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Das Zellgift von Weihnachten

04.12. Unser Bett ist nicht so gut, wie die gemütliche Luxushöhle am Genfer See. Das ist mal eine erstaunliche Feststellung nach einer Reise, sonst umgekehrt. Da störte es mich auch nicht, dass ein fremder gebrauchter String unterm Bett liegt. Weich und gemütlich und riesig, mit einer großen Decke. Ich will auch ein Himmelbett, was man so zuziehen kann und dann versinken.

Traum Markus hat Dekoltee und irgendwie Disko, wir amüsieren uns und dann Essen, aber nicht im Restaurant, sondern am Krankenbett, weil der Koch kocht für eine Oma und wir essen dann mit. Dann Krankenhausflur und Stoffgardine wie im Himmelbett. Hier liegt eine krebskranke 30-jährige höre ich nur. Sie springt raus und wir kennen uns vom Sehen. Nicht ich hier, ich soll es nicht wissen, dass sie krank ist, gerade ich nicht, das wäre das Schlimmste und niemandem sagen, so ihre Reaktion. Sie hat einen dicken Bauch wie eine Schwangere. Sie geht dann nach oben, wo Party ist und ihre Verwandtschaft und ihre Kinder, die Sonne scheint. Sie hat nette Schwestern und Ehemänner und alle lerne ich kennen und es stellt sich heraus, ich bin gar nicht so böse, wenn man mich näher kennen lernt. Ich schaue nur böse, wenn man mich nicht kennt und das ändert sich jetzt alles. Wir verstehen uns total prima und freunden uns richtig an. Sprechen über philosophische Themen und es ist ganz schön. Am Himmel Lichterspiele. Es sind Außerirdische. Lobe sie, dass sie so lange durchgehalten hat als sie wieder in den Keller geht und freue mich über die neu gewonnene Freundschaft und die nette Familie, die ich kennen gelernt habe. Da vermischt sich wohl einiges, vor allem unsere WG in Lausanne. Hier waren es zwei Männer, Francois, der Eigentümer und der andere airbnb Gast aus Paris und die schwarze Katze mit den gelben Augen und dem weichen Maulwurffell.

Nach dem Aufwachen zuhause abhängen, auspacken, Schweizer Kekse, dann die Salzbutter auf dem Schweizer Brot.

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Um Viertel nach neun bin ich noch zuhause und eine auswärtige Freundin ruft mich an und ist auch sehr angespannt. Sie ist in Langenhagen, die Oma liegt im Krankenhaus und ist ein Pflegefall. Ich versuche ihr Tipps zu geben, die sie wohl als hilfreich empfindet.

Nikolausweinprobe. Yunfeng kommt alleine, Thomas ist krank. Der Vater eines Freundes, der sonst Ersatz gewesen ist gestorben am Montag. Jetzt beide Eltern. Das ist hart.

Im Büro hängt noch das Novemberkalenderblatt. Mein Kollege war schon in Neuchatel und ist dort aufgetreten mit seiner Band. Er kann meine Begeisterung verstehen.

Es ist kalt, das neue Bürgeramt sehe ich das erste Mal mit staunenden Augen. Mein Passbild wird akzeptiert. Der Innenhof wird noch gemacht, dauert bestimmt noch zwei Jahre und den alten Baum haben sie gefällt und der war nicht einmal krank, so der Sachbearbeiter. Warum Menü im Tropeano, ist gar dies Jahr kein klassisches Gänseessen, sondern Italiener war gewünscht. Soll jeder bestellen was er mag.

Nichts besonderes, bei Herrn Borderline will die Versicherung nicht für das Handy zahlen. Geld ausgeben, andere Termine werden abgesagt. Arbeit ist ja genug da.

Stephan bringt mir die Gerichtspost und ich habe dem Richter mit dem Hinweis auf das in der Presse besprochene Urteil des BGH offenbar erreicht. Das freut mich. Er will die Elektronikversicherung des Vermieters vorgelegt bekommen. Dafür zahlt mein Betreuter als Mieter. Kann ich das Ruder noch umreißen.

Ziegenkäse und die 5-Korn Cracker, die es umsonst gab. Leider habe ich die nicht gekauft bei Migros, aber 3 andere große Pakete. Vor lauter Essen muss ich auch mal wieder zum Sport.

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05.12. Arbeitsgericht. Angeblich Robenpflicht. Ich falle unangenehm auf. Abfindung, aber auch nicht so die Welt. Mal schauen was nach den Steuern davon übrig bleibt. Ich finde dieses neumodische Vokaleweglassen faszinierend, dass man NLL SBN auf Anhieb versteht (was auch immer dahinter stecken mag). Schöne Briefmarken im Sondershop, dann Lush, ob das große Stück Karma zerteit werden soll. Ist für meinen 76-jährigen Vater. Der ist Lush-Fan und sein Bedarf ist groß, ja, da gucken die jungen Dinger wer ihre Supporter sind, er hat aber selber eine Werkstatt um die Seife zu durchtrennen, wenn er das will. Kleines Sortiment, Glitzerseife Rentier ist auch dabei. Wenn schon neumodisch und metrosexuell, dann ganz. Ich werde auf meine Ohrringe angesprochen, ob ich da für jeden Tag welche hätte. Meine Antwort, ja hunderte, dabei ist die Zahl gemeint, weil heute der Fünfte ist. Nein, ich trage nicht jeden Tag das Datum am Ohr. Das wäre wohl ein bisschen arg zwängig, ist Zufall. Mocca und Milchreis zur Stärkung. Es gibt Manti für 6,90 € die Portion. Das steht auf meiner Liste.

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Marmeladenschiss auf der Scheibe, schön lila.

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Die Betreute, die gestern Geld geholt hat, aber nicht hoch kommen wollte in den 2. Stock und ich bin runter gegangen mit dem Quittungsblock, liegt wegen Blutarmut im Siloah. Leider stimmt die Telefonnummer der Frauenunterkunft nicht und ich kann denen nicht Bescheid sagen.

Türkische Betreute mit Tochter. Die Neue vom Ex nennt sie Hure bei facebook, weil sie keinen Mann halten kann, sie heult. Alles ziemlich unangemessen vor der Tochter. Will für 8,- € die Stunden Nachtschichten im Paketdienst machen von 8 bis 2 Uhr, weil sie das Geld für ihr Auto braucht. Das ist ihr ein und alles. Mir macht das Angst.

Ich kläre die Entlassung der schwarzen Frau, die allen Angst gemacht hat. Sie kommt nach Monaten Montag in die Frauenunterkunft. Rufe dort an und bei ihr, Hannoverpass, Regio-S-Karte, Umzug ihrer Sachen aus der Asylbewerberunterkunft, Suche nach einem niedergelassenen Arzt sind so die Themen.

Viele leckere Brote aus der Schweiz, der Blauschimmelkäse ist der Hammer. Bin gespannt auf die Weinweiber zu Nikolaus.

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Bin ich eine verbitterte alte Frau? Diese Models heutzutage sehen einfach nicht geistreich oder interessant aus. Mick Jaggers Tochter kommt mir auf einem Plakat entgegen und ich denke: laaangweilig. Da war Sophia Loren doch was anderes.

06.12. Den ganzen Tag unseren Kalender basteln; die Königsdiziplin und er ist toll geworden. Dann noch der Buttonauftrag. Sie sollten nur auf weißes Papier, ich mache zwei Versionen, ist ja schließlich meine Maschine und die Dinger verlassen meine Werkstatt.

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Abends Weinweib. Yunfeng verspätet sich, weil ein Auto brennt, kommt dann doch pünktlich. Wir treffen eine Frau von früher. Sie ist Yogalehrerin und hat einen deutlich jüngeren Marokkaner geheiratet und ist ganz offensichtlich sehr stolz darauf. „Wann haben wir uns letztes Mal gesehen, war ich da noch ledig?“ Oh Mann. Ich mache Witze, weil sie Stephan so vollquatscht und er gar nichts sagt und sage, sieht aus wie Beziehungsstreit und sie macht Schluss und ihr Typ zu mir: ich soll mir keine Sorgen machen?? Sorgen machen, warum?? Jetzt versöhnen sie sich gerade wieder, kommentiere ich später. Ich mache doch nur Witze. Zwei Frauen aus dem italienisch Kurs kennen uns von Chico und Barbara. Die Nudeln sind zerkocht, das Essen sonst sehr lecker, vor allem die Saucen. Die Gastgeberin ist nicht mehr schwanger, wie ich vermutet hatte (peinlich). Ich mag die Veranstalterinnen sehr. Gebe an mit meinem Schweizer Spielgeld. Ein Mann aus Lugano. Fisch kommt als Nikolaus, was von der Billigschokolade landet in meiner Tasche. Ich hatte danach gefragt. Wir sind die letzten Gäste. Irgendwie ist mir die Dosierung von dem Wein wieder nicht bekommen. Ich hatte aufgehört zu trinken, aber auf dem Weg nach Hause merke ich es deutlich, gehe gleich ins Bett und schlafe schlecht. Es geht mir dreckig. Wieder die Lektion dort, wie schon im Februar 2014. Wann werde ich daraus was lernen?

07.12. Werde zu früh wach und es geht mir elend. Das Zellgift bekommt mir nicht und komischerweise merke ich es in den Beinen und das macht mir weitaus mehr Angst als Hirnzellen, die sterben und Lücken im Gedächtnis. Bastele Kalender mit Schweizmotiven und Berner Sennenhunden. Häkele einen Turnschuh und überlege die erste Jogginghäkelhose vielleicht der Weinweibfrau für Lu zu verschenken. Dann könnte man auch testen, ob die Größe hin kommt. Mit Yunfeng und Stephan frühstücken, Schweizer Käse, wir unterhalten uns und schauen uns selbstgemachte Fotobände aus China an. Mir macht es Angst da und ich will nicht mehr hin. Das merke ich beim Betrachten der Fotos deutlich. Ich schätze die Freundschaft und finde es schön, dass er so lange bleibt und es so vertraut ist. Dafür gibt es immer neue Schweizer Butter.

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Den ganzen Tag basteln und Turnschuh häkeln und wieder aufmachen. Die Anleitung in 5 Teilen, dann Käsenudeln mit dem Schweizer Käse und auf ins Theater. Im Treppenhaus schaue ich durchs Fenster auf das beleuchtete Haus gegenüber bzw. auf das Innenleben hinter den Fenstern. Eine Frau kriecht auf allen Vieren über den Teppich und ein Mann mit Plauze im Feinripp ist auch zu sehen wie er saugt. Es ist der Putztrupp und es scheint warm zu sein. Das war schon mal ein guter Einstieg. Der Kritikschreiber der NP und Hartmut El Kurdi sind da. Ich sitze in der ersten Reihe ganz außen, Stephan woanders. Muss aufpassen, dass meine Kette nicht klappert. Wir sind beide von der Spielfreude und dem Talent der Schauspieler begeistert. Echt gut gemacht. Da hat sich die Qualität gegenüber früher gesteigert. Da war man froh, wenn die Stücke nicht allzu langweilig waren und es irgendwie ging. Das ist heute deutlich anders, deutlich besseres Niveau. Doch was, was besser wird. Schön.

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Mit der Bahn nach Hause. Aus den Papiervorlagen des Jewish Museums Mahjongsteine ausschneiden, Stephan muss falten. Apartments für London schauen. Das halte ich nicht lange durch. Die ersten beiden Papierspielsteine sind fertig. Mal wieder ein Hütchen machen? Ich freu mich, dass ich weiß, wie es mir wieder besser geht, einfach wieder weg lassen das Zeug, jede Stunde der Abstinenz, die ich weiter voran schreite freut mich. So einfach geht es mich selber glücklich zu machen.

08.12. Traum, dass ich einen blonden Schönling als Mann habe, so einen Skandinavier mit dem ich Dirty Talk mache und dann wundere ich mich, dass er so blond ist und lüge ihn an und sage, dass er sogar noch besser ausschaut als mein Bruder und dabei denke, so blonde Typen sind ja nicht meins. Dann Freunde von Hilmar, die Kinder haben, einen Mädchen und einen Jungen und einen sehr unerzogenen großen Hund, mit dem Stephan sehr streng ist aber komische Futterübungen macht. Das Trockenfutter wird auf den Boden geworfen und er sucht es und dann spielt man Fußball damit und tritt es wieder weg. Irgendwie Knochen am Hals, Blut im Fell, dann geht es um den Jungen. Ich soll nach unten und ärztliche Hilfe besorgen. Ich warte lange und führe dann wie in einer Betreuungssache Telefonate mit der Krankenkasse, ob sie eigene Ärzte haben, die sie in so einem Fall schicke, komme hoch und die Luftröhre war gebrochen, der 18-Jährige ist tot und die Trauer groß. Vorwürfe, die die Eltern sich machen, weil sie ihn nicht genug kontrolliert haben, aber er war so ein wilder Typ und dann werden sie gefragt, warum sie nicht gleich einen Notarzt angerufen haben. Sie wussten nicht, dass sie das konnten. Dafür haben sie ja die elterliche Sorge, sagt die Freundin. Ich überlege auch, ob ich was falsch gemacht habe, wäre er bei früherem Einsatz überhaupt zu retten gewesen? Beim Aufwachen denke ich, es ging um Sedric, der Teenagersohn der amerikanischen Familie. Mein Bruder hatte festgestellt, wie gut der aussieht und das er Frauenherzen reihenweise brechen wird. Jedenfalls heftiger Traum und dass ich einen anderen Mann hatte und dann auch noch einen ganz jungen Blonden, der mir nicht richtig gefällt. Hoffentlich bleibt mir das erspart.

Neuer Fall, Scheidung, netter Typ, riecht aber unlecker, hatte Krebs, redet offen, ist Paketzusteller und konnte dann nicht arbeiten, hatte Angst- und Panikstörung. Man sah die Ärzte, wie sie die Bilder anschauen, ein ganzes Zimmer voller Bilder von ihm und er sah sie durch eine Glaswand und konnte die Mienen nicht deuten und hatte nur Todesangst und dann hieß es, alles in Ordnung. Meine Wurst-Deckel-Kette ist ohrenbetäubend.

Lasse mich mal wieder als Verfahrensbeistand bestellen. Das war schon lange nicht mehr der Fall und ich hatte Lust darauf. Das heißt allerdings in die MHH fahren mit der Bahn.

Herr Ihme hat ein Darlehen über 200,- € bekommen am 04.12. Stephan hatte sich Samstag schon total darüber aufgeregt. Frage was das soll. Er ist überfallen worden. Es gibt Polizeianzeige.

Dachte gestern, dass ich meiner Betreuten Klamotten aus der Frauenunterkunft abholen muss, aber das macht eine Mitbewohnerin. Die Ärztin aus dem Siloah will mich anrufen. Da bin ich mal gespannt. Die Unterkunft hat die Nummer geändert und war seit Freitag nicht für mich zu erreichen. Trick 17 über die Stadt Hannover hat nicht geklappt. Recherche auch am Wochenende. Dann Anruf bei der AWO, aber sie sind nicht Träger. Gebe die Rückmeldung, dass das nervt, wenn die ihre Datenänderung nicht bekannt geben und einen nur anrufen, wenn sie was wollen und dann gar nicht mehr erreichbar sind.

Zartrose Blut? Sieht aus wie von einem ganz jungen Mädchen. Dieses Frauending hatte ich schon seit Monaten nicht mehr. Mal sehen was das wird.

Kino, nachdem die auswärtige Freundin abgesagt hat. Vorher schön Manti XXL Portion und noch ein Milchreis hinterher. Total satt und befriedigt, geht nur noch ein Eis und etwas Tofiffee. Das kauft mein Mann im Kino. Homesman mit Tommy Lee Jones. Vor uns sitzt Dietrich zur Nedden. Das Kino ist gut gefüllt und den einen Typen, den ich von den Perlen kenne und der hier auch immer aufschlägt, mit dem sollten wir uns mal anfreunden. Mich bewegt der Film sehr, die Europäer, die versuchen dem unfruchtbaren Boden was abzutrotzen und die Frauen, die verrückt geworden sind, keine Medikamente in Sicht. Wieder John Lithgow und Tommy Lee Jones, schön unvorteilhaft geschminkt, haut dem einen der gewalttätigen Ehemänner eine rein, der sie an der Abreise hindern will. „You didn’t have the balls to kill me and wanted my horse to do it for you“. Hilary Swank will einen Mann, ist denen aber zu anstrengend, „bossy“. Auch die Szene mit dem Feuer, spricht mich an. Tommy Lee Jones hat nach Essen gefragt und wurde abgewiesen, nachts kehrt er zurück, holt das Spanferkel und steckt das Hotel an. Neben uns ein Typ, den ich vom Sehen kenne. Stand immer am Tresen in der Glocksee und bei Silke, er schnarcht neben uns.

09.12.2014 MHH, wie Homesman, bei mir sind sie friedlich, zur Betreuerin nur griffig. Ich kann aber nicht alle machen.

Fairkaufhaus, wieder sind Zeichen für mich hinterlegt. Stuttgartdeckel in Porzellan und Gold. Die Kollegin geht da nur hin, wenn sie ein Faschingskostüm will und warum bin ich dann besser angezogen, aber die hat auch keine Ahnung. Cowboys und Indianer als Holzweihnachtsschmuck. Muss jedes Jahr wenigstens ein neues Outfit her. Treffe Kollegin, die früher Betreuungsrichterin war. Mutter war mit beginnender Demenz in Wunstorf. So holt einen die Vergangenheit ein.

PMS-Shop, ja genau, zeigt mir seine Prothese, Herr P-monster, hat einen Termin vergeigt bei der Zahnärztin und jetzt hat sie ihn aus der Behandlung geworfen, die alte Lindenerin.

Ich blute richtig und kann nicht zum Sport.

10.12. Mein Betreuter hat Notartermin, meine Schwiegermutter Geburtstag. Gericht, blöde Kollegin, wir zicken und an und ich habe noch eine Woche und muss vor Weihnachten noch auf die Klage erwidern. Sie ist echt ein blödes Stück. Die Richterin hat Spielautos da um Verkehrsunfälle nachzustellen und dann Frauenwohnheim. Sie kommen nicht zurecht mit der schwarzen Frau und habe Angst vor ihr, bei mir ist sie handzahm und ich lerne die Mitbewohnerinnen kenne und schaue in den Ofen. Dann noch mal Anhörung. Er sagt instinktiv was die Richterin hören will, wir sehen uns regelmäßig und bedankt sich inständig. Er weiß halt, ich bin da wenn es darauf ankommt, dann muss man sich nicht ständig sehen. Kurzer Tag. 13:32 rufe ich an, ob es reicht, wenn ich um 14 Uhr zuhause bin und :37 Uhr geht die Bahn, alles fallen lassen. Das Café ist voller Rentner, die Torten schmecken nicht. Die Gäste sind unlustig. Es geht um so Themen, wie die Bösen in der Welt, Handtasche im Zug geklaut als man Gepäck nach oben gehoben hat, genau in der Minute. Früher als Kind habe man sich auf Weihnachten gefreut und jetzt braucht man das nicht mehr, kauft sich was man braucht und das war’s. Draußen stinkt es und die Schweine schreien. Als wir gehen wollen hängt nur noch eine Jacke da und die gehört nicht meiner Schwiegermutter. Stimmung endgültig im Eimer. Der Vorgarten sieht Feng Shui mäßig aus und ist nicht wieder zu erkennen mit Lichtspiel. Das neue Antibiotikum wird geliefert. Ich häkele und lasse die Weihnachtsgeschenke da inklusive der Plätzchen. Zuhause erst Bild mit Grinsekatze auf dem Bauch, dann Krankenhaus. Claudia wird Oma, wir fiebern mit.

11.12. Viel Beerdigung, Krankheit und Tod und bald wird es einen selber erwischen. Mag gar nicht zur Arbeit.

Bank und Pakete, Mensschmerzen, schlechte Laune, Psychopatienten, die uns mit Klingelstreichen nerven anbluffen, viel Schreibarbeit, nachmittags schicke ich Mandaten zu Studienkollegen, da ist auch der Vater vor einem Monat verstorben und Mutter war schon Tod. Der zweite Vollwaise im Bekanntenkreis. Dem Mandanten erkläre ich, dass ich ihn neulich auf dem Fahrrad am Lux schon erkannt hatte, aber keine Gymnastik auf dem Rad machen wollte.

Schlüsseldienst bei einer Betreuten, sie mögen Bargeld, ob ich nicht kurz nach Kleefeld komme kann.

Ich mache mir Gedanken um die Geburt. Da sind meine Beschwerden noch Pipikram.

Klage eines Zahnarztes gegen meinen Betreuten und ich weiß echt nicht, was ich einwenden soll. Die Anwaltskosten gibt es schon mal nicht hat das Gericht gesagt, Klagerücknahme. Gut. Prothese saß nicht und es wurde kein Heil- und Kostenplan gestellt seitens des Zahnarztes, außerdem Fristverlängerung bis zum 02.01.2015. So was verschiebt die Probleme nur, aber wir spielen auf Zeit. Das Wohnung ist am 10.12. verkauft worden, der Kaufpreis am 15.01. fällig und da werden sich die 250,- € Zahnarzt plus Anwaltskosten von bezahlen lassen. Mein Gott. Ich liebe nicht jeden Fall gleich.

Mietvorvertrag für Ehemann nach dem Wohnrecht. Ja, ich habe auch reiche Mandanten, aber nur Auserwählte und ich kann mir auch noch schöne Verträge ausdenken, wenn ich will.

Der Schlüsseldienst will statt 120,- € fast 400,-. Die Frau hat einen Einwilligungsvorbehalt und die können einen anderen verarschen.

12.12. Fensterputzer und Frau G., die Steuergehilfin hatte für mich freigeräumt. Ich habe die Sachen wieder hingestellt bevor sie geputzt hatten und hatte den riesigen Vogelschiss übersehen. Das fasziniert die Mitarbeiterin. Die Zentrale vom Schlüsseldienst will mich erst anzeigen und legt dann auf, weil ich sie wohl so aufrege mit meiner Einschätzung der Rechtslage.

Klage Sozialgericht, die fünfte oder so, gleich einwerfen auf dem Weg ins Rosmarin. Treffen eine Freundin, sie hatte Geburtstag und wir nicht sind hingegangen. Dafür isst sie den Mittagstisch, zu dem wir sie einladen, zwei Mal. Telefonat aus dem Heim, der Pfleger mit russischem Akzent, unterwürfig erklärt er mir, dass meiner seit gestern nicht da ist und ich wäre die Betreuerin und sie müssten mich informieren. Das sagt er jetzt zum dritten Mal, aber das weiß ich schon, dass ich Betreuerin bin. Er soll mir mal was sagen, was ich nicht weiß. Gehe raus und falte ihn zusammen, nein, er soll nicht bei der Polizei als vermisst gemeldet und gesucht werden. Wenn das der einzige Vorschlag ist, dann ist das bedauerlich und zu wenig. Ich weiß doch wo er ist, aber sie machen keine Anstalten ihn zurück zu holen. Das regt mich auf. Das Tomo-Sushi gegenüber sieht gut aus. Irgendwie trashig, aber auch japanisch, die Bezüge auf den Kissen. Auf dem Rückweg Star Wars Uhren, die Verkäuferin hat Mundgeruch und Lego hat die Spiele eingestellt. Kakaostube für Süßkram aus Hannover. Abends Sport, die arme Lehrerin ist angeschlagen.

13.12. Häkelset für Hilda fertig. Hatte die Beinenden noch mal gemacht.

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Originalversionen von „Map to the stars“ und „Lucy“. Ich liebe die Schauspielerinnen jeweils, Julianne Moore und Scarlett Johannsen. Zu Ende Basteln ist angesagt. Irgendwie muss die Wohnung mal besser werden. So sieht es aus, wenn der letzte Kalender fertig ist. Es bleibt nur ein kläglicher Rest.

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Tolle Kurzfilme von Toy Story. Aktion, Dino-Weltraum Figuren, die nicht wissen, dass sie Spielzeug sind, weil nie mit ihnen gespielt wird. Der Junge hängt fest am Game Boy. Dann kommen die „Visitors from the distant Bonny-Tribe“ und erklären ihnen, wie es ist sich dem Kind und seiner Phantasie hinzugeben („surrender“, das würde verlieren bedeuten, sie sind Kämpfer, wird eingewandt) und der klotzige Dino ist immer ein Babyrentier, dafür ist die Hello-Kitty Figur ein gefährlicher Dino, zumindest wenn Bonny mit ihnen spielt. Das ist ihre Bestimmung als Spielzeug und dann bekommen sie auch die Markierung ihres Besitzers auf die Haut geschrieben.

14.12. Irgendwie langer Traum. Glaswagen neben der Schule, so nostalgisch, wie früher. Sonst heiße Bretzeln oder so was, sie verkaufen geschmierte Brote, aber nicht mit Wurst und Käse, sondern eine grüne Creme, mit Luftblasen darin. Wir treffen Frank aus Braunschweig von früher mit einem Klapprad. Er strahlt mich an. Irgendeiner, ich glaube mein Mann oder Detlef kauft mir eine Schnitte, obwohl ich satt bin. Schmeckt wie man die Kinderschokolade anpreist sage ich. Fluffig mit deutlichen Luftblasen, aber wie Molekularküche. Als ich die Geschichte später an einer Tafel erzähle, schauen alle weg und keiner hört mir zu (das ist ungewöhnlich, erzähle ich nicht witzig?). Dann habe ich eine Wespe auf der Hand, die nicht abhaut. Habe Angst gebissen zu werden, die verwandelt sich in einen Vogel, heftige Paarung, die haben eine ganz andere Welt. Kommt ein anderer Vogel und hält sie fest und steckt ihr von hinten einen Stab rein, bis er vorne wieder rauskommt und tötet sie, weil sie fremdgegangen ist. Sie ist aber „oben“ quasi von der Stellung bei der Paarung her. Dann sind es Hunde und der andere, der „unten“ war legt das tote Tier zur Seite ab. Ich werde von diesen heftigen Sequenzen wach. Alptraum. Hängt es mit meinen Unterleibsproblemen zusammen? Packen für Weihnachten. Welches war noch mal der Blutungstee? Nehme einen TCM-Tee, die Luxusvariante für unterwegs. Lieber nehmen als wegschmeißen und probieren kann man es ja, ob es hilft.

Bringen Berner Sennenkalender, 3-D Karte und Mocca-Joghurt vorbei und kriegen Kekse aus der Weihnachtsbäckerei, die im vollen Gange ist. Die Besucher hatten einen Einbrecher, der eingestiegen ist, da war der Terrier ruhig, nur mich kläfft er an (wegen meiner Hütchens). Hunde haben echt keine Ahnung. 11 A, teils unlecker, wir bekommen Geschenke u.a. Fimoventilkappen Erdbeere und Ananas. Die sind irre gearbeitet von Markus Neffen, unglaublich, dass das außerhalb von Japan einer so kann. Es tut gut unsere Freunde mal wieder zu treffen. Ja, Silvester…..was soll man nur tun.

15.12. Ich habe jetzt Ananas am Rad und konnte das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Mal richtig gute Laune am Montag! Ich habe mich noch NIE so sehr über eine Raddeko gefreut! Der Hammer. Ich finde jeder sollte ein paar haben fange an mit den Bestellungen. Kleine Golfbälle für das Fixie von Sedric? Vielleicht kontraindiziert, aber da kommen sie wenigstens richtig zu Geltung.

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Elisabeth Taylor gibt wieder die Bankkarte ab. Der neue Vermieter fragte vor einigen Tagen, was sie für eine ist, solche Verrückten wolle er nicht haben, zieht den Handwerkern die im Treppenhaus arbeiten die Stecker raus und ruft was von Vergewaltigung, die Handwerker trauen sich nicht mehr hin (ja, das ist meine, denke ich mir und unerschrocken ist die), den Thermenmenschen schickt sie weg und er hat die Anfahrtkosten. Ich muss an Homesman denken bei seinen Schilderungen. Mit der früheren Vermieterin konnte sie gut. Die sei auch krank und würde nicht mal die Tür aufmachen, wenn er sie darum bittet, sagt ihm, deswegen habe sie das Haus verkauft um ihre Ruhe zu haben. Will ihn schon fragen, ob alle krank sind außer ihm und mir. Ich versuche sie zu beschwichtigen, aber die wollen, dass sie mit Sex bezahlt und das sieht sie nicht ein. Sie ist halt auf Krawall gebürstet, dann will sie die Anfahrt wieder selber zahlen, aber wovon? Das Geld ausgeben als sie die Kontokarte hatte, habe richtig Spaß gemacht (ihre Finanzen waren durch meine Einteilung konsolidiert), ob wir das im Sommer wieder machen könnten?

Sport unterrichtet eine Neue aus dem Kreis der Teilnehmerinnen, die ich mag. Eine Frau mit Ausstrahlung.

16.12. Nettes Telefonat mit der Kölner Freundin. Claudias Enkeltochter sieht aus wie das Baby aus Ice Age Teil II. Die Spielsüchtige kommt und holt das restliche Geld.

Nachmittags Anhörung der Türkin, nein, ich bin nicht damit einverstanden, dass die Gesundheitssorge rausgenommen wird. Erst als ich in den USA war, war Krise angesagt und nur klare Ansagen von mir haben geholfen. Das ist der wichtigste Aufgabenkreis und nicht stabil. Sie willigt ein und die blöde Richterin lässt es sich noch fünf Mal von ihr bestätigen

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Im Westen nichts Neues. Die letzte Lakritze im Gepäck.

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Zu viele Schüler, aber sonst cooles Splatter-Ballett. Der NP-Kritiker ist auch wieder da. Stalkt der uns oder wir ihn. Es werden durchsichtige Plastiküberzieher verteilt. Wird das ein Gwar-Konzert? Die Schauspieler sind großartig, der Hauptdarsteller hat Ähnlichkeiten mit Daniel Brühl und ein anderer sieht aus wie Brad Pitt, aber wirklich. Wenn sich da Theater in Hannover nicht lohnt. Großartige Inszenierung, die Texte des Buches und der ganze Irrwitz werden sehr einfach und wirkungsvoll in Szene gesetzt. Zum Schluss wird eine Runde kunstvoll gerutscht auf der ganzen Farbe. Den Applaus holen sie sich dann zum Teil in Adiletten ab. Das gefällt uns. Fange neues Handarbeitsprogramm an für den Zug.

17.12. Zuhause schon werde ich schon telefonisch penetriert. Die schwarze Frau steht nicht auf um ihre Spritze abzuholen (der allererste Termin nach 4 Monaten Krankenhaus) und der Termin kann angeblich nicht verschoben werden. Gut, ich konnte auch zum Tier werden, wenn mein Vater mir früher die Decke weggezogen hat um mich zu wecken. Ich sage Hilfeplanungstermin ab und will selber hin, die sind natürlich flexibel mit dem Spritzentermin in der Institutsambulanz und ich spreche die Ärztin. Dann schaffen sie es doch. Schriftsätze und Fristsachen. Irgendwie kein Bock auf die Büroweihnachtsfeier. Was habe ich von diesen Menschen, die Psychologin kommt später und will dann nicht alles auf einmal essen, wie letztes Jahr, das habe sie gestresst, ist also wieder extra kompliziert. Mein Rechner geht nicht und ich bin auf meinen Kollegen angewiesen, der auch im Stress ist. Die Kollegin aus Braunschweig blockiert nur den Besprechungsraum und man weiß nicht, was man sagen soll wenn ihre Mandanten anrufen, der Bürohund bellt unfreundlich, dafür kommt der nette Mann meiner Kollegin nicht….Das ist meine Jahresbilanz, alles scheiße? Habe ich eine Vorweihnachtsdepri? Das passiert doch sonst nur zwischen den Tagen? Eine Frist für Morgen fällt weg. Eon hatte meine Mandantin verklagt, die eher wie eine Betreute ist. Das Haus steht leer und sie kommt nicht rein, weil sie keinen Schlüssel hat. Jetzt hat sie auf einmal ein Guthaben und ich brauche mir keine Klageerwiderung aus den Rippen saugen, der Lichtblick des Tages. Wenn ich heute Abend anfange zu trinken, wird es böse enden. Gott schütze mich davor.

Schönes Weihnachten, endlich im Tropeano. Die Weine sind lecker, das Essen auch und Biagio ist so ein toller Gastgeber. Ich mag die ganze Mannschaft. Wir besprechen am Rande mal mit ihm nach Mailand oder Florenz zu fahren. Ich mag ihn und auch dem Büro bin ich wieder ein Stück näher gekommen. Ich habe etwas Dampf abgelassen und ehrlich meine Meinung gesagt (das hilft immer, nächstes Jahr gibt es keine Extrawürste und das bisschen Feldenkrais mache ich, Körperarbeit nach Grindberg), war verständnisvoll und Ratgeberin (Frau A., was halten Sie eigentlich von Eingliederungsvereinbarungen?“) und der Psychologe hat mir erklärt, warum die Betreuten alle auf mich hören und spuren. Es ist die Energie und Energielevel. Na ja, wusste ich schon, wie in der Hundeerziehung. Frau G. will mal mit ins Theater, weil ihr Mann keine Kultur mag. Sie hat uns alle gefahren im 7-Sitzer.

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Danach noch eine Runde mit dem Kollegen zum Loft mit Aussicht auf das Ihmezentrum. Da gibt es immer was zu sehen im Wimmelbuch gegenüber. Nazis haben neulich aus einer Wohnung Türken beleidigt. Keine gute Idee. Jetzt sind sie nicht mehr da, die Nazis. Zwei süße Katzen wohnen auch hier. Ich entwickel mich zum Katzentyp, vor allem wenn der Köter bei der Arbeit einen immer unfreundlich anbellt. Das ist geschäftsschädigend, freundschaftsruiniernd und von wegen gute Stimmung durch Tiere….

18.12. Ich habe geträumt, es gibt das leckerste Eis in Linden. Schlange stehen, Walderdbeere und Salzkaramel. Dann ist Christoph vom 11 A bei uns auf dem Sofa eingeschlafen. Ich mache die Klassikmusik leiser, obwohl sie ihn wohl nicht stört. Er wird wach und flucht. Hatte Durchfall, es ist ihm peinlich, er ist inkontinent und rollt sich aber ungeschickt auf unserem Sofa und in unseren Decken, dann der Teppich. Wie wird man das alles nur sauber bekommen. Er tut einem leid, aber man schimpft auch. Das macht eine andere Frau, die irgendwie auch ich sein soll. Seine Hose wollen wir nicht waschen, sondern ihm nur mitgeben in einer Plastiktüte.

Katalin hat uns geschrieben, dass es ihr sehr gut geht, weil sie eine süße Baby-Schildkröte in ihrem Adventskalender hatte. Sehr süß, der Brief mit Kinderschrift, den es zum Kaffee gibt.

Meine Buttons sind in der Schweiz angekommen.

Stephan geht heute Abend zu einer Lesung. Ich allein ins Lux? Treffe den Nachbarn und versuche ihn dort hin zu locken. Er scheint willig.

4 Paar neue Ventilkappen sind schon da. Die Auftragsarbeit mit den Ritterhelmen ist schon fertig, dabei hatte Katalin uns doch geschrieben. Die kleinen Helme sind perfekt geworden und sollen gleich in die Schweiz geschickt werden. Sie bekommt dann die Fliegenpilze, die auch schön geworden sind.

Rauchmelder, Therme tropft und macht Geräusche, Waschbecken verstopft. Meine Weinerliche hält mich auf Trapp und ich versuche ihren Vermieter bei Laune zu halten. Wir kommen um 16:30 Uhr in Nürnberg an und sind 17:30 mit den Jungs im Steichele verabredet. Damit versuche ich mich bei Laune zu halten. Alle Fristen abarbeiten, Kollegen noch mal schöne Fragen unten den Weihnachtsbaum legen, Ausweis abholen. Im Bürgeramt läuft schon Dauerberieselung mit Weihnachtshits aus dem Radio. Ich würde Hirnkrebs kriegen. Er ist so klein, dass er nicht mehr in sein Fach passt. Ich mochte den alten lieber, nicht nur weil ich besser aussah. Schlange in der Post bis zur vorderen Tür, dann doch Fax an die Post, warum das eine Betreuungskonto gesperrt ist. Vielleicht doch Silvester ins Tropenano und sich die Wampe vollschlagen statt Würste und Spieleabend? Das können wir eigentlich am besten. Meine Energie ist runter und ich bin gespannt wie ich den Abend überstehe und ob ich kneife oder nicht. Da überrasche ich mich mal selber. Meine Mama erzählt mir von Tierfutterbedarf und denkt an die Hundeverpflegung einkaufen. Sehr gut.

Der Sport bringt mich nach vorne. Umziehen, durch den Regen ins Lux, der Kreis der Erlesenen. Der Nachbar, die andere Kollegin, der vielbeschäftigte Koch. Dann haue ich mit Detlef du Stephan ab, bin hier nicht die Hauptperson und irgendwann hat es gereicht.

19.12. Schlafe gut, schöne Träume. Die Reisen mit Claudia und Kathrin. Die Abenteuer, die wir erleben, auf einem Plastikschlauchboot an Braunbären vorbei. Einen muss ich irgendwie töten, die Franzosen und das tolle Essen, geschmolzener Käse, die Kneipe in einer Gondelstation, die nette Inhaberin, interessanter Schmuck, der in einem künstlichen Korallenriff dekoriert ist. Noch mal schnell Marlis vom Flughafen abholen. Der Shuttlebus kommt nicht, meine Schwiegermutter dafür irgendwann mal schon mit ganz schlechter Laune. Werde wach und das Bett neben mir ist leer. Mein Mann trinkt schon Kaffee.

Schnell noch mal ins Büro, die allerletzten Sachen abwickeln. Geld einzahlen, Ableger für meine Mama, Daten für Überweisung an den neuen Vermieter, der die Verrückten los werden will. Klappt alles, Konto wieder frei, Thermenfirma kommt am 23.12. um 11 Uhr zu Frau Schwierig, medizinische Widerspruchsbegründung, die nicht angekommen ist wird noch mal verschickt. Den Hilfeplantermin, den ich abgesagt habe, hier kommt eine ganz liebe Weihnachtskarte meiner Betreuten, datiert auf den 24.12. Ich bedanke mich bei ihr und wir müssen uns auch mal wieder sehen im neuen Jahr, jetzt kann erst mal Weihnachten kommen.

Gerade hat Stephan die Spüle trocken gewischt und dann schütte ich den Inhalt meiner Trinkflasche darin aus. Nein, die Hose soll meine Mutter nicht nähen, die im Schritt aufgegangen ist, die will er zum Schneider bringen. Einen ganzen Briefkasten voller Weihnachtspost, vor allem aus Wien von Sunla eine grafisch schöne Karte und von Gela rieselnden Schnee und einen lustigen Text und dann von Alex einen so lieben Brief, dass sie das ganze Jahr Freude an meinem Kalender hatte und ihn umnützen/anbauen will und ein kleines Büchlein Unnützes Wienwissen (genau das richtige für die Zugfahrt) und ein Tipp Le Loft Bar/Restaurant mit Blick über die ganze Stadt.

weit mehr als Zürich und die Ostschweiz

28.11. Landen mit Verspätung wegen Nebel in St. Kloten, die Schwägerin holt uns ab. Über den Wolken war das Wetter allerdings mal wieder prächtig.

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Lange Bahnberatung und dann doch den irrsinnig teuren 5-Tage-Schweizpass, die Flatrate für die Schweiz Bahn, inklusive Eintritt in die Museen. Mit Gepäck durch die Stadt vorbei an diversen großen Einkaufsmalls in die Peripherie der Großstadt und dann mit dem Bus 600 Meter nach oben ins Heidi-Land, Almhüttenidyll, zum Fondue. Ich ergattere die Kinderpostkarten im XXL-Format vom Nachbartisch. Die Gaststätte übernimmt die Frankierung und wir haben einen kleinen Zeitvertreib. Eine an meine Schwiegereltern und eine nach Hannover-Linden. Meine Cousine kommt. Nach einem Topf warmen Käse und 2 Nachtischen bin ich so satt.

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Barb nimmt uns mit zu sich. Der Hütehund ist übernervös und sensibel und will gehorchen. Er hat in seiner Box mit bei geschlossener Tür gewartet. Die Kinder sind enttäuscht, dass sie sich einen Adventskalender teilen müssen. Dafür bekomme ich einen Buttonauftrag mit, der vor Weihnachten noch fertig sein muss. Jetzt weiß ich wie Santa sich fühlt. Ich lerne die Technik des Loom, mit Häkelnadel und kleinen bunten Gummis werden Armbänder gemacht, die alle latent nach Flagge ausschauen.

29.11. Wach, anziehen, Bahnhof, auf nach Basel. Non-Stop. Hinten in das Abteil, was dann geschlossen und keinen Durchgang bietet, ist eine Bar eingebaut und der Kaffee ist teuer, dafür gibt es nur 8 Sitzplätze und er wird geschäumt, es ist kein Vollautomat. Als wir die Rolltreppe nach oben kommen steht da meine Mama. So eine Überraschung, die wartet auf Johannes. Ich entdecke Tekoe oder wie das heißt und die Earl-Gray Kekse sowie die ausreichend großen Butterkekse, herrlich. Vorbei am Rathausplatz und einem Wochenmarkt, der Würstchenstand lockt sehr, hin zum Rhein. Mittagstisch mit Michael, Johannes, Kathrin und uns beiden in gediegener Umgebung beim Koch des Jahres der Schweiz und der Mann kann die Soßen. Der französische Kellner mit den dicken Lippen versteht mich und stellt mir dezent eine extra Karaffe mit der Rotwein-Butter-Soße hin, die es zum Fisch gab. Der Sommelier ist humorlos und beschreibt Rosen als das was alle Frauen mögen. Von Frauen hat der Mann doch keine Ahnung. Er ist spröde und humorlos. Der Wein allerdings sehr lecker. Zwischengang, Trüffelpasta sowie der Käse waren unverschämt teuer, sonst war der Laden super und durch eine Glasscheibe konnte man in den Küchen zusehen. Die Süßabteilung ist extra.

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Durch die Stadt, über den Rhein zu Fuß (nächstes Mal will ich mit dieser Fähre fahren, die an einem Seil mit der Strömung arbeitet). Das Brocki stinkt nach Sauerkraut und deftigem Essen und meine Begleiter wollen wieder gehen.

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Stadtmarathon, wie gehen ins Museum und schauen uns tolle Ausstellungen an, u.a. die Sonderausstellung „For your eyes only“ mit Jeff Coons bis Achimboldo. An der Kasse bestätigt man mir, dass mein Haarschmuck Kunst sei. Ich zeige eine gewisse Müdigkeit.

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Über den Weihnachtsmarkt und dann früh in die Oper. Ich mag das Gebäude aus Beton sehr. Unscharfes Bild, aber das sind keine Lose, sondern Ricola für die Besucher.

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Tisch für die Pause klar machen. Othello ist ein Arschloch ohne Ende, das Bühnenbild mit Kran taugt, sowie die Anspielung auf Flüchtlingen. Desdemona singt total gut. Am Tingley-Brunnen trifft sich die Jugend, auf zum Bahnhof, wir sind nicht die einzigen Kulturpendler. Wieder schläft Stephan vor mir ein.

30.11. Wach und wieder kein Duschen, packen in 2 Minuten. Wegen eines Sperrmüllberges (in der Schweiz, hallo!) an dem ich hängen bleiben mit schönen Fotos aus der Alkoholikerwohnung und einem nationalistischen Schweizkalender, bekommen wir keinen Platz mehr im Dihei. Die Eierspeisen im Oma-Geschirr sehen zu süß aus. Mein Ehrgeiz ist geweckt, irgendwann wird es klappen. Dann trösten wir uns mit dem Hubertus, schöne alte Fließen, auch leckeres Birchermüsli, aber ich weiß schon, wo hier der Hammer hängt.

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Wieder Tekoe am Bahnhof und ich liebe diese Zugtoiletten. Selbst an die Duftstäbchen haben sie gedacht.

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Satt kommen wir bei meinem Bruder an. Hier gibt es die Engadiner-Nußtorte, die es morgens nicht gab. Meine Mama hat sie gemacht. Spaziergang im Nebel. Katalin erzählt von ihrer Schulaufführung.

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Fondue chinoise mit vielen leckeren Soßen. Stephan hilft mir bei meinem Knäuel, ich häkele an der Babyhose für Hamburg

01.12. Ich werde vor allen anderen wach. Johannes duscht und macht dann die Brote für alle. Kleine Deluxe-Pausenbrote mit Feldsalat. Jeder das was er mag, die Frau auch. Katalin hat Schwimmen und beschwert sich, dass die Lehrerin nicht ins Wasser geht. Müsli frühstücken, dann gehen all. Ich probiere das Knuspermüsli mit Schweizer Joghurt. Es regnet, das Brockenhaus in St. Gallen hat montags zu. Wir verabschieden uns von meinen Eltern und treten die Hochzeitsreise an. Stephan holt sich Amaretti und ich warte in der schönen Bahnhofshalle. Die Schweizer haben Ecopop abgelehnt.

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Wir fahren quer durch die Schweiz. Vorbei an großen Seen, Bieler See und anderen und Weinanbaugebieten. Links ist der See und rechts sind die Weinstöcke. Neuchatel, was so doof klingt, sieht herrlich aus. Auf in die Gästewohnung. Maurice, die Katze, die nicht ins Schlafzimmer soll sitzt auf dem Bett und war hier eingesperrt. Die Wohnung ist herrlich, die Katze sehr freundlich und wirft sich auf den Rücken und will angefasst werden. Wir fahren zum See, dann Flon, Lichtinstallationen, die Stofflampions erinnern mich an die Unterhosen von Pipi-Lotti. Eine nette Frau aus Basel zeichnet einen Plan wo es einen second hand Laden gibt. Hier riecht es nicht nach second hand und die T-shirts sind akkurat gebügelt und werden auf gespannten Drähten quer durch den Raum edel präsentiert auf Kiesel zwischen Holzböden. Alles kostet nur wenige Franken, man soll sich nicht fühlen, wie sonst im Brocken. Ein wirklich anderes Konzept, aber nicht meins. Wir besuchen die Chocolatiers der Stadt, Durig und Blondel. Hier ist man sehr arrogant und ich will mein Hütchen schon rituell verbrennen. Stephan wird in seiner RTL-Windbomberjacke nicht als der High-Roller erkannt, der er ist, auch nicht nachdem er den 130 Franken-Einkauf entgegen nimmt mit den Worten bis Morgen. Auch das entlockt kein Schmunzeln.

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Satt von der Schokolade gehen wir essen ins Tramway. Ein schwules Pärchen, das Essen hammerlecker, die Kaninchenterrine und das warme Ei in Pilzen, Speck und Rotweinsoße, das Risotto und die Drinks. Dann 4 Nachtische, selbstgemachtes Eis und warmes Schoko-Kuchen. Ich bin verliebt in den Laden. Als der Koch rauskommt erkläre ich ihm, dass ich hier leckerer gegessen habe als in Paris und da seien wir auch in guten Läden gewesen. Er darauf, sie seien Franzosen und Paris sei nicht französisch, sondern parisienne. Ein dickes Buch mit dem schwulen Leben lag am Tresen, Gay Skiing in Arosa sage ich nur.

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Es ist ein sehr romantischer Abend, auch wenn meine Liebeserklärung am Tisch zunächst nicht als solche gesehen wird von ihrem Adressaten. Ich bin selber ganz gerührt und irgendwann springt das über. Ich sage ihm, dass er an unserem 20. Hochzeitstag vor allem mein bester Freund ist und ich will, dass er glücklich wird und sei es, dass er es mit einem anderen Menschen wird. Wenn er z.B. schwul wird, dann schließe ich mich ihm und seinem neuen Partner an auf Reisen z.B., wie Kathrin das tut und er hilft mir trotzdem meine Läden zu finden und ich schlafe im Nebenzimmer. Das hört wohl keiner gerne und es heißt nicht, dass ich ihn los werden will oder nicht mehr sexuell attraktiv finde, es heißt nur, dass dieses Geschenk der tiefen Liebe und Freundschaft und das sich Kennen nach 20 Jahren oder gerade in dem Moment für mich im Vordergrund steht. Diese Liebe, die den anderen nicht besitzen will, sondern sein Glück, ist für mich auch ein neues Gefühl. Auch wenn wir heute gar nicht Hochzeitstag haben, ist es für mich die Feier dazu.

Wir versinken in dem Himmelbett und ich schlafe so gut, wie es in keinem Sternehotel der Welt möglich wäre.

02.12. Was für eine tolle Hochzeitsreise und dann diese Unterkunft mit dem Traumbett, der Traumaussicht und der Traumkatze. Nach einer Runde Schmusen, auch mit Maurice gehen wir Kaffee trinken und dann ins L’Art Brut. Die machen erst um 11 Uhr auf.

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Ich weiß nicht was mich erwartet. Was wir bekommen ist wahrscheinlich eines der beeindruckensten Sammlungen an Kunst, die ich je gesehen habe. Konsequente Psychiatrie-Kunst und so tolle Arbeiten und dann die Geschichten dazu. Ich bin tief bewegt und denke, auch im Hinblick auf die Möchtegernpsychiatriekunst, die in St. Gallen in der Klubschule zu sehen war, so was kann man nicht studieren. Studieren behindert die Sache eher. Die Sonderausstellung zeigt einen Behinderten, der Waffen aus Schrottteilen nachbaut, wie es cooler nicht geht, aber ohne den politischen Ansatz, sondern weil er vermutlich darauf steht. Die meistens hatten eine harte Kindheit, Eltern gestorben und wurden dann abgegeben an Pflegeeltern oder Heim und haben als Arbeitssklaven gelebt, dann haben sie für zweimaliges unsittliches Entblößen oder für eine Zugentgleisung ihr ganzes Leben in der Psychiatrie verbracht. Auch die Keramikarbeiten eines Typen mit unverkennbarem Stil (er hatte zuerst gekaute Brotreste benutzt), überhaupt die Assemblagen, wie Sunla schon immer sagte, sind einfach Hammer gut. Ich kaufe ein Plakat, weil die graphisch so schön gemacht sind. Kein Platz, aber wen interessiert das. Die Frau an der Kasse macht mir das größte Hochzeitstaggeschenk. Sie will mich was fragen, weil Stephan und ich offenbar kariert daher kommen und zwar, ob wir aus Schottland kommen. Was für ein Geschenk, dass ich an meinem 20. Hochzeitstag nicht für deutsch gehalten werden. Besser geht es nicht. Wir müssen den Bus erst suchen und fahren dann am See entlang nach Crissy. Tolle Glasfiguren auf den Tischen. Stephan hält sie für Zeitmesser, quasi Sanduhr, aber so technisch sind sie nicht, nur dekorativ. Wir verbringen dort einige Stunden und essen bis es wieder dunkel wird und wir den Bus zurück nehmen.

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Die Heilsarmee schließt gerade um 17:30 Uhr an wir ankommen. Ich beschwere mich, dass hier selbst zu DDR-Zeiten kein Laden vor 18 Uhr zu gemacht hat und das Museum erst um 11 Uhr aufmacht und wie soll ich mein Touristenprogramm schaffen? Sie sagt, dass sie nur dort arbeiten würde und ein Besuch würde sich lohnen, Morgen wieder ab 9 Uhr. Wir kaufen regionale Produkte, d.h. Essen, Butter, Joghurt, Käse, Nusstorte. Dann schauen wir uns die Kathedrale bei Nacht an und die Stadt von oben. Ein Maccaron Noissette, ein großer Keks mit Haselnuss. Wir genießen die bunten Lichtinstallationen sehr.

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Zurück in der Wohnung treffen wir den anderen Mitbewohner, der aus Paris kommt und hier studiert und ganz Paris fixiert ist. Er interessiert sich für meine Collagen, kennt aber weder das L’Art Brut, was 2 Busstationen entfernt ist, noch ist ihm das Lichterfest in der Stadt aufgefallen. Das Konzert fällt aus, aber wir fahren noch mal zu den Tierfiguren vor dem L’Art Brut, die wir mal in bunt sehen wollen.

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Dann lernen wir den eigentlichen Gastgeber kennen, der ein Feuer macht und sehr nett ist. Ich sage ihm, dass die Schweiz bisher für mich aus Zürich und St. Gallen, der deutschen Ostschweiz bestand und jetzt weiß ich, dass der weitaus interessantere Teil hier liegt und, dass es doch komisch sei, wie verschieden das Land sei, sie wählen eine Regierung, die nicht ihre Sprache spricht und in Zürich residiert- ach so, in Bern. Oh weia, wieder was gelernt. Ich zwinge ihm ein Amaretti aus St. Gallen auf. Seien Freundin sammelt Postkarten und ich soll ihr eine machen. Er empfiehlt eine Kneipe an der Kathedrale, an der wir schon vorbei gegangen sind. Am großen Museum läuft eine Installation an der Fassade, aber sie machen gerade Feierabend als wir stehen bleiben.

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Der Barmann gratuliert zum Hochzeitstag und freut sich, dass es uns in Lausanne gefällt. Lustiger Laden, leider läuft Sport im Fernsehen. Der Platz davor, wieder mit Ausblick und alten knorrigen Bäume sieht Filmreif aus. Im Sommer ist es bestimmt auch ganz toll hier.

03.12. Schlafe noch mal ein im siebten Himmel. Die Männer sind weg, die Dusche ist noch naß. Die Schoko-Katze lasse ich auch da. So toll fand ich es hier.

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Croissants, dann Coop-Weihnachtsmarkt. LED-Eichhörnchen für meinen Schwiegervater, Igelschale, Christbaumschmuck. Große Fonduetopfabteilung.

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Der Wochenmarkt mit ein paar Flohmarktständen am Rande. Stephan gefällt, dass es 3 Gemüse, 3 Brot, 2 Wurst und 10 Käsestände gibt. Wir kaufen ordentlich Käse. Dann noch mal den Heilsarmee Laden. Wir kommen Punkt 12 und sie schließen gerade für Mittag. Es ist eindeutig nicht meine Brockenreise. Designmuseum mit tollen Ausblick und nicht nur Schickimicki Glassachen und Langeweile, dann das historische ohne englische Untertitel. In der Kathedrale wird Orgelmusik gespielt.

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Eine heiße Schokolade auf der Treppe und dann Crepe. Ich kaufe mir teure, aber sehr schöne Handschuhe aus Japan, fast wie sonst in London. Ein Spucktuch für Hamburg. Die haben niedliche Baby-Sachen, Strickjacke und Kleidchen mit Schwanenmotiv. Da könnte ich schwach werden, aber das muss wohl die Mutter aussuchen, außerdem geht mein Frankenvorrat zur Neige. Die Rückreise ist leider im Dunkeln, aber mich kann man nicht mehr täuschen. Ich will wieder kommen. Ich will nach Bern und in viele andere Städte und noch mal Lausanne, dann mit Genf und Montreux, was nur 20 Minuten entfernt gewesen wäre mit dem Zug. Man konnte gar nicht so viel wie man wollte mit der Flatrate. Die Zeit war das Problem. Es gibt ein Extraabteil mit einem Indoor Spielplatz für Kinder. Die erkennen den von außen und ziehen zielstrebig dort hin. Wieder Klodeko vom feinsten.

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Kathrin, die treue Seele kommt noch mal zum Flughafen. Großeinkauf im Migros. Kaufe auch Schweizer Spielgeld und will gleich damit bezahlen. Meine Schwägerin verschafft uns einen anständigen 20 %- Rabatt durch Coupons, die sie aus der Tasche zaubert. Brot wird auch noch gekauft. Bei Sprüngli habe ich einen korkigen Prosecco, von dem ich ein halbes Glas trinke und es dann meinen Mitreisenden melde und mache dann das zweite Glas kaputt. Scherben bringen ja bekanntlich Glück. In Hannover erst mal die Vorräte bergen. Joghurt im rosa Schuh, aber nur der teure Bebris oder wie das Viech heißt. Dann packe ich den ganz dünnen Apfelfladen aus, der den ganzen Tag reisen musste und er schmeckt noch Hammer. Ich bin glücklich.

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Hobbies- Reisen durch Deutschland und kleine Hunde

17.11. Die Spielsüchtige ist nicht zur Therapievorstellung gefahren. Der neue Pflegedienst hatte auch angeboten sie mit dem Auto zu fahren. Umso wichtiger ist, dass die Helfer sich untereinander austauschen, damit wir nicht verarscht werden. Sie will es nicht, aber vielleicht extra um das zu verhindern. Die Wohnung sieht nicht so schlimm aus wie gedacht und die arbeiten auch langsam am Aufbau des Vertrauens.

Der Psychiater (Heimarzt), von dem Neuen, Robert De Niro auf Türkisch und Maßregelvollzug, hat mir aufs Band gesprochen. Er soll das Betreuungsgutachten schreiben und ärgert sich, dass die Institutsambulanz 1.555,- € pro Quartal kassiert. Ob ich wüsste was meiner gemacht hat. Am Tag der Entlassung aus dem Knast die nächste Frau vergewaltigt. Seine Opfer würden es vielleicht gut finden, wenn er abgeschoben würde in die Türkei und das sei dann so eine Art Neustart. Reiseunfähig sei er jedenfalls nicht und ich soll ihm bloß nichts versprechen. Ich sehe das anders und eher von einer grenzübergreifenden, feministischen Seite. In der Türkei leben auch Frauen und hier mit der engmaschigen Therapie besteht die Chance, dass er nicht rückfällig wird (weil trocken), außerdem hat das Gericht mich bestellt, damit ich mich für ihn einsetze und, dass er nicht Bonbons geklaut hat wusste ich auch vorher. Er war im Maßregelvollzug.

Namensänderung einer türkisch stämmigen Betreuten nach der Scheidung. Die Betreute die ihre Medis abgesetzt hat als wir in Kaliformieren waren kommt vorbei mit Blitzerfotos. Sie ist in der Zeit mehrfach über rote Ampeln gefahren mit dem Auto. Sie denkt, dass sie schon bezahlt hat, hat sie dann doch nicht. Führerschein 1 Monat weg. Sie hat wirklich schwere Gedächtnislücken aus der Zeit der erneuten Erkrankung.

Herr Borderline kommt und hat Unterlassungsverfügung der Nachbarin, die sich vor ihm fürchtet. Ist noch nicht erlassen. War der Richterin zu dünn, der Sachverhalt. Er hat ihr ein kaputtes Feuerzeug vor die Füße geworfen, was auf seine Türschwelle „hindekoriert“ war (so hat er es zumindest empfunden) nachdem sie die Treppenhausreinigung gemacht hat und gefragt, ob sie ihn provozieren wolle. Das ist weder Körperverletzung noch Bedrohung, aber angeblich lebt das ganze Haus in Angst und Schrecken vor ihm. Er hat jetzt auch eine Glatze um seine Gefährlichkeit zu unterstreichen. Die Frisur trägt er schon immer.

Ein Mandant von früher aus Linden. Die Zeitarbeitsfirma hat ihm nachträglich 600,- € pro Monat für den Dienstwagen abgezogen. Das war nicht vereinbart, jetzt Aufhebungsvertrag und Beratungsschein.

Manchmal denke ich, dass ich meinen Mann gar nicht gut kenne, mir liegt das Herz auf der Zunge und er, Brief mit sieben Siegeln.

18.11. Nach dem Actionfilm. Mein Partner ist in einen Schmetterling verwandelt worden von einem Gegner, der ihn mit einer Spezialzauberwaffe beschlossen hat, er wollte ihn größer machen und hat ihn kleiner gemacht So konnte er sich verstecken und den weiteren Schüssen entgehen und hat mehrere Jahre so verbracht bis der Zauber gebrochen war. Es geht um Zauberkräfte und Science Fiction, irgendwie Matrix. Wir treffen den anderen und beide müssen ihrer Bestimmung zugeführt werden, d.h. wir müssen ihn aufklären, wer er in Wirklichkeit ist. Da er Frau und Kinder hat und die Frau sehr spießig und kommt gleich mit als wir mit ihm spazieren gehen wollen, muss ich sie ablenken. Ich will meinen gehen lassen. Dann Schwimmbad und gleich schließe ich mich vertrauensvoll einem neuen Mann an. Ein hässlicher, kleiner Mexikaner und ich habe Hingabe nicht verlernt und kann es offenbar problemlos in der nächsten Beziehung abrufen. Wir spielen im Wasser ein Spiel an einem Tisch sitzend. Bewegung mit den Händen, wie beim Tanzen gestern und dazu was singen. Den Text versteh ich nicht ganz, spreche ihn einigermaßen mit (wie auf der Demo fällt mir im nach hinein ein. Alepo, alepo Antifaschista. Ich verstehe immer nur das Hauptwort. Ach ja, das muss italienisch sein. Arreta oder Alerta). Dann muss man was aus Abfall basteln, kleine Zahnstocher und Plastikspieße und das macht mir besonders Spaß und meines, ein Haufen, der aussieht wie eine Hütte und einen kleinen Korb habe ich gebastelt, der vor der Tür steht, ist mir besonders gut gelungen und ich bin ganz stolz darauf und fasziniert, während die anderen zur Tagesordnung übergeben wollen. Ich wache auf und überlege, was mir dieser Traum über mich selber sagen wollte oder will.

Zuhause weitere Garderobe für Jasmin. Dass die Linken in Nazimanier Leute überfallen haben ist das Letzte, wenn es so war. Das sind genau solche Hooligans wie die, die sie angeblich bekämpfen. Schande. Sozialarbeiterin aus der Peiner Straße ruft an. Es gibt nur die Einrichtungen, die ich schon kenne. Die 3 von Step und Haus am Seelberg, Haus Meerblick (im Wald, deprimierend, für Alkoholiker, die nichts mehr erwarten vom Leben) und irgendwas Heidehaus, ist weit weg. Die Bilanz ist und bleibt deprimierend.

Ich würde gerne mal Schwarzwurzeln machen. Meine Betreute schleicht auf dem Markt herum, sieht mich aber nicht. Sie kommt immer zu früh und wartet schon auf mich mit einem anderen zusammen der gar keinen Termin hatte. Ich bin genervt.

Der Kollege aus dem Siloah ist wieder zuhause. Er ist eingebunden. Ich wollte nicht weiter nerven. Muss ich ihm wohl die Sachen zuschicken, jetzt wo es nicht geklappt hat mit einem weiteren Krankenhausbesuch mit einem Essen takeaway. Poster des menschlichen Körpers für Kinder für einen Spind und den Stift von Ai Wei Wei auf Alcatraz.

Googele nach Einwohnermeldeamt und überlege dann, warum weiter Geld investieren, wenn die Forderung eh verkauft werden soll. Telefonat mit dem Kollegen. Den Titel schickt er mir. Mein Betreuter will die Forderung verkaufen. Der Einbruch, wo das Gericht die Beute an den Einbrecher in Polen ausgezahlt hat. Irgendwie war der Kollege auch dämlich und fängt gleich ganz komisch an sich zu rechtfertigen. Er bekommt ein Fax. Er bestätigt mich in dem Telefonat, dass irgendwas nicht richtig gelaufen ist. Jetzt soll er mal eine Lösung anbieten.

Von der Alkoholikerin Hund ist tot, sie wurde von der Polizei informiert und hat gesagt, sie wolle den nicht in tot sehen, die haben ihn dann verbuddelt. Rufe bei der Polizei in Lahe an. Hund ist tot auf dem Gelände der Polizei Lahe aufgefunden worden im Gebüsch. Keiner weiß was bei der Polizei. Man habe sich unterhalten, dass Giszmo tot im Gebüsch liegt. Wann das war, keine Ahnung, sie vergraben keine Hunde und waren angeblich nicht bei ihr zuhause, sonst gäbe es einen Vorgang. Die mauern und im Computer gibt es nichts. Das habe ich verstanden, schon beim ersten Mal als es gesagt wurde, aber es waren ja Menschen beteiligt und mit denen will ich sprechen. Sie sitzt hier nur am Empfang und macht die Telefonate. Ich soll beim Veterinäramt anrufen. Das Veterinäramt holt keine Hundekadaver ab. Komischer Fall. Da muss ich dran bleiben. Später stellt sich heraus, dass die Polizistin am Vortag bei ihr Zuhause war. Sie hatte mit Suizid gedroht und wurde in die MHH eingewiesen. Da sei versehentlich kein Eintrag gemacht worden von den Kollegen. Sie würde das nachholen.

Die Sozialarbeiterin in Wunstorf erzählt, ich sei Betreuerin eines Mannes, dessen Namen ich noch nie gehört habe.

Klage gegen eine Betreute auf Anwaltsgebühren als ich schon bestellt war, wurde eine Kündigung des Vermieters noch mal von einer Anwältin ausgesprochen (die reinste Gebührenschneiderei und ich hab mich viel darüber geärgert, eine Hausverwaltung, die keine Eier in der Hose hatte, dafür sollen sie selber zahlen). Das wird spannend. Termin zur mündlichen Verhandlung ist schon am 10.12.

19.11. Meine Eltern rufen morgens an um mir mitzuteilen, dass sie keine Weihnachtsgeschenke haben. Backen genügt. Mein Paps wünscht sich Seife von Lush. Hat einen unheimlichen Bedarf. Süß. Treffe morgens Andrea, die strahlend aussieht. Wenn Kurzhaarfrisur mal ansteht, dann so eine. Muss sie mal fragen, wo sie war. Ganz in braun. In diesen Tönen hat sie mir auch eine selbstgenähte Jacke vermacht. Will sie die vielleicht wieder? Frau Schwierig macht nicht auf. Hier ist ein interessanter Friedhof, Nähe Döhrener Turm, den ich mir mal genauer anschauen muss, bei Gelegenheit.

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Hilfeplanung Peiner Straße. Wir warten. Ich lese billige Modehefte, die dort ausliegen und so grandiose Weisheiten enthalten wie die Feststellung, dass früher dünne Strickschals spießig waren. Wie kann ein Kleidungsstück und dann auch noch ein solches per se spießig sein? Der Westi der Abteilung lässt sich blicken und mein Betreuten und ich schauen ihm interessiert nach. Andere Hilfen bringen nichts, die Bekannten, die er hat haben keine Ahnung. Da muss Frau A. her. Die leichte Post mache er selber. Das schwierige geht zu mir. Am Ende als das Protokoll geschrieben wird, stelle ich fest, ich habe die gleichen Hobbys wie mein Betreuter durch Deutschland reisen (er mit seinem Merkzeichen „G“ umsonst) und kleine Hunde. Zwischendrin klingelt mein Handy. Frage nach einer neuen Betreuung. Wie viele führe ich im Moment. Oh, das sind zu viele, dann sind es vielleicht doch nur soundso viel. Sie will mich missverstehen. Herrlich. Früh in die Rathausmensa und ich denke noch, das ist ja wohl ein geiles Gerücht, was früher gestreut wurde mit erst ab einer bestimmten Uhrzeit. Nein, Razzia. Die Frau fragt nach meinem Dienstausweis der Stadt Hannover und lässt mich abfahren, dann doch neues Federbett kaufen, da wo Ausverkauf ist. Stephan liegt Probe und ich frage die Verkäuferin nach der Herkunft der Daunen. Sie erzählt was ich hören will. Kanadische Wildgänse, dann als ich sage, steht aber Ungarn auf dem Zertifikat, keine Lebendzupfung, nur Schlachtvieh, aber ganz altes. Alte, freilebende Gänse, die ihre Daumen freiwillig gespendet haben. Ich verstehe. Wie dem auch sei, wir haben ein warmes Bett. Ich esse ja auch Foie Gras und das alte war einfach undicht.

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Zum Essen dann zurück in die Kantine, zu voll, kein Durchkommen mit dem Tablett. Zum Kaffee gibt es Agadio von der Holländischen Kakaostube, schön dekadent. Ich habe den Laden neu entdeckt.

Ich soll Unterlagen um 8 Uhr abgeben beim Jobcenter. Bei der vom Beschwerdemanagement lasse ich meinen Frust ab. Wohl kaum. Rege mich auf. In meiner Sache werde ich den Vorbetreuer belangen müssen, wenn ich das nicht wieder „so“, d.h. mit viel Energie und Drohungen den Ämtern gegenüber hingebogen bekomme.

Jazzclub, hat um 8 nach halb schon angefangen. Ich bin genervt. Stephan besorgt mit Schnittchen. Katze bekommt nur noch hier ihr Futter, damit sie sich an die Geräuschkulisse gewöhnt. Schlimme Männer, die auf ihren Sitzplätzen hocken und meckern, wenn man ihnen die Sicht versperrt. Sind wir in der Oper oder was? Dann dürfen die nur so viele Karten verkaufen, wie Sitzplätze vorhanden sind. Frauen haben sie erst in den 70ern in den Jazz-Club reingelassen. Die sollen sich am Dresscode ihrer Idole ein Beispiel nehmen, so scheiße wie die aussehen und ich kann schön sexistisch sein und auf die schwarzen Musiker bezogen sagen, gut aussehen tun sie ja und gut angezogen sind sie auch. Die Jungs, die echt Talent haben, sollen mal was anderes spielen nach der Pause. Schlagzeug mit Blechschere ausgeschnittene Spirale wie Mobilé, Bass ganz abgegrabbelt, so sehr liebt der Typ sein Instrument und wie kann man das nur spielen. Das muss doch weh tun. Ich will mich mit Lehrern vor der Tür schlagen oder eine Flasche abbrechen und ihnen über den Schädel ziehen. Gewaltphantasien nach einem Glas Weißwein. Alle Brötchen durchprobiert.

20.11.Traum: Gruppenreise in die Schweiz, wir wollen Claudia treffen, wechseln aber das Café zu dem auf der anderen Seite. Hier gibt es eine Semifredo in grün, was so ähnlich wie Sushi heißt, eine Abwandlung und Eigenkreation. Scheiben werden abgeschnitten, sehr lecker. Ich lasse mich ablenken und sollte doch schauen, ob sie vorbeiläuft. Laufe nach vorne, dann muss ich doch anrufen. Sie trinkt drüben noch einen Kaffee. Die Bedienung fragt mich, ob ich Franziska sei. Sie kennt mich von den Erzählungen meines Bruders. Ich überlege, ob ich mit dem abwaschbaren Stift eine Nachricht auf dem Spiegel hinterlassen soll, tue es aber nicht. Claudia setzt sich zu uns. Da sitzt eine ältere Frau. Wir kommentieren die s/w Fotos, die an der Wand hängen, es soll Architektur aus der Schweiz sein, dreieckige Dächer, die aussehen wie ein S-Bahn Depot, sehr modern. Hier sieht es überall gleich aus sage ich. Claudia baut einen Joint in dem Café und die ältere Frau fragt sie, ob das Afghane sei und Claudia „jetzt nicht mehr“. Im Vorraum beim Gehen Christian aus Fürth mit einer großen Gruppe Schwuler. Die Trampel in der Dorfdisko hätten geglotzt als sie mich tanzen sahen. Wir müssen weiter, wünschen einen schönen Tag. Vor der Tür wird gebacken und wir bekommen 3 kleine Madelaines geschenkt. Claudia hat sonst 5,- € dafür gezahlt. Sie sind noch ganz heiß. Ich sage, Du bist eben schon Stammkundin. Wir sehen, wie ein Typ einen Hund am Rad zieht, der nicht mit will und die Zähne zeigt. Dann verstehe ich warum. Es ist ein Muttertier und die Welpen kommen nicht so schnell mit. Der Vater ist auch zu erkennen an den Flecken. Die Welpen sind eine Mischung aus beiden. Sie müssen einer Kuh ausweichen. Dann hält der Typ und macht mit Brennholz ein Feuer. Ich kapiere, dass er die Welpen da rein schmeißen will und flippe aus, halte mir die Ohren zu, damit ich das nicht hören muss und will verzweifelt Hilfe holen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass man das in der Schweiz darf. Ich werde davon wach von dem Alptraum. Es muss sehr früher Morgen sein. Schlaf noch mal und bin dann um 8 Uhr wie gerädert.

Lauter Anrufe zuhause. Vor allem die Vorbetreuer, die ich angeschrieben habe, weil er zeitweise nicht krankenversichert war und Schulden aufgebaut hat reagieren sehr nervös auf meine Nachfragen per Fax. Der eine rechtfertigt sich und will mir alles am Telefon erklären. Er soll einfach auf mein Schreiben antworten.

Telefoniere mit meiner Schwiegermutter, ihre Zwillingsschwester geht es sehr schlecht. Jahrelang wollte sie nicht zum Arzt und hat nicht mit sich reden lassen, jetzt Intensivstation.

Stadtwerke und meine Aggression. Es kostet viel Kraft, aber schlussendlich sind auch die Kosten für den Kassierer ausgebucht.

Saxophonist, der mit DJ Paul aufgetreten ist (angeheirateter Verwandter). Der Bachelor hat nur so getan als sei er DJ, war alles Lego. Hat seine Gage nicht bekommen, schlechte Beweislage, soll zum Kollegen. Kann mich da nicht reinhängen, auch wenn’s Verwandtschaft ist. Tipps. Kurzes Fax mit Eckdaten, wenn man die nicht kennt, sich nicht verarschen lassen von Leuten, die den Wendler und das ganze Kruppzeug unter Vertrag haben.

Kein Sport, keine Kestnervernissage und erst Recht kein Sprengelkino, Maria Abramovic hätte auf dem Programm gestanden, lange arbeiten und dann nach Hause. Ich bin müde. Koche die Petersilienwurzeln während ich meine Schwiegermutter am Telefon habe. Ihre Schwester ist an der Dialyse, erkennt aber die Familienmitglieder. Sie sagt, sie habe sich aufgegeben, ihre Freundin Else sagt, man solle sie gehen lassen, sie habe abgeschlossen und Dieter sagt auf NDR kommt ein Bericht über San Francisco. Stephan kommt nach Hause. Es war wohl langweilig, in der 1. Etage hat ein Typ was aus Klorollen gebaut. Wir bleiben etwas hängen an einem Bericht über Pornostars, die einen Tantrakurs besuchen und das alles zu intim finden. Wir sind uns beide einig, dass die sich was vormachen angeblich die abgebrühten Säue, die sich sofort nackt ausziehen, wenn sie eine Kamera sehen, halten sich auf einmal mit dem Handtuch bedeckt, weil sie in einem Raum mit lauter nackten Menschen sind. Die operierten Frauenkörper finde ich ganz schlimm, wie in einem Horrorfilm, benutzt jemand ihre Körper um damit Drogen zu schmuggeln oder was sind das für Implantate und die Lippen sehen aus wie nach einem Allergieschub. Schlimm.

21.11. Morgens betätige ich die Heißklebe. Eine alte Barbie-Punk-Handtasche soll auch mit nach Essen. Ich habe einen Koffer voller Sachen, die ich Jasmin anbieten will.

Hauptgewinn in Sachen Schwerbehindertenantrag 100% und Merkzeichen „G“, „aG“, und „B“. Freie Fahrt mit Öffis mit Begleitperson, Mobi-Hilfe für Taxifahrten, frei zu verwendendes Geld, mehr Grundsicherung.

Frau Borderline hat Termin bei mir. Will ihre Kinder nicht mehr sehen, weil das sie stresst und ihre Gesundheit wichtiger ist. So egozentrisch und was man die Kindern damit antut und schlussendlich ist es nur die eigene Krankheit und man kann es nicht einsehen, sondern schiebt die Verantwortung auf Minderjährige. Erbärmlich. Sie will zu ihrem Freund ins Ruhrgebiet ziehen. Soll sie machen. Ich unterstütze das und stelle sofort einen Antrag auf Umzugskosten. Das macht ihr Angst, dass ich das gleich anbiete, aber ich bin echt nicht traurig, wenn ich die nicht mehr habe.

Stephan erklärt mir in der S-Bahn zum Zug, dass dieses Wochenende wieder lustige Demos in Hannover seien, die wir dann verpassen würden. Homophobe würde demonstrieren und die Stadt Hannover hat das Steintor deswegen mit Regenbodenfarben versehen, als Beflaggung. Die sollen sich diese riesige Maschine aus San Francisco besorgen, die Regenbogenfußgängerüberwege auf die Straße aufträgt. Die ist vielleicht toll!

Im Zug merke ich erneut was dieses Strickprojekt für eine Sträflingsarbeit sein wird. Es ist teurer als gekauft, das ist egal, aber da steckt tageweise Arbeit drin und dann findet sie es doof und benutzt es zwei Mal. Das wird leicht unterschätzt von Leuten, die nicht selber stricken. Ich finde auch noch einen kleinen Fehler, eine linke Masche. Wie kann das passieren, wenn man nur rechts strickt, ich weiß es, durch das Aufheben einer Masche. Ich trenne auf und kriege richtig schlechte Laune. Das ist jetzt ein Totalfiasko, Wolle verheddert und ich bekomme die Maschen nicht mehr aufgehoben bzw. aus einem Fehler werden so bestimmt 20 neue, wenn ich es überhaupt hinbekomme. Es wird dunkel im Kinderabteil. Im Bahnmagazin steht, dass wir die Weihnachtsmärkte lieben, also wir nicht. Ich habe heute im Büro noch gesagt, dass ich auf meinen Anteil am Lebkuchenweihnachtskalender verzichte. Das wird mühsam zwischen allen geteilt und es gibt einen Plan. Wer einmal in Nürnberg einen frischen Kuhfladenlebkuchen probiert hat, saftig, frisch mit all den Gewürzen, will den Bahlsenverschnitt nicht mehr, den sie verschicken. Es wird außerdem im Magazin für gefüllte Klorollen geworben. Innen ist auch Klopapier und der Hohlraum wird auch genutzt (?), aber dann kann man gar nicht mehr lustige Kitabastelarbeiten machen oder was Neues fürs Museum. Die neue Mitarbeiterin meines Kollegen bestellt Klopapier bei Rossmann für 5,- € Porto statt auf dem Weg zur Arbeit welches zu holen.

So, jetzt Wolle gleich am Bahnsteig entsorgen oder ist es eine karmische Aufgabe? Jasmin holt uns ab. Sie ist mit dem Fahrrad unterwegs, etwas Bus fahren (da kommt man gleich in Kontakt mit den Einheimischen), den Berg hoch laufen. Sie erzählt von dem chauvinistischen Chef, der den Kolleginnen vorschreibt, dass alle total wie aus dem Ei gepellt aussehen sollen, nur schwarz anziehen und High heels. Das hilft bestimmt, wenn es um Sachthemen und wichtige Entscheidungen für die Firma geht! Dass es so viel Dämlichkeit auch unter Akademikern gibt!! Aber klar, zeigt nur, wie die gestrickt sind. Ich mache das Gestrickte wieder auf und Stephan muss bei dem lockigen Wollknäuel helfen, es wieder aufzuwickeln und die Knoten zu entfernen und ich merke, dass ich meine Kosmetiktasche im Zug habe liegen lassen mit Medikamenten und Schminke darin. Den Weleda-Stift aus Mailand. Das macht mir immer total schlechte Laune wegen des Kontrollverlustes denke ich hauptsächlich. Ich mache das Gestickte ganz auf und merke die Hoffnungslosigkeit des Unterfanges. Es waren 6 cm von 80. Marc kommt vom Tennis. Sie waren bei Aldi-Süd, direkt neben der Tennishalle, die ich kenne, wo es Sticker und ein Album dazu gibt. Der Babysitter kommt, wir fahren ins Residence. Heute mal rechts am Empfang vorbei und die Treppe hoch. In dem roten Raum haben wir noch nie gesehen. 2 x Menü opulent und 2 x da Japanische.

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Der junge Kellner fragt uns immer ob es noch etwas Leitungswasser sein darf und neigt dabei die Karaffe als sei es ein edler Tropfen. Ich nehme auch Weinbegleitung. Zuhause geht Jasmin schlafen und wir unterhalten uns noch mit Marc.

22.11. Schlafe gut. Werde wach und denke sofort an meinen Lippenstift und beschließe das Strickprojekt aufzugeben. Das war ein guter Entschluss. Ich werde eine schöne und werthaltige Babydecke kaufen und die wird ihr auch viel besser gefallen und mir fällt eine Last von den Schultern. Ich merke sofort, dass es die richtige Entscheidung war. Einen Abnehmer für die Wolle werde ich auch noch finden. Kalinka oder die im Heim meiner Schwester. Die können Wolle auch immer gut gebrauchen. Vielleicht stricke ich vorher noch ein paar Babysocken. Das ist kleiner und geht schneller. Auch wenn ich es noch nie gemacht habe, müsste es doch machbar sein. Jasmin packt die Geschenke aus. Sie hat rote Sportschuhe bekommen, vom Nachbarn, wie Leander total niedlich anmerkt (dieser hat wohl das Paket abgegeben). Ich sage, der will was von Dir, wenn er Dir rote Schuhe schenkt. Meine bebastelte Tasche mit den Barbie-Fotos und den Plastiksachen gefällt ihr und den Kids auch und ich werte sie als Geschenk. Dann noch den Kalender 2015, sowie ein Brettchen in Brotscheibenform und ein Tuch mit orientalischem Muster. Die Kinder überreichen selbstgemalte Bilder mit Glückwünsche (der jüngere Bruder hat das Motiv des Älteren übernommen) und wollen dann als nächstes wissen, welches Geschenk sie auspacken dürfen von den 3 oder 4, die vorhanden sind. Jasmin ist sehr langmütig und sie packen alles zusammen aus und schauen es sich an.

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Wir fahren mit Marc zum Fußball nach Heisenberg. Ich nenne den Stadtteil – leicht falsch und in Anleihung an Breaking Bad.

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Die Kinder spielen Fußball im Käfig, weil die Erwachsenen ein Spiel mit Elfmeterschießen austragen und den Platz belegen. Ich finde, dass man so viel besser zuschauen kann. Wir haben Elmar, einen bunten Stoffelefanten, das Klassentier von Leander dabei und ich mache Fotos für den Tagebucheintrag und entwickele einen leichten Ehrgeiz. Stephan hat die tolle Idee das Bild zu machen: Elmar trifft andere Maskottchen am Spielfeldrand.

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Es gibt immer wieder Waffeln und Kaffee aus dem Becher. Ich mache die Fotos gerne mit mir und Elmar und dann Elmar alleine.

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Die Kinder sind noch sehr jung und zum Teil kämpfen sie mit Spielern aus der eigenen Mannschaft um den Ball oder der Torwart steht mit dem Ball hinter der Linie im Tor. Die Zuschauer, überwiegend Männer sind spaßfrei und man bekommt halt mit, wie viele in der Republik wohl ihren Samstag so verbringen. Wer hier 20,- € Standgebühr für einen Flohmarkt mit 2 Ständen und kaum Publikum bezahlt hat, wird sich ärgern.

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Als es vorbei ist fahren wir zum nächsten Vereinsheim, wo der große Bruder spielt gegen die gelbe Mannschaft von RWE- sie sind mit einem grünen Deichmann „D“ bestückt. Hier sind ehrgeizige Väter am Spielfeldrand, die sich richtig reinsteigern und ärgern. Das Vereinsheim und die Schilder…ohne Worte.

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Danach gibt es eine bunte Tüte und dann fahren wir zum Brückengrill und die Kinder essen Pommes und Curry-Wurst. Jasmin kommt vom Friseur. Stephan und ich drucken vorher Fotos bei DM aus und ich bin begeistert, wie gut das funktioniert. Stephan holt eine Pizza von La Tombola aus dem Pizza-Ofen. Sehr lecker und man spielt um die Bezahlung, d.h. wenn man eine 90 zieht, dann muss man nicht zahlen. Marc muss jetzt zum Tennis und wir wollten uns das Aldi-Süd Sortiment ansehen, bleiben aber lieber da und schonen die Kräfte. Jasmin nimmt zum Teil meine Klamotten u.a. das bodenlange schwarze Seidenkleid, was mich sehr freut und 2 Blazer, einen roten, alten und einen grauen, der mit Spitzen und einem Reissack verziert ist. Stephan schläft und ich schieße Tore mit Leander und lerne, wie die Spieler von 96 heißen. Der Torwart heißt wie ein Stürmer mit Künstlernamen, Zieler. Ich mache mich klein und gehe auf die Knie und sage Bambini F Mannschaft und schieße mit dem Knie. Leander kriegt sich nicht mehr ein vor Lachen. Jasmin räumt unermüdlich die Wohnung auf, spült und hat dabei beste Laune. Die Jungs kämpfen, wobei die Aggression immer von dem jüngeren Geschwister ausgeht und der Langmut von Valentin schon bewundernswert ist. Der Kleine springt ihn an und tritt nach ihm und will ständig kämpfen und tollen. Ich denke, dass wird mit einer Platzwunde enden. Es fließt aber kein Blut, nur ein Bilderrahmen geht zu Bruch und das war auch noch Stephan. Der Catering-Dienst bringt das Fingerfood auf vielen kleinen Teller und Schälchen und wir machen uns darüber her. Die Tochter der Schwester in der Pubertät habe ich das letzte Mal vor 8 Jahren gesehen. Ich kann sie gleich familiär zuordnen. Sie will Architektin werden und überlegt schon immer was man im Garten bauen kann für die Kaninchen. Eine Schmuckdesignerfreundin aus Hannover, die in Ida-Oberstein wohnt ist auch da. Die 7-jährige Tochter einer Essener Freundin hat Jasmin Haarschmuck gebastelt mit Draht und Nagellack. Sehr originell, der Nagellack wie Tauchlack eingesetzt. Der Mann und der große, aufgeregte Hund kommen später noch kurz vorbei. Jasmins Schwager ist in Wien um dort einen schlecht erzogenen Hund einer anderen Schwester bzw. von deren Familie abzuholen und das habe ich ehrlich gesagt schon im Juli gedacht, Wahnsinn, dieser rotzfreche Riesenwelpe, da werden sie noch Spaß mit haben. Ich trinke viel Sekt, zu viel vielleicht. Später unterhalte ich mich mit einer forschen Frau, die RWE-schwarz trägt und die ursprünglich aus Wolfsburg kommt und der Mann ist Richter am OLG und hat einen guten Humor, in der Woche bekommt er 2 Emails (wenn er 3 Wochen im Urlaub war und wiederkommt hat er 5 Emails im Postfach), Sitzungstag haben sie nur alle 3 Wochen, dafür geht er 3 mal die Woche mit dem Vorsitzenden Kaffee trinken, aber juristische Themen sind dabei tabu. Er schiebt eine ruhige Kugel und muss Überflieger sein und es sei nichts für Leute, die viel menschlichen Austausch benötigen. Er kann viel trinken und leert erst den Rotwein und steigt dann noch mal auf Bier um. Der Typ gefällt mir (die Frau beäugt mich misstrauisch). Unterm Strich geht es mir so geht wie Marc, unserem Trauzeugen, dass ich irgendwie denke, diese Leute sind nicht meine Kragenweite und ich glaube, ich würde hier nicht reinpassen. Wie die Eltern am Spielfeldrand mich anschauen, ist Valentin schon aufgefallen und wie Marc regt mich der Personenindividualverkehr auf. Die Innenstadt von Werden ist durchzogen von einer Autostraße auf der der Verkehr nie still steht und man hat als Fußgänger Schwierigkeiten über die Straße zu kommen. Marc regt sich über Porsche Cayenne Fahrer auf, die einen Grünen Aufkleber am Auto haben (Witz: Unterschied zum FDP-Wähler, die halten mit dem Porsche-Cayenne auf dem Weg in die Waldorfschule noch beim Öko-Bäcker) und die Theorien über Weltwirtschaft und keiner der Gäste versteht ihn. Wer auf einem endlichen Planeten an unendliches Wachstum glaubt ist entweder geisteskrank oder hat VWL studiert oder wie was das? Um 3 Uhr gehen wir ins Bett.

23.11. Ich schlafe gut und werde wach kurz bevor die Kinderstimmen ertönen. Leander kommt hoch und will, dass „Steffi“ wach wird. Dann will er mit uns kuscheln, wir überlegen ob Ice Age 3 oder schon 4 Teile hat und ein Faultier hat 2 Arme und 2 Beine und nicht 4 Füße, wie Leander uns weiß machen will und dann will er wissen, warum Stephans Zähne Gelb sind und ob wir uns auf den Mund küssen und das wird mit „iiiihh“ kommentiert und ob wir uns lieb haben. In der zweiten Runde holt er einen Schulranzen und macht Hausaufgaben. Ich finde, dass er die Aufgaben total gut versteht und löst. Es macht Spaß das zu begleiten. Er soll Namen mit verschiedenen Buchstaben eintragen und bei „N“ schreibt er Nils und fragt mich was da steht. Ich verstehe es erst nicht und denke, kann der schon schreiben aber noch nicht lesen. Dann sehe ich, dass man die Namen von Namensschildern auf einem Bild übertragen soll. Ich will nach unten gehen, damit wir weniger Lärm machen, aber Marc liegt angezogen auf dem Sofa und die Spuren der vergangenen Nacht sind ihm deutlich anzumerken. Wir gehen wieder hoch. Später legt sich Marc noch ins Bett und ich spiele mit Leander ein kleines Lego-Starwars-Spiel mit winzigen Figuren, einem Zauberer und den Bösen. Die Spielregeln und auch das Spiel selber sind schwachsinnig, aber er mag es und das ist ja die Hauptsache. Die Schmuckfreundin hilft beim Geschirr und reist dann ab. Jasmin bügelt die Business-Garderobe, Leander spielt mit ihrem neuen Rimova-Koffer und wir chillen alle zusammen. Tee, Kaffee, Nutella-Baguette, später Vanille-Kipferl und Pralinen. Sonst würden wir spazieren gehen, aber heute passt es nicht. Leander erklärt uns auch, dass er erschossen ist und heute sportfrei. Die Phase hält nicht lange an, dann ist wieder das Gegenteil gefordert. Leander interessiert sich für Lebensmittel und Kochen und hat die tollsten Attrappen, mit denen ich natürlich auch Fotos machen muss.

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Wir unterhalten uns mit Jasmin und später mit Marc, die Junges verabreden sich zum Spielen und Marc fährt uns zum Bahnhof. Beim Abschied denken wir darüber nach uns mal im Barreis zu treffen und wir finden die Idee total gut. Zusammen mit den Kindern da mal abzusteigen. Mit meinem Bruder geht es leider nicht, aber hier besteht Interesse und es würde gut passen. Jasmin wird um 10 vor 6 vom Fahrer abgeholt und fliegt dann nach London für die nächsten 3 Wochen und am Wochenende immer nach Hause. Sie wollen das erste Mal seit 15 Jahren Weihnachten bei sich Zuhause verbringen und nicht bei Marcs Schwiegerfamilie in Hannover und die Kinder finden es total gut und freuen sich sehr darauf. Ich muss unbedingt zu Weihnachten ein Paket schicken. Leander liebt die Vanillekipferl und dann noch ein weiteres kleines Starwars Würfelspiel, hier kann man nämlich anbauen. Für Valentin muss ich mir noch was Besonderes überlegen. Irgendwelche coolen Schuhe. Er ist markenbewusst und Marc nennt ihn materialistisch. Ich finde, er ist einfach der tollste große Bruder der Welt und ich liebe ihn sehr. Auch die lange Freundschaft zu den Eltern ist was Besonderes und mir sehr wichtig.

Das einzig Nervige am Zugfahren sind die Mitreisenden, die behaupten Sitzplätze wären belegt und der Fahrgast taucht aber nie auf die ganze Fahrt über und die sich beschweren, dass ich zu laut tippe. Ich bin wohl auch etwas dünnhäutig.

24.11. Geschlafen wie ein Stein.

Meine Betreute, die sich nicht meldet, macht schon wieder nicht auf. Hilfeplanung in meiner neuen Sache läuft super. Soll länger in der Klinik bleiben um ihn zu stabilisieren und sich auf ein anderes Präparat statt Diazepam einstellen zu lassen, nicht wieder Probleme verschieben in die Therapie für die das Krankenhaus zuständig ist und die vor allem in die Pflicht nehmen. Er versteht es nicht. Ich sage, die meinen es gut mit ihm und lasse die deutlichen Hinweise der Regionsärztin für die Klinik ins Protokoll aufnehmen. Wenn es so weit ist genügt ein Anruf. Lego-Laden hat zu. Probiere den indischen Imbiss. Ich habe Flecken auf dem Wollkleid, finde aber gut Gehäkeltes im Fairkaufhaus (Puppenponcho) für ein passendes Hütchen und das Kind aus Hamburg. So originell und nur 2,- €. Man muss auch gut kaufen können.

Nachmittags ein Betreuter den ich selten sehe. Wir müssen Deutschlandradio verklagen, die Idioten. Freitag gibt es Käsefondue in Zürich, wenn das keine guten Aussichten sind!? Ich schreibe meiner Schwägerin, die den Tisch organisiert hat: “Du bist super, wollte ich auch noch mal sagen und: lass uns in flüssigem, warmem Käse baden! (statt Jacuzzi)“.

Email-Fach so voll, dass man nicht löschen kann!? Wenn mein Kollege nicht so tolerant wäre, wäre es noch schlimmer. Ich bin immer eine richtige Zicke.

Abends eine Runde tanzen. Ich und die Choreo, das ist so eine Sache.

Oper in Nürnberg buchen am 19.12. Calixto inszeniert mit einem großen Chor. Das ist unwiderstehlich. Wir brauchen Sitter für Suki oder ein tolerantes Hotel. Da ist schon viel ausgebucht. Unser Hotel der letzten 2 Male, Victoria, geht leider nicht.

25.11. Die türkische Betreute kommt ohne Termin, will ein Reihenhaus in Langenhagen kaufen mit der Tochter, die Azubiene ist.

Ich beziehe mich in der Mietrechtssache meiner Betreuten, wo das Urteil gesprochen wird wenn wir in der Schweiz sind auf die neuste BGH-Rechtsprechung mit dem Brand in der Küche. Das durfte der Vermieter auch nicht als Schadensersatz geltend machen, sondern die Versicherung belangen. Hier gibt es Elektronikversicherung.

Auf dem Markt treffe ich Chico. In Lausanne gibt es diese ganzen Brockenhäuser, wie es gehört hat. Geheimprojekt Kalender mit viel Berner Sennenhund. Ja, wir müssen uns dieses Jahr noch sehen.

Mein Betreuter in der JVA Sehnde hat sich selber verletzt. Der JVA-Arzt hat auf mein Schreiben wegen der Substitution nicht reagiert. Ich schreibe das erste Mal dem Justizministerium.

Mittagessen mit den Kollegen. Mein Ex-Kollege ist sehr speziell und die jetzige Konstellation ist besser für mich.

Schlichtungsverfahren wegen Behandlungsfehler bei der Krankenkasse beantragen.

26.11. Schreibe meiner Studioinhaberin, dass meine Figur und der Umstand, dass ich Klamotten verschenken musste nur auf ihr Studio zurück zu führen ist, weil ich esse abends immer fettig und süß, Pizza und großes Eis von Joeys und nicht wie die Frauen in der Umkleide, die sich vornehmen heute nichts mehr zu essen. Wir verabreden uns in der Weihnachtspause des Studios zum Essen.

Zahnarzt, der Junge sieht gut aus. Meine Zahnärztin ist die Beste und heißt Vanessa mit Vornamen. Der alte Zahnarzt, der nicht mehr da ist war ihr Vater und ist im Ruhestand. Sie trägt rote Handschuhe und bringt alles wieder in Ordnung. Gleich darf ich essen.

Meine Betreute, die die Zählerstände seit Jahren nicht abliest kann mich nicht reinlassen. Wir sprechen durch die kleine Tür in der Tür. Bei Edeka hole ich Cappuccino-Haselnüsse. Der englische Laden hat leider noch nicht auf. Da gibt es Ingwer-Tee und Tempos mit Londonmotiven. Kaufe zwei Adventskalender für die Schweiz.

Sonst durchackern den ganzen Tag. Mein Betreuter ruft mich an, dass die Klinik ihn rausschmeißen will, weil die Kosten nicht übernommen werden. Er soll das mit seiner Betreuerin klären. Will Ärztin sprechen, fliege aus der Leitung, die Hutschnur war mir vorher schon geplatzt. Fax an die Klinik.

Meine bipolare Betreute kommt mit Mieterhöhung. Dann Erstgespräch ambulant betreutes Wohnen. Der Hund gefällt. Nachmittags kommt der Mann, der Steuern nachzahlen muss. Die Mietzahlungen haben 2 Monate nicht geklappt und er hat die fristlose Kündigung, hat aber schon nachgezahlt. Wie konnte das passieren? Einen neuen Nebenjob hat er auch, aber diesmal nicht wieder auf Lohnsteuerklasse VI.

Mein Kollege und ich steigen bei den Gelben Seiten aus. Die Drückerkolonne braucht kein Mensch. Die werden dann richtig sauer.

Abends Yoga, hatte Angst, dass ich Kaya nur noch 2 x habe, aber sie bleibt uns erhalten. Ich bin im Unterricht immer wie weggestrahlt, irgendwie wie Thaimassage. Neben mir der kleine Engländer. Irgendwie ist es eine gute Gruppe. Die neue Frisur der Lehrerin gefällt mir auch. Pagenschnitt mit kurzem Pony. Würde mir das auch stehen? Zuhause kochen und Backshow gucken. Die eine Frau erinnert mich an einer Frau aus meinem Strickkreis von früher gepaart mit einer Freundin aus Baden-Baden- von der einen mehr das Aussehen und von der anderen die Art. Ich habe ein neues Baby-Projekt und versuche anhand einer Youtube-Anleitung eine Jogginghose zu häkeln. Ob das was wird?

27.11. Muss wieder einen Vorbetreuer belangen, der Bockmist gemacht hat, sonst fehlen meinem Betreuten ein Monat Leistungen und Krankenversicherungsbeiträge. Die reagieren da immer sehr empfindlich darauf. Was denken die, dass es mir egal ist, wie viele Schulden der hat oder ich dann zulasten meines Betreuten auf Geld verzichte. Wir machen das doch beruflich.

Der Typ bei der Ausländerstelle sieht leider richtig gut aus. Spanienkarte hängt an der Wand. Die Arme sind tätowiert und er interessiert sich für Snowboards, aber davon ab sieht er aus wie der Mann, der zum spanischen König gekrönt wird nachdem er irgendein Land entdeckt hat. Problem nur, ich als Königin bin ca. 40 cm größer als er. Er gefällt mir trotzdem gut und ich frage mich, ob ich ihm mal sagen soll, dass er echt gut aussieht, nur so theoretisch, bin ja verheiratet und will nichts in der echten Welt von ihm. Außerdem der Altersunterschied und der Größenunterschied wirken wie eine Schutzbarriere und lassen die Komplimente wirklich plantonisch wirken. Ich gehe mit einer frischen Fiktionsbescheinigung wieder. Die Haselnüsse von Ültje waren der Hammer. Leider gibt es sie nicht beim Edeka auf der Limmer, aber Ingwertee im Beutel.

Der arbeitslose Schriftsteller treibt sich mit Einkaufstasche herum. Auf dem Wochenmarkt ist es immer, aber unter der Woche auf der Limmer. Laaangweilig.

Haushaltsnahe Dienstleitungen kann man als Mieter von der Steuer absetzen. Guter Tipp vor allem für die Zukunft.

Noch mehr Arbeit wegarbeiten. Anruf der Klinikärztin wegen meines Faxes. Es hat gewirkt. Sie soll mit mir Rücksprache nehmen und nicht meinem Betreuten unter Druck setzen und dann auf die Betreuerin verweisen.

Der Brief der JVA, dass ich keine angemessenen Umgangston habe ist wie eine Auszeichnung. Das werde ich aufs Klo hängen. Da steht:

Ärztliche Stellungnahme

Sehr geehrte Frau A.!

Ihr „Forderungs“schreiben vom 06. Nov.2014 hat mich sehr irritiert, da Ihre Wortwahl zum Teil nicht den allgemeinen Umgangsformen außerhalb einer Justizvollzugsanstalt entspricht….

Dann weiter die Bestätigung, dass mein Betreuter „leitliniengerecht“ substituiert wird und vor allem in seinem Einvernehmen.

Schreibe gleich zurück, dass es sich um eine Nichtantwort handelt. Ich will wissen, was er bekommt und in welcher Dosierung, außerdem höre ich von meinem Betreuten das Gegenteil und außerdem habe ich eh die vorgesetzte Behörde angeschrieben.

Meine Selbstmordbetreuer schrieb mich vorgestern an wegen einer Haushaltshilfe. Habe alles organisiert und nächsten Mittwoch ist Erstgespräch. Ja, ich mache schon was und das schätze meine Leute auch, dass ich mich einsetze.

Anruf auf Französisch auf dem Handy. Lege gleich auf, weil ich denke, Belästigung, unseriös. Noch mal die Nummer mit 41er Vorwahl. Ach so, das Restaurant aus Lausanne. Tischbestätigung für unseren Hochzeitstag.

Lernbehinderte Betreute kommt außer der Reihe um Geld zu holen, wie shoppen in der Stadt und Handy aufladen. Konnte dieses Jahr nicht bei der Volkshochschule dabei sein. War letztes Jahr echt cool, das Schattenspiel. Nächstes Jahr wieder.

Fragebogen zum Versorgungsausgleich für meine Betreute ausfüllen, die sich nicht meldet. Mein Kollege macht die Scheidung und es wäre fast zur Verhängung eines Zwangsgeldes gekommen. Er weiß doch, dass ich Betreuerin bin und das alles unterschreiben kann. Das macht mir dann mehr Arbeit. Jetzt heißt es: so gut es eben geht und improvisieren bei den Antworten.

Dann zur Bank. Betreute hat Konto neu eröffnet und ich will es freischalten lassen. Ich will nur zu Frau Meier und nicht zu dem unfähigen Typ, der Teamleiter ist. Nein, dann warte ich lieber. Das muss ihm doch auch was sagen, wenn es so läuft. Heute in einem Monat läuft mein Perso ab. Muss wohl Foto machen, aber wenn das Hautbild einigermaßen aussieht und Hütchen muss wohl runter dafür.

Mein Bruder will sich einen Adams Family Flipper kaufen. Das muss unterstützt werden. Spielgeld

28.11. Morgens Ausländerstelle. Grenzübertrittsbescheinigung statt Duldung soll mir verpasst werden. So ist es doch immer, dass die sich nicht an das halten, was sie einem vorher mündlich gesagt habe. Das klingt unfreundlich und ist will es nicht und schon nicht 15 oder 30,- € zahlen für was, was ich nicht wollte. Gebe meine Anträge, die ich vorbereitet hatte, ab. Dann sollen sie erst mal darüber entscheiden. Ich gehe unverrichteter Dinge und informiere meinen Betreuten, dass ich leider nichts mitbringen konnte von der Jagd, wir zum Amtsarzt müssen, aber er erst Mal nicht abgeschoben wird. Ich sage ihm, Ausgang ungewiss. Das war der Tipp der Facharztes, bloß nichts versprechen und so tun als sei irgendwas sicher.

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Passfoto mit Hütchen. Ohne sehe ich noch mehr verkleidet aus. Irgendwie sagt mir der Automat, dass das Foto nicht taugt. Mal sehen, ob das klappt.

Jetzt ist erst mal Schweiz- und Hochzeitsreise angesagt.