{"id":28001,"date":"2018-01-09T16:51:56","date_gmt":"2018-01-09T14:51:56","guid":{"rendered":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=28001"},"modified":"2018-01-10T13:33:31","modified_gmt":"2018-01-10T11:33:31","slug":"statt-hater-tagebuch-listen-im-sinne-von-all-das-schoene-liste-1-jan-2018","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/buttermusch.de\/?p=28001","title":{"rendered":"Statt Hater-Tagebuch Listen im Sinne von &#8222;All das Sch\u00f6ne&#8220;. Liste 1 Jan 2018"},"content":{"rendered":"<p>Ein gem\u00fctliche und gut beheizte fremde Wohnung in Berlin-Sch\u00f6neberg, in der man die Cousine und Sohn mit Gep\u00e4ck aufnehmen kann, Tee kochen und weltbestes Baklava essen und der Sohn entdeckt den Plattenspieler und legt Klassik f\u00fcr uns auf<\/p>\n<p>Wenn Weihnachten immer die gleichen Rituale abgespielt werden, aber dann doch noch entspannter und vertrauter und liebevoller werden kann<\/p>\n<p>Wenn Dinge von vor 30 Jahren einem vorkommen wie gestern, als die Jugendfreude ihren Nachwuchs auf einem Lammfell mit Geburtsanzeige\u00a0vorgestellt haben, die\u00a0in diesem Haus in der Wittekindstra\u00dfe wohnten, im damals unbekannten Linden-Mitte<\/p>\n<p>Wenn der Partner eine perfekte Erg\u00e4nzung ist und die Dinge ausgleicht, die man selber immer weniger kann<\/p>\n<p>Wenn er einen \u00fcberredet bei den alten Jugendfreunden einfach zu klingeln und man selber beleidigt vorbei gegangen w\u00e4re und man dann merkt, auch wenn die Freundschaft Blessuren hat, funktioniert es noch ganz gut und ist sch\u00f6n<\/p>\n<p>Alice Neels Portr\u00e4ts, die einen zu Tr\u00e4nen r\u00fchren<\/p>\n<p>Der Nightjet-Zug ab Hamburg mit riesigen Sitzen und gef\u00fchlt einem Buttler statt normalem ICE-Personal, der Almdudler und Fleischgerichte mit Risotto in Euro und CFH im Angebot hat und man freut sich auf die erste Schlafwagenfahrt seines Lebens, die noch bevor steht<\/p>\n<p>Ein merkw\u00fcrdiger Mitreisender, ein verschrobener kleiner Mann, der Selbstgespr\u00e4che f\u00fchrt und ewig an seinem Bagel m\u00fcmmelt, der immer noch fast komplett ist und am Telefon von einem Turnier spricht und den Stephan googelt und er ist Backgammon-Meister<\/p>\n<p>Kaltes Wetter und man ist warm eingepackt auf dem Fahrrad\u00a0und die Wintersonne scheint<\/p>\n<p>Neue Restaurants, auf die man sich freut und deren Erstbesuch noch bevorsteht und das in der eigenen Stadt, das Lenau hoch 3<\/p>\n<p>Neue, karierte\u00a0Wollhandschuhe, die die Sammlung vervollst\u00e4ndigen beim Umbau-Sale von IG von der Linde und man hatte in Berlin und sonst wo danach gesucht<\/p>\n<p>Eine Sozialarbeiterin, die auch Betreuerin ist und mit der es \u00fcberraschend gut funktioniert und man zieht sch\u00f6n an einem Strang beim Ortstermin und f\u00e4hrt in ihrem Auto dorthin<\/p>\n<p>Franzbr\u00f6tchen, die man aufbacken kann und sie schmecken noch 2 Tage sp\u00e4ter gut zum Kaffee<\/p>\n<p>Lustige Tr\u00e4ume, in denen Venedig flache Kan\u00e4le hat und man si\u00e9ht die gro\u00dfen Kieselsteine im Wasser, was nur 10 cm tief ist<\/p>\n<p>Wenn man sich selber am\u00fcsieren kann durch verr\u00fcckte Phantasien, jetzt ist es nicht mehr die neapolitanische Espressobar mit meinen Collagen in Ornellas Rahmen an den W\u00e4nden, sondern der Hutladen, den ich mit meinen H\u00e4kelm\u00fctzenmodellen gleich neben dem eigentlichen Hutladen hier am Platz er\u00f6ffne<\/p>\n<p>Eine Betreute aus Srilanka, die mir nachtr\u00e4glich zu Weihnachten Essen vorbei bringen will, am besten nach Hause zur Haltestelle. Das klingt alles sehr verlockend und sie ruft zig mal an und st\u00f6rt mich bei der Arbeit und erz\u00e4hlt mir was sie alles f\u00fcr mich gekocht hat, gebackene Scampis, Bratreis und Dumplings mit Sauce, alles sehr hei\u00df und im Korb, auch wenn ich am Ende absage, weil ich zum Sport will und mir das alles zu kompliziert ist mit den vielen Lieferterminen, die verschoben werden und ich dann nur das Tagesgericht vom T\u00fcrken esse<\/p>\n<p>(Knie und Schwindel m\u00fcssen mir keine Angst machen, das hatte ich alles schon in meiner Jugend) Das geh\u00f6rt vielleicht weniger hier her<\/p>\n<p>Ein Betreuter, der seit seiner Geburt hin und hergeschoben wird, Pflegefamilien, Heime, viel Psychiatrie (30 mal und mehr), jeder will ihn los werden. Hat eine Freundin\u00a0in der\u00a0Klinik\u00a0kennen gelernt\u00a0mit zierlichen warmen H\u00e4nden, mit der er zusammen wohnt in einem Zimmer, sie redet von Seelenverwandten und hat sich von einem anderen Mann getrennt. Sie ist die Mieterin und kann sich sehr gut ausdr\u00fccken und die Sympathietr\u00e4gerin, gut aussehend, lange Haare\u00a0und der Vermieter will ihn los werden wie die anderen, weil seine Frau Angst vor ihm hat und die Nachbarn immer berichten, wenn was komisches passiert und er Autos umarmt\u00a0(hier wohnen 4 Polizisten und ich: dann kennen die sich bestimmt mit Grundrechten aus) und der Krankenwagen schon mal da mit Polizei mit gezogenen Waffen, weil als er sich was antun wollte und das Dorf spricht dar\u00fcber was bei ihnen los sei sagt, warum arbeitet der nicht, er ist der Mann und muss f\u00fcr sie\u00a0sorgen (gemeint die Mieterin und Freundin) und sie sagt ganz ruhig: wir sorgen gegenseitig f\u00fcr einander. Mir geht das Herz auf und ich freue mich, dass er so was erleben darf. Liebe und Zuwendung ver\u00e4ndert die Menschen mehr als Therapie und verwahrt werden. Dem Vermieter sage ich, dass meiner harmlos ist und nur schwarz f\u00e4hrt und echt krank und ich wei\u00df, warum ich nicht auf dem Lande wohne und ob wir wetten wollen, dass wenn ich drau\u00dfen um die Autos\u00a0gehe und Zeichen mit dem Finger auf die D\u00e4cher male, dass er einen Bericht dar\u00fcber bekommt. Ob er die Wette eingehen wolle&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein gem\u00fctliche und gut beheizte fremde Wohnung in Berlin-Sch\u00f6neberg, in der man die Cousine und Sohn mit Gep\u00e4ck aufnehmen kann, Tee kochen und weltbestes Baklava essen und der Sohn entdeckt den Plattenspieler und legt Klassik f\u00fcr uns auf Wenn Weihnachten immer die gleichen Rituale abgespielt werden, aber dann doch noch entspannter und vertrauter und liebevoller [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-28001","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-plus-de-beurre"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28001","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28001"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28001\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28005,"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28001\/revisions\/28005"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/buttermusch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}