{"id":4981,"date":"2014-03-08T11:55:37","date_gmt":"2014-03-08T09:55:37","guid":{"rendered":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=4981"},"modified":"2014-03-12T08:43:26","modified_gmt":"2014-03-12T06:43:26","slug":"lickringen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=4981","title":{"rendered":"Lickringen"},"content":{"rendered":"<p>03.03.2014 Mein Betreuer lebt \u00fcber seine finanziellen Verh\u00e4ltnisse. 2 Autos, 1 Motorrad. Das sei Teil der Krankheit. In der Selbsthilfegruppe \u201ebipolare St\u00f6rung\u201c w\u00fcrden alle dasselbe erz\u00e4hlen. Er nimmt einen Hausfrauenkredit auf um mehrere andere Kredite abzul\u00f6sen, die teilweise zinsfrei waren. Es ist alles wenig durchdacht. Ablauf im privaten Bereich: Freundin, engagiert sich ganz doll, ist mehrfach auch mit bei mir, er zieht nach Hameln zu ihr, Schluss, wurde ihm alles zu viel. Dann wieder Hannover. Jetzt die Neue, es wird geheiratet. Ich sage ihm, auch das wirke sehr chaotisch auf mich. Muss das denn sein, heiraten? Das kann so viele Probleme bringen und Schulden. Er will Verbindlichkeit und Stabilisierung und erhofft sich das durch die Heirat. Dann hat man ja den Schwur geleistet und dann ist da auch jemand, wenn man nach Hause kommt und man sorgt f\u00fcreinander. Wei\u00df nicht, ob das so klappt. Habe eher meine Zweifel. Ich denke umgekehrt, die Verbindlichkeit muss da sein und dann kann man es kr\u00f6nen mit Heirat und nicht hoffen, dass die Verbindlichkeit kommt durch die Heirat. Nat\u00fcrlich scheitern auch Ehen, bei denen die Paare schon 5 Jahre zusammen gelebt haben. Es gibt keine Garantie, aber so scheinen mir die Vorzeichen sehr ungewiss, durch das Probewohnen hat man immerhin schon mal ausprobiert, ob das klappt. Sie zieht her aus einem anderen Bundesland, man kennt sich erst einige Monate und hat noch nie zusammen gelebt. Sie braucht erst mal einen Job, ob ich da was wei\u00df. Zur Hochzeit w\u00fcnschen sie sich Geld. Ne, klar. Mir kommen die Unw\u00e4gbarkeiten halt sehr gro\u00df vor und der Trauschein h\u00e4lt doch keinen\u2026<\/p>\n<p>Nachmittags fahre ich zu meiner dementen Betreuten. Der Perso ist fertig. B\u00fcrgeramt Ricklingen. Sch\u00f6n ist das nicht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Alle-Arten-von-Kunst-Voltaire.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4937\" alt=\"Alle Arten von Kunst Voltaire\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Alle-Arten-von-Kunst-Voltaire-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Alle-Arten-von-Kunst-Voltaire-300x225.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Alle-Arten-von-Kunst-Voltaire-624x468.jpg 624w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Alle-Arten-von-Kunst-Voltaire.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Geb\u00e4ude drin und vor dem Amt ist die B\u00fccherei. Das ist ein Paralleluniversum. Da arbeiten Frauen drin, die eine tr\u00e4gt Kopftuch. Alles ist sch\u00f6n dekoriert und hergerichtet, aber es wirkt wie aus einer anderen Zeit. Wer braucht das noch? Gut, meine Freundin Claudia ist F\u00fcrsprecherin der B\u00fccherei. Sie leiht sich Filme und B\u00fccher f\u00fcr den E-reader und die l\u00f6schen sich selbstt\u00e4tig und mal braucht sie nicht zur\u00fcck bringen. Ich war verwundert, dass die Mitgliedschaft Geld kostet. Ich kenne so was nur als Studentin und da war das immer umsonst. Meiner Betreuten hatte sie die Zugangsdaten f\u00fcr die Internetfreischaltung des Ausweises geschickt. Das zerrei\u00dfe ich vor Ort. Wir hatten \u201enein\u201c angekreuzt und die ist schlimm dement. Warum bekommt sie das dann zugeschickt, will ich wissen. Ja, Vollmacht liegt B\u00fcrgeramt Ricklingen vor. Ich habe das Theater mitgemacht, brauche aber keine Vollmacht als Betreuerin, bin gesetzliche Vertretung, auch egal. Wieder zur\u00fcck zu meiner Betreuten, vorbei an so was:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/eigenartiges-Bild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4943\" alt=\"eigenartiges Bild\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/eigenartiges-Bild-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/eigenartiges-Bild-225x300.jpg 225w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/eigenartiges-Bild.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hier laufen die Karnevalsumz\u00fcge im Fernseher. Das Tierheim in Mainz stellt sich gerade vor. Wir schauen etwas zusammen fernsehen. Die Nachbarin will wieder putzen, aber meine sagt, es sei sauber genug und will das Geld lieber in der Kneipe ausgeben. Da kann die Betreuerin auch nichts machen. Wir sprechen vor der Nachbarin \u00fcber den Schwerbehindertenausweis mit Wertmarke und Begleitperson. Ich sage meiner, sie kann auch mal jemanden, der gerade eine Fahrkarte kauft ansprechen und sagen: wenn ich mich mit einhaken darf, fahren Sie umsonst. Begleitperson kann jeder sein. Sie ist der Freifahrschein sozusagen.<\/p>\n<p>Meine Betreute, der es so schlecht geht, dass sie sich in die Klinik einweisen lassen wollte und der ich einen\u00a0 Hausbesuch angeboten habe und die oft an Suizid denkt, wohnt gleich um die Ecke und direkt neben einem Tischler und Bestatter. Das ist mein n\u00e4chster Termin. Die Wohnung ist klein und steckt voller Geschmacklosigkeiten und Esoterik, lila, dazu Kerzen und ein gro\u00dfer flacher Fernseher mit Spielekonsole daneben. &#8222;Ich, unverbesserlich Teil 2&#8220; liegt auf dem kleinen Tisch auf einem Stapel mit DVDs. Der erste Teil sei besser gewesen.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg wundere ich mich \u00fcber die Zeitungs\u00fcberschrift: &#8222;Krieg in Europa&#8220;. Was wollen sie denn dann schreiben, wenn es so weit ist\/kommt?<\/p>\n<p>Beim Sport stelle ich in der Umkleide vor, dass es wohl eine neue Disse gibt, einen Klub, den ich nicht kenne. Die Balletttante, die mit ihrer Tochter gek\u00fcnstelt Englisch spricht, sagt einer anderen Teilnehmerin, die jetzt zur Grace-Lehrerin avanciert ist, dass sie wohl beide im Kristallclub gewesen seien. Die Angesprochene hat das nicht bemerkt und stellt fest, dass das nicht f\u00fcr ihren Zustand sprechen w\u00fcrde. Sie h\u00e4tte zu viele Bier getrunken und sei dann auch schon um 3 nach Hause gegangen. Die Tanzlehrerin daraufhin: was so fr\u00fch und die Tochter, die bei ihr in der Klasse ist erg\u00e4nzt, Mama ist erst gegen Viertel vor acht nach Hause gekommen. Ich dachte schon, die \u00fcbernachtet woanders und verrollte die Augen. Ich will mal wieder tanzen gehen und bin nicht am Puls der Zeit. Bl\u00f6d eigentlich. Jetzt versuche ich herauszufinden, wo dieser Club ist. Auf meine Recherchen schreibt mir der Nachbar, Scholvinstra\u00dfe, aber Steintorviertel ist nun nicht meine Welt. Vielleicht w\u00fcrde ich edn Club dann auch doof finde, wenn ich ihn finde. Will eine freakige Glocksee f\u00fcr Erwachsene oder \u00dc-40 Glocksee halt. Das gibt es nicht.<\/p>\n<p>Abends nach dem Essen (es gibt alten Broccoli mit Wiener Wurst, Knoblauch, Zwiebeln, Chili in Sahne, das Ganze setzt an, weil ich weggehe, schmeckt dann aber erstaunlich k\u00f6stlich) und kurz vor 23 Uhr verk\u00fcndet mir mein Mann, dass Mats gleich brennt. Ein Freund von uns macht japanische Keramik, in diesem Fall wohl Buchstaben, die sich auf Messen total gut verkaufen lassen, in einem Ofen, der im Freien mit Holz betrieben und auf 1000 Grad hochgeheizt wird und das die ganze Nacht durch. Stephan will sich das Spektakel ansehen. Ich bin zu m\u00fcde, aber das ist bestimmt interessant.<\/p>\n<p>04.03. Betreuter, der sich selten meldet hat Termin. Es geht um Verl\u00e4ngerung der Rente. Er trete auf der Stelle und es w\u00fcrde ihm so gehen, wie zur Zeit der Einrichtung der Betreuung, au\u00dfer dass er nicht mehr spielt. Auf Nachfrage: besser ging es ihm nur als er den 1 Euro Job in der MHH hatte. Ich greife zum H\u00f6rer und er hat n\u00e4chste Woche dort einen Termin. Die 1 Euro Jobs gibt es nicht mehr, aber er ist jetzt auch Rentner. Kurzes Telefonat, gro\u00dfe Wirkung. Schlechtes Gewissen, weil ich nicht aktiv geworden bin trotz Gesundheitssorge. Er h\u00e4tte sich auch r\u00fchren k\u00f6nnen. Ich rede da offen dr\u00fcber und wir stellen fest, dass jetzt vielleicht auch genau die richtige Zeit war und es passte ja auch einfach alles. Es ist, wie es ist.<\/p>\n<p>Mittags Kantine<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Kantine-Gulasch.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4976\" alt=\"Kantine Gulasch\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Kantine-Gulasch-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Kantine-Gulasch-300x225.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Kantine-Gulasch-624x468.jpg 624w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Kantine-Gulasch.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>und entspannte Runde mit meinem Mann in der Stadt bei sch\u00f6nem Wetter. Kalorienreduzierte Fudge-Torte und Karamell-Schoko-Shortbread von Balzac. Oh Man, der Zucker. Komme nicht los von dem Zeug. Stephan bekommt nach meinem Tod meine Oberschenkelknochen. Ich will das verf\u00fcgen, dass sie entfernt und pr\u00e4pariert werden. So gekreuzt w\u00fcrden sie cool ausschauen. Meine Oma, der ich nachschlage, hatte 2 k\u00fcnstliche H\u00fcftgelenke. Das w\u00fcrde die Knochen nat\u00fcrlich versauen. Solange der Schwabbel da ist, mag er mehrere Teile an mir, aber von dem was \u00fcbrig bleibt, mag er die Oberschenkelknochen, allerdings mag er die auch lieber mit Stoff, also Haut bezogen. Da lassen sie sich besser streicheln als so Knochen.<\/p>\n<p>Am Schwarzen B\u00e4ren reitet mich die gute Laune und ich fahre Schuss herunter zum neu gestalteten Glocksee-Ufer. Es gef\u00e4llt mir und die Menschen sitzen drau\u00dfen, die Uferpromenade ist sch\u00f6n und es l\u00e4sst sich herrlich Rad fahren. Als ich beim Tanzkurs in der Glocksee damals (die alten Szenehengste mit Frauen nahmen zu der Zeit Privattanzunterricht und wir waren dabei und haben Lindyhop und Tango und alles m\u00f6gliche gemacht) gefragt habe, ob einer von der Dagegenfraktion sich denn die Umbaupl\u00e4ne mal angeschaut hat, gab es einen Aufschrei der Entr\u00fcstung. Ich reaktion\u00e4res Biest, dass ich \u00fcberhaupt erw\u00e4gen kann, da nicht dagegen zu sein. Es werden B\u00e4ume gef\u00e4llt. Es wurde vor allem Gift aus der Erde rausgegraben (da kann ja wohl keiner was dagegen haben) und dann kann man anhand dieses Projekts sch\u00f6n feststellen, dass nicht alles Stuttgart 21 ist und der dortige Schlo\u00dfgarten. Hier war es doch eher Gestr\u00fcpp was entfernt wurde (und keine alten, ehrw\u00fcrdigen Platanen) und jetzt sieht es leider geil aus. Die neuen Terrassen und die Gestaltung machte einfach Sinn und ist viel sch\u00f6ner und auch nutzbarer als fr\u00fcher. \u00a0Da haben die ewig Gestrigen sich wohl mal geirrt.<\/p>\n<p>Nachmittags der Erbfall mit der schwierigen Schwester. Darlehen des Bruders, meines Mandanten, die nicht schriftlich waren und f\u00fcr die Topzinsen zugesagt wurden per SMS werden bestritten. Kurz vor Einigung bzw. mittendrin Anwaltswechsel. Die Anw\u00e4ltin ruft jetzt an und will ihr Geld und ich bin etwas h\u00e4misch. Jetzt kann sie mal sehen, wie es meinem Mandanten geht mit dem Biest. Wir bieten ihr noch etwas mehr Geld und hoffen sie aus der Reserve zu locken. Mein Mandant will die Sache abschlie\u00dfen.\u00a0 Sport, heute gibt es Wiener W\u00fcrste und Kartoffel-Topinambur-P\u00fcree. Lecker. Nachtisch nur ein paar Gr\u00fcne Tee Madelaines. Fr\u00fch ins Bett. Morgen wird stressig.<\/p>\n<p>Stephan beruhigt einen Freund, dass er keine Angst haben muss. Wir werden uns nie trennen. Ein gemeinsamer Freund hat sich wohl gerade getrennt und spricht auch nicht dar\u00fcber. Das was er gerne anderen unterstellt. Der Freund, den Stephan beruhigt, \u00fcberlegt sich auch Betreuungen zu machen. Ob ich dann die Klageverfahren machen k\u00f6nnte. Stephan sagt, eher nein, aber selber fragen. Das ist langwierig und macht sie in ihren eigenen F\u00e4llen, bei denen aber fortlaufend Geld rein kommt durch die Betreuung. Gute Antwort.<\/p>\n<p>05.03. Werde sch\u00f6n fr\u00fch wach. Die Betreute mit der ich mich treffe geht mir mit ihrer n\u00f6rgelnden und unzufriedenen und zugleich fordernden Art auf die Nerven. Sie macht mir schlechte Laune. Sie hatte mich gestern angerufen, wann wir uns treffen w\u00fcrden. Das habe ich ihr geschrieben, welche Bahn, wo treffen usw. aber sie hat meine Post nicht aufgemacht. Ne, klar sage ich. Dann kann ich ihr meinen Brief ja auch vorlesen. Aber w\u00e4re grds. schon sinnvoll, wenn sie Briefe von mir zumindest aufmachen w\u00fcrde. Der Termin ist um 9 Uhr. Bahn f\u00e4hrt um 8:29 Uhr. Ob das nicht etwas sp\u00e4t sei, wandte sie ein. Ich hatte vorgeschlagen, dass wir uns um 8:20 Uhr treffen, am Gleis bei den Rolltreppen. Sie kommt von der anderen Seite. Ja, aber ich kaufe erst die Fahrtkarte, wenn sie da ist, weil ich sonst nicht fahren muss. Sie: wir m\u00fcssten auf der anderen Seite aussteigen. Ich sage, nein. Da wo wir uns treffen ist auch das richtige Ende der Bahn beim Aussteigen. Die Bahn f\u00e4hrt an der Zielstation ein und wir m\u00fcssen hinten raus.<\/p>\n<p>So zur Vorgeschichte. Um 8:10 Uhr stehe ich am Gleis. Sie ist nicht da um 8:20, sondern kommt um 8:25. Ich kaufe das Ticket. Sie will trotzdem hinten einsteigen, weil vorne sei ihr zu voll. Ob ich mich nicht setzen wolle mit meinen Taschen. Nein, aber sie will sich setzen. Die Bahn hat 6 Minuten Versp\u00e4tung. Ob es mich st\u00f6rt, wenn sie die Kopfh\u00f6rer drin l\u00e4sst. Nein (es ist eine Entlastung, das sage ich nicht). Wir kommen um 8:50 Uhr an und m\u00fcssen erst mal den ganzen Bahnsteig entlang gehen. Sie bleibt zur\u00fcck, dreht eine, muss eine rauchen. Wir kommen an und sitzen im Wartezimmer. Sie muss zum Fenster, das Fenster aufrei\u00dfen. Nach weniger als 10 Minuten (es sind 2-3 Stunden f\u00fcr den Termin seitens der Klinik anberaumt) sagt sie den Satz, den ich nicht h\u00f6ren wollte: \u201eWarum dauert das so lang und wir waren schon zu sp\u00e4t da\u201c. Ich raste etwas was: wir waren um 9:03 Uhr da, die Bahn hatte 6 Minuten Versp\u00e4tung und w\u00e4ren Sie um 8:20 Uhr dagewesen, h\u00e4tten wir die Bahn davor nehmen k\u00f6nnen. Jetzt warten wir weniger als 10 Minuten und schon ist Ihre Geduld verbraucht? Die \u00c4rztin kommt und will sich alleine mit der Betreuten unterhalten. Ich hinterlasse meine Handynummer und gehe auf eine andere Station zu einem Paralleltermin, den ich mir gelegt habe. Es geht um die Dauerpatientin und ihre Entlassung. Sie ist total gut drauf, wenn sie mehrere Male die Spritze bekommen hat und mag mich total gerne, fasst mich viel an. Die Dinge die sie sagt, wenn es um die Zeit nach der Entlassung geht, gefallen mir z.T. nicht. Manchmal w\u00fcrde die Klingel nicht gehen. Das h\u00e4ngt damit zusammen, dass die M\u00fcllm\u00e4nner die Hoft\u00fcr kaputt gemacht haben. Ich sage, hallo, sie wohnen im Erdgeschoss. Ich k\u00f6nnen Sie mich gar nicht \u00fcberh\u00f6ren, wenn ich zu ihnen will, weil ich von der Stra\u00dfe aus gegen die Scheibe klopfen kann. Das sei ihr peinlich. Ich glaube, sie will uns dezent wieder darauf vorbereiten, dass sie Helfer nicht reinlassen wird. Nach dem L\u00fcckentermin gehe ich zur\u00fcck ins \u00e4rztliche Sekretariat und bitte die Frau sich zu erkundigen, ob meine Anwesenheit noch erforderlich sei, weil ich dann sonst gehen w\u00fcrde. Ich soll bleiben, sie k\u00e4men gleich. Im Wartezimmer der psychiatrischen Klinik habe ich die Idee mit meiner einen Gymnastiklehrerin und mir eine kleine Choreographie einzustudieren. Ich \u00fcbernehme den lustigen Teil und sie die Ballettmaus und wir machen so Hebe\u00fcbungen, wie diese M\u00e4nner, bei denen der eine doppelt so gro\u00df ist wie der anderen. Au\u00dferdem lese ich Fokus, einen Artikel \u00fcber Hormone und Geo. Hier einen tollen Artikel \u00fcber Nacktmulche. Die sind h\u00e4sslich, haben aber die tollsten K\u00f6rper, wie die Wissenschaft jetzt entdeckt hat. Er kommt mit 1\/3 der Sauerstoffmenge aus gegen\u00fcber vergleichbaren Nagern, bekommt keinen Krebs, weil die Zellen zu locker sind, das das irgendwie nicht geht und das R\u00fcckgrat w\u00e4chst w\u00e4hrend der Schwangerschaft. Einziges S\u00e4ugetier was in Kolonien von 120-140 Tieren zusammenlebt mit einer K\u00f6nigin, die den gesamten Nachwuchs zeugt. Dann kommt meine mit der \u00c4rztin. Jetzt muss der andere Arzt noch mal ran. Darf ich denn gehen? Sie sagt, ich soll bleiben. Sie wisse nicht, ob sie zur Station zur\u00fcck findet und auch wegen der Stra\u00dfenbahnfahrt. Das sei so schrecklich gewesen. Ich sage, wir hatten doch sogar Sitzpl\u00e4tze. Es habe so gewackelt, dass sie fast kotzen musste. Ich warte. Auf dem Weg zur Station korrigiert sie mich sogar als ich eine kleine Kurve laufen, einen Umweg von 2 Meter. Klar wei\u00df sie wo es hingeht. Jetzt geht es um die Wohnung, die sich wechseln will. Die Hausverwaltung tut nichts, die Nachbarn sind asozial. Sie will sich aber nicht verschlechtern und irgendwo am Rande der Stadt landen. Ich sage, ich glaube sie w\u00fcrde sich verschlechtern. Sie\u00a0 wohnt in der List, in einer sehr beliebten, schicken Gegend mit Balkon, Nachbarn gibt es \u00fcberall und es war immer leise als ich da war und das Treppenhaus war auch nicht dreckig, wie sie behauptet. Ja, der M\u00fcll w\u00fcrde auch zwei Mal die Woche abgeholt, aber sie wundere sich, dass das Ordnungsamt da noch nicht gekommen sei, weil da M\u00fcllt\u00fcten vor der T\u00fcr lagern w\u00fcrden. Sie schnippt die Zigarette weg, ist griesgr\u00e4mig und es entstellt, so ein missmutiger, miesepetriger Gesichtsausdruck. Ich freue mich als sie in der Bahn wieder die Kopfh\u00f6rer rein macht. Ich unterbreche sie nur kurz bevor sie sich die Dinger rein macht um ihr anzubieten, dass ich gleich ihre Fahrkarte mitnehmen und einreichen k\u00f6nne wegen Erstattung (weil das ist ihr super wichtig). Sie gibt sie mir und sagt, ich m\u00fcsse sie aber vorzeigen, wenn jetzt noch eine Kontrolle stattfinden w\u00fcrde. Ne, die habe ich dann vorher gegessen, sage ich. Einmal muss sie schmunzeln. Sie bedankt sich und ich freue mich, dass ich gehen kann. Sie ist mit sich selber gestraft. Ich lese sch\u00f6n Tante Jolesch.<\/p>\n<p>Richtig genervt bin ich von Auto mit Verst\u00e4rkern im Motor, die gerade z.B. im Tunnel, der zum Gericht f\u00fchrt Vollgas geben m\u00fcssen, dass mir fast die Ohren abfallen. Kriegen die dabei eine Erektion, frage ich mich, aber eher, kann das nicht einer verbieten.<\/p>\n<p>Ich g\u00f6nne mit einer Runde \u201eWinter Tsch\u00fcss Verkauf\u201c im Fairkaufhaus und werde f\u00fcndig. Ostersachen f\u00fcr meine Schwiegermutter und B\u00fccher und Nostalgiepapiereier zum Bef\u00fcllen mit Motiven der Hasenschule f\u00fcr Freunde mit Kindern, Bast in metallic braun f\u00fcr die japanische Bindung und 30 % reduzierte Winterware bei den Damen. Einen spitzenm\u00e4\u00dfige Persianerhut in braun (Fellm\u00fctzen gibt es ja wie Sand am Meer, aber das ist mal was anderes). Der Hammer. An der Kasse r\u00e4tsele ich etwas, wo hinten ist, weil das Schr\u00e4gband innen an ca. 20 Stellen aneinander gen\u00e4ht ist. Die bl\u00f6de Kuh von Verk\u00e4uferin will mir erkl\u00e4ren als sei ich ein Hutneugeborenes, wie man erkennt wo hinten ist in einem Hut, angeblich die Naht im Futter. So schlau w\u00e4re ich auch gewesen, aber das ist nicht die L\u00f6sung. Das w\u00fcrde bei diesem Modell gar keinen Sinn ergeben. Solche vermeintlichen Expertentipps kann ich besonders gut leiden. Dann finde ich noch ein magentafarbenes Wollkleid mit Lederg\u00fcrtel, lang\u00e4rmelig sowie ein ganz herrliche, britisch anmutende Wollweste, die ich niemals waschen werde.<\/p>\n<p>Ich stelle fest, es gibt zwei Sorten von K\u00e4ufern im Fairkaufhaus, Hartz IV-Empf\u00e4nger und reiche Schn\u00e4ppchenj\u00e4ger. Die einen kaufen Teller, Untertasse und Tasse (h\u00e4ssliches Dekor) f\u00fcr 50 Cent die Garnitur und der andere eine alte Kupfergie\u00dfkanne, die dort unter nostalgisch f\u00e4llt mit einer sehr langen, filigranen T\u00fclle \u00a0(sch\u00f6nes Teil) f\u00fcr 15,- \u20ac. Es ist wie auf Usedom damals. Man erkennt die Ossis und Wessis auf einen Blick. Von diesen ganzen Profieink\u00e4ufern hat aber kein einziger eine T\u00fcte oder Tasche selber dabei. 9 vor mir, 10 vor mir, alle, alle in den diversen Schlangen brauchen eine T\u00fcte. Geht doch nicht und ja bitte doch. Die muss aus politischen Gr\u00fcnden 50 Cent kosten oder besser 1 Euro. Es muss doch m\u00f6glich sein, den Leuten das auszutreiben mit diesem T\u00fctenwahn und sie zu erziehen, dass sie was dabei haben, wenn sie einkaufen gehen.<\/p>\n<p>Mein Messie mit der R\u00e4umungsklage kommt. Er hatte mir erst auf Whats App geschrieben wegen einer Klage, die er bekommen hat mit Fristsetzung. Das mache ich kaum und es versaut mir die ganze Sache. Er ist plump vertraulich, Glockseeumfeld und will mir immer ein Fahrrad andrehen, sch\u00f6nes Klapprad, retro. Das w\u00e4re doch was. Ich halte ihn auf Abstand, aber merke heute deutlich, dass er mir 1000 mal lieber als Miss Schlechtgelaunt, die alles schei\u00dfe findet. Die nervt nur.<\/p>\n<p>Der Wohnungswechsel wirkt therapeutisch. Lobe ihn, zeigt mir Fotos und bedankt sich, dass ich so viel f\u00fcr ihn tue und ihn so entlaste. Klage von Kabel Deutschland haben wir jetzt auch noch und Grundsicherung beantragen statt Wohngeld, aber er hilft mit, holt den Untermietvertrag zur\u00fcck. Meldet sich um. Will mich einladen, wenn alles fertig ist. Die Mitbewohnerin im Haus, die alleinerziehend ist, ist sehr nett (das hatte er schon mehrfach lobend erw\u00e4hnt). Sie habe ihm angeboten, dass er ihren Dachboden mit nutzen kann. Da haben sie gemeinsam das Ger\u00fcmpel von dem Mietnomaden weggeworfen bzw. jetzt einen Sperrm\u00fclltermin und er darf dann dort Elektrosachen schrauben und Musik machen und vielleicht streicht er das auch noch. Er wei\u00df jetzt wo es einen Eimer Farbe f\u00fcr 8,- \u20ac gibt. Nein, Postfahrrad kann ich nicht auch noch gebrauchen. Habe schon vier Fahrr\u00e4der\u00a0und Stress mit meinem Mann deswegen. Gibt mir Tipp wegen des Lackproblems mit dem Alder. Mit Terpentin abreiben und dann mit Klarlack versiegeln, das Fahrrad. 2 Schichten, dann rostet es nicht und die Patina bleibt erhalten.<\/p>\n<p>Nach dem Termin und vor dem Sport muss ich noch ein Schokoladencroissant mir einverleiben. Zucker und Kohlehydrate haben mich fest im Griff.<\/p>\n<p>Beim Sport stelle ich im Schulterstand fest, dass es ausschaut, als w\u00fcrde ich mit meinem Venush\u00fcgel (so hei\u00dft das glaube ich, dieser Teil des weiblichen K\u00f6rpers) atmen k\u00f6nnen. Der \u00fcppige und weiche Bauch h\u00e4ngt salopp in mehreren Rollen nach unten, aber ich kann immerhin mit allen Atmen. Au\u00dferdem stelle ich eine interessante Perspektive fest. \u201eKindposition\u201c, die Entspannungsposition oder Blatt oder was das alles hei\u00dft, wenn ich mit dem Oberk\u00f6rper auf den Oberschenkeln liege und die Beine sind angewinkelt und der Kopf liegt auf dem Boden und ich schaue nach hinten durch die Beine hindurch. Das sieht genauso aus wie der Blick aus einem M\u00e4useloch von innen. Hinten vor der Wand liegen meine Socken am dem Boden. Das gef\u00e4llt mir, diese Perspektive.<\/p>\n<p>Abends gibt es Pellkartoffel mit Grauk\u00e4se und K\u00fcmmel aus Wien und saurer Sahne und scharfer Paprika und warme K\u00e4sebrote. Ich schaue der Bachelor und Stephan stellt fest, der Typ sollte mehr Fernsehabende mit den Frauen absolvieren statt Dates vor atemberaubender Kulisse. Das lenkt nur ab und beim ersteren lernt man sich besser kennen. Es geht bei uns um die Frage, welche Reise wir anl\u00e4sslich des f\u00fcnfzigsten Geburtstages meines Mannes ansteuern. London mal zu einer warmen Jahreszeit im Mai\/Juni und bei Helligkeit, w\u00e4re verlockend, andererseits habe ich gesagt, wenn es jetzt vorbei ist haben wir deutlich zu viel London und zu wenig Paris in der Bilanz und denk doch nur an die Falafel, die wir dort gegessen haben und die Buttercroissants und \u00fcberhaupt, es ist Dein Geburtstag, da will ich nicht die Bestimmerin sein, aber\u2026.Wir fahren jetzt 5 N\u00e4chte nach Paris. Juhu.<\/p>\n<p>06.03. Ich liebe den Nebel. Alles sieht so sch\u00f6n geheimnisvoll aus. Ich habe einen Termin in der Hamburger Allee f\u00fcr Neuantr\u00e4ge. Meine Betreute bekommt jetzt Rente. Ich bekomme im Wartezimmer Komplimente auf mein Outfit. Die Begleiterin des Mannes sagt, ich sehe immer gut aus. Ich kenne sie vom Sehen aus Linden. Sie hat eine Zwillingsschwester. Ich lese zu meiner Freude, dass es einen neuen Wes Anderson Film gibt und freue mich total. Zu meinem Erstaunen taucht meine unvorteilhafte Betreute auch auf. Der Perso ist 2010 schon abgelaufen und ich muss mehrfach ihren Redefluss unterbrechen und bin auch genervt von ihr. Wieder im B\u00fcro wird mir klar, dass die Umstellung schwieriger wird als gedacht, weil die erste Rente erst Ende April eingeht und die Miete aber vorher gezahlt werden muss und auch Geld zum Leben.<\/p>\n<p>Mit dem Insolvenzverfahren und dem Konto halten die Schwierigkeiten an. Die Freigabeerkl\u00e4rung, die vom Insolvenzverwalter abgegeben wurde, reicht der Sparkasse nicht. Das Konto muss aus dem Massebeschlag herausgenommen werden. Ich sehe das schon schief gehen und bin genervt.<\/p>\n<p>Im Boca hatten sie einen Wasserschaden und wissen nicht, ob sie heute Abend \u00f6ffnen k\u00f6nnen. Ich verzichte auf den Tisch (das sei ganz lieb, n\u00e4chstes Mal geben sie einen aus). Wir schauen uns Schillers R\u00e4uber an im Ballhof 2.<\/p>\n<p>In meiner Demenzsache wird wegen Untreue gegen die ehrenamtliche Vorbetreuerin ermittelt. Ich sage der Polizistin, dass ich mich normalerweise auf mein Aussageverweigerungsrecht berufen w\u00fcrde, aber in dieser Sache ein Verfolgungsinteresse h\u00e4tte im Sinne meiner Betreuten, weil die ganz genervt ist von der Frau, die ihr als ehrenamtliche Betreuerin vermeintlich Geld sparen, sie dann aber gegen ihren Willen ins Heim stecken wollte. Immer wieder vergewissert sie sich, dass Frau M doch nichts mehr zu sagen h\u00e4tte und sagte, dass Frau M sie deckeln wollte. Also ich f\u00e4nde es gut, wenn die bl\u00f6de Kuh, die mir den Schl\u00fcssel f\u00fcr die Wohnung nicht geben wollte nach dem Betreuerwechsel und meine war im Krankenhaus und konnte nicht nach Hause, wenn die eins auf den Deckel bekommt.<\/p>\n<p>Die Hauptmeldung des Nachmittags lautet, dass Herr Ma\u00dfregelvollzug Morgen nach Mohringen verlegt wird. Sie werden nicht mehr mit ihm fertig und der bedroht das Personal und den Oberarzt. Ich sage, dass es durchaus sein kann, dass er mich und auch seinen Strafverteidiger dadurch verliert, aber das wusste er auch schon vorher. Ich w\u00fcnsche ihm alles Gute. Mann, aber in der \u00dcberzeugung, dass es b\u00f6se enden wird. Die Selbstzerst\u00f6rung ist schmerzlich mitzuerleben.<\/p>\n<p>Wir gehen ins Beckmanns Weinhaus und es ist wieder mal superlecker dort. Kalbszunge auf Balsamicolinsen. Ich k\u00f6nnte mich reinsetzen. Leider habe ich den Hauptgang, der die Kr\u00f6nung schlechthin war, Seeteufellasagne in Muschelsud nicht fotografiert. Ich sage zu Stephan, dass ist derselbe Grund warum M\u00e4nner das mit dem Kondom vergessen. Das Essen kommt und ich bin so aufgeregt bzw. auch geil darauf, dass ich das Ablichten verpeile und dann auch schon die Frau schwanger bzw. ich ohne Nachweis. Die Nachspeise, einmal der Robiola mit Paprika und in s\u00fc\u00df genau wie das was Claudia in Strassburg hatte Meringen mit Himbeersorbet, aber hier sind Haseln\u00fcsse in der s\u00fc\u00dfen Eimasse, noch leckererer daf\u00fcr zu wenig Sahne. Ich sage nur Creme Chantilly.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-Zunge.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4973\" alt=\"Beckmann Zunge\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-Zunge-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-Zunge-300x225.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-Zunge-624x468.jpg 624w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-Zunge.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-K\u00e4segang-e1394272822387.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4971\" alt=\"Beckmann K\u00e4segang\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-K\u00e4segang-e1394272822387-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-K\u00e4segang-e1394272822387-300x225.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-K\u00e4segang-e1394272822387.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-Nachtisch-Himbeer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4972\" alt=\"Beckmann Nachtisch Himbeer\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-Nachtisch-Himbeer-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-Nachtisch-Himbeer-300x225.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-Nachtisch-Himbeer-624x468.jpg 624w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Beckmann-Nachtisch-Himbeer.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich trinke einen Liter Sprudel (Theater macht ja durstig). Im Foyer treffen wir die Tochter einer Freundin, die um 15 Uhr Probe hatte und h\u00e4ngen geblieben ist. Sie war auch gerade, wahrscheinlich zeitlich mit uns, in Wien. Ein guter Freund von ihr ist am Burgtheater und sie hat sich dort ein St\u00fcck angeschaut und da sei schon eine ganz andere Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr Theater vorhanden. W\u00e4hrend man hier als Schauspieler schlechter gestellt sei als ein Student bei der Wohnungssuche, muss man in Wien nur das Wort Burgtheater fallen lassen und es macht jede T\u00fcr auf, \u201each, Sie sind vom Burgtheater, dann k\u00f6nnen wir auch noch was am Preis machen\u201c hei\u00dft es dann bei der Wohnungssuche. Essen ist nicht so ihr Hobby, so dass wir uns unsere Tipps f\u00fcr Wien ersparen k\u00f6nnen. Ich spreche das Plakatproblem noch mal an und sie kann jedes Plakat des Schauspielhauses in dem kleineren Format besorgen. Das ist ja mal gut zu wissen.<\/p>\n<p>Die R\u00e4uber wird genial umgesetzt mit Ger\u00e4uschen und Musik, einer einfallsreichen, einfache Kulisse mit der sich sehr viele Szene unterschiedlicher Art darstellen lassen von Schloss des Grafen Moor mit Portr\u00e4t vom Lieblingssohn im Inneren, \u00fcber die Sprossenleiter nach oben f\u00fcr die R\u00e4uberszene bis hin zu aufgeklappt als Schattenspiel. Die Schauspieler machen fliegenden Wechsel zwischen ihren Rollen, die Kost\u00fcme sind genial und die Idee gesprochenes Wort auszukommen, erweist sich als gelungen. Es vereinfacht die Materie und das Wesentliche bleibt \u00fcbrig und kommt gut r\u00fcber. Es ist erstaunlich, wie viel Inhalt man ohne das gesprochene Wort r\u00fcber bringen kann. Es wird doch \u00fcberbewertet. Der kleine Teufel aus Black Rider ist wieder von der Partie und ich steh auf ihn. Er hat gro\u00dfes Talent im Ausdruck und der Bewegung. Oscar Olivo hei\u00dft der junge Mann, den ich allerdings nicht stalken werde. Das geh\u00f6rt sich nicht, obwohl ich ihn gerne in meinem Hofstab h\u00e4tte, so toll wie er sich bewegt und wie er gucken kann. Vorstellen darf ich es mir ja. Offenbar ist Schillers R\u00e4uber auch heutzutage ein obligatorischer Schulstoff, alles voller Sch\u00fcler im Publikum. So dumm wie die Spr\u00fcche sind k\u00f6nnte man meinen Hauptschule. Stephan geht noch aus mit einem Freund auf ein Konzert, ich in die Badewanne, es soll gegen meine kalten F\u00fc\u00dfe helfen und vor 10 ins Bett. Bin m\u00fcde und nicht mehr aufnahmef\u00e4hig.<\/p>\n<p>07.03. Sch\u00f6n vor 7 wach. Zeit f\u00fcrs alles M\u00f6gliche und mobiles B\u00fcro zuhause. Dank google Kalender und der Eintr\u00e4ge erledige ich meine ersten Auftr\u00e4ge. Dann fahre ich zu meinem Sch\u00fctzling, der schon wartet. Er isst noch einen Milchreis mit Zimt zum Fr\u00fchst\u00fcck. Sein Sohn ist beim Verh\u00f6r stark geblieben und hat seinen Vater f\u00fcr 9 Gramm Marihuana nicht ans Messer geliefert, die er im Auftrag des leiblichen Vaters gekauft, z.T. schon geraucht und hinter einer Schreibtischschublade versteckt hatte. Der Stiefvater hat das Zimmer des Jugendlichen auseinandergenommen und Schr\u00e4nke auseinandergeschraubt, er hatte es gerochen. Der Jugendliche sperrt sich ins Klo. Nur das Wasserboarden ist ihm erspart geblieben beim Verh\u00f6r. Der Ex-Junkie von Stiefvater hat meinen dann aufs Glatteis gef\u00fchrt, weil er den Vater gleich hinter dem Drogenkauf vermutet hat und hat einen Trick angewandt und ihm gesagt, sein Sohn habe gestanden und er sagte daraufhin zu seinem Sohn, warum hast Du geplappert, aber er hatte nicht und dann sch\u00f6n mit dem Sohn zur Polizei und jetzt Sch\u00f6ffengericht. Meiner ist schwerbehindert und hat Pflegestufe II, ist auf fremde Hilfe angewiesen und nimmt das THC gegen seine Muskelschmerzen und kann sich selber noch nicht mal einen Joint drehen wegen der Hemiparese. Erst mal dem Gericht klar machen, dass es kein schwerer Fall ist mit Mindeststrafe 1 Jahr. Angeklagt ist n\u00e4mlich ein besonders schwerer Fall, vergleichbar mit gro\u00dfer Menge oder Abgabe an Minderj\u00e4hrige. Das macht er schon, der Profi, wenn einer es kann, dann er. Wir lassen uns dann vom Strafverteidiger erkl\u00e4ren, wie man das straffrei machen kann mit dem Kiffen. Jemand kommt, dreht den Joint und den raucht man. Nichts befindet sich in der Wohnung. Nur Erwerb und Besitz sind unter Strafe gestellt. Ich sage zu meinem, das sei wie der andere Pflegedienst. Er hat Sonntag Geburtstag und wir wollen alle angrillen, ich und der Herr Verteidiger. Wir sehen uns zur Hauptverhandlung wieder. Er wird den Stiefvater ausbremsen, so dass der nicht auch noch mit einem Auftritt als Zeugen auftrumpfen kann.<\/p>\n<p>Ich gehe zur Blutentnahme. Die warten schon auf mich. Eine neue Frau macht das und ich will aber lieber, dass die es macht, die ich schon kenne und bin anti. Sie will wissen, was ich wiege. Genauso viel wie letztes Mal, lautet meine Antwort, weil ich die Frage sinnlos finde. Ob mein Blutdruck immer so niedrig sei (90 zu 60). Nein, meistens ist er im Schulbuchbereich, aber niedriger Blutdruck sei ja nun mal keine Krankheit. Ich werde nach Kreislaufproblemen gefragt und die habe ich zur Zeit tats\u00e4chlich, Schwindel beim Yoga zum Beispiel, dass ich mich noch schlechter auf einem Bein halten kann oder das erste Mal in meinem Leben mir vorstellen kann auch mal ohnm\u00e4chtig zu werden z.B. nach der Badewanne (aber das denke ich mir nur). Dann will sie wissen, wie ich es immer mache, ob ich anrufen w\u00fcrde wegen der Ergebnisse. Ich sage, nee, ich rufe nie an und gehe davon aus, dass man sich bei mir meldet, wenn ich nur noch wenige Wochen zu leben habe. Eine \u00c4rztin in der Nebenkabine macht Ultraschall und widerspricht, dass sie sich nicht melden w\u00fcrden, kommt die Stimme aus dem Off. Ich lehne die Visitenkarte mit Handynummer des Arztes trotzdem ab, so wichtig sei es nicht. Dann werde ich es wohl nicht erfahren. Ich kann eine ganz sch\u00f6ne Arschkrampe sein.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend kurz ins B\u00fcro und dann zur Fach\u00e4rztin mit der Frau , die wegen ihrer religi\u00f6sen Eltern heiraten muss. Meine Betreute fragt mich, ob ich ein Taschentuch dabei h\u00e4tte und will es nicht selber nutzen, sondern dass ich das tue. Ich sage, das sei nur etwas Wasser vom Radfahren und ich br\u00e4uchte das nicht. Sie ignoriert meine Worte und nimmt eines aus der Verpackung und will es mir geben. Ich sage, sie soll ihren Sohn erziehen und nicht mich. Vor der \u00c4rztin mache ich viele Witze und sage, wir, die Fach\u00e4rztin und ich seien die neuen Erziehungsberechtigen und meine solle mal das Bild zeigen. Wir br\u00e4uchten jetzt ihr Meinung, ob Hochzeit im Sommer, ja oder nein. Schlimmer als mit den Eltern kann es nicht werden. Der Bruder lebt schon mit einer Deutsch-Polin zusammen und die haben ein Haus gebaut und heiraten erst jetzt. Er darf das, aber bei Frauen m\u00fcsse man vorsichtig sein. Wenn eine Frau unverheiratet mit einem Mann zusammen lebt, nennen sie es&#8230;. sie h\u00e4lt sich die Hand vor den Mund und habe das Wort nicht sagen wollen, aber statt Nutte oder ich \u00fcberlege was noch Schlimmeres kommen kann f\u00fcr eine Frau, die unverheiratet mit einem Mann zusammen lebt, kommt \u201eeurop\u00e4ischer Lebenswandel\u201c. Das ist das schlimmste Schimpfwort. Wahnsinn, wie k\u00f6nnen die hier leben in dem ganzen Dreck unserer freiheitlichen Kultur? Stattdessen mieten die einen Festsaal an und die ganze Familie und Gemeinde beschlie\u00dft, wie es gemacht wird und sie ist die Spielpuppe in deren Programm. Wir beschlie\u00dfen, dass es am besten ist die Eltern eine Runde zu verarschen. Bis seine Papiere da sind, dauert es ca. 1 Jahr und in der Zeit macht sie Probebeziehung, so oft wie m\u00f6glich. Man kann dann immer sagen, man ist ja so gut wie verheiratet, nur die Papiere dauern halt so lange&#8230; Er will nicht nur kein Geld und keinen Goldschmuck von ihren Eltern, er will auch keine neuen Kinder mit ihr, sondern ihre Kinder, die sie schon hat, seien dann seine .Das klingt sehr vern\u00fcnftig und besser als der Primat, der erst mal den Nachwuchs des vorherigen Clanchefs t\u00f6tet um ihn durch eigenen zu ersetzen. Ich sage zu ihr, es w\u00e4re echt mal an der Zeit Gl\u00fcck zu haben mit einem Mann. Morgen kommt der Verfahrensbeistand des ersten Sohnes, der beim leiblichen Vater in Frankfurt wohnt und schaut sich ihre Wohnsituation an. Die Eltern haben alle M\u00f6bel auf den Sperrm\u00fcll geworfen und durch neue ersetzt. Ich sage, dass sei das letzte was interessiert, ob ein Kratzer im Stuhl sei, aber so ist es nun mal und die Verfahrenspflegerin w\u00fcnscht sich indisches Essen, vegetarisch. Das wird es geben. Ich w\u00fcnsch ihr viel Gl\u00fcck und sie l\u00e4sst meinen Mann gr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Wir machen Mittagstisch und genie\u00dfen das Wetter. Der Taz- und Stadtkindkolumenschreiber aus Braunschweig ist auch in der Bar und bestellt ein gro\u00dfes Fr\u00fchst\u00fcck mit schwarzem Kaffee und einen Getreidemilchkaffee mit Soja und einen Bagel mit Frischk\u00e4se und Kochschinken. Was ist f\u00fcr ihn und was f\u00fcr den anderen Typen frage ich mich.<\/p>\n<p>Nachmittags mache ich meinen Schreibtisch leerer und spreche mit dem Kollegen \u00fcber eine gemeinsame Kollegin, die gerade aus ihrer Kanzlei gemobbt wird und Festkosten von fast 5.000,- \u20ac pro Monat erwirtschaften muss. Da sind wir auf der rosa Wolke im Vergleich.<\/p>\n<p>Ich faxe der \u00fcstra, wie es ist mit den Monatskartenabos und der Umstellung auf Mobil-S.<\/p>\n<p>Die neue Bahn der \u00fcstra, zu der f\u00fcr eine kostenlose Probefahrt eingeladen wird sieht aus wie das uneheliche Kind einer gr\u00fcnen Stadtbahn mit meinem Silberpfeil.<\/p>\n<p>Ich habe mir Kino \u00fcberlegt f\u00fcr heute Abend, Grand Budapest Hotel oder so \u00e4hnlich. Leider l\u00e4uft OmU zu sp\u00e4t 23:30 Uhr. Eigentlich m\u00fcsste ich mich auch noch passend zum Film umziehen, etwas rosa mit etwas Zimmerm\u00e4dchen. Das tue ich nicht. Flohmarktbesuch Sonntag vor dem Angrillen bei meinen Schwiegereltern ist gerettet, weil wir am Fischerhof in die S-Bahn steigen k\u00f6nnen. Es ist Wochenende und meine Laune k\u00f6nnte nicht besser sein. Weil wir Sonntag bei meinen Schwiegereltern sind, auch um meine Schw\u00e4gerin zu sehen, bin ich jetzt Samstag mit Steffi zum N\u00e4hen verabredet nachmittags. Ich schlage vor, n\u00e4hen und Shoppingqueen gucken. Sie schreibt dann, auf dem Bett vor dem Fernseher Handn\u00e4harbeiten verrichten und in den Werbepausen an die Maschine. Klingt traumhaft.<\/p>\n<p>Wie viele Tage wir uns kennen, will mein Mann von mir wissen. 1 Millionen ist mein Tipp, aber ich hatte ja noch nie ein H\u00e4ndchen mit Zahlen.<\/p>\n<p>Am K\u00f6nigsworther Platz Quadrophonie der Feuerwehr. Von allen Seiten kommen die massiven und superlauten Fahrzeuge angebraust, aus Linden, aus der Innenstadt und der Nordstadt. Ich habe Schwierigkeiten den L\u00e4rm zu orten, d.h. die Richtung. Irgendwo muss richtig was passiert sein und ein Zweij\u00e4hrigen aus dem Puky-Laufrad ist au\u00dfer sich vor Freude. Das ist auch ein bisschen wie in dem St\u00fcck aus Wien, die Geschichte vom Anfang von der Schauspielerin, die zu sp\u00e4t zum Auftritt kommt und v\u00f6llig abgehetzt und au\u00dfer sich gar nicht merkt, dass die Kollegen nicht auf der B\u00fchne sind. Die Vorstellung ist wegen des Todes des Hauptdarstellers abgesagt worden und sie ist erst mal froh und erleichtert.<\/p>\n<p>Ich esse eine T\u00fcte Aschanti (gebrannte, dragierte Erdn\u00fcsse) aus einem Supermarkt in Wien und finde sie leckerer als die teure Zotter-Nuss-Pralinen, die das 5 fache kosten. Schon die Verpackung ist herrlich und meine gedanklichen Parispl\u00e4ne wanken wieder, weil ich denke, ich muss wieder n\u00e4chsten Monat nach Wien, kleine Sardellendosen und Aschanti kaufen. Dazu gibt es Fritz ohne Zucker und etwas Ben und Jerrys Eis. Hinter uns einen Gruppe m\u00e4nnlicher Studenten, die so tun als sei es ein Fernsehabend bei ihnen zuhause und ein Laberproblem haben, auch als der Film schon l\u00e4uft. Bei so was k\u00f6nnte ich ausrasten. Der Film ist sch\u00f6n und das Staraufgebot beachtlich. Tilda Swinton als reiche Oma ist super, aber auch Jeff Goldblum als Notar mit einem sehr sch\u00f6nen, gef\u00e4rbten grau-.schwarzen Brat und mit einer buschigen Katze wie meiner. Dann Willem Dafoe als B\u00f6sewicht mit einem alten Motorrad, \u00e4hnlich cool wie mein Adlerfahrrad. Die Kost\u00fcme sind toll und die Kulissen auch. Das alte Grandhotel fr\u00fcher mit Luxus, Hutkoffern und Liftboy und heute mit DDR Charme und vielen Verbotsschildern. Der Film ist weniger eine Liebesgeschichte wie Moonrise Kingdom, sondern eher ein politischer Film, der die Symbolik des dritten Reiches sehr sch\u00f6n einf\u00e4ngt und stilisiert zeigt, so dass jeder versteht, was gemeint ist. Dann die Anspielung auf Wien mit Meinls, die Konditorei. Die Hauptfigur, der jetzige Eigent\u00fcmer des Hotels hat als Lobby Boy angefangen. Er sieht aus wie ein Inder und hat riesige, braune Augen. Von seinem Lehrmeister, Gustave, lernt er, was wichtig ist in so einer Stellung, unsichtbar sein, aber dennoch stets in Reichweite und vor allem Diskretion, weil die G\u00e4ste dem Personal ihre Geheimnisse anvertrauen. Er nennt ihn Zero, weil das bei der Einstellungsbefragung durch Gustave seinen beruflichen Erfahrungen, seiner Schulbildung und seiner Familie entspricht. Es wird viel in alpiner Kulisse gedreht. Die Gondeln sind kleine Spielzeuggondeln, mit Postkartenbildern drin. So eine habe ich mal beim Skifahren im Skigebiet St. Moritz vor Jahren gekauft und hole sie nach dem Film gleich heraus. Sie h\u00e4ngt jetzt zwischen der Tomatenpflanze in unserem Wintergarten. Der Film zeigt nicht nur den Untergang der mond\u00e4nen Zeit, sondern auch den politischen Wandel, der alles umgekrempelt hat. Polizeiliche Kontrollen der Fl\u00fcchtlings mit seinem Chef im Zug. Bei der ersten geht nach einer Runde verpr\u00fcgelt werden alles gut aus. Edward Norton, der Chef der Polizei kennt Gustave, weil er ihn unterhalten halt als Jungen im Hotel, w\u00e4hrend seine Eltern dort Urlaub gemacht haben und stellt eine Durchreiseerlaubnis f\u00fcr Zero aus, sagt aber auch schon, dass es zuk\u00fcnftige Probleme damit geben kann. Seine M\u00e4nner m\u00fcssen sich bei den beiden entschuldigen. Dann nach der Macht\u00fcbernahme ohne Happy End. Gustave l\u00e4sst die Mutter des Polizeichefs gr\u00fc\u00dfen, die er sehr verehrt. Er ist \u00fcberhaupt der Unterhalter der alten Damen im Hotel, der ihnen beisteht, ein Ohr f\u00fcr ihre Sorgen und Probleme hat und ihnen sagt, wenn der Nagellack nicht passt und sie auch gl\u00fccklich macht. \u00dcber Tilda Swinton, die verstorben ist und ihn als Erben einsetzt, sagt er Zero, sie war ne Granate im Bett. Der ist geschockt. Sie war 84. Die Familie der Verstorbenen sieht Gustave als Erbschleicher an und schwul sei er auch noch, hoffentlich habe er die Mutter nicht anger\u00fchrt. Er dazu: ich schlafe mit allen meinen Freunden. Edward Norton tr\u00e4gt \u00fcbrigens einen ganzen tollen, grauen Persianermantel. Lustig ist der Orden der gekreuzten Schl\u00fcssel oder so \u00e4hnlich. Gustav bricht u.a. mit einem gro\u00dfartigen Harvey Keitel (viel nackter Oberk\u00f6rper) aus dem Gef\u00e4ngnis aus und braucht Hilfe. Harvey Keitel hat den Fluchtplan gezeichnet und bekommt daf\u00fcr Komplimente von Gustav f\u00fcr sein Zeichentalent. Diese kann er nicht nachvollziehen, was das soll. Er ist echter Gangster im Sinne der R\u00e4uber und bringt Menschen um als Beruf. Au\u00dferdem hat er ca. 20 sehr schlechte T\u00e4towierungen, die seinen gesamten Oberk\u00f6rper verzieren. Gustav hingegen setzt seine bisherigen T\u00e4tigkeiten fort und serviert den Brei im Gef\u00e4ngnis mit einem Rollwagen. Herrliche Str\u00e4flingskleidung, Etagenbetten. &#8222;Hey, Sie, der mit der gro\u00dfen Narbe im Gesicht. Etwas Brei gef\u00e4llig?&#8220; Den w\u00fcrzt er ihm dann liebevoll mit etwas Salz. Das rettet sie dann in einer sp\u00e4teren Situation. Von drau\u00dfen bekommt er Meinl S\u00fc\u00dfigkeiten, die sie mit dem Rasiermesser untereinander teilen. Wie bei uns!! Nach der Flucht ruft Gustav den Concierge eines anderen Grandhotels an, gespielt von Bill Murray und es folgt eine Kette von Anrufen. Sie haben einen Geheimbund gegr\u00fcndet und sind untereinander organisiert. Ich wusste es immer schon, schon seit den Kaffeeh\u00e4usern in Wien, das dem so ist. Die Ober in Wien folgen denselben Regeln und Lebensmaximen wie die Hotelangestellten, nur dass es nicht mit \u00dcbernachtungen ist und es gibt sie noch. Sie haben die Connections, wie man einen Ecktisch am Donnerstag in einem bestimmten, angesagten Restaurant bekommt oder Karten f\u00fcr ein ausverkauftes B\u00fchnenst\u00fcck. Sie haben die Macht. Die Liebesgeschichte von Zero und Agatha nur am Rande. Agatha, die in der Zuckerb\u00e4ckerei Meinl arbeitet und die Feilen in die K\u00fcchlein hinein tut f\u00fcr den Gef\u00e4ngnisausbruch, die so sch\u00f6n dekoriert sind und unschuldig ausschauen, dass sie nicht zur Kontrolle durchgehackt werden. Sie und ihr Kind sind nach zwei Jahren Ehe an der preu\u00dfischen Grippe gestorben, einer Krankheit, die heute in 6 Tagen zu behandeln ist, erz\u00e4hlt Zero und auch das ist ja viel Zeitgeschichte, nur dass der Name ein anderer war. Spanische Grippe oder so. Man fragt sich wie ein Mann aus Texas oder wo stammt der Wes Anderson her, so gut europ\u00e4ische Bilder zeichnen und Geschichten erz\u00e4hlen kann. Ganz sch\u00f6n viel Wien und K &amp; K Monarchie f\u00fcr einen Amerikaner. Das ist als w\u00fcrde ich auf einmal gut Kabuki Theater spielen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir schauen kurz bei Gut e.V. vorbei, aber statt rauschender Party, ist es wie eine Privatparty der Betreiber. Zu viel Klientel vom Lindener Marktkaffee, die ich t\u00e4glich sehe, Musik zu Funk, R\u00e4ume sch\u00f6n, aber nach Tanzen ist mir nicht zumute. Gut gefallen mir die doppelt ausklappbaren, riesigen Fl\u00fcgelt\u00fcren, die irgendwie dick gepolstert sind und der abgesteppte Bezug ist wei\u00df \u00fcbermalt. Ehemalige Anwaltskanzlei? Vertraulichkeit? Nach einem Getr\u00e4nk gehen wir wieder. Immerhin haben wir es versucht. Zuhause h\u00e4lt gerade ein Bus vor unserer T\u00fcr. Der Fahrer sieht aus wie mein Zero. Auch sehr gro\u00dfe Augen, aber gr\u00f6\u00dfer, eher etwas t\u00fcrkisch, gr\u00f6\u00dfer, mein Beuteschema also. Er steht auf und beugt sich nach vorne und ich denke, es ist ihm was runtergefallen im Fahrerh\u00e4uschen, dann macht er die T\u00fcr auf und steigt aus und ich denke: Fahrerwechsel an dieser Stelle. Ich schaue in fragend an und er sagt, ich muss Cola trinken und l\u00e4uft zum Kiosk. Ich schlie\u00dfe das Hoftor auf. Als er wiederkommt sage ich, ich habe aufgepasst und mein Zero des Abends strahlt mich an.<\/p>\n<p>Es gibt noch weitere Filme auf der Agenda. American Hustle, Dallas Buyers Club und Blue Jasmine. Mal schauen welcher Samstag an der Reihe ist.<\/p>\n<p>Hier die herrlichen rosa Gerbera, die ausschauen wie Kraken und meinem B\u00fcro sowie unserem Zuhause Glanz verleihen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Blume-von-Gabi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4974\" alt=\"Blume von Gabi\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Blume-von-Gabi-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Blume-von-Gabi-300x225.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Blume-von-Gabi-624x468.jpg 624w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Blume-von-Gabi.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>03.03.2014 Mein Betreuer lebt \u00fcber seine finanziellen Verh\u00e4ltnisse. 2 Autos, 1 Motorrad. Das sei Teil der Krankheit. In der Selbsthilfegruppe \u201ebipolare St\u00f6rung\u201c w\u00fcrden alle dasselbe erz\u00e4hlen. Er nimmt einen Hausfrauenkredit auf um mehrere andere Kredite abzul\u00f6sen, die teilweise zinsfrei waren. Es ist alles wenig durchdacht. 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