sie scheinen ihnen gefallen zu haben. Die Büroweihnachtsfeier rückt näher. Im Basil gibt es Hokaido-Kürbissuppe mit Mango und „Fischfikadellen“. Das schickt mir Stephan als Auszug auf der Internetspeisekarte. Seiner Schwester war der interessante Schreibfehler aufgefallen.

Dann noch eine schicke Weihnachtskarte von Herrn Ex-Taxifahrer, der Syrer mit der verkrüppelten Hand. Der schreibt mir jedes Jahr mit seiner Ex-Lebensgefährtin, die sich aber um ihn kümmert. Beide unterschreiben. Dieses Jahr finde ich die Karte richtig schick. Treue Seelen. Elisabeth mit geschorenem Kopf und Augenbrauen wie Taxi-Driver, barfuß in den Birkenstöckern. Sie führt Selbstgespräche, wenn sie die Treppe hoch kommt. Will immer wissen, was ich Weihnachten mache, ob ich wegfahre und hat mich auf einem Foto bei Chez Heinz gesehen mit dunklen Haaren, war ich da in letzter Zeit? Sie hat auch zwei Pillenrezepte dabei und sich wohl mit der Praxis angelegt. Außerdem einen Salat in Plastikschale mit Fladenbrot für 3,- €, den sie mir gleich schenken will. Es gibt bei ihr Weihnachten Zuhause Bockwürstchen und Eiersalat, den sie sich gewünscht hat von ihrer Mutter, es geht um polnische Mayo, die sie ganz gut findet, Bio-Eier, aber wichtiger noch ist der Bio-Mais, mit Samen von oben geschwängert werden. Weihnachtsfeier im Ka-Punkt am 24.12., aber am liebsten will sie mit mir mitkommen.

Zu Herrn Glocksee, dem dicken im Rollstuhl bin ich heute etwas böse. Wie kann man es schaffen 2 kaputte Rollstühle zu Hause zu haben. Man sollte sich beizeiten um die Reparatur des Ersatzrollstuhls kümmern und nicht erst wenn der andere hin ist und man ohne alles da sitzt. Das war vielleicht nicht so schlau. Oder mich vorher verständigen, dass ich denen in den Hintern trete, weil ich habe keine Ersatzteile und auch das Sanitätshaus muss diese bestellen.

Stephan ist Hellseher. Schicke ihm die ebay Angebote von Herrn Yoga und er fragt, ob er als Fotograf engagiert werden soll um die Kronjuwelen in Szene zu setzen. Alles was angeboten wird, ist wohl total überteuert, Kunst, Handballkarten usw. Den Künstler googelt Stephan und bekommt dann Kaufangebote über facebook. Herr Yoga will sich mit Edelsteinen selbständig machen, wenn der Verkauf erfolgreich ist und auf Messen fahren. Er hat noch Kontakte von damals und Ahnung und überhaupt. Ist ein guter Hochstapler, so würde ich das ausdrücken. Wenig später schreibt mir der Betreute:

„Leider klappt das mit den Fotos nicht so, wie ich mir vorgestellt habe. Der eine Fotograf meldet sich gar nicht und mein Bruder hat keine Lust, nackte Steine zu fotografieren gegen Entgelt und bezahlt stattdessen lieber Modells und Maske dafür. Ich könnte durchdrehen wegen meinem Bruder, man muss sich wirklich für ihn und seine Armseligkeit schämen.

Ich kaufe mir selbst eine Kamera und spare den Fotografen, nur mangelt es mir an Liquidität :(„.

Seit Tagen Aufregung wegen meiner Tante, hat ihre eine Wohnung übertragen und Generalvollmacht erteilt und die Vollmachtnehmerin ist jetzt 5 Wochen auf den Malediven. Das regt ihren Bruder sehr auf.

Mein Betreuter Herr ADHS stinkt nach Rauch, er arbeitet zur Probe an der Kasse der Tankstelle und ich teile ihm sein Geld ein. Auch gut.

Wer ambulant betreutes Wohnen bekommt, bei dem werden seit neustem Unterhaltsansprüche geprüft. Irgendwie geht es um Neufälle und Altfälle. Die Eltern des Architekten mit der Erbkrankheit, der aber einfach nur im Kopf kompliziert ist, Jahrgang 1937 und 39 wohnen in München und sollen nach einer Prüfung vielleicht Unterhalt zahlen, der aber auf einen Betrag um die 30,- € begrenzt ist. Die Betreuerin steigt da auch nicht so durch.

Telefonat mit meiner Patentante. Ja, Aderlass und dann Zusammenbruch bei den Anthroposophen. Warum sagt sie da mal nicht: nein, Finger weg oder: gute Idee, machen wir auch nicht. Ayurveda-Kur in Srilanka macht die Vollmachtnehmerin und verweist auf irgendeinen Typen, den sie als Urlaubsvertretung vorbeischicken will. Ist sicherlich alles nicht optimal gelaufen räumt sie ein. Sie hat schon daran gedacht zum Notar zu fahren und das Testament wieder zu ändern. Heute war sie erst mal mit Taxi beim Arzt und hat mit seiner Hilfe eine Pflegestufe beantragt. Sie sei ja einsichtig und nicht ganz unvernünftig. Sie will sich selber versorgen und beantragt zugleich eine Pflegestufe. Das sei widersprüchlich. Nicht unbedingt wende ich ein und erläutere das. Ich sei ja Expertin für Pflegestufen, das hatte sie ganz vergessen. Sie bedankt sich für die Unterstützung und ihr fällt ein Stein vom Herzen. War was Weiches im Briefkasten, aber ist ja noch nicht Weihnachten (sie hat Disziplin, ich nicht). Will im eigenen Bett schlafen, wäscht sich nicht wenn es ihr kräftemäßig schlecht geht und hat Energie und einen Dickschädel um ihren Willen durchzusetzen (ich auch). Das Telefonat dauert über eine halbe Stunde und ich muss richtig Turbo einlegen um die dienstlichen Faxe noch rauszukriegen vor dem Sport.

Polizei Nordstadt erwischt mich in der Umkleide, ob ich die Mutter sei, Elisabeth höre ich im Hintergrund schimpfen. Hat Mädchen nachgestellt und die geschubst und sexuelle Dinge gesagt. Wirkt verwirrt. Ist aber normal. Ja, sie lassen sie vermutlich wieder laufen, vielleicht stellen sie sie auch einem Arzt vor, der in einer anderen Sache gerufen wurde. Letzter Dienstagsgracekurs 2015 und 2016 gibt es neue Trainerin, die emsig am Rand sitzt und Notizen macht, dass ich sage: alles mitgeschrieben? und Stasi (J). Die Alttrainerin sagt, dass sie sooo viel Lust habe und wenig Zeit, aber das Gegenteil scheint der Fall und ihr fallen keine Übungen ein und sie scheint dem Ende entgegen zu fiebern und wir machen lange Dehnung und hören knapp vorher auf. Rufe nach dem Sport noch mal bei der Polizei an, haben sie wieder gehen lassen. Dann gibt es wie jeden Abend Milchreis mit Apfelkompott mit Sambuca. Ich kriege davon allerdings eine Verdauung wie Hitler.

3ter Teil Oliver Kittridge. Bill Murray in einer ganz kleinen Nebenrolle. Sie sind im Ruhestand und haben einen Rauhaardackel, der Sohn ist nach Kalifornien gezogen und hat sich getrennt und macht eine Therapie. Im Krankenhaus passiert ein Überfall von Junkies und sie werden als Geiseln genommen. Mr. Kittridge hat 8 Monate danach einen Schlaganfall und sie ist viel bei ihm und schimpft mit dem Sohn, der nur medizinische Tests macht und ihm vor dem Gesicht schnippt um die Reaktion zu testen, statt menschlich zu sein. Sie schläft im Heim bei ihrem Mann im Arm ein. Er war immer ein gütiger Mensch, der ein Monster geheiratet hat und trotzdem gütig war. Er darf jetzt sterben. Sie bleibt bei ihm. Das ist schön und traurig. Ich denke an Alex, die ihren Vater auf Friedhof nebenan hat und da abends spazieren geht. Das kann ich auch gut verstehen.

Später Anruf. Das können nur die Hamburger Jungs sein. Theater nicht. Sie gehen zum Feuerwerk in den Park hinter ihrem Haus und wir spielen am vorletzten Tag des Jahres Mahjong. Klingt alles gut. Ich muss am Wochenende packen für 2 Reisen. Die Freischützdiskussion hat es bis Spiegel-Online geschafft. Ich fand es schon merkwürdig als in der Haz stand, dass für ein Theaterstück eine Freigabe ab 16 Grenze eingeführt wird.

16.12. Meinem Schwiegervater geht es besser und er hatte gestern gute Laune, wird mir berichtet. Geht jetzt auch Schwimmen, was wegen Hautirritationen durch Chlor nicht möglich war, weil ihm eine Creme besorgt wurde. Wieder das Freischütz-Thema. Wie peinlich es ist, wenn man öffentlich sagt, das Theater oder die Oper habe zu wenig Glanz, nur 2 x im Jahr beim Opernball. Das kann man vielleicht denken, aber doch nicht als Person der öffentlichen Lebens im Interview sagen. Hat der keine Frau, die ihn korrigiert? Vom Aegi nach Laatzen fahren geht gut. Hier ist das Audrey Hepburn Café. Da wollte ich immer mal rein. Denke an die Modedesignerin, aus Wetzlar, die über Hannover ablästert, die früher auch einen auf Frühstück bei Tiffany gemacht hat und 20 Jahre später weite Stricksachen vertickt. Ich bekomme einen Fahrradplatz in der Bahn und stricke. Er Typ, afghanischer Herkunft tippe ich, reißt mich aus meiner Konzentration um zu fragen, ob mein Pelz echt ist. Ich sage nichts, dachte er will was Ernsthaftes wissen, braucht Orientierung, aber das ist privat und geht ihn nichts an, er steigt aus und denkt bestimmt, so unfreundlich sind die Deutschen, stimmt ja auch. Die Gegensprechanlage im Gesundheitsamt geht nicht und ich sehe die Frau durch das Glas die Lippen bewegen und bekomme den ersten cholerischen Anfall. Bin früh da, stricke weiter im Warteraum. Jes, ein katholisches Magazin liegt aus. Mein Betreuter erzählt, dass er zum Termin um 10 Uhr um 5 aufstehen muss um das hinzubekommen. Das ist krass, merkt man daran, wie krank einer ist. Ich brauche null Vorlauf und kann locker 20 Minuten nach dem Aufstehen gestriegelt und mit Kaffee intus das Haus verlassen. Dafür bin ich auch sehr dankbar. Ich stehe sofort auf und bin volle Energie. Das ist echt praktisch. Die Ärztin hat das Pipilotti Rist Plakat der letzten Ausstellung in der Kestner an der Wand und ist nett. Sie gibt ihm 2 Jahre Ruhe. Er hat den Termin auch gut vorbereitet mit Arztberichten u.a. aus dem Schlaflabor. Diagnose Nakrolepsie steht ihm Raum. Der Gentest steht noch aus bzw. die Ergebnisse. Ist es schlimm, wenn man das Haus nicht verlässt und sich nicht anzieht und mit den Schlafsachen abends wieder ins Bett geht. Das wird er nämlich gefragt und ist ein beliebtes Wochenendspiel bei mir. Ich bin dann konzentriert im Bastelmodus und wozu anziehen. Deswegen habe ich keinen Hund, weil ich dann nicht raus muss.

IMG_1698

Ich sage Tschüss und fahre mit dem Rad zur Station und bekomme so die Bahn, die 3 Minuten später losfährt am „Park der Sinne“ (der Name ist ein Witz, man steigt in einer total trostlosen Gegend aus). Auch hier wird mir Platz gemacht mit Fahrrad in der Bahn. Alles sehr komfortabel. Habe genug Zeit für einen Kaffee bei Audrey. Eine etwas welke Frau mit Neckholder, Hotpants und Beinstulpen, die aber ihrem Idol tatsächlich ähnlich sieht (mit 2 Hunden, der Yorki liegt im Schaufenster), die große Antipasti-Teller liebevoll dekoriert. Der Laden ist bunt und vollgestellt, jetzt noch zusätzlich mit allerlei Weihnachtsgedönse. Bei der Hilfeplanung stricke ich einfach durch und habe so fast die Hälfte geschafft. Frau Perserin vom abW will Kunsttherapeutin werden. Finde ich gut. Stofftiere zum Basteln, ein dickes Kamel oder Dromedar, vielleicht traue ich mich für Wien. Ein handgenähtes Kinderspielkreisel aus Stoff für Suki zum Zerbeißen. Das ist bestimmt gute Qualität und man kann besser anfassen als bei dem harten Gummiball, den ich Virus nenne, weil er so ausschaut. Den Gutschein für Jerwitz nach Hamburg mitnehmen? Den habe ich mal von den Jungs geschenkt bekommen (total nett) und er ist angebrochen. Am 30. kann man da noch einkaufen oder am 31. morgens. Die Hilfeplanung nachmittags am Vahrenheider Markt fällt aus. Das ist mir Recht, zumal es auch regnet und die Arbeit sich stapelt. Nein, mir fällt kein Geschenk für die Steuermitarbeiterin ein. Sie wollte mal Stulpen für die Arme, weil ihr kalt ist am PC und alles ist schwarz bei ihr und voll unmodisch, aber ich halte mich da raus, sehe keine Veranlassung mich in irgendeiner Weise aus dem Fenster zu lehnen. Bei weiß nichts bzw. „keine Ahnung“ ist man auf der sicheren Seite. Hätte ich das Sweatshirt mit Eisbär für Katalin kaufen sollen?

Der russische Alki sagt dem Arzt „glaubhaft“, dass er seit einem Jahr nicht trinkt und die Betreuung nicht mehr will. Dieser thailändische Allgemeinmediziner ohne Titel hat doch keine Ahnung. Mir hat der Betreute erst gestanden sich im Suff das Bein gebrochen zu haben und hat im Moment noch einen Einwilligungsvorbehalt, der müsste ja zunächst mal aufgehoben werden, beteuert am Telefon mir gegenüber das gegenüber dem Arzt ganz anders gesagt zu haben. Dann muss Gutachter her bzw. vom Gericht bestellt werden, weil sein Hausarzt das nicht hinbekommt. Dafür Personalausweis der jordanischen Botschaft. Stimmt neben Pass gibt es auch einen Perso. Den schicke ich ihm.

Die Sozialarbeiterin aus der Klinik, Frau Ruanda will einen Tag in die Gartenallee zurück und am nächsten Tag nach Frankreich auswandern. Was soll ich dazu sagen? Frau Mittelfeld soll Geld für Schwarzfahrten der Vergangenheit vor Weihnachten zahlen und die bieten ihr die Hälfte an, wenn sie sofort zahlt. Da klingt unseriös, sie soll mir das bitte schicken. Ich habe Appetit, aber es stehen nur ganz schlechte Plätzchen in der Küche, wie Hundefutter, die ich selbst bei großem Hunger verschmähe. Wie man so schlecht backen kann ist mir ein Rätsel, Kleingebäck is schließlich aufwendig zu machen und es schmeckt schlechter als jede Aldi-Großtüte. Dann sollte man es vielleicht sein lassen.

Statt Mittagessen gibt es zum Schwarztee mit Milch und Zucker Krabbenchips aus dem Asialaden. Schön fettig, aber dann ist die Verpackung auch mal verschwunden aus der Büroküche. Das wird da ja nicht so gerne gesehen. Heute ist Datev-Update ab 18 Uhr und ich muss die Arbeit so takten, dass ich die letzte Stunde andere Sachen mache, Faxe schicken, Jahresrechnungen z.B. Das muss vorbereitet werden. Die Büronerven liegen blank und die Steuermitarbeiterin schreit wohl ihren Mann am Telefon an.

Ein Betreuter, der kopflose Architekt kommt heute statt Freitag. Der hat Glück gehabt, dass ich da bin, weil der Termin am Vahrenheider Markt ausgefallen ist. Verliere kein Wort über die Verwechslung. Soll ihn abmelden beim Jobcenter über Weihnachten. Diese Hundertprozentigen kann ich nicht verstehen, da bin ich ganz anders sozialisiert worden.

Gela schreibe ich mit dem Betreff „Club der roten Bänder“: Deine Post ist angekommen. Ab 10 Jahre Mitgliedschaft verlange ich allerdings einen Edelweißstrauß, also Vorsicht.

Yoga, die Lehrerin lobt meine Weihnachtshose, die aber zu Plastik ist und ungeeignet, das heißt die habe ich das erste und letzte Mal an. Wir machen die Taube, kann ich nicht so gut, bin vorsichtig wegen Knie, will da nichts kaputt machen, dann eben weniger. Die Balanceübungen klappen dafür heute gut für meine Verhältnisse. Das nehme ich zur Kenntnis. Die Yogalehrerin hat erst rockige Musik instumental im Programm und macht uns darauf aufmerksam, das geht aber über in Disney und Mainstreamklassik und ich frage, was das jetzt sei, ob sie uns zum Heulen bringen wolle. Das sei die Entspannungsmusik. Sie fliegt im Januar nach Tansania zum Tauchen und wird vertreten von der Fußfrau. Auch gut. Es war ein schöner Unterricht und Samstag sehe ich sie noch mal.

Wir haben wenig Weihnachtsbeleuchtung privat. Ihmezentrum wäre total voll mit Bling-Bling Lichterkette in einem vergleichbaren Wohnobjekt in Berlin, auch die Straßenzüge sind total zurück haltend. Das unterscheidet uns von der Hauptstadt. Die scheinen mehr Hang zum Stimmungskitsch zu haben. Ich esse Thunfischsalat mit Mayo und Zwiebeln, habe total Lust auf einen Mayo basierten Salat. Wollte mir schon Kartoffel-Geflügel vom Perser nebenan holen, hatte aber Angst vor der Wartezeit und dachte auch, Stephan hat vielleicht schon gekocht, weil das Licht an war. Das Kochen kam dann noch, aber nicht für mich. Olive Kittridge sparen ich mir auf, die letzte Folge. Traurig genug, dass das dann zu Ende ist.

Das Stoffkamel ist ein Dromedar und zu groß, sieht lächerlich aus auf dem Hut, selbst auf einem richtigem Hut sieht es übertrieben und doof aus und als Brosche oder um den Hals auch, wollte ihm Geschirr häkeln und Edelweiß aus Horn vom Flohmarkt ran nähen. Mit dem Eichhörnchen mit den riesigen Auge als Reiter sieht es auch krass aus, aber Reiter ist grds. gut, da eignet er sich für. Steht jetzt erst mal im Bad auf dem Spiegelschrank.

17.12. Traum: Festival. Grufties, ich will Gruppenfoto machen, irgendwas mit Hamburg, ein abgeschnittener Untertitel steht drunter. Collage, ich schneide die Köpfe aus (es sind 3-4 Menschen, die nebeneinander stehen) und dabei die langen Haare weg, die man schlecht ausschneiden kann und mache damit den Frauen in echt verstümmelte Frisuren, aber ich sage, hinten im Zopf sind noch ganz viele Haare, alles verfilzt, zu viele. Beim Ticketverkauf werden immer Freitickets rausgegeben für die nächsten 2 Männer, Stephan steht in der Schlange und beachtet das nicht bei dem Aufruf: „nächste 2 Frauen“ greife ich eine Unbekannte und trete vor. Auch andere versuchen es parallel und der Typ meint, ich sei am schnellsten gewesen und so bekommen wie die Chips. Ich stecke meinen ein. In dem einen Zelt lässt eine Frau sich von vielen Beißen, wie Vampirangriff und stöhnt dazu lustvoll. Dann die Essener. Sage Valentin, dass ich zu alt für ihn bin, wenn er erwachsen ist, bin ich viel zu alt. Er vergießt eine Träne. Jasmin zeige ich, wie verwunschen und romantisch der alte Platz mit Mauerresten ist, viel verwinkelter als der große Platz in Italien, wo wie letztes Jahr den Film open air gesehen haben, hier könnte man auch gut ein Festival machen mit den ganzen Separees für die verschiedenen Szenen. Setze mich auf den Platz vorne und rufe die Jungs und Leander setzt sich vertrauensvoll zu mir und wärmt sich an meinem angewinkelten Bein, ich liege auf dem Rücken. Dann mit Claudi und Elena unterwegs in Hannover, auf Fahrrädern, gegen den Verkehr, kommt aber keiner und dann absteigen und den Bordstein hoch. Claudia kennt das Haus von früher, da kommt ein Typ raus, habe Angst es ist ihr Ex, fahre vor zur Straße, aber es ist Patrick. Da stehen riesige Duschgelspender und ich denke, die sind von einem Fitnessstudio in dem er arbeitet, aber er arbeitet bei Edeka, ich stehe vor der Filiale und er hat die Edeka-Arbeitskittel an und einen Bart. Da ist ein Wochenmarkt. Claudia kauft 6 Eier und öffnet die Packung beim Zahlen um zu schauen, ob alle heile sind, ich sehe ihre Hände und Aprikosen und lauter andere Lebensmittel in einer Kiste. Wie wollen wir das transportieren. Dann sitzen wir mit Elena auf Treppen, die ganz verändert aussieht. Ich hätte sie nicht wiedererkannt. Sie ist dünn und vor allem das Gesicht ist ganz anders. Auch Schönheits-OP? Sie ist jetzt erwachsen und es geht ihr gut. Sie trinkt keine Milch mehr und keinen Alkohol und es liegt bestimmt auch an der Liebe wird gesagt. Außerdem hatte sie eine Psychose seit der Kindheit und nimmt jetzt Medikamente. Werde wach. Welcher Tag ist heute und was habe ich vor?

Homeoffice, Suki mittags, alles ganz anders wie man offenbar morgens feststellt. Wir sind ja flexibel. Muss als erstes im Büro nachschauen, wann ich zuletzt geblutet habe. Das ist immer die erste Frage beim Frauenarzt. Genau wie die Stadtwerke nach Durchgeben der Kundennummer sagen: „Zum Datenabgleich bitte einmal das Geburtsdatum“. Ich habe einen Dresscode wie die Queen und wenn ich zu einer Abendveranstaltung mich nicht extra in Schale werfe, sondern anziehe, was ich schon 2 Tage anhabe, dann sagt das was über das Level der Begeisterung und Vorfreude aus. Großes Hütchen grds. gutes Zeichen. Für die Weihnachtsfeier heute wird nur der Pelzmantel abgelegt zugunsten einer anderen Jacke wegen der Temperaturen. Verschönere die Fanpost für das Schauspielhaus in aller Ruhe und mache hinten noch einen großen Glitzerfächer drauf. Hier die Vorneansicht.

Frau Srilanka braucht eine Beschlussverlängerung. Das hatte ich mir gestern auch überlegt, dass das spätestens Anfang der Woche geklärt werden muss, weil er am 27.12. ausläuft und hatte schon Bedenken keinen Arzt zu erreichen, aber die junge Assistenzärztin denkt offenbar mit. O.k. später an der ärztlichen Stellungnahme sehe ich, es ist die Psychologin.

Verfahrenspflegschaft ohne vorher Bescheid zu sagen, war angeblich in der Vergangenheit zuständig, geschlossene Heimunterbringung bei Analrandkarzinom und Demenz. Freie Willensbildung ausgeschlossen. Ein Anruf genügt und das ist auch erledigt.

Der russische Alki, will noch mal 50, weil „Weihnachten vor der Tür steht“. Ist aber am Saufen, er hat das im Griff, gestern zu viel getrunken, „einen über den Durst“, hat sich vom Kumpel nach Hause bringen lassen. Baut keine Scheiße. Chef ist an Krebs gestorben, daher Gehaltsüberweisung mit Zusatz „Nachlaß“. Das belastet ihn und ich weiß es. Freundin hat ihn ausgenützt und hat 15jährige Tochter, die er sehr mochte und „in dem Alter kann man ja immer Geld gebrauchen“, lacht, ist jetzt auch vorbei. Ich habe ihn gefragt, für wie doof der die Tante hält, er sagt, er will in der Stadt einen Kaffee trinken gehen, aber ich weiß es besser, welches Getränk von dem Geld besorgt wird. Ist ab Samstag bei der Mutter. Ich versuche ihn zu erpressen (so benennt er das), dass er dafür was macht. Ich versuche ihm zu erklären, dass ich es gut mit ihm meine und Geld überweisen ohne Diskussion leichter wäre. Sagt selber, ohne Arbeit fällt ihm die Decke auf den Kopf und mit dem gebrochenen Bein kann er auch nicht ins Fitnessstudio, soll Beratungsstelle anrufen, das bringt ihm nichts, sagt er, kennt die alle. Hat immer seine Tasche für die Entgiftung gepackt. Dann soll er sich Konzept überlegen, wie er die nächsten Wochen und Monate überbrückt, bis er wieder anfängt als Fensterputzer (dann wird nur am Wochenende getrunken). Wir haben jetzt verabredet, dass er Morgen um 14 Uhr noch mal anruft und das wird er tun. Danach dann überweisen oder jetzt schon? Muss mich mit Stephan beraten.

Treffe die Frau des Kollegen vor der Tür, der so viel gesundheitliches Pech hatte. Ich habe an sie gedacht und es geht wohl bergauf. Ja, 2016 muss besser werden (und ich muss noch was schreiben denke ich mir bei der Gelegenheit). Ich drücke ihnen die Daumen und einen Maßschneider kenne ich keinen in Linden. Die Stofffrau bei der sie gefragt hat macht Nähkurse.

Der Blutdruck ist bei 125. Ich muss aufgeregt sein und nein, Impfungen will ich keine. Alles Quatsch, als Kind wurde ich durchgeimpft (was sinnvoll ist), aber jetzt ist zu spät für Kinderlähmung und ich glaube nicht an Tetanus-Impfungen, weil ich nicht in der Landwirtschaft arbeite. Das hat was mit Exkrementen von Huftieren zu tun, außerdem wenn ich mit dem Rad an die rostigen Schienen der Straßenbahn knalle und eine offene Wunde habe, bekomme ich sowieso eine Spitze verpasst. Im Wartezimmer sind alle irritiert, weil die komische Frau in niedlichen Babyfarben strickt, während sonst alle auf ihr Handy gucken und junge Schwangere gutgelaunt vor lauter Hormonen neben den Vätern warten, die mitkommen müssen um den Ultraschall mitzubekommen, weil das Bild vermutlich noch für die Weihnachtskarte gebraucht wird oder um den Frauen die Sitzplätze wegzunehmen. Die erste Hälfte ist fertig und die Nabelschur schneide ich mit einer stumpfen Schere vom Arzthelferinnentresen mühsam durch (hatte angedroht die Adventkerze dafür zu missbrauchen) und fange das zweite Teil an. Ein Resultat einer Schwangerschaft ist mittlerweile auch eingetrudelt. So lange warte ich….

IMG_1699

Ich fange damit an, wie bescheuert meine Strickerei zwischen den Schwangeren und jungen Müttern ankam. Sie fängt damit an, dass bei mir alles schwierig sei, während sie Finger und Stäbchen unten bei mir reinschiebt. Ich sage ihr, dass ich meinem Mann immer sage, er soll sich vorstellen, sein Penis wäre Supermann, der einen ganzen Planeten nach oben drückt, nämlich meine große Gebärmutter, wenn da mal was im Weg ist, irgendein Organ, ist ja ganz weich. Sie muss lachen. Manche Sachen an mir sind ganz zierlich, mein Nacken und meine Handgelenke z.B. Die Gebärmutter ist eben größer (beim Penis ist das doch auch gut und wenn ich schwanger wäre hätte das Kind gleich eine geräumige 3-Zimmer-Wohnung) und dann wird es plötzlich Weihnachten, sie sagt, die sei nicht mehr so groß und kleiner geworden. Als ich „klein“ sage, widerspricht sie, aber sie passe auf ein Bild, immerhin. Ja, das Problem kennt man vom Kölner Dom, den drauf zu kriegen mit Spitze, ist auch schwer. Zysten keine und die Schleimhaut sei schön dünn, also alles gut, mehr als gut, einfach großartig. War das der TCE-Tee im Späteffekt oder doch der Wechsel, der mir langsam zugutekommt, wie sie das sagt. Dafür spricht, dass die letzte Blutung 2 Monate her ist und ich sonst immer einen sehr regelmäßigen und kurzen Zyklus hatte. Es kommt so, wie wir es wollten, dass das mehr zur Ruhe kommt mit den Hormonen und mehr einschrumpft. Ich bin total glücklich. Ein Stockwerk darunter heiraten schwangere Bräute. Die Wolle wird umgetauscht, das schönste und kitschigste Kleid aller Zeichen, in dem ich hammer aussehe (leider habe ich kein Foto gemacht) mit dem Krassmuster des Jahrhunderts und Durchbrechungen, an denen die Haut durchschaut, wie eine spielsüchtige, lila Elfe, ist leider zu eng. Dann kaufe ich 4 50er Jahre Teller á 50 Cent mit Blumendekor, heute darf ich alles.

IMG_1701

Wenn ich mein Antlitz unerwartet in einem Spiegel sehe, schaue ich trotzdem sehr böse, wie Mrs. Kittrigde halt. Der Gang zur Staatsanwaltschaft ist hinten dicht. Ich frage den Typen hinter mir, ob er einen Schlüssel hat, weil ich meinen noch nicht probiert habe. Er hat den Chip, der funktioniert nicht mehr, er sagt doch. Ich: bei uns (Anwälten) nicht mehr, bei ihm schon (Justizmitarbeiter). Er kann damit auch mehr aufschließen, hat mehr Befugnisse. Wir sind nicht in derselben Sicherheitsstufe, so erkläre ich ihm das. Hoffentlich mache ich nichts Schlimmes, er darauf. Ich: na ja. Arbeit bringen. Ist das schon schlimm? Frau Reimann nimmt mir den Chip ab. Ein Kollege, der am Tresen steht und sie hatten gerade das Thema Wechsel des Schließsystems behauptet, dafür habe man ein Pfand gezahlt. Ich sage zu ihr, so sind sie, die Anwälte, versuchen aus allem Geld zu schlagen. Ich hatte übrigens auch 20,- € dafür bezahlt. Als sie protestiert, muss ich ihr sagen, dass es ein Witz war.

Heute hatte Stephan das Essen schon fertig um 13 Uhr, weil ich gestern so einen Aufstand gemacht habe und ich kam erst um 2 vor lauter Freudentaumel in der Stadt. Er ist lieb und ja, die Serie heißt Olive Kittridge und nicht Oliver, wie ich sie nannte, weil es um die böse Frau geht. Er heißt Henry und irgendwie gibt es viele Parallelen zu uns außer, dass meine Schüler erwachsen sind, ich keine Gartenarbeit mache und Stephan keine Drogerie mit Pillenzählen führt, aber sonst.

Mit dem Hund ins Büro. Die Arbeit geht leicht von der Hand, der Hund verhält sich ruhig, selbst bei exzessiven Klingeln der Tür, nur als ich mich mit Herrn P-Monster anlege, der ohne Termin reinschneit und sich mit mir streiten will, ist er unruhig und will besänftigen. Wir haben Stadtwerke gezahlt und er hat gemerkt, dass sein Konto leer ist und bei der Tafel gab es nichts mehr. Seine Handynummer ging nicht, das Geld hat er vom Amt schon bekommen und es fehlen sogar noch 30,- € – dumm gelaufen. Er wird sich Morgen einen Vorschuss geben lassen und ich werde denen schreiben, dass sie Vorschuss zahlen sollen und dann die Stadtwerke lieber direkt. Der Kollege will mit uns Rad fahren und das machen wir auch so. Ich fahre vor – wie immer.

Ich freue mich auf Weihnachten und meine das auch ernst. Könnte von mir aus Morgen los gehen. Silvester kann ich gut basteln in Hamburg. Gebe eine Flasche Rosé Champagner aus. 0,1 muss Entschädigung genug sein für 1 Jahr Scheiße sein. Das Brot steht in umgedrehten Kunstpelzmützen auf dem Tisch. Auf die schwierige Kollegin können wir nicht warten. Das ist gut so, weil sie kommt dann gar nicht und sagt ab per SMS (immerhin nicht MMS): Ist krank. Das kann man nicht ernst nehmen und zum Glück sagt es die fremde Bedingung so wie ich es denke, dass man das wohl früher weiß. Sie fühlt sich bestimmt gemobbt, aber fernbleiben hilft nicht dagegen, wie bei den Hunden, Vermeidung verschlechtert das Problem und dieses auf schwierig machen hat m.E. schon Krankheitswert, extra Extrarechnung einfordern, dann no show, weil Oma krank ist oder man selber. Das nimmt kein Erwachsener ernst. Bekomme das erste Mal mit, dass die Steuerkollegin sehr große gesundheitliche Probleme hat mit 2 Fersenspornen auf beiden Seiten und kann nur auf den Zehenspitzen laufen zum Teil und ist schon sehr genervt, dass es nicht besser wird und die Nerven sind nicht die besten. Ich bin nur von dem Hund genervt und das überträgt sich vermutlich alles. Die Serie wäre vielleicht was für den Psychokollegen. Ich sehe es als Makel, wenn der Partner verstorben ist und das lässt bei mir tief blicken. Das ist mir auch bewusst. Als Ärztin Krebs bekommen ist auch wie ein versagen, sie muss jedenfalls sehr lange gewartet haben, weil zwischen Diagnose und tot nur wenige Monate lagen. Er hat Angst vor Kontrollverlust, trinkt O-Saft und kann auf Nachfrage keine Jugendsünde benennen (laaangweilig). Der Kellner mit den dicken Lippen ist sehr gesprächig, Sven Väth in Asien, am Wasserfall in der Lagune und es wird im Wasser getanzt, da wäre er auch gerne dabei gewesen und die verrückten Japaner, die das 10 fache für Thunfisch und Krabben zahlen und seine Tricks bei der Weinberatung verrät er uns auch (wenn man zu fünft ist, kann man gleich eine Flasche nehmen und hat eine bessere Auswahl). Ist etwas anbiedernd, sie haben 900 Anfragen pro Jahr, insgesamt oder wegen Hochzeiten, es interessiert eigentlich keinen und hat viele lockere Sprüche drauf: „Sie drohen mit Wiederkommen, ich drohe mit Anwesenheit“. Manchmal ist schon eine Zigarette zu viel. Die Zeiten des Rauchens sind vorbei. Der Prof mit der Chimu-Dilemma soll Piu (Empfehlung der Frauen auf dem Geburtstag) ausprobieren und Roma (Stephans Tipp) und eine Rückmeldung geben. Morgen ist Eröffnung der Pizzeria in der Nordstadt vom Kumpel der Kollegen. Aus Roma wurde Oma, finde ich gut. Mein Kollege kann keine Frauen halten, aber er ist nett und fair, wie der Künstler, der nicht filmen sollte offenbar ein herzliches Verhältnis zu seiner Ex hat, die auf der Vernissage in der Walderseestraße war. Das ist immer gutes Zeichen. Er lädt die Ausscheidenden ein und positiv ist auch zu vermerken, dass alle, auch die Mitarbeiter, eher politisch links sind, selbst die Frau aus dem Osten. Anders geht es wohl auch nicht. Landeshauptstadt Hannover in 2 Meter Buchstaben prangt am Ihmezentrum, falls man die Orientierung verloren hat, wo man ist. Jetzt reißt die weinrote Wolle. Muss eh ins Bett, ist 1.

18.12. Life of Agony im Capitol? Am zwanzigsten was? Serdar ist nicht mehr der Alte. Das dachte ich schon neulich in der Talkshow, die er nicht machen wollte als er sich bei Stoiber eingeschleimt hat. Jetzt hängt sein Plakat in der Unterführung am, Bahnhof. Das war früher auch nicht sein Stil. Schade. Mochte den echt gerne. Erfolg gönne ich ihm, aber den hatte er auch schon vorher. Ich jetzt halt die Glaubwürdigkeit etwas flöten gegangen, o.k. vielleicht war auch ich die naive, weil ich Person und Rolle vermischt habe.

Versuche bei der Staatanwalt anzurufen, weil ich vor der Tür stehe. Nummer ohne Vorwahl, merke den Fehler. Der lange Flur im 3. Stock der Staatsanwaltschaft ist weihnachtlich geschmückt. An jeder Tür hängt was mit Zweigen und Engeln, immer verschieden und außerdem ein langer Adventskalender aus Jutetüten voll mit Süßigkeiten. Mir gefällt der Kalender sehr gut merke ich beim Durchblättern und ich habe gute Arbeit geleistet. Das was ich griechisch ergänzt habe war Lissabon. Alex war auch im Theater am Aegi mit ihrem Patenkind, der Nachbarstochter. Die Kekse und Pralinen sehen superlecker aus, auch wenn sie mit dem Ergebnis der Pralinen nicht zufrieden ist, zu schokoladig, zu sehr Nussschokolade. Das klingt wie ein Nachteil. Endlich mal leckere Kekse und kein Hundefutter.

IMG_1708 IMG_1707

Die Teedose aus Paris gefällt ihr auch (hätte ich auch noch füllen können). Sie bekommt einen Anruf, eine Akte ist verschwunden auf dem Weg zum Amtsgericht. Sie macht mit dem Hasenbleistift Notizen dazu. Ich hole den Betreuten, sie zeigt mir den Schleichweg.

IMG_1702

Alex bringt uns persönlich zu ihrem Kollegen. Das ist schon mal der richtige Einstieg. Er ist wie ein Mann eingerichtet, nämlich noch gar nicht. Kartons stehen herum dafür hat er eine praktische Metallschiene unter dem Schreibtisch auf der die Mehrfachsteckdosen und Kabel liegen. Da bin ich ein bisschen neidisch. An der Wand ein gefüllter Ikearahmen mit Inhalt „Unschuldslämmer“, eine Collage seiner Kollegin. Ich höre besser zu als er. Er muss noch Haftbefehle ausstellen bevor er ins Wochenende geht.

Der Nachbar lässt mich wieder rein bei Frau Renovierung. Kreuz vergessen. Noch nie war ein Insolvenzantrag so schwierig. Sie gibt mir sinnlose Aufgaben. Ich rufe sie dann wieder an aus dem Büro, dass ich nicht bei den Stadtwerken anrufe, ob ein Guthaben Anfang Oktober auf ihr Konto ausgezahlt wurde, es sei denn sie sagt mir, es ist nicht passiert. Sie soll gefälligst ihr Konto checken statt mich los zu hetzen und auch noch sinnlos. Sie sieht das ein. Ob das zu enge Kleid heute nach der Weihnachtsfeier passt? Soll ich es kaufen für einen Abend, 14,- €? Das halte ich durch. Entscheide mich dagegen und das ist ein gutes Gefühl. Eine junge Frau ist überglücklich mit einem bemalten Apfelservice für 15,- €, mindestens 8 Schalen bzw. Schlüsseln gehören dazu.

IMG_1703 IMG_1705

Die Kranken sind die einzigen die arbeiten. Ich kann nicht auf Mamsell zugehen und bin nur abgeturnt. Keine Empathie für ihre Show und ihr Selbstmitleid. Haben die alle so eine schwere Störung, diese Therapeuten, lassen sich die Mimik im Ausland wegspritzen und die Nase fast ganz wegmachen und jetzt das. Stephan drangsaliert mich mit Oper heute Abend, freue mich, wenn ich die Arbeit schaffe und freue mich auf die neue Gracetrainerin, eine Junge, die ich sehr sympathisch finde, bloß Sport schaffen dann wird alles gut. Morgen Theater reicht. Er bringt mir ein Brot mittags und ich entlaste das Büro und nehme den abgelaufenen O-Saft von Denn’s mit nach Hause. Das war Thema auf der Weihnachtsfeier, die abgelaufenen Lebensmittel, die die Kühlschrankpolizei erwischt hat und ist so lächerlich für mich. Ich mache den Biosaft in die Kürbissuppe. Der ist völlig in Ordnung bzw. ich werde das testen, aber als meine Oma ins Altersheim kam haben wir Sauerkirschen gegessen, die waren 20 Jahre alt. Diese Wegwerfhysterie ist mir echt suspekt und sie ist völlig irrational. Der Alkoholiker meldet sich fast pünktlich und hat Montag einen Termin bei der Suchtberatung ausgemacht. Er will auf einmal 80 statt 50, nee, das ist schon überwiesen. P-Monster war doch nicht beim Amt. Hat sich vor wenigen Tagen noch 70,- € geholt. Ist wohl doch nicht so ein Drama. Noch mehr Weihnachtspost von einer langjährigen Betreuten, klein und stark untersetzt, die gerade Leih-Oma macht. Das ist so einfach und herzlich geschrieben. Ich bin bewegt. Bei meinen Eltern gibt es Champagner und Rouladen. Sie loben Stephans Trick, die Karotten mit rein zu pürieren zur Bindung der Sauce. Sie bekommen Besuch vom Sohn einer Cousine, der es schlecht geht. Ich finde es gut, dass sie dafür offen sind und die Besucher offenbar gerne zu ihnen kommen. Meine Mutter kocht, mein Vater beobachtet sie und kommentiert das was sie tut. Die perfekte Ergänzung.

Jetzt weiß ich, warum ich meine Brille, wenn ich sie mal aufsetze, nicht sauber geputzt bekomme auf dem linken Auge. Das ist diese Vaseline, die da dick in den Wimpern und sonst wo drin hängt.

Denke auf dem Weg am Nürnberg, dass ich dieses Jahr die Zimtschnecke selbt essen will von Neef, die Suki letztes Jahr unauffällig im Hotelzimmer gemopst haben muss und ich weiß bis heute nicht wie. Ist nicht die Neue, die ich erwartet hatte beim Sport, sondern die andere Neue, macht es trotzdem gut. Neues noch im alten Jahr. Finde ich gut. Will meinen Schwiegervater in der Reha anrufen und gratulieren, dass er es überstanden hat, aber das Telefon ist schon abgemeldet. Die Kekse der Kollegin sind köstlich, ich esse die ganze Packung, d.h. meine Hälfte auf und das restliche Türkish Delight (auch sehr gut) und habe damit meinen Appetit etwas abgebremst und Stephan macht leckerstes Essen mit Pastaresten und Sellerie. Es ist Wochenende und ich habe sehr viel Glück. Muss unbedingt Montag dem Kollegen noch eine Weihnachtskarte schreiben. Werde darin sagen, dass ich das billige Porto noch mal ausnutzen wollte.

Michi und Markus kommen Sonntag zum Rouladen Voressen und wir spielen eine Runde. Das ist schön. Stephan hat schon fast alles eingekauft. Theater Morgen fällt aus, zum Ersatztermin sind wir in Wien. Na ja, man kann nicht alles haben. Ich frage mich, wie Frau Arnold auf meine Fanpost reagieren wird und ob sie sie schon hat. Wir können ja immer noch zur Pizzaeröffnung in die Nordstadt und/oder ins Kino. Nordstadt Bräutigam hat sich von Nordstadtbraut getrennt. Ich kenne die Akteure dahinter nicht.

Wichtelzeit im Plüschkino

07.12. Schlafe so was von beschissen ein, nämlich gar nicht und muss dann Gästebett von den Holzbügeln und Mänteln frei machen. Traum: Nähere mich mit einer ehemaligen Freundin an. Ich mache den ersten Schritt. Ihr Mann, der mit meinem Vater mal einen Konflikt hatte, hilft mir dabei. Ich weiß gar nicht, was der Grund für die Entzweiung war, es war Ibsen-mäßig: solange Du an mich geglaubt hast, habe ich an Dich geglaubt. Der Mann vor ihr steht auf mit mir zusammen, sie schläft weiter und wir wollen sie nicht stören. Sie schenkt mir was Selbstgemachtes und ich will ein Gegenschenk, eine Rutsche mit beheizbarer Rutschfläche. Wusste gar nicht, dass es so was gibt. Ein Mann kommt bald nach der Bestellung (wohl durch ihren Freund) zum Ortstermin. Wir zeigen ihm den Garten und hinter dem Pool soll die aufgebaut werden. Wie warm wird die Rutschfläche (teste es an einem Probestück) und was wird mich das kosten? Wache auf.

Habe das Gefühl, dass ich eine herrliche Hochzeitswoche zuhause hatte. Ein bisschen wegfahren und dann Nachklang. Die frühe Unterschrift, die Betreute, die mir so nicht geöffnet hätte, aber ich bin ins Haus gekommen. Dann Zahnarzt, fahre immer in die falsche Richtung. Silvester im Treibhaus, sollen wir das mit Tyark machen? Auf die guten, alten Zeiten, wo ich doch gerade in der Großen Pfahlstraße war? Der Zahnarztmann hat echt einen wahnsinnig laschen Händedruck und macht Zahnstein vorne weg an meinen Mäusezähnchen und das Stofflätzchen ab mit den Worten, das sei nicht so stylisch. Ein Blick in den Spiegel und ich muss ihm widersprechen. Ich finde das sehr stylisch zu meinem Outfit, kontrastiert so schön. Zufällig stolpere ich über ein Geschenk für Steffi, meine Schwester, in einem Sanitätshaus am Lister Platz. Halte vor der Tür, lasse das Rad unabgesperrt und mache die Sache klar. Sie ist die einzige, die noch Sachen gebrauchen kann und nicht so im Überfluss lebt wir die restliche Familie. Wir brauchen nichts. Ein edler Pyjama aus Skandinavien mit Muster auch innen, sieht sehr schön aus und wird ihr stehen, die Schaufensterpuppe muss dafür ausgezogen werden. Krasse Plastikkuschelsocken gibt es geschenkt dazu. Nehme Modell Gingerbreadman. Die hässlichen Haflingerschuhe gehen zur Schwiegermutter überlege ich. In der vergessenen Postfiliale 4 Karten mit passenden Sprüche und toller Typographie.“ Wer Männer versteht, kann auch durch null teilen“ oder so ähnlich (hoffe, so als Mathe-Typ findet man das lustig) und: „Ich esse Schokoafe nur an Tagen mit „G“ und mittwochs“ für Alex. Das passt perfekt. Eine japanisch ausschauende Frau bedient. Sie hat schöne Marken für 2,15. Was ist das für eine Einheit, will ich wissen. Die Kindermotive sind für Einschreiben. Ach so. Für Katharina kaufe ich gute Wollstrumpfhosen, eine schwarz und eine weinrot und Sekt, wenn wir hingehen zum Chilieintopf, d.h. dann nur um die Essener zu treffen.

Gute Laune überkommt mich wie sonst die schlechte. Strahle die Menschen an.

Hänsel und Gretel. Die Kinderschlange vor der Oper. Meine Arztpraxis sollte eine Serie machen: Herrn Professor, ich brauche eine Unterschrift, Schwester Andrea, Herr Müller, sie scherzen. Wie Lindenstraße und Schwarzwaldklinik gibt es nicht mehr. Müssen aber ein paar Affären einbauen nur für die Serie. Wir lachen. Es macht Spaß auch mit diesen vertrauten Menschen älter zu werden, Ja, mein Auge. Der Herr Professor kennt sich das auch nicht so aus und schreibt mir Tropfen auf oder doch besser eine Salbe auf, wie hieß die noch mal. Hauptsache das ist keine Vagina-Creme, die ich mir dann ins Auge schmiere. Blättere im Wirtschaftsmagazin. Die Syrer hatten Firmen in Homs, Photovoltaik haben die gemacht und 5 Autos hatten sie und ein Haus am Meer. Hippster in der Apotheke, mehr junge Männer mit Bart. Der ganz junge muss der älteren Türkin was unterzeichnen, scheint eine andere Ausbildung und damit andere Befugnisse haben. Sie muss sich Unterschrift von dem Kollegen holen. Es geht um eine andere Packungsgröße oder so. Der scheibt nur F. Unser Hochzeitstag hängt immer mit dem Welt-Aids Tag zusammen und da hat sich in 21 Jahren viel verändert in der Aids-Werbung. Während es früher hieß: Das ist Thomas mit Claudia, das ist Thomas mit Andrea, das ist Thomas mit Julia und das ist Thomas mit Aids und man sah den jungen Mann auf dem Totenbett heißt es heute: Und was macht ihr wenn euer Stürmer HIV-positiv ist? Hoffentlich viele Tore.

Kollegin hat Nikolaus gemacht. Ich will wichteln für alle, sind nur 6 und ich kann nichts gebrauch, aber alle versorgen.

Kann nicht nach Österreich überweisen (die Tickets an Gela erstatten) muss dafür zur Sparkasse. Stehe ich unter Betreuung? Jasmin kommt als Überraschungsgast zum Fünfzigsten der Freundin.

Liebe das neue Kino, will heute gleich noch mal rein. Der Edelpfefferminztee und Strawberry Cheesecake-Eis mit dem echten Löffel. Mittags tauschen wir Unterlagen. Die Suppen in der Kaffeepause sind nicht mehr so lecker, die hatten Inhaberwechsel. Ein Mann um die fünfzig, der nicht danach ausschaut, will wissen, ob die Suppen vegan sind. Dieser Trend nervt. Hätten mal Sahne rausgemacht, wäre besser gewesen. Die können doch nicht bis Weihnachten durch dieses Radioweihnachtssonggedudel hören. Da wird man wahnsinnig. Habe Auszeichnung für meinen Mann, Dokumentenmanager. Die Rechnungslegungen kommen immer alle ohne Beanstandungen wieder zurück. Er hat es schon richtig drauf und ich habe auch ein gewisses Standing und das macht die Arbeit so viel leichter. 2 Anrufe und ich habe nächsten Mittwoch Termin zur Hilfeplanung gemacht, weil das Stundenkontingent von Herrn Auge ausgelaufen ist. Nach Trier ist er nicht gefahren. Herr Ihme steht vor der Tür als ich mein Fahrrad anschließe. Ich habe keine Zeit verkünde ich ihm. Ich will versuchen, den Gebrauchttypen anzuschreiben, dass er die 250,- € für den Schrottrechner zurück bekommt. Ach so, den hat er schon weiterverkauft. Was sollte er machen, er brauchte das Geld.

P-Monster kommt und hat seine neuen Zähne drin. Frau Spielsüchtig kommt Donnerstag früher, dass wir zum Geburtstag meiner Schwiegermutter in die Reha zu Dieter fahren können. Der Bus geht bei uns vor der Haustür los. Frau Uganda hat 6-Wochen.Beschluss, der mündlich verkündet wurde. Das Wohnheim will sie nicht zurück nehmen. Die sind da für psychisch kranke Frauen, wenn das der Kündigungsgrund sein soll wäre das dämlich. Wenn sie zurück will stelle ich mich auf die Hinterbeine.

Daniel Brühl-Schauspieler an der Haltestelle. In zivil sind sie so was von unscheinbar. Gabi, will ich das Deutschlandpuzzle andrehen, quasi Auffangstation für Puzzle, die keiner haben will. Weihnachtsbühne auf dem Lindener Markt.

Thema beim Yoga: Demut. Das kenne ich, aber da geht mal nicht dieses mit: sich bei sich selber bedanken, das man da war, sich vor sich selber verneigen, das ist Selbstfixiertheit, Selbstverliebheit, Narzissmus (?) und keine Demut, aber wir üben noch und ich auf einem Bein stehen, weil das kann ich null.

Die Vorschauen sind alle schlimm, auch Star Wars, der beim Kinostart in allen Kinos läuft, wie deprimierend. Ich nehme Cola Light und Popcorn. Die frühere Dolby-Surround Werbung war besser. War sie Vorlage für die Minions? Da waren doch welche, obwohl es sie bei Pixar noch nicht gab. Ich glaube, die Idee dafür haben sie hier her. Wie sehen nicht die Silver Linings-Fortsetzung Joy, sondern einen Film über Sherlock Holmes als alter Mann. Kino wie Tretmine, für OmU oder (was besser war, weil man mehr den Film gucken tut und nicht in Verlegenheit gerät zu lesen) OoU gehe ich doch nicht in jeden x-beliebigen BBC 1 Fernsehfilm. Er hat Bienen und eine Freundschaft zu dem verwaisten Sohn der Haushälterin. Rosamunde Pilcher artige Bilder. Mr. Holmes war ein Unschuldslamm. Hat in einem letzten Fall bei einer Frau, die er nicht kannte und der er sagte, ihr Mann liebt sie und sie soll zu ihm gehen angeblich nicht richtig reagiert und ihren Selbstmord damit mit verschuldet und dann Schuldgefühle und aufgehört zu arbeiten?? Ich muss an die Vorschau mit Jonny Depp als glatzköpfigen Mafia-Boss denken, der dem Sechsjährigen beim Essen erklärt, es kommt nicht so sehr darauf an, was Du tust, sondern wann und wo Du es tust, weil wenn es keiner sieht, ist es nicht passiert und man sieht dazwischen Bilder von Folter und Hinrichtungen von Rivalen oder Menschen, die Geld schulden vermutlich. Das sind welche, die Leichen im Keller haben. Großaufgebot Feuerwehr vor Ihmeplatz 1. Ist einer gesprungen? War es Herr Ihme und sie wischen den Fleck gerade weg? Ich bin ja immer knallhart zu denen. Schlimmer als Mr. Holmes, das Weichei. Treffen Herrchen beim Gassi gehen. Jeanie ist sehr auf ihn fixiert, wartet brav, aber aufgeregt, der Fellbus. Für einen Wein in der Haasemannstraße ist es zu spät. Barbara hat auch haufenweise Wollberge und strickt irgendwas was keiner braucht, hey, wie ich. Die Männer sollen eine Selbsthilfegruppe gründen.

Wenn ich vor Stephan ins Bett gehe, kann ich einschlafen. Das scheint die Krux zu sein, dass ich jahrelang darauf konditioniert wurde.

08.12. Traum: Hunde von Schwulen kläffen im Berliner Café und springen auf den Kaminsims und Stephan greift ein und maßregelt sie durch böse fixieren, knurren und „touch“. Das missfällt den Besitzern. Wir kommen durch einen Nebeneingang in die Kneipe und haben Schlüssel für eine Gästewohnung. Ich sage den Männern, vielleicht sieht man sich noch, weil wir zu Besuch sein werden und ergänze dann: o.k. vielleicht auch nicht, ist ja Berlin. Dann auf der grünen Wiese, durch Zaun abgeteilte Fläche, wie für Kaninchen. Sind Katzen, die übereinander liegen auf einem Haufen. Die Katzenbabies sind orange getigert und unten liegen welche, die Schachbrettmuster im Fell haben mit rosa und braun. Das sieht toll aus. Streichelwiese für Kinder. Stephan setzt sich dazu und holt eine raus und sagt, er dürfe das. Die haut dann ab und ich springe hinterher um sie einzufangen. Sie kommt dann in ein Einzelzelt, was vollkommen abgedunkelt ist mit Reißverschluss, wie Abdeckung einer Nähmaschine. Da tut die eine Betreuerin rein die sagt, sie müsse sich jetzt erholen.

Gestern kam die Faschingseinladung von Sunl. Sieht aus wie Lexikon. Coole Wiki-Verarsche. Rabe passt besser zu meiner Figur als Räuber, lange Stelzen, muss mich nur noch schwarz machen.

Ausländerstelle wegen Herrn Depri. Kann das Vierjährige Kind überhaupt bei ihm leben? Muss mit ihm in einem Haushalt und kann er sich ausreichend kümmern? Ja, das ist in der Tat die Frage. Erwerbsobliegenheit m.E. nicht, weil er krank ist und berentet.

Meine Tante endlich in der Reha erreicht. Die Füllhornkette hat schon so viele Komplimente geerntet, das könne ich mir nicht vorstellen. Sie will mit das zierliche Barocksofa der Tanten schenken, weil eine Pflegeperson in ihre Praxis einziehen soll, was ich super finde. Ich will es haben. Wie bringe ich es meinem Mann bei? Sie sagt für die Kanzlei, weil in unserer Wohnung würde der Renaissanceschrank ausschauen wie ein Kinderschrank, da müsste man es mit der Lupe suchen. Weil es klein ist fürs Altersheim, aber dafür will sie es nicht horten und will eine Pflegekraft in die Praxis einziehen lassen und das Wertvollste vorher raus machen. Wie bekommt man es von Stuttgart nach Hannover? Spedition? Sie soll es sich noch mal überlegen und ich muss auch verhandeln. Oma hat die 48 Quadrate auf dem Boden ausgelegt und mit Zahlen und Stecknadeln nummeriert bevor sie zusammengehäkelt wurden. Genau meine Technik, aber bei den Kalendern mit Jan-Dez-Zetteln.

Mit Absatz kann ich übrigens super auf einem Bein balancieren. Ich muss meine Füße durch die Schuhe kaputt gemacht haben, so dass sie nur noch mit Absatz gut stehen können und flach und Barfuß nicht mehr bzw. schon per se Irritation, schon ohne besondere Kunststücke.

Herr Ihme will 4,- € ausgezahlt bekommen, die soll ich mir vom Konto überweisen. Das wird spannend, ob er es schafft um 15 Uhr noch mal vorbei zu kommen. Wahrscheinlichkeit weniger als 1 %. Kühlschrankpolizei war da, weil der Senf abgelaufen ist. Kein Problem, nehme ich mit.

Brief an Elena mit der echten Taufkerze, wie Stephan meint, dem Plastikteelicht aus Lüneburg , vielleicht wird sie dann evangelisch. Claudia bekommt eine Karte zum 1-jährigen Omadasein. Stephan hat sich um den Abfluss im Bad gekümmert, der Körperverletzung mit Gestank verursacht. Ich bin ihm dankbar. Hat sogar neue Teile für den Abfluß gekauft. Wir hatten so neumodisch Designerschickimicki und nicht so typisch mit S-Form. Vielleicht war es auch das? Ich bin jedenfalls froh, weil das Problem haben wir seit Jahren und ich leide darunter.

Schickt mir Foto von der Teenagersause, die mal über uns gestiegen ist als sturmfreie Bude war. Der Inhalt des Jugendtraums, mit allem möglichen Flüssigkeiten versetzt, wurde über unserem Wintergarten entleert. Hhhhmmm, lecker war das. Die Freunde waren in den digitalen Medien jedenfalls begeistert von den Aussichten.

Lennarts Bild vom Pool oben 22.05.12

Mache keine Chili rein und die Pasta schmeckt echt mal gut und besser als im Marktcafé mit Knoblauch, Pilzen, Butter, Radicchio und etwas Sahnequark. Das Sofa kann in die Küche, war sogar Stephans Vorschlag. Das war immer mein Traum, bin auch bereit anderen Scheiß wegzuschmeißen. Zum Beweis gehe ich endlich in den Keller Blumentöpfe aussortieren. Sage irgendwas und Stephan, wenn ich weiter so frech bin, muss ich heute wieder ins Kino.

Dem Sohn von Frau Putzfrau wird heute das zweite Bein abgenommen. Die erste OP habe es so gut weggesteckt und was wolle er mit dem zweiten Bein hätte die Krankenschwester angemerkt. Dann hätte er keine Beine mehr hilft mir die Lebensgefährtin beim Rechnen. Mein Herr XXL sitzt ohne Rollstuhl da und ist frustriert. Seine Ex hat seinen Werkzeugkasten für 500,- € verscherbelt. Der war mehr Wert und er hätte ihn gerne seinem Sohn vermacht. Kann ich verstehen.

Es ist soweit. Das Frauenwohnheim will Frau Ruanda nicht wieder, weil die Bewohnerinnen haben Angst vor ihr. Ja, das sehe ich anders und das wurde auch anders gesagt in der Vergangenheit. Sowas merke ich leider sehr gut. Die Sozialarbeiterin der Klinik soll erst mal einen Vorschlag machen.

Herr Yoga bietet die Kronjuwelen im Internet zum Kauf an und will davon die Schulden abzahlen. Gerichtsvollziehertermin soll abgesagt werden. Der Arzt aus den Deichtorhallen.

Herr Ihme kommt. Verrückt wie ich bin (halt passend zu den Betreuten), sage ich ihm Viertelstunde zu früh, aber es war ¾ Stunde zu spät. Macht nichts. Die Sache grenzt an ein Wunder. In seinem Columbine High School bodenlangem schwarzen Kunstledermantel wartet er vor der Tür und holt sich seine 4,-. € und lobt meine kleine Holzschrotflinte aus Castellabate „schönes Gewehr“. Geldeinteilung will er sich überlegen, aber wie viel wäre das denn pro Woche. Er müsste an Timing arbeiten, weil wenn er einmal nicht kommt und kommt dann einfach so reingeschneit und macht das Büro verrückt, habe ich das das letzte Mal gemacht. Dann bin ich raus. Bin nicht sein Lakai. Er versteht mich und strahlt.

Herrn Iran, den scheiße ich zusammen, dass er selber Verantwortung übernehmen muss. Mit der Tochter herkommen und Thermik machen reicht nicht. Er muss zeigen, dass er väterliche Verantwortung übernehmen kann und dazu gehört nach Jahren den Deutschkurs für die Einbürgerung zu klären. Er: ja er geht morgen um 9 Uhr hin. Er soll mich nicht sagen, dass er es macht. Die Worte habe ich oft gehört und sie nutzen nichts. Er soll den Arsch hochkriegen und es einfach tun. Es kann parallel laufen. Im Iran die Sorgerechtsübertragung und einen Antrag beim dortigen Konsulat auf Familienzusammenführung und hier endlich die Einbürgerung. Er hat die Zeit und kann warten und fragen, sich erkundigen (es geht um den Sprachnachweis) und das wollen die auch sehen, dass das Kind wirklich bei ihm leben kann. Das er was tut außer die Betreuerin Anträge stellen zu lassen. Das reicht nicht. Es können nicht andere für ihn tun. Ich kann nur unterstützen, er muss aus dem Quark kommen. Ich glaube die Botschaft ist angekommen.

In diesem Sinne geht es weiter. Die neuen Bundesländer sind gezeichnet an der Tafel. Der Kollege hatte seine Tochter zu Besuch. Sie hat Stuttgart, Konstanz und Hannover gut eingetragen. Ich lästere über seine Kundschaft, die er mal von mir geerbt hat. Der verarmter Dichter-Charme, den man im Studium süß fand Nickelbrille inklusive, blättert ab. Kinder machen, aber nicht unterhalten können und in Selbstmitleid versinken. Sehr unsexy. Ich würde wahnsinnig werden mit normaler Mandantschaft. Ich könnte das nicht mehr. Bei den Betreuten ist alles gut und stimmig und es flutscht, aber normale Mandanten mit ihren Problemen ekeln mich an. Schon der Gedanke daran und ich will nach Hause fahren und nicht mehr zur Arbeit geben.

Beim Sport taucht eine Bekannte auf. Sie hat den Tipp von einer gemeinsamen Freundin bekommen und „10 Kurse für 25,- € geschossen“ und war schon beim Ballett. Nach langer Zeit mal wieder Hüpfkurs. Das haut rein. Der einen neuen haben die das Portemonnaie geklaut, d.h. als ich Beate in der Umkleide sage, dass ich uns mal zum Ballett anmelden müsste und, dass sie ihres wohl noch hat (um Spaß zu machen), bekennt diese Frau, dass es sie erwischt hat und eine die ich als Versicherungsvertreterin eingeschätzt hätte fragt nach einer Versicherung, die das abdeckt, die aber natürlich kein normaler Mensch hat.

09.12. Traum: Spielbudenplatz in Hamburg soll das sein, lauter kleine Holzhäuser im Kreis gebaut und da läuft Kino, das kannte ich nicht. Second Hand Laden. Höchstens diese Kunstlederhandtasche kaufen mit dem ungewöhnlichen Schnitt. Die politisch Alternativen sind jetzt auf einmal vor unserem Haus und wissen jetzt wo ich wohne.

Lena, die Arbeitskollegin von Claudia geht mit zu den Winzern.

Heike schreibt mir so süß und es geht um eine Lesung, Buchwidmung und ein ganz tolles Überraschungsgeschenk. So was habe ich nicht drauf Geschenk einpacken und Leute überraschen. Das gehört nicht zu meinem Repertoire, umso größer ist die Bewunderung dafür.

Ja, die Springerle-Model dürfen alle nach St. Gallen. Ich habe kein Eifersuchtsproblem damit und genügend Erinnerungen und die Sammlung soll komplett bleiben in dem Originalkarton, wie sie damals in die USA geschickt wurden.

Suki kläfft nicht und entspannt sich immer mehr im Büro. Ich bin so stolz. Mit der ganzen Familie in die Stadt. Die Wolford-Strumpfhose sieht gebraucht aus, weil es die letzte war und der Schaufensterpuppe abgenommen werden musste, quasi getragen, aber es war genau die, die ich vor Augen hatte. Ob das Geburtstagskind das übel nimmt? Da sie markenfixiert ist, ist das schon mal ein Pluspunkt und es passt irgendwie, da sie gerne selber trotz Markenfixiertheit gerne benutzte, alte Sachen verschenkt wie ich aus gutunterrichteten Kreisen weiß. Wir werden sehen.

Mittag Zuhause mit Pasta aus der Pfanne und Mozzarella und frischen Tomaten und Balsamessig, dazu das David Serdaris Hörspiel, eine Lesung mit Fragen an die einheimischen Taxifahrer, wie macht in ihrem Land der Hahn, weil jedes Land ein eigenes Wort dafür hat und in Deutschland macht der Frosch dasselbe Geräusch wie die Ente und er erfährt so viel über die Länder, dass in manchen amerikanischen Bundesstaaten Blinde jagen dürfen, auch ohne sehende Begleitung. Wie finden sie was auch immer sie erschossen haben? Dann über die verschiedenen Weihnachtsbräuche, ausführlicher die Niederlande mit 6-8 schwarzen Männern als Helfer, früher waren sie Sklaven und dann Freunde und dem St. Nikolaus, der einen bestickten Teewärmer als Hut trägt und ausschaut wie ein Papst. Er verprügelt nicht mehr, sondern tut nur so als ob. Eltern, die ihren Kindern sagen, dass sie mal ein paar Sachen vorsorglich packen sollen. Vielleicht kriegen sie Süßigkeiten in den Schuh, vielleicht werden sie aber auch in einen Sack gesteckt und entführt und dann sollen sie auf alles vorbereitet sein. Solche Einschlafgeschichten und der Staat legt noch einen drauf durch legalisierte Drogen und Prostitution. Er ist neidisch auf das kleine Land.

Auf dem Schreibtisch ein Weihnachtspaket. Die Eltern von Herrn Yoga als Absender, wohl eher die Mutter, haben mir einen Fascinator aus Pfauenfedern mit einer dazu passenden Schachtel (beides handgemacht) geschickt und einem rührendem Brief, dass es durch mich ihrem Sohn so viel besser geht. Das Attest des Arztes wegen Gerichtsvollziehertermin wurde gleichzeitig gefaxt.

DSC04436 DSC04437

Dann Telefonat mit der Ärztin von Frau Srilanka, von der ich nun eine Diensthandynummer habe. Ich erzähle ihr was zu der Vorgeschichte. Die Auflage des Jugendamtes, dass ständig eine Aufpassperson dabei ist und so die Fixierung auf die Eltern und Abhängigkeit von denen. Andererseits ist sie selber sehr kindlich und kann einem Kind nur bedingt gerecht werden. Es geht viel um ihre Wünsche und Rache am Ex und andere naive Vorstellungen davon wie Dinge zu sein haben.

Von Herrn Schwitzehand, der in der Therapie ist meldet sich der Therapeut nicht. Wollte das Ende letzter Woche tun. Ich rufe meinen Betreuten an und sage, er sei am Wochenende wohl zuhause gewesen in Linden, weil er mit Karte auf der Limmerstraße einkaufen war. Er darauf: „beobachten Sie mich oder was?“ Und dann freute er sich über meinen Anruf und dass ich ihn beobachte findet er gut.

Heute ist mein Glückstag. Will nur ein Basteltipp und Heike bietet an Rabenmaske aus Pappmache mit Federn mit Mann und Sohn für mich anzufertigen. Meint sie das ernst? Was kann es Besseres geben? Endlich mal Star (hey ist auch ein Vogel, aber mit „S“) auf der Faschingsfeier in Wien.

Elisabeth stinkt mir mit Schweißgeruch das Zimmer so voll, dass ich es nicht rausgelüftet bekomme. Herr ADHS kommt mit Freundin, die ich im Wartezimmer lasse. Ärgere mich, dass ich ihm seinen Kontostand nicht mitteilen kann.

Schwein vom Hütchen abgebrochen, es ist kalt und ich überlege vor Shanturanga zu gehen, damit ich nicht zu spät auf den Geburtstag komme, dann habe ich meine Ohrringe im Büro vergessen, das ist das Zeichen zum Schwänzen. Am Küchengarten kehre ich um. Will mit Stephan hinfahren. Eile nach Hause, Suki schläft tiefenentspannt unter Stephans Schreibtisch im Korallenkörbchen. Zuhause muss ich mich aufraffen, das es überhaupt so weit kommt. Stephan hat das Kindershampoo aufbrauchen wollen was ich mal gekauft habe wegen der Verpackung und hat sich extra viel raufgemacht, dann ging das Warmwasser nicht und er voller Schaum. Das alles ist meine Schuld. Für den Schwiegermuttergeburtstag Morgen schlage ich auch das frühere Programm vor. Erst um 18, 19 Uhr mit nach Eilvese, das wird mir zu spät und habe nachmittags extra freigeschaufelt. Taxi statt Fahrrad mit einem Typen, der uns als reich bezeichnet, weil wir zum Flughafen fahren obwohl ich sage, dass wir so selten Taxi fahren, dass wir die Nummer nicht mehr wussten und sonst Fahrrad. Kostet nur so viel wie 2 Stadtfahrten. Er war gerade in Teheran. Frage nach Hunden dort und dann wie der Hahn in seinem Land macht (wegen David Sedaris). Auf dem Geburtstag 2 ältere Männer die ausschauen wie Ratiopharm Zwillinge, die Weibergruppe, alt, faltig und dünn, ärgern sich über ihr Alter, mag ich alle nicht. Eine Dunkelhäutige mit kurzem Haar ist nett und kommt aus Hameln. Die ersten 10 Jahre war sie in Berlin und kannte weder Fachwerk noch Fußgängerzonen, jetzt ist sie bekennendes Landei. Die Modedesignerin hat YSL-Anhänger aus dem 3-D Drucker um und redet ganz viel, auch über Hunde und Hundeerziehung und zu dem einen Zwilling passt ein weiblicher Boxer, die sind lustig und schmusig und er ist ein Mann und da passt ein Weibchen immer ganz gut, wie sie meint und sie haben eine italienische Dogge, an der Rasse wurde wenig herausgezüchtet. Sie zeigt Fotos auf dem Handy. Hat was von Rotweiler und ist misstrauisch gegen Fremde. Sie tut nichts, aber stellt die Leute und zeigt Zähne. Na danke. Dafür ist sie 8 Stunden alleine in der Wohnung, wozu hat man einen Laden, wenn man den Hund nicht mitnehmen kann. Sie hat Stammkunden und Neukunden. Damit ist alles umfasst, was es gibt, jeder der das zweite Mal da ist zählt zu den ersten und die das erste Mal da sind, sind eben Neukunden. Das ist wie die Menschheit in Männer und Frauen einteilen, damit hat man alles abgedeckt. Suki ist im Flur angeleint und das ist eine gute Entscheidung. Er dreht nicht die ganze Zeit durch und ist doch dabei. Kann sich auf meinen Mantel ablegen und wenn Leute Lust auf Hund haben, gehen sie hin und streicheln ihn. Dann geht es um Fleisch aus einer Schlachtung. Jeder bekommt 25 kg und es ist nicht abgehangen und muss 3 x so lange gekocht werden und nach dem backen bei 80 ° über Stunden kann man es einfrieren und dann nie wieder sehen ist mein Einwand nachdem ich eine Weile zugehört habe. Dann geht es um Weihnachtsbräuche. Es sei so hektisch und durchgedreht. Weihnachtsmarkt Lister Meile, auch wenn sie gläubig ist, in eine Kirche will sie nicht gehen. Sie ist in Wetzlar aufgewachsen und lästert ganz viel über Hannover, die Menschen so unmodisch und unlustig. Als ich mal vorbeigefahren bin an ihrem Laden hätte eine Frau gesagt: die ist verrückt. Finde ich gar nicht (was sie über Hannover sagt), aber Widerspruch ist so anstrengend. Stephan sagt, das sei nur in der List so. Sie will sich an der FH bewerben, sei aber zu leidenschaftliche und wenn macht sie es nur wegen der jungen Leute. Sie hat keine Profilneurose. Das Gegenteil scheint mir der Fall zu sein, aber gute Nachricht, dann würde sie ja ganz gut dort reinpassen. Die Frau des Kollegen mag ich doch ganz gerne. Ich war kindisch und habe ihm einen beruflichen Fall, bei dem wir auf entgegengesetzten Seiten gestanden haben übel genommen. Langsam legt sich das. Ihr Patenkind ist mit einem Jahr und einem Monat gestorben. Die Gastgeberin hatte eine schwere Kiefer-OP und sieht total verändert aus im Gericht wie nach einer misslungenen Schönheits-OP. Das war wohl sehr schmerzhaft. Sie sagt was von Schmerzthematik und medizinisch notwendig, aber wir sind weder doof noch blind. Es ist ihre Sache und tut einem eher leid. Die Modefrau hat 3 Freunde verloren, die in den Vierzigern waren. Der Freundin aus Essen ist eine berufliche Belastung losgeworden, die sie jahrelang beschädigt hat. Das freut mich. Ich bekomme von ihr eine Schlafbrille mit Etui, die mit einem Gel-Kissen gefüllt ist und ihre Designerjacke aus Hamburg. Hoffentlich trage ich die auch. Es ist ein offener Abend als die Gruppe kleiner wird und alle wünschen der Gastgeberin Glück in einer neuen Beziehung. Sie hat es verdient nach sehr viel Drama. Und mehr reisen und weniger arbeiten. Wenn nicht jetzt, wann dann. Sagt sie selber. Die Frauen empfehlen dem Uni-Prof das Pui als Ersatz für das Chimu. Chimu sind wir früher in teilweise dieser Besetzung zum Cocktail trinken und ohnmächtig werden und auf den Hinterkopf knallen hingegangen. Gemeinsame Rückfahrt mit der Gästin dem Taxi zum Deisterkreisel. Ihre Haustür steht offen und der liebende Ehemann wartet auf sie, die Weihnachtsbeleuchtung über der Tür. Sie hat recht, dass wir beide da mehr Glück gehabt haben. Wir laufen durch den Park. Ich falle zurück und verstecke mich. Sukis genetisches Programm wird aktiviert. Menschen erschrecken sich, wenn der Hase angesprungen kommt. Das war heute Mittag schon so bei einem riesigen Handwerker, der aus einer Einfahrt kam und aufgeschrien hat, so dass ich dachte, der Hund hätte gebellt. Ein schöner Abend. ich scheine uneitel zu sein und finde die Fotos von meinem Matschauge lustig. Es ist eher ein rotes Glanzauge.

Katharina 50er 1 Katharina 50er 3

10.12. Wieder schweres Einschlafen, Suki kratzt und soll das Bett auf dem er liegt nicht zerstören. Denke ich habe noch gar nicht geschlafen bis mir der Traum einfällt. Wechsele dann. Morgens Traum: Ich liege im Siloah und soll Krebs haben. Im Hals- und Nasenbereich. Erst will ich es nicht einsehen, aber dann doch die Chemo machen, was bleibt einem übrig. Heilungschance sind 10 %. Wenn ich vom Würfeln ausgehe ist das sehr wenig. Ich will nicht Memmen, sondern versuchen cool zu bleiben und das Schicksal zu akzeptieren. Man sieht beim Durchfahren Magen-OPs, die blutig sind und ein Elefantenbaby liegt gehäutet da mit Rüssel gekappt und Beine abgebrochen wie ein Hähnchenflügel und es lebt noch und versucht zu schreien (was wegen der Deformationen am Rüssel nicht geht, aber er tut es) und aufzustehen auf die abgebrochenen Beine. Den muss doch einer erlösen von seinen Qualen. Die Mitarbeiter sind nett. Die Schwester will sich merken, welchen Tee ich trinke. Weil ich statt Fenchel zur Abwechslung etwas Kamille beimische. Meine Eltern sind zu Besuch und lassen sich die Stromabrechnung vom Krankenhaus zeigen und erklären und fragen statistische Zahlen ab. Das Gebäude ist hässlich und unscheinbar, da bin ich mir mit dem Pfleger einig. Gegenüber vor hügeliger Landschaft sieht ein Gebäude aus wie eine aufgeklappte Zeitung, eine Haz. Das habe ich noch nie gesehen. Es gibt live-Musik im Krankenhaus und die Mitarbeiter schauen auch vorbei. Die Ärzte kenne ich langsam. Der eine flirtet mit einem Kollegen, der als Frau verkleidet ist. Es ist Krankenhaus Disko. Ich frage mich, wann es bei mir los geht, einen Tag habe ich schon versäumt wegen meiner anfänglichen Absage. Ich bekomme dann Infusionen und wie lange wird es dauern. Ich meine in der Nase und im Rachen schon was zu spüren, so dass ich mir einbilde, ich kann so die Diagnose bestätigen und es handelt sich nicht um einen Fehler. Suki ist entspannt beim Chef und noch im Körbchen. Ich habe die Tasche für den Nachmittagsausflug gepackt. Wir haben das ganz richtig gemacht gestern, dass wir nicht extra wegen Hund Rad fahren. Der Hund kommt mit soweit es irgendwie geht und macht unser Programm mit. Das reicht völlig.

Ziehe die neue Jacke von Jasmin an und versuche die Klamotten danach auszurichten. Keine Armreife damit sie besser zur Geltung kommt- ganz verrückt. Suki macht toll mit bei der Modefotografie, wie immer. Ich versuche gleich nach dem 12 Uhr Termin so nach Hause zu kommen, dass wir um 13 Uhr fahren können. Auf dem Kackstreifen hat ein Typ (um die 60) seinen Chihuahua verloren und ist ganz aufgelöst. Schmusebacke steht auf dem Geschirr. Der kommt irgendwann aus dem Gebüsch und leckt sie die Schnauze, hatte nur besseres vor. Suki und ich staunen nur über diese Probleme.

Frau Borderliner hat Fieber und kann die Termine nicht. Sie soll absagen. Ich mache es vorsorglich, weil ich die Wahrscheinlichkeit unter 30 % einschätze, dass sie es tut. Die Arztpraxis hatte sich natürlich bei ihr gemeldet, was sie gestern verneint hat und bedankt sich bei mir.

Herr Ghana hatte die 60 Monate Rentenversicheurngsbeiträge schon im ersten Halbjahr 2014 voll. Habe ich falsch gerechnet, weil die Ausbildung zählte mit. Hätte ich mal früher die Rentenversicherung anschreiben sollen. Habe ich ganz klar versagt.

Der Termin um 12 kommt und nachdem sie umständlich abgelegt hat an der Garderobe sage ich ihr, das geht heute nicht, weil ich gleich los muss. Die Richterin hat 7 Jahre verlängert und ihr mehrfach gesagt, sie können sich über mich beschweren, aber davon sei ja nicht die Rede. Jetzt könne sie sich ja beschweren, weil ich sie rausschmeißen würde gebe ich ihr als Tipp mit. Ich bin so aufgeregt, dass der Hund wild und ohne Anlass auf der Straße kläfft (Stephan hört ihn schon von oben). Schöner Beweis wie sich das überträgt.

Wir hätten Blumen zum Geburtstag mitbringen sollen statt Bettschuhe und alte Übertöpfe und alles ohne Geschenkpapier. Das ist sehr nüchtern, aber wir sind immerhin da und ich habe mir einen halben Tag frei genommen, hoffe das zählt auch. Die Friseurin aus dem Ort kommt vorbei und sieht unverändert aus mit ihrer Zahnlücke, jung und gut gelaunt. Sie hat Ikea-Elch- Einrichtungskram und isst eine Tasse Käsesuppe mit. Marlis hat auf der Hochzeit von Lea und Christoph (ich brachte das Thema auf) mehr geheult als bei jeder Beerdigung, weil ihre Schwester gerade gestorben war und der Bräutigam stolz war wie ein Pfau und so glücklich gewirkt habe. Bad Nenndorf ist Hölle. Nehme Einmachgummis mit (ja, meine Schwiegermutter hat einen ganzen Sack voll), damit die dünne Wolle sich nicht immer verfriemelt in der Tasche und ich dann das Entwirrspiel spielen darf statt zu häkeln. Im Auto hat die Sonne geblendet und meine Schwiegermutter hat vergessen die Sonnenbrille zurück zu tauschen und schaut aus wie Mafia (herrliches Familienfoto, darf ich nicht veröffentlichen). Hemiparese im Alltag, welche Hilfsmittel sind sinnvoll. Alle laufen mit den Rehabeuteln um den Hals gemacht durch die Gegend (was total bescheuert ausschaut). Der Gang hat Gefälle, über die Fliesen wird ein Wagen geschoben und das ist ohrenbetäubend. Der Heidelbeerkuchen schmeckt künstlich und schlimm. Ein Stück bleibt übrig und es will auch echt keiner essen. Ich hatte schon schlauerweise lieber den Stollen genommen als den Sahnekuchen. Es ist deprimierend da und mein Schwiegervater sagt selber er ist depressiv und will nach Hause, muss aber da bleiben, weil seine Frau zuhause Sommersachen umräumen und Wäsche sortieren muss (??). Sie liebt die Desinfektionsspender im Krankenhaus und benutzt sie so exzessiv, dass es Stephan auffällt und er denkt, das wäre ein schönes Geschenk für Zuhause gewesen. Er muss Geduld haben und durchhalten. Das verstehe ich nicht, ich würde ihn früher nach Hause holen. Reha Ehepartner kann Zimmer nehmen, erzählt er auch noch. Das würde ich tun als Rentnerin und Ehefrau oder wenn das nicht geht ins Hotel einquartieren und die Mahlzeiten zusammen einnehmen und sonst spazieren gehen, fernsehen, schreiben oder häkeln. Die Psyche ist wichtiger als Anwendungen und er kann schon gut laufen. Was ist wenn was passiert ist dann immer die Frage, die dazu führt, dass man sich nicht traut Regeln nach der eigenen Vernunft zu machen. Was soll passieren? Er wird berufsunfähig? Er ist Rentner und wenn sich sein Zustand verschlechtert wird er trotzdem wieder aufgenommen, nein, man muss es so lange machen, wie die sagen und dass die ihre Betten voll kriegen und das Geld kassieren wollen, das hinterfragt keiner. Ich an seiner Stelle würde jetzt richtig anfangen zu saufen, wofür lohnt sich das brav sein oder es einfach selber entscheiden, aber das traut er sich nicht, das Lamm. Überlege ob wir noch mal hinfahren können, Stephan schlägt Skat spielen vor, aber wann. Nächste Woche ist Büroweihnachtsfeier. Eine Frau spricht mich an und gibt mir eine Karte, die ich für sie einwerfen soll. Sie kommt hier nicht raus und unten ist nur City-Post und mir vertraut sie. Vermutlich will sie einen Hilferuf absondern. Ist irgendwie Hölle in der Reha und kein Mensch kann hier gesund werden.

IMG_1693DSC04400 DSC04399 DSC04403 DSC04397

Der Hund schläft auf dem Fahrersitz. Frage Stephan später, ob er einen Groll hegt gegen seinen Vater wegen früher und ihn deswegen leiden lassen will, was es aber verneint. Wir fahren durch Wunstorf, wo die Witwe ganz kurz nach dem Tod des Mannes eine Wohnung genommen hat. Sie sei sehr entschlussfreudig, aber schwierig und legt sich mit allen an. Die Käufer des Hauses, die eine Katzenauflage haben, lassen sie Katze nachts nicht rein und die ist zu viel draußen und mit dem neuen Vermieter legt sie sich auch an. Ganz schwierig sei sie. Das Leben ist kurz, Suki hat Lust auf ein kleines Menü im Jante. Wir sind zwar satt von der Käsesuppe und dem schlechten Kuchen, aber dafür reicht es trotzdem. Essen gehen hat schließlich nichts mit Hunger zu tun und so viele Gänge und Wein in sich rein machen, das können wir richtig gut. Mona freut sich, sie hat schon von der Kollegin aus Hamburg gehört, es sind aber keine Plätze mehr frei auch nicht am Tresen, dann Morgen. Junger Mann hält Pappschild mit: „Bundeswehr raus aus Syrien“. Ich lächele ihn an. Wir steigen Allerweg aus und gehen durch den Park. Sollen wir bei der Kollegenfrau von gestern nach der Annäherung klingeln und fragen, ob wir den Dackel eine Runde mit in den Park nehmen sollen. Gebackene Bananen in Salzbutter gebraten mit Honig. Das Geburtstagkind schickt ein Danke und unvorteilhafte Fotos, ich mit Matschauge, sollte selber mal unters Messer. Ich merke, dass ich das die Urlaubstage mit meinen Eltern zählen (45 in 2014) meinem Mann übel nehme und mich zurück gesetzt fühle und Rache an seiner Familie nehmen will, zumal wir Istanbul mit meinen vielleicht nicht mehr schaffen. Die Zeit läuft davon.

11.12. Traum: Ich bin mit Brock zusammen und hoffe, er gewöhnt sich an mich. Immerhin kennt man sich von früher. Trudy, seine Tante und Besuch ist verteilt auf 2 Wohnungen. Wir versuchen zu verkuppeln und der Typ aus der Nachbarwohnung (ein bisschen wie D. aus dem Büro) soll mal den Zepter des Kaffeemachens für die Gäste abgeben, weil seine Angebetete (eine Briefträgerin oder Hausmeisterin für die ich mir einen Morgenmantel angezogen habe) drüben bei uns ist und mit ihm Kaffee trinken will und ich hole ihn heimlich. Zack sind meine Eltern auch bei uns drüben. 20 cm oberhalb meines Knies, diesen Abschnitt meiner Beine mag ich. Zungenkuss ist noch total krampfig und fühlt sich nach verschlucken und würgen an. Trotzdem kenne ich ihn lange und seine Familie und das schafft Vertrauen. Das andere wird sich schon geben und ich muss jetzt mehr backen.

Susann hat geschrieben und ist Weihnachten in Hannover und hat eine Wohnung am Rathaus angemietet und will ihre Oma bekochen. Es ist nass. Suki kennt den Weg zur Briefkastenleerung.

Ich schreibe Alex, dass sie Wichteln falsch verstanden hat, da soll man nichts Neues kaufen, sondern irgendwas, was man hat, lustig einpacken. Das sei Schrottwichteln. Von mir aus gibt es nur Schrottwichteln. Das andere ist sinnlos. Stephan sagt in seiner Muckibude kann man auch Wichteln und da steht dran: kein Schrottwichteln. So hätte ich die auch eingeschätzt.

Die Spielsüchtige, die ich gestern weggeschickt habe. Wo habe ich sie auf dem Fahrrad gesehen? Jam, gestern nach dem Termin auf dem Weg nach Hause noch 3 x und auch sonst sehe ich sie am Schwarzen Bären mit dem Fahrrad zur Suchtquelle fahren. Nebenkostenab- und Arztrechnungen werden genausten unter die Lupe genommen, aber das man mit Spielen kein Geld gewinnen kann und nicht aus 10 20 machen, sondern mit Arbeit, Verbrechen oder Manipulation weiß doch auch jedes Kind. Erzähle die geile Geschichte von meinem schlauen Schwiegervater, der sich die 4 Euro auszahlen lässt, die er gewonnen hat, weil er weiß das war ein Zufall, wie von Vogelkot auf den Kopf getroffen zu werden und die sind sonst wieder weg. Sie ist misstrauisch, Familie soll es nicht wissen, weil die sich sonst Sorgen machen. Vielleicht ja auch zu Recht und die haben sogar ein Anrecht darauf so was zu wissen, wegen familiärer Disposition und Prägung und wer sonst, wenn nicht sie und was soll die Lügerei, was hat es einen Sinn sich was vorzumachen? Wer hat was davon und was soll das Affentheater frage ich sie? Das Amtsgericht will ihre Kontonummer? Alles macht sie misstrauisch. Arme Sau. Nebenjob würde helfen sie abzulenken, aber ehrenamtlich will sie nicht? Warum nicht? Damit man die Automaten besser füttern kann? Geht es ihr um Ablenkung und darum sich einbringen und Kontakt zu Menschen zu haben und eine Aufgabe und seine Fähigkeiten einzubringen oder um was geht es? Sie hat doch ein gutes Auskommen als 77jährige Pensionärin. In den USA machen das alle ehemaligen Lehrer, Ameisenhügel im Naturkundemuseum erklären statt zuhause vor der Glotze zu hängen.

Susann und Alain kommen am 21.12. Käse-Lauch-Suppe zuhause. Wir haben die Wallnüsse vergessen (war mir gestern auch aufgefallen) und Stephan soll Samstag in die Stadt fahren, wenn meine Schwiegermutter mit den Landfrauen ins Neue Theater geht wegen Übergabe. Doch nicht für die alten Nüsse. So viel Kuchen backe ich gar nicht. Dann lieber Montag von 19 bis 21 Uhr Skat spielen in der Horrorreha. Bloß keine neuen Fälle. Forderungseinzug für einen Lindener Unternehmer, bitte den Kollegen aus der ehemaligen Taxizentrale fragen. Ich mache nicht mehr alles gegen Geld, sondern habe meine Dienstleistungen spezialisiert und die Prostitutionsleistungen, die mir keinen Spaß machen habe ich rigoros gestrichen.

Nachmittags ist es mit der Ruhe vorbei, weil zu später Stunde die Kollegin mit ihrem nervigen Hund noch mal ins Büro kommt. Der Hund ist ein nervliches Wrack, der heult wenn sie kurz weggeht, der ist einfach der Gegenteil von balanced, unsicher, unfreundlich nicht auf Menschen sozialisiert und das trotz Stammbaum und Welpenkauf. Wie hat sie das nur geschafft.

Yoga fällt Samstag wieder aus. Das ist scheiße.

Jante, Suki mit Leuchthalsband wie Joda. Ich lasse meine Stofftasche von Lena da für Carine aus dem Jellyfish. Der andere Typ auf meinem Hütchen ist nicht Herrn Tuffentsammer sondern irgendein Schauspieler. Es gibt keine Köche neben ihm. Mona und Tony fahren in den Betriebsferien nach Kopenhagen und waren gerade in Berlin. Nobelhart Schmutzig fand Tony scheiße, Horvath hat er groß gelobt, würde uns gefallen. Schlage Wein am Stein (oder wie der Laden in Würzburg heißt) und Essigbrätlein vor für nächstes Jahr. Mit dem Sommelier kann Mona Sommeliernachwuchs machen, aber nur mit Samenspende, ist ihr sonst vermutlich zu alt. Meine geöffnete Dienstpost habe ich mit abgegeben in der Postfiliale, Nebenkostenabrechnungen, Kontoauszüge. Ärgerlich, aber was soll ich jetzt in Panik verfallen. Alles kann man wieder beschaffen und bei der Post ist es besser aufgehoben als in der Kneipe. Haben die hier neues Geschirr?

DSC04414 DSC04415 DSC04416 DSC04417 DSC04418 DSC04419 DSC04420 DSC04421 DSC04422 DSC04423 DSC04424 DSC04425 DSC04426 DSC04427 DSC04428

Silvester vielleicht in Hamburg feiern. Wir waren jahrelang in Hannover und es liegt so günstig und man kann die Freunde und das Patenkind besuchen. Schaue das BVG-Video, was Georg und Heike mir geschickt haben. „Mann mit Bauch, ist mir egal, Musik laut, ist mir egal“… „Zwiebeln schneiden, ist mir egal, Käse reiben, ist mir egal“….. „So schmeckt Schal (man sieht eine Baby auf einem herumnuckeln), das ist Karl“. „All diese Sachen, könnt ihr machen, ist mir egal“. Sehr gut. Erstaunlich, dass so was echte Werbung der Verkehrsbetriebe ist und seht fortschrittlich und sympathisch.

12.12. Nachts wird man wach von Sukis Kratzgeräuschen. Das Steppbett was ich hinlege um ihn zu verhätscheln passt ihm nicht, zu glatt, fällt auseinander, was auch immer und er baut es um, so gut das ohne Hände eben geht. Stephan ist auch davon wach geworden, wie wir morgens feststellen und als erste Amtshandlung nehme ich es ihm weg (auch weil er es nicht kaputt machen soll) und mache das normale Häkelkörbchen hin, lege die Morgenmantel rein. Aus die Maus und er scheint damit auch zufriedener. Traum: Missbrauch, sie halten sich männliche jugendliche Sexsklaven festgekettet und haben Schwangerschaftsstreifen auf den Po-Backen. Wir müssen jetzt gehen und es darf nicht mehr gefilmt werden. Ich sei eine unausgesprochene Botschafterin für Schwulenrechte. Ja, das bin ich wohl, bestätige ich. Der Zwergwüchsige mit Bart und Frauenperücke, der nur ca. 40 cm groß ist. Die Mutter ist schwer krank und vertraut mir ihre Geschichte an, scheißt mich dann zusammen, dass ich ihren Sohn in Ruhe lassen soll und woher ich den kenne. Halt, weil er auch im Haus lebt, die Tür ist immer verschlossen und man sieht die Familie eigentlich nie. Hatte mir auch seine Geschichte erzählt und seinen Leidensweg, aber das lasse ich nicht durchblicken. Dann hat sie sich wohl umgebracht. Die hatten Krematorium im Garten aus Ton und eingemauert in den Rasen, mit dem die Sauna geheizt haben und das ist ganz warm (wie sonst die Hundekacke, die man aufsammelt und weiß, dass es das richtige Stück war oder testet, ob Suki heimlich auf dem Sofa gelegen hat).

Zur Post, dann die Nummer auf der Karte aus dem Büro anrufen. Das Putzteam ist gerade fertig mit meinem Zimmer. Neben den Kontoauszügen und meiner Vodafone-Rechnung war auch Streichholzwerbung für Anwälte, die ich für Kalender ausgeschnitten hatte, mit dabei. Ich werde warten müssen, ob die geöffnete Post den Weg zu mir zurück findet, dann ohne die ausgeschnittene Werbung. Crepe auf dem Markt und Kürbisravioli aus Lüneburg.

Suki macht die Tür zum Schlafzimmer zwei Mal auf und zieht sich zurück. Aber nur wenige Minuten. Sieht jedenfalls aus wie bei einer Katze. Ich ziehe mich auch zurück, mir geht es nicht gut. Stephan übernimmt die Gassirunde.

Carsten und Wolfgang wissen, der Typ auf meinem Hütchen spielt heute mit. Wie passend. Habe neue Streichholzschachteln mit Paulinchenmotiv geholt, wie passend. Alle Kollegen der Darsteller, die nicht selber Vorstellung haben, sind gekommen, Hinter uns mit zwei erwachsenen oder fast erwachsenen Kindern.

Hitler hat in der Büttnerstraße von Wien gelebt vor dem ersten Weltkrieg. Ja, klar. Die Diskussionen der Männer dort. Schlomo kümmert sich um ihn wie eine Mutter. Rasiert ihm die Beine und stutzt den Riesenschnurrbart aus brauner Schuhwichse mit Spucke und Taschentuch auf die kleine, markante Größe. Hitler hat aus Versehen braun genommen und das bei schwarzen Schuhen und schmiert damit das Laken voll wie der reinste Durchfall und es spritzt. Da schwarz dunkler ist, kann man das einfach rüber machen und es glänzt richtig gut, weiß Mutti. Hitler beneidet den Juden, weil er heulen kann, was ihn gleichzeitig auch anwidert. Wie hat es das geschafft sich das anzugewöhnen und er scheint eine richtige Übung darin zu haben. Als Hitler an was Trauriges denken soll wie seine Mutter im Sarg, muss er lachen, weil er sie sich im Dirndl vorstellt. Schlomo bekommt Mädchenbesuch von dem Typen dessen Konterfei ich auf meinem Hütchen habe, den ich aber nicht wiederkenne. Das ist Auszeichnung, weil er ist sehr wandlungsfähig und hat nicht immer dieselbe Maske auf der Daniel Nerlich, als Mädchen und Vollwaise. Ist in der Dusche ausgerutscht und das Jungfernhäutchen ist dabei kaputt gegangen, aber es will noch vier Jahre warten und dann mit Schlomo aufs Land ziehen zu den Tieren und eine Familie gründen und so lange will sie ihm die Zehennägel schneiden (die werden lackiert, sehr schöne Szene). Hitler hingegen hat Angst vor dem Weiblichen, dem Dunklen bei dem Frauen zwischen den Beinen und dem Geschlechtsverkehr, so was Zwischenmenschliches  sieht er auf den Straßen Wiens und in den Kneipen und kann damit nichts anfangen. Es macht ihm Angst. Schlomo verkauft Bibeln und hat jede Menge Lebensweisheiten auf Lager, nur als Schriftsteller hat er eine Ladehemmung, als sein Buch „Der Kampf“ beschlagnahmt werden soll, weil es kompromittierende Geschichten vom jungen Hitler enthalten könnte (er litt unter Verstopfung und in so einem Männerwohnheim bleibt so was den Mitbewohnern nicht verborgen), steht nur ein Satz drin, weil sonst alles in seinem Kopf ist. Da kommen Frau Freys Rezepte zum Einsatz, wie man Hühner von innen nach außen dreht. Die Bühne, die Elemente vom Männerwohnheim werden umfunktioniert in die Showbühne, auf der Hitler im Glitzerkostüm „your own personal Jesus“ singend die Treppe herunter steigt. Die Tod, eine Frau, auch gespielt von Nerlich, auf hohen Absätzen mit riesiger Glitzerhandtasche und Coffee to go Becher in der Hand und viel Pelztiere um den Hals, trägt einen hohen Hut, wie ich, die früher bessere Würgeengel und Helfer hatte wie diverse Seuchen und Hitler holen will , als Leiche ist er höchstens Mittelmaß, aber als Helfer kann er gute Dienste leisten. Schwebt die Stange neben der Treppe nach oben, cooler Effekt. Der Vampirwitz. Das Mädchen streckt das silberne Kruzifix in die Höhe und er sagt, das würde nichts nützen, er sei ein jüdischer Vampir. Das beste Stück bisher am Theater Hannover, absolut sehenswert. Topunterhaltung, bis zur Pause sind es 1,5 Stunden, die sich anfühlen wie eine halbe. Innerlich mache ich standing ovations. Wenn man aufsteht, wie der eine Mann bei uns in der Reihe freut sich Frau Arnold und strahlt einen an, aber dazu bin ich zu schüchtern.

Die Vernissage an der Walderseestraße. Marmortreppenhaus, die ehemalige Kanzlei hat 15 Zimmer. Flügeltüren und schönes altes Glas (Einsätze in die Tür mit Muster), die Kabel in Schächten an der Wand, weil die Technik auch Einzug gehalten hat. Frau Desigual ist da und ich könnte auf dem Absatz kehrt machen. Auch die schwache unsympathische Stimme, alles regt mich auf, ich will weg. Desigual, die Marke als Galionsfigur des schlechten Geschmacks. Das meint nicht nur Guido. Ich frage mich manchmal, wer von beiden krank ist und will definitiv die Lamentiergeschichten nicht mehr hören. Werde es nächstes Mal abbrechen.

Jetzt bin ich schon nass und kann noch durch den Park fahren. An der Kreuzung tritt Suki auf die Straße und ein junger sympathischer Mann mit Migrationshintergrund greift beherzt ein mit den Worten: „bleibt hier Kleiner“. Das gefällt mir, auch wenn unnötig, weil wir das im Griff haben, er nur einen Schritt auf die Straßen gemacht hat und gleich umkehrt auf Zuruf mit seinem grünen Blickalarm, aber es war die spontane Reaktion, die mir imponiert hat, das Handeln ohne nachzudenken. Angeblich haben wir eine große Hürde Fremden zu helfen. Im Park überlege ich Frau Arnold einen Fanbrief schreiben und vorschlagen sie zu adoptieren, wir haben das Hilter „H“ noch im Nachnamen wie Stephan zu Recht meint, sonst ändert sich nichts. Würde Suki gerne mal nach Wien mitnehmen.

13.12. Wechsel ins Gästebett ist wie ein ausgedehnter Klogang, nur kann ich bei der Rückkehr nicht mehr einschlafen.

Frühstück. Stephan holt Brötchen, der Hund war voll, richtig voll. Telefonat mit Claudia, Weinprobe, die krank macht, kenne ich. Hilda passt das Stirnband. Das DDR-Kinderfrisierset hätte ich der Mutter schon mal geschenkt. Das weiß ich gar nicht mehr. Silvester in Romeo und Julia, gute Idee. Schlafen geht nicht bei ihr. Verstehe ich, dass man zum Jahreswechsel nicht im Flur auf dem Boden schlafen will, in der eigenen Wohnung. Flohmarkt,

IMG_1694

dann über den Lindener Berg zurück. Weihnachtsdorf am Turm, dann haben wir das auch mal gesehen, Schokobanane, Kreipe macht Baumkuchen. Das ist was für Claudia und Elena. Stimmungsvoll durch die Schrebergärten in der unvorteilhaften Jahreszeit zurück in die Bastelstube, in den gepflegteren Bereichen mit der Symmetrie und den kleinen Zäunen sieht der Rasen aus wie ein Teppich. Der kleine See war mir vorher noch nie aufgefallen.

Steffi kommt wieder mit Jeansstiefelletten und Jeansarmreifen. Ich werde das ehrlich auflösen müssen. Pizza bestellt, Turkey mit Marmelade, zu süß für meinen Geschmack, aber gute Idee. Zum Eis gibt es Apfelkompott von mir. Klingel geht nicht, beide Male. Ja Suki hat viel unternommen und war viel mit dabei: fünfzigster Geburtstag, Bad Nenndorf, Jante. Gerne hätten wir ihn Samstag auf ins Theater mitgenommen. Er hätte so gut zu dem alten Jack Russell der Mitarbeiterin gepasst, aber das ist eh Ballhof und nicht das große Haus. Der Hund ist ein toller Begleithund und mit dem Rudel unterwegs. Fünftes Dreiecktuch angefangen und schon 1/3. Wird die Decke wohl größer. So groß, dass ich das ganze Haus darunter verstecken kann. Das wäre mal was. „Olive Kittridge“ geschaut. Das wusste Claudia gut einzuschätzen, gefällt mir. Die ganze Optik, der Kleinstadt in den 70ern oder welche Zeit soll das sein, schwer zu sagen und die knallharten Szenen. Francis Mc Dermon oder wie die heißt, große Klasse. Dazu der Typ aus Six feet under, der Pillen abzählt in der Drogerie und in der Kleinstadt der Frau erklärt, dass das Ärztehoppen nichts bringt und er ihr nicht das Doppelte an Valium geben darf. Sie soll hellere Glühbirnen besorgen im Winter mit mehr Watt. Seine Mitarbeiterin stirbt und der Sohn, dem er beim Essen sagt, er sei was Trauriges passiert, fragt wer das sei. Darauf der Vater: meine Mitarbeiterin seit zwanzig Jahren. Ja, die blöde Kuh. Olive schlägt ihrem Mann vor, jetzt mal eine junge Gutaussehende einzustellen, die ihn für Gott hält. Die neue, junge dünne Mitarbeiterin mit Brille ist spitze, das junge Glück wird zerstört, weil ihr Freund beim Jagdunfall erschossen wird. Am besten natürlich die knallharte Ehefrau, die die Valentinskarte ihres Mannes am selben Tag in den Müll wirft und als er sie im Müll sieht: „I read it“ sagt und im Garten wütet und passender Weise Lehrerin ist. 25 Jahre später ist sie im Wald mit Radio und Picknickdecke und Waffe und hört die Musik, die sie beim Mann immer doof fand und ausgemacht hat und schaut durch die Baumkronen in den Himmel. Dann fängt die Serie mit der Rückblende an. Sehr gut gemacht. Fesselnd, schaue trotzdem nur die erste Folge. Sind nur vier. Als ich mich endlich von der Häkelarbeit los reißen kann tränt und vor allem juckt das Auge wie verrückt, als wäre ein großes Stück hartes, zusammen geknülltes Papier darin.

21 Jahre

30.11. Komplizierte Träume mit vielen Details und menschlicher Interaktion um die Anni Leibowitz Gedächtnisbibliothek, die mich gleich zum Weinen bringt und lauter Menschen, die ich in dem Zusammenhang neu kennenlerne, überwiegend Frauen nur ein Typ, den ich von früher kenne, der politische Arbeit macht, auch für Critical Mass die Internetseite und Plakate gemacht hat und so eine schöne Schrift hat als er die Adresse auf den Umschlag schreibt. Das Video wo sie von oben im Bett zu sehen ist und sehr intim erzählt, die Stiftungsfrau um die 60. Der Innenausbau. So modern. Wasserbecher, die sich automatisch füllen wie beim Zahnarzt. Ich will mit die Zähne putzen, habe aber keine Bürste, mache es mit dem Finger. Mutter und Tochter, die Filme machen und mich mal besuchen wollen und die ältere Frau, die ich gut kenne lerne. Wir warten an der Bushaltestelle auf ihren Mann. Zu aufwendig für eine morgendliche Rekonstruktion.

Ich denke an Charlie Sheen, der von einer Prostituierten erpresst wurde wegen seiner Medis. Auf dem AB u.a. die Klinik wegen Fixierung von Frau Srilanka, die das Stationszimmer gestürmt und Besucher angepöbelt hat, Elisabeth, die mir mitteilt, dass sie jetzt „irgendwie ist“ und Frau Lustigsprech mit einem ewig langen Monolog, Verbrechersozialarbeiter, Krachnachbarn und mir noch einen schönen Advent wünscht. Ich rufe in der Klinik an und es ist nur die Psychologin da, mir sind wiederholte kurze Fixierungen lieber als eine Dauerfixierung über Tage, wo man sie dann in der Fixierung vergisst.

Meine Mutter gratuliert zum Hochzeitstag und fragt wie der Fisch war. Weiß die nicht mehr, wann wir geheiratet haben?

Eine Haufe Pferdscheiße mit Reste einer Herrenhäuser Bierflasche darin, wie Mettigel der anderen Art. Auch schönes Bild.

Von der Leinstraße Plakate der Madonna-Ausstellung im Landesmuseum mit einer modernen Madonna, nur sieht die nicht aus wie eine. Elena bei der Taufe sah madonnenhaft aus. Der Typ von der Ausländerstelle mit dem ich verabredet bin, arbeitet im Nebentrakt, d.h. weniger Laufkundschaft mehr Entscheidungen vom Schreibtisch aus. Ich habe vergessen was im Vorfeld zu schreiben, so wie ich es angekündigt hatte. Er macht Kopien u.a. vom Betreuungsgutachten und hat das hässlichste Amateurgemälde aller Zeiten an der Wand. Ein Vulkan oder rote Berge mit einer aufgehenden Sonne. Sein Kollege trainiert viel und die gepackte Sporttasche liegt schon bereits auf der Ablage.

David Sedaris steht nicht vorne im Bücherschrank, mit einem anderen Buch von Torberg will ich den öffentlichen Bücherschrank füttern. Da kommt man nicht ran wegen Weihnachtsmarkt, dann stecke ich es beim Fairkaufhaus dazwischen. Einen neuen, sehr süßen schwulen Mitarbeiter wird gerade das Haus gezeigt, er lächelt mir schüchtern zu.

Wo der Zirkus stand Grasen jetzt Vögel, Krähen, Möwen, Tauben. Scheint es nahrhafte Hinterlassenschaften zu geben. Am Schwarzen Bär hat sich die Gruppe der Drogenabhängigen vor der Commerzbank verfestigt. Am süchtigsten ist der Jack Russel, der aktiv und penetrant zum Ball werfen auffordert. Der Mann, der fixiert wird schaut aber auf sein Bier.

Herr Auge kommt und den hatte ich vergessen und habe nicht genug Geld da. Muss Morgen noch mal kommen. Er wird nächsten Dienstag in Trier operiert und fährt vom Sonntagabend um 22 Uhr los und nach 4-mal umsteigen (mit Wartezeiten bis 3 Stunden) morgens um 9 in Trier zu sein zur Voruntersuchung. Bei der Verbindung zahlt er nichts mit seinem Behindertenausweis und wenn er morgens los fährt schafft er es nicht um 11 Uhr da zu sein. Postbank Rückruf. Ich muss Antrag bei Gericht stellen auf Freigabe oberhalb der Pfändungsfreigrenze sonst bleibt die Überzahlung der Vergangenheit gesperrt. Frau Dackelmischling will Erstausstattung und hat gehört, dass der Betreuer 50,- € Geburtstagsgeld beim Amt beantragen kann. Träum weiter.

Apropos Schrottwichteln, morgen bekommt die Kollegin die Kunst aus Istanbul zurück. Die Drucke, die ewig bei mir rumliegen.

Es klingelt und ich weiß schon wieder nicht, was mich erwartet. Der ambulante psychiatrische Pfleger von Herrn Ihme hört Ende des Jahres auf und kommt zur Zeit nicht an ihn ran. Katastrophe für mich, für meinen Betreuten. Er macht dann Pflegeberatung für eine private Krankenversicherung. Das wird langweilig sage ich ihm und sein aufregendes Leben mit Herrn Ihme wird vorbei sei, da geht es immer um Duschhocker und so was. Er braucht noch 2 Unterschriften von mir.

Herr Ihme erscheint ohne Termin, hat jetzt Bandwürmer, Fuchsbandwurm im Kopf und kein Arzt will ihm was dagegen verschreiben, die schieben das alle auf die Psyche. Ob er Geschäfte machen darf, hat PC gekauft für 250 und wurde derbe verarscht und der Typ will ihn nicht zurück nehmen, weil er ihn wohl in Zahlung genommen hat. Schon beim Zahlen hat er gedacht, er macht einen Fehler (wie ich neulich bei der Bluse). Ich frage nach Quittung und die hat er auch nicht. Was soll ich da machen? Entweder man ist entmündigt und auch geschützt oder man kann alles alleine, er will immer alles alleine machen und man soll sein Geld nicht anfassen und er flippt aus beim Thema Geldeinteilung. Was soll ich da machen? Ob ich ihm helfe eine Wohnung zu finden? Wir waren zusammen beim Wohnungsamt, das ist vielleicht ein Jahr her und seit dem kriegt er es nicht hin, die 18,- € für den B-Schein zu zahlen. Dann wird er da auch nicht in die Vermittlung aufgenommen. So ist das. Ich kann das nix machen. Er muss es einsehen und was ändern wollen.

Ich weiß nicht ob und was ich beantragen muss und muss Morgen beim Gericht anrufen.

Der Arzt aus der Königstraße meldet sich bei mir. Ist nächstes Jahr erst wieder im Dienst kümmert sich aber um schwere Fälle und dazu gehört Frau Renovierung. Er muss wieder übersetzen, weil sie nicht direkt bei mir anrufen kann. Ja, Rente und Grusi habe ich neu beantragt.

Gottseidank bietet Stephan seine Hilfe an. Bei Frau Dement ist Kabel Digital zwar storniert, aber die wollen Geräte für fast 400,- € zurück haben. Rufe bei den Nachbarn an, die den digitalen Videorecorder und die Smartcard abgefangen haben und schon sagten, dass meine damit gar nichts anfangen könne und die Sachen bei sich im Keller lagern. Ich weiß nicht, wann ich es schaffe das abzuholen und mache mir Termin nach der „Hochzeitsreise“, dann melde ich, dass ich Morgen meinen Mann vorbei schicke, weil er meinte, das sei ein Botengang für einen Angestellten, der Gute.

Die Post entdecke ich kurz vor Feierabend. Ja, der Mann mit den schmalen Händen und Wasser in der Lunge bekommt jetzt rückwirkend Rente, knapp 120,- € im Monat.

Im Treppenhaus wieder ein gefühlloser Mann, der seinen kleinen Sohn, vielleicht 3 Jahre alt, verfangen in Frust und einem kleinen Trotzanfall selber die Skihose ausziehen lässt und ihm nur Anweisungen gibt (Schuhe muss er vorher ausziehen) als hätte er mit einem Erwachsenen zu tun. Anfassen, helfen, Empathie null. Männer sollten das nicht machen mit der Kleinkinderziehung, zumindest nicht Deutsche. Ich gebe die modernen Handschuhe mit dem Klettverschluss wieder in die Kiste mit den Fundstücken. Klettverschluss und Plastikstoff ist nicht meine Sache da trage ich lieber meine total dreckigen, ja schon schwarzen, Autolederhandschuhe. Yoga, die Frau, die Steffi mehr mag (ich hatte gesagt, ich mag die andere lieber, glaube aber, das liegt daran, dass ich die zuerst kennen gelernt habe und ein Gewohnheitstier bin) bittet uns es ihr direkt zu sagen, wenn uns was nicht gepasst hat und wir uns ärgern bevor wir einen Groll entwickeln. Wir sind nur zu fünft, was ich auf das Scheißwetter zurückführe. Es gab wohl Beschwerden über sie bei der Studioinhaberin, Frau, die sich wie ein Kleinkind behandelt gefühlt hat und beleidigt ist und nicht mehr kommt und behauptet, es ginge vielen so. Frechheit. Ich bestätige ihren Unterricht. Sie lässt total cool und akrobatisch aussehende Partnerübung machen, die aber total simpel ist. Eine im herabschauenden Hund und die andere davor mit Beine 90 ° und auf dem Kreuzbein der Hinterfrau abgestellt. Das spürt man kaum (Mücke auf Elefanten, selbst ich soll total leicht gewesen sein) und es ist ein erhebendes Gefühl. In Shaturanga gibt sie uns eine Nackenmassage, die auch total gut tut und ich bin richtig körperlich verstrahlt von der Berührung, als würde mein Schädel aufgegangen und ein Lichtstrahl eingefallen. Ich weiß mein Nacken ist ganz zierlich und fühlt sich an, wie der einer ganz filigranen Frau. Ich mag sie und will ihr Bestätigung geben, dass der Unterricht fundiert und total gut gemacht ist und gegen das Mobbing aus dem Studio. Sie sagt so süß auf die Nachfrage der Frau, die immer Nachfragen hat, doch, doch ihr Bein sei gestreckt. Das seien die Nachteile eines dicken Oberschenkels.

Stephan kommt von der Demo und erzählt lustig. Ein Dicker, der hinter den Pferden immer laute Geräusche macht oder Bewegungen und dann sagt: „Ich bin behindert, ich darf das“ und ein anderer sagt: „Das stimmt.“.

Die Nachbarin zieht aus, auch so, hatte mich über den Wagen vor der Tür gewundert, der nicht denen von unten gehört und der Typ, der daneben stand, den kannte ich auch nicht. Ein kleines Hütchen von mir, gehäkelter Untergrund ist total zerfressen und die Wolle lässt sich zerkrümeln und ich weiß nicht ob das nicht Spuren der Motten noch zwischen meinen Fingern sind. Das aus der Hütchenschublade. Das macht mir Angst.

DSC04352

Anruf bei den Jungs, ob wir sie Dienstag schon überfallen sollen und Mahjong spielen. Das kommt nicht so gut an, was ich verstehen kann, ginge mir bestimmt auch so, kurzfristig und dann muss man arbeiten. Hamburg wird nicht olympisch, werde Mittwoch fragen, ob unsere Freunde wählen waren. Wir entwickeln Plan B. Beide denken wir: warum nicht in Lüneburg halten, da waren wir noch nie und es soll schön sein. Dort kaufen wir Stephan in einem speziellen Laden ein neues Portemonnaie, die sitzen da und bei seinem ist seit Jahren der Reißverschluss kaputt (hatte er mal beim Handwerksforum, Weihnachtsausstellung in Hannover vor Jahren gekauft). Die haben sehr schöne Kuhfelltaschen und mal schauen, was der Tag bringt.

Schwierigkeiten einzuschlafen, denke noch an die Dinge die vor der kleinen Reise erledigt werden müssen. Mich erfasst schon die Jahresendzeitpanik/-depression, früher als sonst. Emotional schlechte Zeit zum Verreisen. Wir brauchen doch einen neuen Hochzeitstag.

01.12. Die Schlusssequenzen meines Traums: Familienfeier, riesige weiße Gartenlauben neben dem Haus, wo wir jetzt immer die Feiern veranstalten können. Walzertanz in Dreiergruppen auf dem Wasser. Die Tänzerinnen liegen auf dem Boden und dehnen sich, es sind auch ältere dabei. Ich steige drüber auf dem Weg zum Klo. Ich habe eine Hose an und werde dort von der Gastgeberin für mein Outfit gelobt. Von meinem einen Ohrring fehlt das untere Teil, das habe ich vergessen aufzutischen, weil ich auch Extraohrringe dabei hatte. Freddy ist auch dem Rechner auf einem Video zu sehen, wie er sehr ernst erklärt, warum dieser Veranstaltungsort für die Feier ausgewählt wurde. Es war davor um Krieg gegangen, 2. Weltkrieg, ein Land aus dem keine Juden abtransportiert wurden. sondern nur Bomben fielen und das war angeblich Russland. Dann Restaurantbesuch, ich sitze neben Claudia, wir haben beide dasselbe bestellt, Geschnetzeltes mit Reis. ich habe beim Mischen einen riesigen Soßenfleck auf die Tischdecke gemacht und entferne gerade das Gröbste mit dem Löffel, sie wird vom Kellner gefragt, ob er schmeckt und sagt: geht so und fragt mich, ob sie uns Parmesan aus der Küche holen soll (weil es ist ihr alter Lehrbetrieb). Sie kommt weder mit einem Teller mit allerlei Sachen darauf, u.a. Camenbert in Würfel geschnitten und bietet ihn mir an, dass ich mir was aussuchen darf, ich werde wach.

Ich will Kaffee im Bett servieren trinke aber aus bevor ich mich hinlegen kann. Stephan hat Angst, dass er sich erkältet hat.

Schaue auf das Baumhaus der Kinder im Garten, wurde nie benutzt, war gedacht wie Hundehütte, Kinder sollen woanders wohnen, Rechnung ist nicht aufgegangen.

Am Kiosk treffe ich Nachbarn. Die Mieterin macht wieder Schwierigkeiten. Wieder 3 Monatsmieten nicht gezahlt. Soll wieder was machen. Das normale anwaltliche Geschäft kotzt mich echt an. Später werde ich ihm schreiben, dass ich ihn zu einem Kollegen schicken will. Keine Bock mehr, es macht mir Stress, den ich nicht gebrauchen kann.

Kann die Familienversicherung von einem Elternteil auf den anderen umgestellt werden, wenn Mutter gestorben ist bei meiner Behinderten? Das weiß ich nicht. Dann Fax zur Iranischen Botschaft. Den Kollegen kann ich nicht vorher fragen, ob das so richtig ist, meistens ist es das und es kommen keine neuen Erkenntnisse dabei heraus, sonst muss ich eben nachtragen. Hauptsache was machen und das erledigen. Anruf beim Bundesamt für Migration in meiner Sache Hodscha, Nummer war falsch, aber ich löse das Rätsel, bringt nichts, die Sachbearbeiterin will nicht telefonieren, sondern alles schriftlich haben und Anruf beim Gericht wegen der Kontofreigabe, die ich heute beantragen muss. Ja, muss wohl über das Gericht, werde sehen, was dabei herauskommt. Melde mich beim Therapeuten von Herrn Schwitzehand, der ihn aber noch nicht kennengelernt hat, dass die mich verständigen, wenn der abbrechen will und rufe das Sozialamt an, die Kindergeld erst mal nachzahlen und dann ihn selber, der ganz guter Dinge ist. Die 33,- weniger lag daran, dass die Strom direkt für ihn überweisen und das ist normal. In der Therapie gefällt es ihm, besser als in Wunstorf, die unternehmen wohl viel. Leider kommt meine Post an ihn zurück, weil ich seinen Namen in die oberste Zeile geschrieben habe und darunter „zur Zeit Step“. Das ist ärgerlich, aber ich versuche es nochmal.

Pronova BKK. Pflegegeld für den Sohn muss doch nicht zurückgezahlt werden. Ja, heute wird er in der MHH aufgenommen zum Bein abschneiden und wie schrecklich ist das und wie geht das alles weiter. Wenn erst mal ein Bein ab, sitzt man ja auch nicht besser. Ich muss meine Verzweiflung teilen, nachdem ich raushöre, dass die Sachbearbeiterin offenbar Bescheid weiß.

Stephan kommt mit dem dicken Paket. Der Nachbar ist als Empfänger genannt. Kläre das. Mittagstisch im Marktcafé. Vor uns in der Schlange eine Bekannte, die im Sommer geheiratet hat. Bunte, einfarbige Strumpfhose, langer Rock 7/8 und Turnschuhe. Das schaut nicht sonderlich vorteilhaft aus. Stephan steht bei der Post an und ich bin im Kinderzimmer des Jugendamtes. Die brauchen eine Kantine. Eine Kollegin zeigt ihr Kind und es wird viel gekreischt. Die sind so hysterisch wie ich bei Hunden. Ich kuschele mich an meinen Mann, der kommt als ich schon esse. Wenn Kinder bei einem bleiben ist das keine Kunst. Das ist wie Hund. Das ist keine besondere Auszeichnung. Die haben keine Wahl. Immer mehr Frauen machen einen Jagdschein wegen Bio-Fleisch. Warum fällt mir das ein? Die Bedienung nötigt uns eine Meinung ab zu ihrer neuen Einrichtung. Das Sofa war hin und löcherig und voller Milch, wie Stephan treffend ergänzt.

Betreuungsstelle am Telefon wegen neuer Betreuung. Die Frau hatte mit 20 schweren Autounfall und kann kaum reden. Ihre Eltern haben das Schmerzensgeld i.H.v. 300.000,- € veruntreut und da gibt es irgendein Urteil dazu, ihr 11 jähriger Sohn lebt bei denen. Das klingt wieder spannend. Ich habe da schon zugesagt bei einer Anfrage, Anfang Oktober und weiß davon aber nichts mehr. Lese meine eigenen Mails wie das erste Mal. So was speichere ich offenbar nicht ab und bearbeite das mit irgendeinem Teil der Hirns, was für automatische Abläufe zuständig ist. Keine Ahnung, die von der Betreuungsstelle ist auch irritiert und macht mich wieder auf Grün, d.h. dass ich wieder neue Fälle aufnehmen kann. Will wissen wie viele ich habe und das kann ich auch nicht sagen.

Elisabeth und alle anderen handele ich kurz ab. Bei Elisabeth ist es am schwierigsten und ich muss ihr mit dem ausgestreckten Finger die Tür zeigen. Sie hat 15,- € Kontoführung gezahlt wegen Barabhebungen mit Ausweis. Wenn sie die Bank wechselt, mache ich das nicht mehr. Dazwischen wieder Herr Ihme, der sich vor dem Auszug die Kaution auszahlen lassen will, davon kann er Lebensmittel kaufen und den B-Schein und neue Wohnung finden ist dann ganz einfach. Er wartet im Besprechungszimmer und spielt mit dem Taschenrechner als wäre es eine Playstation. Ich sage ihm, dass ich helfen will, aber irgendeinen Kaufbeleg muss er doch bekommen haben. Ob ich es glaube oder nicht, nein. Ich bin jetzt 2 Tage nicht da, da will ich nicht, dass er vorbeischneit, da ist die Tür hier geschlossen. Oh mein Gott, beide Kollegen rufen mich zurück- Der Iraner ist in Essen und sagt Botschaft kann nichts machen, Ausländerstelle macht das und erst mal Sorgerecht auf den Vater übertragen lassen im Iran und die Entscheidung übersetzen. Ich vergesse ihm zur Heirat zu gratulieren. Der Betreute ruft mich auch noch mal an und ich sage, er soll sich um die Unterlagen für den Deutschkurs kümmern. Für seine Einbürgerung habe ich schon 2011 geschrieben und es hackt immer irgendwie mit der Volkshochschule, „habe ich schon gemacht den Deutschkurs“, aber Nachweis fehlt stecken und an der Stelle ist es steckengeblieben. Ihm ist es angeblich wichtig, er hat Zeit, er soll hingehen und das klären. Der andere Kollege in der Mietrechtssache ruft auch zurück. Mandant will hier um die Ecke gehen, seine Homepage ist scheiße und die Telefonnummer findet man nur unter Impressum. Wie geht es ihm, Kind groß, Frau weg? Und tatsächlich ist es so, er habe sich getrennt. Die Dinge hätten so ihre Halbwertszeit. Nicht bei uns, sage ich ihm. Seit der Butterfahrt vereint. Damals war er immer im Schlepptau mit dem anderen kleinen Jurastudenten und ich habe sie für ein Paar gehalten. Vielleicht hätte er das mal probieren sollen.

Der Mann aus Ghana kommt. Der Termin um die unbefristete Niederlassungserlaubnis muss besser vorbereitet werden von mir. Ich sage ihm zu ihm beizustehen bis zur Einbürgerung auch wenn ich die Betreuung dann aufheben lasse, wenn er was Unbefristetes hat. Das bin ich ihm schuldig und vor der Wegfahrt müssen wir Gerichtspost machen u.a. mein Antrag auf Kontofreigabe, den ich zusammen schustere. Der Bruder von Frau Srilanka hat Post gebracht, alles ist schon geöffnet bis auf den gelben Umschlag. Da haben sie sich wohl nicht rangetraut. Ist ein Vollstreckungsbescheid. Autsch. Sie rief an und wollte wegen Ausgang sprechen, schlussendlich hat sie eingewilligt, dass der Einwilligungsvorbehalt wieder eingerichtet wird. Muss nicht traurig sein, dass Mahjong und Theater nicht geklappt haben. Wäre sich zeitlich auch nicht ausgegangen. Zu viel zu tun, schaffe kaum Sport.

Heute machen die beiden Neuen einen Übungskurs nach dem offiziellen Unterricht. Die hätte ich anhand der Fotos nicht erkannt, d.h. ich kenne sie beide vom Sehen, aber nicht auf den Fotos wieder. Vor 21 Jahren hatte ich noch einen anderen Nachnamen denke ich beim Nachhause fahren. Ich werde die Zeremonie mit den beiden Stofftieren nachstellen Morgen. Ich bin die Ratte, schön weiß, das Brautkleid und Stephan hatte damals auch so eine lustige XXL Mütze auf, da passt der Elch mit dem Schal. Schokolade, die sonst im Flur liegt ist in der Küche. Die Glasscheibe wurde ersetzt. Der Glaser musste wohl noch mal nachschleifen und es hat 50 Euro gekostet. Larissa ruft an und braucht Telefonsupport bei Granny Square. Ich habe sie mit reingezogen, sie hängt jetzt auch an der Nadel. Sie schlägt einen neuen Häkelkreis vor. Ich lese die E-Mail von der Einrichtungsfrau von den Kindern von Frau Borderline. Sie waren beim Vater an der Schweizer Grenze und trauen sich auch alleine da mal hin, aber der Junge hat keinen Ausweis und ich muss eine Unterschrift für die Mutter leisten. Kein Problem, mache ich, aber erst Donnerstagnachmittag oder Freitag, wenn ich wieder im Büro bin. Alex schlägt Mittagstisch bei Ekki vor Weihnachten vor. Das will ich nicht mehr reinzwängen nur den Kalender in der Staatsanwaltschaft vorbei bringen.

Pfannkuchen mit Soja und viel Ei, schmeckt besser als mit Milch und die Salzbutter und Birne statt Apfel. Wir schauen die Fotoalben der Hochzeit und der ersten beiden Italienreisen. Da waren wenig Gäste auf der Hochzeit, viele haben wir erst danach kennen gelernt, wie Susann. Harald mit der damaligen Freundin, die uns nicht mehr grüßt und man weiß nicht warum. Die fährt richtig krass Umwege, damit man auf dem Rad nicht aneinander vorbeifährt. Auch wenn Harald sagt, ich sei so schwierig, sehe ich hier den Grund in der fremden Psyche. Warum waren die Hamburger Jungs nicht da? Das muss ich heute mal erfragen. Stephan hatte komische Klamotten an und hat geraucht, sogar einen schwarz-silbernen Modering am Finger, mein Gott war das Neunziger. Gottseidank ist kein Arschgeweih daraus entstanden, obwohl der Elch dann noch besser passen würde. In dem Romalbum sind Visitenkarten des Restaurants wo wir 3 x waren, der Familienbetrieb mit den Obsttellern mit geschälten und dekorierten Obst kunstvoll mit grobem Zucker verziert, wo Sohnemann uns tagsüber auf der Straße gegrüßt hat und Mutti abends am Nachbartisch Kassensturz gemacht hat und Überschwemmung war mit Feuerwehreinsatz als „am Tisch Unterhaltung“ beim Essen. Er findet den Laden noch und die haben ihn in der Form weitergeführt bis 2012. Kunst und Krempel, Rückschau über 30 Jahre, da sind die Jungen von damals grau. Eine Vogelorgel, die im Wald gefunden wurde macht grauenhafte Geräusche. Eine tragbare Petroleum-Lampe als Nachtlicht. Wir können auch im Dunkeln pinkeln gehen. Heute muss ich im ehelichen Bett schlafen. Wenn ich gar nicht schlafe hat mein Mann auch nichts davon.

02.12. Werde dafür früh wach und gehe wieder ins Schlafzimmer, aber statt zu schlafen überlege ich alles Mögliche, welche Tasche nehme ich mit. Vielleicht wird es unser schönster Hochzeitstag, weil wir es auf einen konzentrieren. 21 geht so gut durch 3. Nach dem ersten Drittel war der Hund tot und wir haben Wien entdeckt, nach dem nächsten sind wir ins Haus gezogen und ich habe Hautprobleme bekommen (Pickel und eine schlechte Gesichtshaut) und jetzt ist heute und da hätte ich eigentlich einen Frauenarzttermin. Komisch, die fühlen sich nicht gleich lang an. Wenn ich heute kurz ins Büro muss wegen dem Ausweis für das Kind ist das sicherlich kein Problem. Das bestätigt Stephan dann auch. Ich dusche zur Feier des Tages in der normalen Glasdusche im Bad statt der Badewanne und Stephan greift meinen Vorschlag auf, dass wir ruhig mit den Fahrrädern in die Stadt fahren und die dort stehen lassen können.

Wir fahren am Innenministerium vorbei (gefühlt Händchen haltend), wo der Radweg besonders breit ist und daneben ein breiter Fußweg und keiner unterwegs. Hinter uns Terrorgebimmel und dann scheißt uns ein Rentner im Radsportdress zusammen. Nebeneinander fahren wäre gegen die Verkehrsregeln. An der Ampel holen wir ihn wieder ein und ich sage, ich habe heute 21. Hochzeitstag und fahre neben meinem Mann und wenn er schechte Laune habe solle er doch frühstücken gehen und oft helfe Kaffee. Er wieder: erst ab 6 dürfte man nebeneinander fahren und verweist wieder auf die vermeintlichen Verkehrsregeln und durch so was habe er seinen Fuß verloren. Scheint der Tag der Bein- und Fußamputationen zu sein an unserem Hochzeitstag.

Wir trennen uns, Stephan kauft die Fahrkarten. In der Staatsanwaltschaft wird das Grafitti im Treppenhaus übermalt und die Wände sind jetzt weiß. Schade wie ich finde, war es ein Imageproblem? Das vermute ich. Nächstes Jahr sollten wir zum Bahnhof und dann spontan entscheiden, wo wir hinfahren auf Hochzeitsreise. Eschede war ich auch noch nicht. Neuer ICE, wie erste Klasse. Wir sitzen alleine und können vorne rausschauen, wie Fahrerkabine. Smogei in China. Maschmeyer hat Flüchtlinge aufgenommen. Irgendein Betreuter hat da einen Job oder hat Markus das erzählt? Ich lese Stephan das Rentengutachten vor aus der Gerichtspost, dass mein ehemals Spielsüchtiger Betreuter durchgehend arbeitsunfähig war und der andere Arzt Diagnosen nicht berücksichtigt hat oder nur sehr wenig Exploration, also Verriss und Erfolg auf ganzer Linie. Latexallergie und nachlassendes sexuelles Interesse ist da zu lesen. Über das Gutachten wird er sich freuen. Später rufe ich ihn an aus Lüneburg, weil er auf der Ergebnis fiebert bzw. sehr angespannt ist deswegen und es ihn beeinträchtigt (siehe Schlafprobleme). Er bedankt sich und kommt Freitag vorbei. Lüneburg hat viele Spielhallen, die freundliche Mitarbeiterinnen suchen, Stephan schlägt vor, dass ich ein Praktikum mache. Wir finden den Weg in die Innenstadt nicht gleich. Es gibt ein Parkhaus für Fahrräder. Gleich nach der Ankunft in der Stadt Anruf der Frauenunterkunft. Frau Ruanda wirft mit Geschirr und pinkelt in den Flur und das ist unzumutbar für die Mitarbeiter. Dann nach dem Mittagessen die Klinik. Monatelang ist nichts und dann immer voll Alarm von null auf hundert. Das scheint nicht anders zu gehen.

Alter dicker, runder Backstein, sehr urig und alter Reichtum, Wohltätigkeitsverein, 14 hundert etwas schon geschlossen. Man merkt die Hanse. Auffallend viele Gehbehinderte bevölkern die Stadt. Ein altes Schulhaus und die Kinder werden abgeholt, einige wenige gehen alleine nach Hause, d.h. ohne Erwachsenenbegleitung. Der kleinste Park der Welt und es gibt rote Kackbeutel. Es ist eine schöne Stadt und eine Mischung aus Lübeck (Backstein, Durchgänge, kleine Läden) und Bamberg, viel Fluss mit Mühle und alten Häusern auf den Brücken. Märchen in Kästen werden auf normal und auf Plattdeutsch vorgelesen, wenn man einen Knopf drückt, die Puppen bewegen sich leicht, der Wolf im Bett der Großmutter atmet schwer. Die Bedienung kommt wohl aus Hamburg denke ich im Deli und betont das ganz krass mit dem Dialekt. Ach, so sprechen die hier alle? Der Sekt ist köstlich. Der süßeste Terrier mit grauer Schnauze wartet total brav vor der Tür. Liegt und geduldet sich. Frauchen war zu Beginn noch mal rausgegangen, kam ohne Leine mit Fahrrad. Sie sind zu dritt und unterhalten sich auf Englisch. So ein süßer Hund, langbeinig, schwarz-grau, Drahthaar, spitze Ohren, lustiges Gesicht. Den würden wir beide sofort nehmen. Überall ist die Gastronomie voll und jeder Platz ist besetzt. Das ist auffällig. Budni gibt es hier auch, so dass ich nicht bis nach Hamburg fahren muss, wie Stephan meint. Neon-Wolle, dicke, reicht nicht für ein paar Socken warnt mich die Verkäuferin, hab eh andere Pläne, aber danke und Zottertrinkschokolade im Dritte Weltladen sowie Plastikteelicht aus der St. Johannis Kirche sind meine Hochzeitstageinkäufe. Die Kirche ist sehr schön mit riesiger Orgel und menschenverspeisende Fischseeungeheuer auf den Säulen. Stephan wartet noch mal 10 Jahre mit dem Portemonnaie-Einkauf. Es sind nur langweilige im Programm. Die Kuhfelltaschen sind schön, aber wir haben keine Verwendung.

DSC04260 DSC04261 DSC04262 DSC04263 DSC04264 DSC04265 DSC04267 DSC04268 DSC04269 DSC04270 DSC04271 DSC04272 DSC04273 DSC04274 DSC04276 DSC04278 DSC04279 DSC04280 DSC04281 DSC04282 DSC04285 DSC04283 DSC04286 DSC04287 DSC04288 DSC04289DSC04290DSC04291DSC04293DSC04294DSC04295DSC04296DSC04297

Eine Kirche mit grünen Lichtringen als wir nach Hamburg einfahren. Soll das eine Mentholzigarette darstellen zu Ehren von Helmut Schmidt? Vor uns ein sehr verhaltensauffälliger Pendler, der als Koch arbeitet, der Hase anruft und die Verbindung ist schlecht, einen offenen Hosenstahl auf der Rolltreppe im Bahnhof zumacht, Selbstgespräche führt und lustige Witze und Botschaften mit seinen Kumpels austauscht, die wir mithören. Wir warten vor der Tür des Pennplatzes. Ja, ich plane so schlecht. Stephan schaut Extra-3, dann kommt Thomas. Er leitet Kommunikationsseminare, der Eskalationsprofi vor dem Herrn. Alle Achtung. Die Erdbeermütze hat neue WG. Hat sich doch gelohnt zu kämpfen. Yoga ist abgesagt am Samstag, wie blöd.

DSC04298

Ein wundervoller Abend im Jellyfish mit einer ausgesprochen kompetenten und sympathischen jungen Weinexpertin, die Mona und Tony kennt. Sie ist Botschafterin des Vinho Verde und halb Französin und halb Portugiesin. Der Spüler sei die wichtigste Kraft nicht umsonst hätte Bocuse den Spüler immer zuerst begrüßt. Nächste Woche sind 3 fränkische Winzer zu Besuch. Da will Thomas mit Claudia als Begleitung hin. Das finde ich prima. Die Weingüter besucht sie oft selber und erzählt sehr lebhaft davon. Der Fisch ist vom Feinsten, es fängt so an, wie ich es wollte, japanisch. Die Fischsuppe ist der Hammer. Die Menüportionen angenehm klein, Fleisch hätte ich gar nicht gebraucht. Die Köche sehen sehr jung und sympathisch aus. Bedenklich schlecht besucht, außer uns nur 4 Gäste. So geht man Pleite.

DSC04300 DSC04301 DSC04302 DSC04303 DSC04304 DSC04305 DSC04306 DSC04310 DSC04313 DSC04314 DSC04315

03.12. Werde früh wach und sehe die Jungs noch. Thomas legt mir Geld hin, aber ich habe keine Lust auf halbe Sache und es war ein schönes Hochzeitstagsfestmahl in der Gesellschaft alter Freunde und unserer Trauzeugin, die ihre Rolle echt ernst nimmt. Demenz. Marinehof macht erst um 12 Uhr auf und hat kein Frühstück. Fotoausstellung Sarah Moon in den Deichtorhallen um die Zeit zu überbrücken. Die Spinte im Erdgeschoss sind für Gehbehinderte. Im Hinweis geben sind sie ganz groß in Hamburg. Es sind 30 Spinte, aber kein Behinderter in der Ausstellung morgens unter der Woche, aber egal, Hauptsache man hat zurechtgewiesen. Viel Franzosenkram lästere ich. Anruf auf dem Handy, der Arzt, der für den Gerichtsvollziehertermin krankschreiben soll. Es gibt viele Kunstmagazine und Collagematerial zum Mitnehmen. Reich sind sie auch in der Hansestadt. Der Mittagstisch ist köstlich. Wir sitzen bei Claudia, die riesige Pfannen mit Bratkartoffeln schwenkt und parallel viele andere Sachen. Jeder Handgriff sitzt. Es gibt Kürbis mit Orangenaroma und Makadamia-Nüssen aus dem Ofen mit Fenchel-Risotto als Tagesempfehlung für 8,- €. Das ist Hammer Preis-Leistung und ich beneide die vielen Schlipsträger, die hier immer Mittagstisch machen können. Wie kann man einen kleinen Beisalat, liebevoll angerichtet mit einem Büschel Feldsalat nicht essen und auf dem Teller zurück gehen lassen? Es gibt einfach Dinge, die werde ich nie verstehen, weil sie auch nicht zu verstehen sind.

DSC04317 DSC04318

Stephan wäre zur Bahn gegangen, wir haben aber Fahrräder vor der Tür stehen. Auf dem AB Frau Borderline: Sie will nicht nach Usedom zur Reha, zu weit weg. Ich war so unfreundlich, dass die in der Klinik gesagt haben, sie helfen nicht mehr, das soll die Betreuerin machen. So kann sie ihre Kinder verarschen, ich glaube die Geschichte nicht.

Frau Uganda ist eskaliert und PsychKG Patienten gebissen und mit heißen Wasser angegriffen, ist fixiert.

Das Chimu schließt und der Prof, der zwischen München und Hannover pendelt, ist verzweifelt. Wo kann er hingehen, wenn er alleine was essen will? Unser Hanfmenü bei Dieter ist das originellste Essen was ich je hatte. Nicht einfach Luxuszeug aufkleistern, sondern richtig Ideenreichtum entfalten. Den Rosafarbenen Sekt serviert der Mitarbeiter mit der Bemerkung: frisch gepresster THC-Saft. Die Vorspeise ist geräuchert, was auch gut passt und Dieter bastelt einen Joint aus durchsichtigem Papier mit Filter, perfekte Täuschung, gefüllt mit gerösteten Hanfsamen zum auf den Nachtisch streuen. Schmandkuchen mit Ananas auf Pop-Rocks. Das ist so viel geiler als das übliche Trüffel-Flusskrebs-Edelzeug. Pastinaken als Rohkostsalat mit Pulpo und Mango- köstlich. Der Dieter hätte Carin verdient, die dazu Weine aussucht. Er will keine Schnippelhilfe. Kalender ohne Nummer mit tiefen Fächern von Andorra.

075505DSC04320 DSC04321 DSC04323 DSC04324 DSC04325 DSC04326 DSC04327 DSC04328 DSC04329 DSC04330 DSC04332 DSC04334 DSC04335 DSC04336 DSC04340DSC04349

04.12. Anfrage wegen neuer Betreuung (kaum bin ich auf grün geschaltet). Frau, hat schon Betreuerin, aber Wechsel, ist magersüchtig und hat einen sehr dominanten Freund, der auch unter Betreuung steht. Sage Sport ab und mache mir eine Wärmflasche, beim Notar ist es nett. 4 Minuten nach 12 sind wir schon wieder unten. Mr Thang Fischsuppe und Sushi, ausversehen nicht der Mittagstisch, die fangen mit „M“ an und ich habe „C“ genommen. Die dicken Rollen sind frittiert und warm. Team Wallraff, auch Du scheiße, Theater heute, muss vorher schlafen. P-Monster sagt ab und hat Magen-Darm. Er hat gestern über neue Anwaltskanzlei neue Eigenbedarfskündigung bekommen. Das müssen wir dringend besprechen, kommt Montag.

Will Jogginghose tragen, habe ich beide verschenkt von Lonsdale. Ist auch gut so. Hatte den falschen Mantel an. Der strenge schwarze aus Wien, den hätte ich zum Hochzeitstag tragen sollen, der passte viel besser als der unförmige mit Pelzkragen, ich bin verblendet. Wie unterschiedlich Hemden geschnitten sind verstehe ich nicht. Am Körper zu eng und ganz weiter Halsausschnitt? Wenn passt das? Dünnen Frauen mit Stiernacken. Das mit dem Löwenmuster von Armani ist superweit und hat einen ganz engen Halsausschnitt. Das verstehe ich auch nicht.

Wallraff ist Esser, der in den 80ern Undercover bei Bild gearbeitet hat. Der Stoff hängt mit Hannover zusammen. Der Chefredakteur, der ausschaut wie JR Ewing und laut lacht und einen Hannoveraner Humor hat, ist gut dargestellt. Es gibt keinen Krieg auf Cuba und die Teak Wan Do Schülerin, ist die mal vergewaltigt worden und würde sie dann mit einem tödlichen Schlag töten? Der Beichtstuhl und Wulf. Diese Szenen sind gut, dann: die Kritik unterstützt nur das System und ist Teil davon, unterstützt es quasi als notwendige Komponente und die tun nur so als würden sie in einem Stück von Ibsen spielen wo es um Kapitalismuskritik und Konflikte geht. O.k., das ist sehr abstrakt. Der Theaterhund, alt, wie gemalt liegt er an der Kasse und gehört zum Inventar. Zittert wenn Frauchen weg geht. Die Lichtshow in der Cumberlandschen Galerie, der Bar, hypnotisiert. Beim Gehen hat der langhaarige Einlasstyp, der mir vorher sympathisch war und überambitioniert schon auf Gäste wartet Angst, dass wir uns einen Oberschenkelhalsbruch holen, wir dürfen nicht unter der Plastikkette durchtauchen und er siezt uns penetrant. Warten, warten Sie…..

05.12. 100te von Orca-Walen im Wasser. Muss man sich trauen, reinzuspringen, aber offenbar greifen sie nicht an. Mit amerikanischem Cousin Brock und einem anderen Typen. Die sind die ganze Zeit schon im Wasser und ich rufe sie, sie müssen mir helfen, ich will auch rein. Ganz langsam springe ich rein, Kopfsprung, das Wasser ist nicht tief und man sieht den Grund, strecke die Füße. Die Orca schwimmen vorbei, haben einen festgefrorenen Gesichtsausdruck, ist erhebendes Gefühl. Mein Bruder und Familie sitzt im Café am Wasser, ich schwimme zu ihnen um zu erzählen, wie geil es ist.

Schleifenstirnband für das Patenkind.

DSC04359

Habe Aschenbecher für die Jungs vergessen. Leere den Fundus der Geschenke, eine große Trader Joe Tasche schon mal und mache einen Haufen für Weihnachten mit allem was ich angesammelt habe. Soll ich graues Lederkostüm verschenken, Steffi kommt heute Abend vorbei. Es ist toll, aber ich trage es nicht. Urwale, Kriechwale waren wie Hunde. Deswegen haben wir angeblich so einen emotionalen Bezug zu den Meeressäugern. Kalender Barbara ist dran. Der ist total schön geworden und ich habe aktuelle Prospekte aus Hamburg von der Sarah Moon Ausstellung, die ich eigentlich nicht so geil fand verbastelt und habe noch prima Material übrig gehalten. Bäume sehen oben wie unten gleich aus. Das sieht man im Winter, Äste, die immer feiner werden, ein Geflecht, wie unten die Wurzeln. Das ist mir noch nie so aufgefallen, wie die Toi Toi Toilette, die seit Monaten wohl vor dem Schuh-Outlet steht. Habe oft Tunnelblick. Diese Jahr keine Fotos der Kalender-Ergebnisse, muss auch nicht sein, nur den für Barbara lasse ich von Stephan dokumentieren. Ich esse ekelhaftes Porridge was ich im Internet bestellt habe und der künstliche Gestank verpestet die ganze Wohnung. Viele gute Zutaten hinzu, damit man es überhaupt herunterbekommt, Quark, Mandeln, Zimt. Stephan tut mir einen Gefallen und schmeißt die letzten 4 Beutel in den Müll. Danke. Er kennt mich gut und weiß, dass ich es sonst reinwürgen würde.

Hochzeitstag von Jasmin, wir haben Theaterkarten und waren jetzt so oft und total befriedigend essen. Der Wunderbrief an Sunl ist jetzt angekommen. Das hat ja Monate gedauert.

Ich habe Vogelaschenbecher für Thomas und Yunfeng vergessen, einfach untergebuddelt im ordentlichen Messyhaushalt.

Graues Wildlederkostüm, roter Wollrock musste entsorgt werden, Erinnerung an Istanbul. Sie nimmt das Dedignbuch mit, bei Turkish Airlines hat man 33 kg. Stephan kann das nicht so perfekt mit den Strecknadeln auf dem Plan. Das was sie da mal gesehen hat mit NY war sein weibliches Pendant, seine Schwester. Stephan fehlt ein Brillenglas und man kann durchfassen. Erst dachte ist, der Rahmen sei gebrochen, dann sehe ich, das Glas fehlt ganz. Schraube hat sich wohl gelöst. Wie konnte das passieren frage ich mich und Stephan: der eine stellt heißen Topf auf Glas und zerstört es, der andere trägt Brille mit Kopfhörern zum Sport….Milchreis wie früher, aber flüssiger und Biss im Reis schmeckt mir besser. Ist auch energieschonender, aufkochen und ziehen lassen. Wo liegt Innsbruck, würde gerne zu der Xenia Hausner Ausstellung. Umsonstkuntsmagazine mitnehmen aus Hamburg war aufschlussreich und jetzt wo ich lese, dass sie in einem Palazzo ausgestellt war, kann ich mir genau das Bild vorstellen, zwei junge Mädchen, eine blonde und eine Asiatin, irgendwas mit Coca Cola im Hintergrund. Der Vater war eher peinlich, aber ihr Stil hat Wiedererkennungswert und gefällt mir, auch die Motivauswahl. Innsbruck ist schön. Da will ich auch mal hin. Mir hat ja Lausanne auch so gut gefallen, das Lichterfest.

06.12. Um 9 steht Stephan auf, das im Bett liegen ist herrlich, aber es zieht mich raus. Toller Kalender für Barbara, die Qualität der Wallnüsse, Kino ist erst abends. Muss mich ranhalten mit dem Stricken. Mache Fächer zwischen dem Schmuck frei für die Kalenderordnung. DDR Kinderetui, weiterschenken, habe keine Haare und keine Kinder, finde es nur so geil, aber die Schrankfächer gehen nicht mehr zu.

DSC04354 DSC04355 DSC04356

Syrischer Flüchtling, der Tiermedizin studiert hat. Er ist in der Fremde und ganz alleine. Ewig dieses Diskussionen wie schlimm das für uns ist, dass die herkommen??? Sind die Menschen so wenig einfühlsam. Was bedeutet das für die Flüchtlinge, eine Drama und Alptraum ohne Ende, wie kann man das unbeschadet überstehen frage ich mich.

Die Astor-Premiere mit Sabine und Larissa. Ich liebe die plüschige Atmo und die Stimmung mit den Bücherwänden. Man hatte es mir beschrieben, aber so in echt komme ich aus dem Schwärmen nicht raus. Wir genießen es und lassen uns am Platz bedienen. Das war so eine schlaue Idee von dem Flebbe, weniger Sitze, weil ausverkauft war es doch nie und so kann man den Platz besser nutzen als mit freien Stuhlreihen. Es geht um Sternerestaurants. Kenne ich mich besser aus als mit Autorennen. Die kochende Hauptdarstellerin, Sienna Miller nimmt man es ab. Uma Thurmann hat nur einen kurzen Gastauftritt. Die ist m.E, sowieso nur mittelbegabt beim Spieltalent. Daniel Brühl als etwas verklemmte Chefbedienung überzeugt. Der ist echt gut. Es gibt eine Beschwerde. Die Spiegeleier sehen aus wie die Augen eines toten Clowns. Der schwarze Koch, dem er in Paris mal mit Ratten und Gesundheitsamt den Laden hat schließen lassen, zahlt es Bradley Cooper heim, indem er monatelang in seinem Laden arbeitet und dann als die Tester von Guide Michelin da sind das Essen mit Cayenne Pfeffer versaut und so Rache nimmt: „Das war für Paris“. Stephan sagt, das mache ich auch immer so. Das Wetter ist so herrlich mild. Das war eine tolle Idee und er herrlicher Ausklang des Wochenendes.