{"id":5902,"date":"2014-05-10T14:06:13","date_gmt":"2014-05-10T12:06:13","guid":{"rendered":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=5902"},"modified":"2014-05-12T16:36:42","modified_gmt":"2014-05-12T14:36:42","slug":"herr-winklers-schluessel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=5902","title":{"rendered":"Herr Winklers Schl\u00fcssel"},"content":{"rendered":"<p>05.05. Nachtrag von der Konfirmation. So reagieren die Verwandten, wenn Stephan ein Bild machen will. Es m\u00fcssen dann alle lachen \u00fcber das Ergebnis, wie sich alle aus dem Bild heraus lehnen und versuchen sich zu verdr\u00fccken.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/DSC04385Balken.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5913\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/DSC04385Balken-300x199.jpg\" alt=\"DSC04385Balken\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/DSC04385Balken-300x199.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/DSC04385Balken-624x415.jpg 624w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/DSC04385Balken.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mein Betreuter, der eine Umschulung machen will meldet sich mehrfach per mail aus seiner Fortbildungsma\u00dfnahme wegen seiner Fahrtkosten und seiner Heizkosten zuhause. Er heizt mit Holz und das ist mal ein Novum f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Das Fax der Klinik in Sachen 1. Mai-Einweisung liest sich wie folgt: \u201eHerr PM wurde mit dem RTW, \u00fcber die Polizei angefordert zur Notaufnahme in der Medizinische Klinik des KRH RK Gehrden gebracht. Er klagte dort \u00fcber Schmerzen im Herzen sowie die Vorstellung, das ihm ein mechanisches Herz eingesetzt und auch das Gehirn ausgetauscht sei, im Krankenhaus wolle man ihn vergasen und t\u00f6ten. Aufnahmemodus in der Psychiatrie .. am 01. Mai gem. \u00a7 18 NPsychKG. Bei Eintreffen gab Herr PM seinen Namen mit Winkler an, er sei o.f.W. und eine Woche umhergezogen, nachdem er vergiftet worden sei. Weitere sinnvolle Daten waren nicht zu erheben\u201c.<\/p>\n<p>Ich telefoniere mit Herrn PM, der angibt seine Schl\u00fcssel alle verteilt zu haben (ich frage ihn, was ich mir darunter vorstellen d\u00fcrfe), er meint so auf der Stra\u00dfe, aber sie wieder finden zu k\u00f6nnen, wenn er die Strecke mit dem Fahrrad absuche. Er habe nur noch einen Briefkastenschl\u00fcssel f\u00fcr die alte Wohnung, Kontokarte und Ausweis, alles sei weg. Die Nachbarn seien komisch gewesen, vielleicht habe er sich das aber auch eingebildet und sich da reingesteigert. Er wisse nicht, was mit seiner Katze sei. Die sei ihm vielleicht abgehauen, weil der Balkon noch nicht katzensicher war. Wir vereinbaren, dass ich die Nachbarin versuche zu erreichen und die Bankkarte sperren lasse.<\/p>\n<p>Nachmittags Anruf der Polizei. Eine Nachbarin aus dem Nachbarhaus hat sich gemeldet wegen der Katze. Die sei unversorgt und ich m\u00fcsse mich als Betreuerin k\u00fcmmern. Ich rufe im Krankenhaus an, ob er Ausgang bekommt. Das wird seitens der \u00c4rztin verneint, die Polizei w\u00fcrde die T\u00fcr \u00f6ffnen und die Katze ins Tierheim bringen lassen. Die Polizei macht gar nichts, weil es eine Betreuung gibt. Ja, aber ich betreue nicht die Katze und solche Viecher sind doch hartn\u00e4ckig. Ich habe B\u00fcrotermine und kann nicht weg. So was muss man mal sagen, dann Anruf der Stadt Ronnenberg. Kenntnis von Notlage der Katze und sonst Feuerwehr und teuer und ich: t\u00e4glich werden Millionen m\u00e4nnliche K\u00fcken geschreddert und hier macht man so Alarm wegen einer Katze, die ist doch nicht gleich tot. Ja, schon gut, sp\u00e4testens Morgennachmittag fahre ich raus. Ich bin super genervt und bestelle Stephan rein, der mich vertreten muss. Vorher Tierheim und ja, wie haben eine schwangere Mitarbeiterin, die darf aber nicht gebissen werden. Ich werde mich beherrschen. Bei einer Katze sei schon 1 Tag ohne Futter kritisch, sagt mir allen ernstes die Tierheimleiterin. Blabla. Ja, den Schl\u00fcsseldienst bestelle ich und fahre bei sonnigem Wetter nach Ronnenberg. Es ist wie in Neustadt. Kleinstadtatmo. Eine alte Frau mit Sonnenhut pflegt den Garten nebenan und wundert sich, wie ich mich auf dem Nachbargrundst\u00fcck umschaue. Ich erkl\u00e4re ihr, wer ich bin. Es ist ein Zweifamilienhaus und die Frau W. unten, die ich anrufen sollte, aber nicht im Internet finden konnte, ist nicht da. Die ist im Urlaub und kommt erst Morgen wieder und die Mutter wohnt hier irgendwo, aber wo genau ist unklar und die Polizei war auch schon da und hat die Katze, die sich ausgeschlossen hat, wieder in die Wohnung gebracht. Ich habe den Zettel im B\u00fcro liegen lassen. Stephan soll bitte der Polizei Druck machen, dass die mich auf dem Handy anrufen und mir bitte erkl\u00e4ren wie sie ohne Schl\u00fcsseldienst in die Wohnung gekommen sind. Der Typ von der Polizei ruft mich tats\u00e4chlich an, kann es mir aber nicht sagen. Die Nachbarin ist nicht zuhause, nur ihr fast vollj\u00e4hriger Sohn und der wei\u00df von nichts. Der Typ vom Schl\u00fcsseldienst werkelt untalentiert an der T\u00fcr mit einem weichen Spachtel und man wie er kann damit nichts ausrichten und ich sage: nichts kaputt machen. Wir k\u00f6nnen hier nicht einfach ein neues Schloss einsetzen und die Frau von unten aussperren. Dann kommt eine Frau mit Kinderwagen. Es ist jene Nachbarin, die sich auch einmischt und mir dann sagt, dann man \u00fcber ihren Balkon in die Wohnung kommt. Das Angebot nehme ich an und steige r\u00fcber (wozu mache ich Yoga), die Balkone sind direkt aneinander mit einem sehr schmalen Durchgang und einer Absperrung, aber das geht ohne weiteres. Ich dr\u00fccke die T\u00fcr auf. Die Katze ist freundlich, ob sie mich schon kennt, keine Ahnung. Jedenfalls ist sie wohlgen\u00e4ht und ich streichele sie. Musik und Licht sind an. Leider ist die T\u00fcr unten abgeschlossen. Die Nachbarin best\u00e4tigt, dass sie die Katze mitversorgt habe und schl\u00e4gt vor, die Katze \u00fcber den Balkon in die Katzenbox zu machen und hat sogar eine. Darauf w\u00e4re ich nicht gekommen. Ich schicke den Schl\u00fcsseldienst wieder weg. Der will 40 oder 50 \u20ac abrechnen. Wir werden mal sehen. Die Nachbarin ist nett und bittet mich rein, weil wir auf den Tierschutz warten. Sie sagt, die Katze mag wohl laut Herrn PM keine Hunde und sie habe neben der dicken, blonden Robbe, so nenne ich ihren Hund mal, einen kleinen Zuchtr\u00fcden, der nur halb so gro\u00df sei wie die Katze. Was sei denn mit Herrn PM, alle h\u00e4tten sich Sorgen gemacht, weil der sei ja so nett und k\u00fcmmere sich auch so gut um die Katze, die h\u00e4tte er nie freiwillig zur\u00fcckgelassen. Alle w\u00fcrden ihn m\u00f6gen. Vorher habe nebenan ein Chaot gewohnt und sie seien so froh \u00fcber meinen Betreuten, der ja Bass und Gitarre spiele und so ein gemeinsames Thema mit ihrem Sohn habe. Ostern habe er Anschluss gesucht als sie Familie zu Besuch hatte. Ich staune nur und denke, er hat das gro\u00dfe Los gezogen. Ich verfrachte die Katze in ihre Katzenbox und wir warten. Dann Tierheim, umladen. Das mache ich auch. \u00dcberlege fast die Katze zu mir zu holen, aber ich bin nicht ausgestattet und dann passiert noch was. Tierheim kostet 6,55 \u20ac am Tag. Rufe Herrn PM an, dass alles gekl\u00e4rt ist und seine Nachbarn ihn ins Herz geschlossen haben. Da hat er mal richtig Gl\u00fcck gehabt.<\/p>\n<p>Gerade rechtzeitig zum Geldtermin komme ich wieder rein. Ich frage, ob sie wirklich nichts zu essen hatte am Br\u00fcckentag. Entweder ich nehme das nicht ernst und sie verarscht mich, wenn ich sie ernst nehme, m\u00fcssen wir an der Geldeinteilung einiges \u00e4ndern f\u00fcr die Zukunft. Nein, schon o.k., sie hatte noch was, kann alles so bleiben. Wie war der Geburtstag in der Eisdiele, will ich wissen. War ohne mich nicht so lustig. Setzen einen Termin f\u00fcr Runde 2, hier in der Eisdiele.<\/p>\n<p>Abends lasse ich den zweiten Sport ausfallen, Yoga und fahre in den b\u00f6sen Wolf, aber der Lehrer ist schon heimgefahren. Der Inhaber vom Wolf gratuliert unserem Gast zum Aufstieg von K\u00f6ln, aber das geht ihr auch am Arsch vorbei. Die Wantansuppe ist totlecker. Ich darf sie aufessen. Die Pfannkuchen mit ges\u00fc\u00dfter Kondensmilch und ganz fettig schmecken mir auch. Heute kein B\u00fcgeln, nur dumm rumsitzen und dann schlafen. Unser Gast sagt, dass der Zoo zu viel Heidepark sei und die ganzen L\u00e4den und Gastro und Shops, hat diese aber ausgiebig besucht und Pflaster mit Tiermotiven gekauft.<\/p>\n<p>06.05. Viele Au\u00dfentermine, erst wieder nach D\u00f6hren, als mir Frau Yoga mit Sachen im Treppenhaus entgegen kommt, kriege ich Panik. Ist die Wohnung doch nicht leer, nein, dass ist aus der Abstellkammer, die dazu geh\u00f6rt und auch diese ist leer. Am Sicherungskasten h\u00e4ngt ein Bild mit Frauenschuhen. Das mache ich noch ab unter Einsatz meiner N\u00e4gel und etwas nassem Lappen. Als es klingelt, habe ich den letzten Rest gerade abgemacht und fege die St\u00fccke zusammen. Heute die der Typ von der Hausverwaltung ohne den freundlichen Maler und die Stimmung ist wie ausgewechselt, wir flirten und machen Witze. Alles l\u00e4uft gut und Wohnung wird \u00fcbergeben. Ich muss schnell weiter und komme leicht zu sp\u00e4t zur Ausl\u00e4nderstelle in der Leinstra\u00dfe, wo ich schon erwartet werde. Mein Betreuter macht die station\u00e4re Therapie und ich habe ihn lange nicht gesehen. Er sieht etwas sediert und aufgedunsen aus, es gehe ihm gut, aber er will nicht ewig dort bleiben. Der junge Sachbearbeiter ist nett. Ich will wissen, wie es hier mal weiter geht. Im Klageverfahren reagieren seiner Freunde vom Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlingen nicht. Ich zeige ihm das Erinnerungsschreiben des Verwaltungsgerichts und das Eilverfahren haben wir ja gewonnen. Er ruft beim Stellenleiter an. Er ist nicht mehr der Superdicke zust\u00e4ndig, sondern ein junger Typ, der aussieht wie Alfred E. Neumann aus den Mad Comics. Ich versuche n\u00fctzliche Infos aus ihm rauszubekommen. Bei Sieg Aufenthaltserlaubnis, bei Niederlage, keine staatenbezogenen Abschiebungshindernisse, vermutlich wieder Duldung, wie jetzt und keine Abschiebung nach Afghanistan. Ich frage, ob wir nicht l\u00e4ngere Duldung kriegen k\u00f6nnen als 3 Monate, weil ist l\u00e4stig, immer Verl\u00e4ngerung. Die Duldung sei eine Aussetzung der Abschiebung und das solle keinen Gewohnheitscharakter bekommen. Lustig, wenn einer 25 Jahre hier ist. Ich frage Herrn A. ob er die Mad Comics kennen w\u00fcrde. Wir reden noch kurz. Er sieht seine Mutter.<\/p>\n<p>Dann der Arzttermin. Soll meine Therapie nach fast 20 Jahren umgestellt werden. Ich mag keine Ver\u00e4nderung. Ich erkl\u00e4re der \u00c4rztin, dass es Typsache sei und ich auch keine M\u00f6bel r\u00fccken w\u00fcrde, wie andere Leute, die st\u00e4ndig umr\u00e4umen. Ich lasse mich allerdings von den Vorteilen einer modernen Therapie \u00fcberzeugen, weil meine jetzigen Mittel wohl schwer giftig sind und das ich es so lange vertrage ist irgendwie wie Helmut Schmidt mir den Zigaretten. Meine neuen Stimmungsaufheller haben lustige englische Modenamen wie Spielzeug oder Manga. Ich mache den Gentest, ob ich das Zeug vertrage, wenn ja, gibt es die Therapieumstellung, genau am 50zigsten meines Mannes. Das ist doch auch was. Die \u00c4rztin will mir auch eine Antibiotikacreme f\u00fcr mein Gesicht verschreiben. Meinetwegen. Wir gehen zu M\u00f6venpick, ich esse ein Tartine mit Thunfisch und Ei und eine Vanillecreme, die aus Sahne besteht mit Erdbeeren. Hammerlecker. Mein Betreuter ruft aus dem Iran an und ist noch nicht in Deutschland, den Gutachtentermin f\u00fcr Morgen hatte ich schon vorsorglich mit einem Fragezeichen versehen lassen in der Praxis. N\u00e4chste Woche will er wieder kommen, Datum will er nicht sagen, ob alles o.k. sei. Ja, ich halte ihm den R\u00fccken frei. Er meldet sich sofort, wenn er wieder im Lande ist.<\/p>\n<p>Dann Anh\u00f6rung wegen Verl\u00e4ngerung der Betreuung. Mein t\u00fcrkischer Betreuter hat seinem Arzt gesagt, dass er ihm Frau A. nicht wegnehmen d\u00fcrfe. Er wei\u00df nicht genau, wie alt seine Kinder sind. Die j\u00fcngere hat schon alle Z\u00e4hne. Die Richterin schaut besorgt, auch weil ich noch nie zuhause war. Ich brauche das nicht. Er zeigt uns dann haufenweise Fotos von Geburtstagen auf seinem Handy, die gutaussehend Frau in Verkleidung und ohne mit den Kindern in der total aufger\u00e4umten Wohnung auf einem Sofa. Ich wei\u00df halt, zu wem ich muss und zu wem nicht. Er wird kurz damit konfrontiert, dass ich wenig mache und dass das ein ehrenamtlicher Betreuer machen k\u00f6nnte und bricht fast zitternd zusammen angesichts der Aussicht mich zu verlieren. Das ist eindrucksvoll genug und die Richterin verl\u00e4ngert um 2 Jahre. Ich treffe eine Kollegin, die das immer kritisch gesehen hat und sie fragt, ob das eine neue Betreuung gewesen sei und ich sage, nee, alte und ich glaube manchmal ihr vom Betreuungsgericht denkt, ich gebe denen Tropfen, aber es ist nicht so und ich kann nichts daf\u00fcr, dass ich offenbar so stabilisierend auf diese Menschen wirke, es sei aber so. Ich w\u00fcrde jeden wieder aufgeben. Ich frage, wie es ihr geht um zu erfahren, dass nicht so gut und sie ist krankgeschrieben. Offen spricht sie \u00fcber ihre Diagnose. Wir kennen uns noch von der Uni. Irgendwie geht mir das sehr nach.<\/p>\n<p>Auf den Schreck muss ich erst mal eine Runde ins Fairkaufhaus, bei denen ist eingebrochen worden. Das ist auch Thema. Die Schweine, haben hoffentlich keine Altkleider geklaut. Ich ziehe einen dicken Bademantel an, der neben rot, gr\u00fcn und gelb deutliche schwarz-wei\u00df Anteile hat und mir leider sehr gut steht. Zwei \u00e4ltere Frauen schauen anerkennend. Kann man den so tragen, will ich wissen. Vielleicht mit einem anderen G\u00fcrtel. Die Marke, die ich nicht kenne mit einem Schiff als Logo sei sehr gut, Handt\u00fccher usw. Da kann ich f\u00fcr 6,- \u20ac wohl nichts verkehrt machen, au\u00dfer die Wohnung weiter vollzustopfen. Ich will auch ausmisten, alles was z.B. mal gekauft und nie getragen wurde. Beim gehen treffe ich meinen Betreuten aus Ghana, auch so einer der mich zur Stabilisierung braucht, selbe Richterin damals. Wir strahlen uns an und ich sage was von erwischt beim Einkaufen und er erkl\u00e4rt mir, er habe seinen freien Tag und ich sage, nein, er habe mich erwischt, ich h\u00e4tte doch den dicken Bademantel mit den Farben von Ghana unter dem Arm.<\/p>\n<p>Stephan macht GP und ich werde die Querulatorin so was von behalten. Der Gutachter schreibt \u201eWertend betrachtet bildete sich hier die deutliche Intension ab, auf diese Weise ein \u201em\u00f6glichst gutes\u201c Bild der eigenen Person zu zeichnen. Dar\u00fcber hinaus dominierte ein rigides Beharren (das sich immer wieder konkret wahnhaft manifestierte) auf Umst\u00e4nden, selber wenn Frau M unmittelbar nachgewiesen werden konnte, dass ihre Angaben nicht zutrafen&#8230;.Zur aktuellen Tagesstruktierung gab Frau M an, dass sie sich intensiv mit Firmen zur Frage einer neuerlichen beruflichen T\u00e4tigkeit auseinandersetze. Dar\u00fcber hinaus sei\u00a0sie in der CDU aktiv, geh\u00f6re zum \u201einneren Kreis\u201c des \u201eMcAllister-Teams\u201c, sei etwa Ehrengast einer Veranstaltung im Jahr 2012 gewesen. Weiter geh\u00f6re sie auch zum \u201eAngela-Merkel-Team\u201c&#8230;\u201cich bin ein Mathe- und Physik-Genie\u201c. Eine Fortf\u00fchrung der Betreuung ist unter der beschriebenen Konstellation alternativlos..Der Unterzeichner ist sich bei dieser Einsch\u00e4tzung sehr wohl der massiv ablehnenden Grundhaltung von Frau M bewusst \u2013 Gleiches gilt f\u00fcr die letztlich nur begrenzt gegebenen Betreubarkeit. Keinerlei Sinnhaftigkeit wird einem Betreuerwechsel beigemessen, da Frau M st\u00f6rungsbedingt jede neue Betreuerin\/jeden neuen Betreuer innerhalb k\u00fcrzester Zeit genauso ablehnen w\u00fcrde wie ihre gegenw\u00e4rtige Betreuerin.\u201c<\/p>\n<p>Das online banking funktioniert nicht. Ich muss nach Hause und mich darum k\u00fcmmern. Ich bin schwer beladen, es regnet, ein Mopedfahrer f\u00e4llt und ich stehe wie angewurzelt und glotze. Ein junger Mann sprintet \u00fcber die Stra\u00dfe und hilft dabei die Eink\u00e4ufe aufzuheben, ist hektisch und verteilt sie erst mal auf der Stra\u00dfe. Ich habe Angst, selber umzufallen und gebe diesen Fall gerne ab. Nach Telefonaten mit der Bankhotline ich bin zu faul f\u00fcr Sport, froh mal zu zweit zu sein nach Hamburg und Besuch. Ich schreibe der erkrankten Kollegin einen Brief und biete Hilfe an. Da breche ich mir keinen aus der Krone und es ist mir ein Bed\u00fcrfnis. Das Leben ist einfach zu kurz f\u00fcr Bedenken aus Eitelkeit.<\/p>\n<p>07.05. Ich tr\u00e4ume, dass Heike in einer dunklen Halle mit lauter Verkaufsst\u00e4nden haust. Ich lese ihre Post, wie bei einer Betreuten und stelle fest, dass sie immer falsche Nachnamen angegeben hat, wenn sie z.B. im Krankenhaus war. Ich spreche sie darauf an, ob sie \u00c4rger hat und sie sagt, sie will einen Neuanfang machen, aber irgendwie steht ihr Name nicht auf dem Klingelschild. Ich sage, sie kann doch so tolle Kost\u00fcme n\u00e4hen und da muss sich doch Geld mit machen lassen. Biete an, ihr einen Text zu schreiben f\u00fcr eine Anzeige. Sage, reiche Partygirls wollen doch immer eine ausgefallene Robe. \u201eEinmaliges, individuelles Party-Outfit bis hin zu ma\u00dfgeschneidert\u201c schlage ich vor. Ich schlage vor, dass sie mit Familie bei uns im G\u00e4stezimmer wohnen kann. Ich mache dann das Podest frei, der Sohn kann darauf schlafen und das Zimmer leerer f\u00fcr die G\u00e4ste. Ich schaue am Nachbarstand und hier werden h\u00e4ssliche Fertigringe f\u00fcr 120,- \u20ac verkauft. Ich denke, der Traum bezieht sich auf die Pandora-Plagiatssachen von Frau Yoga. Ich hatte spa\u00dfeshalber gesagt, dass ich mir einen Armreif mache als ich bei ihr auf dem Sofa vor den Perlensch\u00e4lchen sa\u00df und sie erz\u00e4hlte was von Kindergeburtstag mit Schmuck machen, den sie veranstaltet h\u00e4tte. Au\u00dferdem Heike, Du kannst mir den Traum nicht \u00fcbel nehmen. Es ist ein Traum!<\/p>\n<p>Ich fahre zur Verhandlung nach Neustadt und nehme mein Fahrrad mit. Das sorgt immer f\u00fcr Spr\u00fcche. Der Mandant und seine neue Freundin warten schon. Er h\u00e4tte nicht kommen m\u00fcssen. Ihm ist in der Probezeit gek\u00fcndigt worden. Ex ist auch da, mit neuem Anwalt. Die Richterin sagt, 40 Stunden reichen beim Geb\u00e4udereiniger, er muss keinen Nebenjob annehmen, wie die Gegenseite meint. Ich sage Nebenjob, er hat bis 2 Uhr nachts die Tui-Arena geputzt und sollte dann um 8 Uhr wieder anfangen. Das klingt wie Gehirnchirurg und nicht Putzkraft. Er ist ohnehin krank geschrieben und ja, er wird sich um neue Arbeit bem\u00fchen, aber wenn es nicht geht, dann geht es eben nicht. Er soll Insektenschein machen, dann verdient er 15,- \u20ac die Stunde, meint der Gegenanwalt und schl\u00e4gt ihm vor, mit seiner Freundin zusammen zu ziehen, um Haushaltsersparnis zu erreichen. Das geht die wohl gar nichts an. Ich verabschiede mich und k\u00fcndige an, bei meinem Freund aus L\u00fcbeck, der Insektenvernichtung macht, einmal anzufragen. Er solle sich nicht verr\u00fcckt machen und mir den Arbeitslosengeldbescheid zuschicken wegen Neuberechnung. Ich sage was von Zug um :17 verpasst, entweder eine Stunde sp\u00e4ter oder ich fahre doch nicht nach Wunstorf. Das war wieder total verpeilt, weil jeder Zug in Wunstorf h\u00e4lt, auch der den ich um :30 nehme. Er regnet. Ich will nicht extra zu Herrn PM fahren und das telefonisch kl\u00e4ren. Kehre vor dem Ausgang des HBH wieder um und nehme die S-Bahn. Vollbremsung und ich kann mich gerade so auf den Beinen halten, verliere etwas Urin.<\/p>\n<p>Meine Betreute, die sich nie meldet, h\u00e4lt die T\u00fcr zu und will mich nicht reinlassen. Sie wirkt desolat, eine Leiter steht hinter ihr, sie muss zum Arzt, ich solle mal auf die Uhr schauen, es ist schon 11:30 Uhr um 12 Uhr muss sie da sein. Ich rufe gleich in der Arztpraxis an und melde den Vorfall und bitte um einen R\u00fcckruf des Arztes. Ich schreibe den Freund und Insektenvernichter aus L\u00fcbeck an.<\/p>\n<p>Der schwule Sohn einer ehemaligen Betreuten ruft mich an und wirkt angetrunken, ob ich mich nicht gewundert h\u00e4tte, dass er mich damals gar nicht wegen Verleumdung angezeigt habe. Ich frage, warum. Ich h\u00e4tte behauptet, dass er minderintelligent sei. Ich sage, nein, er verwechsle mich, wir h\u00e4tten uns immer gut verstanden und ich h\u00e4tte ihm doch alle Unterlagen von seiner Mutter damals ausgeh\u00e4ndigt. Es war seinerzeit so, dass der der Sohn ein Schild mit &#8222;Betreuungsb\u00fcro und seinem Namen an die T\u00fcr gemacht hat und der Gericht gerne jemand\u00a0Unabh\u00e4ngiges einsetzen wollte.\u00a0 Ich war tolerant und er durfte Geld seiner Mutter mit ausgeben, weil er sich mit gek\u00fcmmert hat, nur neues Sofa und Schulden f\u00fcr die Mutter machen, war ich dagegen. Das war ein Balanceakt mit dem Sohn zwischen Kontrolle, aber nicht wegbei\u00dfen als wichtige Bezugsperson. Seine Mutter ist tot erfahre ich und das sei auch gut so. Er habe sein Leben zu sehr daf\u00fcr geopfert und ich sage, es stimmt schon, dass sie ohne ihn viel fr\u00fcher ins Heim gekommen w\u00e4re. Er sei weiterhin ehrenamtlicher Betreuer und habe was gelesen \u00fcber Musik bei Demenz. Ich sage, das war ein Artikel in der Haz, ein Typ, um die 55, der mit Demenzkranken tanzt und alte Lieder singt und sie damit an fr\u00fcher erinnert und die Erinnerung \u00fcberhaupt aktiviert. Das sei gut zu wissen, dass das in der Haz gewesen sei. Auch der eine Typ von den Scorpions w\u00fcrde sich f\u00fcr Demenzkranke engagieren. Das h\u00e4tte ebenfalls in der Haz gestanden. Davon wei\u00df ich nichts. Er wolle mich nicht l\u00e4nger von der Arbeit abhalten.<\/p>\n<p>Mein Betreuter mit dem Hasch und dem Sohn soll das Sorgerecht verlieren. Strafrichterin hat an das Familiengericht abgegeben.<\/p>\n<p>Die Frau von der Betreuungsstelle ruft an und will mir eine Betreuung vermitteln. Sie hat mir neulich Frau Yoga besorgt. Ich berichte kurz und lehne den Neufall dann ab. Ich bin auf rot gesetzt und soll mich bitte zuerst bei ihr melden, wenn sich daran was \u00e4ndert. Ich sehe das als Kompliment.<\/p>\n<p>Dauermandant aus Sri Lanka kommt mit seinem Sohn mit riesigen Augen.<\/p>\n<p>Die Sportlehrerinnen sind krank statt zum Yoga zu gehen sehe ich das als Zeichen und will zu einem Vortrag \u00fcber die B\u00fccherverbrennung. Ich habe eine email bekommen. Stephan und ich fahren nach St\u00f6cken zur Synagoge, die wir nicht kennen und die neben dem Friedhof St\u00f6cken ist. Die Frau begr\u00fc\u00dft uns mit Namen und fragt, ob wir schon mal da gewesen seien, was wir verneinen. Sie erz\u00e4hlt kurz u.a. dass sie einen Architekturpreis gewonnen h\u00e4tten und dass sie uns anschlie\u00dfend zu einem Glas Wein einl\u00e4dt. Wir gehen im Treppenhaus hoch in die Bibliothek. Die Sitzpl\u00e4tze sind fast alle belegt und wir setzen uns auf Sitzkissen auf die Treppe. Wir senken den Altersdurchschnitt deutlich. Eine Frau von der Landesbibliothek h\u00e4lt einen Vortrag. Just als sie beginnt, startet eine unvorteilhafte Teilnehmerin, dick, schlecht angezogen mit fettigen Haaren, die den Stuhl neben sich mit Sachen belegt und durchaus untypisch ist und die mich an die Betreute erinnert, bei der ich Altpapier runter bringe, damit an sehr unst\u00e4ndig ein gro\u00dfes Buch in eine knisternde Plastikt\u00fcte einzupacken. Man versteht die Vortragende nur schlecht und Leute drehen sich. Fast wie bei einer Performance packt sie dann ein eine noch d\u00fcnnere, lautere Plastikt\u00fcte aus und diese \u00fcber die erste zu streifen, alles sehr umst\u00e4ndlich und raschelnd und noch lauter. Schlie\u00dflich fast ihr eine Frau von hinten an die Schulter um das Ganze zu beendet und sie beeilt sich den Vorgang zu Ende zu bringen und alles auf dem Fu\u00dfboden zu verstauen. Der Vortrag ist sehr interessant und handelt von den Vorbereitungen der B\u00fccherverbrennung, die im April 1933 begonnen haben mit studentischen Initiativen gegen die undeutsche Literatur und einer Dokumentation, was hier in Hannover geschehen ist. Das undeutsche wurde mit Asphalt-Literatur getitelt und war neben j\u00fcdischer Literatur alles, was schwierige Themen ansprach, z.B. soziale Probleme. Das Deutsche war im Gegensatz zu dem Asphalt aus der Erde, dort wo der Bauer sein Feld bestellt, aus Wiesen und W\u00e4ldern und sollte den Leser erbauen. Karl von Ossietzky wird zitiert, der Jahre vorher in einem Artikel bereits feststellt, Asphalt sei z.B. in der Kunst wenn der Maler beim Sonnenuntergang eine Farbe w\u00e4hlt, die in Ostpreu\u00dfen selbst zur Mittagszeit noch nie einer gesehen hat. Das fand ich sehr sch\u00f6n. Die Frau spricht \u00fcber die Ereignisse in Hannover, Flugbl\u00e4tter wurden systematisch verteilt sowohl\u00a0Haushalte als auch Bibliotheken wurden ausgefordert ihren Bestand zu s\u00e4ubern, dann Fackelzug mit einem Lastwagen der gesammelten B\u00fccher \u00fcber die Goethestra\u00dfe, Lange Laube, Hildesheimer Stra\u00dfe und Geibelstra\u00dfe bis zur Bismarcks\u00e4ule, die damals am Maschsee stand. Hier wurden Ansprachen gehalten und die B\u00fccher dann den Flammen \u00fcbergeben. Es folgt eine Lesung der Namen der betroffenen Autoren durch Leute aus dem Publikum, die das unterschiedlich gut machen und einzelne Dichter werden vorgestellt, u.a. der Verfasser der Biene Maja, der ausversehen in die B\u00fccherverbrennung hineingeraten ist und sp\u00e4ter mehr oder weniger linientreuer Nazi war. Wir bleiben nicht auf einen Wein und wollen was essen gehen. Vorbei am Contigel\u00e4nde in Limmer, was ich sehr sch\u00f6n finde und vorbei an wei\u00dfen K\u00fchen, die ich laut gr\u00fc\u00dfe um zu gucken, ob eine guckt, die eindrucksvoll ausschauen und im Wilden Westen auf den Wiesen stehen, wei\u00dfe Steaks f\u00e4llt mir dazu ein. Ziel ist endlich mal der Mexikaner in Limmer. Wir sind die einzigen G\u00e4ste. Uns bedient ein kleinw\u00fcchsiger, vorsichtiger Mann. Die alkoholfreien Getr\u00e4nke mit s\u00fc\u00df mit Hibiskusbl\u00fcten und Horata, schmecken gut, sonst viel Dose, aber trotzdem ein lustiges Erlebnis. W\u00e4re auch zu \u00e4rgerlich, wenn man hier kulinarisch was verpasst h\u00e4tte, aber um gut zu sein haben die zu wenig Durchlauf. Zuhause sage ich die Buchbinderseminare ab. Passt mir diesmal nicht, Stephans Geburtstag, Paris und dann die Lumix. Will nur mein Papier abholen mal am Wochenende.<\/p>\n<p>08.05. Der Tag des Ausflippens gegen\u00fcber der Klinik. Die \u00c4rztin, die erst behauptet, wir h\u00e4tten noch nie miteinander telefoniert und dann nicht wei\u00df, ob es einen Unterbringungsbeschluss gibt, Herr PM bekommt keinen Ausgang um seinen Schl\u00fcssel aus Gehrden zu holen, der soll geschickt werden. Sie verweist an die Pflege. Die Pflege wieder an die \u00c4rztin. Ich flippe aus\u00a0am Telefonat und beschimpfe den unf\u00e4higen Klinikhaufen. Bei mir m\u00fcssen so Jung\u00e4rztinnen es nicht mit Arroganz versuchen. Sie sind \u00fcberfordert und schlecht und ich h\u00e4tte vom Numerus Clausus her auch Medizin studieren k\u00f6nnen. Ich habe keinerlei Hochachtung. Ich rufe im Robert Koch KKH an, dort hat er seinen Schl\u00fcssel vergessen. Die Frau am Telefon ist herrlich und erinnert sich an Herrn PM, der behauptet hat, Herr Winkler zu sein und deswegen war sein Schl\u00fcssel auch nicht sein Schl\u00fcssel. Sie hat ihn nat\u00fcrlich trotzdem den Mitarbeitern der RTW mitgegeben, aber \u201eder eine Vollidiot\u201c habe ihn wieder reingebracht und jetzt habe sie einen fremden Schl\u00fcssel, den sie nicht verschicken d\u00fcrfe. Sie will ihn mir ausnahmsweise doch zuschicken. Die idiotische \u00c4rztin ruft an, es gibt doch keinen Unterbringungsbeschluss. Herr PM hat mit dem Richter gesprochen und ich und warum durfte er dann seinen Schl\u00fcssel nicht selber abholen, sie d\u00fcrfen ihn gar nicht dabehalten, wenn sie es nicht schaffen einen Beschluss zu erwirken. Nie erreiche ich Herrn PM, der immer im Ausgang ist. Stephan bringt mich sp\u00e4ter zum Lachen indem er sagt, warum er sich nicht ausgezogen habe, es waren ja nicht seine Kleider, die er an hatte. Das w\u00e4re noch mal konsequent gewesen.<\/p>\n<p>Herr Ihme kommt vorbei und braucht 5,- \u20ac f\u00fcr Fr\u00fchst\u00fcck. Er sollte sein Geld vorbeibringen zwecks Einteilung und hat das nicht gemacht, dann gibt es keines mehr, sonst nimmt er mich nicht ernst. Musste Schulden zur\u00fcckzahlen, \u00fcberall, aber offenbar nicht bei mir und hatte dann nur noch 130,- \u20ac, die m\u00fcssen auch l\u00e4nger reichen als eine Woche. Er will Internetcaf\u00e9 beim Umzug helfen und bekommt daf\u00fcr 10,- . Ich erkl\u00e4re ihm, dass das bald alles ein anderer machen wird und ich bin dann in Paris. Er ist einverstanden und ich gebe ihm 5,-. Sp\u00e4ter sehe ich ihn am K\u00fcchengartenplatz und es sieht aus als w\u00fcrde er windige Gesch\u00e4fte machen, aber der andere Typ hat spitzenm\u00e4\u00dfige dicke und kurzbeinige Hunde, so dass ich hinglotzen muss und mich kaum ablenken kann. Herr Ihme kann mir da mal einen Gefallen tun bei Gelegenheit, weil an die will ich nur allzu gerne ran.<\/p>\n<p>Nachmittags die \u00fcblichen Geldabholtermine. Elisabeth Taylor erz\u00e4hlt mir von Kindern, die aussahen wie Kobolde. Die schafft mich noch eines Tages.<\/p>\n<p>Der neue Betreute mit dem \u00e4lteren Schwulen von der Wohnbetreuung, den ich auch noch nicht kenne. Der Proband ist sehr szenig und sieht gut aus mit langen Haaren und einer Strickm\u00fctze dar\u00fcber. Er erinnert mich an den Elvis meines 50zigsten in jung und kr\u00e4ftiger. Er stottert und hat ein Problem mit Autorit\u00e4ten, wie er selber l\u00e4chelnd sagt. Er geht ins D\u00fck, weil es da &#8222;umsonst zu fressen&#8220; gibt. Schlau, sage ich. Wir gefallen uns auf Anhieb. Ich denke, wir k\u00f6nnten ein alternatives Team zu Natural Born Killers abgeben. Ich bin hysterisch und steigere ihn rein und er t\u00f6tet. Er fragt, ob meine Klienten die Kunst gemacht haben, nein, das war ich. Er l\u00e4chelt anerkennend. Seine jetzige Betreuerin h\u00e4tte \u00f6fter ihr Wort gebrochen. So was kann ich auch nicht ab und ich bin sehr zuverl\u00e4ssig. Die Sache ist geritzt. Ich freu mich schon auf den Fall.<\/p>\n<p>Pilates, damit etwas K\u00f6rperarbeit gemacht wird. Ich bekomme eine &#8222;Bunte&#8220; aus dem Jahr 1964 von der Inhaberin geschenkt. Das ist toll. Risotto mit getrockneten Pilzen. 6 Portionen. Stephan isst sehr viel. Ihm schmeckt es sehr gut, wie er sagt. Die Simpsons Folge ist gro\u00dfartig. Die Einwohner von Springfeld sind alle Legofiguren. Marge wird die Hand abgerissen vom Hund, aber sie hat eine Schublade mit Ersatzteilen und nimmt die mit dem Glas in der Hand, die sie seit Silvester nicht mehr benutzt hat. Zu Maggie sagen sie \u201eThey\u2019re so cute, when they\u2019re duplo\u201c. Homer hat Hallus, dass er H\u00e4nde hat, die aussehen wie W\u00fcrste (also abnormal und eklig), menschlich, statt Lego. Bart muss die Schule aus einem Berg voller Lego-Steine nachbauen und sagt, dass sei erst 12 +. Skinner sagt, dass w\u00e4ren nur Empfehlungen. Er baut was ganz anderes, verwendet aber alle Steine plus Ralfi. Am Ende ist es ein Alptraum, weil Homer Lisa erkl\u00e4rt hat, dass kein Elternteil auf der ganzen Welt gerne mit Kindern spielt und das immer gelogen ist und vorget\u00e4uscht. Dann macht es ihm Spa\u00df und sie nehmen an einem Wettbewerb teil und dann will Lisa lieber mit den \u00e4lteren M\u00e4dchen ins Kino, die sie jetzt in ihre Clique aufnehmen wollen und versetzt ihren Dad. Sehr sch\u00f6ne Folge. Am Ende ist das ganze Universum in einer Lego-Box 2 Billionen +.<\/p>\n<p>09.05. Stephan liest mir wieder aus der Haz vor. Radfahrer durch \u00d6ffnen einer Autot\u00fcr vor Lkw. Er stellt dann fest, dass seien diese Kampfradler. Ja, ist wieder einer im Kampf gefallen. Fahrradfahren ist gef\u00e4hrlicher als Heroin, stelle ich fest.<\/p>\n<p>Termin in der Hamburger Allee. Ein Plakat auf dem mit einem Igel f\u00fcr Enthaarung geworben wird so nach dem Motto: auch l\u00e4stige Haare. Geht\u2019s noch d\u00e4mlicher, frage ich mich. Stacheln als Haare und das lebensnotwendig als l\u00e4stig zu bezeichnen. Manchmal denke ich neben Fettabsaugung macht auch Haarentfernung doof.<\/p>\n<p>Der Wind ist h\u00fctchenfeindlich und ich stehe im Eingang. Meine Betreute kommt. Ich habe mich wieder unfreiwillig von meinem Handy getrennt. Sie ist sehr schlecht drauf. Ich rede nicht viel. Wir sitzen im Wartezimmer. Bei der Sachbearbeiterin sage ich, dass Informationen noch fehlen, aber das einzig und alleine meine Schuld sei, weil meine Betreute sogar zu einer Vorbesprechung bei mir war und frage die Geburtsdaten ihrer Eltern ab und die Mietdaten und trage sie ein. Sie taut auf. Wir sollen noch mal im Wartezimmer Platz nehmen. Wir reden \u00fcber die Vorteile dieses Hauses gegen\u00fcber dem schlimmen Jobcenter, bei dem ich durchdrehen w\u00fcrde, wenn ich da als Betroffener Schlange stehen m\u00fcsste und die lustigen Leute hier, Rentner, Ausl\u00e4nder und junge Prinzen (wie im M\u00e4rchen, einer lang und d\u00fcnn und sein dicker Kumpel), der D\u00fcnne schimpft vor sich hin, dass das alles Nazis seien und\u00a0er gleich gehen w\u00fcrde, genau gesagt um 20 nach. Wir sprechen \u00fcber Renten und ich erz\u00e4hle ihr, dass meine Freundinnen auch \u00fcberwiegend auf Hartz IV Niveau sein werden als Rentner. Wir l\u00e4stern \u00fcber schlimme Klinik\u00e4rzte und sie erz\u00e4hlt von Kunstblut f\u00fcr Theater, was man essen kann, weil es mit Mehl und rote Beete anger\u00fchrt ist. Sie erz\u00e4hlt, dass es ein Experiment gab, bei dem sich verschiedene Leute haben einweisen lassen und behauptet haben, Stimmen zu h\u00f6ren, ein Journalist, ein Arzt. W\u00e4hrend die Mitpatienten gesagt alle h\u00e4tten, die geh\u00f6ren hier nicht her, h\u00e4tten sie die schlimmsten Diagnosen von den Psychiatern bekommen. Die h\u00e4tten ihnen alles best\u00e4tigt an Psychosen und Schizophrenie. Der eine Typ, der alles aufgeschrieben hat, wurde ein Schreibwahn attestiert. Ich muss lachen und sage, das glaube ich sofort, dass \u201eBetroffene\u201c das viel besser erkennen k\u00f6nnen und man die nicht so leicht hinters Licht f\u00fchren kann. Sie erz\u00e4hlt von einem Kind aus der Verwandtschaft was sagt &#8222;ich will Ungeborenes verzehren&#8220; und alle schauen entsetzt, au\u00dfer der Mutter, die \u00fcbersetzt: &#8222;er will Eier essen&#8220;. Sie ist froh mich zu haben. Wir warten doch noch recht lange, aber ein afrikanisches Baby am\u00fcsiert uns gleicherma\u00dfen. Es ist herrlich zu beobachten, wie die Mutter an ihm herum knetet und es massiert und ausrichtet. Dann \u00dcberbr\u00fcckungsdarlehen. H\u00e4tte sie gar nicht gebraucht, aber w\u00e4re trotzdem besser so. Sie hat 700,- \u20ac auf dem Konto. Wie geht das, will ich wissen und sie soll nicht immer nur Kunstblut essen. Ich frage, wie es ihr geht und sage, ich will nicht, dass sie \u00e4u\u00dferlich gefasst wirken und sich gleich was antun. Sie sagt, sie findet es gut, dass ich gefragt h\u00e4tte und am Anfang sei es kritisch gewesen. Sie will jetzt einen Kaffee trinken gehen. Ich fasse sie kurz an und sage, dass ist eine Superidee. Ich liebe meinen Beruf.<\/p>\n<p>Ich fahre zu Frau Schlechtgelaunt und erwische einen guten Tag bei ihr und bei mir. Sie hat auch einen Kefirpilz in der K\u00fcche und lauter Pflanzen, u.a. eine wie meine eine auf der Fensterbank in der K\u00fcche, die wie eine Mimose ist. Die muss nach drau\u00dfen. Ach so. Sie schleift die Bretter ihres Balkonregals ab. Ich will ihr einen Ableger geben von der, die ausschaut wie ein Penis mit Geschlechtskrankheit und vielleicht auch mein Fensterblatt, was gerade nervt. Das k\u00f6nne man sch\u00f6n an der Wand befestigen. Viele Tipps bekomme ich und dann sprechen wir noch \u00fcber den Rentenantrag (wir werden den Rechtsstreit vor dem Sozialgericht gewinnen, aber die sollen gef\u00e4lligst die Rente nachzahlen und meine Kosten voll \u00fcbernehmen), die dadurch bedingte Umstellung auf SGB XII (ja, ich mache das alles und es wird klappen) und den abgelaufenen Ausweis. Hier wei\u00df ich im Moment keinen Rat.<\/p>\n<p>Ein verm\u00f6gender Sozialp\u00e4dagoge sucht eine Wohnung. Das Plakat h\u00e4ngt bei Kreipe, leider haben die keine selbstgemachten Ostereier aus Schokolade mehr. Leider habe ich keine Kamers und kann kein Beweisfoto von dem Plakat machen.<\/p>\n<p>Wir treffen uns mit Katarina im 11 A und haben Gl\u00fcck. Die Sonne scheint. Vorher bringe ich den Schuhl\u00f6ffel brav zur\u00fcck zu Anne Behne, der in meinem Schuhkarton war und den ich seit Tagen spazieren fahre. Katarina hat immer Extraw\u00fcnsche, wenn man Essen geht, die sie heute mit den Worten \u201eist es m\u00f6glich\u201c einleitet und ich nenne sie Sally. Am Nachbartisch kennt mich einer aus der Bachstra\u00dfe. Ich h\u00e4tte mich mal so engagiert. Wei\u00df erst nicht um was es geht, dann doch. N\u00e4chstes Mal wollen wir uns im Rossini treffen.<\/p>\n<p>Sunla ruft an. Ich muss ihr gestehen, dass wir ihren Ex und unseren langj\u00e4hrigen Lebensbegleiter auch zum Wiener Geburtstag einladen wollen, zumal er au\u00dferhalb Wiens wohnt und seine Freundin sei nett und ihre Wiener Freundinnen seien ja auch eingeladen. Das sei ganz uns \u00fcberlassen. Beim Thema Medikamente sind meinen Freundinnen nur um meine schlechte Haut besorgt. Das scheint meine Freundinnen mehr zu belasten als mich. Tut nicht weh, ist nicht t\u00f6dlich. Ich scheine bei weitem nicht so eitel zu sein.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zum Sport kaufe ich Karten f\u00fcr die Lumix, die langweilig schwarz sind statt mit einem Foto, z.B. vom Festivalplakat. Eine Frau beim Sport will ein Foto von mir machen, aber nur mit meiner Lumix-Eintrittskarte. Die Trainerin hat schlimm Asthma und tut mir echt leid, so wie sie nicht gut atmen kann und immer husten muss und zugleich vom tief Atmen spricht (das was ihr offenbar schwer f\u00e4llt) und sich dann umdrehen und das Spray nehmen muss. Nach dem Sport fahre ich durch den str\u00f6menden Regen nach Hause und sehe noch mal Herrn Ihme, der hat eine Nachzahlung von knapp 117,- \u20ac bekommen, von der er noch nichts ahnt und ich habe mir schnell meine 35 entnommen. Wenn er n\u00e4chstes Mal kommt um sich was zu borgen, habe ich eine kleine \u00dcberraschung. Heute Abend passiert nicht mehr viel und ich schaffe es noch nicht einmal meinen neuen TCM-Tee aufzukochen. Comedy-Verarschung auf den ADAC, dass sie lieber zu Luxusschlitten fahren und man sieht ein Auto mit einem Skelett am Steuer und der ADAC-Engel erkl\u00e4rt, dass sei kein Auto, sondern ein Peugeot.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>05.05. Nachtrag von der Konfirmation. So reagieren die Verwandten, wenn Stephan ein Bild machen will. Es m\u00fcssen dann alle lachen \u00fcber das Ergebnis, wie sich alle aus dem Bild heraus lehnen und versuchen sich zu verdr\u00fccken. 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