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Männerland-Hannover und Frauenleiden-Hannover

27.06. Früh wach und wieder packen (was soll alles mit nach Italien, braucht es die 30 Hütchen) irgendwie schaffe ich es nicht das nennenswert zu reduzieren und basteln. Was in Berlin ein alter Hut ist, ist in Linden heute eine Premiere. Hofflohmarkt, Andrea macht auch mit mit ihrem Laden, aber ich habe keinen Bock die Wohnung zu verlassen. Hätte selber machen sollen mit Larissa und Sabine. Stephan holt groß vom Markt Obst und Gemüse und ich koche Linseneintopf mit Curry und Kokosmilch.

Stephan will Morgen zu Hartmut El Kurdi. Ich komme mir vor wie eine Stalkerin und kenne seine Texte ja. Andererseits wenn er diese unsägliche Fritz Oblong Show übernimmt, wäre das klasse.

Mache Hütchen, eines mit Minion-Figur (Aufkleber, die ich mir in Bayreuth am Kiosk vom HBF gekauft hatte für 60 Cent zusammen mit der Taz für Stephan), nachdem er mir den geilen Trailer für den Film gezeigt hat. Ich muss da rein, vielleicht gleich zum Start am 2. Sie dienen immer einem bösen Herrn und einen zu finden ist leicht, aber nicht ihn zu behalten. Dann die lustigen Sterbeszenen mit Tyrannosaurus Rex, Dracula, dem man zum Geburtstag gratuliert und die Gardine aufreißt und er zerfällt zu Staub, der Pyramide, die man falsch aufstellt, auf die Spitze, weil der Plan falsch hing, Napoleon wird ausversehen in den Kopf geschossen und das alles begleitet von „Oouooh“ Kommentaren der Minions. Dann auf dem Boot und der Gefräßige sieht die anderen als Bananen mit spitzen gelben Köpfen. Ich muss da rein. Dann noch ein Hütchen mit den Schildkröten aus dem Malteser Laden in Berlin. Das ziehe ich abends gleich an. Ja, die Farben sind gedeckt (Stephans Kritikpunkt). Auf dem Weg allerdings passende Plakat in der Kröpkestation:

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Muss mich richtig überwinden zur Modenschau zu fahren. Mache ich nur, damit ich Suki weiter anfassen darf. In der Bahn häkele ich vor mich hin, man sieht schon wer da alles hin will. Dünne Mädels, unbequeme Schuhe oder welche mit dicken Schaumstoffsohlen. Mixen sich Alkopops selber mit Brausepulver oder sind Türkinnen mit O-Beinen und der Macker dazu kriegt die Arme vor lauter Kraft nicht an den Körper. Die steigen nicht Krügerskamp aus, welche Überraschung. Ach war das schön als hier Expo war, denke ich mir in Rentnermanier. Sie haben mit Neonbändern dekoriert. Es gibt Chari-Tea mit Vodka, man muss was abtrinken aus der Flasche und dann wird aufgefüllt. Die Bestuhlung ist alles „reserviert“ und die meisten stehen dumm herum, aber ich kann heute schlecht stehen, musste schon Bequemlichkeitsschuhe anzeigen. Ist irgendwie wie in der Bahn mit Bahn Comfort ggfs. freigeben. Setze mich. Die jungen Dinger haben Ersatzschuhe dabei, wie vernünftig. So vernünftig war ich früher nie. Vor mir unsympathisches Paar, die einen Typen weggejagt haben, der aber auch schwierig wirkte und gleich eine junge Helferin herbei rief um seine Interessen durchzusetzen. Sie dreht sich um und will Aufkleber mit mir tauschen. Ich sieze sie (Zeichen für unsympathisch finden). Nein, meine sind geiler als ihre und ich will nicht tauschen, habe auch keine doppelt, will auch nicht Panini spielen, sie soll sich wieder umdrehen. Ich kenne keinen nur eine Frau von früher. Sie sitzt uns gegenüber. Hat einen Freund von uns geheiratet nach 8 oder 10 Jahren, hatten schon 3 Kinder und ihn am Tag danach für den Trauzeugen sitzen lassen. Die Alte sieht nach 7 Kindern und 20 Jahren noch unverändert aus. Das nötigt mir Bewunderung ab, andererseits weiß ich, was sie für einen Dachschaden hat und sie sitzt ohne Gefühlsregung da, neben einem neuen Typen, nehme ich an. Hatte mich neulich schon erschrocken als ich ihr nach vielen Jahren vor der Bürotür über den Weg gelaufen war. Es geht los. 19 „Kollektionen“. Die Streetware finde ich überwiegend scheiße. T-Shirt Mode. Der zweite Auftritt ist ganz schlimm. Stoffbahnen in Falten herandrapiert und die Models gehen fast nackt und man merkt ihnen an, wie unwohl sie sich in den Sachen fühlen. Man merkt auch, wer von wem abgeguckt hat in der Klasse. Ein bisschen Falten und Formen verändern durch eine Kapuze an einer falschen Stelle, ein Bein abschneiden und dann Jesuslatschen dazu. Es gibt aber auch schöne Ideen und zum Teil gute Musik und gute Typen. Ein Jamaikaner ist mein Favorit unter den Models. Der sieht spitze aus, etwas älter, jedenfalls schon leicht ergraut, dünner Körper, lange Glieder, schöner Bauch, schöner Bauchnabel, läuft gut. Alle anderen flippen aus bei einer alten, grauhaarigen Frau. Die kann man nackt in der Oper sehen. Da macht sie Statist oder hat es getan für Calixto, eine Wagnerinszenierung war es. Auch ein Prof läuft mit. Das kommt gut, mal andere Typen dazwischen zu streuen. Das macht Kontrast und unterstreicht die eigentlichen Models. Das wird zu wenig gemacht, in Mode allgemein. Zu Screaming Jay Hawkins „I put a spell on you“ wird graue Wäsche gezeigt. Die Sachen sind gut, auch das grauhaarige Modell läuft mit. Die Designerin bekommt später einen Sonderpreis. Sie selber hat eine Venus von Willendorf Figur. Leider hat sie nicht ein Modell mit ihren Köpermaßen laufen lassen. Hätte sie gut selber machen können. Auch mal große runde Brüste und nicht nur kleine Tittchen. Kann man auch mal zeigen, etwas Vielfalt. Was ich noch nicht gesehen habe ist Männer, mittleren Alters mit Platte, d.h. Männer fallen gerne Mitte dreißig schon die Haare aus, genauso wie Frauen, auch mit Anfang 20, gerne schon Cellulite haben. So sehen menschliche Körper aus. Wenn man das gar nicht mag für Modepräsentation, rate ich zu Puppen und gepolsterten Bügeln. Den Publikumspreis aus der ersten Runde gewinnen zwei, die ich auch gewählt habe im zweiten Durchgang. Die machen abgewandelte Matrosenmode (mit Witz und gut umgesetzt) und etwas Fluch der Karibik, mit Knöpfen dekorierte Kragen und Manschetten. Das ganze darf sich auch Kollektion nennen. Bin ich sehr mit einverstanden. Die den Hauptpreis bekommt hat auch gut gearbeitet, eine Asiatin, die Rührung vortäuscht und sich immer wieder an die Augen fasst, die aber trocken sind nur damit sie vor Rührung nichts sagen muss. Ich muss sofort aufs Klo, obwohl man raus soll für den Umbau. Steffi lotst mich. Die Spiegelplätze sind alle besetzt, aber die Kabinen leer. Unfassbar. Ich blute aus wie eine abgestochene Sau. Auf dem Weg dorthin habe ich irgendwie gedacht, vielleicht lande ich auch im Krankenhaus, wenn das literweise raus kommt und mir die Beine runter läuft und ich in einer Blutpfütze da stehe, aber so schlimm ist es wohl nicht. Die Neonschnüre sind nach oben gebunden wir Quallen. Schöne Idee. Erst mal Sushi, die Plastikteller wischen wir sauber für künftige Hütchen, Stephan noch gewissenhafter als ich. Wir bleiben noch, die Musik wird schlechter. Soll er noch mal die Playlist der Modenschau spielen, da waren gute Sachen dabei wie „warm, Leatherette“. Wir sitzen draußen. Ich trinke Vodka mit Roibusch Tee. Der Alkohol betäubt. Ich lerne einen Kollegen von Steffi kennen, der mein Outfit mag. Ist alles Trödel sage ich ihn. Sein Hemd hat über 900,- € gekostet, wie mir Steffi am nächsten Tag verrät. Sah man aber nicht. Er hat Jack Russel Hunde, die aber nicht in eine Tasche gehen. So was gibt es eigentlich nicht, das ein Hund das nicht macht, aber wenn er meint dann macht er es natürlich nicht. Ich stehe an der Tanzfläche und schaue mir das Treiben an und keine Ahnung warum ich daran denken muss, sage zu Stephan, wie sehr ich mich über die Lichtinstallation im Weißen Haus gefreut habe in den Regenbogenfarben. Wie geil das aussah und wie cool von Obama, dass er so seine Befürwortung der Gerichtsentscheidung demonstriert und was hat der für geile Veranstaltungstechniker, die ihm so was auf die Schnelle bauen können.

Steffi telefoniert. Sie sieht richtig gut aus in meinem hellblauen, kurzärmeligen Wollkleid, was sie modifiziert hat passend zur Veranstaltung mit einem Neonband, doppelreihig unten am Saum mit Schleife. Ja, sie ist modisch ganz weit vorne und war es schon immer. Ich sehe sie so gerne in meinen Sachen. Das ist toll, wie Erweiterung meiner eigenen Möglichkeiten. Ich habe die Sachen nicht mehr, aber doch noch. Stephan und ich machen Witze: Ist es Suki und sie soll eine Dose Rinti mitbringen? Der hätte ne SMS geschrieben. Es war Jan. Ihre Professorin sagt mir vorwurfsvoll, dass sie mich immer sieht, jeden zweiten Tag auf dem Rad und in der Kestnergesellschaft und ich würde sie immer ignorieren. Die gibt sich ganz schön die Blöße, dass sie das offenbar so stört. Ich habe sie echt nicht wiedererkannt von früher (aufgrund medizinischer Einschnitten, die das Aussehen verändert haben) und jetzt weiß ich, wie sie ausschaut. Ich muss allerdings sagen, dass modisch sich zu kleiden nicht unbedingt zu ihren Stärken gehört. Ich weiß nicht, was sie so drauf hat, aber die Pluderhose mit den goldenen Alibaba-Schuhen wäre noch gegangen, meinetwegen auch mit der Kaffeetasche am Haarreif (etwas platt), aber spätestens das T-Shirt mit Renaissancegesicht darauf und die Hip Hop Kette mit ihrem Namen, die sie bestimmt von einem Schüler bekommen hat, machen es echt beliebig. Überhaupt sehen hier etliche lächerlich verkleidet aus, wie zum Fasching und das aus meinem Mund. Auch diejenigen die sprechen nach der Modenschau sind alle peinlich, durch die Bank, nicht nur Mehmet, der sich verhaspelt und immer auf dem Schlauch steht. Sponsorinnen, die gefragt werden, was ihnen am besten gefallen hat und denen außer „alles“ nichts einfällt und auch die vermeintlich eloquente Männer der Hochschule langweilen ohne Ende, freie Rede ist nicht unbedingt auch gute Rede. Welche Qualitäten muss man für diese Professionen haben? Der Dekan sagt alle hätten nur an den Bachelor gedacht und ich dachte, was, die RTL-Serie hat die so mitgenommen. Bin hier auch old school was akademische Bildung und die Bezeichnung der Abschlüsse anbelangt. Stephan fragt dann, wo die Absolventen jetzt alle anfangen, bei Kik? Das ist fies, trifft die Sache aber ziemlich. Wir fahren mit Steffi zurück, das Auto macht komische Geräusche. Ja, sie soll Stephan lieber die Tipps für Neapel geben, ich bin gar nicht für die Reiseleitung zuständig und für Mode, die andere gemacht haben, interessiert er sich auch tendenziell mehr für als ich. Sieht man nicht, ist aber so. Die Hunde kläffen bei der Ankunft die ganze Straße zusammen begleitet von „Aus-“ und „Schluss“-rufen des Lebensgefährten.

Ich würde gerne vollgeblutetes Papier laminieren für Schmuck, aber die schöne knallige Farbe geht leider raus.

28.06. Zu früh wach, aber die Sonne scheint. Heute will ich unterwegs sein, werde Steffi späten Nachmittag vorschlagen zum kreativen vor sich hin arbeiten und heute Abend vielleicht draußen was zusammen essen. Stephan geht zu Asian Dub Foundation. Erst mal eine Runde Schmuck machen. Will noch zwei Ketten für Italien, das kleine Messer und eine in den italienischen Farben, aber krass oder doch lieber Hut, das grüne Krokodil steht schon fest.

Etwas Sonne zum Vorbräunen für den Urlaub. Ich würde Stephan modeln lassen und er müsste was tragen, wo man seinen Hintern sieht, wie bei den Frauen gestern. Tanga und zu kurzen Rock.

Pfannkuchen mit Salzbutter und frischen Erdbeeren. Wie lecker ist das denn! Wertvollste Lektion meiner Oma, dass man ranzige oder in meinem Fall alte Butter noch total prima für Pfannkuchen verwenden kann. Da hat sie wieder richtig Aroma und alles. Meine Mutter war Sparfuchs hat früher immer Lebensmittelangebote genutzt und wenn die Butter beim Meisterkauf im Angebot war, hat sie eingekauft wie Loriot und eingefroren und die Putzfrau hat den Stecker gezogen und wir waren in den USA. Da war ich als Kind aufmerksam, was meine Oma gesagt und in die Tat umgesetzt hat.

Ich muss keinen Hofflohmarkt oder heute Hainholzflohmarkt besuchen. Ich habe so viel Kram. Ich schreibe Heike, ich kann Flohmarkt in der eigenen Wohnung machen indem ich die Schränke aufmache und schaue, was ich da alles reingestopft habe und das ist bestimmt mindestens so gut, wie das was ich auswärts finden würde. Ich rate Heike auch mit dem Lesen der Texte abzuwarten bis Stephan ca. 2-5 Tage nach der Veröffentlichung den Text liest und ich die Fehler ausmerze, zumindest einen Teil davon. Lektorat quasi.

Regelbeschwerden und die erste Schmerztablette. Keine Lust mich zu bewegen, sehe schwarz für den Urlaub und Badeanzug geht gar nicht in meinem Zustand. Lachen hilft. Tresen-Yoga Titanic, wie man Körper. Alkohol und Geist in Harmonie bringt und optimiert und verschiedene Stufen der Bewusstlosigkeit erreicht, Koma, Hausverbot. Stephan liest es mir vor und ich kriege mich nicht mehr ein. 1. Stufe: nüchtern am Tresen, beide Arme hängen locker von den Schultern herunter. Einen Punkt im Gesicht des Wirtes fixieren und ein Bier und einen Schnaps bestellen. Dann Happy Hour, beide Arme rudern und bestellen weitere Getränke bis hin zu flach auf dem Bauch vor der Kneipe liegen, die Arme ausgebreitet und der Kopf Richtung Straße. Oberkörper anheben und versuchen Passanten auf sich aufmerksam zu machen und das dann wiederholen bis es wirkt. Gut gesehen und ich mich an früher denken, die Glockseefotos von Bierleichen, die in abartigen Haltungen auf der Tanzfläche liegen, auf dem Tresen schlafen oder über Heizkörper drapiert sind. Lustig war auch wie fortschrittlich die Bahn ist, weil das Essen im ICE Bordrestaurant schon seit Jahren aus dem 3-D Drucker kommt. Lecker Krustenbraten mit angeschmorten Plastikgeschmack, aber saftig. Stephan sagt ich soll zum Arzt gehen, aber der kann nur Hormone verabreichen und das will ich ja nicht. Ist für mich zu unberechenbar. Die jetzigen Anfälle sind besser zu berechnen.

Gestern hatte mich schon über einen alten Gary Larson gefreut als Antwort auf Winnetou:

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Zwinge mich zur Bürgerschule. Die Mitbewohnerin hat die Fahrradstelleplätze mit Kies aufgeschüttet, also ich mag es nicht. Alles muss selber gemacht werden. Ich hätte das lieber von Markus schön pflastern lassen. Immer muss es billig sein, man läuft schlecht darauf und für die Schuhe ist es auch kacke. Irgendwie werde ich nie gefragt, halt Aktionismus und zahlen muss ich auch dafür (da würde Steffi sich aufregen). Ich rege mich über das Ergebnis auf, was ich nicht haben will. Finnisage, kurze Sache, der Typ hat einen ganz guten Strich, die Kuli-Zeichnungen gefallen mir auch am besten. Er hat welche, die auch meine Favoriten gewesen wären, schon verkauft. Auf dem Rückweg ein herrenloser schwarz-weißer Jagdhund auf der Brücke zur Nordstadt. Der war Stephan schon auf dem Hinweg aufgefallen. Er schließt sich immer wieder Menschen an. Eine Mutter mit Kinderwagen und Begleitung. Neues Schuhgeschäft hat gleich einen Tag, das man das hier nicht gebrauchen kann und andere Sorgen hat. Das finde ich echt kleinkariert und wenn man andere Sorgen hat, dürfen sich andere deswegen keine Schuhe kaufen? Genau wie diese Anti-DLH Plakate, dass die Versuchstiere transportieren. Dieses moralisierende, zu Boykott aufrufende hat immer so was: kauft nicht bei Juden, auch wenn es aus der anderen politischen Ecke kommt. Dieser Anwalt verteidigt einen Vergewaltiger usw.

Hey, die TV-Spielfilm hat es nicht verstanden. Die Minions waren keine Stars aus „Ich – einfach unverbesserlich“ sondern Nebenfiguren, wie Drus Mutter oder der Erfinder. Die Schmerztablette wirkt nicht und der Film mit den Minions als Nebendarsteller läuft im Fernsehen.

Ich häkele vor mich hin und Steffi paust einen Tiger ab. „Sieht böse aus, sieht nicht aus wie Kinderbuch“ ist ihr Kommentar und meiner „Gähn“ auf mein Projekt bezogen. Das Empress of Dallas Kleid aus den USA steht ihr beängstigend gut und sie hat den passenden Blazer, der aussieht als würde er dazu gehören, dann Zweiteiler und eh perfekt. Nein, nicht bedrückend, erstaunlich immer wieder, wie unterschiedlich die Trödelkleider an uns ausschauen. Angeblich kann sie keine Falten, das stimmt aber definitiv nicht.

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Das benachbarte Bauprojekt hat kleine Risse entstehen lassen über der Tür des Schlafzimmers. Ihr Freund musste ab morgens früh arbeiten und wir geben das Bett frei und verlegen uns ins Wohnzimmer. Sie zeigt mir ein Modeheft und da ist genau die Streetware-Jesuslatschen-Mode zu sehen, die in der FH gezeigt wurde, also ich scheine mich mit dem Thema, was gerade angesagt ist und als modisch zählt, nicht auszukennen. Muss ich auch nicht. Ich bin die Sonne und kenne mich nur mit BM aus. Immer wieder flucht sie und es herrscht viel Stille und die Stifte sind leer. Dann Mr. Thang. Jan kommt vorbei mit seinem eleganten Whippet, schwarz. Suki ist so viel kleiner wundere ich mich und werde als Non-Checker entlarvt, weil Whippet und italienisches Windspiel verschiedene Rassen sind. Hunderennbahn in Hildesheim, muss man Rennschein machen und in Hannover ist mehr Milieupublikum (Prostitution). Das ist doch super, soll sich der Besitzer einen Pelz mit Fuchskragen besorgen und ich wette auf seinen Hund.

Ich fühle mich heute in etwa so modisch (die Neapeltasche zur Probe).

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29.06. Montag werde ich nicht früh wach, wie am Wochenende, sondern der Wecker weckt mich brutal und ich könnte noch weiter pennen. Ich habe irgendwie von einem Essen geträumt bei der VHV, große Gruppe, eher Büro essen und ich erzähle, dass ich morgens einen Gerichtstermin hatte und die VHV auf der Gegenseite war (Gegenseite darf ich ja erzählen und ich hätte gewonnen). Jasmin sagt, dass sei hier nicht unbemerkt geblieben und die würden mich komisch anschauen. Irgendeiner ist mit einer ganz kleinen Frau zusammen. Das fällt dann erst auf der Straße richtig auf beim zum Bus laufen, sie ist nur kniehoch und ich frage mich, was das für eine Art von Behinderung sein soll und das es aber offenbar schon eine ist, wenn das so krass ist. Stephan erzählt morgens vom Konzert, was wohl erst nach 22 Uhr angefangen hat. da war ich schon im Bett. Movits seien fast so tanzbar gewesen wie die mexikanische Band lese ich in der Haz.

Meine Betreute ist unterwegs als wir kommen und wir setzen uns in den Innenhof. Sie lässt sich Handcreme und ein Bibelbuch mitbringen. Der neue Stationsarzt und die mir bekannte Sozialarbeiterin. Wir zicken uns an. Frau Afrika kann wieder arbeiten und hat eine rosige Zukunft vor sich, so der Arzt. Sie ist so kreativ, muss nur stabil bleiben. Lehnt dann aber im weiteren Gespräch leider die Ergotherapie ab, will nur im Zimmer sein und die Kirchenmitglieder sehen (bei einem religiösen Wahn bin ich misstrauisch und es gefällt mir nicht, was ich höre, aber die anderen hören es nicht). Will Integrationskurs machen. Hatte ich alles schon beantragt, hätte dafür in die Königstraße gehen müssen und sie hat den Termin abgesagt. Sie braucht mich nicht und gleichzeitig ich soll aber den Arzttermin für sie ausmachen und den Krankenschein vom Sozialamt abholen. Die lassen sich ganz schön verarschen von der Guten. Sie sagt: ja gut, Spritze, aber ich spüre, dass sie nicht überzeugt ist und es nicht lange anhalten wird. Zumindest bis nach meinem Urlaub, weil 1. Spritze wird sie nehmen, ist auch die Meinung der Frau von Frauenwohnheim. Eine Musterschülerin von Ihnen, die den Marathon mitlaufen wollte, ist abgeklappt und hat sie nicht mehr erkannt. Ist schon 8 Monate hier. Die Zimmer seien gar nicht eingerichtet, hier könne man nicht gesund werden, sagt die Sozialarbeiterin. Fahrrad in der Bahn. Um 14:36 los in Langenhagen und um 14:59 Allerweg. Gut gemacht. Gerichtspost geholt. Frau von früher getroffen, war Uni-Sekretärin und ist dann schon in meinem Referendariat Rechtspflegerin geworden. Sie bewundert immer meine Outfits und will mich für ihre 14-jährige Tochter fotografieren um der zu zeigen, wenn man kreativ sein will, muss man auch basteln und nicht nur zeichnen.

Postkarte in die Schweiz, Ritterrüstung für Frederik, nachträglich. Ständig ändern sie die Frankierung. Statt 75 kostet eine internationale Postkarte jetzt 80 Cent. Mir fehlt 1 Cent. Will Briefmarke im Automaten kaufen, geht nicht. Neuer Postmitarbeiter schenkt mir zwei 2 Cent Marken mit Werbung für Postbank. Auch gut. Viel Post. Verwaltungsrichterin will, dass ich neuen Vordruck für PKH ausfülle. Fühle mich verarscht und rufe da an.

Der Freund des Kollegen im Büro. Will nicht in Wunstorf bleiben, ist traumatisiert durch die Fixierung, dass er sich mit einem Kugelschreiber in den Arm gehakt hat, das sei nicht so schlimm, die anderen würden sich ritzen und drogeninduzierte Psychose, er sei kein Junkie, er will lieber in eine Klinik nach Lübeck, ans Meer, sich über seine Beziehungen unterhalten. 6-Wochen-Beschluss ist kein Ponyhof und er ist mir so ein bisschen wenig selbstkritisch bei dem Ganzen. Eine Teenagertochter einer Mandantin –ohne Termin – wartet auf mich um 10,- € einzuzahlen. Die Mutter braucht dringend einen Termin bei mir (die ist auch psychisch krank). Ich sage Sport ab. Zu unappetitlich unten herum. Weder Bock auf Yoga noch auf Trampolin. Ich könnte 24/7 auf dem Bidet sitzen und mache mir um die anstehende Reise Gedanken/Sorgen, ob das so geil wird in meinem Zustand und wie lange das noch anhält. Werde ich immer vor Reisen krank und das sei nicht krank, sondern ein natürlicher Vorgang beruhigt mich Stephan, aber so natürlich finde ich das nicht mehr, aber unten zunähen geht auch nicht.

Der Hausarzt von Herrn Minus will die ambulante psychiatrische Pflege verordnen und sieht es genauso wie ich. Hatte morgens mit dem Richter telefoniert, der mich bestärkt hat und dann mit der Steuerung (netter Typ, meldet sich Mittwoch wieder). Die Ärztin will ich gar nicht mehr sprechen nur ihren Vorgesetzten oder irgendjemand von der übergeordneten Stelle für Gemeindepsychiatrie, den Nachfolger von Herrn Schlieckau, wen auch immer.

Es gibt Pasta mit einer Soße aus Ochsenherzen und Fenchel mit Butter und Chili und Wallnusssalami aus Bayreuth. Geht auch das Foto von mir als Hund geschminkt im Wiener Fasching für die Goldene Theaterkarte. Wie flexibel ist das Schauspielhaus. Finde meine Augenentzündung auch langsam deprimierend. Detlef ist zu Besuch. Wie findet er das Teer- und Schwefelshampoo, was Stephan geschenkt bekommen hat. Das rieche nach Teebaumöl, aber noch fieser. Detlef kennt sich mit Zahnpasta aus und probiert gerne ausländische Sorten. Steffi schickt mir email mit dem Einbandentwurf für das Schulbuch bei dem es um Zahlen geht und wie man Kindern durch eine spannende Geschichte um eine Vergrößerungsmaschine das Rechnen schmackhaft machen kann. Mir gefällt der Entwurf total. Grafisch gut gemacht und ansprechend und lässt viel Raum für die Phantasie. Ich hefte Seepferdchen auf Häkeltürme und bin aber wenig unterhaltsam und gehe um 21:30 Uhr ins Bett. Schön Wolldecke auf die Haut um den Bauch und dann immer wieder wach und die kratzt auch. Irgendwann geht Detlef. Da hätte ich mal ein Ibuprofen nehmen sollen. Das tue ich dann als Stephan ins Bett kommt.

30.06. Traum: Besuch bei Verwandten (in Amerika). ich soll immer erklären, wer ich bin (die Tochter von…)., die Frau stellt mir ihre Töchter vor und sagt, beide seien Single und ich sage, ich sei verheiratet und beschreibe Stephan. Ist kräftig gebaut und trägt mittlerweile eine Brille. Hat verschobene Wahrnehmung und denkt immer er sei viel kleiner und schmächtiger. Ruf ihn und als er in den Raum mit Frauen kommt, lachen alle. Ich telefoniere bei Marc und Jasmin und beschimpfe die Gegenseite am Telefon. Die Psychologin bei uns aus dem Büro sitzt vor mir und lächelt und hört aufmerksam zu. Ich gehe raus und verfriemele dabei das Telefonkabel, was an der Treppe in einer Leiste befestigt ist und es ist viel kürzer. Ich versuche das zu korrigieren und kriege es natürlich nicht wieder so hin. Da wird Marc schimpfen. Ist auf einmal das Haus von Marc und Jasmin. Ich bin ganz früh eingeschlafen. Wir wollten noch eine lange Reise in ein Sternerestaurant antreten. War ich denn mit, will ich am nächsten Tag wissen und die Antwort lautet ja. Ich kann mich an nichts erinnern und es hat aber 500 pro Person gekostet. So, jetzt weiß ich, dass sich das nicht mehr lohnt für mich. Meine Eltern haben bei uns geschlafen und können hier frühstücken. Ich habe das Toast offen gelassen und Stephan hat eine ganze Tüte voller Brötchen gekauft, Käsebrötchen und Laugen. Die sind alt und müssen weggeschmissen werden. Meine Familie, Johannes ist auch da mit Familie, will sie essen. Ja, aber dann auftoasten. Kann man hier machen und alles im Kühlschrank darf gegessen werden. Mache ihn auf und da stehen lauter Tassen mit ominösen Flüssigkeiten drin u.a. trübe Flüssigkeit mit weißen Samen wie Froschlaich. Das schmeiße ich mal weg. Das ist ja eklig. Werde wach. Fühle mich nach einer Nacht der Schmerzen nicht gut ausgeschlafen.

Stefanie hat die schwerste Prüfung hinter sich gebracht und es ist gut gelaufen. Ich freue mich. Der Supermarkträuber wird von Holger verteidigt. Der war auch immer im Nordbayerischen Kurier in den Schlagzeilen und pendelte wohl wie wir zwischen Hannover und Oberfranken. Die haben mit Handyüberwachung gearbeitet und Armut war das Motiv. Er musste seine Familie unterstützen und hat sich selber nichts gegönnt und wohl nicht mal im billigsten Hotel übernachtet, sondern im Auto.

Der Kollege hat ein Bild aus der Psychiatrie geschenkt bekommen mit Zahnpasta gemalt. Ja, das hat was. Später Bagels für den Kollegen besorgen, der einen ausgeben will, aber dann noch was zu erledigen hat. 10 vor mir in der Schlange. Dauert eine geschlagene halbe Stunde. Bin ich seine Sekretärin? Gepflegte Schwule, denen gefällt, dass der Energieanbieter ihnen ein persönliches Dankeschön schickt, dann darf es ruhig etwas Mehr kosten, das ist es ihm wert und sie werden im Alter anspruchsvoller, wie sie sich wechselseitig bestätigen und das Wasser muss schmecken. Er muss es Frau Weißwein noch mal sagen und es wird ihr nicht gefallen, dass ihm ihr Wasser nicht schmeckt. Oh Mann, ich muss mensig und in den Wechseljahren sein. Ich halte es kaum aus und bekomme Tourette von so was. Der Inhaber schneidet die Bagels nicht in Viertel mit seinem Beil, sonst drückt er den Belag raus. Wir sollen abbeißen, das sei wie Küssen. Quittung haben sie auch nicht. ES IST EIN MARKTSTAND werde ich dem Kollegen erklären, was erwartet er. Herrgott noch Mal. Ich muss mich zusammen reißen mich mit dazu zu setzen und koche wieder über. Mir habe ich Bananen gekauft wegen der Minions glaube ich: „Banana“ muss ich immer denken.

Nachmittags Insolvenzverfahren und 30 Faxe. Das kostet die letzte Kraft. 5 gehen nicht durch. Ganz guter Schnitt. Die blöde Betreute hat immer noch keinen Hundeführerschein und es der letzte Tag des Monats. Warum ich sie da so unter Druck setze. Sie kann mit Hunden umgehen. Mir ist der Lappen doch wumpe. Weil sie es selber gesagt hat, dass sie es im Juni macht und ihr jeden Monat ca. 50,- € Hundebudget durch die Lappen gehen von denen sie die verdammte Hundesteuer zahlen könnte Herrgott noch mal.

Sonst geht es um Safranwasser und andere persische Getränke bei Elisabeth und heute im Ahoi Brause und Zahnfleischbluten. Sie lässt eine Tüte da, obwohl sie schon einmal zurück gekommen war und ich sie ihr in die Hand gedrückt hatte, aber darin waren nur leere Verpackungen, Vomex A und ein großes Büschel blondierte Haare. Skalp? Schamhaartoupet. Ich mag die Tüte. Die Steuermitarbeiterin hatte sich nicht getraut rein zu schauen.

Die Nachbarin deren Tochter gestern für sie gewartet hat ist durch den Wind. Immobilienverkauf am 02.02. Nicht umgesetzt, Notar gepennt und dann Poststreik, jetzt Schufa-Eintrag und Dispo soll gekündigt werden. Kann die Anwältin da was machen?

Stephan gibt mir den Tipp, falls er mal zu der Jahreszeit im Sterben liegt, ruhig ein Schälchen Himbeeren vorbei bringen. Die Nachbarin kommt bei meiner Tante vorbei als wir telefonieren, hat eingekauft, hoffentlich Vanilleeis. Nach dem Durchfall und vor der anstehenden Zahnversorgung. Sie lacht. Ja, ich bin wie sie unverwüstlich. Sie hat auch immer viel geblutet, dann wurde in England die Gebärmutter entfernt. Im Alter sei es so, dass man an Lapalien zugrunde geht, die eigentlich nebensächlich sind. Der Armbruch spielt bei ihr keine Rolle mehr. Abends denke ich dann, dieses alt werden ist dann richtig krass, Wechseljahre quasi piece of cake. Da spricht dann keiner mehr von.

Während ich mir morgens eingebildet habe, das Blut wird heller und es schleicht sich aus, stelle ich am Nachmittag fest, dass ich wieder alles knallrot vollgeblutet habe. Nach Sport ist mir nicht zu Mute und Suki versuche ich auch los zu werden. Doch lieber zum Arzt, aber was kann der schon machen? Mich zunähen? Ich suche langsam nach schuldigen? Sex und damit mein Mann? Sunla, weil sie mir die Binden geschickt hat, die ich haben wollte.

Abends die Reise ins Glück 20 Minuten schauen. Mir ist kalt und ich habe 37,2 °. Schmerztablette und eine Folge Kunst und Krempel bis sie wirkt. Dann muss ich alle 15 Minuten auf die Toilette und es kommt kaum was. Blasenentzündung? Schmerzen die ganze Nacht und keinen Schlaf, nur Stiche im Unterleib. Schmerzmittel wirkt nicht. Hölle. Aber weniger Blut. Das ändert sich dann morgens wieder.

01.07. Verlasse die Wohnung grußlos als die Zweitfrau kommt. Herr Yoga, Eltern wollen Haus aus der Zwangsversteigerung in Kirchrode kaufen. Er kann nicht in Sozialwohnung ziehen, vorher springt er vom Balkon.

Termin bei TCM-Ärztin, verspricht die Blutung vor dem Urlaub in den Griff zu bekommen, sonst nadeln. Habe Freitag gleich Folgetermin. Hormone verschieben alles nach hinten. Wechseljahre machen Hormonschwankungen und durch Zugabe wird das ausgeglichen, aber dem Körper wird simuliert, er sei nicht in den Wechseljahren und dann wird dann verschoben, aber irgendwann muss man durch und ich will durch wegen meiner Gärten im Unterleib, also Zähne zusammen beißen.

Frau Pflanzenableger, die das Bett bekommen soll rufe ich an. Ob der Kefir auch geschwefelte Trockenfrüchte verträgt. Es muss Bio sein, warum denn das? Weil er ist doch so klein, viel kleiner als ein Mensch und die Giftstoffe und am besten sind getrocknete Feigen. Die würde ich im Laden für arabische Lebensmittel kaufen. Ich kann meinen nicht mehr sehen und die sind unkaputtbar und wachsen wie Hulle. Die vertragen alles, nur ich das Zeug nicht.

Nachmittags eine Betreute, die zu meinen ersten gehört, sie hat eine quadratische Figur und mittlerweile graue, kurze Haare und die ich so gut wie nie sehe. Sie will nach 6 Jahren die Tagesstätte kündigen zum 17.07. Immer muss sie kochen und eine Teilnehmerin hat einen Löffel von ihrem Pudding gegessen und den Rest weggestellt. Sie hat sie dann gefragt, ob es nicht geschmeckt hätte und die Antwort war, sie sei satt. Da macht man alles frisch und es wird in die Tonne geworfen, außerdem sei satt eine schlechte Ausrede. Die anderen seien unhygienisch und benutzten ein Handtuch zum Hände abtrocknen und für das Geschirr. Das gehe doch nicht. Sie sei 50 und weiß wie das alles geht, braucht keine Zettel auf denen steht was man zu tun habe und die Arbeit bleibe an ihr hängen. Es würde sie nur noch runter ziehen. Die Spritze wird von 4 auf 5 Wochen verlängert. Ich sage, dass es ihre Entscheidung sei, aber ich hoffe, dass sie sich dann bei mir meldet, wenn es ihr nicht gut geht. Das hat sonst die Tagesstätte gemacht, weil es ihr dann auch so schlecht gehen kann, dass auch Melden schwierig wird und ambulant betreutes Wohnen will sie auch nicht. Dann gibt es nur mich. Sie sei stabil. Mich kann sie auch los werden. Da lacht sie, „nein, mit Ihnen habe ich einen guten Fang gemacht“.

Schadensfall mit der VHV, auch wenn ich da neulich essen war, will ich bezahlt werden (Unterschrift auf dem Klo quasi). Die Frau des Betreuten, die Mandantin ist hat mir gestern 2 kleine Torten von Efendi Bey vorbeigebracht für mich und meinen Mann als sie den Scheck über 3.500 abgeholt hat.

Frau aus Lehrte ist im Krankenhaus, 100 m von der Wohnung entfernt. Die Blutzuckerwerte sind entgleist.

Stephan spiel Ping Pong und ich habe Fenchelgemüse gemacht und einen Salat. Sabine ruft an, aber 11 A geht nicht. Bin unpässlich. Stephan kommt dann nach Hause. Die ganze Woche begleitet mich das Lied von Screamin Jay Hawkings.

Dreieckstuch aus Mohair/Poly für die kalte Jahreszeit, irgendwie Muster leicht verbockt, aber nur leicht und aufribbeln geht auch nicht bei der Wolle. Ich werde besser und dann Weihnachtsgeschenke für alle.

Schmerzen und Hitze, kann nicht schlafen. 2. Schmerztablette, wirkt auch nicht. Stephan will verständlicherweise keine Berührung zur Wolldecke bei den Temperaturen.

02.07. Irgendwann in den Morgenstunden keine Schmerzen mehr und eine Runde schlafen. Ich bin dankbar. Werde dann wach und bin voller Elan und die Stimmung ist wieder bestens. Eine Runde häkeln während die TCM-Medizin wirken soll und vor dem Kaffee. Dann duschen und Haare wachsen. Auch wenn ich noch blute, die Welt ist schön und ich sehe Licht am Ende des Tunnels. Freue mich auf das Theaterstück heute. Telefonat mit meinen Eltern. Sie wusste es nicht mit unserem Urlaub und Rick will mich an mein Istanbulversprechen erinnern. Meine Mama meint Ausschabung. Das sei nicht so schlimm. Außerdem bittet sie mich vorsichtig zu sein. Am Meer seien manchmal spitze Steine im Wasser, die man nicht sehen würde. Mama, ich bin fast 50. Das ist so süß! Mein Brief ist angekommen, den ich am 24.06. oder so losgeschickt habe. Schön Poststreik. Mein Paps ist auf Schiller, die Glocke, sein neues Lieblingszitat:

Riesengroß

Hoffnungslos

Weicht der Mensch der Götterstärke

Müßig sieht er seine Werke

Und bewundernd untergehn

Heute keine Strumpfhose. Leider blute ich noch stark, so dass ich anfange am Optimismus der Ärztin zu zweifeln, aber die Schmerzen sind fast weg und die Laune besser. Bei den Homöopathen zählte das immer mehr, wie die Energie ist.

Betreuter mit Fahrkarten, die beim Amt eingereicht werden wegen Besuche seines Sohnes in Hameln. Sie fahren jetzt zum Meer mit Niedersachsenticket, aber die Haftpflicht, die ich ihm angedreht habe und die mir mit über 100,- € auch teuer vorkommt hat gerade abgebucht. Warum wird die nicht vom Kindergeld abgezogen? Das muss dringend geprüft werden. Er war früher auch in Italien. Bambino oder so. Ja, klingt italienisch. Ja, ich habe was am Auge.

Die Frau, die immer lustig redet, hatte sich wegen Nachbarn beschwert und will sich bedanken wegen der GEZ-Befreiung, die endlich geklappt hat und die Wohnbetreuung ist eine blöde Kuh, die einfach in der Urlaub abgehauen ist, aber von dem Guten neuen aus der Tagesstätte hat sie eine Traumatherapeutin vermittelt bekommen unter meiner alten Büroadresse. Ja, wo das ist kann ich ihr gut erklären, so gut ich so was halt kann.

Doch kein italienisches Stück, sondern Chilenen. Ist ja gut, mein Mann hat Recht. Hätte halt gut gepasst für mich. Illusion wäre auch schön gewesen.

Mandant bedankt sich für Anwaltsempfehlung (Steuerstrafsache) und will jetzt noch eine Empfehlung wegen Unterhalt der Tochter. Kriegt er.

Herr Minus. Die Steuerung lehnt sich zurück, ich telefoniere denen immer hinterher. Ich will Entscheidung, rechtsmittelfähigen Bescheid. Schicke Fax. Da habe ich ganz schön mit dem Betreuungsrichter gewunken, wie mit einem Zaunpfahl, der denen Eindruck machen soll wie es juristisch läuft und der mich bestätigt hat.

Elisabeth war beim VPE (ich hatte ihr das Geld mitgegeben und nicht überwiesen, weil die sich ständig umentscheidet und wollte denen das sagen), aber Hamburgfahrt Ende des Monats ist schon voll und in Berlin müsste sie sich ein Zimmer teilen mit einem Mann. Das wird doch nichts. Auch Hamburg hätte man Zimmer teilen müssen und das fahren fast nur Männer mit und die Gruppenleiterin und die will nicht.

Ich blute ohne Ende und kriege Kreislaufprobleme und mir ist schlecht. Streiche mittags die Segel und gehe nach Hause. Muss mich aufs Bett legen. Meine Betreute (12 Uhr Termin) kam nicht und hatte die Termine verwechselt und dachte, das sei Morgen.

Zuhause liege ich auf dem Bett. Der Körper ist kalt und ich decke mich zu. Karins Mutter ist gestorben und Morgen ist die Beerdigung, aber sie fliegen trotzdem mit uns. Noch ca. einer Stunde muss kurz eingeschlafen sein. Traum: Mein Vater steht auf von einer Kirchbank hinter mir und geht nach vorne, will, dass die schlimme Orgelmusik aufhört und auf einmal ist es die Beerdigung meiner Schwester und ich sehe ihn im Gegenlicht wie er da steht und habe Angst, dass er umklappt und mir wird auch ganz anders zumute. Marc und Jasmin haben nur normales Auto, kann Stephan Ausflüge machen und ich bleibe bei Karin und hüte das Haus. Stephan will mit mir sein, aber er will auch Pompeji sehen und ich denke, es nützt nichts, wenn er verzichtet. Er kann mir dann erzählen und Fotos machen. Wenn meine Eltern Istanbul nicht mehr schaffen, kann ich sie in Bayreuth besuchen und wir erzählen. Langweilig wird es mit ihnen nie. Habe mit Zahn um den Hals geschlafen, gut die Kette hätte ich abmachen können. Um 15 Uhr wieder ins Büro. Hatte Post dabei, wo mich eine Frau von der Stadt Hannover locken will den Vergleich in einer Betreuungssache umzusetzen mit: mein Betreuter zahlt Raten und sie meine Gebühren. Denkt sie denn ich bin käuflich? Er zahlt gar nichts und ich scheiß auf die Gebühren. Gleich wieder auf 180. Stephan sagt, er habe mir schon zig mal erklärt, es sei ein guter Deal und meiner der unrechtmäßig Geld bekommen hat aufgrund eines Fehlers muss nur die Hälfte zurück zahlen, aber ich bin immer außer Rand und Band. Meine Aggression ist ein Problem.

Herr Yoga hat irgendwelchen Betrügern Geld gezahlt für einen englischen Führerschein und das klappt nicht. Hatte ich gleich gesagt, aber er hat nicht gefragt im Vorfeld, quasi Alleingang. Jetzt will er beraten werden wegen Klage und Strafanzeige. Ich kümmere mich gerade um sein Eilverfahren vor dem Sozialgericht und soll bei einem Ortstermin bei der Hausverwaltung mit dabei sein in seiner Wohnung (hat der Arzt vorgeschlagen) und will in den Urlaub. Das ist mir jetzt egal und ist vermutlich eh sinnlos.

Pflegedienst Frau Bettlägerig. Warum haben die 1.000,- € abgehoben, will Rückmeldung von seinem Chef. Geld sollte für Vorsorgevollmacht verwendet werden (Grabneugestaltung wollte sie, kostet über 600,- €) und nicht vom Pflegedienst verjuxt. Erwarte Rechtfertigung von seinem Chef, der heute auf einer Beisetzung ist. So haben wir nicht gewettet. Eine Bettlägerige braucht nicht 1.000,- €. Sie kriegt Essen auf Rädern und isst wie ein Spatz.

Herr ADHS taucht nicht auf. Morgens noch AB, dass ich ihn zurück rufen soll, aber wir hätten ja nachmittags den Termin und ich soll ihn zurück rufen. Warum, mach ich natürlich nicht, wir haben ja den Termin. Dann rufe ich an als er nicht kommt. Ist die Treppe runter gefallen und kommt gerade vom Arzt. Absage wäre halt schön gewesen. Kommt jetzt Morgen.

Bei meinem Kollegen sieht das Auge besser aus. War noch mal bei der Ärztin, es geht jetzt wohl auf. Solange es nicht hart wird und sich abkapselt. Ach ja, wie bei mir. Will ich gerade nicht hören. Auge ist nur eitel. Bauch ist wichtig, kann nicht so viele Baustellen auf einmal. Zuhause merke ich, dass Stephan mir einen neuen Schlüssel ran gemacht hat. Sieht aus wie Evva irgendwie. Neulich hat bei mir der Haustürschlüssel geklemmt und die Tür ließ sich nicht öffnen. Der Nachbar stand neben mir und ich meinte zu ihm, ob mein Mann die Schlösser ausgetauscht habe. Stephan hat seinen Sportschlüssel verloren und den Kellerschlüssel abgebrochen. Sind das seine Wechseljahre? Ich fragte ihn neulich, ob er was merken würde von hormonellem Wechsel, weil bei Männern müsse es das ja auch geben. Er meinte nicht und vielleicht wären nicht alle betroffen.

Die Wohnung des Nachbarn wurde als Spielstätte nicht genommen und die ist total geil. Was müssen die für Bewerber haben, Alter?

Ich muss mich schwer aufraffen. Theaterformen. Es ist so heiß, dass die Lift-Apfelschorle verdächtig lecker schmeckt, die wir uns vor der Vorstellung teilen. Wir sitzen am Rand. Typ: er muss mich inkommodieren. Das kann er mit seiner Frau machen. Er muss durch und kann es nicht so sagen, sondern will allen zeigen, dass er studiert hat und mehr noch, Klugscheißer ist. Das Stück finde ich super. Handelt von dem Militärputsch in Chile. Wie würde das heute laufen. Die ganzen Minister als Berater. Er darf die Erklärung an das Volk nicht einfach vor einem roten Vorhang und der Landesfahne abgeben, sondern muss optimistisch/dynamisch wirken mit Kindern. Dann schwanken sie und zeigen uns Roberto, einen 10 jährigen Jungen, den sie aus einer Kiste zaubern. Seine Mutter ist Putzfrau und sein Vater sitzt im Knast. Die Statistik besagt, dass er auch straffällig wird, um das zu verhindern soll jeder Zuschauer 20,- € für Roberto geben, damit ist seine Schulausbildung und die Uni gesichert (und sie sind sich bewusst, dass dieser Moment wenig künstlerischen Reiz und Sex Appeal hat, aber das soziale geht vor der Kunst). Sie kommen mit Klingelbeuteln und mein Mann macht einen Schein rein, der den jungen Schauspieler aufgucken lässt. Dann ein Aufschrei. Sie haben hier einen, der sich weigert. Der wird mit einer Kamera gezeigt. Woran liegt es? Hat er kein Geld? Doch Anzug und teure Schuhe und iphone 6. Hat die Geschichte von Roberto ihm nicht gereicht, dass er sein Herz öffnen kann, will er mehr. Die Schauspielerin dreht richtig auf und ist bereit für Roberto zu strippen und steht mit entblößten Bürsten vor ihm. Was das reicht immer noch nicht, will er, dass sie ihm einen bläst. Das macht sie für Roberto. Sie muss dann von ihren Kollegen weggetragen werden, weil sie sich so in Rage redet vor lauter Roberto-Rettung. Dann sagen sie uns, dass das alles nicht nützt, weil Roberto 2017 von einer verirrten Kugel getroffen wird und mit 12 stirbt. Dann ist die verirrte Kugel zu sehen, einer der Schauspieler, die alle viel tänzerisches Talent haben und Akrobatik können. Immer sei er der Böse, damit ist das doch eher der, der abdrücke und er habe Roberto schon seit Wochen im Kopf und bald wird er ihn im Kopf haben. Wir finden das Stück sehr gut und stehen zu dem Trinkgeld, was wir verteilt haben. Es hat die Richtigen getroffen. Samstag steht in der Haz es sei ein Stück was Antworten geben würde statt Fragen zu stellen und selten lustig sei. Klar, angenehmer ist es wohl, wenn sinnfrei irgendwelche Aktionen stattfinden, die interessant wirken und jeder kann was hinein interpretieren statt das Mal eine politische Aussage getroffen wird. Ich mag es lieber so. Der chilenische Präsident ruft in Amerika an als die Bomben fallen um dem dortigen zu sagen, dass sie seine Kultur nicht haben wollen. Fuck Hannah Montana. Muss später nachschauen, wer das überhaupt sein soll. Zur After Show Party kann ich nicht bleiben wegen Blutverlust und die Schmerzen strahlen in die Beine, aber ein schöner Abend war es trotzdem.

03.07. Letztes Arbeitstag. Um 11 Uhr Termin zum Nadeln. Mein Cousin hatte um Rückruf gebeten. Es geht um den Familienstreit um eine Erbschaftssache. Fakten liefern hilft nichts. Die Schwester einfach mal anrufen, dass sie sich gesehen fühlt. Das bewirkt Mehr. Sagen die Mediatoren und ich kann die ganze Aufregung um Geld nicht verstehen. Geht doch nicht an Vodafone, sondern an ein Geschwister. Ich mache ihm Mut. Er kriegt es vielleicht besser hin, seine Schwestern sind schwer eskaliert. Herr ADHS , dann zur TCM-Tante, keine Nadeln, nur weiter Tee. Den Sport verbietet sie mir. Ist auch besser so. Ich soll mich schonen. Lieber Mittagsschlaf und nein, ich fahre nicht in die Stadt um mir Häkelgarn in einer Neonfarbe zu besorgen. Vorher Schreibtisch leer machen. Alles noch bearbeiten, was noch raus muss. Die Mutter von Herrn Minus ruft an und lobt mich, mein Engagement und das Schreiben hat die Perserin vom abW (ambulant betreuten Wohnen, führe diese Abkürzung mal offiziell ein an dieser Stelle) ihr vorgelesen und was ich für den Sohn tue. Sie wüssten es zu schätzen. Habe jetzt nach dem Urlaub meine erste Clearingskonferenz, was auch immer das heißen mag. Soll eine Lösung gefunden werden. Noch mal dort treffen. Kostet mich alles Zeit. Etliche Betreute wünschen mir per mail einen erholsamen Urlaub. Das tut gut. Band neu besprechen. Die Steuermitarbeiterin fragt nach Notfällen. Gute Idee. Ich spicke sie mit Geld. Das hilft meistens und bei allen Differenzen, vertrauenswürdig ist sie. Eine Betreute schreibt mir nachmittags email was sei wenn ein Notfall eintreten würde, wenn ich weg bin. Das wusste ich, dass sie versucht da Geld rauszuschlagen und schreibe zurück. Notfall, dann zum Arzt. Sie schreibt: sie meint Geld. Ich überlege etwas und antworte ihr dann:

„Ich bin zuversichtlich, dass Sie das hinbekommen. Wir hatten den Turnus ja zwischendurch auf 2-wöchentlich und das hat jedes Mal geklappt. Ansonsten würde Ihnen Frau Perserin sicherlich mit 10 oder 20 € aushelfen, die ich ihr dann erstatte, wenn ich am 15. wieder da bin. Was meinen Sie?“.

Dann wünscht sie mir auch einen schönen Urlaub. Um 19:30 Uhr ist der 50zigste Geburtstag. Ich muss mich richtig zwingen dort hinzugehen und wir kommen 1,5 Stunden zu spät und ich missgelaunt. Beachte die Anwesenden zu wenig und setze mich gleich in eine Ecke. Mein ehemaliger Ausbilder und seine Frau kommen ganz zu kurz. Er erfährt nur als Musikfreund und Peter Gabriel Fan, dass wir zu Laurie Anderson gehen. Eine Kollegin, die neu in der Runde ist begrüßt mich überschwänglich und erklärt, wie sie die Gastgeberin kennen gelernt hat. Ich bin einsilbig und doof. Die zukünftigen Kolleginnen weichen den Freundeskreis auf in Richtung heterosexuell. Alle Ergotherapeutinnen sind blond. Das ist wohl Einstellungsvoraussetzung. Der Oberarzt aus Wunstorf sagt mir, dass Herr Ihme jetzt bei ihm sei und sich nächste Woche bei mir melden wollte. Heute Abend ist es mir sehr sympathisch und sein Freund auch, der viel von Italien erzählt und mich in Stimmung bringt und ich denke die würden gut zu den Hamburgern passt. Vielleicht mal zusammen essen gehen, aber das fällt mir erst am nächsten Morgen ein, sonst hätte ich es gleich vorgeschlagen. Ich belatschere den Fachmann mit meinem Clearingfall und gestehe dadurch, dass ich mich nicht nur mit seinem Haus anlege, sondern auch mit der Gemeindepsychiatrie. Das No-Go war schon, dass sie mir ihre Einschätzung, die schlechten Nachrichten nicht vor dem Betroffenen gesagt haben, sondern draußen vor der Tür. Hat er Recht. Ein Krass-Schimpferin (Geschlecht nicht eindeutig) zieht an den Gaststätten vorbei und lässt sich gerne nieder um dort ihre Tiraden abzulassen und dann muss man sie dezent, aber bestimmt weiter bitten und verscheuchen und die hat echt erstaunliche Schrei- und Schimpfenergie bei den Temperaturen. Jan holt auf Nachfrage seinen superedlen Hund, schwarz und elegant mit blendend weißem Gebiss. Stephan holt Suki.

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Der Schriftsteller drückt erneut seine Bewunderung für mich aus, die Hütchen und die Selbstverständlichkeit mit der ich sie trage, ich gehöre wie markante Gebäude zum Stadtbild. Mein heutiges (mit den Cowboy- und Indianerfiguren aus Stephans Kindheit) erinnert ihn an die Bundeswehrsoldaten von früher bei ihrem Abschied. Die sind zwischen Dortmund und Vechta gefahren und hatten offenbar passend zum Einsatz Dinge auf dem Hut. Chico verarscht ihn und will wissen, was der NSA in den 80ern für Hütchen getragen habe und ich weiß nur noch, dass man früher als Frau aufgefordert wurde T-Shirts zu unterschreiben. Er ist betrunken- wie immer und seine Frau macht einen auf logisch Argumentieren –auch wie immer- und guckt immer wie eine Schülerin, die Lob vom Vater erheischen will. Es sind langweilige Rhetorikskills und das was Chico sagt macht immer mehr Sinn und ist interessanter und akademischer. Da kann sie machen was sie will, die 50zig jährige Einserschülerin. Chico moniert, dass er darunter leide, dass er (als Schweizer) seit 35 Jahren nicht als Ausländer wahrgenommen werde. Ihr Mann ist ihr peinlich und sie bestimmt, dass sie jetzt gehen. Er gibt mir einen Handkuss. Barbara zeigt mir ihre Crocs, weil ich sie angefasst habe. Sie sehen nicht aus wie die Clogs mit Löchern und sind ganz leicht und wohl ultrabequem. Sie will abgerundete Kacheln vom Strand und Chico eine Postkarte. Ich werde mich erholen und die Füsse in den Pool hängen und mit den Kindern spielen. Stephan fährt hoffentlich auch ohne mich nach Pompeji. Dazu ist die Gruppenreise doch da und ich freue mich über Fotos und wenn er da gewesen ist, dann ist es fast so als sei ich auch da gewesen (Vorteil lange Partnerschaft). Ich gehe mit beiden Windhunden zum Kackstreifen und leine Mona ab. Sie ist ein anderes Kaliber als Suki, jung, doppelt so groß und doppelt so schnell und man merkt ihr das Jagdfieber an, alles was sich schnell bewegt löst den Impuls aus. Suki ist genervt, wenn sie aufdringlich spielt, aber sie übertreibt es nicht und orientiert sich an ihm und so kann ich beide kontrollieren. Beide kacken und Suki kann besser markieren. Da schaut sie nur zu. Sie ist sehr freundlich und gehorsam. Ich weiß noch nicht mal ihren Namen als ich sie mitnehme. Noma finde ich auch besser. Mir macht Kai das Licht an als ich auf dem Klo sitze. Unten herum scheint es halb so schlimm. Die Ladeninhaberin hat tolle Quiche gemacht und sehr aufmerksam bewirtet. Würde ich auch wählen den Laden für eine Feier. Um halb zwei beschließe ich, dass wir gehen sollten.

Die Eltern der Gastgeberin sind übrigens niedlicher als beide Hunde zusammen.

04.07. Traum: Ich suche einen bestimmten Bauernhof mit einem riesigen Ochsen und die haben alle möglichen Nutztiere, versuche mich mit einem Plan durchzufragen. Dann sind wir zu Besuch. Durch riesengroße Fenster im Wohnzimmer, unterteilt durch Rahmen, wie altdeutsch, sieht man das Meer wie durch eine Lupe. Der schwarze Seeelefant packt sich einen schwarzen Seelöwen oder wie heißen die, die eine Nummer kleiner sind und man sieht die weißen Zähne blitzen (wenn das nicht mit dem Vorabend zusammen hängt…..)

Schönes Bett habe ich für Suki gebaut aus dem Podest im Schlafzimmer. Dick gepolstert mit einem Bademantel oben drauf und aus dem Weg. Er schläft wie ein Baby darin, ganz entspannt und ausgestreckt und bewegt sich nicht, wenn ich pinkeln gehe. Morgens Schnappschüsse mit dem Gin von Thomas, den ich nach gestern unbedingt weiter verschenken muss. Jan muss ihn auf der Rennbahn trinken.

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Suki sucht auch einen bösen Meister, dem sie dienen kann bzw. hat einen gefunden. Corgiemischling an der Ihme. Frauchen schmeißt Futter ins Wasser damit er rein geht. Wollte Suki um kurz vor 10 abgeben, aber der Schlüssel steckt. Das monieren immer schon die Pflegedienste, dass sie da nichts tun können trotz Zweitschlüssel. Mein orangefarbener Glasring aus Wien ist bei der Hunderunde kaputt gegangen (hatte sehr lange gehalten) und mein Reißverschluss vom Rock springt auf, aber unten ist definitiv weniger Blut. Das ist gut. Schicke Moritz, dem alten Winnetou-Fan bzw. seiner Mutter Fotos von meinem Cowboy- und Indianerhütchen, auch wenn ihm die Assoziation vielleicht nicht ganz nachvollziehbar ist.

Stephan denkt dran und ich suche Karte für Christoph und Lea, die heute kirchlich heiraten. Papst findet das 11. Gebot auf einer Steintafel: „Du sollst Spaß am Sex haben und denkt“: „Scheiße“. Ich suche Adressen raus und Retrokarten aus Ischia, falls es dort keine lustigen gibt oder überhaupt weil es lustig ist, Karten von einem anderen Ort zu verschicken. Der Psychiater kriegt eine und soll sagen, ob das schon der Beginn einer Schizophrenie sein könnte.

Kleine Messer

19.06. Der niedliche, junge und schüchterne Sozialgerichtsrichter, Samt und eine gewisse Lebensuntauglichkeit bilden eine charmante Mischung. Wir kommen richtig zu Wort und es ist alles in allem eine erfreuliche Sitzung, auch wenn wir in der Sache keinen Erfolg haben und nur einen Vergleich rausschlagen können.

Herr Ihme war entlassen und ist wieder drin, hat mir aber keiner gesagt.

Nach dem Sport kaufe ich 2 Paar Schuhe im Anne Behne Outlet. Jetzt müssen mindestens 2 weg. Die alten von einer ehemaligen Strickfreundin und die gelben Cowboy Schuhe, die Andrea in lila hat. Sie will sie sogar, hat aber Größe 41. Die fallen groß aus, sonst Partnerlook mit einer Freundin. Auch andere Stücke, die sich auflösen (selbstgekaufte Tasche, neu, Wien Wollzeile und Geschenke früherer Freundinnen) kommen mal weg.

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Wetter schlecht, wir wollten draußen sitzen bei Frau Hoppe und schön einen Radausflug dort hin machen und was soll ich sagen, das Ihmezentrum reißen sie hinten ab. Der Radweg hindurch ist leicht verändert und es liegt ein Knäuel aus Metallstreben, wie Draht zusammengeknüllt da. Stephan bestellt wie wild, hat Hunger, 3 Weinflaschen. Ich finde das dreist, weil sie uns einladen, aber sie werden es überleben. Die Mango-Chili-Risotto mit Garnelen schmeckt mir am besten. Ich bekomme vor dem Nachtisch noch mal eine Extraportion aus der Küche. Auch der Nachtisch ist super. Das Creme Brulee schmeckt richtig frisch und Kirsch-Topfen-Knödel gibt es auch.

Die Kollegen mit der Kakteensammlung (wann wollen sie eigentlich Eintritt dafür nehmen?) führen ein ganz anderes Leben. Viele Prozesse. Thema: die Fehlurteile, Amtsgericht Richterin, die sich Hund vorführen lässt und dann vorne vom Pult aus sagt: Ja, vor dem hätte sie auch Angst. Alter Bullterrier mit Hautproblemen, Michael hatte ihm Tasche vor den Kopf gehauen und er reagierte nicht. Familie mit 4 oder 5 kleinen Kindern, die Hundebesitzer, sollen ausziehen und PKH gibt es auch nicht so nach dem Motto: Mieter + Ausländer = schlecht; Vermieter + Deutscher: gut. Micha kennt die Radwege zurück durch herrliche Baumalleen, schön. Wiebke will wieder mal mit uns essen gehen (sagt sie) oder Kultur.

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Ich ärgere mich so, dass die Fotos aus der Ausstellung weg sind. Ich in meinem Vernissageoutfit mit Koralle vor den Filmen von Pipi. Im Treppenhaus war Stephan die Kamera herunter gefallen und der Speicherchip war nicht drin, was er im Dunkeln nicht bemerkt hat. Muss das alles noch mal nachgestellt werden? Wie lästig und dann bin ich nicht in Stimmung. Das nervt mich ohne Ende. Wann kommt man umsonst rein ins Museum? Am Freitag? Andererseits Stephan ärgert sich schon genug und es ist ihm noch nie passiert, also muss ich auch nicht zetern ohne Ende und darauf herum reiten.

20.06. Lange geschlafen bis 10 Uhr und so herrlich geträumt. Irgendwie war Claudia darin. Nachmittags bekomme ich ihn nicht mehr zusammen. Sie hat Kokosmilch gekauft als Drink, dickflüssig und sahnig, sehr lecker. Er stand in der Kühlschranktür. Ich selber schaue zu wenig ins Kühlregal bei ausländischen Supermärkten denke ich mir da und später zeigt sie mir fetthaltige Stifte, damit malt sie auf einem Metallicballon, ein Auge auf das Tier mit Wimpern und das hält prima, ist sehr abdeckend und sehr ergiebig, weil man ihn auch verwischen kann, wie ein Kajal und Glitzer ist auch drin. Warum hat Claudia die entdeckt? Die muss ich mir auch besorgen.

Geschenk für die Fünfzigjährige, die am Tag des Fünfzigsten ihre Ausbildung beendet. Sternerestaurant auf Sylt. Der Freund, der das organisiert ruft zurück. Müller heißt der Koch dort. Ja, ich gebe das Ja für uns. Habe dazu noch schöne Straßburg-Devotionalien aus dem Museumsshop. Die grandiose Tasche mit den Lebensmitteln. Sie liebt immer die Tate: The Bigger Picture. Und sie liebt Porzellan und daher das schöne Buch mit Terrinen mit krassen Tiermotiven. DDR Porzellan habe ich auch noch. Mein Streichholzkleid soll zu Binie. Die trägt Kleider, sie stehen ihr super und das Kleid ist einfach für eine viel kleinere Frau gemacht. Ich glaube, es wird Hammer an ihr aussehen und ist irgendwie ein Struwwelpeter-Lehrerinnen-Motiv in meiner Phantasie. Ich schreibe ihr, sie wird gerade Oma.

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Selbstgemachte Postkarten für alle Pipi, die Mutter und den Vorwerktypen. Was soll der Geiz? Meine Ideen gehen nicht aus.

Wasserkefir, hat mir Michi am Donnerstag gemacht, getrocknete Feigen und Rosinen machen das Aquarium perfekt. Google erst mal, wie der gewickelt werden muss. Stephan bringt mir Zitrone mit und Himbeeren und ein großes Paket Spargel.

Ich habe gestern auf den Plakatwänden entdeckt, dass die Theaterformen vom 02. bis 12. gehen. Da wir am 3. auf dem 50zigsten sind und ab dem 4. bis 14. in Neapel and beyond, kommt nur der 2. in Frage, wenn die Festival nicht ganz an uns vorbei soll. Treibe Stephan rein, Karten zu kaufen. 5. Reihe außen oder so. Prima. Die Theatertruppe kommt sogar aus Italien.

Postkarte für Pipi und ihre Mutter mit Mutter-Kind Fotos dazu. Linzer Torte mit dem unbekannten Fruchtaufstrich (vermutlich aus Dänemark).

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Bei der Gelegenheit mache ich ausnahmsweise noch 2 Postkarten extra. Habe ja gemerkt, dass das sonst nur auf Reisen zu gehen scheint.

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Spargel mit Harald und Tobsi (die Hollandaise wird noch viel besser als letztes Mal, ich schlage solange bis der Arm weh tut und dann ist sie richtig fest und schmeckt auch opti. Nach dem Essen in die Nordstadt zum Kino mit dem englischen Popcorn. Ich will unbedingt und trage schon 3 Fledermäuse (wegen Vampir). Harald fährt auf einem Schrottrad, so was habe ich noch nie gesehen. Metallfelgen mit Riesenacht, die so schlackern, dass einem schlecht wird, der Sattel ist auch aus Metall und es sieht alles in allem aus wie eine Zirkusnummer. Er soll nächstes Mal aus Draht was bauen, einfach Drahtschlaufen als Räder, aber gerade biegen und ohne Acht.

Kurz vor der Grammophon-Fabrik, der Typ aus dem Ex-Atelier von Andrea, den ich süß finde. Er arbeitet in den Raschplatzkinos und hat etwas Angst vor mir, so kommt es mir zumindest vor. Ich rufe laut: „Hey, da ist der Kartenabreißer, der weiß wo es lang geht, alle hinterher“. Er dreht sich ängstlich um um zu schauen, wer die Irre ist und sagt: heute nicht. Als Vorfilm eine Werbung für die Grammophon-Fabrik, wenn ich es richtig verstehe. Hätten lieber mal Tierheim TV auf großer Leinwand zeigen sollen mit „der charmanten Silke“, die dreckig lacht und Gärtnerklamotten an hat. Der ist lokaler Trash pur und den würde ich gerne mal in so einem Rahmen gewürdigt sehen, aber das sind wohl nur meine Phantasien. Schwarz-weiß, wie Jim Jarmusch, der Erzählstil und die Bilder der Stadt. Ölfelder, Ölpumpen, die Katze, die perfekt spielt. Die Lektion persisch neulich von Elisabeth hat geholfen. Auch durch die Untertitel erkenne ich die Worte, Dochthar und Pessar, die mehrfach vorkommen. Der junge Vampir (eine Frau), Ringel-T-Shirt auf dem Skateboard, die Burka flattert und es sieht aus wie eine Fledermaus. Was für ein herrliches Bild? Er geht als Dracula zur Kostümparty. Sie hat böse Sachen gemacht und mag keine Hamburger. Harald geht, weil ihm der Film nicht gefällt. Stephan ist geschockt. Wollte er lieber den neuen Schwarzenegger schauen? Wir dachten, er sei Cineast. Er war bei Onkel Ollies. Meine Knie sind kalt. Regelblutung als Aderlass. Gilt das? Was sagt Anja? Das Atelier darüber, wo die Klos sind, ist super schön. Die beiden Filmdarsteller, wie Zwillinge, die aber in dem Film nicht vorkamen, aber hätten vorkommen können, tragen die Essensreste ab. Käseplatte und Salatreste, sieht opulent aus und lecker. Alles ist so schön geschmackvoll eingerichtet, ganz nach meinem Geschmack mit viel selbstgebastelt und Hammerzimmerpflanzen im Bad. Ich mag Hannover und die Locations.

Gebe mein Streichholzkleid bei Binie ab, wecke die Männer, sie lagen irgendwo und schrecken hoch, aber es brannte Licht. es ist ein Junge. Nicht ins Lux.

Wir fallen über die Schweizer Buchserli her. Schokolade können sie, die Schweizer und wie.

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21.06. Telefonat mit meinen Eltern, die Briefe, die ich meiner Mutter geschickt habe als sie krank war. Ja, die Liebe kam nur zurück. Packen für den Urlaub. Freue mich auf die Wärme. Neue Hütchen, eines mit einer Katze und einer Kinderschuheinlage kariert (der Film hat mich inspiriert) und die stinkige Käsekiste mit einer Koralle. Der Deckel aus Straßburg, der nicht von den Hunden gefressen wurde (riechen tut es immer noch) sowie eine Fliegenpilzkoralle. Claudia ist auf dem Hurricane. Binie passt das Kleid wie angegossen, sie schickt mir Foto. Freu mich, dass ich da so richtig gelegen habe. Wie lange werde ich noch bluten? Wenigstens tut es nicht weh (auch mal was Neues). Dann tut es später doch weh (habe ich es herbeigeschrieben?). Wolldecke muss her, die richtig warme.

22.06. Traum von Claudia und Elena. Elena putzt richtig viel. Wienert die Spüle und es quietscht. Sie ist getrennt, soll aber ruhig noch ein Baby machen, weil die so süß werden. Sie trägt ein 50er Jahre Kostüm, aber neu gekauft und ein Freund ist zu Besuch und holt sie ab. Sie hat einen gelben Wasserkocher. Eine Freundin, die ich auch kennen soll, war fies zu ihr. Ich tue so als wäre ich japanische Reiki-Meisterin. Bekomme einen Stab und weiß nicht, was ich damit machen soll. Mache ein paar Gesten, laufe wie mit einer Wünschelrute durch den Raum. Die Patienten sitzen mir gegenüber. Der Typ zahlt 200,-. 4 Fünfziger und ein Fünfer, den ich ihm wieder gebe. Ich weiß gar nicht, was ich machen soll, überzeuge aber trotzdem.

Stephan schlägt Theaterpremierenabo vor und legt mir das Programmheft raus. Warum nicht. Opernpremierenabo hatten wir schon und warum nicht mal das. Interessiert mich mehr und kann man mal machen. Irgendwie brauchen wir Unterhaltung.

Habe kleine Salami-Brezeln aus Bayreuth, Metzgerei meines Vertrauens, dabei. Eigentlich für das ganze Büro, schenke sie aber dem Kollegen. Dem stehe ich doch am nächsten und weiß, dass er es zu schätzen weiß. Morgens loslegen und meine Fristen abarbeiten. Es geht oft um ein Telefonat, dann Gericht. Vorher Jobcenter, diesmal mit der Frau aus Srilanka, der Bruder will einen Gewürzladen eröffnen und sie soll aus dem Leistungsbezug rausgeholt werden. Noch ein Geschäft mit ausländischen Lebensmitteln? Davon gibt es viele. Ein richtig leckeres indisch/pakistanisches Restaurant nach Londoner Vorbild, das fehlt, aber ob das funktionieren würde in Hannover weiß ich auch nicht. Erst mal hat sie einen Putzjob im Kirchenamt. Dann zu Gericht an Gaues vorbei. Verlängerung Frau SMS, wir zicken uns an, aber irgendwie will sie auch keinen Wechsel. Herr Borderline Klein und die Richterin, die wieder genesen ist. Ihr Chef, der Amtsgerichtsdirektor schaut zu. Den kannte ich vom Sehen, habe ihn für einen Strafverteidiger, der gerne trinkt, gehalten. Sie siezt mich auf einmal. Das finde ich voll verklemmt. Brief an Bayreuth, noch eine Häkelbrosche für meine Schwester, Post-Its aus Hamburg mit Seehund. Leberwurstbrot aus Bayreuth auf Gaues-Vollkorn. Sport den ersten Kurs ausfallen lassen wegen Eilantrag, bringe ich noch vorbei beim Gericht. Hatte Freitag Sport gemacht um dann essen zu gehen und war am Wochenende faul.

Abends Brad Pitt im Zombiefilm. Wenn man eine schwere Krankheit hat, dann ignorieren einen die Zombies, weil sie das riechen und nur einen gesunden Wirt wollen. Das ist mal beruhigend. Granny Squares dazu häkeln.

23.06. Kann nicht mehr schlafen. Zugewinnausgleich, das Motorrad des Mandanten, diese Dinge gehen mir durch den Kopf. Um 7:23:

„Lieber Paps,

wir wünschen Dir alles, alles Gute zu Deinem Geburtstag, einen schönen Tag mit Mama (trotz des kühlen und nassen Wetters) und ein gutes Jahr soll dem heutigen Tag folgen. Du feierst ja nach am Wochenende und das wird bestimmt prima. Da haben wir ja Einblicke dadurch, dass wir schon ein paar Mal dabei waren in Deiner echt netten Runde von Gästen. Besonders liebe Grüße an Werner Reichstein. Ich habe Dich wahnsinnig gerne als Vater und könnte mir keinen besseren vorstellen. Ich finde auch, dass Du Dich veränderst und tatsächlich weise wirst. Du bist so schön offen und ehrlich und das gehört meines Erachtens zu Deinen größten Stärken, dass Du auch unangenehme Dinge, wie das älter werden offen ansprichst. Du machst mir Mut! Es gibt Dinge, die wir nicht ändern können. Wir können nur entscheiden, wie wir damit umgehen und das ist aber vielleicht oft entscheidend. Hier bist Du schon immer ein Vorbild für mich gewesen. Außerdem mag ich Deine Neugier und Begeisterungsfähigkeit und freue mich auch, dass diese Eigenschaften nicht mit 30 weg gehen.

Dein umgerüsteter Fisch erfreut mich täglich und so bin ich dieses Jahr die Beschenkte!

Deine Franny und Stephan“

Wickele den Wasserkefir, spüle, Aquarium leeren und neu einrichten. Der schmeckt auch krass. Glaube nicht, dass das neue Haustier lange leben wird.

Frau Architektin, die Mutter des Betreuten auf dem AB. Sie beginnt jedes Gespräch stereotyp mit dem Satz, dass ich keine Zeit haben werde. Den Text auf der Bandmaschine mit: wir müssen uns nicht sprechen, sie wollte mir nur sagen, dass ihr Sohn mich nicht sehen wolle. Ich muss natürlich trotzdem hin kommen zu der Hilfeplanung zuhause. Was will die Alte von mir?

Die Frage nach geordneten wirtschaftlichen Verhältnisse bei Privatinsolvenz und Einstellung in den Staatsdienst (Referendariat). Telefonate mit Rechtspfleger und Insolvenzbüro. Irgendwann habe ich eine Meinung gebildet.

Bestatter ist im Urlaub. So haben wir nicht gewettet. Er wollte zu Frau Bettlägerig, weil er sie von früher kennt und nicht irgendwer aus seinem Büro, ich sage den Termin ab und er soll sich melden, wenn er wieder da ist. Warum soll ich zur Betreuungsanhörung heute Nachmittag wegen der Neueinrichtung der Betreuung und ein zweites Mal in die Stadt fahren? Am Ende kommt der Typ nicht und ist fahre umsonst und hocke bei der Richterin wie unterbeschäftigt. Ein bisschen weiß ich doch, wie der Hase lang läuft. Mache ich nicht und so kommt es auch, er erscheint nicht. Der will Betreuerwechsel und muss selber dafür sorgen, dass ich bestellt werde. Vorher nehme ich keine Termine war. Richterin ist ewig nicht zu erreichen, während der Anhörungszeit dann schon und das sage ich ihr. Ich bin da mittlerweile recht selbstbewusst.

Taz Artikel über Spuckschutzmasken bei der Polizei. Ich habe eine Betreute, die vermutlich mutmaßlich zur Entwicklung beigetragen hat. Hat gespuckt und eine zartbesaitete Polizistin, die nicht wusste, wie Aids übertragen wird oder Hepatitis oder was meine Betreuten überhaupt hat, war seit dem Vorfall stark traumatisiert und dienstunfähig.

Termin von Herrn Esoterik. Die junge Richterin will unbedingt, dass ich anerkenne, sonst wird es noch teurer. Der Zahnarzt aus Linden sieht aus wie ein alter Mann und ist 48, wie ich in einem Monat. Er ist sympathisch und die Zahnarzthelferin auch. Man habe zuerst gedacht das läuft über einen Heil- und Kostenplan, wie normal, aber die Kasse habe abgelehnt. Er war großkotzig und wollte sich auch nach Kostenvoranschlägen für Implantate erkundigen. Ja, das passt zu ihm. Ich stelle Fragen und die Richterin schreibt nur mit und macht kein Protokoll, weil der Streitwert so gering ist, das sie machen kann was sie will. Die Zahnärzte nehmen keine Zeugenentschädigung und die Zahnarzthelferin hat sogar Urlaub. Der Einschüchterungsversuch war umsonst. Ich will jetzt vielleicht anerkennen, mich aber erst besprechen. Sie will gleich Urteil machen am Schluss der Sitzung. Das kostet dann auch mehr, aber wenn sie so gierig darauf ist, zu schreiben und ich hatte meinem im Vorfeld gesagt, dass es wohl darauf hinausläuft und er hat die Anerkennung nicht freigegeben, dann muss er die schriftliche Begründung halt zahlen, bevor ich die Böse bin und sie hat mehr Arbeit, die blöde Kuh denke ich und wünsche allen noch einen schönen Tag beim Gehen. Ich lasse meinen Mitgliedsantrag Kunstverein liegen, dabei wollte ich den persönlich vorbei bringen und fragen, ab wann ich dann rein kann (zu Pipi).

Entlassungsbericht Ihme vom 28.05. geht heute ein. Ich soll keinen Beschluss mehr beantragen. Das bringt doch nichts. Sie entlassen ihn und ich weiß nicht Bescheid, sondern erst wenn er wieder da ist. Er hat sich vom Krankenwagen zurück fahren lassen nach Wunstorf und die haben eine große Welle gemacht dabei zahlt das seine Krankenkasse und ich bin böse, weil ich den Beschluss gemacht habe, aber er ist doch zurück, sonst wäre er jetzt Zuhause. Argumentieren mit ihm ist schwierig, sagt auch der Bewährungshelfer.

Bernd feiert im ehemaligen Ping Pong Club und wir sind leider in Italien. Freue mich, ihn zu sehen. Kriegt was von meinem Franzbrötchen ab. Habe ganzen Wallnußciabatta gekauft, nach dem halben Sesamciabatta von gestern. War auch nicht richtig. Jetzt haben wir zu viel Brot. Gabi hat eine tolle Pferdekopfbrosche aus pinkfarbenen Plastik, was geschliffen ist und glänzt und sehr edel ausschaut und empfiehlt Rotterdam, ihre Lieblingsstadt. Die Kunstmesse, die im Januar immer ist findet nächstes Mal in der Van Nelle Fabrik statt mit alten Shuttlebusen ohne Gurte. Klingt irgendwie gut. Sie sagt nur einmal Wien und dafür dort hin. Sie hat einen Vintageladen in Hannover. Nähe Lister Meile. Ich will sie da mal besuchen.

Frau Stimmen hat am selben Tag Geburtstag wie mein Papa. Hat sich ein neues Handy bestellt und nimmt 100,- mit um mit den Frauen um Wohnheim zu feiern.

Elisabeth war im VPE und die Usedomfreizeit war voll und jetzt fahren sie nach Berlin in eine Jugendherberge. Jetzt will sie englisch sprechen. „Usedom, the island was full“ und ihr fallen die schlechte Erfahrungen in Krelingen from letzten Mal ein:„At the buffet, there was chicken wings, not wings, chicken Mc nuggets und she makes so (haut sich auf die Hand) and asks me, why I don’t wait“. „Why should I wait, I am now hungry“. Es geht um die verschiedenen Beteiligten, die die Freizeit ausrichten, wohl auch ein Ehepaar. „She is not a social worker or somethng, just a house wife und she wants to be the leader and he cannot rescue himself from her“. „ I was frozen. They were driving with their baby cars. I think now myself how can this be, they are younger than I am“. „They talk about me, you can’t shave your eye browns!“ (Anm.: und sie hat die zweite Woche in Folge abrasierte Augenbrauen, die eye brows und nicht browns auf Englisch heißen, aber immerhin ihr Wortschatz ist beachtlich). Jetzt will sie mit dem VPE (Verein psychisch Kranker) nach Berlin oder Hamburg. Ich rate ihr dazu, das ist günstiger und die können sie eher aushalten. „You sleep in a youth hall, Jugendherberge and all in inside, the food“. Finde einen neuen Quittungsblock nicht. Habe ein ganzes Paket davon. Werde hektisch. Sie will erst Kondome und dann doch die Pille, damit sie nicht wieder ihre Regel bekommt und ich kann die Quittung damit zerreißen, die auf 70,- € ausgestellt war. Das gibt Ärger Zuhause. Hey, das mit der Regel nicht mehr wollen, verstehe ich. Brauche Penaten-Creme. Der Vorteil bei Elisabeth: ich kann gleich mitschreiben und sie stört sich nicht daran.

Hausärztin vom straffälligen Türken. Betreuer nennen sich Viele. Da muss man vorsichtig sein. Er ist nicht schwer herzkrank und sie will uns aber helfen mit Bestätigung für die Ausländerstelle.

Karte an Claudia aus dem Altpapier von Thomas.

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Herr Esoterik macht sich Sorgen, dass ich zu viel für ihn arbeite mit Eilverfahren und Beweisaufnahme und fragt, wie er das kompensieren kann. Süß.

Sport auf dem Trampolin. Eine Teilnehmerin meinte, die Nordstadt sei voll, auch ihre Straße, die sonst immer beschaulich sei. Ein Ausbruch der Zombies ist ihre Theorie. Der schenke ich immer Plastikblume fürs Fahrrad. Habe jetzt sogar eine auf Vorrat gekauft. Das schützt bestimmt dagegen. Die Trainerin kommt zu spät und macht kürzer. Sie geht im Juli und hat irgendwie keinen Bock mehr.

Ich häkele ein buntes Kondom mit Reservoir aus Granny Squares, eher zufällig. Brauche Hörspiel, aber diese deutsche Musikelite ist ein Witz. Der Verschwörungstheoretiker mit der Sonnenbrille. Musikalisch klingt alles gleich und geht gar nicht. Nicht auszuhalten. Wir sind ja auch mal für die Prinzen gehalten worden! Damals in Leipzig bei Carmina Burana im Backstage Zelt. Da wurden wir, d.h. Stephan und ich angesprochen, ob wir die Prinzen seien, Mitte der 90ziger und sie waren gerade auf der Höhe.

24.06. Traum: erst mein amerikanischer Cousin, dem ich sage, dass ich ihn als Kind heiraten will. Fragt nach den Konsequenzen, weil wir beide verheiratet sind, keine. Ich dachte, es sei positiv und wollte, dass er es weiß. Er heult daraufhin. Mein Ex-Kollege und seine Frau, er steht auf mich und streicht immer über seinen dicken Bauch. Wenn ich die Nachteile wüsste, die er für mich in Kauf nimmt, würde ich ihn toll finden. Schwanger wird man vom Sex sage ich ihm und das soll lustig sein. (Gestern hatte ich mit der neuen Kollegin meines Ex-Kollegen gesprochen und deswegen der Traum). Schwarze in Hameln, statt Spätzle gibt es Nudeln mit wässriger Soße, mein Ex-Bürokollege, Herr F. ist Kellner und kommt mit seinem privaten, benutzten Stofftaschentuch auf den Teller und ich beschwere mich, so was muss man doch sagen, wenn einer eine regionale Spezialität bestellt und es gibt nur Nudeln aus der Packung und das für 14,- €. Ich finde es frech. In der Pflanzentischdeko Holzschnitzfigur, Mann, der geht, soll wohl Dildo sein. Für zierliche Frau sagen die Männer. Ich lass sie mir zeigen und überlege, wie das gehen soll, der Kopf und das eine Bein, was dicker wird zur Hüfte hin. Ich will zurück. Steilküste und gegenüber Felsen mit Hütte und Ziege, ich muss mich setzen. Panikanfall. Meine Handtasche ist weg, Stephan muss zurück. Ich hatte sie von oben an den Strand fallen lassen, direkt vor Herrn Fs Füße.

Motorrad war schon verkauft bei der Scheidung. Sie bekommen Bestätigungsschreiben von der Versicherung.

Meine Nebenfrau redet mit Stephan, wenn ich vermeintlich nicht da bin. Ja, die Spitzen waren kaputt und mussten nachgeschnitten werden. Und was ist das? Ich: „mein Wasserkefir“ und wofür soll das gut sein. „Unsterblichkeit“ und Stephan: „und macht die Spitzen wieder heile“.

Im Büro sitzt ein überalterter Referendar, so sieht es zumindest aus, wie er im Besprechungszimmer an einem kleinen Tisch geparkt ist und die roten Gesetzestexte stehen vor ihm. Lustige Vorstellung, aber vermutlich Steuerprüfung. Ich grüße und schaue ihm tief und fest in die Augen, wenn wir uns im Flur begegnen.

Mein kurdischer Betreuter kommt mit lauter Geschenken vorbei. Seine Frau hat mir das Kreuz gekauft und den Brieföffner auf dem Flohmarkt hat er gefunden, sieht so schön antik aus und da musste er an mich denken und das kleine Messer schützt gegen böse Blicke oder was in der Art. Ich bedanke mich. Kekse, Flohmarktsachen, immer hat er was dabei und kommt auch ohne Termin nur um mich zu beschenken.

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Meine Tante ist in der Kurzzeitpflege. Ist nachts über eine Glasflasche gestolpert und hat sich den rechten Arm gebrochen und saß in den Glassplittern, aber es darf niemand wissen. Herrliche Familie. Wir sind sonst nicht so. ich will sie auch anrufen, scheiß auf diese Geheimnisse. Ich bin die Patentochter Herrgott noch mal und nicht jeder muss sich von den spinnerten Vorgaben tyrannisieren lassen. Ich bin nicht „jeder“. Stephan bestärkt mich, aber wir wissen das Pflegeheim nicht.

Neue Betreuungssache, der straffällige Iraner aus Ricklingen. Ich nenne ihn Pessar. Gestern mit dem Bewährungshelfer telefoniert, weil sein Schützling, der den Wechsel wollte, nicht aufgetaucht ist. Der Pessar ist wieder unten durch und muss in die Klinik gebracht werden. Die Familie hält sich zurück. Ich sage zu nachzufragen. Dort ist nichts im Rechner und die Betreuungsanregung ist am 26.05. von mir beim Gericht eingeworfen worden. Ich faxe noch mal und telefoniere mit dem Richter. Dann Herr Ihme als gemeinsamer Fall. Den hat der Richter neulich in der Straßenbahn getroffen. Erst will er mir sagen, der Stationsarzt mit dem ich nicht mehr sprechen will, sei nicht so schlimm, aber das Herr Ihme entlassen wurde bei laufendem Beschluss wurde ihm auch nicht mitgeteilt, er „weiß es offiziell nicht“. Muss ich noch mehr sagen, ich rede mit denen nicht mehr, sie können meinem Schützling nicht helfen und die Ameisen, die sich durch sein Gehirn fressen gehen nicht weg und ich rege mich sonst so über die Arbeitsweise auf, dass ich selber in der Klapse lande. Die Oberärztin ist diese Woche krank.

Alles ist angeblich klar mit der Aufnahme meines Betreuten in der dritten und letzten Therapieeinrichtung , immer biete ich meine Hilfe an wie eine Gestörte und gestern die Suchtberaterin aus der JVA Sehnde auf meinem AB, dass es nicht klappt und der Aufnahmetermin nicht gehalten werden kann. Mein Ehrgeiz ist geweckt. Gestern Nachmittag schon durchgefragt, heute Morgen Staatsanwaltschaft. Die Frau hat Zurückstellung der Strafen befürwortet, aber das Gericht muss noch entscheiden. Wir haben fast noch eine Woche. Die Akten müssen erst rüber gebracht werden und das dauert. Sitzt sie nicht im Volgersweg, frage ich. Doch, aber die Richter holen sich die nicht. Ich kann mit dem Fahrrad vorbei kommen und sie hin bringen. Sie mag meinen Ehrgeiz nicht, will mir nicht sagen, wer zuständig ist, auch keine Nummer von einer Geschäftsstelle/Serviceeinheit nennen. Aber ich bin Terrier, Büro Klawitter, 10 Minuten später habe ich sogar die Durchwahl die Richterin, die vorher nicht bekannt war. Mit dem Betreuten habe ich um 10 Uhr Telefontermin. Er vertraut nur mir. Ich weiß aber nicht, ob ich es hinbekomme, weil es nicht nur von mir abhängt. Später lässt sich die Richterin, die ausschaut wie eine Putzfrau, nur bedingt animieren. Am Telefon findet sie nicht gut und ohne Akte geht sowieso nicht. Letzte Station, die Einrichtung anschreiben, dass sie die Aufnahme nicht um Monate bis zum Sankt Nimmerleinstag aufschieben. Sie haben auch immer gesagt, alles klar und ich brauche nichts machen, quasi Mitverantwortung. Ich spreche später mit ihm in der JVA Sehnde und er vertraut nur mir.

Frau Altpapier kommt vorbei mit Mieterhöhung. Sie verlässt die Wohnung. Es geht ihr offenbar besser und ich freue mich. Fettige Haare, Hut, irgendwie passen meine Betreuten zu mir. Grundreinigung, für die ich gekämpft habe, macht sie jetzt mit dem Erzieher in Eigenregie. Die Pflegestufe soll abgelehnt werden. Da soll der Mann vom Pflegedienst sich mal was einfallen lassen.

Frau Huma aus der Beratungsstelle. Die Haz-Weihnachtshilfe ist leer und Frau Anstrengend bekommt das Bett jetzt vom Amt gezahlt (und zwar ohne Darlehen als Beihilfe), sie hat Kontakte. Ich bin beeindruckt. Gestern hatte sie gefragt, warum ich noch mit Starmoney arbeiten würde, weil da gibt es was für umsonst und genauso gut.

Frau Stimmen wurde der Arbeitsvertrag gekündigt zum 10.07. und sie ist frei gestellt. Die Grabstelle der Bettlägerigen ist schon gemacht. Rechnung kommt. Wohl doch nicht nur gegen Vorkasse. Ich will mal hin und Fotos machen. Stadtfriedhof Lahe.

Die Frau vom VPE ruft an. Berlin kostet knapp über 50,- € und da ist Übernachtung, Verpflegung und Rahmenprogramm mit drin. Nur Taschengeld geht extra. Es wird bezuschusst. Ich hoffe halt, dass Berlin Elisabeth aushalten kann.

Heute gibt es wieder Chips und kleine Hanuta, die von der Veranstaltung des Kollegen übrig geblieben sind. Das gesunde Büroessen und das Pipi-Wasser von dem Pilz muss man runter würgen. Die Kur wird wohl kurz, d.h. ich lege ihn dann erst mal still nach der nächsten Ernte.

Meine Mutter kann keine Dropbox. Sie sagt, sie sei zu alt und ich sage ihr, dass ich auch computerbehindert sei und denke an die Werbung: „wenn Sie bei externer Festplatte an so was denken“ und man sieht Pärchen beim Italiener am Meer an einem Zweiertisch und der Kellner bringt eine Serviceplatte vollgeladen mit Hummer oben drauf und „bei Blue Tooth an so was“ und man sieht ein Teenagermädchen die lächelt um blaue Zähne frei zu geben und ja, tatsächlich so auf dem Niveau bin ich. Fragen von Holger, wer ist mein Provider? Server? Viel Leerlauf im Kopf. Deprimierend.

Jobcenter, eine Nette von Frau Yoga. Ich fülle den ärztlichen Fragebogen aus und meine Betreute, die alles nicht einsieht hat sogar eingewilligt, dass die Betreuungsakte eingesehen werden kann. Die nette Frau soll sich im Gegenzug an die Leistungsabteilung bei sich im Haus wenden und ihr Glück versuchen. Die Kinder sind die ganzen Sommerferien über bei der Mutter und sie braucht Geld. Sie kann nicht mal zu mir kommen, weil die Tageskarte zu teuer ist. Ihre Kollegen sind wieder so doof, dass sie statt jedes Wochenende nur jedes zweite berechnen (dabei ist es so einfach) und ich muss dann wieder ganz viel mit Frau Yoga telefonieren und beim SMS scheiben vertippe ich mich immer und sie kann auch was für mich tun bzw. ist mein Notnagel, sonst kann ich nicht in den Urlaub fahren und die Frau hängt mir immer im Nacken.

Das P-Monster sagt den Termin ab. Muss zum Kieferchirurg und kommt Freitag. Freitag fahre ich nach Vahrenheide zur Hilfeplanung und hoffe, meine Betreute ist in Stimmung und macht Mocca.

Einkaufszettel für mich selber. Honig ins Büro wegen des neuen leckeren Vollkornbrotes von Gaues (Quark, Kürbiskern) mit Schwarztee und Tampons, warum stehen die auf dem Zettel? Weiß nicht mehr warum.

Eine junge Teilnehmerin beim Yoga fragt mich mit Namen, ob sie eine Matte für mich auslegen soll. Woher kennt die meinen Namen? Kaya hat den letztes Mal Unterricht und macht fließenden Wechsel, Mitte im Kurs, die Übergabe des Stabes quasi und um die Nachfolgerin zu etablieren, anders geht es nicht? In Savansana denke ich, dass ich langsam es wert finde älter zu werden für die Gegenleistung die man bekommt. Die Erfahrungen als Unterfütterung lassen einen höher steigen, man sieht alles aus einer anderen Perspektive und ja, ich will alt, faltig und weise werden. Das ist es wert und dann wird es vollendet sein und das geht nicht in jung. Basta. Verstanden.

Frösche, die eingefroren werden und Esel, die aus dem Hubschrauber abgeschossen werden. Der Mensch ist irre, das ist nicht Fehler wieder gut machen, sondern weitere begehen. Dann noch die ZIB 2 Nachrichten mit den Asylsuchern und ihrer Verteilung. Ein Ort, der so ähnlich heißt wie Puppenstube, Puchenstube oder so? hat am meisten und der Bürgermeister ist im Studio und meint zu Recht, Boot nicht voll. Da hatte Österreich schon mehr Asylsucher zu anderen Zeiten. Recht hat er. Früh zu Bett.

25.06. Traum: Abszess meiner Mutter in der Kniekehle, wird ausgedrückt und wir sitzen mit ihm Behandlungszimmer. Arzt will Schwerbehindertenausweis ausstellen, damit sie besser mit dem Auto ranfahren und parken kann. Sie protestiert kurz, sie duzen sich. Wie kann er das einfach so. Will er mal zwischen ihren Beinen riechen, da sei was komisch. Ich bin peinlich berührt. Zugfahrt mit Claudia durch die Schweiz, wir nehmen einfach den nächsten Zug, der eingefahren ist. Das Ziel kommt uns vom Namen bekannt vor und ist empfohlen worden. Große, gelbe Villen. Ich mache Fotos. Ein Papierladen, ein Bücherbriefumschlag mit einer runden Seite, passt perfekt, viel besser als bei uns. So was habe ich noch nie gesehen und es ist so naheliegend (nach dem wach werden frage ich mich, was abgerundet an einem Buch sein soll). Die Eule als Wahrzeichen ist hier in allen Varianten zu haben, Tasse, Kissen.

Mann (42) nach Behördenmarathon gestorben, Herzinfarkt. Haha, sagt Stephan, Behördenmarathon ist das was ich machen, möglichst viele Ämter an einem Tag abhaken.

Es geht wieder durch etwas Eilenriede zum ersten Termin. Ich fahre auf Trampelpfaden durch den Wald als hätte ich ein Mountainbike. Irgendwann werden Suki und ich neben alten Tempos und leeren Flaschen noch auf eine Leiche stoßen.

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Hund muss draußen bleiben, weil er Angst hat vor Hunden. Binde ihn im Treppenhaus des Einfamilienhauses an. Die Ärztin von der Beratungsstelle war ängstlich als ich ihn vor der Tür lassen wollte, aber hinter einem Zaun quasi neben dem Haus im Vorgarten und ich hatte ihn schon einmal verlegt, jetzt meint Frau Doust, die Wohnbetreuung ich soll ihn in den Garten machen, aber mir reicht der Heckmeck. Herr Minus in Unterhose, die kaputten Möbel, Küchentisch auch kaputt, Teller mit Schokocornflakes darunter. Die Wohnung sieht krass aus und jetzt wollen sie kein ambulant betreutes Wohnen bewilligen, sondern er soll geschlossen untergebracht werden. Ich bin geschockt. „Ungutes Gefühl in der Wohnung“, „der fixiert einen so“. Latente Fremdgefährdung, muss man warten bis was passiert? Ja, prophylaktisch die Leute wegsperren. So was gibt es nicht. Der junge Kollege, der die Ärztin begleitet ist ganz unerfahren und hat Angst, dass sie dann haften und man ihnen was anhängen kann, wenn sie die Maßnahme befürworten und es passiert was. Das ist Deutschdenke und ich rege mich auf. Ich kenne ihn schon seit Jahren und der ist harmlos (hat Angst vor dem Hund!!). Er war heute sogar gut drauf und hat sich zu uns gesetzt und gefragt, wann der Mauerfall war. Sonst kann er dem Gespräch keinen Satz lang folgen und haut sofort ab zum Rauchen. Heute sagt die Ärztin, er könne gehen, wenn es ihm zu viel werden würde! Die Hundedecke, was ein Kamelhaarmantel meiner Oma war in Zerschnitten (Rückenteil) irgendwo unterwegs verloren, wollte ihn eh los werden, aber so weiß ich nicht, wie es passiert ist.

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Dann zu Frau Klumpfuß. Die hat eine Horror-Baby-Katze. Suki ist wie eingefroren, erst ignorieren und dann rettet er sich mit letzter Kraft auf meinen Schoß. Das Monster greift alles an, meinen Schuh und hat Nadelscharfe Klauen. Viel zu jung. Da wird Psycho dabei heraus kommen, die muss doch mit anderen Tieren sozialisiert werden und nicht bei einer alten Frau alleine eingesperrt werden. Etwas vom Feuchtfutter fressen beim Gehen ist das Mindeste als Entschädigung. Das Altersheim liebt Suki besonders.

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Die Sportmannschaft im Maschpark, die Männer die in Mannschaftskleidung in zweier Paaren sich an den Schulter fassen und die Hüften kreisen lassen. Die Trainer sind von Suki begeistert und rufen ihn abwechselnd zu sich. Dem Ruf folgt er gerne und unterhält die ganze Mannschaft, wollen ihn bestimmt bald als Maskottchen. Wieder Bewunderung, wie lässig wir sind und was für ein eingespieltes Team. Im Fairkaufhaus Linden jagt er Fliegen, was auch lustig ausschaut, fangen wäre noch besser. Kleine Stofftiere zum Basteln, Hühnerpaar und eine Gans. Außerdem eine pinke Kinderhasentasche, die oben offen ist wie für Trick or Treat, vermutlich um Ostereier darin zu sammeln. 50 Cent. Perfekt für Neapel, wo alle vor dem Taschendiebstahl warnen, da gehe ich gerne in die Offensive. Auch in Mailand auf dem Flohmarkt hatte ich eine Tasche dabei, die ich mir dort second hand gekauft hatte und die bestand aus einem umgedrehten Hut (Wolle, Weinrot) mit Griffen und ging gar nicht zu zumachen. Büro, Telefonieren, Karre aus dem Dreck ziehen bei Herrn Minus. Wo gibt es so was. Ich rufe den Ossi-Mann von der ambulanten psychiatrischen Pflege an, der auch Herrn Ihme versorgt und der hat schon Straftaten begangen, hört definitiv Stimmen und hat mehr Körperspannung als der weiche Herr Minus. Wir lachen, weil wir 5 gemeinsame Fälle haben und überall die Wohnung nicht so lecker aussehen. Ich kann in Ruhe arbeiten, nie bellt der Hund, macht es einfach perfekt. Stephan bringt mir meine vorläufige Mitgliedskarte im Kunstverein, der Gute. Zum Kollege in die Rathauspassage. Auch hier bewundert die Kollegin, die vor der Tür raucht Suki und fragt, ob ich jetzt einen Hund hätte und spricht von ihrem. Mein Betreuter, der Schwerstalkoholiker aus dem Heim in Begleitung seiner Mutter, Suki will grob spielen, dreht immer mehr auf und springt sie an als wir im Wartezimmer warten und quiekt dann, weil er zu fest an den Ohren angefasst wird, er hat aber angefangen. Alle Betreuten gehören bei Suki mit zum Rudel und er dreht sich um, wenn wir uns wieder trennen, als sollten sie dabei bleiben. Das finde ich bemerkenswert. Vorbesprechung, meiner hatte 5 Promille. Da sind andere tot. Ich noch mal mit dem Strafverteidiger in unseren anderen gemeinsamen Fällen was besprechen. Jetzt wo der Bewährungshelfer mich liebt und mir lauter junge Männer, die Stimmen hören und straffällig werden, angedeihen lassen will, ist die Zusammenarbeit gesichert. Mövenpickeis Pistazie am Opernplatz und parallel die Hundescheiße wegmachen am Operndenkmal. Vom Kollegen der Jugendzentrumsnachtlebentratsch. Die Türsteherin ist vermakelt worden (Gesicht kaputt) und nicht krankenversichert. Jetzt kann man wieder in die Glocksee gehen oder was heißt das für mich? Am Küchengarten der Hund, der ausschaut wie ein Eisbär mit einem sehr krummen Bein. Ist noch jung, übt aber heute Blow Job.

Mal nur im Bett liegen, aneinander mit meiner besten Freundin. Die neue Schlafbrille ist richtig gut geworden, aber hier hängt eine lustige Schnur aus dem Auge meines Liebsten.

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26.06. Traum: wieder geht es um meine Orientierungslosigkeit (habe gestern Frau Freund von der Wohnbetreuung auch geschockt, weil ich am Haus von Herrn Minus vorbeigelaufen bin und mich noch gewundert habe, warum der Garten so verwahrlost ausschaut, sie: „wo wollen Sie hin, Frau A?“). Ich bin in Linden, überall liegt Schnee, Stephan trennt sich, ich esse eine Wurst auf dem Markt und finde nicht nach Hause. Schaue von einer Eisenbahnbrücke runter, die Gebäude kommen mir zwar bekannt vor, aber ich weiß nicht, wo ich bin. Muss mit der Straßenbahn fahren. Auch hier finde ich die Abfahrtstelle der 9 nicht. Bin so verzweifelt, dass mich ein Straßenbahnfahrer mit der Straßenbahn dorthin bringt, dann klappt es nicht mit dem Fahrkartenkauf und eine Frau hilft mir das Geld einzuwerfen, ich habe ausländische Währung, das ist kein Euro, sondern britisches Pfund. Am Ende habe ich Glück, weil auf meinem 20 Cent Stück 30 steht und der Automat es auch als 30 akzeptiert.

Die Tochter der Jobcenterfrau kommt wieder früher und ohne Hund. War bei der Caritas angestellt und es geht um Versicherungszeiten in der KV. War auch Pflegeperson der Mutter mit Pflegestufe III. Sie bekommt Anruf und sagt, dass es nicht lange dauert und sie gleich runter kommt. Der Hund? Frage ich.

Die Eltern sind auch gegen eine geschlossene Unterbringung von Herrn Minus.

Der Pflegedienst verteidigt die Jungkatze, wäre 3 Monate alt und die andere erwachsene Katze hätte überall hin gemacht, auch ins Bett und die Betreute sei ohne Katze so traurig gewesen. Ja, Haustiere sind viel Therapieobjekt.

Ich werde Georg wohl nicht sehen. Herrn Bareinzahler haben sie die Wohnung gekündigt als langjährigen Mieter mit 5 kleinen Kindern, weil er im Treppenhaus wiederholt geraucht hat. Der Fall kommt mir vor wie die Fälle von denen die Kollegen berichtet haben.

Herr Brieföffner kommt ohne Termin, entschuldigt sich. Der komplizierte Fall mit der VW Bank, seiner Frau und dem Betrügerautohaus will ich an die Kollegen abgeben, Streit verkünden, alles zu kompliziert für mich. Wird schon, keine Sorge. Er ist heute labil und sagt mir, dass er ohne mich und seine Frau verloren wäre. Ja, aber wir sind ja da und stehen zu ihm und ich benutze seinen Brieföffner und er gefällt mir.

Auf der Fahrt nach Vahrenheide sehe ich meine alte Yogalehrerin und die sieht wirklich aus wie meine Betreute, die unbetreubar ist, aber trotzdem weiter unter Betreuung stehen sollte und nicht einsieht, dass ein Gericht ihr die Kinder weggenommen und dem Vater zugesprochen hat, nachdem sie diese entführt hat und tausende Kilometer mit ihnen durch Italien gefahren ist als Regressionstherapie. Sie hat genau denselben Gesichtsausdruck. Ich weiß schon, warum ich da nicht mehr bin. Als ich 40 wurde, was das noch alles anders. Muss schon lange her sein, denke ich mir dabei. Die türkische Betreute hat Künefe selber gemacht zum Mocca. Ein Traum.

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Leute mit blühenden Orchideen haben sich die gerade aus dem Baumarkt geholt würde ich sonst denken, aber schon meine Mutti belehrt mich eines Besseren. Ich bin gerührt, wie gut es ihr mittlerweile geht und sie erzählt offen, dass sie lange brauchte um ihre Krankheit zu akzeptieren und sie hätte viel nachgedacht und sich gefragt, warum hat sie z.B. was gesagt, was gar nicht zu ihr passt. Ich bin stolz auf sie und sage, da gehört viel Selbsterkenntnis dazu und die Krankheit merkt man ihr jetzt nicht an, wenn wir uns zufällig bei Efendi Bey begegnen würden, würde ich es im Leben nicht ahnen, aber wir wissen, was sie für schlimme und heftige Phasen hatte und es ist eben nicht Diabetes, sondern eine Erkrankung, die den Kopf und damit auch den Charakter beeinflusst. Ich habe das Gefühl, dass die Krankheit und die Beschäftigung damit, die Bewältigung, sie hat wachsen lassen und jetzt strahlt sie richtig. Sie hätte sich früher auch isoliert und hat jetzt viele Kontakte von früher wieder aktiviert u.a. ihren Job, Pakete einscannen von 20 bis 24 Uhr zwei Mal die Woche. Da würde sie jedes Mal hingehen als sei es das erste Mal, so freut sie sich und die Stimmung sei super und sie versteht sich mit den Chefs. Das ist auch eine Erkenntnis, dass man sich in der Krankheit zurück zieht und keine Rückmeldungen durch andere Menschen verträgt. Die erwachsene Tochter ist bald im zweiten Lehrjahr zur Zahnarzthelferin und hat Ehrgeiz nach der Ausbildung weiter zu machen, das Wort Ärztin fällt und da gibt es ja viele Zwischenstufen von Speichel absaugen zur Zahnärztin. Es spricht für sie, dass die erwachsene Tochter noch da lebt und nicht ausgezogen ist, weil die hat ja auch heftige Phasen bei ihrer Mutter mitbekommen als Tochter. Auch hier wurde offen über alles gesprochen. Sie bringt ihren jüngeren Bruder dann zu Bett, wenn Meine arbeiten geht und da muss man ihn erinnern, dass er Zähne putzen soll (da ist sie ja bestimmt die Richtige). Zahnreinigung macht das Zahnfleisch straff, dann ist wenigstens irgendwas straff meint die neue Frau vom auswärtigen Kostenträger (Hameln). Sie ist auch ein Traum. Deutsche Mulattin, jung, rundliche Formen, aber sportlich und sie ist locker und hat guten Humor, außerdem einen Sohn, einen Hund und eine Nähmaschine von Pfaff und ein Handy sowie Navi, was mit ihr redet und von dem sie genervt ist (spricht also auch über Privates). Das war mit ihrem Vorgänger unvorstellbar. Der war wie ein Beamtenarsch und hatte gar keinen Zugang zu den Leuten. Gut, sie kommt aus Celle und steht auf die Stadt, aber es gibt schlimmeres. Dafür hat der Sohn martialisch aussehende Spielwaffen auf dem Bett liegen. Die schwarze Maschinenpistole steht mir aber auch gut.

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Schwimmt er noch und warum geht es nach Seepferdchen nicht mit anderen Meerestieren weiter, Orca zum Beispiel als nächstes Abzeichen. Es ist gerade Ramadan und meine Betreute darf mit essen, weil sie ihre Regel hat. Ich schaue später nach und blute seit dem 19.05. Für mich wäre das zur Zeit auch sehr günstig (mit dem Ramadan und den Essenregeln). Erst Monate lang nicht und dann wieder richtig. Ich gewöhne mich dran und finde es nicht schlimm. Schaue erst nach über einem Monat überhaupt nach, wie lange das schon geht. Das erste Mal ein Monat bluten war krass, jetzt ist es normal. In der Hitze von Italien mit Pool kann ich es nicht gebrauchen, also bitte, lieber Körper, dann doch mal aufhören. Wenn Ramadan gebrochen wird, gibt es ein großes Fest und die jungen bekommen Geld, wenn sie den älteren Respekt zollen und den Handkuss geben, die kleinen 1 oder 2,- €. Ihrer hat richtig abgestaubt letztes Mal. Das kann ich mir vorstellen, zumal er blond und entzückend ist und das sei doch viel Geld in bunte Tüte umgerechnet. Die junge Wohnbetreuung fährt Vespa. Das sieht schick aus, so knall jung und gebräunt. Einfach cool.

Kaufe ein Wollkleid mit Rosen und abstraktem Muster von dem Vintage Laden Lister Meile. Das zweite Mal in meinem Leben gehe ich da rein, werde aber begrüßt wie eine Stammkundin. Leider lauter Mottenlöcher. Die Verkäuferin ist überrascht, seit wann würden Motten an Wolle gehen, fragt sie mich. Was sonst meine Antwort. Sie dachte, nur Mohair. An der Allianz, Lange Laube steht öffentliche Kunst, die mir gefällt, eine Gruppe abstrakter Figuren. Hier sind Muster in den Rasen geschnitten, die nicht gemähten Stellen sehen aus wie ein Blumenteppich mit Kornblumen und Mohn, wunderschön sieht das aus.

Frau Stimmen hat den Mietvertrag für die Wohnung in der Nordstadt bekommen (mal eine gute Nachricht). Gestern hat sie gemeldet, dass sie eine Telefonrechnung von über 100,- € hat. Das geht nicht mit Einwilligungsvorbehalt.

Sage den ersten Sport ab. Nach Tanzen ist mir nicht zu Mute bzw. nach Doppelkurs, muss heute noch im Pavillon tanzen. Im Traum war meine Sporthose durchsichtig. Das haben die Frauen oft so, die vor mir tanzen und man sieht der Hintern und den Tanga. Gar nicht auszumalen, wie das bei mir zur Zeit ausschaut. Das will ich keinem zumuten.

P-Monster kommt, ruft aber vorher an, dass er sich 10 Minuten verspätet. Das interessiert mich nicht, er soll nicht immer meine Zeit stehlen. Er ist der einzige, der meine alten Bonbons isst. Ein Fax ging ein. Die Vermieterin hatte ich im Mai angeschrieben und jetzt nimmt sie sich eine Anwältin und Notarin a.D., die kurze Fristen setzt. Warum a.D., ist die schon so alt?

Jasmin schreibt. Sie fahren Morgen um 6:30 Uhr und wir dann Morgen in einer Woche. Dann sind sie bestimmt schon tiefenentspannt.

Briefe an die Schweizerinnen und der OGV mitteilen, dass Frau Querulantin da jetzt ist, in der Schweiz und ob Termin zur Vermögensauskunft am 07.07. nicht aufgehoben werden kann.

Sport mit Steffi, sie lässt uns krasse Beinübungen machen und sagt im Seitenstütz: „Haltung wie beim Pommes essen.“ Will ihr davon aus dem Schwimmbad ein Musikvideo machen während der Movenyo Sommerpause. Mal sehen ob das klappt. Vermutlich eher nicht, aber wäre lustig.

Der Nachbar steht rauchend vor der Tür mit schlecht gelaunter Tochter, die seit Jahren unverändert ausschaut mit einer Ral-Farben-Palette in der Hand.

Wir haben jetzt Theater-Gold-Karten und brauchen Fotos. Stephan nimmt ein supersüßes von sich aus London von unserem letzten Aufenthalt mit einer Plastiksuppenschale als Hut (hatte ich drapiert). Ich sehe auf allen Fotos aus der Nähe schlimm aus mit dieser Augenentzündung. Ich muss da echt was machen. Nach Italien gehe ich noch mal zum Augenarzt, den der Kollege empfohlen hat und der schneidet gerne.

An der Küchengartenampel 2 Autos mit Tätowierungen oder wie heißt das mit Airbrush Zeugs und dann eines mit Gaffa. Stephan und ich lachen über dieselbe Wahrnehmung.

Marsala. War ich noch nie. Gehen hier nur alte Menschen hin? Auch die Alten vor uns, die mal in derselben Straße gewohnt haben (und mittlerweile erschreckend alt aussehen) und er fährt immer vor, wollen da hin, blicke ich auf halbem Weg. Wohin sonst? Marc arbeitet an der Kasse. Ich gestehe gleich meine subjektive Wahrnehmungsstörung, weil ich die anderen als alt wahrnehme, die mein Alter sind und jünger und mich eher bei denen Ende 20, Anfang 30 einordne. Friedhelm ist in Hannover und im Studio und nimmt Schlager auf, die er schlimme Lieder nennt. Klingt gut. Er ist voller Energie und sucht eine Wohnung hier.

Ich war seit dem Umbau nicht im Pavillon und kenne die neuen Eingänge nicht. Bin einfach nicht Stammkundin hier und im angrenzenden Mezzo. Nicht so meine Welt, früher nicht, heute nicht. Es ist bestuhlt. Das schockt schon. Dann kommt es aber schlimmer. Die Band aus Mexiko. Das hätte ja echt was werden können, war es aber nicht und ich stehe auf Mariachi. Ich hätte mich früher an den Tresen verabschieden sollen. Der penetrante Latino-Jesus, sieht genau aus wie aus Thomas und Yunfengs Collage im Flur, der so groß ist wie sein Saxophone, die Sängerin, die nur Haare schwenken und mit ihren Ohrstöpseln an Bändern kämpfen kann. Viel inszenierte Show, wenig dahinter. Ein bisschen Reggae, Pulp Fiktion Musik anspielen, aber als Medley, anbiedernde politische Botschaften, ein bisschen Genre, ein bisschen gegen Gewalt gegen Frauen, 10 Musiker, dafür ganz wenig Musik, Schlager aus der Werbung mit dadadadadadadadadaa „Tequilla“ nachspielen. Volksfest, schlimm, unterirdisch, regelmäßig die Frage, ob wir müde sind und dann noch ins Publikum und alle zur Polonaise anleiten. Ach ja, das Publikum dazu auch ganz schlimm. Ich stehe wie angewurzelt da und denke, dass Musik ja gar nichts mit mir macht. Warum sitze ich nicht vor dem Fernseher und häkele, was für eine Zeitverschwendung und Quälerei noch dazu. Die Nachbarin das erste Mal ohne Baby (ist in Wuppertal und abgestillt). In der Pause Gin and Tonic und Blueberries n cream von Häagendasz und die Straßenmusiker aus Manchester, ja cool, die Schlagzeugerin ist Hammer und ich muss mich gleich bewegen und zwar mehr als die anderen Zuschauer, also es geht dann doch, wenn die Musik nicht so schlimm ist. Dann Movits. Ich brauche immer eine schlechte Vorband, dann kann ich noch besser abgehen ist mein Fazit. Die sind Hammer, 4 Männer, das schwedisch ist sexy, die sind charmant und machen tolle Live-Musik. Der Saxophon-Spieler ist der Knaller (und die mag ich sonst nicht) und der Turntable/Schlagzeuger/Akustikgitarre/Zweitsänger hat viel mehr Sexappeal als die Scheißtussi aus der Vorband, wenn er das Handtuch über dem Kopf schwenkt. Der Sänger ist natürlich auch spitze und eine Rampensau. Ja, da springe ich das ganze Lied durch, wenn sie das von mir fordern. Wozu üben wir das bei Movenyo? Eine aus dem Studio ist da und ich will es sie fragen, aber sie sieht mich nicht oder will mich nicht sehen.

Wir treffen Bekannte aus der Nordstadt. Er hat Geburtstag in einer Kneipe gefeiert die er angemietet hatte und wir waren noch wieder nicht in Hannover. Ich schlage vor zusammen essen zu gehen. Es hat ein Inder neu eröffnet in der Stadt.

Es gibt Mentholfilter zum Reindrehen, lerne ich vor der Tür von Tanja, die ich anschnorre und bei einem gemeinsamen Toilettengang, dass man sich im Spiegel nicht anschauen darf auf den Clubtoiletten mit greller Beleuchtung, weil das zu grausam sei und Subcancer spielen heute in der Grammophonfabrik.