{"id":3128,"date":"2013-11-19T18:54:29","date_gmt":"2013-11-19T16:54:29","guid":{"rendered":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=3128"},"modified":"2013-11-19T19:00:37","modified_gmt":"2013-11-19T17:00:37","slug":"neuer-server-als-geschlechtskrankheit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=3128","title":{"rendered":"Neuer Server als Geschlechtskrankheit"},"content":{"rendered":"<p>Von dem vergangenen Wochenende kann ich nicht sonderlich viel berichten. Samstagabend waren meine Schwiegereltern und meine Schw\u00e4gerin zu Besuch und es gab R\u00f6sti mit ger\u00e4uchertem Lachs und Meerettichquark. Ein angeheiratetes Familienmitglied, welches schwere Schuld auf sich geladen hat, ist wohl verstorben. Dadurch, dass man keinen Kontakt hat, erf\u00e4hrt man vom Todesfall durch die Dorfgemeinschaft und ist erleichtert \u00fcber die Nachricht. In die Sp\u00e4tvorstellung Kino schaffen wir es nicht und gehen lieber ins Bett. Denn es ist wieder Bastelmarathon angesagt. Sonntag will ich doch mal raus und wir gehen ins Kino. Finsterworld im Koki um 16 Uhr. Was f\u00fcr eine geniale Uhrzeit, gerade in den Wintermonaten f\u00fcr einen Sonntagskinobesuch und das denken sich auch andere. Die Bude ist voll von Bildungsb\u00fcrgern. Manche kenne ich aus Studienzeiten und sie sind l\u00e4ngst in Amt und W\u00fcrden und gehen mit der Gemahlin ins Kino. Vorher halten wir bei Urfa Sofrasi und essen Pide, Grillfleisch und K\u00fcnefe in weniger als 30 Minuten. Die Bedienung hat den Auftrag verstanden und setzt ihn konsequent um. Der Film gef\u00e4llt mir, jetzt nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig, aber schon sehenswert. Die Schauspieler sind \u00fcberwiegend sehr \u00fcberzeugend und die Geschichte an sich auch gut und mal nicht so gradlinig, langweilig erz\u00e4hlt, wie sonst gerne im deutschen Kino, sondern so Parallelgeschichten und auch die Doppelseitigkeit der Charaktere gef\u00e4llt mir, T\u00e4ter und Opfer zugleich. So wie es halt auch ist.<\/p>\n<p>Die Woche pl\u00e4tschert so dahin. Montag h\u00e4lt mich mein Eilverfahren auf Trab. Wie es ausschaut hat mein Betreuter, der Untersuchungsh\u00e4ftling, doch Anspruch auf 38,- \u20ac Taschengeld monatlich und nicht 28,- \u20ac und sie wollen 30,- \u20ac nachbezahlen. F\u00fcr ihn ist das eine Erleichterung und ich wundere mich trotzdem \u00fcber den Aufwand, den ich deswegen betreiben muss. Die waren der Meinung, dass sie ihm bis Jahresende nichts mehr zahlen m\u00fcssen und es gar nicht sein k\u00f6nne, dass er finanziell auf dem Schlauch stehe, sonst habe er wahlweise die Betreuerin was falsch gemacht mit der Geldeinteilung. Ich sage, weltfremdes und arrogantes Geschwurbel. Seit 10.07. sitzt er und konnte das erste Mal am 18.09. einkaufen. Da will ich den Sachbearbeiter, der das schreibt sehen in solch einer Lage. Meiner ist Raucher und den Fernseher muss er sich vom Knast mieten f\u00fcr 5,- \u20ac pro Monat zzgl. 2,- \u20ac f\u00fcr Strom. Wenn wir dann schreiben von den 111,- \u20ac hat er Schulden zur\u00fcck gezahlt, will das Gericht wissen, wie, wenn er doch nur einkaufen war. Mein Gott, auch denen muss man die Welt erkl\u00e4ren. Er schnorrt sich Tabak und die Mith\u00e4ftlinge wollen das dann wieder. Schulden in Naturalien, Mann, Mann, Mann. Die Betreuerin soll ihm sein Geld einteilen. Das lohnt gar nicht bei der l\u00e4cherlichen Summe und dadurch w\u00fcrde es auch nicht reichen. Ich will wirklich mal so einen Futzi vom der Widerspruchsstelle in gleicher Lage erleben, ob er dann auch der Meinung ist, das reicht alles lange Meter. Ach ja und wenn er was ansparen w\u00fcrde von dem l\u00e4cherlichen Betrag, dann wird ihm das im Folgemonat als Einkommen angerechnet. So bringt man den Leuten wirtschaften bei. Abends Doppelstunde Sport. Das tut gut. Da kann ich immer etwas ablassen von dem Beamtenmief, mit dem ich mich tags\u00fcber besch\u00e4ftigen muss.<\/p>\n<p>12.11. Wir sind mit einer alten Studienfreundin und ihrem Kollegen zum Mittagstisch im Abendmahl verabredet. Stephan will vorher zur Blutentnahme wegen seiner Blutwerte und erscheint nicht. Wir bestellen schon mal. Eine halbe Stunde zu sp\u00e4t kommt er dann und musste sei Rad schieben und lange Pflaster in beiden Armbeugen und sieht aus als k\u00e4me er frisch aus dem Krankenhaus bzw. irgendwie auch wie der gekreuzigte Jesus in leicht abgewandelt. Die Gef\u00e4\u00dfe liegen zu tief unter dem festen Bindegewebe und wenn er dann verkrampft, kommt erst recht kein Tropfen Blut raus. Es tut mir leid, dass man sich in so was derart reinsteigern kann. Ist vielleicht wie ich mit Zahnarzt, wobei ich es mir zu Herzen genommen habe und seit der Zahnreinigung tats\u00e4chlich Zahnseide benutze, weil ich ein besserer Mensch werden will. Stephan wei\u00df genauso, dass es Quatsch ist, aber aus der eigenen Psyche kommt man nicht raus. Er will ein Praktikum in der Arztpraxis machen, damit das mehr normal f\u00fcr ihn wird. Mittagstisch im Abendmahl f\u00fcr 7,50 \u20ac kann man durchaus empfehlen. Es gibt 2 G\u00e4nge. Wir nehmen italienische Vorspeisen und Putenroulade mit Pfeffersauce und Kartoffel und Gem\u00fcse. Ist jetzt nicht superlecker, aber preis-leistungsm\u00e4\u00dfig v\u00f6llig in Ordnung. Wir werden von der Bedienung gefragt, ob wir vom NDR kommen w\u00fcrden, was derzeit bei der Staatsanwaltschaft Hannover leichte Paranoia ausl\u00f6st. Nachmittags hole ich meine neuen R\u00f6cke von Andrea ab und die sind so was von sch\u00f6n geworden. F\u00fcr den wei\u00df-roten mit dem gestickten Motiv hat sie genau einen passenden Knopf mit Folkloremuster in rot und silber. Der Hammer. Die Frau achtet auf jedes Detail.<\/p>\n<p>Es ist so ruhig, weil Herr MRV keinen Ausgang hat und teilweise fixiert ist und mich nicht t\u00e4glich von morgens bis abends bombardieren kann. Ich wei\u00df gar nicht, wie mir geschieht.<\/p>\n<p>Die neuen Stifte wurden geliefert in einer monstr\u00f6sen Verpackung. Ich leere sie erst einmal aus in meine alte, kaputte, aber viel kleinere Packung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DSC01639.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3103\" alt=\"DSC01639\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DSC01639-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DSC01639-300x199.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DSC01639.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit dem vielen schwarzen Schaumstoff werde ich noch was anfangen. Ein bis zwei H\u00fctchen lassen sich daraus basteln. Das erste H\u00fctchen bastele ich am Sonntag. Es hei\u00dft \u201eSchw\u00e4ne auf dem Ihmezentrum\u201c und ist echt auff\u00e4llig, also damit will ich wohl wirklich angesprochen werden\u2026 Ich kann es wohl leider kaum tragen, ist mein Fazit. H\u00f6chstens mal kurz abends auf eine Vernissage.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DSC01710.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3127\" alt=\"DSC01710\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DSC01710-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DSC01710-300x199.jpg 300w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DSC01710.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mittwoch habe ich mal wieder einen Traum \u00fcber den ich mich sehr freue. So lang und mit so vielen sch\u00f6nen Verkn\u00fcpfungen. Das Zentralthema ist, dass Stephan auf ein Konzert gegangen ist und ich unser Hotelzimmer nicht wieder finde. Alles sieht gleich aus und ich irre durch das Hotel und tue immer so, als sei alles in Ordnung. Schaue mir dann Kunst im Foyer an um mein Verlorensein zu \u00fcberspielen. Dann treffe ich unser Zimmerm\u00e4dchen und lobe ihre Arbeit, gebe mir aber keine Bl\u00f6sse, sie nach der Zimmernummer zu fragen. Dann f\u00e4llt mir ein, dass es ein Foto von mir gibt, auf dem die Zimmernummer zu erkennen sein m\u00fcsste. Es ist 444 und dann finde ich es trotzdem nicht, obwohl ich die Nummer wei\u00df und irre auf dem Stockwerk umher. Auf einmal bin ich in dem Restaurant und obwohl ich keinen Hunger habe, setze ich mich zu einem gro\u00dfen, schwarzen Amerikaner (wie ein Baskettballspieler), der auf einem Sofa sitzt. Seine Frau und Schwiegermutter sitzen auf Sesseln daneben. Ungew\u00f6hnliche Eindeckung zum Essen gehen, denke ich mir. Dem erkl\u00e4re ich dann alles und \u00fcberlege, dass ich einen Nachtisch oder K\u00e4segang noch nehmen k\u00f6nnte. Lass mir die Karte geben und schaue, ob es viel Chesterk\u00e4se als K\u00e4seplatte gibt, wenn hier so viele Amerikaner als G\u00e4ste sind, aber ich will eh was S\u00fc\u00dfes essen. Jetzt muss ich nur noch das Zimmer finden um mein Portemonnaie zu holen. Ich glaube, dass ich dann einen Angestellten frage und auch wach werde und denke, warum bin ich im Traum noch desorientierter als in Echt. Das ist ungerecht. Im Traum ist man doch ein Superheld und kann fliegen und hat bessere Eigenschaften als in Wirklichkeit und nicht noch desolatere Handicaps. Na ja, bei mir eben nicht. Ich fand den Traum trotzdem lustig und so was w\u00fcrde mir nicht passieren, weil mein Blindenf\u00fchrhund Stephan mich vor dem Konzert aufs Hotelzimmer begleiten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ich bin sehr deprimiert, weil ich mit BM schon an der 4 Gigabite Speichergrenze angekommen bin. Ich ziehe meinen Kollegen zu Rat und er best\u00e4tigt mir 1117 Bilder seien sehr viel und ich m\u00fcsse mich nach einem anderen Tarif mit mehr Speicher erkundigen. Ich bin niedergeschlagen, weil ich denke, auch der wird dann irgendwann voll sein und spamme ja wohl alles zu? Sollte es das schon gewesen sein mit Buttermusch nach 3 oder 4 Monaten ist jetzt Schluss. Ich habe keine Ambitionen mehr, was zu schreiben und \u00fcberlege aufzuh\u00f6ren. Ja, so leicht kann man mich frustrieren.<\/p>\n<p>Bei der Arbeit erfahre ich auch, dass Morgen der neue Server angeschaltet wird und man dann von 8 \u2013 16 Uhr nicht an den Rechner kann. Und zwar so nebenbei von der Steuermitarbeiterin. Ich hatte den mit Fragezeichen eingegebenen Termin im Google-Kalender nicht ernst genommen. Praktisch freier Tag, unfreiwillig, aber man muss das Beste daraus machen. Morgens gleich ins Caf\u00e9, in die Bar? Ich plane schon mal ein paar Au\u00dfentermine. Frau P. hat mich auf ihren Geburtstag aufmerksam gemacht und ob die Tochter wohl aus Hamburg kommt. Ich sage, sie soll sie selber anrufen und ihr sagen, dass sie sich freuen w\u00fcrde. Ich komme mir bl\u00f6d vor, sie anzurufen\u00a0 und ihr zu sagen, \u00fcbrigens, ihre Mutter hat Morgen Geburtstag. Dann will sie wissen, was passieren wird. Ich rufe das Heim an. Von denen gibt es Blumen und ein Geschenk und ich frage, ob man Torte einkauft, wenn sie das will. Das wird bejaht. Dann rufe ich sie wieder an und sage nichts von den Geschenken wegen \u00dcberraschung, frage sie, ob sie nicht einen ausgeben will. Sie sagt, dass man an seinem Geburtstag doch Geschenke bekommen w\u00fcrde und ich sage, ja, aber man gibt auch einen aus, ob sie das nicht kennen w\u00fcrde und das ist wie ein Geschenk, weil die anderen mit einem feiern. Die Tochter kommt und wir wollen in die Wohnung wegen Fotoalben gucken und ich organisiere den Schl\u00fcssel von der Diakonie und organisiere, dass der Klostuhl aus 2008 endlich abgeholt wird.<\/p>\n<p>Abends beim Yoga meditiere ich und der Fu\u00df ist vorher schon eingeschlafen, aber es gelingt mir das zu ignorieren. Ich sp\u00fcre meine Extremit\u00e4ten nicht so und bin nur im oberen Bereich meines K\u00f6rpers, d.h. Bauch oder Rumpf oder Kopf. Danach ist es nat\u00fcrlich ganz schmerzhaft, aber ich denke, toll, bald kann man mich operieren in dem Zustand. Die Yogalehrerin redet sehr viel, was ich als hinderlich empfinde. Die eigenen Gedanken kann ich ausschalten, aber dann kommen ihre Tipps, das Herz zu \u00f6ffnen oder alles zu lieben, \u201eob bekannt oder unbekannt\u201c und ich denke: Klappe halten, aber anderen Sch\u00fclern hilft die Anleitung. Es geht bei ihr immer um W\u00fcnsche und Dankbarkeit und ich denke, bei mir geht es in der Mediation um Aufl\u00f6sung des Ichs, Zustand der Wunschlosigkeit, den zu erreichen und auch Dankbarkeit hat wieder was mit W\u00fcnschen und Ego zu tun und darum geht es dabei gar nicht f\u00fcr mich. So koche ich hier mein eigenes S\u00fcppchen.<\/p>\n<p>14.11.Sch\u00f6nes Wetter, erst B\u00fcro, etwas telefonieren. Der Mann im Flur, der mich am Arbeiten hindert nervt und ich sage zu meinem Kollegen bezogen auf den Server, dass Geld ausgeben doch Spa\u00df machen m\u00fcsse und das hier aber so gar nicht der Fall sei. Dann mit Stephan ins Wilhelm-Busch-Museum einen Kalender abgeben. Ich fahre zu meinem Klostuhltermin und er kauft f\u00fcr Herrn W. einen Fernseher. Der rei\u00dft sich derzeit fast t\u00e4glich die Kan\u00fcle aus dem Hals und dabei hat er einen mit Gegengewicht, die tiefer sitzt, weil der Tumor immer gr\u00f6\u00dfer wird. Er bekommt Luftnot und zieht die, dann Krankenhaus. Der Typ tut mir so leid und auf seinem Taschengeldkonto stapelt sich das Geld. Ich spreche die Tage mit einem Pfleger, mit was man ihm eine Freude machen k\u00f6nnte. Essen kann er nicht mehr, sprechen kann er auch nicht mehr. Ich sage, Blumenabo oder eine Stripperin, er solle mal kreativ sein. Die Stripperin auch mit Ganzk\u00f6rperlatex wegen seines Orsa-Keimes. Dann kommen wir wieder auf Fernseher. Er hat einen, der geh\u00f6rt ihm aber nicht und ich denke, anderes Ger\u00e4t kaufen, bringt ihm auch keinen Vorteil. Dann erz\u00e4hlt mir der Pfleger aber, dass seiner keine Fernbedienung hat und er immer bettl\u00e4gerig wird und daher will ich Abhilfe schaffen. Stephan bringt den Fernseher direkt ins Heim, so dass weniger als 2 Stunden sp\u00e4ter einer da steht. Das ist wirklich eine gute Tat und die Betreuerin war mal wieder so schnell, dass die das gar nicht glauben k\u00f6nnen. Mein Termin l\u00e4uft weniger erfolgreich, weil die Diakonie sich verguckt hat und doch keinen Schl\u00fcssel mehr f\u00fcr die Wohnung hat. Die neue Betreuerin der Herrn K., der nicht mehr zur\u00fcck soll\/kann in die Wohnung hat die Schl\u00fcssel. Tolle Wurst. Ich sage, jetzt d\u00fcrfen sie sich um den Klostuhl und angeblich wollen sie das tun und ich bekomme dann die Abholquittung. Da bin ich mal sehr gespannt. Frau P. ist beim Mittagessen und ich werde gefragt, ob ich ihr helfen k\u00f6nnen beim Essen, wenn was nicht klappt, also wohl sie f\u00fcttern. Wie machen die das, wenn ich nicht da bin? Es liegt ein Pamphlet aus mit einer Geschichte, die mir gef\u00e4llt. Irgendwas in der Art, dass ein Rabbi Himmel und H\u00f6lle sehen will und erst wird er in einen Raum gef\u00fchrt mit einem Kochtopf in der Mitte mit leckerem Essen darin um den die Menschen sitzen. Sie sehen alle mager und elend aus und haben lange Stiele an den L\u00f6ffeln, so dass sie das Essen nicht zum Mund f\u00fchren k\u00f6nnen. In dem anderen Raum wieder derselbe Topf in der Mitte und Menschen darum versammelt, die lange L\u00f6ffel in der Hand haben, aber alle lachen und sind wohl gen\u00e4hrt, weil sie sich mit den langen L\u00f6ffeln wechselseitig f\u00fcttern. Ja, da steckt viel Weisheit drin. So einfach ist das. Die Tochter kommt versp\u00e4tet an, aber auch und ist sehr befremdet im Umgang mit der eigenen Mutter. Sie wei\u00df nicht so recht, wie mit ihr umgehen, da bin ich schon fast vertrauter. Das ist traurig. Dann kommt noch eine Frau vom Besuchsdienst, die meine Betreute wohl schon lange kennt und ich verabschiede mich langsam. Drau\u00dfen ist die Kaffeetafel schon gedeckt und kleine Sektgl\u00e4schen stehen auch schon bereit. Ich fahre Richtung Linden. Es ist 10 vor 1 und ca. 1 wollte ich Stephan nach seiner Saturn-Hansa-Mission treffen. Er ruft mich von der Telefonzelle an. Das Timing zwischen uns ist mal wieder perfekt. Bis gleich bei Pio. Es ist knallvoll und mein Mann kommt nicht. Habe ich ihn innerlich zu fr\u00fch gelobt. Er war zu Mio Mio gefahren. Es gibt leckere, riesige gef\u00fcllte Nudeln mit Spinat und Ricotta, die bis abends knallsatt machen. Stephan ist beim Gericht Christian Wulff direkt in die Arme gelaufen oder umgekehrt, der mit 2 Leibw\u00e4chtern zu einem Nebeneingang wollte an einer ganz schmalen Stelle, Flur des Landgerichts. Ich werde nach dem Essen auf mein H\u00fctchen angesprochen, so welche g\u00e4be es in New York in einem Atelier. Ah hah, sage ich. Ja, selbst gemacht. Nein, hat keinen Namen. K\u00f6nnte ich aber sofort nachliefern denke ich mir dann. Die Babuschka auf den goldenen B\u00e4llen oder so. Nachmittags ist wieder Geldabholzeit. Ein Termin kommt, der andere nicht. Frau K. kommt und Elisabeth nicht. Bei Frau K. wurde das Insolvenzverfahren er\u00f6ffnet und sie hat ca. 220,- \u20ac zu viel auf dem Konto. Ich hoffe, der Insolvenzverwalter gibt das frei, sonst haben wir umsonst gespart. Sie wohnt in einem 4-Bett \u2013Zimmer in der Frauenunterkunft und braucht das Geld f\u00fcr eine Mietkaution, schreibe ich ihm. Ich bin auf die Antwort gespannt. Die Pf\u00e4ndungsgrenze liegt bei 1.045, \u20ac pro Monat, aber ihre Eink\u00fcnfte liegen weit darunter bei weniger als 700,- \u20ac. Der \u00dcberschuss ist hiervon angespart worden, weil sie von keinem Amt ein Darlehen f\u00fcr die Mietsicherheit bekommen wird. Wenn der Insolvenzverwalter das Geld f\u00fcr die Gl\u00e4ubiger vereinnahmt, w\u00fcrde das meinem Rechtsempfinden widersprechen, aber das w\u00e4re auch nicht das erste Mal.<\/p>\n<p>Dann noch ins Autohaus und die 20 Essengutscheine abgeben. Das war der lustigste Vergleich meiner Karriere. Zur Abgeltung der Klagforderung gibt es Gutscheine f\u00fcr Eintopf. Ich rufe vorher an, wer zust\u00e4ndig ist und treffe den Chef des Autohauses. Ich sage, hier steht eine Waschmaschine, die k\u00f6nnen wir prima als Schreibunterlagen benutzen und Sie quittieren mir bitte den Empfang der liebevoll laminierten Gutscheine und dann sage ich ihm, dass ich im Showroom unten ganz alleine war mit den Autos und das war fast unheimlich und er fragt: \u201efahren Sie Auto?\u201c. Guter Verk\u00e4ufer, aber da kann ich nun wirklich beim besten Willen nicht aushelfen als Nichtf\u00fchrerscheininhaber und \u00dcberzeugungsradfahrerin. Ich glaube an die Abschaffung des Individualverkehrs, aber das musste ich ihm nun nicht auf die Nase binden. Ich verabschiede mich nur so und freue mich immer neue R\u00e4umlichkeiten einmal von innen gesehen zu haben an denen man jahrelang vorbei f\u00e4hrt. Es gibt einen anderen Blick auf die eigene Stadt.<\/p>\n<p>Ich mache fr\u00fch Feierabend.<\/p>\n<p>Abends gehen wir auf die Vernissage einer Freundin, kommen aber zu sp\u00e4t und sehen die Performance kaum noch. Es sind so Bekannte da und ich merke, dass man etlichen Leuten auch echt nichts zu sagen hat. Bei einigen finde ich das fast schade. Eine Bekannte finde ich einfach unsympathisch und freue mich, wenn ich sie nicht mehr sehe, auch wenn es fr\u00fcher gemeinsame Abende gegeben hat. Vielleicht passen zwei egomane Frauen einfach nicht gut zusammen. Ich finde sie oberfl\u00e4chlich und harsch und will mir ihr nichts zu tun\u00a0 haben. Anderer Lebensstil, anderer Geschmack in allen Bereichen des Lebens und auch einfach mal den Altersmut das zu erkennen und es nicht weiter zu versuchen.<\/p>\n<p>15.11. Rechner ist noch nicht fertig installiert, obwohl mein Kollege mit dem teuren Arbeiter bis nachts um 23:30 Uhr in der Kanzlei war. Er tut mir leid. Er ist geduldig und ich w\u00e4re bei dem Typen schon ausgeflippt. Ich fahre zum Fachbereich Senioren und lass mich beraten, was es f\u00fcr Demenz und Seniorenbegleitdienste f\u00fcr meine Neue gibt, auch wenn sie am Telefon immer sagt: \u201ejetzt lasst mich doch in Ruhe, Kinder, ich hab doch noch keinen Bl\u00f6dsinn gemacht, ich will doch nur in Ruhe gelassen werden\u201c und mehr oder weniger alles ablehnt, was ich ihr vorschlage. Auf dem R\u00fcckweg hole ich meine Buttonstanze wieder ab. \u00a0Mein Kollege schl\u00e4gt dem PC-Fredi immer vor, eine Checkliste zu machen. Der ist aber auch beratungsresistent, weil er \u00fcber die H\u00e4lfte der Sachen immer vergisst und das einfach nicht beherzigt und diesmal ist es genauso. Als er sich verabschiedet Freitagmittag sind meine Drucker nicht angeschlossen. Ich denke, wie geht so eine Installation in einem Gro\u00dfraumb\u00fcro mit 500 Mitarbeitern? Die Software-Updates machen mich schon immer fertig. Die Benutzeroberfl\u00e4che ist wieder anders, alles neu. Die Schritte, die man gehen muss, leicht abgewandelt. Ob mir das bitte einer erkl\u00e4ren kann, warum das immer so ist. Software Update und man muss alles neu lernen. Das ist hinderlich. Das ist wie Auto in die Werkstatt bringen und Gas und Bremse werden ausgetauscht. Das will doch keiner? Warum machen die das? Dann gibt es noch ein kleines Detail, dass wir alle von unterwegs und zuhause die Emails nicht abfragen k\u00f6nnen. Da muss man selber drauf sto\u00dfen und der Rechnertyp kommt nicht auf die Idee, dass dieses Detail st\u00f6ren k\u00f6nnte oder er es ansprechen sollte. Wie soll das gehen, wenn ich demn\u00e4chst 6 Tage in London bin. Das ist meine Verbindung zur Arbeit. Hallo? Die Wut auf den Typen staut sich und alles muss mein armer Kollege aushalten. Ich sage zu der Steuermitarbeiterin. Neues Server kommt mir vor, als h\u00e4tte mir einer eine Geschlechtskrankheit f\u00fcr teures Geld aufgequatscht so nach dem Motto: \u201ewenn Se erst mal den Tripper haben, werden Se gar nicht wissen, wie sie ohne leben konnten\u201c.<\/p>\n<p>Sport und dann nach Hause und um 21 Uhr in die Weinbar (hier bekommen wir Einladungen f\u00fcr eine andere Vernissage kommenden Freitag, aber da sind wir schon verabredet, mal sehen) und nach langer Zeit mal wieder ins 11 A. Der Chef begr\u00fc\u00dft uns mit Handku\u00df und es gibt au\u00dferhalb der Karte G\u00e4nsestopfleber und im Ganzen gebratenen Fisch. Beides sehr lecker. Ein sehr lauter Geburtstag feiert und beschallt alle mit Gr\u00f6llliedern. Eine Frau bekommt einen Kicheranfall. Ein bisschen Kindergeburtstag.\u00a0Vorne im Raucher\u00a0ist der Stehtisch mit M\u00e4nnern besetzt. Einer sagt, wer so ein H\u00fctchen tr\u00e4gt, wolle wohl angesprochen werden. Ich darauf, n\u00f6, es gef\u00e4llt mir halt. Ob es von Astrid sei? Manchmal denke ich auch, die haben keine Augen im Kopf, die M\u00e4nner und sage ihm das auch.<\/p>\n<p>Das Emailfach ist kahl und leer und ich kann keine Emails abfragen das ganze lange Wochenende. Das ist ein Gef\u00fchl der Unvollst\u00e4ndigkeit und Abgeschnittenheit, aber ich halte mich, wie immer mit Basteln besch\u00e4ftigt, au\u00dferdem packe ich schon f\u00fcr London. Zu fr\u00fch, zu viel, ich will doch Kekse einkaufen en masse. Immer wieder dasselbe. Ich habe ein Londonh\u00fctchen schon\u00a0vor Monaten\u00a0gebastelt. Thema: Movember. Sp\u00fcltuch aus Koppenhagen. Na, wenn ich da mal nicht wieder drauf angesprochen werden will&#8230;.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DSC01643.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3107\" alt=\"DSC01643\" src=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DSC01643-199x300.jpg\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DSC01643-199x300.jpg 199w, http:\/\/buttermusch.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DSC01643.jpg 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Samstag feiert ein lieber Freund seinen f\u00fcnfzigsten Geburtstag nach. Das B\u00fcffet ist k\u00f6stlich und die Wohnung total auf Feier umgebaut inklusive einer Cocktailbar an der seine Mitbewohnerin den ganzen Abend \u00fcber hantiert und leckere Drinks macht. Gute Gespr\u00e4che, G\u00e4ste waren vor einigen Jahren in Brasilien und erz\u00e4hlen davon und ich komme mit der Frau meines Kollegen, die ich sehr selten sehe ins Gespr\u00e4ch und sage ihr, dass ich mich auf die B\u00fcroweihnachtsfeier freue und ihr eine Tasche aus Paris schenken will, die ich nicht nutze und von der ich denke, dass sie besser zu ihr passt. Ich tanze ganz kurz. Das Geburtstagkind ist offen und umarmt die G\u00e4ste, auch mich und sagt pers\u00f6nliche Dinge und mir wird klar, dass ich zu dieser Clique noch nicht so lange dazu geh\u00f6re, aber sie jetzt eine gro\u00dfe Rolle f\u00fcr mein Leben spielt. Viele kommen aus Hannover und kennen sich schon vor der Schule. Ein Fotobuch vom vierzigsten Geburtstag des Gastgebers macht die Runde und dort wurden die G\u00e4ste mit Zetteln, auf denen sie schreiben sollten, woher sie das Geburtstagskind kennen vor einer Mustertapete abgelichtet. Wir sind noch nicht dabei. Heute ist dieser Freund jedoch eine wichtige und sehr wertvolle Person f\u00fcr mich und unersetzlich in meinem Leben, so dass ich ihm am n\u00e4chsten Tag schreibe, dass es nicht sei wie Knast bei einer Haftstrafe und nur auf die Dauer ankomme bei einer Freundschaft und ich mir einbilden kann mit ihm zur Schule gegangen zu sein so verbunden f\u00fchle ich mich und das nach weniger als 10 Jahren. Das ist beachtlich und ich f\u00fchle mich gesegnet durch diese Freundschaft, die mir schon so viel gegeben hat. Auch mein Kollege, der leider krank im Bett liegt ist nach meinem Mann vielleicht in m\u00e4nnlicher Hinsicht das Beste, was mir im Leben passiert ist, weil meinen Vater nehme ich mal aus, weil dem bin ich ja passiert, den Kollege kenne ich auf einer Freundschaftsebene noch nicht so lange. Im Studium kannten wir uns nur vom Sehen und unter ferner liefen und heute kann ich von Gl\u00fcck sagen, dass er schwierige Frauen ab kann und sich mit Technik auskennt, weil die meisten Berufskollegen von uns sind \u00e4hnliche Analphabeten wie ich und dann w\u00e4ren wir richtig aufgeschmissen. Hinzu kommt die menschliche Komponente, das ich ihn sch\u00e4tze und gerne mit ihm zusammen bin, was das Arbeiten sehr angenehm macht. Das ist besser gar nicht vorstellbar. Ja, ich kann nur ein Loblied auf mein Umfeld singen. Meine N\u00e4hfreundin, die an diesem Abend auch dabei ist, z\u00e4hlt dazu. Die Ann\u00e4herung war da und wurde auch ein paar Jahre unterbrochen und jetzt ist sie wieder da und ich genie\u00dfe sie. Auch wenn ich nicht aus Hannover komme, bin ich hier doch angekommen nach 25 Jahren und das ist sehr sch\u00f6n und ich will nicht weg, nur immer wieder kurz zum Verreisen&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von dem vergangenen Wochenende kann ich nicht sonderlich viel berichten. Samstagabend waren meine Schwiegereltern und meine Schw\u00e4gerin zu Besuch und es gab R\u00f6sti mit ger\u00e4uchertem Lachs und Meerettichquark. Ein angeheiratetes Familienmitglied, welches schwere Schuld auf sich geladen hat, ist wohl verstorben. 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