{"id":4015,"date":"2014-02-02T20:02:54","date_gmt":"2014-02-02T18:02:54","guid":{"rendered":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=4015"},"modified":"2014-02-03T17:14:17","modified_gmt":"2014-02-03T15:14:17","slug":"die-schlimmsten-winterstrassen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=4015","title":{"rendered":"Die schlimmsten Winterstra\u00dfen"},"content":{"rendered":"<p>27.01. Das Stehen an der Haltestelle und warten auf den Bus l\u00e4sst mich das Gartentor aufschlie\u00dfen mit der Einstellung, Fahrrad wird wohl doch gehen. Der Nachbar f\u00e4hrt auch. Ich vermeide die Seitenstra\u00dfen, weil die gro\u00dfen besser ger\u00e4umt sind und ich ein Schisser bin. Die schlimmsten Stra\u00dfen in Linden und Umgebung sind die Adolfstra\u00dfe, die Haasemannstra\u00dfe, die Teichstra\u00dfe und auch die Wittekindstra\u00dfe. Hier ist auf dem B\u00fcrgersteig fahren sowie auf der Stra\u00dfe, Mitte, falsche Seite, absteigen und fluchen angesagt. Wenn ich das Gef\u00fchl habe, es ist glatt, wird mein K\u00f6rper steif und macht das Gegenteil von dem was mein Kopf will. So musste ich neulich nach dem Sport in der Haasemannstra\u00dfe absteigen, weil ich immer weiter nach links gefahren bin bis zum \u00e4u\u00dfersten Fahrbahnrand auf der falschen Seite und das nicht verhindern konnte.<\/p>\n<p>Ich komme an in der Roscherstra\u00dfe und hole die Unterlagen von dem fr\u00fcheren Betreuer ab. Ich habe das Gef\u00fchl, dass hier Landunter ist. Der soll die Angelegenheiten von anderen regeln? Aktenberge, loses Papier auf gro\u00dfen, unansehnlichen Stapeln und rauchende Mitarbeiter im Souterrain schaffen eine besondere Atmo des \u00dcberfordertseins. Dann zu meiner nach Hause. Sie wohnt in der selben, Stra\u00dfe in der unser Besuch aus \u00d6sterreich auch mal gewohnt hat. Wir treffen uns mit ihm zum Mittagsimbiss. Ich plaudere etwas aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen und kl\u00e4re ihn auf \u00fcber Verschiebungen in dem freundschaftlichen Macht- und Strategiegef\u00e4lle in Wien. Das ist meine neue Art. Der Freund hat Kunst aus Wien nach Hannover transportiert. Seine Freundin hat uns Samstag nach dem Ladenschluss von Billa noch eine Auswahl \u00f6sterreichischer Marmeladen besorgt. Da kann man bei mir punkten ohne Ende auf einer nach oben offenen Richterskala.<\/p>\n<p>Ich soll blo\u00df nicht bei der Weinprobe erz\u00e4hlen, warum ich nicht trinke, r\u00e4t mir mein Vater. Das kommt nicht gut an und macht den anderen ein schlechtes Gewissen. Schon wieder ein Staatsgeheimnis? Warum eigentlich? \u00dcber Probleme spricht man nicht. Wenn ich sage, ich hatte es nicht so geil im Griff, dann kommt das nicht gut an, wird mit famili\u00e4r nahegelegt. Den Winzern kann man ruhig sagen, dass dieses Nervengift was sie verkaufen auch nicht immer so harmlos ist, sage ich und warum schlechtes Gewissen? Ich habe alles mitgenommen in dieser Hinsicht, hektoliterweise getrunken und wenn ich jetzt aussteige sollen andere ein schlechtes Gewissen bekommen. Das verstehe ich nicht. So ist zumindest gew\u00e4hrleistet, dass ich im Bareiss bis 24 Uhr durchhalte und so den 75sten Geburtstag meiner Mutter erleben kann.<\/p>\n<p>Abends Sport und einen Caesar salad vom Kiosk, der aber besser schmeckt als das jetzt klingt, abgewandelt mit frischen Orangenst\u00fccken und Waln\u00fcssen.<\/p>\n<p>28.01. Einige Fotos von selbstgebastelten Schl\u00fcsselbundanh\u00e4ngern mit Spr\u00fcchen vom Yogi-Tee, auch f\u00fcr eine Buchidee. Herr PM, der sich gestern nicht gemeldet hat, rufe ich an und bange und er hat eine Wohnung. Ich bin \u00fcbergl\u00fccklich. Donnerstag bringt er den Mietvertrag vorbei.<\/p>\n<p>Mittags treffen mit Freunden der Staatsanwaltschaft. Der Junge aus der Runde muss aufs Land wechseln. Wir sind bei Urfa Sofrasi und essen zu viel. K\u00fcnefe f\u00fcr 4 Personen. So gro\u00df wie eine Pizza und besteht nur aus Zucker und fett, aber warm. Stephan isst die H\u00e4lfte. Ich helfe kr\u00e4ftig. Alex lobt mein neues Fahrrad. Es sieht dreckig aus. Sie bringt mich auf die Idee, die Fahrradwaschanlage von Step beim Gericht einmal in Anspruch zu nehmen. Sie erz\u00e4hlt au\u00dferdem von einem Apartment in Istanbul mit 3 Schlafzimmern und 3 Badezimmern direkt an der Galatabr\u00fccke. Das interessiert uns brennend. Sie will mir die Kontaktdaten schicken. Auf dem R\u00fcckweg machen wir in trauter Zweisamkeit unsere Runde durch die Stadt, Gerichtspost und dann versuche ich Teebonbons f\u00fcr meine Mutter zu besorgen. Gestern war ich bereits in dem \u00e4ltesten Teespezialit\u00e4tengesch\u00e4ft Deutschlands und hatte die letzte Packung ergattert. Nein, keine Gr\u00fcneteebonbons, Schwarzteebonbons! Von den gr\u00fcnen haben sie noch welche. Die Bonbons f\u00fcllen sie selber ab in kleine durchsichtige Plastikbeutel. Ich frage heute nach, ob neue Bonbons angekommen sind und erfahre, nein, erst in 4 Wochen. Sie hat erst eine Gro\u00dfbestellung gemacht und das Porto sei zu teuer. Mensch, die Chefin ist ja wie ich mit Handygespr\u00e4chen, aber irgendwie bekommen die daf\u00fcr auch eine 5-6, f\u00fcr Orga, so dass man sich fragen kann, wie lange es die noch geben wird bei der Einstellung.<\/p>\n<p>Nachmittags Klagebegr\u00fcndung in der Afghanistan-Sache schreiben. Das \u00e4rztliche Attest, was durchgefaxt wird, w\u00e4hrend wir im Steintorgrill sitzen, ist spitze und motiviert mich. Ich finde, ich habe das ganz gut gemacht und bin zuversichtlich, dass man meinen nicht abschiebt. Die Skala ist nach oben offen, was ich dar\u00fcber hinaus noch erreichen kann.<\/p>\n<p>Der Berufsmusiker hat endlich sein Gewerbeobjekt ger\u00e4umt und so geht es Schritt f\u00fcr Schritt weiter. Das Heim aus dem Harz r\u00fcckt am Freitag an um die Patientin, die seit fast einem Jahr in der Klinik ist und sich mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen wehrt, kennen zu lernen oder mit mir als Vertreterin zu sprechen und den \u00c4rzten.<\/p>\n<p>Ich hatte in meiner Liste der schlimmen Winterstra\u00dfen den K\u00fcchengartenplatz vergessen, auch Katastrophe. Abends nach dem Sport fahre ich extra \u00fcber Waschweiber und F\u00f6ssestra\u00dfe nach oben, dann war heute die Wittekindstra\u00dfe frei. Auch noch immer den d\u00f6fsten Weg w\u00e4hlen. Typisch.<\/p>\n<p>So satt, dass man nach dem Sport noch total vollgestopft ist. Das muss man erst mal schaffen. Pide als Vorspeise, Grillteller mit Auberginenmus und Familienportion K\u00fcnefe sei Dank. Abends esse ich das Brot, was ich mir morgens f\u00fcr die Arbeit gemacht habe.<\/p>\n<p>29.01. Die Baumgutachterin, die unserem Silberahorn untersuchen soll ist sympathisch. Ich sage ihr, dass der Typ bald kommt um den Efeu zu entfernen und ich hoffe, dass sie sich nicht ganz umsonst herbem\u00fcht hat. Wir sprechen \u00fcber allgemeine Lebensrisiken und die Gefahr, die von den Autos ausgeht und nicht den B\u00e4umen. Baum praktisch nur gef\u00e4hrlich, wenn Auto dagegen braust oder beim Sturm, aber sonst quasi total friedlich.<\/p>\n<p>Zuhause ruft mich die Dauerpatientin an und ich spreche \u00bd Stunde mit ihr. Wir sehen uns doch Freitag. Es stimmt nicht, dass ich Dinge geheim halte, ich sage ihr gleich Bescheid und Freitag rollt das Heim aus dem Harz an und ich w\u00e4re ihr sehr verbunden, wenn wir uns das anh\u00f6ren k\u00f6nnten, was die zu bieten haben. Ich bin autorit\u00e4r? Das kann schon eher stimmen. Ich bin nicht gegen sie. Es macht mir keine Freude, bei Leuten die Wohnungen aufzul\u00f6sen und sie gegen ihren Willen ins Heim zu stecken und das mache ich sonst auch nicht. Ein Betreuerwechsel hilft hier nicht, weil jeder Betreuer sich an den \u00e4rztlichen und gutachterlichen Vorgaben orientiert und ich geh\u00f6re bestimmt zur \u00e4ngstlichen Fraktion. Sie will \u00fcber die hygienischen Verh\u00e4ltnisse in der Klinik l\u00e4stern. Das ist vor allem ihr Zimmer und das hat sie selber gemacht. Der Aufenthaltsraum sieht ganz manierlich aus.<\/p>\n<p>Der Rattenk\u00f6nig wurde Montag auf der Suchtstation aufgenommen. Ich hatte angerufen. Er schief und bekommt erst abends sein Handy. Heute um 10 Uhr dann der Anruf, dass er abbricht. Seine Gebissschiene ist gebrochen und er hat einen Termin in der Zahnklinik. Seine Freundin will ihn fahren und die ambulante Wohnbetreuung wird dort sein und die wollen ihn nicht gehen lassen bzw. nur mit Aufsichtspersonal und dann aber per Taxi. Ich sage, er m\u00fcsse abw\u00e4gen, was ihm wichtiger sei. Der Arzt ist stur und er sei es auch. Ich sage, ja, aber die sitzen am l\u00e4ngeren Hebel. Und die Regeln sind die Regeln, auch wenn die keinen Sinn machen. Wenn die sagen, ab Morgen tragen alle lila Hemden, dann tragen ab Morgen alle lila Hemden, so sei das in sog. totalen Institutionen wie Knast, Psychiatrie (siehe auch Max Weber). Er will was von denen und hat um die Aufnahme gek\u00e4mpft. Die haben gen\u00fcgend Patienten und denen ist es egal, ob er abbricht, die sagen sich, dass sie es vorher schon gewusst h\u00e4tten. Er will doch was ver\u00e4ndern. Soll ich noch mal mit dem Stationsarzt sprechen? Er willigt schlie\u00dflich ein. Wer ich denn sei, mit der ambulanten Wohnbetreuung habe er auch schon geredet. Ich sage, so sei das manchmal, wenn eine gesetzliche Betreuung da sei und: meiner will und ich suche nach einer kreative L\u00f6sung, bevor wir alles gegen die Wand fahren und dann neu anleiern m\u00fcssen. Das sei ineffektiv und frustrierend f\u00fcr alle. Er hat angeboten, dass jemand vom Personal mitkommen kann im Auto der Freundin. Der Arzt: Das geht versicherungstechnisch nicht. Gestern h\u00e4tten sie einen Patienten mit dem Vater raus gelassen und der h\u00e4tte den Vater weggeschickt und konsumiert. Das Personal lasse sich nicht wegschicken. Herr B gibt vor, wie es zu Laufen hat. Das beeinflusst die Mitpatienten. Ich sage dann, ich wei\u00df, dass er als Stationsarzt schon im Vorfeld gesagt hat, meiner wird es nicht schaffen, sich an die Regeln zu halten. Jetzt hat er eine medizinische Indikation, wie er selber einger\u00e4umt habe und k\u00fcmmert sich um die Begleitung durch abW und willigt auch noch ein in einer Begleitung durch Klinikpersonal und bei einem anderen Patienten hat man offenbar auch eine Ausnahme machen k\u00f6nnen und das sei schief gelaufen und meiner m\u00fcsse darunter leiden, das sei keine Chancengleichheit und er k\u00f6nne sich dann sagen, er habe es gleich gewusst, dass es mit meinem nicht klappt, ich w\u00fcrde das jedoch anders sehen. Der Arzt, bei dem ich einen Nerv getroffen habe, tickt aus<b>. Er sei der Psychiater. Er wisse was eine selbsterf\u00fcllende Prophezeiung<\/b> <b>sei<\/b>, das wolle ich ihm unterstellen, das sei aber anders, bei so einem Kandidaten und flankiert von <b>der <\/b>Betreuerin habe er eben seine Meinung und mit Herrn B. sei nicht zu reden. Die Sache sei gegessen. Jetzt muss er Patienten aufnehmen und musste schon viele Telefonate wegen Herrn B. f\u00fchren. Wenn er sich darauf einlassen w\u00fcrde, h\u00e4tte er bewiesen, dass er mit einem therapeutischen Angebot umgehen k\u00f6nne. Ich sage, er k\u00f6nne mir auch so viel Professionalit\u00e4t unterstellen, dass ich mit meinem Sch\u00fctzling anders reden w\u00fcrde als mit ihm und ihn versuchen w\u00fcrde von einem Kompromiss zu \u00fcberzeugen und nicht sagen w\u00fcrde, der Stationsarzt ist doof, ziehen Sie ihr Ding durch, sondern eben: ab Morgen wird ein lila Hemd getragen. Er sieht keine Hoffnung. Ich rufe \u00fcber das Patiententelefon an und sage meinen Namen und wen ich sprechen will. Ob ich die Betreuerin sei. Darauf gehe ich nicht ein, kann sie Herrn B. ans Telefon holen oder nicht will ich nur wissen. Ja, aber der will schon abbrechen, informiert sie mich. Auch dazu sage ich nichts, au\u00dfer, muss ich auf dem Handy anrufen? Meinem Betreuten sage ich, er soll der schlauere sein und es mal allen beweisen. Wir tricksen diesen Arzt aus. Er soll sich mit Taxi hinfahren lassen und seine Freundin dort treffen und nicht alles in den Wind fahren um was er gek\u00e4mpft hat. Er: ich habe schon gepackt. Frau Arnhold: daf\u00fcr ist der Kopf rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann. W\u00e4re doch traurig, wenn man das nicht k\u00f6nnte und immer nach A, B sagen m\u00fcsste, auch wenn sich die Dinge ge\u00e4ndert haben. Er: was sollen seine Mitpatienten denken. Ich lache und sage; hey, Herr B, das sind Mitpatienten, die haben auch alle ihr P\u00e4ckchen zu tragen. Es ist uns egal, was die denken. Die Mitpatientin wollte wisse, ob ich Ihre Betreuerin bin. Ich bin auch gerne Ihre Ex oder Schwiegermutter. Das sei wurscht.\u00a0 Das ist uns egal, was die denken. Sie haben Ihre Freundin und Frau L vom abW und mich und wir glauben an Sie und die anderen stehen alle einen Schritt weiter drau\u00dfen, au\u00dferhalb des Kreises und es tangiert uns nicht so sehr, was die meinen. Das l\u00e4sst uns kalt. Er duzt mich kurz und will wissen, ob der Arzt mich beleidigt hat und ich, nein, kann der gar nicht. Der war d\u00fcnnh\u00e4utig und ich will, dass wir gewinnen und das tun wir, wenn er es m\u00f6glich macht und alle \u00fcberrascht und nicht geht. Wenn er geht, dann ist es wie immer und er macht keine neue Erfahrung, wenn er bleibt und klug nachgibt steht es 1 zu Null f\u00fcr ihn, weil er es den anderen gezeigt hat, dass er kann und der Arzt diesmal daneben lag mit seiner Prognose. Er soll es mal probieren. Meine Worte w\u00e4ren \u00fcberzeugend, er will es sich \u00fcberlegen. Nach 3 Minuten ruft er an und sagt, dass er bleibt und ich sage, dass ich stolz auf ihn bin und er bedankt sich. Genau das braucht so ein Borderline Typ, der keine Mutter hatte und nur Heim kennt, dass jemand zu ihm h\u00e4lt und auch sagt, dass sie stolz auf ihn ist, quasi Mutterersatz und ich bin wirklich stolz und tr\u00e4llere nach dem Telefonat: \u201ewenn alle Schizophrenen zusammenstehen, haben die Ingenieure keine Macht mehr \u00fcber uns\u201c vor mich hin.<\/p>\n<p>Mittags esse ich den K\u00fcrbisauflauf, den ich gestern Abend gemacht habe. Vorkochen, muss man dann nur warm machen. Abends werde ich wieder das vorgeschmierte K\u00e4sebrot essen.<\/p>\n<p>Nachmittags kommt der verhuschte Architekt, der gestern einen Termin hatte. Dann bekomme ich einen Beschluss, dass die Rechtspflegerin der Meinung, dass ich die Wohnung nicht k\u00fcndigen und aufl\u00f6sen darf. Der Jahresbeschluss ist aber rechtskr\u00e4ftig vom Landgericht und der sieht eine Heimunterbringung vor, aber die Wohnung k\u00fcndigen darf ich nicht. Ich telefoniere mit der Richterin und sage, es w\u00e4re w\u00fcnschenswert, wenn das Landgericht einheitlich entscheiden k\u00f6nnte. Die Rechtspflegerin macht sich keine M\u00fche Frau J anzuh\u00f6ren (sagt die Richterin), sondern \u00fcbernimmt das, was sie schreibt (sage ich). Die dicke Akte mit einer Einweisung nach der n\u00e4chsten und den ganzen Gutachten hat sie wohl nicht gelesen. Ich werde den Termin Freitag abwarten und zu Herrn B gehe ich auch. Wir klagen schlie\u00dflich gegen die Polizei, die ihn erkennungsdienstlich behandeln wollen f\u00fcr eine halben Joint, au\u00dferdem will ich ihm noch mal sagen, dass er es gut gemacht hat.<\/p>\n<p>Beim Sport \u00fcben wir Kopfstand auf einem Klostuhl, der extra daf\u00fcr konzipiert wurde. Er hat eine u-f\u00f6rmige Aussparung f\u00fcr den Kopf und der baumelt dann unter dem Stuhl, w\u00e4hrend die Schultern auf der Polsterung um die Aussparung herum aufliegen und die H\u00e4nde an den Holzgriffen, quasi Armlehnen halt finden. Eine nach der anderen darf das exerzieren. Gar nicht so unpraktisch, das Hilfsmittel. Ich will jedenfalls nie wieder vor einer Wand Kopfstand \u00fcben. Das ist ganz falsch, meine ich.<\/p>\n<p>Nach dem Sport ein kurzes Telefonat mit einer verliebten Freundin, die irgendwie traurig ist, dass ich keinen Alkohol mit ihr trinken will im Bareiss. Klar, es gibt auch Leute, die das Trinken noch schlechter im Griff hatten oder haben als ich. Davon kennt sie eben welche.<\/p>\n<p>30.01. Mandant mit Wohnbetreuung. War schon mal bei mir. Thema: Kindergeld bei Erwachsenen, die aufgrund ihrer Behinderung Kindergeld beziehen. Mutter war gestorben, Vater lebt aber noch und sie fordern jetzt zur\u00fcck. Beratungsschein muss noch geholt werden.<\/p>\n<p>Der Mandat mit dem obsz\u00f6nen Nachnamen aus dem Osten versetzt mich wieder und ruft dann an. Mittagstisch zuhause. Onlinebanking in einer Betreuungssache neu ausprobieren.<\/p>\n<p>Herr B war bei der Zahnbehandlung, aber alles schwierig und Abbruch der Entgiftung kommt Jederzeit noch in Frage. Ich hoffe, es ist ein Anreiz, dass ich Morgen zu ihm raus kommen will in die Klinik, weil ich da meine Dauerpatientin aufsuche.<\/p>\n<p>Dann ist wieder Zahlnachmittag. Elisabeth Taylor hatte sich gestern schon gemeldet, dass sie jetzt wieder k\u00fcndigen will bei den evangelischen Frauen. Ich war sehr kurz angebunden, weil ich ihr das vorher gesagt habe und eine Probemitgliedschaft vorgeschlagen habe. Der Jahresbeitrag w\u00e4re erst im M\u00e4rz zu zahlen gewesen. Aber nein, diesmal wirklich und die Betreuerin l\u00e4sst mich nicht und sie zahlt selber im Dezember und jetzt hat sie sich mit denen angelegt oder die mit ihr. Sie geht zu dem Treffen und legt sich mit denen an. Offenbar geht es um einen Vortrag oder eine Diskussion und die Frau von Alber Schweizer und sie meint, ob die Frau von Albert Schweizer mit ihrer TB wirklich nach Afrika h\u00e4tte gehen sollen oder sich lieber um ihre eigene Krankheit h\u00e4tte k\u00fcmmern sollen, statt irgendwelchen armen, schwarzen\u00a0Babys dort zu helfen, so die unbeliebte Meinung von Elisabeth. Au\u00dferdem ist sie der Meinung, dass die Frau vermutlich das ganze Geld hatte und dieser Albert Schweizer sie nur ausgenutzt hat. Sie nimmt sich Tee und Kandis und eine der Christenfrauen sagt zu ihr, sie soll aufh\u00f6ren zu klopfen und dabei r\u00fchrt sie nur den Kandis. Zu Szenia geht nicht mehr, weil die muslimischen Frauen dort \u00fcbernommen haben (sie ist selber aus dem Iran) und die verteilen ihre W\u00fcrste, Sucuk und die haben da was reingemischt, Hormone oder so und davon hat sie Bartwuchs bekommen. Au\u00dferdem will sie sich von den 90,- \u20ac die ich ihr gebe Morgen f\u00fcr 60 einen Kater holen, der ist kastriert und gechipt und daher kann er sie dann besch\u00fctzen (eine neurotische Katze hat sie schon). Da wo sie gucken war, gibt es auch Katzen mit Katzenaids? Das versteht sie nicht, warum tut sich das jemand an? Eine Katze mit Katzenaids? Was soll das? Frau A. r\u00e4t von der Haustieranschaffung ab. Sie r\u00e4t eher dazu der jetzigen Katze ein neues Zuhause zu suchen, aber die braucht sie nach ihren Erz\u00e4hlungen zum Einschlafen. O.k. das ist dann kritisch, ob das Wohl des Tieres dann nicht zur\u00fcck treten muss. Ins Theater (Schauspielhaus) ist sie neulich nicht reingekommen, weil sie die Katzenbox dabei hatte, die nicht in den Spind passte und die wollte sie auch nicht so drau\u00dfen lassen und rein durfte sie damit nicht. Jetzt will sie mal das Tak ausprobieren. Mir ist ganz schwindelig als sie wieder geht. Apropos Tak. Stephan liest mir aus der Haz den Titel eine Kaberettprogramms vor: \u201edie beliebtesten Wanderwege der Wanderhure\u201c. Das ist lustig!<\/p>\n<p>Herr PM kommt nicht. Er wollte mit seinem neuen Mietvertrag vorbei kommen und ich habe Angst, dass der gar nicht existiert und rufe ihn an um ihn zur Sau zu machen, weil er mich ein ums andere Mal versetzt und nicht mitarbeitet und die R\u00e4umungsklage nicht ernst nimmt. Kein einziges Mal meldet er sich wie verabredet und ich muss immer hinterhertelefonieren. Ich bin noch k\u00fcrzer angebunden als sonst und will seine Ausreden nicht h\u00f6ren. Er hat dem Harald schon Bescheid gesagt. Das ist sein alter Vermieter und ich sage, ja, mag sein, aber ich habe den Anwalt und die gerichtlichen Fristen an der Backe. Er hat mich vergessen und jetzt war auch noch Unfall und die Stra\u00dfenbahn f\u00e4hrt nicht. Will ich alles nicht h\u00f6ren. Ich bin wie Wilfried aus dem Dschungelkamp. Ich sage nur: Montag um 11. Be there!<\/p>\n<p>Ich freue mich auf meinen Buchbinderkurs und habe meine Tasche schon gepackt. Der Kurs ist richtig voll, wie VHS oder zumindest wie ich mir VHS vorstelle. Letztes Mal waren wir zu dritt, jetzt sitzen schon 3 da als ich komme und es kommen noch 4 oder so, davon ein Mutter-Tochter-Team. Das ist mit l\u00e4ngeren Wartezeiten verbunden, weil Laura alle nacheinander ber\u00e4t zu ihrem jeweiligen Projekt. Eine Gruppe Frauen schlie\u00dft sich zusammen und faltet Origami, d.h. Briefe, die man auseinander klappen kann. Ich mache erst mal nicht mein Betreutenged\u00e4chtnisbuch. Ist mir zu voll, das w\u00e4re nicht so schlimm, kann mich auch zur\u00fcckziehen, w\u00fcrde ich dann eh tun wegen der Daten, die ich verarbeite, aber ich muss mir \u00fcber die Bindung klar werden. Ich mache das Buch mit den Passepartouts und den alten, dicken Familienfotos mit den sch\u00f6nen R\u00fcckseiten. Neben mir ist mein Nachfolger im Atelier, der seine Reclamhefte retten will, weil er Notizen reingemacht hat und daher sind sie wertvoll f\u00fcr ihn und alle Buchpressen blockiert, weil er noch ungeduldiger ist als ich und einfach schneidet und klebt und macht ohne Sinn und Verstand, weil Laura alle nacheinander beraten muss und hierdurch L\u00fccken entstehen und er dann nicht warten kann, sondern einfach macht. Der Kurs ist wie Dschungelcamp im Kleinen, d.h. der Charakter eines Menschen kommt schnell zum Vorschein und die Teamf\u00e4higkeit. Wie viel Platz brauche ich f\u00fcr meinen Arbeitsplatz? Wie sehr nervt es mich, wenn andere dicht an dicht mit mir arbeiten? Ich muss mich erst mal in Flei\u00dfarbeit \u00fcben und das Papier rei\u00dfen, weil das dann \u00e4sthetischer ausschaut zu den alten Bildern und Laura das daher so vorgibt. Mit einem Lineal halte ich dagegen. Da es sich um einen kurzen Streifen handelt, ist das sehr m\u00fchsame Knastarbeit und schnell finde ich es nervig und frage nach einer Ersatzbesch\u00e4ftigung f\u00fcr eine Pause. Das wird verneint, erst mal zu Ende machen. Das ist auch ganz gut so in der Buchbinderergotherapie. Ich mache weiter. Irgendwann blutet auch mein Finger unter dem Nagel. Aber irgendwann bin ich auch fertig und mit dem Ergebnis zufrieden. Eine Familienaufstellung der anderen Art. Mittendrin kommt eine Frau rein, die allen erkl\u00e4rt, dass sie eine halbe Stunde hierher braucht vom Bahnhof und nicht fr\u00fcher da sein kann und dann lohne es sich nicht. Sie k\u00f6nne nicht fr\u00fcher. Wann macht Laura denn einen Wochenendkurs. Die Daten werden ihr genannt, aber die gute ist schwierig. Sonntag kann sie dann auch nur bis 3 und das Buch muss im M\u00e4rz fertig sein, weil der Kollege dann Geburtstag hat. Dann nimmt sie Laura noch ca. 4 mal in Beschlag, welches Paper soll sie einkaufen? L\u00e4sst sich welches zeigen. Das gef\u00e4llt ihr alles nicht. Dann macht Laura weiter mit einem anderen Kursteilnehmer dieses Kurses (dazu z\u00e4hlt die Alte gar nicht) und wieder unterbricht sie und will noch mal die Zeiten des Wochenendkurses wissen, damit sie sich die in den Terminkalender eintragen kann. Das kann man im Internet nachlesen und irgendwann will ich ihr eine reinhauen. Gegen Ende r\u00e4umen alle auf. Eine Frau hat unsere Pinsel gewaschen. Ich bedanke mich bei ihr. Am Schluss des Kurses fragt Laura, ob alle auf ihre Kosten gekommen seien und das wird bejaht.\u00a0 Ich zeige meine Ergebnisse und alle finden die alten Fotos so sch\u00f6n, das junge M\u00e4dchen schaut sie besonders genau an. Laura meint, meine Familie w\u00e4re schon b\u00fcrgerlich. Das w\u00fcrde man an den Fotos ansehen. Die Sammeltante erkl\u00e4rt mir, dass bei ihr in der Familie so was einen h\u00f6here Stellenwert h\u00e4tte als jetzt so mit Leim geklebt zu werden und ich sage, warum das sei ein hoher Stellenwert, besser als einzeln irgendwo in der Fotokiste und dann im Altpapier\u00a0rumzufliegen. Das scheint man verschieden sehen zu k\u00f6nnen. Ich erkl\u00e4re ihr kurz, dass gerade bei uns so was einen hohen Stellenwert hat und meine Mutter unglaubliche Stammb\u00e4ume mit Power Point ausarbeitet und sich Fotos schicken l\u00e4sst und einscannt und alte Briefe liest und recherchiert und macht und das kommt bei allen sehr gut an und die hat mir schlie\u00dflich diese Fotos zum basteln gegeben mit einem Postit \u201enach Hannover\u201c drauf. Ich habe also keine Zweifel an meinem Projekt und bin froh, dass ich trotz etwas Hektik wieder ein Projekt in der Zeit fast abgeschlossen habe. Ich brauche diese Erfolgserlebnisse.<\/p>\n<p>31.01. Morgens setzt meine Regel an, genau mit dem Wachwerden. Das hatte ich schon ganz lange nicht mehr oder nie? Irgendwie bin ich genervt, aber besser als nachts davon geweckt zu werden und das ganze Bett ist eingesaut und man muss erst mal eine Schmerztablette nehmen und vorher suchen und das unterbricht alles die Nachtruhe. Aufwachen und dann zeitgleich geht\u2019s los. Eigentlich gutes Timing, au\u00dferdem bin ich dann safe in der Wellnesssauna \u00fcbern\u00e4chstes Wochenende. Da kann ich keinen Besuch der roten Tanten gebrauchen. Beim Morgenkaffee stellt mein Mann dann fest, ich bin seine Larissa (die \u00d6sterreicherin aus dem Dschungelcamp ist damit gemeint). \u00c4hnlichkeiten gibt es schon, ich bin ungeschickt und wische mir gerne die H\u00e4nde an der Kleidung anderer ab.<\/p>\n<p>Eine Freundin mit einer Stra\u00dfenverkehrssache, der ich nicht helfen kann. Als Radfahrer kann man so einem Autofahrer doch m\u00e4chtig \u00c4rger machen. Einfach sagen, Vorfahrt genommen, leichter Zusammensto\u00df, keine Besch\u00e4digungen an Fahrrad und Fahrzeug. Reicht das? Ich bin gespannt, wie die Sache ausgeht.<\/p>\n<p>Dann viele Anrufe der Dankbarkeit. Herr A. findet, dass ich die Klagebegr\u00fcndung vor dem Verwaltungsgericht wegen Asyl und Afghanistan gut geschrieben habe und er bedankt sich. Die Betreute mit der lustigen Sprache, Frau C. (Handwerker, hauen ab wie Fr\u00f6sche sage ich nur) habe ich aus ihrem Handyvertrag, der bis 2016 gehen sollte \u201erausgeboxt\u201c. Die ist auch ganz happy, sonst Grundgeb\u00fchr 29,99 \u20ac pro Monat noch \u00fcber 2 Jahre. Das ist viel f\u00fcr einen Hilfeempf\u00e4nger.<\/p>\n<p>Vor der Fahrt nach Langenhagen st\u00e4rke ich mich mit einem Salami-Panini. Das Treffen h\u00e4tte nicht besser laufen k\u00f6nnen. Herr B. ist noch da und zieht brav seine Entgiftung durch. Ich h\u00e4tte eine rote Nase, bemerkt er, aber sonst \u201eelegant angezogen, wie immer\u201c.\u00a0 Dann der wichtigere Teil. Das Treffen mit meiner Dauerpatientin und den Mitarbeitern des Heimes, sowie dem \u00e4rztlichen Personal. Alle sind gut gelaunt und charmant und einander freundlich gesonnen. Meine erkundigt sich nach der Infrastruktur und den \u00c4rzte und den Autobahnverh\u00e4ltnissen, ob es heute vereist gewesen sei um dem Ganzen dann eine Absage zu erteilen. Die Ober\u00e4rztin sagt, auch wenn wir es jetzt noch mal ambulant versuchen (sie hat die Garantie f\u00fcr 1 Jahr Depotspritze ausgesprochen, meine Betreute) sollten wir Plan B machen, wenn es nicht klappt und sie wieder in der Klinik landet, dass das nicht wieder fast 1 Jahr dauert. Sie sollte sich das Heim anschauen und sei es nur zur Abschreckung. Das lehnt meine ab. Die Ober\u00e4rztin wendet Trick 17 an und sagt, sie interessiere sich f\u00fcr die Einrichtung und ob die Patientin sie nicht begleiten und beraten k\u00f6nne (sie was selber fr\u00fcher als Krankengymnastin t\u00e4tig). Sie w\u00fcrden dann zusammen mit dem Taxi in den Harz fahren und sie k\u00f6nnen entweder wieder zur\u00fcck oder mit ihrem Freund eine Nacht dort verbringen. Sie willigt ein und will den Ausflug machen, ganz unverbindlich. Ich bedanke mich bei den beiden Mitarbeitern f\u00fcrs Kommen (immerhin Anfahrt 80 km). Dann Nachgespr\u00e4ch mit der Ober\u00e4rztin. Bedingungen f\u00fcr eine Entlassung, wer bekommt einen Ersatzschl\u00fcssel zu der Wohnung, Verm\u00f6genssorge, dass nicht zum dritten Mal Strom und Gas abgestellt werden. Irgendwann und das ist ziemlich bald, m\u00fcssen wir abbrechen, weil es meiner zu viel wird. Drau\u00dfen gibt es Kuchenverkauf im klinikeigenen Caf\u00e9. Die Ober\u00e4rztin hat Schokokuchen mit Kokos und ohne Mehl gemacht. Von dem Erl\u00f6s soll die Kegelbahn finanziert werden, die die Stadt sich nicht mehr leisten kann.<\/p>\n<p>In der Bahn treffe ich unsere Freundin, die beim Jobcenter Vahrenwalder Stra\u00dfe arbeitet und in Wunstorf wohnt. Der R\u00fcckweg ins B\u00fcro geht schneller, weil ich jetzt Oxfam boykottiere und mir den Halt sparen kann, seit mir Stephan am Morgen die Meldung vorgelesen hat, dass Oxfam zum Boykott von israelischen Produkten aufruft. Noch etwas arbeiten und dann Sport. Eine Teilnehmerin bei Movenyo sieht aus wie eine h\u00e4sslichere Version von Amanda Knox, als deutscher Hippie, in \u00e4lter und ungepflegter.<\/p>\n<p>Auf dem K\u00fcchengartenplatz ist ein gro\u00dfer Kreuz, wo der Weg frei ist. Sonst viele, tiefe Eisfurchen. Irgendwie Horror und die Autos m\u00fcssen einen trotzdem \u00fcberholen, w\u00e4hrend man in ihrer Reifenspur f\u00e4hrt, weil es anders nicht geht. Ist klar.<\/p>\n<p>Statt noch mal rauszugehen, lande ich in der Badewanne und dann auf dem Sofa. Die letzte Packung Kekse aus London wird verspeist. Mein Gott ist das traurig. Wir hatten doch so viel, aber es hat nicht lange vorgehalten. Nachschub muss her, nur wo her kriegen? Ich will zu Sainsbury`s!!! Nur schnell hinbeamen und eine Stunde einkaufen und dann wieder zur\u00fcck&#8230;<\/p>\n<p>01.02. Wie kann man sich nur so reinsteigern in wenig Haare haben. Ich m\u00fcsste das ja kennen mit Mitte vierzig. Es kommt mir vor als h\u00e4tte sich die Dicke halbiert und bin ungl\u00fccklich. Noch mehr abschneiden und dann so tun als sei es ein cooler Schnitt, kann das helfen? Ich muss immer hin fassen und entsetzt feststellen, wie weniger es sind, so wie die Zunge immer einen abgebrochenen Zahn ausloten muss, ganz unfreiwillig.<\/p>\n<p>Herrlich ausgeschlafen. Gott, war das gut! Drau\u00dfen regnet es. Ich bastele den ganzen Tag. Ich suche und klebe die \u00dcberschriften zu den alten Fotos. Ich entscheide mich f\u00fcr 2 pro Seite (auf Rat von Stephan), dann kann es so oder so sein. \u201eMann 69 Stunden durchs Meer getrieben\u201c oder \u201eRandale im Schwimmbad\u201c. Ansonsten keine guten Nachrichten, die Mutter eines guten Freundes ist verstorben und ein Gast unserer Schwarzwaldrunde hatte einen Skiunfall und liegt mit Tr\u00fcmmerbruch des Fu\u00dfes in \u00d6sterreich im Krankenhaus. Das Essen dort soll gut sein. Wir hoffen alle, dass sie trotzdem kommt, sonst der Sohn als Begleiter. Wir schenken das Gourmetessen meinem Verwandten und seiner Frau (nachtr\u00e4glich zu seinem f\u00fcnfzigsten zusammen mit meinen Eltern). Da sonst ein Gutschein\/Geschenk wegf\u00e4llt, drohe ich damit\u00a0f\u00fcr Ersatz zu sorgen, indem ich zur Caritas Notunterkunft\u00a0in B\u00fchl fahren und frage, &#8222;wer von euch trinkt denn gerne Wein und hat mal Lust auf Lump und Weinbegleitung&#8220;, ruckzuck habe ich Andreas\u00a0eine Tischdame besorgt, aber wir werden das anders l\u00f6sen. Sonst suchen wir im Internet ein Apartment in Stuttgart f\u00fcr eine Reise im Juni, mit meinen Eltern. Da gibt es nicht so viele wie in San Francisco, aber trotzdem englische Bewertungen. Heusteigviertel, Altbau&#8230;.Abends holt ein Freund etwas ab was Stephan ihm geschenkt hat und ich verstecke mich in der Zeit in der Wohnung, absolut g\u00e4steuntauglich ist mir heute zumute und das ziehe ich dann konsequent durch. Misanthrop ist das vielleicht auch.<\/p>\n<p>02.02. Wache auf nach k\u00fcrzerem Schlaf, aber mit einer anderen Energie. Schatzi geht es auch so. Die Schonung scheint sich gelohnt zu haben. Kuchen backen, die Kette der Tante reparieren, die ihr am Stuhl gerissen ist\u00a0bzw. neu aufziehen, upgraden, neue, bessere Perlen reinhauen, dann noch neue dazu, eine von mir reparieren, Bademode f\u00fcr das Bareiss aussuchen, dann beschlie\u00dfen wir angesichts der Tauwetters, dass ein Radausflug her muss bei dem sonnigen und herrlichen Wetter. Wo fahren nach Linden Nord und dort ist der Schnee geschmolzen im Gegensatz zu Linden Mitte. Geht es hier mit rechten Dingen zu? In der Menagerie gef\u00e4llt mir der Kuchen nicht, weiter ins Rossi, dann in den Kunstverein. Lange nicht mehr da gewesen. Hier l\u00e4uft eine Ausstellung von Christoph Girardet. Die Videos gefallen uns gut, das kann der Mann und ich bin etwas neidisch, weil ich mit diesem Medium auch gerne Collagen machen w\u00fcrde. Auch seine Bildersprache spricht mich \u00e4sthetisch an. Erst schauen wir die Zugimpressionen. Das mag ich eh total gerne und dann die Jungs (m\u00e4nnliche Kinder) aus den F\u00fcnfzigern mit Sommersprossen, Mustertapete und Schlafanzug oder korrektem Haarschnitt und Krawatte und die Raumfahrt und das Weltall. Amerikanische Optik, wie gerne in den Videos. Gut. Der nach dem die Ausstellung benannt war: \u201eTell me what you see\u201c gef\u00e4llt uns beiden nicht so gut, aber dann wieder \u201ecuts\u201c. Der ist spitze, die Narben und OP-Fotos, Frauen mit dick Erdbeermarmelade ins Gesicht gestrichen, auch immer sch\u00f6n die Naturanleihen. Hand f\u00e4hrt durch nasses, kurzes Haar, nasses Gras, \u00c4ste von B\u00e4umen und Blutgef\u00e4\u00dfe usw. Sch\u00f6ne Bilder, inklusive des Sch\u00e4ferhundes, der auch mal einen sch\u00f6nen Bruch rein bringt. Wir kuscheln in den dunklen R\u00e4umen und knutschen etwas. Das hilft auch gegen die K\u00e4lte.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg vorbei am Spielplatz, der voller Eltern ist. Man kann vor lauter Erwachsenen die Kinder nicht mehr sehen. Fr\u00fcher durften Kinder auch mal alleine auf den Spielplatz, stellt Stephan zu Recht fest und \u201ewas sind das alles, P\u00e4derasten?\u201c. Dann finde ich die erste Katze (au\u00dfer die einer Freundin vor Jahren), die mir gef\u00e4llt. Am ehemaligen Polizeirevier Gartenstra\u00dfe meint Stephan, ich m\u00fcsse umdrehen, da h\u00e4tte ich was verpasst, das m\u00fcsse ich sehen. Hinter dem Zaun eine dicke, graue Katze. Ich will ein Foto machen und schon ist das Biest abgehauen. Ich verfolge sie und ein Mann kl\u00e4rt mich auf, dass sie zu dem Haus dort geh\u00f6ren w\u00fcrde. Ich sage ihm, ich wollte nur ein Foto machen und sie weder einfangen noch impfen. Dann traue ich mich hin und sie kratzt und bei\u00dft nicht und scheint mich zu m\u00f6gen. Sie reibt sich an mir. Ich glaube ja, dass ist der Pelzgeruch. Die sind so billig.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3979\" alt=\"Katze 1\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-1-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-1-225x300.jpg 225w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-1.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3980\" alt=\"Katze 2\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-2-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-2-225x300.jpg 225w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-2.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3981\" alt=\"Katze 3\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-3-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-3-225x300.jpg 225w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-3.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3982\" alt=\"Katze 4\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-4-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-4-300x225.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-4-624x468.jpg 624w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-4.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3983\" alt=\"Katze 5\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-5-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-5-225x300.jpg 225w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-5.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3984\" alt=\"Katze 6\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-6-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-6-300x225.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-6-624x468.jpg 624w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-6.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3985\" alt=\"Katze 7\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-7-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-7-300x225.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-7-624x468.jpg 624w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-7.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3986\" alt=\"Katze 8\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-8-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-8-300x225.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-8-624x468.jpg 624w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Katze-8.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27.01. Das Stehen an der Haltestelle und warten auf den Bus l\u00e4sst mich das Gartentor aufschlie\u00dfen mit der Einstellung, Fahrrad wird wohl doch gehen. Der Nachbar f\u00e4hrt auch. Ich vermeide die Seitenstra\u00dfen, weil die gro\u00dfen besser ger\u00e4umt sind und ich ein Schisser bin. Die schlimmsten Stra\u00dfen in Linden und Umgebung sind die Adolfstra\u00dfe, die Haasemannstra\u00dfe, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-4015","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-der-himmel-voller-butter-aus-dem-leben-von-buttermusch"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4015","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4015"}],"version-history":[{"count":8,"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4015\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4036,"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4015\/revisions\/4036"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4015"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4015"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4015"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}