{"id":361,"date":"2013-07-11T15:10:19","date_gmt":"2013-07-11T13:10:19","guid":{"rendered":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=361"},"modified":"2013-07-11T16:23:22","modified_gmt":"2013-07-11T14:23:22","slug":"09-07-ehrlichkeit-und-selbsterkenntnis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=361","title":{"rendered":"09.07. Ehrlichkeit und Selbsterkenntnis"},"content":{"rendered":"<p>Heute habe ich gro\u00dfes Programm. Begutachtung in der Familie M., durch das Sozialamt veranlasst. Es geht um die Pflegeeinstufung des Sohnes, der n\u00e4chstes Jahr 50 wird und mit seiner Mutter zusammen lebt. Ich fahre durch die noch k\u00fchle Morgenluft nach Kleefeld. Ich liebe Fahrrad fahren, gerade im Sommer ist es eine wahre Freude. Die Blumenwiesen auf den Verkehrsinseln erfreuen mich t\u00e4glich. Das ist so eine gute Idee der Stadt Hannover und macht den doofen Autoverkehr echt ertr\u00e4glicher, wenn er zum Teil von hohen Wiesenblumen verdeckt wird. Mir f\u00e4llt bei dieser Gelegenheit mal wieder auf, dass der weibliche K\u00f6rper Konstruktionsvorteile bietet. Wenn man z.B. eine schwere Schultertasche um hat. Oberhalb vom Busen getragen, d.h. wie ohne Busen, dr\u00fcckt der Gurt auf den Hals. Unterhalb des Busens geklemmt, h\u00e4lt das Teil prima, wie der reinste biologische Garderobenhaken.<br \/>\nDie Mutter in Familie M. ist Betreuerin und hat das jahrelang total spitze gemacht bis das Sozialamt der Meinung war die Mietkosten m\u00fcssen gesenkt werden und ihr auf Nerven ging, bis sie dieselben verloren hat. Dann wurde ich bestellt als Erg\u00e4nzung zu der Mutter und ich mache seitdem die beh\u00f6rdlichen Dinge. Ich helfe ihr auch ein Konto zu bekommen, denn das Scheck verschicken klappt nicht immer reibungslos und dann f\u00fchre ich sie ein in die Techniken des Geldautomaten. Den Jahresbericht haben wir neulich zusammen ausgef\u00fcllt, Frau M. ist n\u00e4mlich Analphabetin (fiese Probe, weil zu Beginn der Betreuung versehentlich eine andere Kollegin bestellt wurde, aber Frau M. das gemerkt hat, weil der Briefkopf anders aussah) und ich habe es ihr vorgelesen und in meiner Sauklaue f\u00fcr sie ausgef\u00fcllt w\u00e4hrend ich parallel meinen Bericht f\u00fcrs Amtsgericht geschrieben habe. Da wurde deutlich, dass wir uns sehr gut erg\u00e4nzen. Man wird da n\u00e4mlich gefragt, wann haben Sie den Betroffenen zuletzt gesehen und wie h\u00e4ufig besteht Kontakt. Ich konnte sagen, nur einmal \u00fcberhaupt gesehen und ca. 1,5 Jahre her, aber bei Frau M. t\u00e4glich. \u201eHaben Sie W\u00fcnsche ihres Betreuten festgestellt und konnten diese erf\u00fcllt werden?\u201c lese ich vor. Dazu Frau M., ja, manchmal will er, dass ich was Bestimmtes aus dem Supermarkt mitbringe, einen Joghurt oder so. Antwort: Ja, konnten erf\u00fcllt werden.<\/p>\n<p>Die Begutachtung ist schon voll im Gang als ich halb 8 da bin, wobei ich eigentlich erst f\u00fcr 9 Uhr angek\u00fcndigt war. Verschw\u00f6rungsvoll fl\u00fcstert mir Frau M. ins Ohr, dass die Dame schon kurz nach halb 8 gekommen sei. Die Gutachterin hat eine schlanke Figur, ein sehr d\u00fcnnes Kleidchen und einen Tribal am Kn\u00f6chel. Sie tr\u00e4gt hohe Sandaletten und befragt Herrn M. ob er nicht in die Tagespflege wolle. Er will eine Freundin, wie er sagt und auf die Tagespflege bezogen: Sport machen, ne? Klar k\u00f6nne er sich das vorstellen. Die Mundtrockenheit sei eine Nebenwirkung der Medikamente. Sie kennt sich aus. Ob wir uns vorstellen k\u00f6nnten, dass er studiert will er wissen. Sp\u00e4ter sagt er uns, er sei nur Arbeiter. Dann wieder, er k\u00f6nne keine Ausbildung machen wegen seiner Krankheit. Sie lobt ihn, dass er so lange still sitzen und der Anh\u00f6rung beiwohnen kann. Er darauf: \u201cbei dem Ausblick!\u201c und schaut sie dabei schmachtend an. Zu Kopfschmerzen befragt sagt er, als Kind habe er schlimm Migr\u00e4ne gehabt, jetzt sei es so, wenn er merke, dass Kopfschmerzen kommen, w\u00fcrde er dies abschalten. Wie will sie wissen. \u201eVom Kopf her\u201c, lautet die Antwort und die \u00fcberraschte Fragende will das Rezept daf\u00fcr. Die Mutter wird angehalten auch mal Verhinderungspflege in Anspruch zu nehmen. 28 Kalendertage st\u00fcnden ihr zu. Sie hat aber keine \u201eBock\u201c alleine weg zu fahren. Sie hat 4 Kinder, sagt sie mir sp\u00e4ter und die k\u00fcmmern sich alle gut um sie. Sie k\u00f6nne sich \u00fcber ihre Kinder nicht beschweren. Ich mag diese einfache, aber herzliche Frau sehr. Der Sohn, der nicht mehr in die Disko gehe und mehrfach Cashes Klay sagt, wenn er K\u00f6rper\u00fcbungen auf Anforderung der Pflegegutachterin hin ausf\u00fchrt, macht erst mal einen Filterkaffee als der Spuk vorbei ist und ich trinke eine Tasse. Die Gutachterin war gegangen und hatte ihren festen H\u00e4ndedruck zur Verabschiedung mit \u201eich arbeite in der Pflege\u201c erkl\u00e4rt. T. will wieder sein Zimmer, aber Mutter und ich fordern ihn auf, mit raus auf den Balkon zu kommen in die Sonne. Er fragt, ob Rechtsanwalt ein schwerer Beruf sei. Sch\u00f6n, wei\u00df seine Mutter. Sie w\u00fcrde das auch gerne machen, Leute verteidigen und guckt sich die Gerichtssendungen im Fernsehen an. Er sagt dann, dass er am liebsten den ganzen Tag Fernsehen und Radio h\u00f6ren und auf dem Balkon rauchen w\u00fcrde. Manchmal schneide er auch ein paar Scheiben K\u00e4se, aber dann w\u00fcrde sie, bezogen auf seine Mutter, ihm sagen, dass er ein Brett unter legen soll. \u201eWenn Du eine Frau h\u00e4ttest, w\u00fcrde sie Dir das auch sagen\u201c, meint Frau M. lakonisch und will irgendwie meine Zustimmung.<\/p>\n<p>Da nach dem Termin noch Zeit ist, fahre ich zu einem anderen Kandidaten. Spontanbesuch machen. Leider bin ich sehr orientierungslos und merke erst am Braunschweiger Platz, dass ich nicht die Hildesheimer Stra\u00dfe entlang fahre. Eiere auf Umwegen durch die S\u00fcdstadt. Sonnenweg, Kleine D\u00fcwelstra\u00dfe, Geibelstra\u00dfe, an jeder Ecke ist eine Erdbeerstand aufgebaut. Endlich bin ich am Ziel. Diesen Betreuten duze ich, weil ich ihn vor Einrichtung der Betreuung schon kannte. Er ist j\u00fcnger als ich und spielte in einer coolen Szeneband bis ihm nachts ein Aneurysma im Kopf geplatzt ist. Er sitzt jetzt mit deutlichem \u00dcbergewicht im Rollstuhl. Vorher hat er ein ganz normales Leben gef\u00fchrt mit einer Lebensgef\u00e4hrtin, deren Traummann er war. Das ist schon eine harte Pr\u00fcfung, denke ich immer. Er macht immer wieder lustige Sachen z.B. versuchen mit E-Rolli eine Skateboardrampe hoch zu fahren. Folge: Fixateur im Arm. Ein Freund von ihm ist bei mir auch unter Vertrag und ist mal bei der Einkaufbegleitung unter seinen Rolli geraten und hat seitdem einen R\u00fcckenschaden. M. wartet heute auf den Fahrdienst und will zum Zahnarzt. Sein \u00e4lterer Sohn ist ein gutaussehender Skater mit mehreren Freundinnen in jedem Stadtteil. Er k\u00f6nne sich das aussuchen, erkl\u00e4rt mir der stolze Vater. Der j\u00fcngere hat ein Superzeugnis und fotografiert gerne Luxusautos einer bestimmten Marke. Da kann das gute Zeugnis sp\u00e4ter n\u00fctzlich sein ist mein Fazit. Jello Biafra spielt am 06.08.2013 in der Faust. Guter Tipp.<\/p>\n<p>Meine dritte Station ist eine schicki-micki Augenarztpraxis in der Innenstadt mit Einrichtungskram, Glasbodenvasen f\u00fcr 60,- \u20ac, die man dort erwerben kann und einer verwaisten Tee-Station (keine Selbstbedienung) mit neumodischen Tees zum kaufen und einem fancy Zimmerbrunnen, bei dem das Wasser optisch sowohl runter als auch hoch flie\u00dft. Da ist richtig was los und es wird auch vor Ort operiert, so dass nach und nach die Rentner mit einem verbundenen Auge aus dem OP auftauchen und von Enkel oder Kindern und Enkeln abgeholt werden. Der langhaarige junger Mann mit der Lederhose mit dem festgeketteten Portemonnaie und dem Heavy Metall T-Shirt sitzt zwar nicht neben seiner Mutter, aber die Familien\u00e4hnlichkeit ist unverkennbar. Er geht noch mal runter sich die Beine vertreten nach Absprache mit ihr und kehrt wieder zur\u00fcck. Ein freundlicher Rentner wird von seinem sportlichen, kleinen Sohn, der aussieht wie ein Turner, breit aber nur 1,50 hoch und echt kurzen Waden und dem Enkel (rothaarig) abgeholt. Sie lassen den Operierten erst noch mal zu Kr\u00e4ften kommen und haben es sich in einer stylischen, aber unpraktischen Sitzecke gem\u00fctlich gemacht so gut das eben geht. Eine Oma freut, als die Enkelin kommt und sie mit dem Wort: \u201eOmi\u201c begr\u00fc\u00dft und sie erwidert, sch\u00f6n, dass Du da bist mein Schatz. Die Enkelin hat direkt vor der T\u00fcr geparkt. Gut gemacht. Auch krasse Rentnermode gibt es zu sehen. Wei\u00dfe Hosen mit gro\u00dfen runden \u201eDeko-Flicken\u201c auf den Knien mit einem Kreis aus Strass Steinen und einem total runden wei\u00dfen, steifen Bustier, was aber nicht mehr ausgef\u00fcllt wird und v\u00f6llig unglaubw\u00fcrdig zu den faltigen Haut kontrastiert. Hier kann man aber wenigstens erleben, dass es auch famili\u00e4ren Zusammenhalt gibt.<\/p>\n<p>Nachmittags gilt es 30 Briefe zu bearbeiten, darunter allerdings auch ein Rundschreiben der Rentenversicherung zur Rentenanpassung. Die Arbeit mag einfach sein, strengt mich aber an in der Stumpfsinnigkeit. Ich bin in Vorfreude auf den Yogaworkshop abends und auch schon leicht aufgeregt. Ich werde von meiner Yoga-Freundin, die mir den Kurs zur H\u00e4lfte spendiert hat abgeholt und wir radeln Richtung S\u00fcdstadt, Geibelstra\u00dfe, dort wo ich heute schon mal war.<\/p>\n<p>Es ist super voll und es wird zum Gl\u00fcck keine B\u00fcchersignierstunde abgehalten oder dann nur im Anschluss f\u00fcr Freiwillige. Der Schwei\u00df flie\u00dft in Str\u00f6men. Ich sehe ihn meine Waden herunter laufen in einem kleinen Rinnsal und sp\u00fcre die Tropfen meinen K\u00f6rper herunter flie\u00dfen. Es kritzelt ungewohnt. Schon lange nicht mehr gehabt. Elena hat eine tolle Stimme, die mich an Laurie Anderson erinnert. Sie spricht davon, die Dinge so zu sehen, wie sie sind und nicht wie sie mal waren und in den Asanas auf die innere Symmetrie des K\u00f6rpers zu achten, gerade bei denjenigen, die \u00e4u\u00dferlich asymmetrisch gehalten werden, in Verdrehungen usw. Ich mag ihren Unterrichtsstil ganz gerne. Sie l\u00e4uft herum und richtet unsere Frisuren, wie sie es angek\u00fcndigt hat. Mich sucht sie auch auf in meiner Ecke und streicht mir die schwei\u00dfnassen Stirnhaare glatt zur Seite und sagt: &#8222;I told you, I\u2019d fix your hair. I\u2019m fixing everyone\u2019s hair. Oh boy, I miss my kids\u201c. Meine Matte ist zu rutschig und ich finde keinen Halt in dem Hund. Ich brauche ein neues Modell. Die Matten meiner Nachbarinnen, die ich aufgrund der r\u00e4umlichen Enge zwangsl\u00e4ufig mit teste, sind stumpf und geben halt, w\u00e4hrend meine flutscht wie auf der Wasserrutsche im Schwimmbad. Zum Schluss gibt es eine Partner\u00fcbung und Elena muss mich nehmen, weil ich \u00fcbrig geblieben bin. Es ist ein In-die-Augen des Gegen\u00fcber schauen und dann gibt es eine sehr herzliche Umarmung von der Meisterin. Danach ist Fragestunde. 1. Frage an die Elfe (sehr originell): wie sie sich ern\u00e4hrt und die Antwort. Sie hat alles schon probiert, vegan, vegetarisch, Rohkost, aber der Arzt hat ihr gesagt, sie muss Fleisch essen, sonst f\u00e4llt ihr K\u00f6rper auseinander und jetzt isst sie viel Gem\u00fcse, aber auch t\u00e4glich Eier und auch Fleisch. Das sei keine Empfehlung f\u00fcr andere, jeder K\u00f6rper sei anders. Ich denke unweigerlich an den letzten Workshop, bei dem es im Schulterstand einen Vortrag \u00fcber Kuhvergewaltigungen angesichts des Milchkaffeekonsums gab. Sie ist nicht nur in diesem Punkt sehr ehrlich vor einem Raum voller Yogalehrerinnen, sondern sie spricht auch \u00fcber ihre Abneigung nach Deutschland zu kommen, dass sie J\u00fcdin ist und in beruflich in N\u00fcrnberg war und nie wieder kommen wollte. Das sind Umst\u00e4nde, die von vielen nicht realisiert werden, dass irgendwo auf der Welt, gerne auch in New York, die Nachkommen der Toten und \u00dcberlebenden der Schoah leben, die von dieser Realit\u00e4t gepr\u00e4gt sind. Diese Frau ist bereit jede Frage ehrlich zu beantworten und ich nehme ihr das ab. Mir taugt das viel mehr als diese hohlen Predigten, die ich schon geh\u00f6rt habe, von denen man kaum etwas demjenigen abnimmt, der sie h\u00e4lt. Das zunehmende Alter hat mich eine Sache gelehrt, das wovon einer sehr viel spricht und es viel beteuert, das fehlt ihm meist oder damit hat er ein Problem. Vorsichtig bei M\u00e4nnern die Schwanz ab f\u00fcr Kindersch\u00e4nder fordern. Ich denke auch an den Ex meiner Freundin, der offenbar total eifers\u00fcchtig war und ihr immer fremdgehen unterstellt hat und alleine Reisen deswegen nicht bef\u00fcrworten konnte und auf Tugendhaftigkeit geschworen hat mit den Worten, das passiere einem nicht, ein Seitensprung, das sei eine \u201eCharakterfrage\u201c. Und was war dann? Oder wie es in Wien einem Buch zu lesen stand. Warum reden die Banker so viel von der Kunst und die K\u00fcnstler so viel vom Geld? Jeder spricht von dem, was er nicht hat. So empfinde ich Yoga oft als scheinheilig. Die Frauen gucken sich musternd von der Seite an und man merkt ihnen an, dass sie es nicht wollen und nicht d\u00fcrfen und das auch wissen. Das bringt eine bestimmte Verklemmtheit mit sich und es steigert sich noch, wenn man es unterdr\u00fccken will. Da ist mir in vielerlei Hinsicht mein normaler Sport lieber. Keiner h\u00e4lt sich f\u00fcr einen besseren Menschen, blo\u00df weil er ihn macht. So einfach funktioniert es n\u00e4mlich nicht. Ob Du ein guter Mensch bist, h\u00e4ngt von anderen Dingen ab, so wie es in jeder Religion gute Menschen gibt. Das macht nicht die Religion an sich und das sektenhafte an dem Yoga widerstrebt mir. Heute hat es mir gefallen. Wenn ich eine neue Erkenntnis hatte dann die, dass man den eigenen Tod bereits miterlebt in dem Sinne, ich bin nicht mehr der Mensch meiner Jugend, den gibt es nicht mehr. Genauso wie es meine Eltern wie ich sie als Kinder kannte auch nicht mehr gibt. Wir leben zwar noch, aber die fr\u00fcheren Identit\u00e4ten sind schon tot, nicht mehr da. Die Frage ist, wie oft sterbe ich oder erneuere mich? T\u00e4glich w\u00e4re wohl \u00fcbersteigert, aber alle 5-7Jahren vielleicht schon und alle 25 Jahre bestimmt.<\/p>\n<p>Noch einige Schlussbemerkungen zum Verkehr. Ich meine jetzt den Stra\u00dfenverkehr. Ich habe mit zunehmendem Alter eine Abneigung gegen Autos. Sie sind wie die Raubtiere und ich als Radfahrer, die Gazelle oder das Gnu. Was an dem Bild nicht stimmt ist, dass die Raubtiere alle im Rudel an der Ampel stehen wie eine Herde Bison vor dem Losrennen. Was ist au\u00dferdem nicht verstehe ist berittene Polizei? Was soll das? Die riesigen G\u00e4ule laufen gem\u00fctlich nebeneinander und blockieren Stra\u00dfe und Radweg. Gassi gehen mit T\u00fcte ist auch nicht angesagt. Die Fiakerpferde in Wien haben hinten Beutel. Hier fallen die riesigen Hinterlassenschaften an die Stra\u00dfe und werden platt getreten. Ich verstehe den Sinn dieses Reitens in der Stadt nicht, denke immer nur daran, dass ich auf meine Steuererkl\u00e4rung als Verwendungszweck: Filmf\u00f6rderung f\u00fcr Wenzel Storch Filme schreiben will.<\/p>\n<p>Letzte Woche war ich beim vorletzten Kundalini-krass-Selbsterfahrungs-nichts-ist-peinlich-Kurs und irgendwie machen mich diese Praktiken wie verstrahlt. Wir machen sch\u00f6n 4 Minuten irgendwelche krassen Armhochhalt und Dreh\u00fcbungen, die super anstrengend sind und mein ganzer Oberk\u00f6rper kribbelt. Wir machen eine noch anstrengendere \u00dcbung und atmen mit offenem Mund und ich habe das Gef\u00fchl, dass alles M\u00f6gliche bei mir hinten im Gaumen herum baumelt und immer mehr wird, als w\u00e4re ich im vermeintlichen K\u00f6rper des Tracheostoma-Betreuten. Dann machen wir Knie an Knie im Kreis sitzen und 4 x auf den Boden hauen Har, Har, Har, Har, dann Wha Hey Gu Ru und jeweils Knie zur linken Nachbarin, zur rechten, die eigene Brust und dann Arme nach oben und immer schneller werdend. Wir chanten Mantren in drei Etagen bis wir mit der Stirn am Boden liegen und ich h\u00f6re meine eigene Stimme unglaublich laut. Als wir uns anschlie\u00dfend was w\u00fcnschen sollen und es visualisieren, f\u00e4llt mir gar nichts ein, wunschlos gl\u00fccklich und zufrieden. Ich wei\u00df, das kann man keinem erkl\u00e4ren und es sollte besser auch keiner zusehen, aber wenn es sich gut anf\u00fchlt, sollte man es machen. Erkl\u00e4rungen hier erscheinen mir oft sehr unbeholfen und esoterisch und ich brauche diese Br\u00fccke gar nicht. Der K\u00f6rper mag es, die Nervenzellen und der Geist auch. Das reicht doch wohl.<\/p>\n<p>Dann noch ein Wort zur R\u00fcckengesundheit. Die Bandscheiben ern\u00e4hren sich nachts, habe ich unl\u00e4ngst gelesen. Im Schlaf und im Liegen saugen sie sich voll mit Fl\u00fcssigkeit. Mein Tipp: auf dem Bauch schlafen ohne Kissen, sch\u00f6n flach, so mache ich es immer, dann sind die immer richtig sch\u00f6n vollgefressen und es geht ihnen gut. Dann klappt das auch beim Yoga mit den Vorder- und R\u00fcckbeugen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute habe ich gro\u00dfes Programm. Begutachtung in der Familie M., durch das Sozialamt veranlasst. Es geht um die Pflegeeinstufung des Sohnes, der n\u00e4chstes Jahr 50 wird und mit seiner Mutter zusammen lebt. Ich fahre durch die noch k\u00fchle Morgenluft nach Kleefeld. Ich liebe Fahrrad fahren, gerade im Sommer ist es eine wahre Freude. 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