{"id":39331,"date":"2020-01-26T23:53:18","date_gmt":"2020-01-26T21:53:18","guid":{"rendered":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=39331"},"modified":"2020-03-23T14:20:33","modified_gmt":"2020-03-23T12:20:33","slug":"glow-2019-9-11-13-11-2019","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=39331","title":{"rendered":"Glow 2019 9.11. -13.11.2019"},"content":{"rendered":"\n<p>Architektenwohnung und die Schiebet\u00fcr ist offen. Man schlie\u00dft unten die Eingangst\u00fcr ab und wohnt in dem ausgebauten Dachgeschoss auf 2 Etagen mit Dachterrasse und einer gro\u00dfen offenen K\u00fcche. Die freundlichen, aber zur\u00fcckhaltenden Eltern darunter, nur der Hund macht sich bemerkbar. Sie haben sch\u00f6ne Vitrinen voller Sachen und durchaus die ein oder andere Kunst\/Bastelsache, die mir gef\u00e4llt und mich anregt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich lasse die Jungs vorfahren zum Fischladen (Kibbeling und so) und halte mit Stephan bei Second Floor und kaufe die AOK-Regenjacke in Gr\u00fcn (aus Finnland), die mir noch sehr gut Dienste \u00fcber zu kurzen Wollm\u00e4nteln, die Feuchtigkeit aufsaugen, leisten wird und den langen Schal, der aus 3 Polyesterst\u00e4dtet\u00fcchern zusammen gen\u00e4ht ist (London, Schwarzwald und Salzburg, ein Abriss meines Lebens) und das mit dem Schweinelogo des Ladens. Geniale Idee au\u00dferdem. Das macht man also mit diesen Dingern, die sonst echt nur rumfliegen und gut, dass ich es jetzt gleich gemacht habe, der andere gro\u00dfe Laden bleibt mir dieses Mal verschlossen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Stadium am ersten Abend ist eine Entt\u00e4uschung, man zahlt Einritt und es ist wie eine brachiale Werbeshow im Fu\u00dfballstadion f\u00fcr Philips, viel zu laut, mit Laserstrahlen und Bombast, nur die B\u00fcrgermeisterin, die kaum was anhat au\u00dfer die dicke goldene Kette der Stadt, die sie stolz tr\u00e4gt und sie erinnert an eine Mischung aus K\u00f6lner Karneval und Drag-Queen, ist noch ein Highlight. Der Regenbogenplatz, an dem wir auf dem Weg vorbei gefahren sind und alles wird bunt, die B\u00e4ume, die H\u00e4user, die Autos, man selber, war hingegen schon mal gro\u00dfartig. Wir essen koreanisch in einem sehr stylischen Laden, in den alle m\u00f6glichen Sitzecke eingebaut sind, erh\u00f6ht und separiert wie in einem Baumhaus, gr\u00f6\u00dfere Tafeln mit Laternen wie auf der Stra\u00dfe (also f\u00fcr jede Gelegenheit) und dem auch eine Galerie angeschlossen ist und vor dem Fenster in einer Gasse pilgern die Glow-Besucher drau\u00dfen vorbei, weil in diesem Gang auch bewegte Bilder projiziert werden und wir essen den besten Kimchi-Pfannkuchen aller Zeit. Die Kneipe bei uns an der Ecke, eine Nachbarschaftskneipe, die an England erinnert, schaffen wir nicht mehr. Hier spielte eine Dolly Parton Coverband.<\/p>\n\n\n\n<p>Abends gehen wir eigentlich immer Glow schauen und fahren durch die Stadt, dann was essen und aufw\u00e4rmen und dann noch eine Runde Lichterzauber. Unsere Fotos zeigen immer dieselben Installationen. Markus hat mehr gefilmt und damit andere Highlights z.B. die Achterbahn aus Licht und Klang durch den Park und das Haus auf dem Schauspieler im -vermutlichen Unterwasserbalett aber auf schwarzem Grund &#8211; sich r\u00e4ckeln und um das Giebelfenster herum schweben. Manche Lieblingssachen wollen wir noch mal schauen. Am zweiten Abend gehen wir zu dem Thai nebenan. Sind das Pfefferminzbonbons oder so dehydrierte Handt\u00fccher? Das sollte ich wissen, bevor ich eines esse. Ich habe diese Pfefferminzbonbons richtig lieb gewonnen sowie meine Bastelkonsole in der Wohnung. Der gl\u00e4serne Aufsatz ist nicht nur hell, sondern sch\u00f6n warm. Morgens der Ausblick \u00fcber die Stadt und der Himmel. Beim Fr\u00fchst\u00fccken probieren wir Neues, h\u00e4tten aber lieber mehr zu unserem Caf\u00e9 in Philipsdorp fahren sollen, was nicht weit weg ist. Das ist unerreicht und das Neue entt\u00e4uschend im Vergleich. Das ehemalige Gel\u00e4nde einer Gl\u00fchbirnenfabrik ist hingegen eine gute Neuentdeckung und wir sitzen in der Sonne wie beim Apr\u00e9s Ski. Auch der ein oder andere Fahrradtunnel mit Street Art ist neu. Im Van Abbe Museum ist das Thema Klamottenverteilung weltweit und Mikrowellenwerbung der 50 oder 60er. Die erste Mikrowelle. Ich \u00fcberlege eine Tasche f\u00fcr Stefanie und Kai oder ein Buch als Mitbringsel f\u00fcr Silvester, aber beides ist teuer und nicht richtig \u00fcberzeugend. Kaufe mir ein Klappbrillenetui in Holzoptik und Michi kauft sich ein Stickerbuch. Das Shopping kommt nicht zu kurz und Markus kauft sich an seinem Geburtstag Hestra-Handschuhe in Orange von einem Herrenausstatter. Wir wollen es tun, aber er will nicht. Wir haben Geschenke dabei, die wir beim letzten Mal in Eindhoven gekauft haben und zur\u00fcck gebracht u.a. eine Knoblauchvase aus dem Blumenladen, der Jetzt direkt nebenan ist. Ich kaufe gelbe Partnerhandschuhe in dem n\u00e4chsten Laden nach ohne Geburtstag zu haben und ein lang\u00e4rmeliges Unterhemd, was mein Favorit wird (gerade unter den Polyesterblusen) und ich entdecke Dille und Kamille (hatte mich jahrelang \u00fcber die Tasche u.a. in London gewundert, wenn ich sie an jungen Tr\u00e4gerinnen sah und konnte damit nichts anfangen) und hier gibt es Sachen f\u00fcr Stefanie und Kai und eine kleine Teeschaufel aus Blech f\u00fcr mich sowie Pfefferminzbonbons in gro\u00dfen Paketen. Abends irgendwann nur mit Michi machen wir einen Abstecher zu AH (Albert Hein) bei uns im Viertel, wo ich N\u00fcsse kaufe wie ein Eichh\u00f6rnchen und eine Werbebrosch\u00fcre f\u00fcr Spielzeug mitnehme, auch mit Stickerbuch hinten drin. Es gibt keine Centst\u00fccke mehr. Das haben unser Nachbarn abgeschafft.<\/p>\n\n\n\n<p>Am letzten Abend hat Markus Geburtstag und wir essen auf dem Stryp S im Radio Royaal in einer ehemaligen Fabrikhalle mit gekacheltem Fu\u00dfboden in schwarz-wei\u00df und einer offenen K\u00fcche, in der man den K\u00f6chen bei der Arbeit zusehen kann und ich denke unweigerlich an mein erstes holl\u00e4ndisches Restaurant, das Paris-Brest in Amsterdam, damals mit Claudia und Gerrit. Wir fahren als letzte Station morgens zu einem gro\u00dfartigen Second Hand Laden, der eher Chartiy-Shop ist in eine Richtung, die wir noch nicht kannten und ich kaufe dort eine Tasche f\u00fcr Hilda und tolle Ringe f\u00fcr 1 \u20ac u.a. Frankenstein. \u00dcberall m\u00f6gen sie meinen Look und ich mag sie. Der Abschied f\u00e4llt wieder schwer.<\/p>\n\n\n\n<p>Hertzogenbosch ist \u00fcberraschend schwul und sch\u00f6n. Die Van Gogh Ausstellung ist sehr gut gemacht, weil sie ihn in den Kontext seiner Familie und Kollegen stellen und man ist immer wieder erstaunt, wie igrnedwelche mittelm\u00e4\u00dfig begabten Maler seiner Zeit meinen an seinen Arbeit was kritisieren zu wollen oder zu k\u00f6nnen, wo ich denke, war das nicht gleich erkennbar was er f\u00fcr eine \u00dcberflieger war und deren Arbeiten im Vergleich klein und unbegabt? Seine Schaffensperiode war sehr kurz und sein geliebter Bruder ist ein halbes Jahr nach ihm verstorben und seine Schw\u00e4gerin und der Neffe haben sich um seine Werke und deren Vermarktung und Verbreitung gek\u00fcmmert. Die haben gro\u00dfe Museen, einen K\u00e4seladen und einen Antikladen direkt gegen\u00fcber, in dem ich 2 alte Holzpuzzle f\u00fcr Kinder mit herrlichen Motiven (altes Spielzeug und ein maritimes Setting) auf die Schnelle kaufe, die dann auch mitgeschleppt werden m\u00fcssen auf dem Rad. Wir essen noch was in einem sehr netten, englisch angehauchten Laden mit Pie und High Tea, der leicht ans Sketch in London erinnert, aber nicht so posch. Eine Empfehlung aus dem K\u00e4seladen von einer \u00e4lteren Dame. Vor der T\u00fcr des Ladens gibt uns ein \u00e4lterer Mann (hier sind \u00fcberhaupt viele Rentner unterwegs, aber gut aussehend und gut gekleidet, das Museum war schon voll) einen Hinweis auf eine Fahrradgarage gleich da vorne und will sich damit selber einen Gefallen tun und allen anderen, weil nicht nur Autos verschandeln die Stadt und man sieht hier in der Tat kaum geparkte R\u00e4der auf der Stra\u00dfe. Wir sind zu faul mit unseren Fahrradtaschen (aber n\u00e4chstes Mal bestimmt, macht Sinn) und parken am Bauzaun bei der gro\u00dfen Kathedrale, die sie hier auch haben. Dann stehen wir am Bahnsteig und er ist busy, aber wir haben unsere R\u00e4der schon verstaut. Kommt eine gro\u00dfe, sehr dominante Gouvernante und schreit uns an. Jetzt ist Sto\u00dfzeit in der Bahn, 16-19 Uhr Fahrr\u00e4dermitnahme verboten und: raus mit den Fietsen, aber hopp, hopp. Wir haben nur noch eine Minute. Wir argumentieren und zeigen ihr unsere Zugtickets mit fixer Zugreservierung und sie schaut etwas doof, aber f\u00e4hrt dann auch schon weiter. Das war\u2019s. Viel zur Zuginformation rennen (ja, da ist Fahrradmitnahme verboten, aber sie h\u00e4tte kulanter sein k\u00f6nnen). Viel: unsere letzte Chance ist&#8230; und von einem Bahnsteig zum anderen rennen. Stranden. ICE Personal suchen  und dort hinrennen und die anbetteln und lange dagegen ank\u00e4mpfen bis ich mich ergebe, dass es nicht mehr klappen wird. Nette \u00e4ltere Raucherinnen von der Bahninformation in Utrecht, die unsere Fahrkarten erst mal freigeben f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag und dann ein Hotel suchen. Fahrr\u00e4der hier ins die Fahrradtiefgarage? Die macht erst um 6:30 auf und das ist uns zu heikel, wenn da wieder was schief geht, dann doch auf der Stra\u00dfe parken wie zuhause und das tun auch gen\u00fcgend und wir sortieren unsere in den Fahrradberg mit dazu. Den K\u00e4se auf den Balkon und ich gehe ins Bett mit meinen Klamotten an und stehe nicht mehr auf. Die Jungs gehen noch was essen und es gab offenbar ganz kleine Gassen, wo nicht mal ein Fahrrad durchpasst und einen Fluss und nicht nur die Einkaufsstra\u00dfe mit JFC und Starbucks. Am n\u00e4chsten Morgen im Dunkeln raus. Irgendwer hat Stephans Fahrrad angekettet. Mein Herz rast, die n\u00e4chste Katastrophe und wir schaffen es wieder nicht, ich bin wieder im Panikmodus, aber das ist ein anderes rosa Fahrrad daneben. Dann erlebe ich echt die Zukunft und die Verkehrswende. Utrecht ist eine Morgenstadt. Es ist dunkel, die Stra\u00dfen sind regennass. Es verkehren zwei Busse, null Pkw und tausende von R\u00e4dern auf einer Stadtautobahn f\u00fcr Fahrr\u00e4der. Man wird st\u00e4ndig \u00fcberholt und wei\u00df nicht, wie man sich hier einordnen soll um abzubiegen. So, wie die Autofahrer die Kreisel in Paris beschreiben&#8230;. Am Bahnhof alles voller Menschen und es gibt ein Pret a Manger, was wir aus England kennen und ich kaufe Sandwichs f\u00fcr die Gruppe f\u00fcr die Fahrt. Es spielt einer auf dem \u00f6ffentlichen Klavier, ein Klavierspieler, der das als Morgengymnastik betrachtet, musikalisches Joggen so wirkt es und diese Klaviere gibt es an vielen Bahnh\u00f6fen hier und das finde ich richtig genial. Da haben alle was von. Die Stimmung in so einer Bahnhofshalle ist einfach viel besser, wenn einer live Klavier spielt. Lauter Pendler und wieder schauen die Menschen etwas unwillig als wir uns mit den R\u00e4dern reinzw\u00e4ngen (4 St\u00fcck auch noch) und sie sich umsetzen m\u00fcssen und es sind tats\u00e4chlich auch Klappr\u00e4der zu sehen, wie mir jetzt auff\u00e4llt. Der Kontrolleur will wieder meckern, aber wir zeigen mit Bestimmtheit die handschriftlich umgewidmeten Tickets und erz\u00e4hlen von dem Trauma gestern und dieser Schaffner kennt sich aus und sagt internationale Tickets seien bei der Rush Hour Sperre ausgenommen und so geht es los, vorbei an den ganzen tollen St\u00e4dten auf dem Weg und wir \u00fcberlegen n\u00e4chstes Mal ab Niymegen gleich mit dem Rad zu fahren, aber nach Hertzogenbosch und auch nach Eindhoven will ich wieder. Ich bin also vers\u00f6hnt.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Architektenwohnung und die Schiebet\u00fcr ist offen. Man schlie\u00dft unten die Eingangst\u00fcr ab und wohnt in dem ausgebauten Dachgeschoss auf 2 Etagen mit Dachterrasse und einer gro\u00dfen offenen K\u00fcche. Die freundlichen, aber zur\u00fcckhaltenden Eltern darunter, nur der Hund macht sich bemerkbar. 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