{"id":36344,"date":"2019-06-24T12:17:50","date_gmt":"2019-06-24T10:17:50","guid":{"rendered":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=36344"},"modified":"2019-07-03T14:55:34","modified_gmt":"2019-07-03T12:55:34","slug":"der-alkoholikerdoge-der-selber-putzt-ein-paar-worte-zu-venedig-5-6-11-6-19","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=36344","title":{"rendered":"Der Alkoholikerdoge, der selber putzt &#8211; ein paar Worte zu Venedig &#8211; 5.6. &#8211; 11.6.19"},"content":{"rendered":"\n<p>Der nette schwule Lufthansa Mitarbeiter zeigt mir, wie das geht mit dem Gep\u00e4ckkennzeichnungsklebeband, falls wir mal wieder Self Check In machen m\u00fcssen. Ich hatte ihn gefragt oder gesagt, dass man eine Schulung br\u00e4uchte&#8230;. Das w\u00e4re kein Hexenwerk. 15,6 kg \u2013 wir haben noch Kapazit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p>In M\u00fcnchen fahren wir Bus. &#8222;Unclean Arrivals&#8220; klingt sehr merkw\u00fcrdig oder auch beschissen Wir sind Schengen. S verliert seine r\u00e4udige M\u00fctze und wir sind beide nicht traurig nur dar\u00fcber, dass er eben keine hat (und ein gesch\u00e4digtes, lichtempfindliches Auge). Flughafen M\u00fcnchen bietet Shopping-M\u00f6glichkeiten, auch daf\u00fcr. Dallmeyer (kleiner Rapshonig f\u00fcr die Wohnung, falls ich schwarzen Tee trinken m\u00f6chte) und K\u00e4fer haben sie auch. Spieleladen, auch im Flughafen MUC. Ob ich hier was finde f\u00fcr den Dogen? Kinderrettungsweste? Sonnenschutz, hatte S im Rucksack vergessen und ist durch die Kontrolle gekommen und hier haben wir keine mehr (ich sage nur, Clean Arrival). Steffi l\u00e4dt zur What\u2019s App Gruppe ein und schl\u00e4gt eine Biennale App vor. Stephans Cousine schickt Urlaubsfotos mit Bianca aus England. Am Gate: Die holen keine Kinder ab, sondern es geht um einen knappen Anschlussflug nach Los Angeles. Frau Kangal hat keine Schulden bei der Stadt Alfeld. Auch gut. <\/p>\n\n\n\n<p>Man betritt die riesige, dunkle Eingangshalle wie f\u00fcr Pferde und dann diese R\u00e4ume. Der Doge spricht etwas Franz\u00f6sisch und f\u00e4llt dann sofort wieder ins Italienische und h\u00e4lt Monologe und ich l\u00e4chele h\u00f6flich dazu. 80 \u20ac Kurtaxe f\u00fcr alle, wollen wir eine Quittung? Die stellt er sehr sorgf\u00e4ltig aus, sch\u00f6ne Handschrift. Wo Chicetti. Hat er eine Empfehlung? Er kommt mit und f\u00fchrt uns in eine schlechte Pinte, in der er den 3,50 \u20ac Wein f\u00fcr 1 \u20ac bekommt, den er auf den Tresen legt und gleich 0,2 exen kann so nachmittags um 15 Uhr. Wir sollen uns noch rumtreiben, die Russinnen putzen noch.  Ich habe die 100 \u20ac Wette verloren, weil es sich Durchgangszimmer. Ein riesiges Schlafzimmer, in dem der Fl\u00fcgel unter geht mit Balkon zum Kanal und dann das Badezimmer (nur noch Dusche, die Wanne haben sie entfernt, weil praktischer) und dann ein offener Flur mit Ankleidezimmer (wir schlafen in einem Schrank wie Maja zu Recht sp\u00e4ter feststellt) und davor eine kleine Kammer (f\u00fcr die Zoffe fr\u00fcher) und das alles nur abgetrennt mit Sichtschutz (also hinter Vorg\u00e4ngen), aber gro\u00dfartig ist es trotzdem und jedes Zimmer hat eine gepolsterte Gebetsbank. Ich drehe durch, weil ich es so geil finde. Der Herd geht nicht und S ruft ihn wieder zu uns. Ich laufe nackt durch die riesigen R\u00e4ume und fl\u00fcchte als ich seine Stimme h\u00f6re. Der Strom war aus. Der erste Fr\u00fcchte-Tee, gekocht in einem Aluminumtopf ohne Deckel mit langem Stil, graue H\u00fchnerbr\u00fche. Ich nehme widerwillig einen Schluck und muss ihn dann wegsch\u00fctten. Man soll M\u00f6bel nicht verr\u00fccken und das nehme ich ernst. Richte mir eine Bastelecke ein mit Gesicht gegen eine bemalte Wand. Einfach der Wahnsinn. Riesige Murano-Glasl\u00fcster und die Schr\u00e4nke sind voll mit antikem Geschirr und Zeug, aber abgesperrt). Man lernt sehr schnell seine Sachen zusammen zu halten, weil hier was suchen ist wie in mehreren H\u00e4usern was suchen und die Wege, die man zur\u00fcck legen muss, wie zu den Nachbarn laufen.<\/p>\n\n\n\n<p>S ist mit Maja und Christian in Kontakt und wir holen sie von der Vaporetto-Station ab. Fondamente Nove.  Das macht Spa\u00df. Sie wohnen nebenan. Das Combo ist gro\u00dfartig, da kann man immer hin zum chillen, auch Pat, den wir oft zur\u00fcck lassen. Rennen morgens in alle Himmelsrichtungen. Der Innenhof ist toll mit den Zitrusb\u00e4umen und die Leuchtstoffr\u00f6hren in Wellenform unter der Decke im Gang, die M\u00f6bel und T\u00fcrgriffe. Sie haben es drauf, die Italiener.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich mag Majas rotes T-Shirt mit &#8222;Tourist&#8220;, was sie am 2. Tag tr\u00e4gt. Wenn nicht hier, wo dann&#8230;.Muss an die Titanic denken mit der Serie, wo man statt dessen hinfahren kann. Marx Kopf XXL statt dieser S\u00fcdseek\u00f6pfe und Strommast statt Eifelturm (beides Zone). Muss auch an das andere Titanic-Titelbild denken: Die Queen hat einen Neuen, der als Campino bei einer Band namens Die Toten Hosen spielt und 10 Jahre j\u00fcnger ist. Blitzhochzeit bei Rock am Ring? Ich hab mich tot gelacht. Mit ihr und Christian werden wir relativ viel Zeit verbringen. Ich schnorre Zigaretten von ihr (die orange f\u00e4rbenden American Spirit) und kaufe sie nach, obwohl sie ihr eigentlich zu schwach sind und sie liest auch was dabei steht (wozu ich meistens zu faul bin) und erkl\u00e4rt mir so die Kunst. Christian lobt meinen Shoppingengagement&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p>Die L\u00e4nderpavillons in der Stadt verteilt u.a. Bosnien und der Typ, der seit 20 Jahren Blutw\u00e4sche macht. Der S\u00e4nger ist besser als italienische Schlager. Die isl\u00e4ndische Trollh\u00f6hle aus Kunsthaar. Die lieben wir alle. Die drei verschiedenen Farbabschichtungen mit schwarz\/bunt &#8211; ganz bunt und wei\u00df\/bunt . Schottland mit SO08 und der L\u00f6win. Einfach ein ehrliches, pers\u00f6nliches Zeugnis. Gef\u00e4llt mir. Steffi oft ungeduldig und springt wieder raus und muss weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Den ganzen Tag im Giardini. Das ist toll. Die Schweiz bringt mich zum Heulen, &#8222;Moving backwards&#8220; hei\u00dft der Tanzfilm und ich wei\u00df nicht, wie sie das gedreht haben, Head Banging und die Haare bewegen sich umgekehrt und gleich politisch mit den Kurdinen, die sich die Schuhe falsch herum angezogen haben als sie im Schnee geflohen sind und so ihr Leben gerettet haben. Russland mit den Bewegungskarousellen aus fl\u00e4mmischer Malerei. Dunkel und rotes Licht in Glasschl\u00e4uchen. Das gef\u00e4llt mir. Frankreich ist auch spitze und hat so einen sch\u00f6nen Bezug zu Venedig. Was in der Pariser Vorstadt beginnt und wie sie in der Lagune ankommen. Sie lassen Sachen aus Glas fertigen. Echter M\u00fcll und Kabel und Stecker aus Glas, eine Taube und mehr. Das gef\u00e4llt mir sehr. Auch wenn Steffi kein Glas mehr sehen kann, das ist der Venedig-Bezug. Wie ein gro\u00dfer Sonnenschirm, aber Titten aus Glas. M\u00fcssen es immer Titten sein? O.k., es sind Franzosen. Das Licht\u00a0was sie auf den Boden reflektieren sieht daf\u00fcr aus wie ein Auge. Die Requisiten aus dem Film sind ausgestellt und ein Fototeppich, der meterlang ist. Sehr eindrucksvoll. Gut, den deutschen Pavillon mache ich kaputt, als ich mich auf einen der Pappmach\u00e9-Stein stelle und es knack macht und das wird der Running-Gag, der mich immer wieder einholt. Israel hat ein Krankenhaussetting aufgebaut, wie in einer Notaufnahme und man muss eine Nummer ziehen wie fr\u00fcher beim Arbeitsamt oder B\u00fcrgeramt. &#8222;You&#8217;re a patient, so be patient&#8220; hei\u00dft es auf dem Bildschirm. Dann werden die verschiedenen Krankheiten (es gibt 4 an der Zahl) kurz vorgestellt. Wenn die Nummer \u00fcber die Anzeigentafel aufgerufen wird, kann man sich f\u00fcr eine Krankheit entscheiden, die einen interessiert, h\u00e4usliche Gewalt, Pal\u00e4stina-Konflikt oder Gewalt gegen Transsexuelle und Transgender. Dann wieder warten vor den Kabinen, in denen man &#8222;safe&#8220; ist und nicht beobachtet wird und begleitet schreien. Man kann jederzeit gehen, aber eben auch bleiben. Die eine der drei Kabinen bleibt die ganze Zeit besetzt. Es scheint jemandem gut zu gefallen&#8230;.Dann kommt man in das oberste Stockwerk und wird auf einer Liege platziert (Rucksack und Sachen an einen Hacken h\u00e4ngt, es sieht sch\u00f6n aufger\u00e4umt aus) wie bei einer Infusionen. Die Schwester kommt und macht einem den richtigen Film an. Nach dem Film kann man noch &#8222;second opions&#8220; sich anh\u00f6ren und soll dann so lange liegen bleiben bis die Schwester wieder kommt. Sie schneidet das d\u00fcnne Plastikb\u00e4ndchen ab und man bekommt ein Festivalb\u00e4ndchen aus Gummi mit A place where everyone can live free in wei\u00df mit dunkelblauer Schrift. Mir gef\u00e4llt es, aber er erfordert Sitzfleisch und eben Geduld und man muss sich darauf einlassen. F\u00fcr die eiligen Besucher, die durchhetzen ist es nichts . Griechenland ist so sch\u00f6n bescheiden. Auf Strohhockern sitzt man da und schaut ein Film \u201eOnly Men\u201c, der so sch\u00f6n durchschnittlich ist und M\u00e4nner in einer Unterkunft beim Kochen zeigt. Leider nervt die Schallplatteninstallation mit T\u00f6nen und er Film geht 94 Minuten, so dass ich irgendwann aussteige. Das geht mir mit einem anderen Film auch so, eine Mischung aus Computerspiel und Hieronymus Bosch. Den kann man nicht zu Ende sehen, auch wenn man will. Es ist zu viel und irgendwann denkt man auch, vielleicht w\u00e4re 1\/5 die bessere Wahl, weil so ist es vom Zufall abh\u00e4ngig, wo man rein gegangen ist und in welcher Reihenfolge man die Sachen geschaut hat bis der Punkt erreicht war, dass nichts mehr ging.<\/p>\n\n\n\n<p>Brasilien mit dem Tanzfilm macht richtig gut Laune. das Plakat nehme ich 2 x mit und dekoriere damit die K\u00fcche des Dogen. Der Putzalien in dem Glask\u00e4fig, der Blut aufwischt und unberechenbare Dinge macht, ist toll und ich stehe lachend und schmunzelnd davor. Er ist so als w\u00fcrde er auf mich reagieren und ganz oft in meiner N\u00e4he stehen bleiben. Die Installation h\u00e4tten wir gerne f\u00fcr das Wohnzimmer zuhause. Das nutzen wir eh nicht mehr. Nicole Eisenman, die den Brunnen in M\u00fcnster gebaut hat, in den ich mich verliebt habe, ich erkenne sie wieder, Ihre Malerei, &#8222;Weeks on a Train&#8220; und &#8222;Down the river on a US-Jawbone&#8220; os\u00e4. Die hat es echt drauf und wenn ich Sammler werden w\u00fcrde, dann von ihr. Der Vergewaltigungsschutz zum Anziehen. Hier hilft es auch, dass ich im Fernsehen einen Bericht gesehen hatte und von dem Hintergrund wusste, sonst h\u00e4tte ich nur gedacht: gut gebastelt, die Flechtkleider. Ich wusste schon, dass ich die Belgier liebe. Diese Puppen. Ich lache mich tot. Auch die Landschaftsmalerei an den W\u00e4nden gef\u00e4llt mir gut. Ich kaufe den sch\u00f6nen Ring im Museumsshop und liege am Ende des Tages auf einem Fat Boy in der Sonne.<\/p>\n\n\n\n<p>Venedig ohne Auto war klar, aber das mit den Handwerkern habe ich erst dieses Mal kapiert, dass die auch ohne Autos auskommen m\u00fcssen, die st\u00e4ndig mit langen Leitern irgendwas richten, m\u00fcssen sich ohne organisieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich liebe das Ghetto und den Anblick von traditionellen j\u00fcdischen M\u00e4nnern und ihre Silouetten auf der Behelfsbr\u00fccke. Am Sonntag haben sie die Kinder und die Frauen frei? Wir essen sehr lecker und eine deutsch-italienische Familie sitzt am Nachbartisch. Alle sprechen italinienisch, der Opa mit der Enkeltochter, aber die Schwiegertochter und Kinder auch ganz kurz mal Deutsch. Der Vater schnorrt sich eine Zigarette bei Maja auf Englisch und ich erwische Mutter und Tochter auf dem Klo und sage, wie cool ich das finde mit den Sprachen. N\u00e4chstes Mal wll ich genau hier wohnen. Gut, der Wirt hat Rassismus walten lassen und vor uns hatte eine asiatisches P\u00e4rchen nach einem Tisch drau\u00dfen gefragt und die durften aber nur innen sitzen. Zu viele Asiaten vergraulen seine Stammkundschaft, kann ich nur tippen. Mich mag er und wir d\u00fcrfen drau\u00dfen sitzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abend bei uns an einer langen Tafel ist sehr harmonisch. Mein Seidenkleid. Nicht ausgeb\u00fcgelt von der Freundin montiert Steffi. Ich bin zust\u00e4ndig f\u00fcr Campari-Spitz, mein neues Lieblingsgetr\u00e4nk. Krawall- und Raubm\u00f6ven. Schreien, wenn man schlafen will und rauben Chicetti von Einheimischen, die laut schimpfend rein kommen und sich einen Ersatz geben lassen. Stephan kommt rein mit einem Handy an einem Ohr und er Kamera an dem anderen und fragt, ob ich einen Apartement-Schl\u00fcssel dabei h\u00e4tte. Ich soll hier auf ihn warten, muss zu einem Notfall, zu Steffi durch die Stadt rennen, die zugezogen hat und Handy und Wohnungsschl\u00fcssel waren noch drin. Dann sp\u00e4ter Flug gestrichen. Eisdiele nach Trip Advisor ist f\u00fcrn Arsch. Stephan zwingt uns nachts noch hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur, dass ich bei uns immer wieder den M\u00fcll durchw\u00fchle (vielleicht man es mir Spa\u00df oder ich will nur vern\u00fcnftig trennen). Die haben hier st\u00e4ndig Stadtreinigung wie verr\u00fcckt. Haben ja auch nonstop eine Love Parade in der Stadt. Au\u00dferdem hat die Anzahl der Hund stark zugenommen, wie in anderen St\u00e4dten. Hier w\u00e4re ein Labrabor sinnvoll, weil den kann man mit B\u00e4llchen ein paar Mal in die Lagune schicken und m\u00fcde machen, aber was will man in Venedig mit einem Windhund oder noch besser, einem Husky. Die Leute lassen die Kotbeutel auch einfach in den Gassen liegen und auch die m\u00fcssen wiedereingesammelt werden von irgend einer M\u00fcllabfuhr.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur 2 dienstliche Anrufe: Herr Ihme wegen Geld und der Ergotherapeut auf dem Weg nach Murano, sonst haben mich alle in Ruhe gelassen. Auf Murano liebe ich den Glasstress wieder sehr auch wenn das beste aus 10 Jahren etwas wie ein Best if Album anmutet, als w\u00fcrde denen nichts mehr einfallen, aber Fat Bus von Erwin Wurm und ein Herz aus lebenechten durchsichtigen Schlagst\u00f6cken an der Wand sowie ein lebensechtes gl\u00e4sernes Bauger\u00fcst und vieles mehr sind einfach so toll. In dem Restaurant daneben am Platz essen wir am letzten Tag und ich kaufe Trinkgl\u00e4ser, ein 6er Karton, aber die Farben will ich mir selber aussuchen\u2026.Es sind die 6 Farben, die sie machen und die dachten bedingt: man ist die Alte durchgeknallt. Kaufe auch eine blauen Glashasen und werde f\u00fcr meinen Schmuck gelobt. Das Glas habe ich hier gefunden und das ist eine Lagune und nicht: the ocean. Da hat Stephan Recht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bild mit dem Kaninchen und dem jungen Dogen finden Maja und ich beide so toll. Noch mal alles genau genau durchschauen und Fotos nach Herzenslust machen. Will er es mir vielleicht verkaufen? Davor das dritte Unterhemd und ein paar S\u00f6ckchen f\u00fcr Zusammen 12,50 \u20ac. Schwarze Fu\u00dfsohlen als w\u00e4re man auf der Stra\u00dfe gelaufen. Abstreichen reicht nicht, ich muss sie waschen. Halt als w\u00fcrde man in einer Kirche auf dem Steinboden umher laufen. Das kommt davon, wenn die Wohnung so gro\u00df ist wie ein ganzer Platz. Ich habe es sehr geliebt und nach und nach die B\u00fccher entdeckt, wie NJW s, die von einem Juristen gebunden und gesammelt wurden, sind hier Rechnungsberichte des italienischen Staates gebunden in braunen dicken B\u00e4nden, die alle gleich aussehen seit 1952\u2026. Der Doge sieht aus wie ein Komiker als Neapel, aber mit herab h\u00e4ngenden Mundwinkeln. Wie hei\u00dfen diese Clowns mit langen, gebogenen, wei\u00dfen Nasen, Maske, die den Mund frei l\u00e4sst, die tanzen und Scherze machen, Harlekins? Im schwarz-wei\u00df Film hat das Exemplar einen Move drauf, mit dem er sich fallen l\u00e4sst auf den Boden und in einer l\u00e4ssigen Seitenpose mit aufgest\u00fctztem Arm landet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wirt im Hafenlokal mit gezeichneten Matrosen an den W\u00e4nden, zeigt mir durch Mimik, dass ich echt grimmig schaue und Stephan, dass er seine Lesebrille auf dem Kopf tr\u00e4gt, was ziemlich d\u00e4mlich\/lustig ausschaut. Wir schauen uns noch die Grafiken und den gro\u00dfen Pferdekopf an.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Doge kommt zur Wohnungsabnahme mit ganz unvorteilhaftem Oma-Einkaufstrolly, den er schnaufend die Treppe hoch schleppt (und ja, er ist Raucher und beschwert sich sicher nicht \u00fcber rauchen am Fenster, das w\u00fcrde er auch tun und in einer echten Nicht-Raucher-Wohnung w\u00e4ren nicht 7 Glasaschenbecher alle \u00fcber einander gestapelt), hat Sachen f\u00fcr die Wohnung eingekauft. Freut sich \u00fcber die Weinreste und die Eisw\u00fcrfel, die ich ihm im Gefrierfach zeige. Ich will ihn fragen, ob er mir das Hasenportr\u00e4t verkauft. Hat einen total schwachen H\u00e4ndedruck. Kommt wohl mehr nach seiner Mutter, weil Intrige, Macht und regieren sind das Gegenteil von dem was man sich vorstellen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Diskokugel als optische T\u00e4uschung. Es ist einer dieser R\u00fcckspiegel in rund und das Wasser der Lagune spiegelt sich. Das wird mir im Kopf bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Verstehe ich warum Christian sich f\u00fcr Maja entschieden hat gegen\u00fcber der Vorg\u00e4ngerin. S schaut nach. Geld eingegangen bei Herrn Ihme und er hat es schon gefunden. Neben Biennale noch Collaterali und Personal Structures mit den ganzen H\u00e4usern und K\u00fcnstlern ist sehr viel und man genie\u00dft es nicht so als wenn man nur Sache hat auf die man sich konzentriert, aber man will es auch alles sehen\u2026. Das Ehepaar aus Paris, \u00e4lter als wir. Sie schminkt sich&nbsp;ihre Lippen&nbsp;Chanel vor und nach dem Essen und sie reden kein Wort miteinander. Ich zeige S meine Postkarten im Flughafen im Restaurant und sie fragt, ob ich eine Galerie h\u00e4tte. Nein, nur privat. Wie uns die Biennale gefallen h\u00e4tte, ihnen nicht, sie seien traditionell. Daf\u00fcr mag ich Paris bzw. habe damit abgeschlossen nicht dr\u00fccke ich ihnen rein. Gerade der franz\u00f6sische Pavillon. Da k\u00f6nnten sie sich freuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der R\u00fcckflug war blanker Horror. Anschnallzeichen non stop, kein Bordservice. Alles gut, aber MUC &#8211; HAJ Blitze wie in der Disko,also durchgehend und im Sekundentakt und dann die Turbulenzen wie beim Rodeo, dass ich mich festkralle in der Armlehne. Das kann mir das Fliegen echt abgew\u00f6hnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Venedig macht melancholisch. Die fr\u00fcheren Versionen von Stephan sind alle tot, ich kann sie mir nicht mehr vorstellen (auch von mir selber, aber das ist mir mehr egal). Wir haben 1000 Bilder, immer wieder Posen. Wer soll das sortieren? <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der nette schwule Lufthansa Mitarbeiter zeigt mir, wie das geht mit dem Gep\u00e4ckkennzeichnungsklebeband, falls wir mal wieder Self Check In machen m\u00fcssen. Ich hatte ihn gefragt oder gesagt, dass man eine Schulung br\u00e4uchte&#8230;. Das w\u00e4re kein Hexenwerk. 15,6 kg \u2013 wir haben noch Kapazit\u00e4ten. 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