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Perlen

20.10. Meine türkische Betreute zu Hause mit der Wohnbetreuung. Es gibt keinen Mocha, ich habe Probleme mit Enttäuschung in den Griff zu bekommen und sie ist schlecht drauf. Macht sich gerade schick für die standesamtliche Trauung einer Nichte in Braunschweig. Die Wohnung ist für ihre Verhältnisse chaotisch und sie ist spät dran. Man merkt ihr die Medikamentenpause an. Vorwürfe zu Hameln und der Einweisung damals und der Typ mit dem sie zusammen war jetzt aber bis vor kurzem, der war Drogenhändler und seine Freunde haben sie mit einem Fluch belegt. Das sei doch alles nicht normal, dass man eine Beziehung wollte und dann ist wieder Schluss und es war auch noch komisch. Ich sage, doch so was sei normal, dass nicht jede Beziehung ewig hält und man sich in Menschen täuscht oder es dann eben doch nicht so klappt. Dann reagiert sie komisch und vorwurfsvoll, ob meiner liberalen Meinung und ich muss ihr erklären, dass ich es auch anders kenne bzw. das Standhafte und seit über 27 Jahren in einer Beziehung bin, aber ich lebe auch im Hier- und Jetzt und deswegen weiß ich, was auch sonst so vor sich geht. Sie hat lauter Strafanzeigen wegen Beleidigung und Sachbeschädigung (4 an der Zahl), hat dem Typen die Autoantenne abgeknickt und auch schon mit der Polizei gesprochen (für die hat sie ein Faible, vor allem wenn sie die Medikamente abgesetzt hat, dann sucht sie Sicherheit dort gegen die Verfolgung und will einen Polizisten mit großem Schwanz, während sie sonst brav-religiös ist wird sie dann sehr explizit). Das verbiete ich ihr ab sofort bei der Polizei als Beschuldigte eine Aussage zu machen. Im Haus mit dicken Plüschhausschuhen kommt sie auf Highheels mit Deko-Luftballons aus einem Ballongeschäft aus dem Haus. Ich freue mich an einem aufgeregten Terriermischling der Nachbarin und einer coolen Katze.

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Jetzt den russischen Pflegedienst anrufen und zu meiner Betreuten, die bettlägerig ist und die ich neulich vergessen habe. Sie liegt im Wohnzimmer im Pflegebett. Es hat ein Gitter, aber sie ist damit einverstanden, damit sie nicht rausfällt. Ich halte den Willen für ausreichend, melde es trotzdem dem Betreuungsgericht. Der Hausnotruf kann gekündigt werden.

Nachmittags die unvorteilhafte Betreute, die mal Krebs hatte und eine Rente bezieht. Den Putzjob haben sie ihr gekündigt und ich soll Klage dagegen einreichen. Die Schwerbehinderung haben sie nicht richtig berücksichtigt. Das dürfte gut laufen. Ihr Sohn hatte mich Samstag vor Aldi, auf der Suche nach Traders Joe Produkten waren wir dort gelandet (auf Anraten von Steffi, Stephan stand mit Suki vor der Tür während ich Schoko und Nüssen eingekauft habe) angesprochen in seinem Rollstuhl und ich habe ihn nicht erkannt und dachte, woher weiß der Typ Deinen Namen.

Abends treffe ich die Tochter der Türkin, die gerade Feierabend hat.

Love is strange. Ein herrlicher Film. Den einen Hauptdarsteller kenne ich nur aus Hinterm Mond gleich links oder wie die Serie heißt. Ganz toller, einfühlsamer Film. Das langjährige schwule Paar heiratet, der mit dem Einkommen verliert seinen Job als Musiklehrer und sie dann beide die New Yorker Wohnung und müssen getrennt (!) zu Nachbarn und Verwandten ziehen. Der eine ist bei schwulen Polizisten im Haus gelandet, die auf Internetspiele, Serien und Mottoparties stehen und der andere schläft im Hochbett neben seinem Neffen, der in der Pubertät ist. Sie verlieren nicht den Glauben an die Liebe und lassen sich nicht hängen, sondern hoffen auf bessere Zeiten und klagen nicht. Bevor sich das Blatt wendet verstirbt der Hinterm Mond Darsteller und nur der andere erlebt das noch. Ohne Tränendrüse, die New Yorker sind Surviver. Gerade in diesem Film kann man erkennen, dass die Regeln und Gesetze der Liebe gleich sind. Ich wundere mich immer, warum in die schwulen Filme fast ausschließlich Männer gehen und umgekehrt. Wir gehen doch auch alle in heterosexuelle Liebesgeschichten, die im Kino erzählt werden. Wenn der Film gut ist! Wir sind jedenfalls flexibel und die lesbischen Filme gefallen mir dieses Jahr besonders. Ich werde auch endlich Fördermitglied bei den Perlen.

21.10. Mein Betreuter, der immer aus dem Heim abhaut. Ich will klären, wie das ambulant betreute Wohnen abrechnen kann in dieser Übergangsphase und erfahre, gar nicht. Entweder ambulant oder stationär. Ja, aber so schwarz/weiß ist die Welt nicht. Was anderes kennen die Landeshauptstadt und das Gesetz nicht. Es sind meine Leute, auf die ich angewiesen bin bei der Führung der Betreuungen. Dann unterschreibe ich den Heimvertrag nicht und die sollen hinten runter fallen, weil die tun gar nichts und mein Betreuter muss dann zuhause wieder versorgt werden und da stehen die ambulanten Wohnbetreuer auf der Matte. Ich flippe etwas aus gegenüber dem dicken Typen von der Stadt Hannover aus der Steuerung, den ich seit Jahren kenne und der so doof lacht an der Stelle des Angewiesenseins. Ja, ich wische auch nicht den Arsch meiner Betreuten selber ab. Ich muss delegieren. Hier ist es egal, weil die Eltern privat zahlen, aber es ist ein Präzedenzfall für mich und ich streite mich eben gerne für eine gute Sache. Die MHH sagt mir, warum, das sei doch normal so eine Übergangsphase, gerade bei einem sehr Kranken und meiner lässt sich auch nicht von jedem wieder zurück führen und wirft seine Sporttasche in der Eilenriede auf die Erde und geht in Boxerstellung als ein ungeschickter Heimmitarbeiter in bedrängt. Mir und der ambulanten Wohnbetreuung frisst er aus der Hand. Ist nun mal so.

Sage Termin nachmittags bei meinem Herrn Rolli ab. Es ist Pflegebegutachtung und da kann ich auch telefonisch Fragen beantworten. Der Richter will ihn persönlich laden und sich einen Eindruck von ihm machen. Es geht um Schadensersatz des Notrufs und der Vermieter hat einen Mahnbescheid geschickt. Den sehe ich bald vor Gericht.

Nach dem Sport essen wir Crepes in der Nordstadt. Den Laden kenne ich schon seit Jahren. Interessantes Ambiente, dann Rize im Sprengel. Ich denke, das gehört zu den Perlen, aber der Jazz-Club stellt den Film vor und ein skurriler Typ, der eine lustige und zum Thema passende Geschichte erzählen will und einen großen Bogen spannt und dabei den Anfang bzw. die Pointe verliert. Ich dachte an Kunstfilm, aber es ist eine Dokumentation aus L.A. über Tanzszenen. Den Tanzclown kannte ich vorher vom Sehen. Das kleine Mädchen was zum Tanzen singt „we’re gonna party like it’s your birthday, gonna sip bacardi like it’s your birthday“ ist sau lustig.

22.10. Von meinem Alkoholikerbetreuten muss die Freundin im Knast sein. Das geht aus einer Überweisung hervor.

Beim Wetter denke ich, jetzt kann man den Unterschied zu SF erkennen und warum die Kakteen draußen lassen können. Die Temperaturen sind dort immer gleich und hier kackt es zwischendurch deutlich ab. Seasons sage wir immer zum Spaß, aber ich glaube, es ist nur Scheißwetter. Auch die seasons könnten immer sonnig sein und nicht einfach nur grau und kalt. Es kann doch nachts regnen.

Die Wohnbetreuung, die in der Übergangsphase gerade so aktiv ist und mich neulich gefahren hat (wenn auch mit etwas wenig Sprit) treffe ich beim Portugiesen und will sie zum Kaffee einladen, aber sie hat einen Typen dabei. Das geht auf die Stimmung.

Doppelyoga, die Kundalini-Frau sagt bei meinem Anblick: Welch Glanz in dieser Hütte.

Perlen, zweiter Vorhang. Vorher ins Röhrbein. Die Bedienung kann sich meine Bestellung nicht merken, weiß nur, dass wir noch ins Kino wollen und verkündet das laut. Osteuropäische Messegäste schauen mitleidig auf Stephans rosa Fahrrad. Denken bestimmt er musste das Rad seiner Schwester erben, der Arme und nicht, dass er es sich freiwillig bestellt hat.

Foxy Merkins ist ein toller Film als wäre die Frau meines Kollegen mit der Blumenhändlerin unseres Vertrauens zusammen, rein optisch. Eine unvorteilhafte Frau, dick, Brille, die als lesbische Straßenstricherin arbeitet. Schon das ist saulustig, die Vorstellung eines Straßenstrichs unter Frauen. Sie hat hauptsächlich konservative Frauen, die nicht dazu stehen. Was es kostet. „well that depends on what you want to happen and how long you want it to happen. I have a range“. Die Antwort: „I want to pay more, because that turns me on“. Ein Polizeisirene (die nichts mit den Frauen zu tun hat) und die Dicke haut ab. Nächste Szene, eine sehr saubere Wohnung, „lemon pledge“. „But that has a lot of chemicals in it“. Dann Asthmaanfall der Dienstleisterin. Die Kundin wollte Sex direkt auf dem Flurboden, aber der war leider auch mit lemon pledge behandelt. Sie lernt eine groß gewachsene andere Prostituierte kennen, die heterosexuell ist, aber als lesbische Prostituierte arbeitet und beide tun sich zusammen. Schlafen in der öffentlichen Toilette der Hafenbehörde, die Dünne unter dem Waschbecken, die andere unter einer Plastikplane. Sehr lustige Szene, morgens rausrollen. Die Lange hat eine Flache Tequila hinter der Toilette versteckt. Sie sind auf der Suche nach der Mutter der Brillenträgerin und auf dem Friedhof bietet ein Typ mit langem Trenchcoat ihnen Schamhaartoupets „merkins“ an, wie gestohlene Uhren. Die Dicke kennt das nicht. Damit hat man früher als Prostituierte seine Geschlechtskrankheiten versteckt. Farbe, „Raven, Chestnut oder Amber“ und dann die Größe. Derselbe Typ arbeitet später für CNN als sie ihm ein Video anbieten wollen, gleichgeschlechtlicher Sex mit einer Abgeordneten, sie sich gegen Schwulenrechte stark macht. Alles sehr lustig und abstrus. Mein Lieblingsfilm zusammen mit dem anderen lesbischen. Die Dicke hat eine Kundin, eine republikanische Abgeordnete (vermutlich die auf dem Video) und die nimmt sie mit ins Hotelzimmer und wenn sie nackt ist, kommt die Polizei rein mit gezogenen Waffen, auf sie gerichtet und sie soll was fallen lassen, hat aber nichts in der Hand und tut dann so als würde sie was zu Boden werfen. Beim nächsten Mal die beiden selben Polizisten und die Freierin hat eine schwarze Putzfrau mit einem bunten Turban dabei, weil sie die Klos immer putzen lässt in den Hotels. Die seien ihr nicht sauber genug. Die wird dieses Mal erschossen und vor der Tür lachen sich alle kaputt. Die Freundin muss ihr erklären, dass das Schauspieler sind und sie einen Fetisch dafür hat, dass jemand nackt vor der Polizei steht. Sie hatte total Angst und ist sauer. Nach viel Tequila, die Dicke hätte sich nicht erkältet, wenn sie den merkin getragen hätte, wie sie meint, nimmt die vermeintlich heterosexuelle ihr die Brille vom Gesicht und sagt, „what beautiful eyes, if you were a guy, I would fuck you or if I was lesbian“. Später wird sie schwanger und ist unglücklich und die andere kommt zusammen mit ihrer ersten Freierin, die mehr zahlen wollte, wo es nicht klappte und die zwischenzeitlich ihren Konservatismus abgelegt hat und viel Salat dabei hat, weil sie sich für Kompostieren interessiert.

23.10. Morgens kommt ein Schlomibetreuter, der jetzt einen Job als Krankenpflegerhelfer hat und das Geld mit vollen Händen ausgibt. Nach einer einjährigen Ausbildung und einem wieder sauberen Führungszeugnis wurde er übernommen mit einem Zeitvertrag. Er wohnt schon mehrere Jahre in einer Wohnung ohne Strom zu zahlen und sagt die Termine bei mir immer ab. Nach 7 mal klappt es einmal und dann immer dieses: „ja klar, mach ich, kein Problem“. Ich weiß, was ich genau davon zu halten habe und es regt mich auf.

Hund ignorieren ist besser als gebissen zu werden. Gute Entscheidung.

Telefonat mit der Krankenkasse in einer anderen Sache, erst der Rollstuhl, der heute genehmigt wird. Dann andere Mitarbeiterin. Sie denkt gut mit. Krankengeld bekommt man nicht bei einem Mini-Job, aber vielleicht Härteantrag beim Zahnersatz. Schickt mir die Unterlagen. Ich heiße Ra – in, sie spricht sie es aus. Ach so, steht für Rechtanwältin. Ich muss lachen. Ich sage es englisch Rain, wie Regen. Ja, meine Eltern haben einen neumodischen Namen gewählt, schon damals und statt Paris oder Apple, heiße ich Rain. Sunny wäre besser gewesen meint sie und ich: „but Rain is more German“. So kann man sich den Tag verschönern. Ganz einfach. Das nenne ich immer Telefonsex.

800,- € für betrunken Rad fahren. Ja, das ist happig. Das passiert auch nur meiner Betreuten. Sie verletzt sich nur selber, Passanten rufen die Polizei und so was kommt dabei heraus. Hatte auch mal Strafbefehl, der rechtskräftig wurde. Ein Typ hat Frau in Wohnung gelassen und die hat von seinem Rechner Motorradklamotten für ein Kind bestellt, mehrfach, Helm, Handschuhe, Jacke usw. und Internetbetrug begangen. Silke war der Vorname, sie hatte rotes Fahrrad. Vielleicht meine Silke, deren Fahrrad allerdings nicht rot ist. Der Typ sagt, nein, das war nicht meine Silke, die kennt er, weil die Mädchen früher zusammen reiten waren und die Staatsanwaltschaft sagt einfach, das sei eine Gefälligkeitsaussage gewesen und erlässt einen Strafbefehl gegen meine, die einen Rechner nicht bedienen kann und er wird rechtskräftig. So ist es, wenn man polizeibekannt ist. Dann kann man rote Ampel mit dem Rad überfahren und die halten einen nicht an und schreiben Anzeige, weil sie einen erkennen und jetzt dies. Da muss mein Kollege, der Herr Verteidiger, bemüht werden.

Ich habe Streit mit Elisabeth Taylor, die zu spät kommt. Sie will ihre Bankkarte wieder haben und hinsetzen will sie sich auch nicht und zur Spritze muss sie nicht. Diese Betreuten brauchen mich, weil ich ihre Energie matchen kann und noch launischer und durchgeknallter bin als sie. Ich kann es gleich eskalieren lassen. Sie erklärt mir was von dem Spiel, was sonst auf Eis gespielt wird mit einem Kreis in der Mitte und so Dingern, die aussehen wie Penisse und der Mann wollte ihr sagen, dass sie weiter oben anfassen soll und damit werden Frauen um ihr Ansehen gebracht, dass Männer ihnen sagen, dass sie den Stuhl oben an der Lehne und nicht hier anfassen sollen und da oben an dem Stock das Runde, das symbolisiert die Hoden eines Mannes. Warum nicht die Eichel will ich wissen? Jedenfalls wollen sie einem so zeigen, wie man den Penis anfassen soll. Wir sprechen über Monatskarte, weil sie immer Einzelfahrten macht und dann manchmal kein Geld und einen Termin nicht wahrnehmen kann. Als ich den Kauf einer Fahrkarte befürworte, erklärt sie mir, dass sie gerade in einer häuslichen Renovierungs- und Kochphase ist und was ich dagegen hätte. Sie hat Pilze am Straßenrand gefunden und die will sie jetzt mit Butter und Zwiebeln anbraten. Kennt sie sich denn aus damit? „Es sind doch nur Pilzen, was soll passieren Frau A. Schlimmstenfalls ist es wie Drogen und mit dem braunen Deckel sind Steinpilze“. Hat sie auch wieder Recht. Morgen bitte zur Spritze gehen, nur ein bisschen. Als sie geht, verstehen wir uns wieder.

Die Spielsüchtige kommt und hat super Paranoia, dass ihre Tochter in die Betreuungsakte Einsicht nimmt. Ich verarsche das alles etwas und sage, so interessant sei ihr Leben nicht oder hat sie gelebt wie in dem Film Mr. and Mrs. Smith und ihre Tochter weiß nicht, dass sie als Lehrerin gearbeitet hat, weil wenn nicht und sie weiß das und ihren Geburtstag, kann man die Pension im Internet googeln. Was soll das? Von der Spielsucht weiß sie auch und hat die Betreuung angeregt. Angeblich hatte sie immer ein normales Mutter-Tochter-Verhältnis bis sie sich 2.300 € geliehen hat und sie nicht zurück zahlt und die Tochter hat genug Geld. Ich glaube kein Wort, zumindest nicht von dem normalen Verhältnis.

Der zweite Film, der eine Eins bekommt Apropriate Behavior. Eine lesbische Trennung, die Verlassene ist Iranerin und der Film lebt von Rückblenden. Die iranischen Eltern wundern sich über nur ein Bett in der Wohnung mit der Freundin. That’s European heißt es erst und als das abgetan wird, was das damit zu tun hat, dann kommt das Argument, that she even heard of these girls that saved so much money on rent that they had these really big weddings with all the money they saved. Der Bruder ist Arzt und will heiraten. Er macht sich Sorgen, dass sie bei Freaks wohnt, die Hepatitis C haben und sie macht sich Sorgen, dass er heiratet um der perfekte persische Sohn zu sein und in 3 Jahren dick und glatzköpfig sein wird in einer lieblosen Ehe. Der Vater sagt, dass die Männer in seiner Familie keinen Haarausfall bekommen als Antwort darauf. Sie wollte die Zukünftige foppen als plastische Chirurgin hätte sie mit frustrierten Hausfrauen zu tun, während es bei dem Bruder um Leben und Tod gehen würde, wäre das nicht schwierig, aber sie ist auf Verbrennungen bei Kindern spezialisiert. Sie soll sich nicht hängen lassen, sagt die Freundin , die ihr in der Trennung beisteht und arbeiten. Sie übernimmt eine Filmklasse für Kinder in Brooklyn, aber die sind im Vorschulalter. Die Streberparallelklasse mit den Mädchen dreht gerade Hitchcocks die Vögel nach und bei ihr dreschen sie die Kameras wie Bauklötze auf die Erde. Irgendwann fragt sie die Jungs, was sie interessiert und das sind Fürze und Zombies und sie fangen an zu basteln. Sie und die Freundin, die U-Bahn fahren (herrliche New York Szenen) stellen am Schluss fest, dass es das geben soll, dass man jemanden trifft und nicht gleich Sex hat, sondern sich erst kennen lernen will. Ja, das ist ekelhaft, aber es passiert irgendwo außerhalb von New York. Auch ein toller Film. Der Pelz wärmt unheimlich am Hals, aber baumelt beim Pinkeln unangenehm zwischen den Beinen. Dann auf zum Türken. Ich liebe das neue Urfa am Steintor. Der Typ, der ausschaut wie Elvis und eine Transe bedient wieder. Das Aquarium mit immer weniger Fischen, der Bully jagt immer noch und es wird offenbar nicht besser, nur leerer. Das mit der Tierhaltung sollten sie lassen, aber ansonsten ist dieser Laden schwer kultig. Am besten zum Essen schmecken die Musikvideos. Wir kriegen live mit, wie die Weihnachtsbeleuchtung in die Bäume kommt.

24.10. Hilfeplanung abgesagt, meiner ist krank. Anhörung der Querulantin, nur der Anwalt kommt. Es geht um diese zweifelhaften Menschenrechtsaktivisten, die anrufen und das dann ins Netz stellen. Die hatten mal meinen Mann ran, der so ruhig bleibt, dass es unheimlich provoziert und zu dem Typen meinte, was er jetzt seiner Frau ausrichten solle, er soll sich vorstellen, es wäre jetzt ein AB angegangen und der flippt daraufhin total durch. Café Connection. Klagerücknahme in einer Sache, wo der Anwalt Honorar von meinem Mandanten einklagt, der vor langer Zeit mit seiner damaligen Frau bei ihm war und die Frau, die Mandantin blieb, wurde später im Scheidungsverfahren von ihm vertreten. Meiner hätte dann die Hälfte von ihr wieder fordern müssen (Gesamtschuldnerausgleich), alles kompliziert. Ich hatte gut argumentiert, vor allem mit Verjährung. Zu gierig, freue mich, vor allem weil der Termin ausfällt und ich nicht nach Neustadt anreisen muss und für den Mandanten auch, aber irgendwie tut mir der Kollege auch leid. Hab’s nicht so mit der Schadenfreude bzw. Killerinstinkt. Herr Minus ist seit gestern wieder aus dem Heim ausgebüchst und zuhause.

Mache Smalltalk mit der Steuerberatermitarbeiterin, die nächste Woche Urlaub in Bayern macht in einem Wasserschloss und erzähle von dem letzten Film, dass die zwei Frauen Sexrollenspiele machen und eine ist die Frau vom Finanzamt. Sie reicht der anderen ein Formular was sie ausfüllen muss. Die sagt daraufhin, dass sie eine ganz schlechte Kleinunternehmerin war und keine Belege hat für Juni bis September und richtig bestraft werden muss. Daraufhin die andere, das sei nicht so schlimm, sie soll unter der Rubrik C einfach die Pauschalen eintragen und die daraufhin genervt, weil die ganze Erotik flöten gegangen ist. Weiß nicht, ob sie so über die Geschichte, die ich auf Englisch erzähle lachen kann.

Dieser Franky, der Morgenradio moderiert, mit dem hält es wohl auch keine aus. Jetzt ist er alleine auf Plakaten, davor war er immer mit diversen Partnerinnen.

Abends mal Perlenpause und dafür Exzesse in der Haasemannstraße. Haseljoghurt vergesse ich, nur den flüssigen Kamillenzusatz für das Bad habe ich dabei als wir gehen. Sie saufen einen unten den Tisch, die Pflegebedürftige und labern einen voll. So viel Energie, ich bin verliebt. Um halb 3 nach Essen to go aus dem 11 A, reichlich Rauschmitteln und Doppelkopf geht es nach Hause.

25.10. Lieblingshund abgesagt. Basteln, Kalender für die amerikanischen Tanten Heidi und Trudy fertig stellen. Eat with me, der letzte Perlenfilm überzeugt nicht, dann Party. Auch nur durch Zeitumstellung erst 2 als wir nach Hause radeln. Eine Frau die ich über eine Freundin kenne und mag, die tanzt gut. Tschüss geht nicht. Hallo geht sagt sie zu mir.

26.10. Sonntag weiterbasteln, umtopfen. Kestnergesellschaft, der Künstlergespräch mit Dana Schutz, die ich sehr mag. Blondinen, die an ihren Haaren spielen gehen mir richtig auf die Nerven, zusammen binden zum Dutt, dann wieder auf, nach vorne, nach hinten, auf die Seiten verteilen. Menschen, die kein Englisch können, stellen die Fragen einfach auf Deutsch, aber wie verstehen sie das Künstlergespräch ohne Untertitel oder die Antworten, die auch nicht übersetzt werden?

Dana Schutz Kestner

Dana Schutz mag meinen Hut und ich lobe ihre schwarz-weiß Bilder, die neue Serie. „Knees thinking of a panel meeting“ and „flossing“, dieser Typ mit der Erektion. Sie hat mir erklärt, warum mein Mann das so gerne macht. Bin sonst auch für Farbe. Soll ich mich neben Pipilotti Rist noch mit anderen internationalen Künstlerinnen anfreunden? Ich will nicht bleiben auf einen gemeinsamen Imbiss. Artischocke zum selber pulen. Die Bolognese ist viel zu fettig. Mir ist schlecht und ich muss nach Hause.

27.10. Traum: älterer Typ, verschickt so viele Briefe, dass er eigenes Flugzeug braucht nach Spanien. Wir sollen uns günstigere Variante überlegen, aber Datenschutz, emails. Ich bin nett zu ihm als Erbschleicher. Bin mit Stephan zusammen, aber wenn er stirbt und hinterlässt mir ganz viel Geld wäre das auch nützlich.

Lauter Flüchtlinge in der Berliner (?) Innenstadt. Viel interessanter so, die Plätze zurück erobern. Gummibrücke mit toller Aussicht. Ich bin mit Arnhild unterwegs und Ufos gibt es auch am Himmel zu sehen, die gerade im Landeanflug sind und das sieht ganz irre aus vor dem nächtlichen Himmel.

Der Fan von Lady Di aus Hameln war in Zeitung.

Paps gratuliert dem Nobelpreisträger. Sein Mitarbeiter, der die entscheidende Anregung gegeben hat ist sogar nach Stockholm mit eingeladen und in Bayreuth feiert man das nahe dran sein mit einer Gans, die leider zu wenig Schmalz hat und zäh ist.

Den asozialen Bürohund nehmen wir mit zum Kaffee. Treppe muss er bei mir selber laufen. Viel Schwanz eingeklemmt, aber das wird besser. Ich probiere es auch noch mit Rad fahren. He needs exercise.

Sollen wir Silvester nach Wien? Flug mit Umsteigen in Frankfurt. Am Abend vorher hat mein Kollege einen Auftritt mit seiner Band, die seit neustem auch einen Namen hat. Da gehe ich auf jeden Fall hin. Yorkshire Terrier als Spinne verkleidet. Der Hammer.

Pride, toller Film. Beschimpfungen aufgreifen und für sich nutzen Pits and Perverts. Tolle Wollsachen mit Muster bei den Frauen, eine rührende Geschichte über wechselseitige Solidarität. Lesbians and Gays support the minors, LGSM. Eine wahre Geschichte, die von einer politischen Gruppe handelt, die im Großbritannien von Margrit Thatcher Solidarität üben wollte bei der ersten Gay Pride Demo und auch für andere einstehen, die politisch unter Druck gesetzt werden und von der Polizei drangsaliert. Erst war ihre Hilfe nicht willkommen, aber sie suchten sich ein Dorf in Wales, was sie direkt unterstützt haben mit wechselseitigen Besuchen, einem großen Solidaritätskonzert mit Bronski Beat und viel Geld, was gesammelt wurde. Im Gegenzug hat die Gewerkschaft der Minenarbeiter die entscheidende politische Stimme für Gleichberechtigung der Schwulen gegeben und so deren Rechteangleichung frühzeitig mit durchgesetzt und die Minenarbeiter sind massenhaft mit Bussen und Dudelsack zu 2. Pride Parade nach London angereist als es hieß, dies mal nicht so politisch und mehr Party.

Heidi bedankt sich ganz süß für die Geschenke. Ein second hand Brillenetui vom Fairkaufhaus Hannover ist ihr ständiger Begleiter. Ich musste gleich an sie denken als ich es sah und das freut mich, dass ich das richtig einschätzen kann. Die gebastelte Sees Candies Kette fliegt mit zu den Enkeln nach Atlanta. So schön, dass ich immer bei ihr bin. Das Januarbild ihres Kalenders ist mit einer Jello-Werbung, die ich 1999 ausgeschnitten habe. Heidi macht echt leckeres Jello mit Sour Cream, whip cream and fruit. Die Werbung zeigt eine amerikanische Flagge als Jello mold, das man bestellen soll.

28.10. Man kommt aus dem Urlaub und das Geld ist neu. Meinen Fünver will der Automat nicht, d.h. erst der dritte, aber er hat einen Riss. Am Gleis spricht mich Frau an, ob ich mich ein bisschen mit dem S-Bahnen auskenne. Kann man innen Fahrkarte kaufen. Nein, Automat will ihren Schein nicht. Ein neuer zehner. Kenne ich. In der Bahn erfahre ich erst, dass die üstra wegen des neuen Geldes ihre Automaten umrüsten muss.

Meine neue Betreute aus Nigeria hat ihre Medis abgesetzt und will jetzt zurück, weil sie hier zwangsbehandelt wird und auch keine Freiheit hat. Arzt labert besänftigend, Sozialarbeiterin auch verständnisvoll. Nur auf mich hört sie. Ich verstecke mich nicht hinter dem Gericht, sondern stehe zu meinen Entscheidungen. Ich sage, ihren Willen nimmt derzeit keine ernst, weil sonst hatte sie immer Angst, dass sie nach Norwegen abgeschoben wird oder ausreisen muss und jetzt will sie. Das sei ein Widerspruch, den wir auf ihre Krankheit zurück führen. Wenn sie Medis nimmt und ist wieder gesund geschrieben und will das immer noch, dann begleite ich sie in die Hamburger Allee und besorge ihr ein Business Class Ticket, wenn sie es immer noch will. Das geht dann ganz einfach. Ein Aggro-Typ schreit und lenkt ab. Sie sei nicht so gewesen. Haben keinem was getan. Das stimmt. Sie wird anders krank und kann keinem Menschen ins Gesicht schauen und ist selber nicht ansprechbar. Sie schadet sich eher selber. Ich frage nach dem Geld und kontrolliere das als ich wieder im Büro bin und die Sozialarbeiterin zu doof zum Faxen. Dort ist nichts angekommen. Wenn man es nicht selber macht….Ich könnte mich aufregen bzw. tue es.

Gebratene Wurst und Süßkartoffeln. Doch Hotel in Lausanne statt Apartment, wenn sie schöne, alte Kästen haben.

Nachmittags kommt der Betreute, dem sie rückwirkend die Leistungen gestrichen haben von Seiten der Agentur für Arbeit und den ich stabilisiere durch Einsatz, da sein, Humor. Gemeinsam durchstehen. Krankenkasse anrufen, auf laut stellen usw.

29.10. 7 Uhr wach, es gibt so viel zu tun. Ich will doch ein Apartment. Zwei sind mit Katze im Angebot. Das gefällt mir einfach besser als ein Hotel, vor allem seit Wien Airbnb mit Leihhaustier ist das Beste. Staatsanwaltschaft Hannover ruft mich zuhause an. Ja, dass die Verfahrenskosten niedergeschlagen werden brauche ich schriftlich, nicht wegen mir, sondern weil meine Betreute so viel Panik und Paranoia hat, dass sie sich wegen einer Owi-Sache, die laut Sachbearbeiterin „in die Verjährung läuft“ und keinen interessiert eine Haftunfähigkeitsbescheinigung vom sozialpsychiatrischen Dienst holt zur Nervenberuhigung, wenn ich im Urlaub bin. Dann ruft mein Hausarzt auf meinem Handy an und ich denke schon, schlimme Ergebnisse von dem Arscharzt, aber es ist nur meine Karte, die eingelesen werden muss. Paps bringt das Auto nach Nürnberg, damit wir Suki parken können wenn wir ins Germanische Nationalmuseum gehen (es geht schließlich um die älteste Taschenuhr der Welt, hallo?!).

Wärmflasche im Büro tut auch gut. Mein Rücken zickt und das rechte Knie, mal gucken, ob ich heute Yoga mache. Ich überrasche mich dann immer selber.

Arzt von Herrn Ihme, der nimmt die orale Beimedikation nicht und ist verrückt wie in seinen besten Tagen mit Viechern im Kopf, will Kernspin. Wenn er Morgen vorbei kommt versucht der Arzt mich zu erreichen, dass ich auch dazu komme.

Typ vom Finanzamt hat Heimarbeitsplatz. Wie neulich der Widerspruchssachbearbeiter von der Rentenversicherung mit dem schreienden Kind im Hintergrund (und ich dachte noch, was hat der für einen schlimmen Publikumserkehr). Warum mache ich Steuererklärung für meine Betreuten und jetzt wollen sie noch Geld von ihm und das alles wegen eines Nebenjobs beim Balzac, wo sie eh so derart schlecht bezahlen. Der Laden ist auf meiner Boykottliste neben Starbucks.

Nachmittags krank. Googlelogo mit Nanas. Diese Frau, die angeblich die Anmachen der New Yorker filmt kann ich nicht nachvollziehen. Die sind doch nicht blöd zu ihr und wünschen ihr überwiegend einen schönen Tag oder sagen was Freundliches. Das ist alles schon sexuelle Anmache? Ich kann’s mal wieder nicht verstehen. Die New Yorker sind einfach nett. Soll die Frau nach Hannover ziehen. Da wird man mehr in Ruhe gelassen.

30.10. Versichertenkarte abgeben, Anruf wegen Herrn Ihme und der Spritze, doch keine. Erst sage ich, es geht nicht, weil ich gleich beim Gericht bin und entscheide mich dann doch um. Das ist wichtiger. Anhörung wegen der Betreuung und der Typ wird von seinem Drogensozialarbeiter begleitet und ich habe ihn auch schon kennengelernt. Das machen die selber. War die richtige Entscheidung. Telefoniere mit dem Richter, hätte gerne bei ihm rumgesessen, musste aber arbeiten. Er bestätigt mich. Beim Arzt meint seine Frau, wie ich so schnell hergekommen sei und, dass ich erst mal den Mantel ausziehen solle. Herr Ihme freut sich über das Tier auf meiner Schulter. Die Tiere fressen sich durch sein Gehirn und er spuckt die Eier aus, aber es geht ihm ganz gut. Ganz gut, fragt der Arzt. Es muss die Hölle sein und er würde schreiend die Straße runter laufen an seiner Stelle. Er willigt in eine Spritze ein. Mir verrät der Behandler, dass man denen nicht mit Logik kommen darf, sondern auf einer Gefühlsebene sich auf deren Wahnsystem einlassen müsse um sie dort zu erreichen. Davor hätten die meisten seiner Kollegen Schiss und Recht hat er. Wir sprechen noch vor der Tür und er will nächste Woche zum Wohnungsamt.

31.10. Die Psychologen kommen zu spät und sie lügen. Die SMS habe ich nicht bekommen, weil Handy alle. Ich brauche das nicht, weil Verabredung geht ohne Handy, indem man einfach das tut was verabredet war und ich brauche nicht eine SMS, die mir schriftlich gibt, was ich schon weiß, dass derjenige nicht wie verabredet kommt. Es ändert nichts, wenn mir jemand was schreibt, was ich schon weiß, dass er später kommen wird und ich aber nichts ändern kann, weil ich schon am verabredeten Platz sitze und bestellen tue ich auch nach 15 Minuten. Sie schreibt, dass sie auf dem Weg ist als sie unter der Dusche steht, wie sie einräumt. Auch das stimmt also nicht. Ich tippe, dass die SMS geschrieben wurde bei 5 Minuten Verspätung und genau so ist es. Genau 5 Minuten, wie mein Handy verrät als ich es später wieder lade. Bin ich Psychologenhellseherin? Gute Manieren bei Männern. Darauf legt sie Wert. Ich scheiß drauf. Darauf kommt es nur wirklich nicht an meiner Meinung nach. Gute Manieren kaschieren oft einen schlechten Charakter oder es ist eine Krücke, eine Unsicherheit, wenn man sonst nichts hat. Wie kann man seinen eignen Geburtstag in den Kalender eintragen? Wie kann man immer so viel planen und davon erzählen und so wenig umsetzen?

Die Doku über Affen auf der Insel. Die Weibchen stehen an der Spitze der Hierarchie und deren Abkommen leiten ihre Position davon ab. Totale Hingabe an den Nachwuchs und starke Aggressivität zu nicht Verwandten. Sanktionen gegenüber Nachwuchs, der sich nicht an die Rangfolge hält. Wenn einer zu früh frisst, zugreifen, das Junge schreit, zum Wasser laufen und es untertauchen. Das ist schon krass, aber so sind wir doch auch. Das schließt sich nicht aus, sondern passt sehr gut zusammen.

Zu wenig Hummingbirds

04.10. Wir sind wieder da. Erfüllt von der Liebe der Menschen dort und der Schönheit des Landes und dem leckeren Essen. Musste am letzten Tag noch eine Traders Joe Kühltasche für das Extragepäck kaufen in Burlingame und habe dabei Malcolm kennen gelernt, der mir zum Kauf gratuliert hat. They took it to a concert and the ice stayed frozen the whole time. He retired and now he’s at Trader Joes and he loves it there, he loves the people. Do we have any extra space in the luggage to take him to Germany? He sings in a choir and „Brahms, The Requim is the best“. He also collects old German stamps. His wife thinks he’s crazy and he says to her, „what do you want me to do instead? Drink beer?“ Die Himbeeren von Trudy, ihr tunafish salad, der Pazifik, die Pelikane, San Francisco, mit den Rädern durch die Stadt brausen, die Akademy of Science, die Lumpsuckerfish, die ausschauen wie süße kleine, dicke Hunde, der japanische Garten, die Golden Gate Bridge, von der aus ich Delfine von oben gesehen habe, die Cafés und Restaurants, die funkige Wohnung in der Capp Street, die neighborhood, die vierundzwanzigste Straße, Dynamo Donuts, die Bäume, die Hügel, die Autos die mit Hydraulik springen und die Fahrer, die sich animieren lassen, mein gelbes Leihrad, in das ich so verliebt war (Farbe „Taffy“), der Golden Gate Park, die Familienfeier, Kauboi Sushi in Aptos, Safeway und die coole alten Hippies in Santa Cruz, die grauhaarigen Surfer in Pajaro Dunes, die Sonnenuntergänge, die chips und dips, die neunzigjährige Freundin und wie vorbildlich sie mental an einem anderen Ort ist und mir ihr Reisealbum Bayreuth 1982 schenkt mit all den künstlerisch wertvollen Bildern im Sinne eines schlechten Bildes, aber Zeitdokuments (sie kann das Zeug nicht mehr gebrauchen). Abschied auch für mich. Die 13-jährige Verwandte, die ernst und traurig ist, so dass sich Mama und Oma Sorgen machen, aber einen deutlich Bezug zu uns hat. Sie spielt uns in der Küche auf ihrem Bass mit Verstärker vor, weil sie jetzt in einer Band ist und dazu singt. Stephan ist so gerührt, dass er sie nicht anschaut dabei. Die Freundin, die auf die gelben Ü-Eier Minions malt und sich mit Edding eine Armbanhuhr auf’s Handgelenkt gemalt hat. „What time is it“, frage ich. „3 o’clock. That’s when school is over“. Die Antwort ist sympathisch. Sie nennt die Mutter der Freundin „Mrs. C“ und darf bei ihrer Freundin erst übernacht bleiben, wenn sie 16 ist. Erst sagten die Eltern 18 und sie musste ihnen erklären, dass dann das sleeping over vorbei ist mit 18. Die jungen Mädchen wollen uns mal besuchen kommen. Oktoberfest und nach Belgien wegen der Waffeln. Das wird passieren, hoffe ich. Dann der Offiziers Club im 18. Stock und Troy passt auf die Fahrräder auf für 10 Dollar, alle wollen uns einladen zu sich und freuen sich, dass wir da sind, selbst welche, die uns neu kennen lernen, Ai Wei Wei auf Alcatraz, Smitten Ice Cream, Mr. Pollo, the wiggle, Nopa und die leckerste Bolognese die ich je hatte, Defina und die leckerste Caprese, die ich je hatte mit allerlei Tomaten und grünem Basilikumöl (man kann nicht nur gut asiatisch essen in SF, sondern gerade italienisch vom Feinsten), einen Minion-Piniata für die Mädchen, alle bei uns im Stadtteil haben sich so gefreut wie Stephan ihn spazieren getragen hat, mein neues Handy, neongrün mit Seifenblasen gefüllt, Helden von früher: Weezer aus dem Campus in San Jose und Trudy hat uns noch mal getraut, bei sich im Garten (das war meine Idee). Das alles ist fest verankert in meinem Kopf und Herzen und ich bin voll. Selbst ein unersättlicher Typ wie ich, ist satt. Ich will hier gar nicht mit Fotos anfangen, weil es mich überfordert. Das Versagen des Akkus hat das ein oder andere Handybild provoziert bzw. notwendig gemacht. Sie sind nicht besonders gut und die Auswahl ist willkürlich, aber ich muss sie nicht treffen. Daher, please enjoy:

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Zu Hause in Linden fragt Stephan: Machen die eine guided tour? So viele Radfahrer, viel mehr als auf der Valencia. Das ist schön. Nie schaue ich diese Sendung, aber so im Zwischenzustand des Jetlags und außerdem sind es Müllfahnder in Hannover. Supercool. Linden Nord, schöne Asimänner mit nacktem Oberkörper und Knasttätowierungen, die sich als alleinerziehende Väter vorstellen. Großartig, auch der Dialekt der Müllmänner. Ich bin wieder zuhause.

05.10. Post im Büro, schön in Ruhe. Stephan hilft mir. Allein durch seine Anwesenheit.

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Frau S, die ich seit Jahren nicht mehr betreue und die damals immer schon gespürt hat, wenn ich im Urlaub war, hat mir ca. 6 mal auf den AB gesprochen. „Frau A. lassen Sie Ihre Blase untersuchen“. Ich bin wieder zuhause.

06.10. Schlimmer Termin beim Arbeitsamt zum Einstieg. Wo wurden die geschult? Sie sagt, dass wir vielleicht einen Termin bei ihr hätten und will die Einladung sehen, statt sich mal mit Namen vorzustellen. Sie weiß nicht, wer ich bin und, dass wir schon miteinander telefoniert haben. Das muss sie irgendwann einräumen. Die zweite Krankmeldung, die persönlich abgegeben wurde ist angeblich nicht da. Die merkt gar nicht, wie sie die Leute behandelt. Katastrophe. Ich gebe Anti und werde die noch ganz schön ärgern. Da hat sie sich die falschen ausgesucht für das Spiel. Gleich Termin beim EDC ausgemacht. Gleich geklärt, dass die Türkin die Medis wieder nimmt unter Aufsicht. Da hat tatsächlich ein Machtwort von mir gefehlt. Mein Kollege hatte Recht. Sport geht heute noch nicht. Abends immer Avocado und See’s essen.

07.10. Thanks Germany, now I know what rain is again. Kalt und naß bis auf die Haut. Die Sukkulenten würden verfaulen bei dem Wetter draußen. Der Urlaub hätte besser nicht sein können. Zu wenig Hummingbirds gesehen sonst alles perfekt.

Anhörung beim Gericht. Ich fühle mich etwas wie Justin Bieber. Meine Betreute umarmt mich anschließend im Gang des Gerichts und sagt mir, was für ein wichtiger Mensch und eine Stütze ich für sie bin und für mich ist das alles recht abstrakt und ich kann es nur staunend annehmen.

Beim Sport erzählt die Trainerin von der Dauerkarte im Heidepark und, dass man sonntags zwischen 17 und 18 Uhr keine Schlangen hat, auch nicht vor den neuen Gerätschaften. Das sei ein Geheimtipp. Ich bin immer wieder erstaunt, was die Leute so machen.

08.10. Heute kaufe ich ein Päckchen größe M. L gestern war zu groß. Arnhild hat Trudys Granola gemacht. Sooo lecker. So kann man sich einbilden man sei in Burlingame, nur dass es hier kalt und nass ist und die Himbeeren nicht im Kilo-Paket zu haben sind…..Anhörung beim Gericht. Die spießige Studienkollegin ist wieder Betreuungsrichterin. Ist sie rausgeflogen beim Ministerium? Mein Gott bin ich froh über meinen Job. Das Gehirn hilft mir sehr und dass ich mir die Dinge so gut merken kann. Mein Betreuter ist verwirrt, ich sage wie es war. Beim Radfahren denke ich an SF und die Brücke und fahre mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Why don’t we use Fedex ist hier nicht so witzig wenn ich es hier sage. Ich sage es auch nicht laut, sondern denke es nur. Herrn Borderline getroffen mit der Hardrock-Wohnbetreuung. Wohnung sieht zu schlimm, sagt er, daher beim Bäcker im Café. Er will sich nächsten Monat das Geld einteilen lassen von Mr. Hardrock, dem Sozialarbeiter, der kokst zur Zeit. Ich trinke nichts. Schrecklich ist es da eingerichtet und das Essen sieht schrecklich aus. Wie in der tiefsten niedersächsischen Provinz, sauber und geschmacklos ohne Ende. Springen muss er selber oder Kopf auf die Gleise legen. Er hat Angst, dass es weh tut. Ich sage, dann geht es nicht. Mit Tier einschläfern hat das aber nichts zu tun. Er hatte mir im Urlaub geschrieben, dass ich seine Sterbehilfe beim Gericht durchboxen soll. Ich spreche das Thema Gewalt in der Kindheit an und dass seine Mutter durch ihre jahrelange Hilfsbereitschaft das kompensiert hat. Auf dem Rückweg bin ich unendlich dankbar für meine Mutter, die schon gut kochen kann, aber lieben kann sie noch besser.

09.10. 4 x Post, alles angegeben für den Zoll, selbe Luftpolsterfolie, die ich aus SF habe. Mein neues Horn-Bakelit-Deko-Teil mit Krebsen und Scampis. Constantins Erbe nach SF. Hier gibt es diese dicken Blasen nicht. Oktoberfestcookie, Pralinen vom Elysée. Das geht doch schief. Persönlich vorbei bringen empfiehlt sich. Ich phantasiere darüber, wie ich den Bürohund um die Ecke bringe. Natürliche Rangfolge, ich bin das stärkere Raubtier und er nervt mich. Darüber reden mit meinem Mann hilft allerdings. Wir fahren trotz Regen zur Kestnergesellschaft. Die unglaublich warme Farbe des Himmels lässt es nicht so kalt und naß erscheinen. Ich will als scheidendes Mitglied die aktuelle Ausstellung noch sehen. Dana Schutz ist gut, die anderen nicht. Jeff Wall sollte man woanders sehen. Die Frau, die die Ticktes verkauft, gibt einem Stammgast/Mitglied nicht die Hand und entschuldigt das mit Ebola. Ich sage überall „Ebola“ und bin leicht hysterisch gestimmt. Die Alte tritt doch sowieso bald ab lästere ich. Weiß schon, warum ich ausgetreten bin aus dem Verein. Die Bildungsbürger versammeln sich und ich mache Reißaus. Wir probiere uns altes Stammlokal das Gattopardo, ist modern, aber irgendwie wollen sie doch an die Tradition anknüpfen. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Die Bedienung macht nur Garderobe bei Pärchen. Die Messegäste verlieren immer wieder die Jacken, die auf den abgerundeten Lehnen zu Boden rutschen. Der Breitbildschirm aus Messegästen und auch das sonstige Ambiente ist langweilig und ich werde wohl nicht wieder Stammgast werden. Lieblos fühlt es sich an. Ich bin totmüde um 21 Uhr. Die Nacht ist leider um zehn vor 3 vorbei.

10.10. Ich leide ordentlich. Schlafe ja gar nicht und bin daher wach. Ich fahre gleich nach Bemerode. Man ist es unterirdisch da. Mittelalterlokal und unvorteilhafte Bekleidungsgeschäfte bei denen die reine Existenz verblüfft in Zeiten des Internethandels und überhaupt. Oben wurde hässlich, aber dann wohl liebevoll ein Tisch gedeckt. Kaffee und Tee müssen die Mitarbeiter des Jugendamtes selber zahlen. Das Budget beträgt 5,- € pro Jahr. Termin läuft gut, meine ist halt Borderliner und dreht gerne auf, wenn ihr nichts Besseres einfällt. Das kann ich auch, aber die lügen und glauben es noch, was sie erzählen. Alles um Aufmerksamkeit zu bekommen. Voll auf die Tränendrüse. Ich werde dann innerlich ganz kühl, weil ich eine Berechnung unterstelle und das vorgetäuschte Leiden nicht ernst nehmen kann. Sie leiden natürlich wirklich. Um 12 müssen wir raus. Der Kammerjäger kommt, sie haben Fliegen. Sport schaffe ich heute nicht.

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11.10. Streit vor dem Kollegen, Mini-Golf mit dem Nachbarssohn. 3 Kinderfahrräder und Helme dazu. Erst mal Crepes auf dem Markt. In Essen gibt es nur Waffeln, stellt Leander fest. Der Junge von unten versteht das nicht. Der versteht dafür viel von Autos, die T 2 bis T 5 Serie und dass ein Freund von Opa die in Wolfsburg gebaut hat und ab wann der Motor vorne drin war. Das Elternhaus kann man direkt an den Kindern ablesen. Die Jungs wollen mich alle beeindrucken, aber auf Testosteron stehen sie. Steffi und seine tiefe Stimme übt eine magische Anziehungskraft auf die aus. Die Oma von unten wundert sich, dass ich im Garten verstecken spiele. 2 Sakkos und ein Hosenanzug wechseln die Besitzerin, ich bekomme Camper Schuhe in rosa mit hohem Absatz. Eher etwas groß. Das ist gut. Freund aus dem Studium. Wer viel in sozialen Netzwerken aktiv ist, hat eher ein desolates Sozialleben. Lauter 20-Jährige. Ein Typ sitzt am Rechner und verkauft einer jungen Frau ein Auto. Das Essen ist wie auf dem Kindergeburtstag. Sehr desolat. Blaue Schlümpfe in Tüten. Gut, dass wir dafür nur eine Stunde eingeplant haben. Vor der Tür spricht uns einer Frau an, dass Autos in der Voßstraße geklaut wurden. Man fühlt sich wie in SF, wo sich auch immer alle Leute um die Fahrräder Sorgen gemacht und ohne Aufforderung darauf aufgepasst haben. Die Theaterpremiere ist schlecht. Der Kritiker, der neben mir sitzt, riecht stark. Mir ist schlecht als es vorbei ist. Auf zur Häkelglocke (ich halte es für eine Lichtinstallation und bin auf Expo-Niveau hängen geblieben) und See’s awesome walnut bar. Zuhause zum Nachbarn hoch. Das Essen ist fast fertig und sehr lecker dieses Jahr. Zu viel Rotwein, vor allem meine bessere Hälfte trinkt wieder als sei es Wasser. Ist fast 3 und wir sind die letzten Gäste. Ich bin genervt.

12.10. Kann heute nur Kalender und bleibe im Nachthemd. Der Nachbar bringt die Stühle runter. Ich muss einen Termin beim Jugendamt Hameln für Morgen absagen, Stephan holt die Akte. Email muss reichen.

13.10. Dr. Po. Auf dem Weg hält ein Auto voller Trockenbauer und die Daumen gehen anerkennend nach oben. Meine Laune ist beflügelt durch diese Fans. Ich stehe auch auf Trockenbauer und dann noch so schön ohne Hupen. Wasser läuft als Raumteiler. Ich werde gleich aufgerufen. Der Untersuchungsraum nebenan ist nur Sichtschutz. Nein, nicht ausziehen, nur Gürtel lösen und die Schuhe in die Schalen. Sie pressen fest beim Stuhlgang. Das dürfen Sie nicht machen. Sie pressen sich ihren Hintern kaputt.“ Als der Arzt rüberkommt weiß ich schon, dass die Schuhe in die Schalen sollen. Er will wissen, was alles im Blut untersucht wurde. Das weiß ich doch nicht. Er soll sich halt welches zapfen. Ich habe genug. Ich kaufe 2 Lippenstifte bei Liebe und Verkäuferin malt sich die ganze Hand voll. Dafür packt sie mir einen farbneutralen Ton ein, den ich nie nehmen würde, den man praktisch nicht sieht. Ich raste etwas aus, so ein einfacher Beruf, wie doof kann man sein. Nach 11 A Umtausch und zufällig treffen wir meine Schwiegereltern vor der Apotheke. Das passt mir heute irgendwie nicht. Hole Großpackung Flohsamenschalen mit Apfelgeschmack und habe das Gefühl, dass sie uns aufgelauert haben.

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Doch keine neue Kaffeemaschine, die Müllberge produziert, sondern nur Ausfallschutz. Ich verstehe die Werbung nicht. Die Strumpfhose ist in den Kniekehlen blickdicht. Ach so, die soll man ohne Unterhose anziehen. Frühes Yoga und alle sollen ganz viel Platz machen für Anna Franziska. Ich könnte im Boden versinken und werde wohl nicht mehr hingehen.

14.10. Herr Palästina ist im Knast. Ruft morgens an. Ich lege gleich los. Die Suchtberatung hat die Schnauze voll, aber ich nicht.

Neue Betreuungssache. Jordanier, der als Kind vom Vater entführt wurde und Drogenproblem hat. Kommt in Begleitung seiner Mutter. Mein alter Nachbar leitet die Drogenberatung. Will mein Fahrrad in den Innenhof stellen. Warum. Ich misstraue dem Personal nicht so sehr wie er. Au0ßerdem muss man das anders machen. Mehr Autorität zeigen, gar nicht abschließen und dem Anführer der Bande anweisen darauf aufzupassen. Innen begegne ich dem Bekannten aus einer gemeinsamen Betreuungssache, Mr. Hardrock. Es läuft Heavy Metal.

Langsam kenne ich die Kundentoilette im GVH-Kundencenter. Gestern und heute schon wieder fliehe ich beim Vorbeifahren in den ersten Stock.

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Mein 18-jähriger Betreuten mit Begleitung im Büro. Er mag das Wetter nicht, sondern die Dunkelheit. Ab 18 Uhr ist seine Zeit. Das ist normal, sage ich ihm. Wir wollen alle auf die Vampirschule. Das ändert sich wieder. Mittag Zuhause. Die Eltern meiner Suizidbetreuten sind zu früh da. Sie hat Ähnlichkeiten mit dem Vater. Es geht um einen geistig behinderten Onkel.

15.10. Alles zu voll. Flut von Spams. Streit um die Tomaten im Wintergarten. Irgendwas wird mein Mann ja dürfen. Brief an die Freundin in Bayreuth, die keinen Kontakt will, aber mir indirekt hat ausrichten lassen, dass ich wohl schreiben darf.

Morgens begleite ich eine Betreute zur Gerichtsvollzieherin und helfe bei der Abgabe der eidesstattlichen Versicherung. Es läuft eine Diashow auf dem Bildschirm. Urlaubsbilder, die ablenken sollen wie beim Zahnarzt. Meine bettlägerige Betreute, die ich anschließend besuchen wollte, vergesse ich. Nachmittags kommt meine Neue. Sie sieht aus wie ein Kerl, verhärmtes Gesicht. Erzählt von ihrer Spielsucht, wie man getrieben weiter macht und es nicht lassen kann, rastlos, wie man sich Vorwürfe macht und intellektuell einsieht, wie dämlich das alles ist. Ich vermittele Termin in der Beratungsstelle. Sie ist sehr misstrauisch. Ich soll nichts machen, helfen, aber nichts tun. Sie befrüchtet den Verlust der Autonomie und traut mir nicht und nicht nur mir traut sie nicht. Die Tochter, der sie Geld schuldet, soll bloß nichts raus kriegen. Ich mache es nach dem Vorbild der Psychologen. Intensiv 50 Minuten, dann neuen Termin. Der Bahnstreik und der Kollege hat es nicht mitbekommen bzw. erst durch mich. Hatte Glück und jetzt eine Sitzplatzreservierung. Ich sage ihm, „don’t praise the day before the evening, but good luck“.

16.10. Fahre nach Wunstorf, wo mein Herr Ihme bald entlassen wird. Große Runde. Frage nach einer offenen Station im Anschluss an den Beschluss. Ich muss mir von dem Oberarzt erklären lassen wie aussichtslos das sei und das sie Dinge, die schon 5 x gescheitert sind nicht noch mal probieren. Mir muss er nicht erklären, wie schwer es in diesem Fall mit Absprachen und Terminen ist, ich mache das ja ambulant und selbst auf einer geschlossenen Station kriegen sie es nicht hin, aber sie haben eine Medikamentenumstellung gemacht und es kann ja sein, dass sich was verbessert hat. Stattdessen erfahre ich, dass er bei dem neuen Depot 4 Stunden im Wartezimmer eines Arztes verbringen muss, der ihn in dieser Zeit kontrollieren muss. Ähhh? Wie unrealistisch ist das denn? Welche geile Stationsärztin hat sich das ausgedacht und wo hat das Genie studiert? Hinzu kommt, dass es ihm nicht besser geht und er immer noch Insekten im Kopf hat. Durchsichtige Ameisen, wie Kakerlaken. Das sage ich dem Oberarzt, aber interessieren tut es keinen. Sie wollen ihn nur los werden. Ich nehme eine Werbebroschüre für Ungarn mit aus dem Jahr 1989, kurz vor der Grenzöffnung. Geile Farbfotos. Kann ich für meine Kalender gebrauchen, das Material.

17.10. Früher Termin. Es regnet fies und ist dunkel. An der Haltestelle treffe ich eine Freundin, die wohl immer so früh unterwegs ist. Es ist mild und der Regen hat aufgehört. Ich fahre doch Fahrrad nach Misburg. Der Typ vom MKD hat eine Glatze und raucht erst mal eine. Ich grüße ihn und er geht weiter. Hallo, ich komme nicht vom Land, wir sind verabredet. Ohne die ambulante Wohnbetreuung will ich nicht rein. Auf sie warten wir und ich erzähle ihm in der Zeit so viel, dass er danach unbesehen Pflegestufe I gibt. Der Typ will nur noch weg. Er stellt sich förmlich bei meinem Betreuten vor und will dann gleich wieder gehen. Herr Minus ist wieder aus dem Heim, seiner neuen Bleibe, abgehauen. Er stimmt zu, dass wir ihn wieder hinfahren dürfen. Ich habe dafür gesorgt, dass er ein neues Zimmer mit einem neuen Mitbewohner hat. Ich sage der persischen Wohnbetreuung, dass sie mich wieder zurück fahren muss, weil ich mein Fahrrad hier stehen lasse. Wir unterhalten uns darüber, dass ich keinen Führerschein habe und sie zu ihrem dreißigsten Geburtstag von ihrer Mutter ein Auto geschenkt bekommen hat, weil das so sein muss, dass man mit 30 einen Wagen hat. Dann geht die Karre aus und es heißt: „scheiße, ich habe vergessen zu tanken“. Wir stehen aus der Hans-Böckler-Allee morgens um 9 Uhr. Mein Betreuter sitzt vorne und ihm ist es egal. Ich sehe, wie die Autos auf uns zurasen und dann kapieren müssen, dass es hier einspurig wird. Sie läuft zur Tankstelle und kommt mit einem Schluck Sprit in einer Wasserflasche zurück (aber so einer mit Nuckelverschluss). Ich bete, dass das Auto merkt, dass es einen Schluck Benzin bekommen hat, wenigstens runter von der Straße. Der Motor springt an und auf dem Radweg fahren wir verkehrt herum auf die Tankstelle. Gerettet. An ihr gefällt mir, dass sie ihren griechischen Straßenköter ohne Leine laufen lässt, auch wenn ihr erster Hund überfahren wurde. Keine Angst und keine Aufgeregtheit, der Hund macht sich gut im Heim, lässt sich anfassen und geht zu den Bewohnern hin. Er scheint Autos als Gefahrenquelle zu erkennen und somit ist alles gut, nur der schwarze Hausmeister ist aufgeregt, weil ein Hund ohne Leine herum läuft.

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Danach Kleefelder Seniorenheim. Für 6 Wochen Kurzzeitpflege soll ich ca. 40 Unterschriften leisten. Nein, ich gebe keine Erklärungen zu Fotos ab und ob Bilder meiner Betreuten gemacht und verwendet werden dürfen. Herr je. Ich mache mich mit der Verwaltungstussi an, bis sie dem Sozialamt erklärt, dass die Betreuerin sich weigert die Anträge mitzunehmen (ich will mir die nur selber besorgen und habe Angst, dass ihre veraltet sind und überhaupt, blöde Kuh).

Die Fensterputzer haben abgesagt. Ich kriege Hysterie wegen Schimmelbildung. Büropflanzen werden entsorgt. Das verblüfft die Kollegen. Pop-Art-Blazer zu Andrea.

Ich soll Frau S. einweisen lassen. Dass sie es nicht kapiert, dass ich nicht mehr die Betreuerin bin,aber dass das Heim es nach 3 Jahren nicht weiß. Großes Fragezeichen in meinem Kopf.

Doppelstunde Sport. Dann ins Sprengelmuseum zur Martin Parr-Ausstellung. Sie haben sich richtig Mühe gegeben mit der Deko und es gibt Metallickonfetti mit „GB“ in rot, blau und silber. Nehme ich gleich welches mit. Die Funkenmariechen, die man von der Postkarte kennt, sind live da. Das macht auch was her. Genauso das Modell aus dem Diane Fanclub mit großem Hut. Auf der Damentoilette erkenne ich sie. Sie hält sich wohl für ein Modell oder einen Star. Ist sie wohl auch. Der Künstler hat die Niedersachsen richtig gut erwischt. Grauhaarige Seeadler vor Transen im Schützenfestzelt. Echt cool. Der Künstler ist da und sehr sympathisch. Das hätte ich auch gemacht mit dem Etat, dem man einen Fotoauftrag erteilt. Was Besseres kann man zu dem Jubiläumsjahr kaum machen. Wir müssen nach Hause und den Hund überwachen, der eine Alu-Tube intus hat und eine komplizierte Medikation verordnet bekommen hat von der TiHo, die bekannt ist für überkandidelte Lösungen. Steffi kocht Schweinefilet mit Metaxa-Soße. Sehr lecker, sehr lieb. Irgendwann ruft Stephan an, der aus Neustadt wieder da ist und auch Spaß hatte und ich gehe nach Hause. Was für ein schöner Abend.

18.10. Traum: Obszönitäten am Strand. Irgendeine Familienfeier. Mein Vater ruft ganz laut, der kann einen Sandabdruck, Wasser und einen Furz haben, als jemand sagt, er habe seine Badehose vergessen und mir ist das peinlich. Ich verstecke mich im Ankleidezimmer. Da sind Leute unten auf der Straße können mich sehen, weil das Licht an ist. Ich schmeiße mich auf den Boden, damit mich keiner sieht und es sind lauter Leute, Frauen, bei mir im Ankleidezimmer. Meine Mutter und andere. Wo kommen die auf einmal her, so voll wie es da ist? Habe ich gar nicht so viele Klamotten, weil da überall Leute drunter liegen? Lauter Frauen, die mir sagen wollen, welche Kette wirklich hässlich ist und ich erkläre, was ich mir dabei gedacht habe und stelle beim Zeigen meiner Ketten fest, dass ich kaum noch welche habe.

Suki. Flohmarkt unter den Bäumen. Bestimmt 10 Jahre war ich nicht mehr auf dem normalen Flohmarkt. Der Szenerie gefällt mir. Samttischdecken und die heruntergefallenen Blätter als Deko. Es ist herrlich unter den Bäumen. Charmante Hannoveraner. Ein Typ zu mir: Junge Frau, die Art, wie Sie sich kleiden, gefällt mir gut/ist interessant. Das ist nicht das „awesome“ was ich immer in SF zu hören bekommen habe, aber es gefällt mir. So schön trocken und zurückhaltend, aber auch direkt. Ich kaufe zur Feier des Tages einen englischen Doppeldecker, der einen Auffahrunfall hatte (unrealistisch sage ich, diese Busfahrer sind so gute Autofahrer, wenn das nicht ein Junge war, der sich als Busfahrer ausgegeben hat) und lass mich am Nachbarstand beraten wegen Briefmarken für Malcolm. Dann noch einen herrlichen Gürtel, der zu eng ist und eine große Brosche mit einem Plastikkamel. Die Perlen fangen an, meine Lieblingsjahreszeit. Jan bekommt bald einen Wippet aus Springe. Wir fahren am Beckmanns vorbei, der Chef steht draußen in Zivil und wir freuen uns wechselseitig uns zu sehen und reservieren für später. Rossi, ich liebe den Laden, sie können aufhören zu backen, aber bitte nicht mit der Quiche aufhören sage ich beim Zahlen. Welche hatte ich denn? „Die vegane Hackquiche“.

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Sprengel noch mal mit M & M. Es grölt vom Station zu uns rüber. Radspackos üben down hill und trinken Energy Drinks dazu. Die sollen mal aufpassen, dass ihr Tunnel nicht reißen. Wieder ist das Diane Fanclub Modell da. Stalkt die mich? Dasselbe könnte sie auch denken. Wieder auf der Damentoilette hat sie mich erwischt. Ich kann auch nicht genug davon kriegen, von den Bildern dieser Ausstellung. Die Bilderwand habe ich zum Teil als Magnete zu Hause (von Jasmin aus einem Gift Shop aus London), wusste nur nicht, dass sie von Herrn Parr sind. ich mag sie jetzt umso lieber.

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Beckmanns, Mahjong. Zu viel Messie. Ich räume einen Tisch frei, der eigentlich als runder Tisch nur da steht um daran mal Mahjong zu spielen. Den Krokodile-Hut aus SF bin ich los und der Mahjongtisch soll frei bleiben. Es muss sich was ändern.

19.10. Aufräumen, doch kein Nähen. Noch mal Flohmarkt, aber nur kurz bei Real. Herrlich warmes Wetter. Es gibt Uhrenprojekte, interessante Taucherfiguren und Glashühnersammlungen vom Feinsten.

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