{"id":414,"date":"2013-07-13T12:42:33","date_gmt":"2013-07-13T10:42:33","guid":{"rendered":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=414"},"modified":"2013-07-13T12:46:52","modified_gmt":"2013-07-13T10:46:52","slug":"im-schweise-meines-angesichts","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=414","title":{"rendered":"Im Schwei\u00dfe meines Angesichts"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Siegfried-und-Roy.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-352\" alt=\"Siegfried und Roy\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Siegfried-und-Roy-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Siegfried-und-Roy-300x225.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Siegfried-und-Roy-624x468.jpg 624w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Siegfried-und-Roy.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>11.07.\u00a0Der erste heutige Termin betrifft Frau P. Lange hat sie in der vollgestellten Wohnung zusammen mit ihrem Lebensgef\u00e4hrten gelebt und konnte das Bett nicht verlassen. Sie hat sich immer gefreut, wenn ich zu Besuch kam und in dem engen, abgedunkelten Zimmer auf dem Toilettenstuhl neben ihrem Bett Platz genommen habe. Sie hat gerne von ihrer gl\u00fccklichen Kindheit erz\u00e4hlt mit ihrer Schwester und dem Vater, der gerne Bierchen getrunken hat, aber nie mehr als 3 und sie mit in die Kneipen genommen hat. Das sei ein lieber und lustiger Mensch gewesen. Da h\u00e4tten sie ganz viel Gl\u00fcck gehabt. Das Ganze spielt in der K\u00f6lner Innenstadt, an den Gleisen hinter dem Hauptbahnhof. Das merkt man ihrer Sprache auch noch an. Dann kamen der Krieg und schlimme Erlebnisse. Heute ist sie \u00fcbergewichtig und hat schwere Ein- und Durchschlafst\u00f6rungen. Regelm\u00e4\u00dfig habe ich mit ihr die Vorteile eines Pflegeheims besprochen, weil man sie dort besser mobilisieren k\u00f6nnte, aber sie hat immer in letzter Minute einen R\u00fcckzieher gemacht. Dann ist der Lebensgef\u00e4hrte ins Krankenhaus gekommen und sie in die Kurzeitpflege und jetzt gef\u00e4llt es ihr dort gut. Ich selber war beeindruckt von dem\u00a0menschlichen Hebekran, der ans Bett gestellt wird und mittels eines Gurtes,\u00a0der umgelegt wird, jeden noch so schlaffen, menschlichen Sack aus dem Bett\u00a0ziehen kann. So kann man dann z.B. auf der normalen Toilette sitzen, was\u00a0auch sch\u00f6ner und menschenw\u00fcrdiger ist. Sie bl\u00fcht f\u00f6rmlich auf, ist jetzt\u00a0viel drau\u00dfen, hatte neulich fast einen Sonnenbrand auf den Unterarmen und\u00a0hat geschw\u00e4rmt, dass es in den Superm\u00e4rkten aussehen w\u00fcrde wie in Amerika.\u00a0Nur die braunen Papiert\u00fcten w\u00fcrden fehlen. Ich mag Frau P., sie ist lustig und hat\u00a0immer zu erz\u00e4hlen. Als junges M\u00e4dchen war sie in Griechenland Au Pair und hat dort Kinder betuchter Griechen bereut.<\/p>\n<p>Neulich habe ich mit Schwester A., der beherzten Pflegedienstleitung aus dem Wohnheim Kleidung aus der Wohnung, die gerade 80 Meter entfernt ist geholt\u00a0und Frau P. hat viel Kleidung. Gerade der Lebensgef\u00e4hrte hat ihr gerne Sachen gekauft und zwar auch nach seinen Wunschvorstellungen. Es ist von Jeans Gr. 38, Minir\u00f6cken mit Ketten an den Seiten bis Bauchtanzoberteilen und sehr vielen Kunstpelzen, aber auch echten alles dabei. Schwester A. ist erst mal geschockt wegen der vielen Klamotten und ich sage ihr, da werden sich die Pfleger bei mir auch noch mal wundern und Frau P. soll selber entscheiden, was sie behalten will. Das finde ich normal. Sie leiht mir einen offenen Rollwagen und im Schwei\u00dfe meines Angesichts und zur Belustigung der Nachbarschaft schaffe ich alles r\u00fcber bis das 2-Bett Zimmer, was sie alleine bewohnt halb voll ist. Es ist m\u00fchsam und unterwegs verliere ich Sachen und muss sie wieder einsammeln. Frau P. ist happy. Ich mache etwas Modenschau und probiere die ein oder andere Jacke an und zeige ihr Glitzer- und Paillettenteile und sage, das sei ganz sch\u00f6n &#8222;Bling-Bling&#8220;, woraufhin sie sagt: &#8222;das ist f\u00fcr abends&#8220; und ich denke, nee klar und schade, dass das Sommerfest schon vorbei ist, aber die n\u00e4chste kommt bestimmt. Ich h\u00e4nge auch alle ca. 30 Bilder im Schlafzimmer ab, viele von den Enkeln gemalte &#8222;f\u00fcr Omi&#8220; usw.<\/p>\n<p>Heute habe ich einen weiteren Termin um einige Hilfsmittel aus der Wohnung\u00a0abholen zu lassen. Der Lebensgef\u00e4hrte hat jetzt auch eine Betreuung und soll\u00a0die Wohnung \u00fcbernehmen. Er ist der Sammler und sammelt Phantasy-Figuren,\u00a0B\u00fccher, Bilder, Schaufensterpuppen mit riesiger Oberweite und so was. Da\u00a0muss ich mich wenigstens um das Zeug von meiner k\u00fcmmern. Er ist gerade im\u00a0Krankenhaus. Etwas Gruselkabinett ist es schon so alleine in der Wohnung. Ich fahre morgens zum fr\u00fcheren mobilen Pflegedienst und hole mir erneut die Schl\u00fcssel zur Wohnung; um 9 Uhr bin ich dort verabredet. Auf dem Weg dorthin ist Fahrradrushhour und es m\u00fcssen sich immer 10-12 Radfahrer an der Ampel organisieren. Ich rege mich innerlich \u00fcber einen braun gebrannten Rentner auf, der von allen \u00fcberholt wird, aber dann an der Ampel ankommt und an allen vorbei f\u00e4hrt, auch der Frau mit dem Kinderanh\u00e4nger und sich wieder in der ersten Reihe platziert, um dann wieder von allen \u00fcberholt zu werden. Diese Rentner sich echt putzig. Ich bemerke auch immer diejenigen, die auch bei vergleichsweise k\u00fchlen Temperaturen ihrer gealterten K\u00f6rper sofort in Hotpants und Tanktop spazieren f\u00fchren. In der Pflegedienstzentrale sind alle Pflegedienstmitarbeiterinnen auf dem Balkon und rauchen (das ist Naturgesetz) und es h\u00e4ngen viele Zettel auf denen z.B. sinngem\u00e4\u00df steht: Bitte alle Kunden bei dem Wetter darauf aufmerksam machen, dass viel Wasser zu trinken ist. Das bei &#8222;dem&#8220; Wetter finde ich sehr lustig sowie die passive Formulierung &#8222;zu trinken ist&#8220; statt sie trinken sollen.<\/p>\n<p>Zwei junge M\u00e4nner und ein Lieferwagen stehen schon vor dem Haus und begutachten das Klingelschild als ich \u00fcberp\u00fcnktlich erscheine. Ich gebe mich zu erkennen und sage ihnen, dass mir nachts siedend hei\u00df eingefallen sei, dass ich nicht gemeldet h\u00e4tte, dass die Wohnung ganz sch\u00f6n vollgestellt sei und ich hatte eine Vision wie sie das Bett hochkant den langen schmalen Flur entlang tragen, also dies sei keine minimalistische Designerwohnung. Ich w\u00fcsste nicht, was sie sonst f\u00fcr Klientel h\u00e4tten. Beide lachen. Nat\u00fcrlich kann man das Bett eins A auseinander bauen in Einzelteile und das mit ganz kleinem Werkzeug und Aufwand, dass ich nur staune. Der eine findet das Scala-Mobil\u00a0(ich wusste gar nicht wonach ich Ausschau halten sollte) hinter einer T\u00fcr und die Rampen daf\u00fcr auch. Nur das Aufladeger\u00e4t (auf Nachfrage etwas gr\u00f6\u00dfer als eine Handy-Station) finden wir nicht wegen Nadel im Heuhaufen. Ich sage, er sei der Finder, er solle mal bitte Strom- und Gasz\u00e4hler f\u00fcr mich finden, weil die m\u00fcsse ich ablesen. Er r\u00e4t zu Keller und da ist Stromz\u00e4hler auch und Gas findet der Finder in der K\u00fcche. Nur meinen Thron, den Toilettenstuhl wollen sie da lassen, weil der einem anderen Sanit\u00e4tshaus, dessen Namen ich nicht kenne, geh\u00f6ren w\u00fcrde. Ob es den Laden noch gibt ist derzeit unklar. Unter dem Bett sind die total verstaubten Schmuckschatullen und beauty cases der Frau P. Die schaffe ich als erstes r\u00fcber und Schwester A. und ich schauen uns interessiert die Sammlung an. Ich sage, Dupl\u00e9-Armreif. Sie holt eine Lupe und findet einen Stempel und sagt was von Safe. Ich bringe die Sachen erst mal Frau P., die sich total freut mich zu sehen. Ich w\u00fcrde so frisch aussehen und das seien tolle Farben. Endlich mal jemand der nicht in dieser Pflegekleidung ankommen w\u00fcrde. Ich hatte einen Mitarbeiter von Enercity, der mich vor der T\u00fcr ansprach, ob ich hier arbeiten w\u00fcrde zu Schwester A. gebracht und dort mit angeh\u00f6rt, dass die Baufirma eine Leitung besch\u00e4digt hat und 20 Minuten der Strom abgeschaltet werden muss. Ach nein, nur das nicht, hie\u00df es da. Als ich mit Frau P. zusammen etwas ihren Schmuck durchschaue, geht auf einmal das Licht aus und es schreit eine Frau aus dem Fahrstuhl und trommelt gegen die T\u00fcr: Hilfe, h\u00f6rt mich keiner. Und ich schreie zur\u00fcck, doch wir h\u00f6ren sie, der Strom wurde abgeschaltet, ich hole gleich jemanden. Das tue ich und dann muss ich zur\u00fcck in die Wohnung, ein komisches Bett holen. Das unhandliche Ding ist eine Dekubitus-Matratze mit Schl\u00e4uchen und einer gro\u00dfen, schweren Pumpe dazu. Die Abhol-M\u00e4nner haben mir gezeigt, was da zusammengeh\u00f6rt und gesagt, dass Frau P. darauf liegen soll. Das Ding sieht aus wie das Alienbaby aus Men in Black Teil II, als h\u00e4tte eine Luftmatratze mit einem Alien Nachwuchs gezeugt. Auch das trage ich irgendwie auf meinem Fahrrad r\u00fcber und hoch. Dies Mal ist eine alte Frau neben dem Fahrstuhl aus dem Rollstuhl gefallen und ruft um Hilfe. Wieder schnell runter rennen und Bescheid sagen. Der Vormittag ist durchaus sportlich. Ich frage mich auch, warum ich diese pers\u00f6nlichen Sachen r\u00fcber bringen muss, weil Frau P. doch zwei T\u00f6chter hat. Die eine wohnt in Hamburg mit dem Enkel und will immer nach Hannover kommen und dann in den Zoo und sie erz\u00e4hlt mir, dass es so schwer sei Karten f\u00fcr das Kleine Fest im Gro\u00dfen Garten zu bekommen.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg halte ich am Platz mit dem komischen Namen neben dem neuen Rathaus und will einen Antrag abgeben auf steuerliche Anerkennung unserer Wintergartensanierung. Hat schlie\u00dflich so viel gekostet wie eine Eigentumswohnung in Ricklingen. Ich wollte eigentlich die ersten beiden Seiten des Antrags mit den zusammengefassten Zahlen und den Unterschriften kopieren. Das mache ich jetzt mit Abfotografieren und komme mir sehr cool vor. Ich liebe es, mit Boteng\u00e4nge in lustige \u00c4mter hinein zu gelangen. Vielleicht w\u00e4re Fahrradkurier doch eine m\u00f6gliche Karriere gewesen. Obwohl da spricht meine ausgepr\u00e4gte Orientierungslosigkeit wohl doch dagegen. Einen Eingangsstempel gibt es auch. Ob ich es nochmal mit Stempel fotografieren wolle, lautet die Frage. So zw\u00e4ngig bin ich nicht, lautet die Antwort.<\/p>\n<p>Nachmittags kommt ein anderer Sch\u00fctzling mit einer Zimmerpflanze und als ich ihn darauf anspreche am Ende des Termins sagt er mir, dass er heute Geburtstag habe. Es sei das Geschenk der Kochgruppe gewesen. Ich entschuldige mich und gratuliere ihm. Ich bin eben doch nicht die Tochter oder Freundin der Leute und wei\u00df die Geburtstage nicht, auch wenn sie aktenkundig sind. Das ist nicht meine Art. Vielleicht unsensibel oder ein Fehler. Nur bei Frau K. bin ich jedes Jahr auf den Geburtstag eingeladen in eine Eisdiele, zusammen mit den beiden Wohnbetreuerinnen, aber die Frau ist geistig<\/p>\n<p>behindert und da sehe ich es ein und gehe hin. Vorher muss man ihr immer was von der hiesigen Fu\u00dfballmannschaft besorgen, Fanutensilien, eine Tasse oder so. Das mache ich sehr widerwillig. Dann bestelle ich einen gro\u00dfen Eisbecher und sie sagt uns, dass wir ihre besten Freundinnen seien. Das ist irgendwie r\u00fchrend und irgendwie traurig.<\/p>\n<p>Woran merke ich, dass Sommerferien sind? Es sind deutlich weniger Anrufe im B\u00fcro und ich kann auf dem Weg zum Sport die K\u00f6nigsworther Stra\u00dfe auf halber Strecke ohne Ampel \u00fcberqueren, weil deutlich weniger Autoverkehr herrscht. Ich habe heute Doppelprogramm. Erst ein wenig Pilates und dann das letzte Mal Krass-Kundalini vor der Sommerpause. Ungewiss, ob es weitergeht, weil die Frauen sich eher f\u00fcr Zumba begeistern als f\u00fcr diese Randsportart. Umso dringender muss ich heute noch mal hin. Von Zumba berichtete neulich meine Yoga-Freundin, dass sie den Kurs getestet und nach einer halben Stunde abgebrochen habe und sagte was von ganz sch\u00f6n schnell wechselnden Schrittfolgen, st\u00e4ndig k\u00e4me was Neues und ich dachte nur, komisch, die ist doch sonst nicht so bewegungsbehindert und gehe in meinen ersten Zumba-Kurs\u00a0und total fies: Es ist eine von vorne bis hinten feststehenden Choreographie, die alle au\u00dfer mir drauf haben. Kundalini ist heute Sch\u00fcttelmeditation und mit geschlossenen Augen bei Armen \u00fcber dem Kopf Freestyle-Tanzen 11 Minuten lang usw. Zum Schluss gibt es wieder ein gemeinsames H\u00e4ndeklatschen, H\u00e4nde aufs Herz, dann Wegsch\u00fctteln und nach oben und dazu singen und nicht nur mich erinnert es an Kindergarten, aber es\u00a0macht gute Laune. Was ich sehr mag an Kundalini ist, dass es zwar K\u00f6rperarbeit ist, aber der Blick sehr nach innen geht und man mehr f\u00fchlt dabei als zu gucken. Wie sehen die anderen aus und wie mache ich mich im Vergleich welche \u00dcbung kann wer wie, das wird da total ausgeblendet und das finde ich herrlich, abgesehen von der Reise, die man dabei macht. Es ist einfach spannend und definitiv mehr als Sport, deswegen nenne ich es ja auch meine Kundalini-Therapie, eine Gruppentherapie wohl gemerkt. Andere Freundinnen machen Grinberg, aber das gibt es in Deutschland nur in Berlin.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend war ich zu einem Konzert in der Galerie Lunar verabredet, aber leider absolut nicht menschenmengenkompatibel, wie ich merke als ich dort ankomme, so dass ich hinfuhr um Stephan zu sagen, dass ich nicht kann. F\u00fcr eine Pizza-Mozzarella auf der Limmer Stra\u00dfe hat es noch gereicht. Stephan erz\u00e4hlt mir am n\u00e4chsten Tag, dass es total nett war und die Frau, Phoebe Kreutz, sch\u00f6n singen konnte und tolle Texte macht. Sie singt auch \u00fcber Yoga, \u00fcber ihren Po auf Reisen und beim Yoga. Er spielt mir das Lied vor: &#8222;I take my ass to yoga und stretch it on a mat. I don&#8217;t mind if it gets bigger as long as it doesn&#8217;t get to flat&#8220;. Na also. Sehe ich auch so. Mein Hintern bleibt allerdings klein und vergleichsweise flach und da kann ich \u00dcbungen noch und n\u00f6cher machen, nicht nur beim Yoga, auch an der Ballettstange. Die Muskeln sind wohl da, aber man sieht es nicht. Ein total unscheinbarer Po ist mein Schicksal. Es ist wie vieles K\u00f6rperliche halt, eine Veranlagungssache. So, das w\u00e4re jetzt auch mal gesagt. Was ich noch sagen wollte ist, dass mir in letzter Zeit die h\u00e4sslichen Spezialisierungen sehr auffallen, Produkte, wie von diesen Firmen, die Fahrradk\u00f6rbe herstellen oder Velux-Fenster. Ist ja n\u00fctzlich und brauchen tun wir es auch irgendwie.<\/p>\n<p>Am 12.07. fr\u00fchst\u00fccke ich mit Stephan was selten vorkommt und lese dabei Haz. Ein Artikel \u00fcber Hannovers wahre Kunstsch\u00e4tze, die auf den Stra\u00dfen stehen w\u00fcrden und es ging darum, Menschen neu darauf aufmerksam zu machen. Ich lese gerne das, was ich mir denke oder lesen will oder wor\u00fcber ich mich aufregen will und nicht das, was da steht und so lese ich, dass man Samstag dazu eingeladen wird, sich den Nanas via Hubschrauber zu n\u00e4hern. Ich lese es Stephan vor und denke, was soll das denn? Das ist ja \u00fcberkandidelt. Neue Perspektive sch\u00f6n und gut, aber aus einem Hubschrauber die Kunst neu entdecken? Da wird ja reichlich Andrang sein, weil teuer ist das sonst auch. Stephan kl\u00e4rt mich sp\u00e4ter auf, dass es sich irgendwie um einen Hubsteiger handelt, der dort angeboten wird.<\/p>\n<p>Haz lesen lohnt sich an diesem Morgen, da ich auch den Artikel \u00fcber die K\u00fche super finde. Er f\u00e4ngt mit dem Satz an, dass man bei Verwaltungsgerichtsprozessen allerhand Neues lernen k\u00f6nnen, so h\u00e4tte der Vorsitzende Richter die Verhandlung damit begonnen, dass er ausf\u00fchrt, dass K\u00fche schwimmen k\u00f6nnten, aber nur ca. 20 Minuten, dann w\u00fcrden sie aufgrund einer Schlie\u00dfmuskelinsuffizienz voll Wasser laufen. Deswegen sieht man diese Bilder von toten K\u00fchen auf dem Wasser, die aussehen wie Kuhballons, denke ich mir.<\/p>\n<p>Abends fahren wir am Maschsee entlang und es hat sich nach einer Kurve ein Unfall auf dem Radweg ereignet. Ich sehe nur im Vorbeifahren, dass die Frau Inlineskates tr\u00e4gt. Stephan, den das mitnimmt, weil er an seinem Radunfall denken muss, hat gesehen, dass sie wohl eingen\u00e4sst hat und meint, aus Angst. Ich sage, eher aus Schmerzen oder wenn irgendwas mit den Nerven gesch\u00e4digt ist (das w\u00e4re ganz schlecht) oder durch den Sturz, den Aufprall. Frauen sind da ein bisschen wie K\u00fche. Die k\u00f6nnen zwar l\u00e4nger schwimmen, aber der Vorne-Schlie\u00dfmuskel h\u00e4lt nicht immer bombenfest. Apropos Frauen, ich werde immer krawalliger, prolliger und das ist meinem Mann schon peinlich. Ich vermute allm\u00e4hlich, dass das mit den Wechseljahren zusammenh\u00e4ngt. Gef\u00fchlt ist alles wie immer, nur etwas unberechenbarer, aber die TCM-\u00c4rztin sagt ja, wenn das anf\u00e4ngt, werden die Frauen unregierbar, weil das Oestrogen hat sie gef\u00fcgig gemacht und quasi domestiziert. Sie fragte mich, ob ich mehr zu Wutanf\u00e4llen neigen w\u00fcrde, was ich bejahen musste. Au\u00dferdem schimpfe ich in letzter Zeit gerne vor mich hin auf andere Verkehrsteilnehmer und sage ganz laut, \u201edas sieht beknackt aus\u201c, w\u00e4hrend uns eine Gruppe dieser stehend Roller entgegen kommt, H\u00f6he Sprengelmuseum. Das ist nun echt die Pest aus meiner Sicht.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem f\u00e4llt mir immer wieder auf: Ich stehe echt auf M\u00e4nner in meinem Alter und finde das irgendwie beruhigend. Dieser Griff zu Teenagern ist mir ein R\u00e4tsel. Wenn vor mir ein Mann auf dem Rad f\u00e4hrt, der ordentliche, m\u00e4nnliche Attribute hat, finde ich das graue Haar sexy. Ist das ein Georg Clooney-Ph\u00e4nomen? Keine Ahnung. Ich habe bei einem Video von Talking Heads wieder festgestellt, dass ich finde, dass David Byrne heute besser aussieht als in den 80igern, fr\u00fcher h\u00e4tte ich das bestimmt anders bewertet. Der Geschmack w\u00e4chst halt mit.<\/p>\n<p>Im B\u00fcro bekam ich vom Jobcenter eine Email, die offenbar nicht f\u00fcr mich bestimmt ist mit einer Excel-Tabelle voller Daten, Namen. Sp\u00e4ter bekomme ich von derselben Frau\u00a0eine Email, dass sie die Nachricht an mich zur\u00fcckrufen will. Ein Fehler kann jedem passieren, aber was hilft die zweite Nachricht? Dass die erste nicht f\u00fcr mich war, habe ich auch so gemerkt, sie ist aber deswegen nicht verschwunden von meinem Rechner oder war das indirekt die Aufforderung sie zu l\u00f6schen oder der NSA weiterzuleiten?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11.07.\u00a0Der erste heutige Termin betrifft Frau P. Lange hat sie in der vollgestellten Wohnung zusammen mit ihrem Lebensgef\u00e4hrten gelebt und konnte das Bett nicht verlassen. Sie hat sich immer gefreut, wenn ich zu Besuch kam und in dem engen, abgedunkelten Zimmer auf dem Toilettenstuhl neben ihrem Bett Platz genommen habe. 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